der Autor P. Coelho
Paulo Coelho: Elf Minuten
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Testberichte Paulo Coelho: Elf Minuten

 (Taschenbuch)
4.8 von 5
Platz 21 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - E".
Bewertung: Kundenbewertung 4,80 / 5,00 4.8 von 5
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Paulo Coelho: Elf Minuten Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,80 / 5,00 4.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (5/5).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • - sehr einfühlsam erzählt - die Hauptfigur Marie ist ein sehr runder Charakter - romantisch, aber doch realistisch
  • Vielseitigkeit, Tabulosigkeit, wertvolle Erfahrungssvermittlung, herrliche Einfachheit
  • Gut verständlich und nicht anstrengend im Vergleich zu manch anderen Coelho-Buch
Nachteile/Kritik
  • - zuviel Sex
  • in die Länge gezogen, Ende zu "Friede, Freude, Eierkuchen" - mäßig
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naila

Elf Minuten

ein Testbericht von 2008-12-21 22:33:46 vom 21.12.2008
Empfehlung: ja
Hallöchen meine Lieben,

und noch immer widme ich mich nicht irgendwelchen Balea-Produkten Ich habe vor Ewigkeiten ein Buch geschenkt bekommen, was ich, bevor ich es selbst zum ersten mal las, erstmal verliehen habe. Dann hatte ich wieder keine Zeit um zu lesen…aber irgendwann habe ich es geschafft. Jetzt im Nachhinein frage ich mich, wie ich nur so lange warten konnte…..aber, um vielleicht im Sinne Paulo Coelhos zu sprechen: alles zu seiner Zeit!

Und um diesen Paulo Coelho wird es nun auch gehen. Ich habe einige von seinen Büchern gelesen, sie haben mich immer fasziniert. Das war auch meiner Mutter bekannt und so schenke sie mir eines Tages

Elf Minuten.

Thema/Inhalt:
Den Inhalt dieses Buches zu erzählen ist nicht einmal so schwer. Denkt man zumindest am Anfang. Jedoch muss einem klar sein, dass auch hier, wie in jedem der Bücher Coelhos, ein tieferer Sinn steckt. Man kann das Buch als Lektüre lesen, leicht zu verstehen. Dann wird eine einfache Geschichte erzählt. Dieser möchte ich mich zuerst widmen.

Es geht um ein Mädchen namens Maria. Maria wächst in Brasilien auf. Sie ist die Tochter recht armer Leute, die in einem Dorf leben, in dem es normal ist, nicht besonders weit über die eigenen Grenzen hinauszuschauen. Auch wenn man es vielleicht zuerst wollte, muss man doch merken, dass es finanziell nicht möglich ist. Und man begräbt seine Träume. Maria wächst also in einer Umgebung auf, die geprägt ist von Realismus, man muss sich darum kümmern, wie man sich sein tägliches Überleben sichert.
Es wird die Geschichte von einer jungen Frau erzählt, die in diesem Umfeld aufwächst. Wie sie vom Mädchen zur Frau wird. Besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich der Wünsche, Sehnsüchte, auf der Entdeckung der eigenen Sexualität. Maria ist es nicht gegönnt mit einem normalen Verhältnis zu ihrem Körper aufzuwachsen. Sie ist sehr unsicher und kappt letztendlich die eigene sexuelle Welt gänzlich von der Äußeren. Sie erlebt ihre sexuellen Wünsche nur noch in der eigenen Welt, teilt sie mit niemandem mehr. Sie selbst macht sich Sorgen und fragt sich, ob es für sie überhaupt möglich ist, mit anderen Menschen sexuelle Lust zu empfinden.
Nach langer Zeit des Arbeitens ist es ihr zum ersten Mal in ihrem Leben möglich für eine Woche in Urlaub zu fliegen. Dies tut sie und lernt dort, am Strand, einen Mann kennen, der ihr das Blaue vom Himmel verspricht. Er würde sie zum Star machen, folge sie ihm nur in die Schweiz. Für den Leser ist klar, dass es sich hierbei um einen Trick handelt, Maria wegzulocken und zu prostituieren. Es wird nicht ganz deutlich, inwieweit Maria sich darüber im Klaren ist. Möglicherweise kennt sie die Wahrheit, nimmt sie aber in Kauf. Sie geht also in die Schweiz, wird in einem Nachtclub zur Prostituierten.
Dort lernt sie einen Künstler kennen, sehr bekannt und dennoch unglücklich, in den sie sich verliebt. Sie verliebt sich zu ersten Mal seit ihrer Kindheit wieder richtig und weiß ihre Gefühle nicht einzuordnen. Zugleich spürt sich den Konflikt zwischen dem, was sie tut als Prostituierte, sie weiß es nicht richtig einzuordnen.
Als sie von Brasilien weg ist, tat sie dies mit dem festen Vorsatz wieder zurückzukehren, wenn sie genügend Geld hat. Sei möchte in ihrem Heimatland endlich anerkannt werden, träumt vom großen Glück. Als sie dann den Künstler kennenlernt, steht dieser Entschluss nach wie vor, sie bucht ein Ticket zurück nach Brasilien, hofft jedoch insgeheim, dass er sie davon abhält.
…und ihr denkt, ich verrate euch nun den Schluss? Ne ne, das geht mal gar nicht  Schön selbst lesen, hihi.

Dieses Buch ist voll von Sehnsucht nach einem glücklichen Leben und dem Unvermögen Dinge richtig einzuschätzen und zu wissen, was richtig und was falsch ist. Eine ständige Gradwanderung zwischen Vertretbarem und Verwerflichem. Doch was ist gut und was ist schlecht? Was darf man tun und was nicht? Vor allem jedoch: Was ist normal und was unnormal? Maria spiegelt perfekt den Konflikt wider, den wohl jeder von uns selbst auch kennt. Und das ist genau der Grund, weswegen das Buch und die Geschichte so ansprechend ist. Jeder kann für sich seine Wahrheit darin finden. Maria schreibt Tagebuch und man könnte meinen, es sei von einem selbst und zwischendurch blickt man von dem Buch auf und denkt: Das ist es, genau so und nicht anders. Diese Gabe der "Erleuchtung" beherrscht Paulo Coelho perfekt. Er spricht von Geduld, von Schicksal und dem richtigen Moment und man denkt: Ja, es stimmt, was er sagt. Natürlich spricht er einen nie direkt an, er spricht durch Maria. Und Maria schreibt in ihr Tagebuch…., dass es Dinge gibt, die so sind wie sie sind und die genau so sein sollen, denn sie sind richtig. Wenn man einem Menschen begegnet, hat man manchmal das Gefühl, dass es genau richtig ist. Das Schicksal wird sich schon irgendwie erfüllen, auch wenn es momentan so scheint, als könne man nichts tun. Es liegt nicht in der eigenen Hand, denn wenn sich Dinge erfüllen sollen, tun sie dies auch ohne das eigene zu tun. Es gibt Dinge, die man tun kann, aber irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man nichts mehr tun kann. Hat man nun das Wissen, dass sich alles von selbst regeln wird, kann man entspannen, sich zurücklehnen und einfach Geduld haben. Denn wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind, bleiben sich auch beieinander.
Und DAS ist es. Es hat mir aus der Seele gesprochen und ich saß wie geplättet vor dem Buch.

Coelho schreibt wunderbar. Man versinkt in einer Fantasiewelt, auch wenn sie Realität ist.
Also: Inhaltlich und vom Schreibstil her sehr zu empfehlen. Diese Buch ist auch etwas für müde, kindergeplagte Mamas, die gerne abends vor dem Schlafengehen noch etwas lesen möchten, aber keine Lust haben, Kitsch oder zu Anspruchsvolles zu lesen. Das Buch ist etwas für jedermann, es ist nicht an Gruppen oder Alter gebunden, höchstens an die Gruppe der Menschen,…aber da gehören wir ja alle dazu :)

Kurz noch die Fakten, mit denen ich euch aber nicht lange aufhalten will:

Titel: Elf Minuten
Autor: Paulo Coelho
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-06373-3
Preis: Broschiert ca. 8,90 Euro, Hardcover ca. 19,90 Euro (Diogenes ist vergleichsweise sehr teuer.)
Seitenumfang: 286 S.
Für weitere Infos: www.diogenes.ch

Viel viel Spaß beim Lesen!!!!!!

Eure Fränzy
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
LiFo
LiFo, 16.03.2009
Sehr hilfreich. Einen schönen Abend wünsch ich noch
marina71
marina71, 12.10.2006
Tolle Empfehlung! schön beschrieben. lg
lydialucia
lydialucia, 17.07.2009
SH und liebe Grüße aus Darmstadt! :D
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Elf Minuten- Ein spezielles Buch

ein Testbericht von 2009-05-16 22:57:36 vom 16.05.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: Gut verständlich und nicht anstrengend im Vergleich zu manch anderen Coelho-Buch...
Nachteile/Kritik: -
Ich bin seit geraumer Zeit Fan des brasilianischen Autors Paulo Coelho.
Sein erstes Buch "Der Alchimist" hat ihn berühmt gemacht und er landete in verschiedenen Ländern auf der Bestsellerliste.
Der Auto ging in seinem Leben durch persönliche Tiefs, widmet sich der Spiritualität und geht hobbymäßig dem Bogenschießen nach.
Das Buch an sich
Schlichte Aufmachung ist der erste Eindruck, nichts kitschiges oder kunterbuntes auf dem Umschlag. Ein undeutlicher Blick auf ein gemachtes, weißes Bett, keine Menschen.
284 Seiten Lesestoff
Verlag: Diogenes
2.Auflage erschien 2006
Inhalt
Das Buch handelt von der jungen Maria, welche ihr Land verlässt um als Prostiutuierte Geld zu verdienen.
Sie trifft dabei auf verschiedene Freier und sie ist gezwungen sich mit sich selbst sehr auseinander zu setzen.
Sie lernt dabei auch einen Mann kennen der mehr als nur ein bezahlter Kunde wird. Er öffnet ihr über einige Dinge die Augen. Durch diesen Handlungszweig kommt Spannung ins Buch.
11 Minuten- so ja auch der Titel- dauert im Schnitt ein sexuelles Zusammentreffen zweier Menschen.
Das Buch strotzt nicht vor Sex, trotz, dass es eigentlich genau darum geht. Es beleuchtet die Empfindungen von Menschen und betrachtet auch sadomasochistische Praktiken, warum manche Leute davon fasziniert sind.
Ein sehr aufschlussreiches Buch, welches zum Nachdenken über sich selbst einlädt.
Wer sich darauf einlässt, wird durch dieses Buch bereichert werden.
Ich habe Rezensionen gelsen, welche über Ungereimtheiten und mangelnde Recherche klagen, ich sehe in dem Buch einen Roman, der zum mit- und weiterdenken einlädt und darum ist er für mich gelungen.
Verständlichkeit
Roman und tiefsinniges spirituell und philosophisch angehauchtes Gedankengut werden einwandfrei verwoben. Es macht Freude das Buch zu lesen.
Es lässt sich sehr gut lesen im Vergleich zu Brida (ebenfalls von diesem Autor)- worin mich die Spiritualität erschlug und ich befremdet war.
Coelho ist hier wirklich ein ausgewogenes, vielseitiges Buch gelungen.

Preis-Leistung
Bei Amazon lässt sich das Buch für 8,90€ bestellen. Dort habe ich es auch gekauft.
Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen und vergebe dafür die Höchstpunktzahl!
Ich danke fürs Lesen und würde mich über eine Bewertung freuen.
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 21.05.2009
prima, ich lese sehr gerne Coelho, dieses habe ich noch nicht gelesen.
LG Gisela
Gozo-Bernie
Gozo-Bernie, 16.05.2009
Auch sehr kurz - noch sh! Gruss aus der Heimat von telestrada.it
sigrid9979
sigrid9979, 16.05.2009
Schön Berichtet ... Freue mich über Gegenlesungen Lg Sigi
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HEIDIZ

11 Minuten - Sex und Liebe

ein Testbericht von 2008-12-30 10:56:16 vom 30.12.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Text...
Nachteile/Kritik: siehe Text
11 Minuten ist wohl schon zu den Klassikern zu zählen. Ich habe das Buch"Das 11 Minuten Mädchen" gelesen und natürlich in diesem Zusammenhang auch dieses Buch von Paulo Coelho.

Der Zusammenhang besteht folgendermaßen.

"Es war einmal eine Prostituierte namens Maria." - so beginnt Paulo Coelhos Erfolgsroman Elf Minuten. 1999 in Mantua zum Literaturfestival hielt Mariana Brasil (eine Prostituierte) ein Schild in die Höhe, auf dem stand "Lassen Sie meinen Traum wahr werden und widmen Sie mir eine Minute Ihrer Zeit". So lernte sie Paulo Coelho kennen, gab ihm ihr Manuskript zu lesen und inspirierte ihn zu seinem Weltbestseller "Elf Minuten.

Daten zum Buch:
==============

Preis: 8,90 Euro

Taschenbuch: 284 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 2., Aufl. (Januar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257234449
ISBN-13: 978-3257234442
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 2 cm

Inhalt:
=====

Die Tänzerin und Prostituierte Maria, eine junge Frau aus dem brasiliansichen Hinterland, ist die Protagonistin des Romans.

Sie ist gezwungen, ihr Geld auf diese Art zu verdienen.

Rio de Janeiro ist der Ort, in dem das Buch spielt.

Maria übt ihren "Job" aus, ohne ihr Herz einzubringen. Sie hat sich gesagt, dass sie sich nie verlieben wird. Aber da hat sie nicht mit "Der Sprache der Seele" gerechnet, die ihr begegnet und ihr ganzes Leben durcheinanderbringt.

Das Verhältnis zwischen Liebe und Sexualität wird von Coelho ungeschminkt dargestellt - sozusagen aus den Augen einer "Sexarbeiterin"

Dieser Roman wird ein provozierendes modernes Märchen über die Alchemie der Liebe genannt. So empfinde auch ich es, wenn ich das Buch lese. Es sind märchenhafte Züge enthalten, es ist provozierend und zu Herzen gehend, es rüttelt auf mit seinen gekonnten Aussagen über Liebe und Sexualität und es lässt nachdenken über Lust und Liebe. Sind Körper und Seele eins, wie kann man beides definieren ??? All dies und viele weitere Fragen hat das Buch in mir aufgeworfen.

Ich finde die Art des Schreibens von Coelho sehr markant aber auch wiederum sehr ausschweifend und vor allen Dingen äußerst flüssig zu lesen.

Das Buch beginnt mit einem Auszug aus Lukas, 7: 37-47 - es geht um eine Sünderin und einen Pharisäer ....
Danach folgt die Hymne an Isis, 3. oder 4. Jhd. nach Christus, entdeckt in Nag Hammadi (Weil ich die erste und die letzte bin, bin ich verehrt und verachtet, bin ich Hure und Heilige, bin ich Gattin und Jungfrau, bin ich Mutter und Tochter, bin ich die Arme meiner Mutter, bin ich unfruchtbar und die Zahl meiner Kinder ist groß, bin ich gut vermählt und ledig, bin ich die begiert und niemals geboren hat, bin ich die Trösterin der Wehen, bin ich die Gattin und der Gatte, und es war mein Mann, der mich geschaffen hat, ich bin die Mutter meines Vaters, bin die Schwester meines Mannes und er ist mein abgelehnter Sohn, achtet mich immer, denn ich bin der Anstoß Erregende und die Prächtige.)

Die Geschichte ist in der Vergangenheitsform geschrieben, und so, als ob der Schriftsteller die Geschichte der Maria erzählt.

Maria erlebte einige Enttäuschungen in der Liebe, worüber Coelho dem Leser zu Beginn berichtet, um den Einstieg zu finden, warum sie zur Prostitution gefunden hat.
Viele Widersprüche werden aber von Coelho geschrieben, wo man als Leser denkt: "Ops, soll das so sein, oder hat sich der Autor da vertan?", aber ich denke, dass soll einfach auch die Ungereimtheit und Wiedersprüchlichkeit zwischen Liebe und Sexualität und das Leben der Prostituierten Maria darstellen. Sozusagen ein Doppelleben zwischen Körper und Seele. Ich finde diese Wiedersprüche, die mir aufgefallen sind einfach passend. zum Beispiel schreibt Coelho, dass Maria Angst hat und im gleichen Atemzug erzählt er, dass sie sich nicht fürchtet.

Wie oft gibt es im Leben Widersprüchlichkeit und wie oft habe ich die Gedanken aus diesem Buch schon auf mein persönliches Leben projizieren können. Ich habe sehr viel aus diesem Buch mitgenommen. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, man muss Coelho mögen, dann ist dieser Erfolgsroman auch ein Erfolg ihn gelesen zu haben.

Er schreibt sowohl drastisch und dramatisch, aber auch einfühlsam und zu Herzen gehend, je nachdem, wie es für die bestimmten Stellen und Handlungen im Roman benötigt wird. Ich liebe Coelho und gerade dieser Roman hat bewiesen, das wir es mit einem großen Schriftsteller zu tun haben.

an dieser Stelle noch einige Anmerkungen zum Autor:
===========================================

brasilianischer Schriftsteller
geboren: 24. August 1947 in Rio de Janeiro
Seine Kindheit war schon religiös - er besuchte eine Jesuitenschule.
Er studierte Rechtswissenschaften und war u.a. Theater- und Drehbuchautor.
Schon immer setzte er seine Meinung durch und seine Eltern lieferten ihn, weil sie meinten, er sei geistesgestört, in eine Psychiatrische Anstalt ein. In seinem Roman "Veronika beschließt zu sterben" verarbeitet er diese Zeit.
Auch politisch ist er tätig.
Er geht im Jahr 1986 den Jakobsweg und im Anschluss kommt sein Buch "Auf dem Jakobsweg – Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela" heraus.
Der Alchimist ist ein weiteres Buch aus seiner Feder, auch hier hat er Details aus seinem Leben verarbeitet.
P. Coelho erhielt 2001 den Bambi und am 25. Juli 2002 folgte die für brasilianische Schriftsteller größte Auszeichnung "Academia Brasileira de Letras"
Die UNESCO ernannte ihn 1996 zum Sonderbotschafter für interkulturellen Dialog. Man kann nicht alle Preise aufzählen, die dieser tolle Schriftsteller und Mensch erhalten hat. Ihm gebührt einfach nur Bewunderung.

Der Diogenes-Verlag hat viele seiner Romane herausgebracht, wie man das von diesem Verlag nicht anders erwartet. Viele Klassiker und Weltbestseller sind bei Diogenes erschienen. Das Cover und die Aufmachung des Buches sind auch sehr positiv zu bewerten. Man kennt ja die Diogenes-Romane, sie haben alle ihre eigene und bekannte Aufmachung, sind einfach und speziell.

Ich möchte mich herzlich für euer Interesse an meinem Bericht bedanken.

Eure HEIDIZ
...
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 30.12.2008
alleine Paulo Cohelho verspricht schon Genuss pur - ich habe einige von ihm gelesen, wunderbar - dieses kenne ich noch nicht- aber hast sehr gut berichtet -
Ich wünsche dir einen guten Rutsch morgen ins neue jahr 2009 gell - herzliche Grüße Gisela
werder
werder, 30.12.2008
Schön berichtet! Einen angenehmen Rutsch ins Jahr 2009 wünsch ich Dir!
Sweeaty
Sweeaty, 30.12.2008
ein guter bericht! liebe grüße und einen guten rutsch ins neue jahr!!
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der Autor P. Coelho
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Paulo Coelho: Elf Minuten: der Autor P. Coelho
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Was sind schon elf Minuten?

ein Testbericht von 2006-06-20 22:51:06 vom 20.06.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: - sehr einfühlsam erzählt - die Hauptfigur Marie ist ein sehr runder Charakter - romantisch, aber doch realistisch...
Nachteile/Kritik: - zuviel Sex
Elf? Da fällt - vor allem in diesem Jahr - vielen die Fußball-Elf. Aber die hat ja eher etwas mit 90 Minuten zu tun. Was sind also schon elf Minuten? Die Zeitspanne, die man zur Arbeit oder zur Schule braucht. Die Zeit, die es dauert, um die Zwei-Zimmerwohnung zu staubsaugen? Die Durschnittszeit, in der man eine bestimmte Strecke zurück legt - laufend, mit dem Rad oder schwimmend? Wenn Paulo Coelho von "Elf Minuten" schreibt, hat er etwas anderes im Sinn. Was? Dazu im Laufe dieses Berichts mehr. Den Roman hat meine Ma zum Geburtstag geschenkt bekommen - von ihrem Bruder. Normalerweise lese ich ihr gerne was vor - und so kamen diese "Elf Minuten" vor kurzem an die Reihe.


INHALTSVERZEICHNIS:
***********************************
1. Wer ist Paulo Coelho?
2. Ort und Zeit der Handlung?
3. Hauptfigur(en)
***a) Marie
***b) Ralf Hart
4. Die Geschichte
5. Themen
***a) Liebe
***b) Sex
***c) Einsamkeit
***d) Träume
6. Handlungsstränge
7. Leserschaft
8. Übersetzung
9. Angaben zum Buch
10. Pro & Contra
11. Fazit


1. WER IST PAULO COELHO
*****************************************
Wahrscheinlich hat der eine oder die andere schon von Coelho gehört bzw. etwas von ihm gelesen. Bekannt ist der Brasilianer vor allen Dingen durch "Der Alchimist". Mit ihm wurde Coelho zu einem der meistgelesensten lateinamerikanischen Schriftsteller. 2002 gewann er dafür das Bambi. Die Geschichte war auch in Deutschland mehrere hundert Wochen lang ganz vorne in den deutschen Bestsellerlisten. Coelho wurde 1947 geboren. Neben "Der Alchimist" und "Elf Minuten" stammen auch "Handbuch der Krieger des Lichts" und "Der Zahir" von Coelho.


2. ORT UND ZEIT DER HANDLUNG
*************************************************
Die Geschichte beginnt in einer brasilianischen Kleinstadt, könnte aber ebenso gut in Amerika oder Europa stattfinden. Recht bald jedoch "landet" die Hauptfigur mit Zwischenstation Rio de Janeiro tatsächlich auf unserem Kontinent, genauer gesagt in Genf, in der Schweiz. Zeit der Handlung ist die Gegenwart.


3. Die HAUPTFIGUR(EN)
*************************************
a) Marie
Marie ist ein junges Mädchen, eine Schülerin, die sich zum ersten Mal verliebt. Marie ist eine junge Frau, die mehr Freiheit in der großen Stadt sucht, sie ist etwas naiv, als sie dem Angebot folgt, in Europa als Tänzerin zu arbeiten. Doch sie ist immer wieder auch stark, denn sie versucht - fast ein wenig wie der Schäfer Santiago in "Der Alchimist" - ihrem Lebensweg zu folgen und in der Schweiz das Geld zu verdienen, um ihren Eltern und sich auch eine gesicherte Zukunft zu verschaffen. Als Leser kommt man dieser Figur sehr nah, ihren Gedanken, Gefühlen, Wünschen, Träumen, Hoffnungen, aber auch ihrer ganz sachlichen Ader, Dinge zu tun, um ihr Ziel zu erreichen.

b) Ralf Hart
Er ist Maler, zweimal geschieden, erfolgreich, wohlhabend. Wie Marie hat auch die Figur Ralf Brüche. Denn die Liebe scheint ihm abhanden gekommen zu sein, er tut sich schwer, eine normale Beziehung zu führen, ist mit seinem - auf den ersten Blick - abwechslungsreichen und interessanten Leben nicht glücklich, nicht zufrieden.


4. DIE GESCHICHTE
*********************************
Coelho beginnt seine Elf Minuten wie ein Märchen: "Es war einmal ..." und setzt dieser eine ganz andere Realität entgegen, die von Marie, der Prostituierten. Ach ja, das hatte ich noch nicht erwähnt. Doch bis die Geschichte an diesem Punkt anlangt, ist es noch ein kleiner, ein kurzer Weg. Denn der Autor erzählt chronologisch, von Marie, dem jungen Mädchen, das sich in einen Mitschüler verliebt. Als er sie jedoch anspricht und fragt, ob sie ihm einen Stift leihen kann, verlässt sie der Mut. Der Junge zieht weg, verwindet aus ihrem Leben.
Später hat Marie Freunde, aber keine Liebe und keinen Orgasmus. Den findet sie nur bei der Selbstbefriedigung. Nachdem sie die Schule abgeschlossen hat, will sie sich ein paar Tage in Rio gönnen. Dort angesprochen, unterschreibt sie einen Vertrag als Tänzerin für ein Lokal in Genf. Doch da erwartet sie nicht die große Karriere. Schnell kommt sie ihrem Chef dort auf die Schlichte, dass er die Mädchen als Animierdamen benutzt. Als sie droht, seine Methoden zu enthüllen, zahlt er sie aus. Marie lernt einen Mann kennen, der ihr einen Tausender für eine Nacht gibt. An diesem Punkt entschließt sie sich, als Prostituierte ihr Geld zu verdienen, stellt sich im "Copacabana" vor, einem Lokal, dass vor allem reiche Geschäftsleute auf der Suche nach einer Frau für eine Nacht besuchen. Schnell macht Marie ihre Arbeit auch dort sehr pragmatisch, kann bald unterscheiden, ob die Männer eine Zuhörerin brauchen, eine mütterliche Freundin oder bloßen Sex.
Trotz der Arbeit ist Marie einsam. Immer wieder geht sie in die Bibliothek, beginnt dort auch Bücher über Landwirtschaft zu leihen. Nach einem Jahr will sie mit ihrem Geld in die Heimat zurück kehren und ihren Eltern eine Farm kaufen.
In einem Café trifft Marie auf Ralf Hart, der gerade an einer Portraitserie arbeitet. Er will auch sie malen, widerwillig stimmt sie ihm zu, verbringt dann aber einen schönen Nachmittag mit ihm, geht mit ihm den Jakobsweg entlang. Auch Ralf ist Kunde im Copacabana, einer der den Draht zur Liebe verloren hat. Beide kommen sich näher, aber nicht im üblichen, klischeehaften Sinne einer romantischen Geschichte. Für sie ist ihre Annäherung eine Art Therapie. Doch Marie ist und bleibt pragmatisch. Ihr Jahr in der Schweiz nähert sich dem Ende, sie beschließt nach Brasilien zurück zu kehren - allein.


5. THEMEN
**********************
a) Liebe
Auch wenn die gerade angedeutete Geschichte zwischen Marie und Ralf es vielleicht ansatzweise vermuten lässt: "Elf Minuten" ist kein Liebesroman im herkömmlichen Sinne. Coelho geht realistisch mit dem Thema um: Liebe kann ein wunderbares Knistern, ein Feuer sein, Liebe kann aber ebenso auch Schmerz, Verletzlichkeit bedeuten.
Obwohl Marie den Großteil der Handlung über Anfang 20 ist, so hat sie anscheinend ihren Glauben an die Liebe ebenso verloren, wie der acht Jahre ältere Ralf. Sie hat in ihrem Job erfolgreiche Männer erlebt, die mit Geld nicht nur für Sex sondern auch für's Zuhören, für Verständnis, für guten Rat bezahlen, für Dinge also, die auch zu einer Beziehung gehören.
Gerade dieser Umgang mit dem Thema Liebe, die Tatsache, dass Coelho sie in verschiedenen Facetten zeigt, macht die Geschichte interessant.

b) SEX
Einen Moment lang habe ich überlegt, ob ich Sex und Liebe in einem Atemzug hier nenne und abhandle. Aber damit wäre ich der Geschichte nicht gerecht geworden. Gerade weil Marie Prostituierte sind, trennt auch sie diese beiden Punkte. Auch wenn das wieder nicht ganz stimmt. Denn da Ralf der Mann ist, in den sie sich - gegen ihren Willen - dann doch verliebt und er zugleich als Kunde ihre "Dienste" in Anspruch nimmt, fällt die Trennung wieder schwer.
Ich hab es ja schon erwähnt: Ich habe "Elf Minuten" meiner Mutter vorgelesen. Sie und ich sind auch gute Freundinnen. Dennoch ist es schon komisch, wenn man sehr eindeutige sexuelle Passagen vorliest. Und ich spreche nicht von einer einzelnen Liebeszene in der klassischen Form: Er und sie kommen sich näher, es knistert, sie küssen sich, streicheln sich, ziehen einander aus und schlafen miteinander. Ich meine schon sehr, sehr deutliche, fast schon ein wenig pornographische Beschreibungen. Mag sein, dass ich da etwas zu prüde klinge. Aber da ging es schon deutlich mehr zur Sache als in den meisten Romanen z.B. eines Ken Follett, der ja auch durchaus mal Sexszenen schildert.
Doch wenn diese sehr deutlichen Darstellungen auf der einen Seite sind, so steht auf der anderen die Tatsache, dass der Job der Prostituierten für Marie nicht immer reinen Sex bedeutete, sondern auch häufig nur Gespräche. So heißt es irgendwann mal, dass sie "ihre Zeit verkauft".
Elf Minuten, das ist die Zeit, die der Sex im Schnitt dauert. Auch hier philosophiert Marie - und mit ihr Paulo Coelho darüber, welche Bedeutung diese Zeitspanne hat und welche Bedeutung die Menschen im allgemeinen dem Sex beimessen.

c) EINSAMKEIT
Viele haben es schon mal erlebt: Wenn man für einige Wochen allein woanders ist - z.B. als Austauschschüler oder -Student bzw. beruflich oder wenn man allein in eine andere Stadt oder ein anderes Land zieht, dann sitzt man erst einmal da, kennt niemanden. So ähnlich ergeht es auch Marie. Gerade in ihrem "Job" sind die Kolleginnen keine Freundinnen, sind niemand, mit dem man auch in der Freizeit mal einen Kaffee trinken geht, denn die Konkurrenz ist groß. Auch die Freier, viele von ihnen auch Geschäftsleute auf der Durchreise, kommen als private Freunde nicht in Frage. Am ehesten noch sieht sie deswegen die Bibliothekarin als ihre Freundin - obwohl die beiden Frauen erst bei ihrer letzten Begegnung ein wirklich privates Gespräch führen und zum ersten Mal auch den Vornamen der anderen erfahren.
Ich finde es interessant, dass und wie Coelho die Einsamkeit von Marie zum Thema macht, gerade weil im normalen Alltag die meisten Leute nicht zugeben, dass sie sich (auch mal) allein fühlen.

d) TRÄUME
Maries Träume sind auf das Machbare ausgerichtet. Sie träumt nicht davon, dass irgendwann ein reicher Kunde kommt, sie zu seiner Frau macht und ihr eine Villa baut. Ihr Traum ist der, sich ihr Geld zu sparen, ihren Eltern und sich damit eine Farm zu kaufen, mit der sie dann auch in Zukunft ihren Lebensunterhalt sichern können. Selbst mit Blick auf Ralf wagt es Marie nicht, zu träumen, zu hoffen, das sich doch aus dem Gefühl zwischen ihnen beiden so etwas wie Liebe entwickelt hat, die dauerhaft halten kann.


6. HANDLUNGSSTRÄNGE
*************************************
Und wieder kann ich Coelho loben. Denn seine Handlungsstränge verlassen nicht die Figur Marie. Im einen erzählt er über sie, im anderen gibt er Auszüge aus ihrem Tagebuch wider, das heißt, er schildert die Augenblicke aus ihrer Perspektive. Dadurch gelingt es Coelho, eine große Nähe zu Marie zu schaffen, ihre Ängste, ihre Einsamkeit, ihre Freude fühlbar und nachvollziehbar zu machen,, da sie unmittelbar ist, da man quasi durch Maries Augen blickt.


7. LESERSCHAFT
******************************
Gerade wegen der doch sehr deutlichen Sexszenen würde ich vor allem Erwachsene als Leserschaft bezeichnen. Frauen können sich zumindest in Teilen mit Marie identifizieren. Für Männer mag es interessant sein, durch die Augen einer Frau zu blicken - auch wenn diese Augen, wenn diese Frau von einem Mann geschrieben worden ist.


8. ÜBERSETZUNG
******************************
Maralde Meyer-Minnemann ist offenbar DIE Coelho-Übersetzerin. Diesen Eindruck kann man jedenfalls gewinnen, wenn man sich beim Diogenes-Verlag über die Bücher des Brasilianers informiert. Ja, ja, ich weiß, ausgerechnet "Der Alchimist" wurde von jemand anderem übersetzt, von Cordula Swoboda Herzog. In beiden Fällen kann ich - da ich kein Portugiesisch beherrsche - zwar nicht Original und deutsche Version vergleichen. Mir scheint aber die Übersetzung von "Elf Minuten" sehr gelungen


9. ANGABEN ZUM BUCH:
***********************************
Paulo Coelho - Elf Minuten, Diogenes Taschenbuch 2005,
ISBN 3-257-23444-9, 8,90 € (als Taschenbuch), 282 Seiten
Originaltitel: "Onze minutos", erschienen 2003, Editora Rocco Ltda., Rio de Janeiro
www.paulocoelho.com.br


10. PRO & CONTRA
********************************
PRO
- sehr einfühlsam erzählt
- die Hauptfigur Marie ist ein sehr runder Charakter
- romantisch, aber doch realistisch
CONTRA
- zuviel Sex, bzw. zu genaue Beschreibung der Sexszenen


11. FAZIT
*******************
Von "Der Alchimist" war ich ziemlich begeistert. Das lag vor allem an Paulo Coelhos Stil, daran, dass es ihm gelingt, seiner Hauptfigur nahe zu kommen und sie den Lesern nahe zu bringen. Das schafft er auch bei "Elf Minuten". Marie ist kein kitschiger Charakter, sie ist eine Figur mit Brüchen, hat ihre Schwächen und Stärken, hat - trotz ihrer Schönheit - ihre Sorgen, Ängste, ihre Einsamkeit. Auch wenn es pathetisch klingt, so würde ich fast sagen, dass Coelho Einblicke gewährt, die man im Alltag nicht einmal von Freunden bekommt, Einblicke in die Seele seiner Figuren. Gerade das hat seinen Reiz. Die Art und Weise, wie der Autor schreibt ist romantisch, ohne auch das Alltägliche, das Realistische nicht aus den Augen zu verlieren.
Allerdings waren mir die Beschreibungen der Sexszenen dann doch etwas zu deutlich, fast schon pornographisch. Das mag vielleicht seinen Reiz haben, wenn man die Geschichte seinem Liebsten (oder bei euch Männern seiner Liebsten) vorliest ... aber bei der Mutter .... ;-) Ich vergebe für die Elf Minuten vier Sterne und eine Empfehlung.
...
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topfmops
topfmops, 21.06.2006
er Bericht vieles dickes Dankeschön für diese Empfehlung!!! Du weißt das: Wer andere zum Lesen animiert, verdient es nicht anders: ein so etwas von bollenfettes 039SH039 wie es hier steht.
Annna13
Annna13, 11.08.2006
Ein toller Bericht über ein tolles Buch. Habe ich mir auch gekauft. Liebe Grüße aus Sofia
blackangel63
blackangel63, 21.06.2006
,,SH,,LG,,ANJA,,
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dezy

Liebe in allen Facetten

ein Testbericht von 2006-01-10 23:46:19 vom 10.01.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Vielseitigkeit, Tabulosigkeit, wertvolle Erfahrungssvermittlung, herrliche Einfachheit ...
Nachteile/Kritik: in die Länge gezogen, Ende zu "Friede, Freude, Eierkuchen" - mäßig
Der Typ weiß, wovon er spricht!

Coelho zeigt die Liebe, sowohl die körperliche als auch die geistige, in vielen Facetten, schafft auf diese Weise eine großartige Spannung und gelangt im Resultat zu einer sehr erfahrenen Ansicht zu den Bedingungen echter, tiefer Liebe, von denen wenige Menschen wissen.

So widersprüchlich die Handlungen der Hauptfigur sein mögen, so vielseitig vermittelt dieses Buch. Eine Erfahrungsreise durch Prostitution Schmerz, liebevollen Sex, Hingabe, Unterwerfung, Bewusstsein, Liebe, Träumen, Willenskräften, Begegnungen wird geschildert, bis 11 Minuten nüchterner Berechnung, 11 Minuten völler Erfüllung und Freiheit werden...

Das Buch ist gekennzeichnet durch Wandel, sowohl im Denken als auch im Handeln der Hauptfigur Maria und ihrem spannenden Lebensweg. Auch der die Geschichte durchströmende und Mut gebende Gedanke des "Schicksalsglaubens" ist typisch für Coelho.

Das Hineinversetzen gelingt sogar- und man bedenke, dass es sich bei der Protagonistin um eine Prostituierte handelt. Außerdem werden Tabuthemen aufgenommen und mit einer hinreißenden Offenheit dargelegt, die Erkenntnisse vermittelt, denen man sich sonst aus ethischen Gründen verwehren mag, z.B. warum Schmerz uns manchmal so anzieht oder Prostitition "heilig" sein kann.
Derart interessante Gedanken werden präsentiert

Eines fehlt mir persönlich jedoch: Ich wünschte, diese Gedanken wurden intellektuell noch tiefer in die Materie gehen und nicht aufhören, wenn sie besonders spannend werden. In diesem Sinne steht auch das mir persönlich überhaupt nicht zusagende Ende: So viele Erfahrungen und Weisheiten das Buch auch über diese und jene Liebesart vermittelt, am Ende wird es etwas plump.

Das Buch ist vielleicht auch eher etwas für romantische Frauen (eventuell aber auch für den Mann, der mehr über Frauen und ihre Sexualität erfahren möchte). Es werden in jedem Falle hilfreiche Inspirationen geboten für ein erfülltes Sex- und Liebesleben.

Trotzdem wegen sehr erfahrenen Gedanken zur Liebe durchaus empfehlenswert!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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