In dem vorgestellten Buch wir eine außergewöhnliche Art beschrieben, wie man mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen kann.
Eines Tages nach dem Aufstehen ist für Alice alles anders als an jedem anderen Morgen. Sie steht auf und freut sich auf den Kaffee, den Jules ihr zu jedem Tagesbeginn kocht. Außergewöhnlicherweise befindet sich ihr geliebter Ehemann nicht in der Küche. Alice sieht ihn im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen.
Als sie zu ihm geht, bemerkt sie plötzlich, dass er gestorben ist. Sie will und kann sich nicht damit abfinden, dass sie jetzt den „normalen“ Gang der Dinge in Bewegung setzen soll und allen berichten muss, dass ihr Mann nicht mehr lebt. Die Vorstellung, dass Alice Jules an ein Bestattungsunternehmen übergeben muss, gefällt ihr überhaupt nicht.
Die weibliche Hauptperson in „Ein Tag mit Herrn Jules“ wünscht sich einen Abschied von ihrem verstorbenen Mann, bei dem sie bestimmen kann, wie er ablaufen soll. Sie möchte das Tempo selbst bestimmen, in dem sie sich damit abfinden muss, dass Nichts mehr so ist, wie es war und dass es auch nie wieder so werden wird.
Die Autorin, Diane Broekhoven, lässt in dem beschriebenen Buch viele Rückblenden der trauernden Witwe einfließen, die dem Leser das Leben des Ehepaars schildern.
Alice rechnet in „Ein Tag mit Herrn Jules“ mit ihrem Ehemann ab, denn das Leben mit ihm war nicht immer leicht und sie sieht jetzt, nach seinem Tod, die letzte Möglichkeit dazu, ihm alles mitzuteilen, was ihr auf der Seele brennt.
Die weibliche Hauptperson schafft es, den Tod von Jules, ihrem Ehemann, einen Tag lang zu verschweigen. Schwierig ist nur, dass der autistische Nachbarjunge vorbeikommt, weil er mit Jules zum Schach spielen verabredet ist. Absagen kann sie diesen Termin nicht, denn das würde die Welt des Jungens total aus dem Gleichgewicht bringen.
David spielt eine wichtige Rolle in dem Prozess, den Alice im Laufe der Handlung durchmacht. Sie weiß, dass der Junge verstanden hat, dass Jules tot ist. Zuerst hat sie Angst, er könnte sie verraten, aber dann werden die beiden zu Komplizen. ….. hat das Gefühl, sie wird verstanden und so arrangieren sich beide mit einer Situation, die für sie beide schwierig ist. David muss auf seinen gewohnten Tagesablauf verzichten und Alice sieht sich gezwungen, von ihrem Ehemann Abschied zu nehmen.
„Ein Tag mit Herrn Jules“ ist ein fantastisches Buch, dass einen ungewöhnlichen Umgang mit dem Tod beschreibt. Der Leser erfährt auch, dass das Leben für das beschriebene Ehepaar nicht immer leicht war und dass es auch Probleme in ihrem Umgang miteinander gab, dennoch sind sie beieinander geblieben.
In dem vorgestellten Buch werden viele Details des Alltags von Alice und Jules beschrieben, die ein Bild von der Ehe zeichnen, welches Vor- und auch Nachteile hat. Dennoch vermittelt das Werk eine Ahnung von der Liebe, die zwischen den beiden Hauptpersonen bestanden haben muss.
Komischerweise geschieht dass, indem man von allen Nachteilen erfährt und indem Alice mit dem verstorbenen Jules abrechnet.
Aber ich denke, gerade das macht „Ein Tag mit Herrn Jules“ zu einem interessanten Buch, welches absolut
lesenswert ist. Wenn man mit dem Lesen begonnen hat, möchte man gar nicht mehr damit aufhören.
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Ein Tag mit Herrn Jules
ein Testbericht von autobus57692009-08-03 00:37:25vom 03.08.2009Empfehlung: ja
Vorteile: x...Nachteile/Kritik: x
Hallöchen zusammen,
das heutige Buch über das ich schreiben möchte ist von Diane Broeckhoven und trägt den Titel: Ein Tag mit Herrn Jules. Dieses Lesewerk erschien im C.H. Beck Verlag als erste Ausgabe im Jahre 2005 mit der Internationale Standardbuchnummer oder International Standard Book Number: 3-406-52975-5. Dieser schmöcker besitzt 96 Seiten, die der Käufer für € 12,90 erhält.
In dem Buch geht es um Alice die an einem Wintermorgen im Morgenmantel das Wohnzimmer betritt. Dort trifft sie ihren Ehemann Jules an, der eigentlich sonst das Frühstück macht. Er sitzt einfach nur so auf der Coach und schaut starr aus dem Fenster. Alice sprecht ihn an, doch ihr Mann reagiert gar nicht. Auch nachdem sie sich neben ihm auf die Coach gesetzt hat, kommt kein Wort aus seinem Mund. Alce versucht es mit Schütteln, doch ihr Mann kann nicht mehr reagieren, er ist tot. Sie begreift, dass sie nun eine Witwe ist, verfällt aber nicht in Panik.
Ihr wißt ja dann, was eigentlich passieren sollte. Der hinterbliebene würde einen Arzt rufen, dieser stellt den Totenschein aus, der Bestatter kommt und es wird alles für die Beerdigung vorbereitet. Doch in dieser Geschichte ist es anders. Alice hält Totenwache und nimmt somit Abschied von ihrem Mann. natürlich steigen ihr dann viele Fragen in den kopf, wie sie ohne Jules leben soll. Aus diesem Grunde nimmt sie sich den Entschluss vor, das niemand von dem Tod erfahren soll, damit sie einen letzten tag zusammen verbringen können.
Dies ist natürlich nicht so einfach, denn um zehn Uhr kommt David der Nachbarjunge um mit Herrn Jules Schach zuspielen. Alice springt ein. Auch soll der Junge über Nacht, da seine Mutter im Krankenhaus operiert wird.
Alice erzählt ihr gemeinsames Leben und der Leser erfährt Geheimnissen aus der Vergangenheit.
Zu einem erfährt der Leser, die Leserin von der Eintönigkeit des Alltags eines gemeinsam alt gewordenen Paares und von den eingeschliffenen Ritualen. es war ziemlich gewöhnungsbedürftig, da Jules ziemlich bestimmend war und alles nach ihm gerichtet werden musste. Sicherlich war auch sehr viel Liebe im Spiel, die den Seitensprung verziehen hat. Der Stil des Büches ist sehr schön und man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. Nach den Jugendbüchern die die Autorin verfasst hat, ist es ein gelungenes Buch für Erwachsene.
ein Testbericht von Thunerin2006-10-15 12:35:59vom 15.10.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Thematik, Umsetzung, Schreibstil, "Langzeitwirkung"...Nachteile/Kritik: Ich kann nichts beanstanden...
Bei meinem letzten Besuch und der Bibliothek und auf der Suche nach neuer Lektüre stieß ich auf das recht dünne Buch "Ein Tag mit Herrn Jules" von Diane Broeckhoven. Gesehen hatte ich das Cover schon häufig in Zeitschriften oder Buchläden. Der Klappentext klang interessant…
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Die Story…
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Jeder Morgen von Alice und Jules - einem älteren Ehepaar - läuft nach dem gleichen Schema ab. Es gehört zu ihrem täglichen Ritual, dass Jules als erster das gemeinsame Bett verlässt, duschen geht, die Zeitung holt, den Frühstückstisch deckt und den Kaffee aufsetzt.
Alice bleibt noch für
etwa eine halbe Stunde im warmen Bett liegen und döst vor sich hin. Erst wenn der Kaffeeduft ins Schlafzimmer kriecht, steht sie auf und beginnt den Tag. Und das jeden Tag…
Doch heute ist alles anders:
Als Alice ins Wohnzimmer kommt, sitzt Jules nicht am Frühstückstisch, sondern auf der Couch. Alice setzt sich dazu und schwatzt mit ihrem Mann - bis sie bemerkt, dass er sich nicht regt und nicht antwortet - Jules ist tot.
Statt in Panik zu verfallen, hektisch ihren Sohn, einen Arzt oder das Bestattungsunternehmen zu informieren - Alice bleibt zunächst ruhig.
Sie hat Jules doch noch so einige Dinge zu sagen und wie soll sie von ihm Abschied nehmen, wenn erst ihr Sohn und der Bestatter hier herumwirbeln und sie mit Fürsorge und Beileid überhäufen!?
Alice beschließt den letzten Tag mit Jules gemeinsam zu verbringen - so wie immer!
Und sie wird ihm endlich alles sagen: dass sie von Anfang an von seiner Affäre mit Olga wusste, dass sie die Durchdrücke eines Briefes an sie auf einer Zeitschrift gefunden hat und dass sie es war, die den gemeinsamen Liebesurlaub (getarnt natürlich als eine Geschäftsreise) verhindert hat, indem sie den Mann von Olga informierte. Und sie spricht über ihre Fehlgeburt kurz nach ihrer Hochzeit - sie hatten nach dem Abgang nie wieder darüber gesprochen… und Jules muss ihr dieses eine Mal zuhören!
An diesem Tag durchbricht sie noch mehr Muster, die auf jahrelang ihren Alltag bestimmt haben: so holt sie statt Jules die morgendliche Zeitung. Er verabscheute immer Leute, die noch im Morgenmantel durchs Haus an den Briefkasten schlichen - noch mit zerzausten Haaren. Genau so wird Alice heute durch das Haus schleichen! Jules hätte das maßlos aufgeregt! Aber der heutige Tag wird nach ihrem Muster ablaufen.
Wie jeden morgen 10 Uhr kommt auch an diesem Tag der autistische David - ein Junge aus dem Haus - zu ihnen nach oben, um mit Herrn Jules für eine halbe Stunde Schach zu spielen. Das gehört zu seinem Muster - Abweichungen machen ihn nervös. Als er bemerkt, dass Herr Jules tot ist, setzt er sich an den kleinen Schachtisch und spielt für Herrn Jules mit - nach einer halben Stunde ist die Partie entschieden - Herr Jules hat gewonnen.
Dann muss Davids Mutter zu ihrer Mutter, die im Schnee ausgerutscht ist und im Krankenhaus liegt. Wegen weiterem Schneefall kann sie nicht zurückfahren - David muss also nicht nur den Tag bei Alice und Jules verbringen, sondern auch die Nacht. Am nächsten morgen steht David in der Küche und macht Kaffee - und langsam kriecht der Kaffeeduft in das Schlafzimmer zu Alice…
Der letzte Tag mit Jules ist vorbei. Alice hat alles gesagt, alle schönen Erinnerungen in sich aufgenommen, Jules ist jetzt ein Teil von ihr. Und draußen fällt weiter leise der Schnee…
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Auszug…
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Sie würde Jules alles sagen können, was sie
fünfzig Jahre lang in sich hineingefressen
hatte. Daß sie ihn haßte und daß sie ihn liebte.
Daß sie manchmal am liebsten weggelaufen
wäre und daß sie froh war, geblieben zu sein.
Daß sie hatte frei sein wollen und sich mit jeder
Faser an ihn gebunden fühlte. Dinge, die
man sich vor dem Hintergrund der Alltagssorgen
nicht sagt.
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Die Autorin
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Die Autorin Diane Broeckhoven wurde 1946 in Antwerpen geboren und lebt heute wieder in ihrer Geburtsstadt - nach 30 Jahren in den Niederlanden.
1967 begann ihre Karriere als Volontärin bei der Zeitung "De Standaard", ab 1971 arbeitete sie als freie Journalistin.
Diane Broeckhoven hat selbst drei Kinder, arbeitete bisher als Kinderbuchautorin, hat mehr als 20 Bücher für Kinder verfasst und wurde mit vielen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. In Deutschland war sie bisher allerdings eher unbekannt. Erst mit "Ein Tag mit Herrn Jules" - ihrem zweiten Roman für Erwachsene - gelang ihr 2005 auch hier der Durchbruch.
Ihre Bücher, ob für Jugendliche oder Erwachsene, beschäftigen sich häufig mit Themen, wie Krankheit, Armut oder Tod. Ihr gelingt es dabei aber diese eher ernsten und traurigen Themen "mit einem Lächeln zu beschreiben".
Ein Gespräch mit der Autorin über das Buch findet ihr im Internet unter:
http://www.lesen-envogue.de/Diane_Broeckho ven_im_Gespraech.610505.html
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Bibliographie
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In Deutschland erschienene Bücher:
Einmal Kind, immer Kind (September 2005)
Ein Tag mit Herrn Jules (Februar 2005)
Tage mit Goldrand (Mai 2002)
Braun ohne Sonne (1997)
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Meine Meinung
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Das Thema "Tod" ist schwierig. Man spricht nicht gern darüber. Und hätte man beispielsweise in der Bild-Zeitung von einer älteren Frau gelesen, die einen letzten Tag mit ihrem bereits verstorbenen Mann auf der Couch verbracht hat, hätte man wahrscheinlich den Kopf geschüttelt.
Diane Broeckhoven gelingt es aber mit viel Wärme, Ironie und einem Lächeln das Abschied nehmen zu thematisieren. Und auch, wenn man die 92 Seiten längst gelesen und das Buch beiseite gelegt hat, denkt man noch immer darüber nach. Was würde ich in dieser Situation machen, wie würde ich reagieren?
Der Schreibstil der Autorin (Übersetzerin: Isabell Hessel) ist klar und schnörkellos. Die Figuren werden nicht weiter umrissen, man weiß z.B. nicht wie Alice aussieht - solche Dinge sind in diesem Buch nicht wichtig. Und doch sind die drei Figuren von Anfang an "da" - sie sind präsent. Die Charaktere und Eigenheiten deutlich verteilt.
Als klar wird, dass Jules tot ist, bricht keine Hektik aus - und das ist typisch für dieses Buch - es bleibt ruhig. Alice kann in Ruhe Abschied nehmen. Als sie beispielsweise die Zeitung im Morgenmantel holt, "rebelliert" sie sogar ein klein wenig - Jules hätte sowas nie geduldet. Sie spricht über Dinge, die in ihrer Ehe totgeschwiegen wurden. An einigen Stellen muss man schmunzeln, andere sind wieder nachdenklich. Mit dieser Mischung gelingt es der Autorin wirklich dieses schwierige Thema in die "Normalität" zu holen.
Da das Buch mit seinen 92 Seiten nicht wirklich umfangreich ist, kann man es leicht an einem Tag lesen - ein Tag mit Alice und Jules.
Ich spreche deshalb eine eindeutige Leseempfehlung für Herrn Jules aus und verteile - ohne Kontra - alle fünf Sterne!
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Produktinformationen
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Ein Tag mit Herrn Jules
Gebundene Ausgabe
Beck Verlag
92 Seiten
ISBN 3 406 52975 5
Februar 2005
Preis: 12,90 Euro
Hörbuch
DAV Der Audio Verlag
2 CDs
ISBN 3 898 13444 X
Juli 2005
Preis: 19,95 Euro
Dieser Bericht ist bereits bei Ciao unter dem Nick Ciao_Steini erschienen......