Mötley Crüe / Neil Strauss: The Dirt Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
humorvoll, lebhaft erzählt, fehlende Moral / Läuterung, Stimmigkeit, tolle Aufmachung
Nachteile/Kritik
für einige Personen vermutlich zu vulgär, nur für Rock-Fans interessant
Sodom und Gomorrha ist ein Kindergeburtstag dagegen ...
ein Testbericht von presscorpse2009-12-13 12:55:49vom 13.12.2009Empfehlung: ja
Vorteile: humorvoll, lebhaft erzählt, fehlende Moral / Läuterung, Stimmigkeit, tolle Aufmachung...Nachteile/Kritik: für einige Personen vermutlich zu vulgär, nur für Rock-Fans interessant
"WARNUNG: Nach der Lektüre dieses Buches werde Sie sich nie wieder sauber fühlen. The Dirt lässt sich nicht abwaschen."
heißt es auf der Rückseite des Buches "The Dirt " von Neil Strauss. Es handelt sich um die Biografie der Hard Rock- / Hair Metal-Band Mötley Crüe, erzählt von den vier Bandmitgliedern Tommy Lee, Mick Mars, Vince Neil und Nikki Sixx. Von diesem Buch werde ich euch heute berichten.
2011 soll übrigens der Film zum Buch herauskommen – auf die Umsetzung bin ich schon extrem gespannt!
Lesemotivation:
Das Buch stand schon länger auf meiner Leseliste, da ich großer Fan der Band Mötley Crüe bin und mich nicht nur für die Musik, sondern auch für das ganze Drumherum interessiere. Außerdem hatte ich bereits gehört, wie verrückt und dreckig das Buch sein soll – in gewisser Weise genau das richtige für mich, wenn ich einfach mal abschalten möchte …
Allgemeines / Eckdaten:
… vor ca. 2 Wochen landete daher "The Dirt " in meinem Einkaufskörbchen. Bei thalia.de zahlte ich 9,90 € für die Hardcoverausgabe mit 16 Farbbildern, was ich sehr günstig finde. Ursprünglich kostete das Buch 25,90 €.
1981 wurde die Band Mötley Crüe (von "mottley crew", dt.: "bunter Haufen") in Los Angeles gegründet. Nach zahlreichen rechtlichen Streitigkeiten und Besetzungswechseln besteht die Band heute wieder aus den vier Gründungsmitgliedern Vince Neil (Gesang), Mick Mars (Gitarre und Gesang), Nikki Sixx (Bass) und Tommy Lee (Schlagzeug).
Anfangs fielen sie eher durch Drogeneskapaden, einen enormen Groupieverschleiß (höchstens Lemmy von Motörhead mag ihnen da in nichts nachstehen), toupierte Frisuren, Absatzschuhe und jede Menge Make Up auf, aber schon bald machten sie sich auch mit ihrer Musik, die sich im Bereich des Hard Rock und Hair Metal bewegt, einen Namen.
Die Skandalen wurden mit dem kommerziellen Erfolg aber nicht weniger. Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichten sie mit dem 1989 veröffentlichten Album "Dr. Feelgood". Danach nahm der kommerzielle Erfolg der Band immer weiter ab, was u. a. daran lag, dass der Hair Metal, der in den 80er Jahren sehr stark in den Charts vertreten war, von der schnell wachsenden Grunge-Bewegung verdrängt wurde. Es folgten einige Besetzungswechsel.
Juli 2008 veröffentlichte Mötley Crüe zum ersten Mal seit "Dr. Feelgood" wieder ein Album in Originalbesetzung. Es folgt u. a. auch eine Europatour. Wie bereits erwähnt soll 2011 der Film, der auf der Bandbiografie basiert, in den Kinos anlaufen.
Klappentext:
"Sodom und Gomorrha, das biblische Sinnbild für den Zustand der Lasterhaftigkeit ist ein Kindergeburtstag gegen das, was Mötley Crüe veranstaltet haben. Nikki Sixx, Vince Neil, Mick Mars und Tommy Lee haben alles mitgenommen, was die Rockmühle zu bieten hat. Sie vernaschten Groupies im Akkord, inhalierten alle Drogen, die sie kriegen konnten, und das waren so ziemlich alle, und ließen auch sonst nichts anbrennen. Wann immer es galt, ein wohlinszeniertes Tohuwabohu im Gang zu setzen: Mötley Crüe standen parat; jedes Klischee, das der Rock'n'Roll auf Lager hat, wurde doppelt und dreifach verbraten. Heil herausgekommen sind die vier dabei nicht immer – großen kommerziellen Erfolgen stehen private Katastrophen gegenüber, ausverkauften Tourneen folgten Konzerte in kleinen Clubs, Ehen wurden zur schlagenden Verbindung und endeten nicht selten – file under: Tommy
Lee – im Knast. Aber auch wenn die Gruppe Mötley Crüe mittlerweile Geschichte ist: Nikki Sixx, Vince Neil, Mick Mars und Tommy Lee haben erstaunlicherweise überlebt. Bis jetzt jedenfalls. Und deshalb gibt es The Dirt, die Geschichte einer bemerkenswerten Karriere. Lakonisch, ironisch, zynisch und zuweilen anrührend erzählt von denen, die wissen müssen, was wirklich passiert ist. Weil sie mittendrin statt nur dabei waren: Mötley Crüe selbst."
(Buchumschlag)
Inhalt / Stil:
Die Erzählung beginnt mit der Kindheit der Bandmitglieder Nikki Sixx und Tommy Lee und endet mit Jahr 2002 (Veröffentlichungsjahr von "The Dirt"). Neben der Werdegang der Band Mötley Crüe werden auch die Einzelbiografien der Bandmitglieder nacherzählt.
Wechselnd erzählen Neil, Mars, Sixx und Lee Episoden aus ihrem Leben. Ob es sich nun um witzige Anekdoten oder traurige Erinnerungen handelt – gespickt sind die Geschichten mit dem gewissen Fünkchen Selbstironie. Die braucht man wahrscheinlich auch, wenn man in hautengen Leder- oder Spandexhosen, mit auftoupierten, gefärbten Haaren und rot gemalten Lippen und Fingernägeln auf hochhackigen Schuhen den kalifornischen Sunset Boulevard entlang läuft.
Neil Strauss, Autor des Buchs, hat die Erzählungen der Bandmitglieder zu einer stringenten, gut lesbaren und bis auf wenige Exkurse und Rück- und Vorblenden chronologisch verlaufenden Geschichte verwoben. Vermutlich wurde viel gekürzt und so umgeschrieben, dass alles nachvollziehbar wird, aber dennoch merkt man, welches Bandmitglied gerade erzählt – Tommy Lee sticht z. B. durch seine oftmals vulgäre Sprache und den inflationären Gebrauch von Flüchen auf.
Leseprobe:
"ALS MÖTLEY CRÜE BEGANNEN, sich einen Namen in der Szene zu machen, waren wir mehre eine Gang als eine Band. Wir betranken uns, konsumierten unglaubliche Mengen Koks und stolperten auf unseren hohen Schuhen zwischen den angesagten Clubs hin und her. Der Sunset Strip war ein gigantischer Sündenpfuhl: Hauteng gekleidete Prostituierte patrouillierten mit nadelspitzen Pfennigabsätzen die Straßen, Punks saßen in Grüppchen auf den Bürgersteigen, und so viele schwarz, rot und weiß gekleideten New-Waver warteten auf den Einlass in die Clubs, dass sich die Schlangen um mehrere Straßenecken zogen. […] "
("The Dirt", S. 75)
Mein Fazit:
"The Dirt" ist ein Buch, welches den Intellekt fast gänzlich betäubt und dafür mit primitivem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie seitens der Band fesselt. Ich werte es dabei nicht als negativ, dass der intellektuelle Anspruch fehlt. Das wäre nämlich wirklich das Letzte gewesen, was ich von einer der skandalträchtigsten Bands aller Zeiten erwartet hätte.
Die Geschichten werden so lebhaft erzählt, dass der Leser das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Trotz vermutlicher Kürzungen und Zensuren hat man nicht das Gefühl, das die Essenz oder die Atmosphäre verloren geht. Und auch, wenn sich letztendlich trotz aller Hochs und Tiefs alles zum Guten gewendet hat (Wer nach mehrere Überdosen immer noch am Leben ist, braucht schon eine gehörige Portion Glück!), strotzt dieses Buch nicht vor moralischen Lehren. Nach Jahren des Exzesses wird allenfalls ein nüchternes Fazit gezogen – von geläuterten Sündern kann hier keine Rede sein. Alles andere hätte ich auch irgendwie falsch gefunden.
Da viele Stellen nicht jugendfrei sind, gehört das Buch meiner Meinung nach nicht in die Hände von Kindern. Außer man will, dass die Kinder schon frühzeitig von weiblichen Ejakulationen o. ä. erfahren ;o) . Einigen Leuten ist es vermutlich zu vulgär, aber durch die vulgäre Sprache wird wiederrum das Rockstar-Klischee bedient, was zur Kohärenz beiträgt.
"The Dirt" hat, wie man schon heraushören kann, meine Erwartungen gänzlich erfüllt. Strauss ist es gelungen, genau den Spirit einzufangen, der auf den Platten mitschwingt. Abgerundet wird das "dreckige" Werk von 16 Farbfotos und zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotografien und Kopien, die die verschiedenen Stationen des Lebens der Bandmitglieder und der Bandgeschichte dokumentieren.
Empfehlenswert ist das Buch natürlich in erster Linie für Fans der Band, aber ich denke, dass dieses Buch generell jedem Fan von Rockmusik gefallen wird. Ob nun Guns N' Roses, Motörhead oder Mötley Crüe – jede große Band hat vermutlich ähnliche Höhen und Tiefen erlebt und in kaum einem Buch wird das von Sex, Drugs & Rock'n'Roll bestimmte Rockerleben lebhafter und humorvoller beschrieben als in "The Dirt".
Wie viel nun wirklich der Wahrheit entspricht (einige Episoden sind einfach zu abgedreht, um wahr zu sein), werden wir wohl niemals erfahren. Aber irgendwie macht die Illusion der abgefuckten Klischeerockstars ja auch extrem viel Spaß.
Von mir gibt's 5 Sterne und eine Kaufempfehlung für ein sehr unterhaltsames Buch und die großartige Aufmachung!
...
Als Rock´n´Roll-Fan lese ich mit Vorliebe Biographien von Rockmusikern bzw. Rockbands. Ein Freund hat mir dieses Buch empfohlen und nachdem mir schon "Heroin Diaries" von Nikki Sixx sehr gut gefallen hatte, habe ich mir dann "The Dirt" auch gekauft.
Beschreibung:
Tommy Lee, Mick Mars, Vince Neil und Nikki Sixx- das sind die Jungs der Mötley Crüe. The Dirt ist die Geschichte der legendären Rockband "Mötley Crüe" erzählt von den Bandmitgliedern auf über 400 Seiten.
In dem Buch erzählt jedes Bandmitglied seine eigene Geschichte aus der Jugend, aus dem familiären Umfeld, wie sie zur Musik gekommen sind, wie sie sich kennenlernten, sie berichten von den wilden und exzessiven Parties, von Drogeneskapaden und viel schmutzigem und wildem Sex.
Die Jungs erzählen wie sie sich in L.A. einen Namen gemacht haben und es bis zu einem Plattenvertrag und zu einigen Platinalben geschafft haben.
Es wird erzählt von Beziehungen, Affären, Ehen, Kindern, Vince Neil, der die Band verlässt und wieder zurückkkommt, es geht um Überdosen, Entzugskliniken und und und....
Man erfährt aber auch ein paar sehr emotionale Dinge.
Vince Neil, Sänger der Mötley Crüe fuhr 1984 den Unfallwagen bei dem der Drummer der Band Hanoi Rocks getötet wurde. Vince bekommt eine Geldstrafe und muss ins Gefängnis. Er erzählt seine Sicht der Dinge, wie es ihm ergangen ist und wie er von den anderen Bandmitgliedern nach dem Unfall behandelt wurde.
Zudem erzählt er von dem schlimmen Schicksalsschlag als seine 4-jährige Tochter Skylar an Krebs erkrankte und starb.
Ein Part des Buches der wirklich ans Herz geht.
Tommy Lee berichtet von einem Gefängnisaufenthalt und von Briefen, die er seiner Frau Pamela Anderson geschrieben hat.
Autoren:
Die Autoren sind Tommy Lee, Mick Mars, Vince Neil und Nikki Sixx, ebenso wie Neil Strauss, der Musik-Kritiker bei der New York Times ist.
Neil Strauss war unter anderem Co-Autor bei der Marilyn Manson-Autobiographie 'The Long Hard Road Out of Hell'.
Witzig und ehrlich beschreiben die Jungs der Mötley Crüe die "nackten" und "schmutzigen" Tatsachen. Ein lesenwertes Buch mit viel dirty Charme für echte Rock´n´Roll-Fans!
1-2 von 2 Testberichten über Mötley Crüe / Neil Strauss: The Dirt
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