ein Testbericht von mima0072009-12-30 11:35:11vom 30.12.2009Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, unterhaltsam, kindgerecht, professionell inszeniert, sehr guter Sound, preisgünstig...Nachteile/Kritik: gekürzt, theatralisch, viel Hall
Der tapsige Maikäfer Sumsemann gehört zu einer schwer vom Schicksal geplagten Sippe, die vor Generationen ihr sechstes Beinchen eingebüßt hat. Unterstützt durch die Geschwister Anneliese und Peterchen, denen er in einer magischen Vollmondnacht flugs das Fliegen beibringt, will er es nun todesmutig vom Mond zurückholen. Ein großes Abenteuer im nächtlichen Himmel steht den Dreien bevor. Denn sie treffen auf den Sandmann, die Nachtfee und ihre Freunde und schließlich auf den bösen Mondmann… (Verlagsinfo)
Der Autor
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Gerdt von Bassewitz, der Autor von "Peterchens Mondfahrt" (1878 - 1923), schrieb viele Dramen, die zu seinen Lebzeiten auch aufgeführt wurden. Trotzdem blieb die Person Gerdt Bernhard von Bassewitz-Hohenluckow unbekannt. Als Sohn eines preußischen Beamten, aus mecklenburgischem Uradel stammend, war er Leutnant der preußischen Landwehr, Schauspieler, Direktionsassistent am Kölner Stadttheater und zuletzt freier Schriftsteller in Berlin. Seine dramatischen Arbeiten waren bald vergessen, erfolgreich war und blieb dagegen sein Kinderbuch "Peterchens Mondfahrt", das seit seinem Erscheinen Kinderherzen zu erfreuen und zu fesseln vermag. (Quelle: Projekt Gutenberg)
Die Sprecher/Die Inszenierung
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Die Sprecher und ihre Rollen:
Joachim Pukaß: Erzähler
Albert Werner: Peterchen
Marie Hinze: Anneliese
Axel Malzacher: Herr Sumsemann
Engelbert von Nordhausen: Sandmann
Peter Reinhardt: Der große Bär
Tobias Nath: Morgenstern
Melanie Hinze: Abendstern
Katja Nottke: Nachtfee
Uli Krohm: Donnermann
Philine Peters-Arnolds: Windliese
Monica Bielenstein: Blitzhexe
Uwe Büschken: Regenfritz
Jürgen Thormann: Eismax
Astrid Bless: Sonne
Hasso Zorn: Mondmann
Sternkinder: Emily Hinze, Lene Bierstedt, Vincent Fantino, Amanda Seidenstücker.
Und der Sternkinder-Chor.
Regie führte Marc Gruppe
Handlung
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Die Kapitel des Originals tragen folgende Überschriften:
Die Geschichte der Sumsemanns
In der Kinderstube
Der Flug nach der Sternenwiese
Die Sternenwiese
Die Schlittenfahrt auf der Milchstraße
Das Schloss der Nachtfee
Die Ankunft der Kinder im Schloss der Nachtfee
Der Ritt auf dem großen Bären
Die Weihnachtswiese
Das Osternest
Die Mondkanone
Der Kampf mit dem Mondmann
Das Beinchen
Wieder daheim
Um das Jahr 1900 herum versuchen Peterchen und seine Schwester Anneliese zu schlafen, doch ein Käfer ist in ihr Schlafzimmer geflogen. Sein Brummen stört sie, und Anneliese vertreibt ihn. Als der Mond aufgeht, träumt sie, der Käfer sei noch da und werde, wie der Mond, immer größer. Weil das Fenster zu ist, kann er nicht hinaus und fällt auf den Rücken. Sein Ächzen und Stöhnen weckt die Kinder. Doch sie beruhigen den ängstlichen Käfer, der sich bald als Sumsemann vorstellt. Sobald sie ihn umgedreht haben, erzählt er ihnen die Geschichte, warum die Sumsemänner ihr sechstes Bein verloren haben.
Das sechste Bein befindet sich auf dem Mond, seit vor 500 Jahren ein Vorfahr durch den Sommerwald flog. Als er ein Nickerchen hielt, kam ein Mann mit einer Axt und fällt seinen Schlafbaum – und hieb dabei sein sechstes Beinchen ab. Darob wurde der Großvater ohnmächtig. Er erwachte im Licht der Nachtfee, die ihn sagte, dass der Holzdieb zur Strafe für seinen Frevel auf den höchsten Mondberg verbannt worden sei. Weil der Großvater über sein verlorenes Bein jammerte, versprach sie ihm, dass dereinst ein Nachfahre das Beinchen zurückbekäme, sollte es ihm gelingen, zwei gute Kinder zu finden, die nie ein Tier gequält hätten und mutig genug wären, die Reise zum Mond anzutreten. Bislang ist es den Sumsemännern nicht gelungen, zwei solche Kinder zu finden.
Anneliese und Peterchen versprechen, dem Sumsemann zu helfen.
Sobald er mit Jubeln fertig ist, fällt ihm ein, dass sie sofort los müssen, um bis vor Sonnenaufgang wieder zurück sein zu können. Und ihren Einwand, dass sie nicht fliegen können, zerstreut er mit einem Zauberspruch. Als sie alle unisono den Zauberspruch singen, fliegen sie los, zunächst zur Sternwiese.
Sternwiese
Auf der Sternwiese unterrichtet der Sandmann die Sternkinder, so dass sie lernen, „Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen“ zu singen. Er bringt ihnen bei, die Beobachter und Beschützer der Menschenkinder zu sein. Was sie beobachten, wird in das Goldene Buch geschrieben, das der Sandmann verwaltet: das Sündenregister. Dieses holt der Nikolaus einmal im Jahr ab, um entscheiden zu können, welches Kind er belohnen und welches er (oder in manchen Gegenden Knecht Ruprecht) mit seiner Rute bestrafen soll. Und zur Abendstunde muss der Sandmann den Kindern der Welt Zauberschlafsand in die Augen streuen, damit sie einschlafen und träumen können. Doch diesmal haben die Sternkinder das Sandsäckchen stibitzt und versteckt…
Durch sein Fernrohr erspäht der Sandmann drei Flugobjekte: Es sind ein Sumsemann und zwei Menschenkinder. Unerhört! Alle verstecken sich, bis die Sternkinder die Neuankömmlinge überraschen können. Dann erst zeigt sich der gestrenge Sandmann, der dem armen Sumsemann einen gehörigen Schrecken einjagt, als er ihm mit einer Sternrakete droht. Der Sumsemann erklärt denn auch eilig sein Anliegen und sein Vorhaben. Der Sandmann kennt das Schicksal der armen Sumsemänner, aber auch die Bedingungen für die Aufhebung des Banns, der auf ihnen liegt. Erfüllen die zwei Kinder diese Bedingungen, hm?
Das Schloss der Nachtfee
Nach bestandener Prüfung freuen sich die Kinder und ihr Freund, doch der Sandmann mahnt, dass sie einen Plan brauchen, um gegen den Mondmann bestehen zu können. Hoffentlich hat die Nachtfee eine gute Idee dafür, da sie sehr mächtig ist und über die Naturgeister gebietet. Der Sandmann kommt mit einem Säckchen Traumstaub mit und begleitet sie im Schlitten, der vom Großen Bären gezogen wird.
In ihrem Palast flankieren der Abend- und der Morgenstern die Nachtfee auf ihrem Thron. Die Glocke schlägt bereits Mitternacht: Zeit für die Audienz. Zuerst trifft der Donnermann mit lauten Getöse ein. Den beiden Sternen wird fast schlecht ob des Krachs. Und dann kommt auch noch Sturm auf: Die Windliese ist da. Die Blitzhexe verbreitet zu allem Überfluss noch Schwefelgestank, der die Nachtfee zum Husten bringt. Als der Regenfritz und sein Kollege, der coole Eismax, eintreffen, wird es merklich kühler, doch die Sonne wärmt alle zum Glück wieder auf. Alle freuen sich auf das Himmelsfest, doch ein Gast fehlt noch: der Sandmann!
Sie wollen ihn gerade wecken, als er auch schon auf seinem Schlitten eintrifft – mit drei weiteren Gästen. Alle stellen einander vor, und der Sandmann erklärt Sumsemanns Anliegen. Die Nachtfee bittet die Naturgeister um Beistand im Kampf gegen den bösen Mondmann, denn heute sei die Nacht, um den schrecklichen Fluch, der auf den Sumsemännern liegt, endlich aufzuheben. Die Naturgeister erklären ihre Bereitschaft zu helfen, und der Abendstern holt die große Mondkanone hervor: Mit diesem einzigen Mittel, den Erdtrabanten, werden die Kinder auf den Mond geschossen!
Der Kampf mit dem Mondmann
Sie landen in einer Kraterlandschaft, die ebenso unheimlich ist wie der Holzfäller. Auf der Suche nach dem sechsten Bein des Sumsemann sehen sie es an einem Baum hängen. Doch es befindet sich zu hoch oben und steckt in einer Astgabel fest. Als der Mondmann auftaucht, fällt Sumsemann mal wieder vor Angst in Ohnmacht. Die Kinder verhandeln mit dem Holzfäller, doch er stellt sich als Betrüger, Lügner und obendrein als Dieb heraus: Er klaut Annelieses Teddybär! Aber das Beinchen gibt er nicht her.
Da rufen die zwei Kinder die Naturgeister herbei, denn der Mondmann hat es nicht besser verdient. Doch die Naturgeister können nichts gegen den Herrscher des Mondes ausrichten, und die Sonne macht ihn zornig. Da fällt den Kindern eine wunderbare List ein – wozu haben sie denn ein Säckchen Traumsand dabei?
Mein Eindruck
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Die Geschichte illustriert wieder einmal, dass auch große Heldentatetn gelingen können, wenn man überhaupt kein Held ist. Herr Sumsemann ist im Gegenteil der ängstlichste Held der Fantasygeschichte, denn er fällt schon beim geringsten Anzeichen einer Gefahr oder Drohung in Ohnmacht. Die Kinder brauchen jedoch schon ein wenig Mut, um ihm zu helfen. Was sie aber vor allem brauchen, ist der Beistand der Nachtfee und der Naturgeister. Als auch dies nichts gegen den Mondmann fruchtet, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ihren Verstand zu benutzen. War ja auch höchste Zeit!
Was das Märchenstück so lange überdauern läst, wähhrend alle anderen Werke des Autors vergessen sind, dürfte wohl das Personal der Geschichte sein. Den Sandmann kennen wir Deutschen immer noch, denn zumindest in Ostdeutschland kam das Sandmännchen allabend in die Stube der TV-Zuschauer, und im Westen konnte man es noch bis vor ein bis zwei Generationen ebenfalls sehen. Dass der Nikolaus die Guten belohnt und die nicht so Braven bestraft, ist auch heute noch weitverbreiteter Glaube, auch wenn der Ami-Import Santa Claus offenbar nur die Aufgabe hat, Geschenke zu verteilen und sonst nichts. Saures scheint es ausschließlich zu Halloween zu geben. Das war früher mal anders, und in einer Gegend wie Posen in Polen tritt bis heute auch Knecht Ruprecht auf.
Die Verkörperungen der Naturgeister sind einzigartig. Wer hätte schon vom Regenfritz, dem Eismax und der Windliese gehört? Die Blitzhexe hingegen entspringt altem keltischem Glauben, der sich in Lord Dunsanys wundervoller irischer Fantasy „Die Königstochter aus Elfenland“ (1924) wiederfindet. Dort sammelt die Blitzhexe auf der einsamen Heide nach einem Gewitter die Donnerkeile, um sie für ihre Zauber zu verwenden. Der Held Alveric lässt aus dem Himmelseisen (= Meteoreisen) ein Zauberschwert schmieden. Und von Zeus, dem Donnerer, konnten schon die alten Griechen ein Lied singen.
Recht interessant in diesem Pantheon ist auch der Mondmann. Wer hätte schon je davon gehört, dass er sich der Mann im Mond als Waldfrevler und Umweltsünder betätigt? Er hat zwar auch in Tolkiens Kindermärchen „Roverandom“ (1927-1998) keinen besonders guten Ruf, aber hier stellt er sich zudem als Lügner, Betrüger und sogar als Dieb vor. Zum Glück zeigt er sich aber als empfänglich für den Traumstaub des Sandmanns und läst sich so überwältigen. Es geht doch nichts über einen guten, wirkungsvollen Traum.
Dass die Sumsemänner unter einem Fluch leiden, ist ein klassisches Fantasymotiv: Etwas ist falsch in der Welt und muss wieder berichtigt werden, damit das Gute siegt. Dazu braucht man üblicherweise Helden. Leider ist Sumsemann der denkbar ungeeignetste für diese Herkulesaufgabe, und so findet die Geschichte ihren Ausgangspunkt bei zwei guten Menschenkindern. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass es sich lohnt, gut zu sein, wenn dadurch die Welt geheilt werden kann. Leider ist mit dem Gutsein so eine Sache: Nur die Klügsten erkennen, was gut ist, und nur die Mutigsten wagen, für das Gute zu kämpfen. Aber wozu gibt es denn Gefährten? Es müssen ja nicht gleich neun sein wie in Tolkiens „Herr der Ringe“ – ein halbes Dutzend Naturgeister reichen vielleicht schon.
Das Booklet
Das Beiheft ist ein einfacher, vierseitiger Einleger, auf dessen Außenseiter das Titelbild und die Credits abgedruckt sind, und dessen Innenseiten Werbung für die komplette 20-teilige Anne-Hörspielreihe machen. Dies wird im Frühjahr 2010 mit „Anne in Four Winds“ abgeschlossen. Wer das Titelbild, das Firuz Akin malte, ganz genau anschaut, der wird entdecken, dass der Maikäfer Sumsemann, der es sich Herrn Sandmanns Schoß bequem gemacht hat, tatsächlich nur fünf Beine aufweist.
Die Sprecher/Die Inszenierung
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Da es sich um eine recht dramatische Handlung dreht, deklamieren fast alle Sprecher entsprechend wie auf einer Theaterbühne. Das gilt besonders für die „Erwachsenen“, also sämtliche Naturgeister. Sie lachen auch mal irre, wie etwa die Blitzhexe, oder drohen böse, wie etwa der Sandmann. Der Eismax hingegen ist recht leutselig und scheint ein netter Kerl zu sein. Die anderen, wie etwa der Donnermax oder die Sturmliese, spielen sich regelrecht auf. Kein Wunder, dass die Nachtfee und ihre zwei Begleitsterne nicht sonderlich angetan von ihnen sind. Die Erwachsenen kommentieren einander also selbst. Das ist wichtig für ihre Bewertung.
Dieses theatralische Auftreten steht in Kontrast zu den Sprechweisen der Kinder, Sternkinder und Sumsemann. Der Maikäfer ist zwar auch ein „Erwachsener“, aber so ängstlich, dass er schon wieder kindlich erscheint. Und die Sternkinder haben die Lizenz, sich entsprechend kindlich zu benehmen , indem sie beispielsweise den Staubsack des Sandmanns verstecken und ständig kichern.
Lieder und Gedichte und Reime spielen eine wichtige Rolle im Text. So verhilft etwa erst ein Zauberspruch den beiden Kindern zum Fliegen. Auch die Naturgeister reimen hin und wieder, so etwa die Blitzhexe. Auf diese Weise betonen sie ihre Nähe zum alten Naturglauben, der sich noch versteckt in den Urfassungen – also nicht in der verwässerten und zensierten Kinderbüchern des 19. Jahrhunderts – der Grimmschen Märchen findet. Die Walpurgisnacht ist ein blasser Abglanz von diesem alten Naturgeisterglauben, und Goethe konnte sie noch für seinen „Faust“ verarbeiten (obwohl sie in manchen Ausgaben unterdrückt wird).
Geräusche
Dass die Naturgeister sich hauptsächlich durch die Geräusche der Naturerscheinungen bemerkbar machen müssen, versteht sich von selbst. Deshalb grollt der Donner, krachen die Blitze, braust der Sturm, plätschert der Regen und heult der Eiswind des Eismax. Sie tun dies nicht bloß einmal, um ihren Auftritt eindrucksvoll zu gestalten, sondern noch ein zweites Mal, um den Mondmann zu beeindrucken (mit dem bekannten Nulleffekt). Manche Naturgeister wie die Sonne kann jedoch nur die Musik evozieren. Glocken verraten dem jungen Hörer, dass die Zeit wie im Fluge vergeht und schließlich knapp wird.
Musik
Die Musik ist neben den Geräuschen und Dialogen das dritte unentbehrliche Element, um das Stück zum Leben zu erwecken. Denn wie sonst könnte man die Sonne, den Sandmann und all die dramatischen Situationen verdeutlichen, wenn nicht durch entsprechende musikalische Untermalung? Die Sonne geht mit majestätischen Kadenzen auf, Bläser kommentieren das aufbrausende Wesen des Donnermanns.
Romantische Rhythmen malen die verzauberte Atmosphäre des magischen Palastes der Nachtfee, und ein Tänzchen hin und wieder verdeutlicht, dass es Grund zum Fröhlichsein gibt. Das Intro und den Ausklang bestreiten ebenfalls Musikstücke, die heitere und romantische Melodien erklingen lassen.
Die Musik entführt den jungen Zuhörer – man kann das Stück bereits ab vier oder fünf Jahren empfehlen – in eine magische Welt.
Unterm Strich
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Wie ein Vergleich mit den Kapiteln der Urfassung ergibt, fehlen dieser Vertonung der Bühnenfassung drei Kapitel: Der Ritt auf dem großen Bären; Die Weihnachtswiese; Das Osternest. Das macht aber nichts, denn diese Kapitel tragen wenig zur spannenden Handlung bei, die auf dem Mond endlich ihr Finale erreichen soll. Bestimmt sind alle kleinen Zuhörer schon darauf gespannt, ob es den Kindern gelingt, der Geschichte eine Wendung zum Guten zu geben. Es ist eine Geschichte über die Hilfe von Freunden, um einen Missstand zu beheben, der hier als Fluch präsentiert wird. Ein Mangel wird behoben und ein Unrecht beendet.
Das Hörspiel
Einem Erwachsenen wäre die Darbietung der Dialoge und der meisten Figuren wohl zu theatralisch und übertrieben. Jedenfalls hat dies nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Das soll es aber auch gar nicht, sondern den Kindern eine Fantasy von Anfang bis Ende bieten. Es ist von vornherein nicht sicher, ob die Geschichte nicht bloß von Peterchen und Anneliese geträumt wird. Der Schluss dieser Fassung zeigt die Kinder als Gäste beim großen Himmelsfest, wo man sie hochleben lässt. Der Traum hat also kein Ende, wie das so oft vorkommt. Vielleicht wurde hier aber auch einfach heftig gekürzt.
Die Geräuschkulisse ist ebenso eindrucksvoll wie die musikalische Untermalung vieler Szenen. In den Pausen signalisiert die Musik einen Übergang zu einer anderen Szene, und am Anfang und Ende rahmt die Musik die Geschichte entsprechend ein. Dabei beeinträchtigen Geräusche und Musik aber nie die Dialoge, die dadurch stets verständlich bleiben.
Ich selbst fand das Hörspiel zwar sehr gelungen, aber unheimlich lang geraten. Es hätte sich angeboten, das Stück auf zwei Hälften zu verteilen. Nach der Szene im Palast der Nachtfee hätte man dann natürlich eine Zäsur gehabt und die die zweite Hälfte mit dem Finale länger machen müssen. Allerdings zöge eine Verteilung auf zwei CDs auch einen höheren preis nach sich, und dies wollte der hersteller offenbar nicht riskieren. Wir wünschen uns daher eine Special Extended Version mit dem Director’s Cut!
Fazit: vier von fünf Sternen.
Hinweis: Im März 2010 erscheint die Hörspielfassung von „Alice im Wunderland“.
XXLALF, 30.12.2009
super bericht. peterchens mondfahrt habe ich meinen kindern als gutenachtgeschichte vorgelesen. aber wenn ich mal dieses hörbuch zwischen die finger bekomme, muss ich mir diese zauberhafte geschichte mal anhören. denn ich finde gerade solch legendären geschichten sind nicht altersgebunden. bw und ganz liebe grüße
Wuschel11, 30.12.2009
bald knallts ..................das Neue Jahr ist da.
Freude in des Menschen Herzen
nur das Tier leidet große Schmerzen
Darum denke auch an die Geschöpfe
geht das rein in alle Köpfe
Spende lieber dieses Geld
dann bist du ein wahrer Umwelt Held
Wünsche dir ein gesundes und erfolgreiches Jahr. lg
senora, 30.12.2009
Wenn das alte Jahr erfolgreich war, dann freu dich auf das Neue.
Und war es schlecht ja dann .... dann erst recht! Guten Rutsch!!!
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Winterzeit – Kuschelzeit
ein Testbericht von senora2010-11-21 10:09:15vom 21.11.2010Empfehlung: ja
Vorteile: die Geschichte, die wunderbare Stimme, tolle Tonqualität...Nachteile/Kritik: nichts
Winterzeit – Kuschelzeit. Meine kleine Vanessa ist ein Kind, das sich überwiegend draußen aufhält und das bei Wind und Wetter. Wenn sie dann endlich reinkommt ist sie fast durchgefroren. Dann sehen wir zu, dass wir sie mit einem heißen Tee und einer warmen Decke schnell wieder „Auftauen“. Nur stillsitzen mag sie dann nicht. So kam ich auf die Idee mal ein Hörbuch auf CD zu kaufen.
Wie der Zufall es wollte entdeckte ich gleich einen Tag später in einem Billig-Shop „Peterchens Mondfahrt“ als Hörbuch für 1 Euro. Klar, das war ein Zeichen, dieses Hörbuch sollte es sein.
Peterchens Mondfahrt
° Autor Gerd von Bassewitz
° Sprecher: Ulrike Möckel
°Spieldauer: 157,38 Min.
• Audio CD
• Verlag: Argon Verlag GmbH (März 2006)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 387024089X
• ISBN-13: 978-3870240899
• Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 5 Jahre
Der Autor
Gerdt Bernhard von Bassewitz-Hohenluckow (* 4. Januar 1878 in Allewind, Baden-Württemberg; † 6. Februar 1923 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk ist Peterchens Mondfahrt, das am 7. Dezember 1912 im Stadttheater Leipzig mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. An einem Februartag des Jahres 1923 las er aus diesem Werk in der Villa Siemens am Wannsee, dann verließ er eilig die Veranstaltung und tötete sich selbst. Sein Schaffen umfasst mehrere Dramen, dennoch blieb er zu seinen Lebzeiten weitgehend unbekannt..
Die Sprecherin
Die Stimme von Ulrike Möckel wird einigen vielleicht bekannt vorkommen. Ja, richtig. Sie ist die deutsche Stimme von Meg Ryan. Als Schauspielerin war Ulrike Möckel selbst in 2 Filmen zu sehen: 1984 in Schakaladu und 1988 in Das Rattennest.
Sie ist 1956 geboren und besuchte die staatliche Hochschule für Musik & Theater in Hannover. Neben ihrer Tätigkeit als Synchron- und Hörbuchsprecherin spielt sie am Theater und beim Film.
Der Klappentext
Eines Nachts finden Peterchen und seine Schwester Anneliese einen unglücklichen Maikäfer in ihrem Zimmer. Er ist auf der Suche nach zwei Menschenkindern, die bereit sind, ihn auf den Mond zu begleiten, um sein verlorenes sechstes Beinchen wiederzubekommen. Peterchen und seine Schwester begeben sich mit dem Käfer auf eine abenteuerliche und phantastische Reise durch die Nacht.
Die Geschichte
Der Maikäfer Sumsemann, er war verheiratet, hat seine Frau verloren. Ein Huhn hatte sie gefressen. Aus Trauer hat er seine Beine schwarz färben lassen. Das machen Maikäferwitwer so. Nun war er ganz allein. Er war der letzte Malkäfer aus der Familie Sumsemann, die eine lange Geschichte hat.
Seinem Ur-Ahnen wurde vor vielen Jahren von einem Holzfäller beim Fällen seines Birkenbaumes, ein Bein abgehackt. Vor Schmerz und Entsetzen wurde der Ur-Ur Ur-Großvater Ohnmächtig. Ein heller Schein erweckte ihn wieder. Die Fee der Nacht stand vor ihm. Sie hatte alles gesehen und den Holzdieb mit dem abgeschlagenen Holz auf den höchsten Berg auf den Mond verbannt.
Der Großvater war entsetzt, denn sein Beinchen war noch auf dem Holz und der Mond ist auch für einen Maikäfer zu weit weg. Die Fee konnte die Verbannung nicht aufheben, doch sie versprach, dass er oder seine Nachkommen, das Bein zurückholen können, wenn zwei Kinder gefunden werden, die noch nie ein Tier gequält haben. Sie würden auf
den Mond fliegen dürfen. Das hatte ihn ein wenig beruhigt. Doch alle Nachkommen wurden auch mit nur 5 Beinen geboren.
Doch sobald sie in die Nähe der Menschen kamen, um die Kinder um Hilfe zu bitten, wurden sie vom Dienstpersonal, den Eltern und auch manchmal von den Kindern erschlagen. So kam die Familie Sumsemann in der Tierwelt zwar zu Ruhm, wurde aber auch langsam ausgerottet. Und so kam es, dass Herr Sumsemann der letzte Maikäfer der Familie war.
Herr Sumsemann war ein vorsichtiger Mann, der gern Musik spielte. Er besaß eine wunderschöne Geige. Er dachte gar nicht daran, sich in Gefahr zu begeben. Mutig war er nur, wenn er seinen Maiglöckchenlikör getrunken hatte. So kam es, dass er im Schlafzimmer von Peterchen und Anneliese landete. Angst packte ihn, als Peterchen nach ihm suchte, denn er hatte ihn bemerkt. Zum Glück kam Peterchens Mutti. Sie sang den Kindern das Maikäferlied mit seiner Familiengeschichte vor. Dies machte Herrn Sumsemann Mut. Erspielte ein Lied.
Die Kinder waren begeistert. Und so fragten sie ihn aus, denn sie sahen sofort, dass Herr Sumsemann nur 5 Beine hatte. Der erzählte nun seine traurige Geschichte. Die Kinder wollten gern helfen, doch wie sollten sie auf den Mond kommen. Mit einem Lied wollte Herr Sumsemann es ihnen beibringen. Und tatsächlich die Kinder hoben ab und flogen im Zimmer. Nun also konnte das Abenteuer beginnen. Schnell wurden ein Püppchen und ein Hampelmann eingepackt, zusammen mit ein paar Äpfeln. Und los ging es. Ein großes Abenteuer begann.
Mehr möchte ich nicht verraten.
Unsere Erfahrungen mit dem Hörbuch
Ich muss gestehen, dass es auch mein erstes Hörbuch war und dass ich mich an die Geschichte kaum noch erinnern konnte. Und so freute auch ich mich auf die nächsten Abende. Und sie waren wirklich schön, spannend und gemütlich.
Nachdem ich die Spiellänge der 2 CDs gelesen hatte, war mir klar, dass wir die Geschichte nicht in einem Rutsch hören konnten. Über 2 ½ Stunden wären auch mir zuviel. Da kam es ganz gut, dass die CDs in 12 Kapitel eingeteilt sind. So hatte ich mir vorgenommen 2 Kapitel täglich mit der Kleinen zu hören. Das gab uns noch die Zeit, über das gehörte zu reden und Vanessa wurde nicht überfordert.
Aber noch wusste ich ja gar nicht, ob ihr die Geschichte und die Art des Erzählens gefallen wird. Ich hatte da meine Bedenken. Hörspiele kannten wir ja. Da waren viele Stimmen, Geräusche und Musik. Alle waren sehr lebhaft. Aber eine Geschichte, und dann auch noch so eine lange, vorgelesen von einer Person, konnte das reizvoll sein? Mir fielen die Kinderlieder zum Buch ein und die vielen Figuren. Konnte eine einzige Stimme ihnen genug Ausdruck geben, dass Formen in der Fantasie der Kinder annahmen. Ist eine Frauenstimme wirklich optimal für diese Geschichte? Ich musste einfach abwarten.
Ja, sie kann.
Natürlich haben wir es uns jedes Mal, vor dem Hören, gemütlich gemacht. So auch am ersten. Wir beide waren richtig gespannt. Ohne viel Worte beginnt auch gleich die Geschichte. Die Stimme von Ulrike Möckel war mir sofort sehr sympathisch. Sie hat eine angenehme, ruhige Tonlage. Ohne viel Rumgezappel konnte Vanessa sich dieser Stimme hingeben und ließ sich sofort in die Geschichte fallen. An ihrer Mimik konnte ich erkennen, dass sie zuhörte und alles verstand. Auch ihre wachsende Neugier war erkennbar.
Aber auch ich wurde, wie ein Kind, in ihren Bann gezogen. Ich war überrascht und gleichzeitig erfreut, wie facettenreich Frau Möckel erzählen konnte. Je nach Situation war ihre Stimme frisch und hell oder markant und seriös. Für jede Situation und Figur trifft sie den richtigen Ton. Das macht die Geschichte herrlich lebendig.
Niemals spricht sie zu schnell oder unverständlich. Sinnvolle, kleine Pausen geben den Kindern kurz die Zeit, alles richtig zu erfassen. Die Liedertexte prägen sich schnell bei den Kindern ein. Allerdings bat Vanessa da auch häufiger um Wiederholung. --- Schön sind auch die ruhigen Momente in der Geschichte. Diese bringt die Sprecherin sanft und warm rüber und bringt damit einen kleinen Glanz in die Kinderaugen.
Auch wenn wir 6 Tage gebraucht haben um ins die komplette Geschichte anzuhören, war sie uns viel zu schnell zu Ende. Wir hätten dieser Stimme und der Geschichte noch lange folgen mögen. Aber diese war ja sooo schön, dass Vanessa und manchmal auch ich, sie zum dritten Mal hört.
Ich bin wirklich begeistert. Was mir kaum möglich ist hat Ulrike Möckel mit ihrer tollen Geschichte und Stimme geschafft. Vanessa kommt am Abend herrlich zur Ruhe. Zwar schnattert sie danach noch ein wenig, denn sie hört jedes Mal wieder etwas Neues zwischen den Zeilen, aber sie akzeptiert die Zeit als Bettvorbereitung und widersetzt sich kaum noch , wenn es ums schlafen geht. Uns ich genieße das Kuscheln während dieser Zeit.
Meine Meinung zur Geschichte
Ich freue mich, dass ich durch Zufall wieder auf diese Geschichte gestoßen bin. Auch wenn sie fast 100 Jahre alt ist, hat sie nichts an Liebenswürdigkeit und Spannung verloren. Die Sprache und Auswahl der Worte passt immer noch in unsere Zeit. Und die Geschichte begeistert noch immer. Sie lässt Kinderherzen immer noch höher schlagen.
Sie ist spannend und lehrreich zugleich. Sanft aber bestimmt, weißt sie auf mehr Respekt für die Natur hin. Und dazu gehören auch Insekten. Und ähnlich wie bei Peter Pan bekommen die Kinder Zutritt in eine andere Welt und einer großen Aufgabe. Stärken, Ängste und Schwächen werden verdeutlich und gemeistert.
Die wunderbaren Wesen verzaubern wohl jedes Kind. Angefangen bei dem ängstlichen Herrn Sumsemann begegnen ihnen sonderbare und zauberhafte Figuren. Aber auch Bekannte wie der Sandmann begegnen den Kindern auf ihrer großen Fahrt.
Meine Empfehlung
Ich empfehle jeder Mutti und jeden Vati, diese zeitlose, aber wunderschöne Geschichte auf irgendeine Art Nahe zu bringen. Für mich ist die Möglichkeit mit dem Hörbuch ideal. Nicht, dass ich nicht vorlesen mag. Doch mir ist aufgefallen, dass Vanessa dieser schönen, aber fremden Stimme konzentrierter zuhörte und ihre Fragen für später aufbewahrte. Das zeigte mir, wir gut die Konzentration geübt wurde.
In wie langen Schritten man die Geschichte hört, ist natürlich vom Alter und der Konzentration des Kindes abhängig. Doch wichtig ist es, sich danach immer ein wenig Zeit zu nehmen, um gemeinsam über das Gehörte zu reden. Ich fand es teilweise witzig, was da an Fragen kommt.
Ich vergebe 5 Sterne wobei die Verteilung auf die Geschichte und der Sprecherin gleich groß und lobenswert sind.
Buchausschnitt
Ich kann zwar keine Hörprobe bieten. Doch die Geschichte wird ja Buchgetreu vorgetragen und so kann ich mit einer kleinen Leseprobe dienen. Sie gibt einen kleinen Eindruck auf den Sprachstil-
Da erschrak die Fee.
»Ach«, sagte sie, »das tut mir sehr leid; es ist wohl an der Birke hängen geblieben und nun mit auf den Mond gekommen.«
»Oh, oh, mein Beinchen, mein kleines sechstes Beinchen!« schrie der arme Urgroßvater Sumsemann, und seine kleine Frau weinte schrecklich. Sie wusste, dass nun alle ihre Kinder nur fünf Beinchen haben würden statt sechs, denn es vererbt sich. Und das war schlimm. Als aber die Fee den großen Jammer sah, hatte sie Mitleid mit den Käfertierchen und sagte: »Ein Mensch ist zwar sehr viel mehr als ein Maikäfer, und deshalb kann ich die Strafe für den bösen Mann nicht aufheben; aber ich will erlauben, dass gute Menschen, wenn ihr sie findet, euch das Beinchen wiedergewinnen können. Wenn ihr zwei Kinder findet, die niemals ein Tierchen quälten, dann dürft ihr auf den Mond mit ihnen und das Beinchen wiederholen.«
Da waren die beiden etwas getröstet und flogen heim und trockneten ihre Tränen.
Diese Geschichte hatte sich bald unter allen Käfern herumgesprochen; alle Mücken, Grillen und Ameisen wussten es, sogar die Libellen und Schmetterlinge hatten davon gehört. Die Familie der Sumsemanns war berühmt geworden. Sie galt auf allen Wiesen und in allen Bäumen für ein sehr vornehmes Geschlecht.
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ein Testbericht von Miss_Piper2009-12-07 12:09:08vom 07.12.2009Empfehlung: ja
Vorteile: Spannung, lehrreich, sehr gute Sprecher, humorvoll...Nachteile/Kritik: Zwei Sprecher nicht ganz so toll, Lösung etwas vorhersehbar
Zur Gliederung des Berichts:
1) Produktinfos
2) Der Autor
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit
6) Sprechernamen
1) Produktinfos:
Das Hörspiel erschien 2009 bei Titania Medien (Lübbe Audio) und besitzt eine Länge von 86 Minuten. Die CD kostet etwa 9 Euro.
ISBN: 9783785741450
2) Der Autor:
Gerdt von Bassewitz wurde 1878 geboren und starb 1923 durch Selbstmord. Er enstammte einer adeligen Familie und dienste zunächst als Leutnant der preußischen Landwehr, arbeitete dann als Lehrer und als Direktionsassistent am Kölner Stadttheater, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. "Peterchens Mondfahrt" ist sein berühmtestes Werk.
3) Inhalt:
Die kleinen Geschwister Peter und Anneliese
sollten eigentlich längst schlafen, als sie ein seltsames Geräusch in ihrem Zimmer hören, das wie ein Schluchzen klingt. Sie finden einen außergewöhnlich großen Maikäfer, der auf den Rücken gefallen ist und nicht mehr alleine aufstehen kann. Als sie ihm helfen, erzählt er ihnen seine Geschichte: Herr Sumsemann ist der letzte Vertreter seiner Familie und wie alle Vorfahren der vergangenene Jahrhunderte fehlt auch ihm das sechste Bein, das seinerzeit versehentlich von der Nachtfee auf den Mond gezaubert wurde, als sie den bösen Holzfäller dorthin schickte, der für den Verlust des Beinchens verantwortlich war.
Um das Beinchen wieder zu bekommen muss der Maikäfer zwei Kinder finden, die noch nie ein Tier gequält haben und die mit ihm auf den Mond fliegen. In Vollmondnächten wie dieser kann er deshalb sprechen, wird viel größer und kann Kindern das Fliegen beibringen. Peterchen und Anneliese sind sofort bereit, dem lieben Herrn Sumsemann zu helfen und fliegen los in Richtung Mond.
Unterwegs machen sie Rast beim Sandmann auf der Sternenwiese, der die kleinen Sterne unterrichtet. Auch er kennt die Geschichte des Maikäfers und erzählt ihnen, dass die Nachtfee heute ein Fest in ihrem Schloss gibt, zu dem alle Naturgeister eingeladen sind. Natürlich sind die Naturgeister gerne bereit, den Kindern und dem Maikäfer zu helfen - doch der Kampf gegen den bösen Mondmann ist gefährlich ...
4) Bewertung:
Gerdt von Bassewitzens Märchen, das im Jahr 1912 uraufgeführt wurde, ist einer der großen Klassiker der Kinderliteratur und hat schon mehrere Film- und Hörspieladaptionen erfahren, zuletzt diese Umsetzung hier von Titania Medien als vierte Folge ihrer Reihe mit Kinder- und Jugendklassikern und das mit der üblichen Auswahl an hochklassigen Sprechern.
~ Kindgerechte Spannung ~
Ein nächtlicher Flug zum Mond ist ein aufregendes Abenteuer, das Kinder garantiert in den Bann zieht. Natürlich ist die Handlung auch etwas lehrreich, denn sie appelliert daran, sich wie Peter und Anneliese gut zu Tieren zu verhalten. Seit Generationen suchen die Sumsemanns nach zwei Kindern, die nie einem Tier ein Leid zugefügt haben und es spricht für sich, dass erst jetzt, nach so vielen Jahren, so jemand gefunden wird. Das Märchen entführt seine Hörer in die Welt der Naturgeister, die allesamt sehr sympathisch geschildert werden: Da ist beispielsweise die geheimnisvolle Nachtfee, die wirbelnde Windliese, die temperamentvolle Blitzhexe und der herzliche Donnermann, eine bunte Mischung verschiedenster Charaktere, die den Kindern und dem Maikäfer alle beistehen. Sie haben zwar gewisse Kräfte, doch der Mondmann ist ein unliebsamer Geselle, der sich nicht einfach ausschalten lässt. Angst bekommen Kinder beim Hören sicher nicht, aber ein wohliger Schauer dürfte den Jüngsten über den Rücken laufen - immer mit der Gewissheit, dass das Abenteuer letztlich gut ausgehen wird.
Zu lachen gibt es auch einiges. Das liegt zu einem großen Teil an Herrn Sumsemann, der nicht ganz so mutig wie die beiden Kinder geraten ist. Ein bisschen tollpatschig ist er auch und so kommt es, dass er unelegant auf dem Rücken liegend vor sich hinzappelt, als Peter und Anneliese ihn kennenlernen. Der Besuch beim Sandmann auf der Sternenwiese ist für ihn erstmal mit großen Schrecken verbunden. Der Sandmann ahnt zunächst nicht, wer seine Besucher sind, erschreckt sie und stellt sie streng zu Rede. Für den armen Herrn Sumsemann ist das zuviel und er fällt sofort in Ohnmacht und die Geschwister lesen dem zerknirschten Sandmann die Leviten, was ihm denn einfalle, den Maikäfer so zu erschrecken. Sehr amüsant geht es auch auf dem Fest der Nachtfee zu. Der Donnermann ist noch so in seinem Element, dass er fröhlich vor sich hinpoltert und erst nicht merkt, dass die anderen Gäste den Lärm nicht so erbaulich finden. Noch schlimmer die Blitzhexe, die bei ihrer Ankunft großzügig ihr geliebtes Schwefelparfüm versprüht, das bei allen anderen Anwesenden Übelkeit hervorruft.
Obwohl die Geschichte mit fast 90 Minuten für ein Hörspiel sehr umfangreich ist, wird die Handlung ein wenig gekürzt und verändert, was vor allem den weihnachtlichen Bezug betrifft. Alle Änderungen und Kürzungen wurden aber behutsam vorgenommen und stören auch dann nicht, wenn man die Vorlage gut kennt. Umso schöner ist bei allen Änderungen, dass einzelne Reimverse der Naturgeister aus der Vorlage übernommen wurden.
~ Sehr gute Sprecher ~
Fast alle Sprecher holen aus ihrer Rolle das Optimum heraus. Besonders markant ist Monica Bielenstein, die mit schriller Stimme und einem immer wieder eingeflochtenen "Sirrrrrrr" sehr überzeugend die kichernde Blitzhexe gibt. Auch Philine Peters-Arnolds verleiht der Windliese den passenden stürmischen Charakter und hängt immer wieder ein "Hui huuuii, sumsiselsei!" an. Uli Krohm wiederum spricht sehr herzlich den polternden Donnermann, der zwar etwas laut daherkommt, aber ein herzensguter Geselle und natürlich mit der Blitzhexe verheiratet ist. Katja Nottke spricht die geheimnisvolle Nachtfee mit einer gedämpften Stimme, fast flüsternd, wie es sich für eine Herrscherin gehört. Hasso Zorn spricht den bösen Mondmann angemessen schaurig mit sehr rauer Stimme und der leider kürzlich verstorbene Engelbert von Nordhausen ist ein väterlich-sympathischer Sandmann, der ein bisschen was von einem Nikolaus hat, als er in seinem großen Buch nachschaut, ob Peter und Anneliese wirklich immer gut zu Tieren gewesen sind. Eine lustige Figur ist der übermütige Regenfritz, den Uwe Büschken spricht und ein Highlight wie immer ist Michael-Caine-Synchronsprecher Jürgen Thormann als Eismax. Herrlich ist natürlich auch Axel Malzacher als mal ängstlicher und mal aufgeregter Herr Sumsemann, der diesen Charakter sehr liebenswert verkörpert.
~ Kaum Schwächen ~
Ein bisschen vorhersehbar ist die Methode, mit der der Mondmann am Ende von den Geschwistern besiegt wird. Den Hinweis gibt es schon recht früh im Hörspiel und auch Kinder dürften an dieser Stelle schon ahnen, dass diese Stelle später beim großen Kampf noch eine Rolle spielt. Andererseits ist es etwas unlogisch, dass diese Idee den Geschwistern nicht schon gleich bei der ersten Begegnung mit dem Mondmann kommt und erst die Naturgeister ihr Glück versuchen. Ein bisschen blass bleibt im Vergleich zu den anderen Sprechern Astrid Bless als recht ausdruckslose Sonne, wenngleich sie wenig Text hat - und ausgerechnet Hauptsprecher Albert Werner als Peterchen spricht an manchen Stellen ein bisschen zu emotionslos, etwa wenn er dem Sandmann und dem Mondmann wütend widerspricht. Schade ist zudem, dass im Booklet im Gegensatz zu den meisten anderen Hörspielen von Titania Medien keine Trackliste aufgeführt ist und Informationen über die dezenten Musikeinlagen fehlen, auch Angaben über den Autor vermisst man. .
5) Fazit:
Ein sehr schönes Kinderhörspiel, das sich auch für Erwachsene eignet. Die Geschichte ist märchenhaft, spannend und vermittelt unaufdringlich eine gute Moral. Die Sprecher sind bis auf ganz wenige Ausnahmen hervorragend besetzt und verkörpern ihre Rollen ideal. Die kleinen Schwächen fallen kaum ins Gewicht, sodass Kinder ab dem Vorschul- und Grundschulalter gewiss ihre Freude daran haben werden.
6) Sprechernamen:
Peter: A. Werner
Anneliese: M. Hinze
Herr Sumsemann: A. Malzacher
Sandmann: E. von Nordhausen
Nachtfee: K. Nottke
Blitzhexe: M. Bielenstein
Donnermann: U. Krohm
Windliese: P. Peters-Arnolds
Regenfritz: U. Büschken
Eismax: J. Thormann
Mondmann: H. Zorn
Erzähler: J. Pukaß
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