Francis Bok / Edward Tivan: Flucht aus der Sklaverei
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Testberichte Francis Bok / Edward Tivan: Flucht aus der Sklaverei

 (Taschenbuch)
5.0 von 5
Platz 101 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - F".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
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Francis Bok / Edward Tivan: Flucht aus der Sklaverei Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • ein Plädoyer gegen die Sklaverei, lesenswert, interessant, spannend
Nachteile/Kritik
  • kein
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templerthomas

Sklaverei im Sudan - eine Schande für die ganze Menschheit

ein Testbericht von 2008-02-22 12:25:11 vom 22.02.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Bericht...
Nachteile/Kritik: siehe Bericht
Vorwort
Die Sklaverei ist für mich eine der größten Schandflecke der Menschheitsgeschichte. Die Idee das ein Mensch einen anderen besitzen kann ist für mich zutiefst verabscheuungswürdig.
Wer nun denkt im Jahre 2008 gäbe es keine Sklaverei mehr der kennt den Sudan und Mauretanien nicht. In beiden Staaten gibt es auch im Jahre 2008 noch Sklaverei. Ein Affront gegen alle Menschenrechte. Während Mauretanien die Sklaverei abgeschafft hat, sie als unzivilisierte Vergangenheit bezeichnet und (wenn auch nur halbherzig) bekämpft, bleibt der Sudan ein Hort der Sklaverei. Die Regierung des Sudan gibt zwar nicht zu das es Sklaverei im Sudan gibt, unterstützt den Sklavenhandel aber schon seit 20 Jahren massivst.

Ein Buch welches dieses Verbrechen anklagt ist "Flucht aus der Sklaverei", es bezieht sich auf Vorgänge in den 90er Jahren ist aber noch so aktuell wie damals. Der einzige Unterschied besteht darin das heute die Sklaven aus dem Darfur kommen und nicht mehr wie im Buch beschrieben aus dem Süden.

Daten
Preis: 7,90 Euro
Taschenbuch: 333 Seiten
Verlag: Lübbe
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404615409
ISBN-13: 978-3404615407


Autor

Francis Bok (geboren 1979 im Sudan als Francis Piol Bol Buk) ist ein Angehöriger des Volksstammes der Dinka, einem Volk welches in den 90er Jahren von den Arabern des Nordens versklavt wurde. Im Alter von sieben Jahren wurde er auf einem Markt von arabischen Milizen, den Janjawid gefangengenommen und versklavt. Er ist heute Aktivist der American Anti-Slavery Group (Website dieser Organisation: http://www.iabolish.org/) gegen die Sklaverei.
Man kann ihm über diese Organisation auch ein email schreiben.

Inhalt und eigene Meinung
Das Buch beginnt mit der Beschreibung von Francis Leben als Angehöriger des Volksstammes der Dinka. Francis Vater war durchaus wohlhabend und sein Leben daher gut. Francis Kindheit glücklich und sorgenfrei.
Bis zu seinem siebten Lebensjahr als Francis mit anderen Kindern zum Markt in der nahegelegene Stadt Nyamlell geschickt wird, um Erdnüsse zu verkaufen. Unglücklicherweise passiert an diesem Tag ein Überfall einer arabischen Miliz (Räuber oder Mörderbande würde besser passen) statt, bei dem Dutzende Dinka getötet werden und alle anwesenden Kinder und junge Frauen entführt werden. Schon kurz nach der Entführung beginnen grausamste Verbrechen, einem Mädchen wird ein Bein abgeschlagen, andere werden vergewaltigt. Francis wird von seinem Entführer Giemma Abdullah zu dessen Familie gebracht und denkt zuerst er würde dort von den Kindern der Familie freundlich empfangen. Aber sie schlagen ihn und er muss in einer elenden Hütte übernachten. Er gilt fortan nicht mehr als Mensch sondern als abeed - als Sklave.

Er wird schlechter als das Vieh der Familie behandelt, bekommt verdorbene Nahrung, Prügel, Peitschenhiebe, grobste Drohungen...als ich dies alles gelesen habe wunderte ich mich wie Francis den Mut haben konnte einen Fluchtversuch zu unternehmen. Dazu muss erwähnt werden das Sklaven nach einem Fluchtversuch oftmals ein Arm abgehackt wird.
Zu diesem Kapitel eine

Leseprobe

(Francis hat heimlich arabisch gelernt und spricht seinen "Besitzer" zum ersten Mal in arabisch an)
Ich ging auf Giemma zu, und zum ersten Mal sprach ich mit meinem Herrn in seiner Sprache.
"Wieso, liebt mich niemand?", fragte ich ihn und benutzte das Wort, das ich ihn und Hamid so oft hatte sagen hören - hob. Giemma starte mich an, als hätte eine seiner Ziegen plötzlich gesprochen. "Und warum muss ich bei den Tieren schlafen?", fragte ich weiter. "Wo hast du das gelernt?", brüllte Giemma und schlug mich heftig. Da sagte ich nichts mehr. Giemma hörte auf, starrte mich aber immer noch an. Sein Gesicht war vor Wut rot angelaufen. Dann wandte er sich ab. Ich hatte meine Frage gestellt, und es tat mir gut, dass man mich verstanden hatte - auch wenn Schläge die einzige Antwort waren, die ich bekam. Ich empfand es jedoch als Genugtuung, Giemma verärgert zu haben. Damals war mir das noch nicht klar, aber inzwischen glaube ich, dass dieser Moment deshalb für mich wohltuend gewesen war, weil ich Widerstand demonstriert hatte. Wie bei der Arbeit, wenn ich schummelte, indem ich die Ziegen an einem bestimmten Tag zu so wenig Weideplätzen wie möglich führte. Die Tatsache dass ich Giemma wütend gemacht hatte, war ein Akt der Rebellion - ein kleiner natürlich nur, aber deshalb doch nicht weniger befriedigend. ... Erst am Abend des nächsten Tages, als ich dei Tiere gerade in den Pferch getrieben hatte, kam Giemma auf mich zu.
"Ich lasse dich bei den Tieren schlafen", verkündete mir Giemma, "weil du ein Tier bist." (Seite 59/60)

10 Jahre verbringt Francis bei Giemma bis ihm die Flucht gelingt, mithilfe eines mitfühlenden Arabers (auch hier zeigt sich nie sind alle Menschen einer Nation schlecht - selbst wenn es die Regierung und die meisten anderen sind).
Dieser Teil des Buches von der Sklaverei bis zur gelungenen Flucht ist sehr spannend, flüssig und extrem eindrücklich beschrieben.
Wer nach der Flucht ein Happy end erwartet wird im Buch von der sudanesischen Realität überrascht. Die Polizei nimmt nicht Giemma fest sondern Francis und erneut kommt er in Sklaverei.
Er hat jedoch sehr viel Glück und, mehr möchte ich über den Mittelteil nicht verraten, kommt sogar als Flüchtling in die USA.
Francis Beschreibung seines Neuanfanges in den USA fällt dann im Vergleich ab, ist jedoch ebenfalls sehr lesenswert und zeigt wie ein Mensch selbst mit den widrigsten Voraussetzungen sein Leben verbessern kann.
Francis Bok beschreibt in diesem Buch sein ganzes Leben - von der glücklichen Kindheit zur grausamen Versklavung über die erfolgreiche Flucht (sonst würde es dieses Buch ja nicht geben) bis zu seinem schweren Anfang in der Freiheit.
Es zeigt eindrücklich wie grausam die Sklaverei im Sudan ist, wie unmenschlich die Lebendsbedingungen der Sklaven und wie verlogen die arabische Regierung im Sudan ist.
Eigentlich unglaublich das es nicht mehr Protest gegen diese Verbrechen gibt.

Francis Bok gehört jetzt einer Anti-Sklaverei Bewegung an und spendet einen Teil des Erlöses dieser Bewegung.
Diese Internetseite ist ebenfalls sehr empfehlenswert
Anti-Sklavereibewegung: http://www.iabolish.org/
Wer also ein spannendes, authentisches Buch lesen möchte ist mit "Flucht aus der Sklaverei" richtig - zudem unterstützt man damit eine gerechte Sache den Kampf gegen das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit - die Sklaverei.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
Lukrezia123
Lukrezia123, 25.03.2008
Ich halte es für wichtig, dass solche Themen auch in der Belletristik angesprochen werden. Mir kommt heute noch die Galle hoch, als vor einigen Jahren der Genozid in Darfur im Sudanbekannt wurde und die ganzen 90er Jahre hindurch hat die Welt das ignoriert
frankensteins
frankensteins, 03.05.2008
und wo ist da die Politik, wo die Menschen die dagegen protestieren, die UNO, wo sind die alle. Schlimm, schlimm und das im 21en Jahrhundert. lg
kengi
kengi, 29.02.2008
Grausam. Diese Menschen haben ja nicht das geringste Mitgefühl. sh
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Flucht aus der Sklaverei: Francis, sieben Jahre alt, Sklave.
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salseranatter

Das Leben des Francis Bok

ein Testbericht von 2010-02-28 00:01:32 vom 28.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: ein Plädoyer gegen die Sklaverei, lesenswert, interessant, spannend...
Nachteile/Kritik: kein
wäre eigentlich der bessere Titel für dieses Buch.

Es geht in Flucht aus der Sklaverei nämlich nicht nur um die Flucht des Autors aus der Sklaverei sondern auch um sein Leben nach der Flucht - im Sudan selbst, in Ägypten und letztlich in den USA.

Ich finde alle Teile des Buchs gelungen. Der erste Teil in dem Bok beschreibt wie sein Leben vor der Versklavung war, die Geschichte wie er versklavt wurde (mit 7 Jahren) und sein Leben als Sklave sind jedoch der interessanteste Teil.


Daten:
Taschenbuch: 333 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 2., Aufl. (24. Februar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404615409
ISBN-13: 978-3404615407
Originaltitel: Escape from slavery
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,6 x 2,6 cm
Preis: 7,90 Euro bei meinem Buchhändler no 1 amazon

Autor:
Francis Bok (* Februar 1979 in Südsudan) ist ein ehemaliger Sklave und heute Aktivist gegen die Sklaverei. Sein ursprünglicher Name ist Francis Piol Bol Buk.

Im Alter von sieben Jahren wurde er während eines Überfalls von arabischen Milizen gefangengenommen und nach Nordsudan verschleppt, wo er während zehn Jahren zur Sklavenarbeit gezwungen wurde. Nach seiner Flucht und sieben Monaten im Gefängnis floh er nach Kairo. Er lebt heute in den USA und kämpft in der American Anti-Slavery Group gegen die Sklaverei.
- zitiert nach wikipedia-


Inhalt und eigene Meinung:
Francis Bok lebt ein sorgloses Leben als Sohn eines wohlhabenden Dinka Viehzüchters. Dies ändert sich als er mit 7 Jahren zu einem Markt geschickt wird und dort Araber aus dem Norden des Sudan die Männer töten sowie alle Frauen und Kinder versklaven.
Fortan ist er ein Sklave, ein abeed - was Made, Schwarzer und Sklave heißt- eines grausamen Arabers namens Giemma Abdullah und muss jahrelang dessen Vieh hüten. Bok beschreibt hier die Grausamkeit die im Unrechtsstaat no 1 - dem Sudan - herrscht, die wir im Westen jedoch ignorieren. Diese Sklaverei ist auch im Jahre 2010 im Sudan Alltag. Die Araber holen ihre Sklaven nur nicht mehr aus dem Süden sondern aus dem Westen. Statt schwarzer Christen werden nun schwarze Muslime versklavt. Es hat also nichts mit Religion zu tun sondern ist purer Rassismus.

Es ist vor allem barbarisch wie dieses arabische ... mit einem siebenjährigen Kind spricht.

Leseprobe:
Eines Abends fragte ich Giemma in seiner Sprache: "Warum liebt mich keiner?" Er starrte mich an, als hätte eine seiner Ziegen plötzlich gesprochen. "Und warum muss ich bei den Tieren schlafen?", fragte ich weiter. "Wo hast du das gelernt?", brüllte Giemma. Er schlug mich, dann ging er fort. Zwei Tage später sagte er: "Du willst wissen, warum dich keiner liebt und warum du bei den Tieren schlafen musst? Weil du ein Tier bist."



Francis gelingt die Flucht aber er wird wieder versklavt.
Wie er es - was allein durch die Existenz des Buches klar ist - bis in die USA schafft ist dann auch sehr interessant zu lesen.
Der Autor schreibt immer aus der Ich Perspektive. Das Kapitel in dem Bok seine Entführung beschreibt ist schwer erträglich. Wie damals kleine Dinka Mädchen durch die Araber getötet wurden war für mich kaum zu lesen. Ich musste eine Pause einlegen und konnte die Grausamkeit kaum fassen. Eine Grausamkeit die im Jahre 1986 passierte und schlimmer noch sich jeden Tag im Sudan wiederholt.
Später gibt es weniger spannende Stellen wenn etwa Bok sein Leben in Ägypten beschreibt. Dafür fand ich Boks Blick auf die USA wieder sehr interessant.

Insgesamt ist das Buch aber vor allem ein Plädoyer gegen die Sklaverei und als solches so gelungen dass es jeder lesen sollte.

Fazit: sehr empfehlenswert
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 07.03.2010
ein interessantes Buch und zeigt uns, dass diese Sklaverei unter den Afrikanern seit Jahrhunderten üblich war....grauenhaft. Aber Sklaverei gabs überall, selbst bei uns im europäischen Raum....vor langer Zeit. -
schönen Sonntag noch gell - LG Gisela
fantagirlie
fantagirlie, 28.02.2010

Würde mich freuen, wenn ich eine Antwort erhalten würde. Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag wünsche ich
Polarlicht1960
Polarlicht1960, 28.02.2010
Liebe Grüße und ein schönes WE wünscht Larissa und über einen Besuch freu ich mich immer -.
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