ein Testbericht von LittleSparko2008-07-01 11:44:08vom 01.07.2008Empfehlung: ja
Vorteile: handlich, Verarbeitung, Abbildungsleistung...Nachteile/Kritik: nix - vielleicht der Preis.....
Stolze zwei Jahre habe ich nach einem Ultraweitwinkel gesabbert. Zwei Jahre, in denen ich gespart, nachgeforscht und Preise verglichen habe.
Zuerst war ich aufs Sigms 10-20 festgelegt, was neu um 470 zu haben ist. Das Tamron 11-18 schnitt in Tests einfach zu schlecht ab, wäre in einer ähnlichen Preisklasse.
Da ich fleissig gespart habe, habe ich mich mutig und tollkühn dazu entschieden, ordentlich was draufzulegen und das beste aller vergleichbaren Testgeräte zu kaufen.
Ich bestellte also beim Händler meines Vertrauens auf Rechnung und wartete gespannt auf den Postboten....
==Canon EF-S 10-22 f/3.5.-4.5 USM==
EF-S ist, anders als EF Anschluss, nur an Modellen der EOS Amateur und Semiprofi-Reihe passend. Also 300d, 350d, 400d, 450d, 10d, 20d, 30d, 40d.
Bedingt ist dies durch die Bauart, das Objektiv ragt weiter in die Kamera hinein und würde damit an den "Großen" Schaden anrichten.
10-22 sind die Millimeter der Brennweite. Es handelt sich hierbei um ein Ultraweitwinkel, es geht also gaaaaaaaaaanz viiiieeeel aufs Bild.
3.5-4.5 is die maximale Blendenöffnung. Bei 10mm kann man bis Blende 3.5 öffnen und bei 22mm noch bis 4.5.
Das Tamron beginnt zb. erst bei 4.5 - also hab ich Licht gewonnen.
USM bedeutet, dass das Objektiv von einem Ultraschallmotor betrieben wird. Damit ist der Fokus sehr schnell und leise.
Das Objektiv wiegt 385g und ist damit ein kleines Leichtgewicht, trotz stolzer 13 Linsen (in 10 Gruppen) im Inneren.
Für 650 Euro inkl Versand kam das kleine Sahnestück zu mir nach hause...
===Verarbeitung und Funktionsweise===
Das Objektiv ist relativ kompakt, glänzt allerdings mit einem stolzen 77er Filterdurchmesser, was bei Nutzung diverser Filter schon ziemlich teuer werden kann. Die Verarbeitung ist erklassig, nichts wackelt, alles stabil und sauber verbaut.
Der Zoom verändert die Länge des Objektivs nicht, ein kleiner "Vorbau" umschliesst das Objektiv auch beim Zoomen. Weiterhin ist auch der Fokus innenliegend, die Frontlinse dreht sich ganz wie bei den großen L's nicht mit und eignet sich daher sehr gut für Verlaufsfilter.
Die Gegenlichtblende ist extra erhältlich - welche meiner Meinung nach bei Weitwinkel eh keinen großen Sinn macht, aber es schützt vorm Anecken. Aber Canon war in dem Punkt schon immer geizig.
24cm Nahgrenze klingt recht viel, ist aber folgendermaßen zu beachten: Die Nahgrenzenangaben rechnen sich ab Sensorebene, diese liegt in der Kamera sehr weit hinten und ist meistens auf der Oberseite durch ein Symbol (Strich durch einen Kreis) gekennzeichnet.
Rechnet man also die Stärke des Bodys plus die 89,8mm Baulänge des Objektives, sind es ab "Nase" nur noch wenige cm, die man Abstand zum Motiv halten muss.
===Anwendungsgebiet===
Auf Kleinbild umgerechnet (Canon Amateur Kameras haben einen Cropfaktor von 1,6 - gegenüber einer normalen Kleinbildkamera muss ich die Brennweite x1,6 nehmen - bekommt man im Vollformat bei 16mm ein Bild drauf, benötige ich also die 10mm, um den gleichen Ausschnitt zu erhalten) hat das Objektiv 16-35mm Brennweite und fällt damit unter Ultraweitwinkel.
Was fotografiert man damit? Das Ultraweitwinkel verzerrt stark, Gebäude erhalten extrem stürzende Linien, dafür bekommt man wesentlich mehr aufs Foto, bei weit weniger Abstand zum Objekt.
In erster Linie will ich genau den Effekt bei Gebäuden haben,
da ich extreme Blickwinkel mag. Zum anderen hat man einfach oft nicht den Platz, weit genug wegzulaufen, ohne störende Elemente im Bild zu haben. Auch nützlich in engen, kleinen Räumen. Stürzende Linien sind ja dank Photoshop heute kein Problem mehr.
Für weite Landschaften ist es natürlich sehr gut geeignet.
===Abbildungsleistung===
Der Mehrpreis hat sich mehr als gelohnt. Die Abbildungsleistung ist großartig. Scharf bis in alle Ecken, einfach nur begeisternd.
Da gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Canon hat hier ganze Arbeit geleistet. Auch die bei UWW generell stattfindenden dunkleren Ecken sind hier schon fast zu vernachlässigen - sehr gute Qualität eben.
===Nachteile===
Ein Ultraweitwinkel ist leider gar nicht für Blitze geeignet - wenn man nicht grade ne Studioblitzanlage hat. Der eingebaute, so wie auch gängige Aufsatzblitze verursachen durch den weiten Winkel Abschattungen im unteren Bildbereich - die Physik kann man leider nicht aushebeln.
===Vorteile===
Natürlich geht mehr aufs Bild, aber es gibt auch noch den Vorteil der großen Tiefenschärfe. Bei 10mm Brennweite ist schon bei offenen Blenden so ziemlich alles von vorn bis hinten scharf.
===FAZIT===
Ich bereue ganz und gar nicht, das Geld drauf gelegt zu haben und gleich "was richtig gutes" gekauft zu haben.
Meine Ausrüstung ist damit im unteren Brennweitenbereich erstmal komplett und ich kann mit vollster Zufriedenheit das Objektiv vorbehaltlos weiterempfehlen.
Bunny84, 25.01.2009
Toller Bericht. Ich wünsche dir einen schönen Sontag. Lieben Gruß sende ich dir aus dem Münsterland
PS: Freue mich über Gegenlesungen.
templerthomas, 10.06.2008
so nochmal was gefunden zum Gegenlesen und noch dazu ein perfekter Produktbericht, lg
giselamaria, 27.08.2008
sehr gut berichtet, dafür von mir ein "bw"
schönen Tag noch gell :-
LG Gisela
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Geile Perspektive
ein Testbericht von mggbf02009-11-01 18:27:20vom 01.11.2009Empfehlung: ja
Vorteile: Tolle Perspektiven
Gute Bildqualität
Preis ok...Nachteile/Kritik: Eigentlich nichts
Ich schreibe meinen Testbericht über das Canon EFS 10-22, das ich seit ca 3 Jahren im Einsatz habe.
1. Warum
2. Voraussetzungen und Preis
3. Technische Daten
4. Objektivdeckel, Gegenlichtblende und Filter
5. Verarbeitung
6. Erfahrungsbericht
== 1. Warum ==
Ich habe mir das EFS 10-22 gekauft, (relativ knapp) nachdem ich mir an der EOS 30D das 24-105L gekauft habe (ein tolles Objektiv, aber für Fotos von Bauwerken völlig unbrauchbar, außer man interessiert sich nur für das jeweils schönste Fenster). Aber auch in anderen Situation (z.B. kleine Räume, aber große Familie bei Feiern oder Fotos, die man auf einem kleinen Segelboot machen will) passiert es mit den 24mm an einer der kleinen Canons (mit Crop Faktor 1.6), dass man gerne zwei weitere Schritte zurück gehen möchte, aber nicht kann. Ich bin ja ein Fan der L's von Canon, und absolut überzeugt, dass sie ihren Mehrpreis wert sind, aber in diesem Bereich gibt es kein L (das kleinste beginnt bei 16mm).
== 2. Voraussetzungen und Preis ==
Das 10-22 funktioniert nur an den "kleinen" Canon Kameras (30D, 40D, 50D, 400D, 450D, 1000D), also allen mit dem so genannten "Crop", dem APS C Sensor. An den 1en und 5en kann man es nicht einsetzen.
Der Straßenpreis beträgt aktuell knapp unter 700 Euro.
== 3. Technische Daten ==
=== Highlights ===
* Superweitwinkel-Zoomobjektiv für alle EOS-Kameras mit EF-S-Anschluss
* Naheinstellgrenze von ca. 24 cm
* Schnelle, leise automatische Scharfeinstellung mit USM
* Super-Spectra-Vergütung
* Kreisrunde Blendenöffnung
== 4. Objektivdeckel, Gegenlichtblende und Filter ==
Ich statte alle meine Objektive prinzipiell mit Gegenlichtblende und UV Filter aus, auch um die Objektive gegen Kratzer zu schützen. Durch die spezielle Bauart können (sollen) hier nur spezielle, jeweils für dieses Objektiv gemachte Anbauteile verwendet werden. Der Winkel, den das Objektiv abbildet, geht so weit nach außen, dass es sonst zu Abschattungen im Bild kommt. Außerdem passt bei Verwendung eines (extra kurzen) Filters der originale Objektivdeckel nicht mehr. Hier habe ich einen Gummi- Objektivdeckel mit dem Filter bekommen, der allerdings nicht wirklich gut hält. Die ideale Lösung kenne ich hier noch nicht, jedenfalls solltet Ihr beim Kauf darauf achten, dass auch alles zusammen passt. Gegenlichtblende ist Canon-typisch extra zu bezahlen :-(
== 5. Verarbeitung ==
Bei der Verarbeitung merkt man, dass es kein „L“ ist (die Gründe meiner Freude an der Canon „L“ Reihe habe ich beim 24-105 aufgezählt). Es knirscht ein bisschen mehr, zumindest das Gefühl bei der Bedienung ist ein bisschen schwammiger, der Autofocus ein bisschen lauter, insgesamt fühlt es sich einfach billiger an. Und obwohl ich es deutlich weniger oft verwende als meine
„L“s, hört man die ersten Sandkörnchen im Getriebe (zumindest ist es vermutlich feinster sardischer Sandstrandsand). Alles in allem ist die Verarbeitung aber ok und dem Preis angemessen.
== 6. Erfahrungsbericht ==
Endlich kann ich über das schreiben, worauf es ankommt: Mit dem Ding zu fotografieren. Der Zoombereich ist einfach nur genial, man muss das ausprobieren, aus welch kurzer Entfernung welche Bildwinkel möglich sind. Ich werde demnächst ein paar Bilder hier einstellen, da ich aber momentan kein wirklich passendes zur Hand habe: der Blickwinkel, den man fotografieren kann, ist wesentlich größer, als man sich das vorstellen kann. Also am besten ausprobieren. Dass die Linse ein bisschen verzerrt, ist klar. Also nicht unbedingt die besten Freunde fotografieren (so man sie behalten will) und Häuser zumindest bei 10mm genau in die Mitte stellen. Sonst fallen sie am Foto um.
Ansonsten: Fokus (USM) schnell, leise und genau. Die geringe Lichtstärke und der fehlende Verwacklungsschutz (IS) sind bei dieser Brennweite kein Problem, da man bei den Entfernungen, die man mit diesem Objektiv fotografiert, auch bei ziemlich wenig Licht nicht verwackelt.
Fazit: Ein Brennweitenbereich, der Bilder möglich macht, die sonst nicht gehen. STRONG BUY. Auch wenn man es dann doch weniger oft einsetzt als ursprünglich erwartet.,
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