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Das Fest Video

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Testberichte Das Fest

 (DVD) Drama
4.8 von 5
Platz 20 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5
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Das Fest Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (7/7).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Intensive Handlung.
  • verstörend, bedrückend, beängstigend realistisch - und großartig!
  • Vorteile: Recht glaubwürdig
  • Alles
  • schwierige Thematik brillant umgesetzt
Nachteile/Kritik
  • Leider spricht dieser Film nur ein begrenzt gefächteres Publikum an.
  • nichts!
  • Nachteile: Dieses Thema wird gern verdrängt
  • Nichts
  • Dogma 95-Stil ist gewöhnungsbedürftig
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Yeevilee

Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt... :D

ein Testbericht von 2010-12-13 15:10:58 vom 13.12.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: alternative Kameraarbeit, authentisch, offenes Ende...
Nachteile/Kritik: unreflektiert, Dogmen beeinflussen Handlung stark
"Das Fest" spielt im Jahr 1995 und ist von dem Regisseur Thomas Vinterberg.
Der Film handelt von der Zerrissenheit der Bourgeoisie.

Zum 60. Geburtstag des Hoteliers Helge sind viele Gäste geladen. Unter anderem die Geschwister Helen, Michael und Christoph, deren 2. Schwester Suizid beging.
Während der Feier deckt der jüngere Sohn mit einer beeindruckenden Hartnäckigkeit ein düsteres Familiengeheimnis auf - der Vater hat ihn und seine verstorbene Schwester in ihrer Kindheit missbraucht.
Nahezu jeder Charakter hat eine andere Facette und viele Charaktere / Umstände etc sind kontrastiert zu einem anderen Charakter / Umstand dargestellt.



== Gliederung ==

1. Was ist das Besondere an diesem Film?
2. Was bewirkt die Kameraarbeit beim Zuschauer?
3. Ist die Machart des Filmes sinnvoll?
4. Meine Meinung



== 1. Was ist das Besondere an diesem Film? ==

Der Film wurde unter Einhaltung des "Dogma 95" geschrieben, einem Manifest für die Produktion von Filmen, das 1995 verfasst wurde.


"Die einzuhaltenden Regeln, welche als "Keuschheitsgelübde" (engl. "Vow of Chastity") präsentiert wurden, waren:

1. Als Drehorte kommen ausschließlich Originalschauplätze in Frage, Requisiten dürfen nicht herbeigeschafft werden.
2. Musik kann im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band), darf aber nicht nachträglich eingespielt werden.
3. Zur Aufnahme dürfen ausschließlich Handkameras verwendet werden.
4. Die Aufnahme erfolgt in Farbe, künstliche Beleuchtung ist nicht akzeptabel.
5. Spezialeffekte und Filter sind verboten.
6. Der Film darf keine Waffengewalt oder Morde zeigen.
7. Zeitliche oder lokale Verfremdung ist verboten - d. h. der Film spielt hier und jetzt (also nicht etwa im Mittelalter oder in einer entfernten Zukunft oder in einem anderen als dem Produktionsland, auf einem fremden Planeten, in einer fremden Dimension o. ä.).
8. Es darf sich um keinen Genrefilm handeln.
9. Das Filmformat muss Academy 35 mm sein.
10. Der Regisseur darf weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden."

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma_95#Anforderunge n)



Diese Anforderungen sind teilweise schwer einzuhalten, in diesem Film aber gut umgesetzt.




== 2. Was bewirkt die Kameraarbeit beim Zuschauer? ==

Regisseur Thomas Vinterberg ließ ausschließlich eine Handkamera verwenden, wie es in den Dogmen vorgeschrieben war.
Zuerst einmal: Ich war positiv überrascht, ich hatte einen wahnsinnig verwackelten Film mit unscharfen Bildern erwartet - letzlich machte es aber keinen so großen Unterschied, für mich zumindest.

Die Arbeit mit der Handkamera sorgt im Zusammenhang mit der Geschichte für Authentizität, es hat so den Charakter eines gekonnten Familienvideos.
Ruhige Szenen sind in "Das Fest" immer mit einer ruhigen Kamerahaltung, hektische mit einer hektischen, sodass die Emotionen stark unterstrichen werden.




== Ist die Machart des Filmes sinnvoll? ==

Die Dogmen als Ausgangspunkt eines Filmes halte ich teilweise für zu stark einschränkend. Ich stelle es mir besonders schwierig vor, ohne essentielle Requisiten zu drehen, weil sie am Drehort nicht vorhanden sind - ich halte es sogar für fast nicht umsetzbar, da vor allem dieser Film in immer derselben Umgebung spielte.
Was mir nicht gefällt, ist, dass die Einschränkungen die Handlung stark beeinflussen und die Handlung an sich so an Bedeutung verliert.



== Meine Meinung ==

Gefehlt haben mir die Motive des Sexualtäters, dieser nennt nur einmal als Grund, dass die Kinder es nicht wert gewesen seien.
Das als einziger Erklärungsversuch finde ich sehr oberflächlich gehalten und allgemein ist das Thema sexueller Missbrauch von Kindern sehr unreflektiert dargestellt.

Es gibt ein offenes Ende, was mir sehr gefällt.

Der Film war sehr autentisch, was vor allem die Kameraarbeit unterstützt hat.
Allerdings fand ich die Reaktion der Geburtstagsgäste nach Christians Aufdeckung des Familiengeheimnisses vor der gesamten Festgesellschaft nicht angemessen.
Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass den Statisten erzählt wurde, Christian sei verrückt und ich denke, das passt auch gut zu ihrer Reaktion, die entsprechend der wahren Handlung zumindest bei Einzelpersonen anders hätte verlaufen müssen.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
senora
senora, 13.12.2010
Einen lieben Gruß mit einem SH geschmückt lasse ich hier. Bärbel
uhlig_simone@t-online.de
uhlig_simone@t-online.de, 13.12.2010
ich freue mich auf gegenlesungen-viele grüsse von simone
katjafranke
katjafranke, 13.12.2010
Ein SH von der KATJA
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Die Wahrheitsrede

ein Testbericht von 2010-09-30 07:07:38 vom 30.09.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Vorteile: Recht glaubwürdig...
Nachteile/Kritik: Nachteile: Dieses Thema wird gern verdrängt
Ja und wie ist es, wenn bereits erwachsene Kinder, die vom eigenen Vater in der Kindheit missbraucht wurden, ihrem Vater sagen, was er ihnen angetan hat? Solch einen Film haben wir unter unseren zahlreichen DVDs gefunden, wobei ich mit diesem Thema des Kindermissbrauchs fortfahren möchte. Kindermissbrauch, diesmal nicht durch Schläge und Hiebe, die wohl auch recht weh tun können, jedoch nach kurzer Zeit verheilen, da sie oftmals nur äußerlich ihre Wirkung zeigen. Was ich jedoch für einen Missbrauch ansprechen möchte, ist jener, der die Seele der Kleinen berührt, der wohl im ersten Moment nicht weh tut, jedoch im Erwachsenenalter zu nagen anfängt, wenn man sich der ganzen Tragik bewusst wird, was einem der eigene Vater angetan hat. Nämlich dem sexuellen Missbrauch, der im Film "Das Fest" klar zum Ausdruck kommt.

Nun also zum Film

Der 60. Geburtstag des Hoteliers Helge Klingenfeldt-Hansen (Henning Moritzen) steht an, sodass sich recht viele Gäste auf seinem Landsitz versammeln. Darunter auch seine drei Kinder Christian (Ulrich Thomsen), Michael (Thomas Bo Larsen) und Helene (Paprika Steen), die sich wohl auf ein Wiedersehen der Familie freuen, aber dennoch mit gemischten Gefühlen zusammengekommen sind. Vor allem Christian, dem etwas buchstäblich auf der Seele brennt, das er heute los werden will. Er fühlt sich seiner Zwillingsschwester, die sich erst kürzlich das Leben genommen hat gegenüber verantwortlich, das zu sagen, was nur sein Vater, seine Mutter (Birthe Neumann) und er weiß. Ja, da kann man sich schon mal im Vorfeld ausmalen wie diese Geburtstagsfeier enden wird. Nicht als Komödie, wie vielleicht einige vermuten, sondern als Drama. Einem richtigen Familiendrama.

Aber bevor es soweit ist, lassen wir zunächst einmal das Fest in die Gänge kommen, wobei zunächst mal alle eintreffenden Gäste, Partner und Ehefrau der Kinder, sowie Enkel usw. begrüßt werden, und dann erst das Fest beginnt, als Helges Ehefrau Else den Saal betritt.

Und als alle bei Tisch Platz-genommen haben, ergreift Christian das Wort, hält eine Rede, in welcher er unverblümt offenlegt, wie er und Linda vom eigenen Vater als Kinder sexuell missbraucht wurden, wobei er seinem Vater ankreidet, dass er alleinig am Tod von Linda Schuld hat. Anschließend herrscht Funkstille und Betroffenheit am Tisch, die sich jedoch bald wieder löst, da Christian die Tafel verlässt, und in die Küche zu Kim eilt.Kim ist Koch, und sein bester, vertrauter Freund aus Kindertagen. Gesagt ist gesagt, wenn es ihm auch nicht gerade leicht gefallen ist, über seinen Vater so vor allen zu reden, wobei er jedoch schon damit gerechnet hat, dass eventuell niemand ihm Glauben schenken wird, plant Christian nun abzureisen.

Nicht nur Kim steht Christian sehr nahe, sondern auch der Kellnerin Pia (Trine Dyrholm), in welche er verliebt ist. Und diese zwei bringen es fertig, dass Christian nicht aufgibt und weiter für die Wahrheit kämpft.

Helene hält es auch nicht länger bei dieser Geburtstagsgesellschaft aus, wobei sie Lindas Zimmer aufsucht, in welchem sie nächtigen wird. Und dort findet sie Lindas Abschiedsbrief, den sie liest und dann recht schockierend in ein Tablettenröhrchen steckt.

Obwohl Helene weiß, dass die Vorwürfe die Christian seinem Vater gemacht hat berechtigt sind, stellt sie sich hinter ihren Vater, sodass Christian von seiner Mutter als Fantasiebegabter Geschichtenerzähler vor den Gästen dargestellt wird.

Währenddessen gesellt sich Helenes Freund Gbatokai zu den Gästen, der sich jedoch auf der Geburtstagsfeier angesichts seiner afrikanischen Abstammung rassistische Bemerkungen gefallen lassen muss, wobei Michael kein Blatt vor den Mund nimmt. Das wird Helene dann doch zu viel, wobei Pia ihr die Tabletten bringt, in welchem der Abschiedsbrief versteckt ist. Neugierig liest sie ihn, und steckt ihn daraufhin Christian zu, der ihn jedoch Helene zusteckt, die nun mit einer Rede an der Reihe ist. Auf diese Weise muss Helene gegen ihren Willen, den Abschiedsbrief ihrer Schwester laut vorlesen.

Linda schreibt darin, dass sie aus Angst und Furcht vor einem nochmaligen, sexuellen Übergriff durch ihren Vater sich das Leben nahm. Und abermals kehrt Stille unter den Gästen ein. Helges Schande ist am Tag, woraufhin er nun seine Kinder aufs Massivste kränkt und verletzt und aufgebracht mit seiner Frau den Saal verlässt.

Am anderen Morgen beim Frühstück sieht Helge wie weit er es gebracht hat, wobei er wohl seine Schuld an dem Verfall der Familie und die Unentschuldbarkeit seines Verbrechens mehr oder weniger einsieht, jedoch die Familie daran zerbricht.

Okay, ich hab diesen Film "Das Fest" wohl bis zum Schluss erzählt, jedoch nur in groben Zügen, sodass es sich für jeden Lohnt, sich selber diesen Film anzusehen.

Und jetzt zur eigenen Meinung

Sexueller Missbrauch durch den Vater an seinen eigenen Kindern, ist schon sehr schlimm, wobei nur ganz wenige Fälle bis an die Öffentlichkeit vordringen. Die Dunkelziffer ist sehr hoch, weil eben den Kindern oftmals kein Glaube geschenkt wird, es als Lappalie abgetan wird, wenn sie diesen Vorfall z.B. der Mutter erzählen. So auch in dieser Geschichte, diesem Film, wobei die Mutter ganz genau wusste, was der Vater mit seinen beiden Kindern macht. Stillschweigen, in dieser "gutsituierten Familie".

Okay, aus vier Kindern bestand diese Familie, wobei er sich an zwei regelmäßig vergriff. Das war Christian und Linda.

Nun versuch ich mal Christians Charakter wiederzugeben. Wenn man Christian so sieht, wirkt er gegenüber andern recht still, zurückhaltenden, ja vielleicht auch geduldig, in sich verschlossen, bei welchem nur, wenn er in Rage kommt, emotionale Anspannungen, Aggression und Rachsucht ausbrechen. Ansonsten mehr oder weniger unauffällig. Ja, und vielleicht hat er mitunter Beziehungsprobleme zum anderen Geschlecht, da er sich ambitionslos und abweisend zeigt, was ich dann wiederum dem jahrelangen sexuellen Missbrauch zuschreibe. Christian hatte ja niemand, dem er sich anvertrauen konnte, außer seinem, etwa gleichaltrigen Freund. Seine Mutter sah mitunter zu, wusste davon, welche Handlungen der Vater von ihm verlangte. Da wundert es doch keinen, dass er recht frühzeitig schon das Elternhaus verlässt.

Da frage ich mich, was ist das für eine Mutter, die dabei zusehen kann? Hat diese vor dem Familienoberhaupt Angst, vor Schlägen oder so? Oder soll der Ruf des Hauses nicht ruiniert werden? Oder ist es ihr lieber, dass er sich an seinen Kindern vergreift, und diesbezüglich keine Gespielin aufsucht? Auf jeden Fall, trägt die Mutter eine sehr, sehr große Mitschuld, da ihre Kinder Schutzlos dem Vater ausgeliefert waren.

Als Grobian tritt das Familienoberhaupt ganz und gar nicht auf, sondern als überaus freundlich, nett, lustig und zuvorkommend, im Kreise der Geburtstagsgesellschaft. Aber als Christian, nachdem er ihn öffentlich zur Rede gestellt hat mit ihm allein ist, erkennt man, dass er auch ganz anders sein kann, nämlich recht zügellos, grob und brutal.

Und genau die selben Wesenszüge zeigt Michael auf, der wohl zwecks Ausbildung das Elternhaus recht bald verlassen hat, aber dennoch recht unbeherrscht, gewalttätig reagiert, wenn jemand das nicht macht, wie er es vorher angegeben hat. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um die Ehefrau oder sonst wen handelt. Okay, Alkoholprobleme hat er mitunter auch, was man nicht verschweigen darf.

In wieweit Michael seinem Vater nachschlägt, ist nun schwer zu sagen, wobei aus mir nur der hoffentlich noch gesunde Menschenverstand spricht, so dass ich vermute, dass er, was die Gewalttätigkeiten usw. anbelangt recht viel von seinem Vater hat. Nur aus dem einen Grund kann ich es mir auch deshalb erklären, wieso die Mutter, obwohl sie von den sexuellen Übergriffen ihres Mannes auf die Kinder wusste, den Mund gehalten hat.

Selber ist mir ein ähnlicher Fall aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft bekannt, der jedoch schon mindestens 40 Jahre zurückliegt. Okay, mich bekümmerte dies zu dieser Zeit recht wenig, was die Freundin meiner ältere Schwester zu tuscheln hatte. Ich kann mich jedoch noch recht gut erinnern, wie verstört, ja ungewöhnlich schweigsam sie da saß, dass sie etwas sagen wollte, aber man ihr ansah, wie schwer es ihr über die Lippen kam. Und ich als die zwei Jahre, recht neugierige jüngere Schwester merkte, dass es sich um ein Geheimnis handelt, was mich dann noch neugieriger machte. Als meine Schwester ihrer Freundin den Arm um die Schulter legte, schlich ich mich von hinten an, wobei sie ihr anvertraute, dass ihr Vater nachts zu ihr ins Bett gehuscht wäre, und sie hier und da berührt hätte. Oh je, ziemlich grausig ja beinahe eklig kam es mir vor, wobei ich zumindest es gewohnt war, dass diese Körperstellen auf die sie zeigte, höchstens beim Waschen meine Mutter berühren durfte. Okay, sie weihte ihre Mutter in diese nächtlichen Geschehnisse ein, wobei sie es auch im ersten Moment nicht glauben konnte, dass ihr Mann zu so was, an der eigenen 12 oder 13 jährigen Tochter fähig war. Mehr stillschweigend wurde das Problem gelöst, indem sie einen Schlüssel für ihr Zimmer bekam, damit sie nachts die Tür von innen verriegeln konnte. Gleich nachdem sie den Schulabschluss in der Tasche hatte zog sie von zuhause aus, wobei sie immer nur sehr kurz zu Besuch ins Elternhaus kam. Gut, sie hatte wohl Männerbekanntschaften, die jedoch alle nur von sehr kurzer Dauer waren. An was es letztendlich liegt, kann ich mir nur so erklären, nämlich dass der Mann irgendwie mehr von ihr will, sie aber nicht bereit ist zu geben, weil sie eben die sexuellen Übergriffe ihres Vaters noch immer nicht verarbeitet hat, wenn man diese je verarbeiten kann.

In wie weit, und ob überhaupt, sie ihren Vater zur Rede gestellt hat, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall Christian tat es, wobei ich ihn für diese Tat und den Mut dazu, wirklich bewundere, was der Schauspieler auch wirklich sehr glaubhaft rüber bringt.

Ja, und Linda, von ihr wird nur soviel im Film erzählt, dass sie immer wieder von Alpträumen der sexuellen Übergriffe heimgesucht wurde, wobei ihr Vater ihr weiterhin nachstellte, was sie nicht länger ertragen/erdulden konnte, sodass sie sich deshalb das Leben nahm. Vom Charakter her, schätze ich mal, dass sie ihrem Bruder Christian ziemlich ähnlich war. Gutmütig, ruhig, leicht zu beeinflussen usw.

Und obwohl recht viele Jahre seit dem sexuellen Übergriff dazwischenliegen, ist kein Gras darüber gewachsen, wobei ich denke, dass solch ein Missbrauch Kinder wohl recht weh tut, da sie oftmals recht erniedrigende Handlungen an Personen vornehmen und über sich ergehen lassen müssen, obwohl sie wissen das dies nicht recht ist. Und ganz schlimm ist es, wenn die nächste Vertraute Bezugsperson zum Kind, noch stillschweigend dabei zuschaut. Ich kann mich nicht so recht in die Lage hineinversetzen, was in solchen misshandelten Kinder zunächst vor sich geht. Aber ich denke mal, dass sie zunächst einmal so unter Schock stehen, ihnen die Tragweite noch gar nicht bewusst ist, dass dieses Erlebnis sie zumeist ein ganzes Leben lang begleitet, sie nicht mehr los lässt. Vielleicht finden sie Erleichterung, wenn sie ihrem Missetäter diese Gräueltaten ins Gesicht sagen, wobei dies unwahrscheinlich viel Überwindung kostet, da es sich zumeist um einen recht schwachen Charakter mit wenig Selbstbewusstsein handelt. Das Selbstbewusstsein wurde ihnen geknickt und gebrochen durch die ewigen Demütigungen und Erniedrigungen.

Daten zur DVD "Das Fest"

Darsteller: Ulrich Thomsen, Henning Moritzen, Thomas Bo Larsen
Regisseur(e): Thomas Vinterberg
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Dänisch (Mono), Deutsch (Mono)
Untertitel: Dänisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Kinowelt GmbH
Erscheinungstermin: 27. August 1999
Produktionsjahr: 1998
Spieldauer: 101 Minuten

Extras: Trailershow, Interview mit dem Regisseur, Dogma-Dokumten als Textafel

Dieser Film "Das Fest" ist so großartig inszeniert, legt die Tragweite offen, mit was für Problemen Erwachsene zu kämpfen haben, die als Kinder sexuell misshandelt wurden. Ein recht interessanter und auch sehenswerter Film, den ich mit der vollen Punktezahl werte.

Fazit: Legt die Tragweite offen
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
topfmops
topfmops, 30.09.2010
Bei sexuellem Missbrauch habe ich eine mehr als dezidierte Meinung, die im Einzelfall für eine Beleidigungs-Klage reicht.
Venenum84
Venenum84, 13.10.2010
Vielen dank für deine Lesungen! Liest du bei mir so lese ich auch bei dir! lg jenny
Zalu
Zalu, 30.09.2010
Schöner Bericht, über Gegenleistung würde ich mich sehr freuen. Viile Grüße Dennis
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Nicatlon

Wenn die heile Fassade bröckelt...

ein Testbericht von 2010-08-23 20:01:06 vom 23.08.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: schwierige Thematik brillant umgesetzt...
Nachteile/Kritik: Dogma 95-Stil ist gewöhnungsbedürftig
Welche Wunden hinterlässt ein sexueller Missbrauch in der Kindheit durch den eigenen Vater? Und welche Wege gibt es, damit umzugehen?

Inhalt

Der erfolgreiche Hotelier Helge Klingenfeldt-Hansen lädt anlässlich seines 60. Geburtstags zu einem großen Fest auf sein Anwesen ein. Die ganze Familie, die inzwischen in alle Lande verstreut lebt, findet sich auf dem elterlichen Gut ein. Die ganze Familie? Nein; die älteste Tochter fehlt. Sie hat wenige Monate vorher Selbstmord begangen. Ihr Zwillingsbruder Christian erscheint allein zum Fest, sein jüngerer Bruder Mikael mit Frau und Kindern und ihre Schwester Helen lebt noch auf dem elterlichen Anwesen und hilft, das Hotel zu führen. Bereits zu Beginn fällt dem Zuschauer die seltsam angespannte Stimmung auf, die allgegenwärtig über den Vorbereitungen zur Feier liegt. Beispielsweise hat Mikael regelrecht Angst davor, seine schwarzen Schuhe vergessen zu haben, da er meint seinem "Vater nicht ohne schwarze Schuhe unter die Augen treten zu können". Doch noch lässt sich der Grund für diese Anspannung vom Zuschauer nicht wirklich fassen.

Und so beginnt das Fest und Christian wird aufgefordert, eine Tischrede zu halten. Er lässt seinen Vater zwischen zwei Umschlägen wählen und hält dann seine "Wahrheitsrede" mit dem Titel "Wenn Papa badete". Der Inhalt: Sein Vater habe ihn und seine inzwischen tote Zwillingsschwester als Kinder sexuell missbraucht! Nachdem diese Bombe geplatzt ist, herrscht zunächst konsterniertes Schweigen, doch schon wenig später wird Christians Aussage als Spinnerei abgetan und man feiert ungestört weiter. Der junge Mann will abreisen, denn er glaubt, es würde sich ohnehin nichts mehr ändern; niemand würde ihm glauben... Doch er hat nicht mit dem couragierten Hotelpersonal - insbesondere dem Chefkoch; einem Freund aus Kindertagen - gerechnet. Sie überreden Christian, zu bleiben und sorgen auch dafür, dass keiner der Gäste abreist.

Und so taumelt der Abend einem unausweichlichen Ende entgegen, das dann jedoch so ganz anders ausfällt als erwartet.

Fazit

Der Film ist im Dogma 95-Stil gedreht, was zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist, schlussendlich jedoch perfekt zum Thema passt. Eine ach so heile Fassade wird systematisch und Stück für Stück demontiert.

Unbedingt anschauen!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
goat
goat, 23.08.2010
Leider besteht der Bericht nur aus einer Inhaltsangabe. Wenn Du den Bericht noch ein wenig umarbeitest und auch mehr von Deiner Meinung preisgibst, dann ändere ich meine Bewertung natürlich um. Kurze Nachricht genügt.
Manuela2205
Manuela2205, 23.08.2010
außer ein wenig zum Inhalt erfahre ich nichts. Dogma 95 Stil sagt mir nichts. Wie sind die Schauspieler, was deine Eindrücke?
juriS91
juriS91, 23.08.2010
Toller Bericht! Freue mich über Gegenlesung
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ITNwg

Das Fest - Der Grenzgang

ein Testbericht von 2008-05-30 11:21:09 vom 30.05.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: Alles...
Nachteile/Kritik: Nichts
Ob man sich einen Film über Missbrauch in der Kindheit ansehen möchte, kann jeder für sich selbst entscheiden. ‚Festen’ bzw. ‚Das Fest’ von Thomas Vinterberg behandelt einen nicht einfachen Stoff. Zum Glück war ich vor dem ersten Ansehen gewarnt, dass die Umsetzung des Themas in diesem Film sehr gut sein soll und unter die Haut geht…
Zum 60. Geburtstag lädt der Patriarch Helge seine Familie und Freunde zu einem großen Fest ein. Eine schöne Feier soll es werden und die Aufmachung erinnert an eigene Familienfeiern. Alle sind rausgeputzt und nett zueinander und auch wenn dies manchmal aufgesetzt wirkt, wird großzügig darüber hinweg gesehen.
Auch Helges Kinder erscheinen zum Feste. Sohn Michael drangsaliert seine Familie und macht seine Frau lächerlich. Er ist Alkoholiker und neigt zu cholerischen Anfällen. Tochter Helene ist immer noch nicht mit Ihrem Studium fertig und bemüht sich sehr, ihren farbigen Freund vor den anderen Anwesenden zu rechtfertigen. Das tut sie ohne jedes Rückgrat. Sohn Christian ist sehr zurückhaltend, fast phlegmatisch. Er ist der sympathischste von allen. Es gab noch eine Tochter Linda, die vor kurzem verstarb. Wie sich später herausstellt, war es Selbstmord.
Wie es sich für die Feier eines Patriarchen gehört, sollen Lobreden auf Helge gehalten werden. Christian hat zwei vorbereitet, die er in zwei Umschläge gesteckt hat und von diesen Umschlägen, lässt er Helge einen auswählen. Christians Rede beginnt damit, dass der Vater immer sehr reinlich war. Die Anwesenden sind begeistert, so kennen sie ihren Helge. Christian spricht weiter. Er deutet an, dass er und seine Schwester Linda immer gemeinsam mit dem Vater badeten und dass dieser sie mehrfach missbraucht hat.
Man sollte annehmen, dass das Fest an dieser Stelle beendet ist. Stattdessen wird nach einer Schrecksekunde weitergefeiert. Kaffee wird ausgeschenkt und Lieder werden angestimmt. In einer zweiten Rede macht Christian den Vater für Lindas Selbstmord verantwortlich. Christians innere Zerrissenheit zwischen heiler Welt und dem Wissen um seine Qualen (anfangs symbolisiert durch die beiden Umschläge) scheint sich nun auf die Gäste zu übertragen. Die lieben Verwandten reagieren mit Flucht. Da Bedienstete alle Autoschlüssel verschwinden ließen, müssen sich die Gäste aber der Situation stellen.
Das Fest inszeniert auf großartige Weise das Festhaltenwollen an der heilen Welt um jeden Preis: Lieber aufgesetzte Fröhlichkeit als entsetzte Ehrlichkeit. Dabei wird die Zerstörung des Einzelnen in Kauf genommen. Und dennoch demontiert er die gutbürgerliche Idylle Schritt für Schritt bis die Seifenblase zerplatzt. Der Film verurteilt nicht, er stellt nur dar. Keine Betroffenheitsreden oder –musik a la Hollywood, keine Zurschaustellung des Leidenswegs der Kinder, keine Verurteilungen des Täters und der Mutter. Und die Ästhetik des Films suggeriert, dass die Handlung im nächsten Haus die Straße runter spielen könnte.
Der Film ist sicherlich keine leichte Kost. Dennoch oder gerade deshalb hat er mir sehr gut gefallen. Die Story wird mit sehr viel (bitterem) Humor und Biss, aber auch Liebe und Verständnis erzählt. Die richtige Balance zu finden zwischen Verstörung beim Zuschauer und Aufdecken solch perfider Familienstrukturen ist ein künstlerischer Akt, der bei Das Fest hervorragend gelungen ist. Schade, dass der Film nie eine breite Masse erreichen wird. Denn der sexuelle Missbrauch an Kindern kann auch symbolhaft für alle Beziehungen stehen, die ein großes Machtgefälle beinhalten und auf Schutzbedürftigkeit und Vertrauen beruhen.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
MasterSirTobi
MasterSirTobi, 31.05.2008
Schöner Bericht. LG von MasterSirTobi
bambie34
bambie34, 30.05.2008
sehr hilfreich,lg Tanja
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Fantomiss

Dunkle Geheimnisse

ein Testbericht von 2008-03-19 20:32:05 vom 19.03.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: verstörend, bedrückend, beängstigend realistisch - und großartig!...
Nachteile/Kritik: nichts!
"Die große Aufgabe unserer Zeit ist es, alle bestehenden Institutionen in die Luft zu jagen - zu zerstören." (Henrik Ibsen)


Manche Geschichten lassen mich nie mehr los...

Zum 60. Geburtstag des Patriarchen Helge (Henning Moritzen) trifft sich die ganze Familie im abgelegenen Hotel des Gastronomen, das idyllisch inmitten von Feldern und Wiesen liegt. Aber bereits bei der Ankunft deuten sich kleine Mißstände an. Der jüngste Sohn Michael (Thomas Bo Larsen) steht nicht auf der Gästeliste, offenbar, weil er bei einer anderen Feier gewalttätig geworden war und es nicht einmal für nötig befunden hatte, zur Beerdigung seiner kürzlich verstorbenen älteren Schwester Linda zu erscheinen. In seinem Schlepptau befinden sich Frau Mette (Helle Doleris) und die drei Kinder. Um das Raumproblem zu lösen, erklärt sich seine Schwester Helene (Paprika Steen) bereit, in das Zimmer Lindas zu ziehen, das seit ihrem Tod scheinbar nicht mehr genutzt worden war. Und schnell deutet sich an: Linda hat sich umgebracht, im Bad eben jenes Zimmers. Helene wird auf seltsame Zeichen an den Wänden aufmerksam, eine Art Schnitzeljagd, die Linda gern spielte - und findet einen Brief ihrer Schwester. Beim Lesen bricht sie in Tränen aus, versteckt den Brief aber in einem Tablettenröllchen. Was bringt Helene so aus der Fassung?

Nach und nach finden sich die Gäste zu Tisch ein, und vom ältesten Sohn Christian (Ulrich Thomsen), Zwillingsbruder Lindas, wird selbstverständlich die erste Rede erwartet. Doch was als Lobrede auf den Vater erwartet war, wirft eine niederschmetternde Offenbarung in den Raum: Der Vater hat Christian und Linda regelmäßig sexuell mißbraucht. Peinliches Schweigen. Das Ende der Feier? Mitnichten.
Helges seniler Vater rettet unabsichtlich die Situation. Christian will die Feier verlassen, wird jedoch von seinem Jugendfreund, dem Koch, überzeugt, nicht zu gehen. Dies soll Christians Abend sein. Die Wahrheit soll ans Licht. So geht er wieder in den Festsaal und hebt sein Glas auf seinen Vater.
"Auf den Mann, der meine Schwester umgebracht hat. Auf einen Mörder."
Und die Situation eskaliert.


Durchgängig harter Tobak. Denn nach und nach kommt immer mehr ans Licht. Und da die Hotelangestellten heimlich die Autoschlüssel der Gäste versteckt haben, bleibt den aufgebrachten Verwandten nichts anderes übrig, als sich den dunklen Geheimnissen der Familie zu stellen.
Regisseur Thomas Vinterberg gelingt es dabei mit einem so einfachen wie genialen Mittel, eine beängstigende Nähe zum Geschehen herzustellen. Der Film ist, neben Lars von Triers "Idioten", der erste Film, der nach den Kriterien des "Dogma 95" gedreht ist.
Dieses "Dogma" ist ein von den dänischen Filmregisseuren Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Søren Kragh-Jacobsen am 13. März 1995 unterzeichnetes und am 20. März 1995 in Paris vorgestelltes Manifest für die Produktion von Filmen. Sie treten darin für ein Kino ein, das wieder vermehrt die Geschichte in den Vordergrund stellt, und auf Spezialeffekte völlig verzichtet. Die Dogma-Filme werden allesamt mit Handkameras gedreht, spielen ausschließlich an Originalschauplätzen, es wird keine Musikuntermalung nachträglich eingespielt.
(Mehr Infos hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma_95)
Diese Bedingungen machen "Das Fest" bedrohlich real. Es entsteht beinahe ein Eindruck, als sähe man Aufnahmen, die auf einem tatsächlichen Familienfest gemacht wurden. Der Realismus wird beinahe beängstigend. Die Gäste wahren die Fassade, während die Bilder zu wackeln beginnen, als würde die Hand des Kameramannes zittern. Und ich werde jedes Mal hineingesogen in diesen Strudel der Ereignisse, die dunklen Geheimnisse einer scheinbaren Vorzeigefamilie, ich frage mich, wie nach einer solchen Offenbarung noch überhaupt einer der Gäste lachen und feiern kann, während die Kamera hineinfährt in ein obszönes Lachen eines der Gäste, ich frage mich, warum Helene ihr Wissen zurückhält, warum die Mutter so vieles verleugnet und in ihrer Tischrede ihre Kinder durch die Blume wie Nichtsnutze darstellt (und sowieso hatte Christian ja schon immer eine blühende Phantasie und hat schon als Kind gerne Lügengeschichten erzählt) - und warum keiner aufsteht und Stellung bezieht. Stattdessen tanzen die Gäste Polonaise durchs Hotel. Wie jedes Mal. So muss es eben sein.

"Das Fest" erinnert dabei in seiner Thematik an die Stücke Henrik Ibsens, deren übergeordnetes Thema stets die Aufdeckung einer lange gehüteten Lebenslüge ist, was am Ende in die Katastrophe führt.
Die Geschichte von "Das Fest" wurde 1996 von einem Mann namens Allan in einer dänischen Radiotalkshow erzählt, später gab er jedoch an, die Geschichte des doppelten Kindesmißbrauchs sei frei erfunden. Der verstörenden Wirkung des Films kann man sich dennoch zu keiner Zeit entziehen. Und für den Zuschauer bleibt, die Geschichte auch als Metapher zu sehen. Denn jede Familie hat ein dunkles Geheimnis...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Weit ere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Das-Fest-%28F ilm%29 (Bindestriche durch Unterstriche ersetzen)
http://german.imdb.com/title/tt0154420/ (da gibts auch den Trailer)
http://zeus.zeit.de/text/1999/2/199902.f est-.xml
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Kommentare
ko123456
ko123456, 04.07.2008
sehr guter Bericht. freue mich auf Gegenlesungen. Viele Grüße
wir_2
wir_2, 22.03.2008
den Film kenne ich auch, wirklich sehr empfehlenswert!
Baby1
Baby1, 19.03.2008
.: :. Liebe Grüße Anita .: :.
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chrisipfen

Das Fest - Eine Orgie aus Gewalt und Verrat

ein Testbericht von 2007-12-07 17:29:56 vom 07.12.2007
Empfehlung: ja
Vorteile: Intensive Handlung....
Nachteile/Kritik: Leider spricht dieser Film nur ein begrenzt gefächteres Publikum an.
Das Fest – Beklemmend und überzeugend.

Eigentlich hat alles so gut angefangen:
Ein Familienvater möchte seinen 60. Geburtstag im Kreise der Familie feiern und lädt diese schließlich ein.
Langsam trudeln sie dann alle ein und man bekommt einen Einblick in die Charaktere der Hauptdarsteller.

Charaktere und Handlung

Der Vater:
Der Veranstalter des Festes. Wie auch der Rest der Charaktere zu Beginn leicht in eine Schublade zu stecken:
Ein Vater, der sich freut seine Kinder zu sehen, der generell sehr glücklich wirkt und fast zu Tränen gerührt eine Eröffnungsrede hält. Er begrüßt seine Kinder, empfängt seine Gäste, erzählt Witze und wirkt einfach sorglos. Später jedoch zeigt er, dass er durch Racheakte gegen Christian auch agressive Züge hat.

Die Mutter:
Auch die Mutter wirkt sorglos, einfach „mutterhaft“ und unparteiisch. Ihre intregante Seite zeigt sie erst als sie versucht Christians Geschwister und die restlichen Gäste gegen denselben aufzuhetzen. Als sie zu guter Letzt noch einmal die Fronten wechselt und somit dem Vater in den Rücken fällt ist der Film auch schon wieder vorbei.

Michael:
Dann haben wir da den jüngsten Sohn, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern via Auto zu der Villa, in der die besagte Feier stattfindet, fährt und unterwegs seinen Bruder Christian, der zu Fuß unterwegs ist,"über den Weg fährt", woraufhin er seine Frau inklusive Kinder aussteigen lässt um mit ihm ugestört reden zu können. Somit hätten wir auch schon einen egoistischen Charakterzug gefolgt von einem cholerischen, da der Urheber jeglichen Wutausbruches sogleich seine Frau anschreit, da sie vergaß, ein bestimmtes Paar Schuhe einzupacken.
Bei diesen Eigenschaften wundert es Niemanden wenn Michael, der unter anderem nich einmal auf der Beerdigung seiner Schwester Linda war, beim Einchecken erfährt, dass er garnicht eingeladen ist...

Helene:
Helene ist die Tochter die noch lebt. Die Tochter, die keinen Selbstmord beging. Sie scheint zu Beginn die „normalste“ im Bunde, entwickelt sich jedoch im Laufe des Films sehr nervös und gestresst, was wohl daran liegt, dass sie ein paar Szenen vorher einen Abschiedsbrief der Schwester fand. Sie möchte auch nicht wahrhaben, dass ihre Familie ein schreckliches Geheimnis hütet, das unter keinen Umständen „rauskommen“ darf.

Christian:
Christian ist sozusagen der Geheimnishüter der Familie. Er wirkt anfangs sehr phlegmatisch und verstört und taut auch nicht wirklich auch, als er auf seine Geschwister trifft. Ab dem Zeitpunkt zu dem er bei seiner Rede dem Vater vorwirft, dass dieser ihn und seine Schwester Linda vergewaltigt haben soll wird er zunehmend aufgeregter und kämpferischer. Als er bei seiner zweiten Rede auch noch offenbart, dass der Verursacher des Selbstmordes Linda’s auch noch der Vater selbst war, erreicht diese Orgie an Gemeinheiten und Intrigen ihren Höhepunkt.

Allgemein:

Nun, da all diese unterschiedlichen Menschen endlich wieder und nach so langer Zeit zusammentreffen, versuchen ein fröhliches Familienfest zu feiern, wobei sich alle auseinander gelebt haben und eigentlich von Anfang an eine gewisse Spannung herrscht, entwickelt sich dieses kollektive Zelebrieren eines Mannes langsam zu einem Drama, einer Tragödie deren Fokus hauptsächlich auf den Vater gerichtet ist, der ,wie es scheint, ein düsteres Kapitel der Familie zu verantworten hat. Auch die restlichen Familienmitglieder bombadieren sich gegenseitig mit Bosheiten, was auch ein Grund für die Implosion der letztendlich aufgesetzten Fröhlichkeit ist.

Dogma:

„Das Fest“ ist der erste Versuch, das von „Lars von Trier“("Idioten") und „Thomas Vinterberg“ ("Das Fest") in die Welt gerufene Manifest „Dogma 95“ (www.dogme95.dk) durchzusetzen, was eine Askese zu den Produktionsweisen eines Mainstreamfilmes darstellen.
Hier die 10 Dogmaregeln:
1. Du sollst "on location" drehen. Weder Requisiten, noch Szenenbilder dürfen genutzt werden. Wenn eine bestimmte Ausstattung notwendig ist, so muss ein Drehort gefunden werden, an dem diese schon vorhanden ist.
2. Du sollst den Ton nicht separat von den Bildern produzieren. Schauspieler darf man nur im O-Ton hören. Musik darf man nur verwenden, wenn sie am Drehort live während der Filmaufnahme gespielt wird.
3. Du sollst nur mit der Handkamera drehen. Jede Bewegung oder Ruhestellung, die mit der Handkamera machbar ist, sei erlaubt. Schienen, Steadicam etc. sind verboten. Die Kamera soll dorthin gebracht werden, wo auch der Film stattfindet.
4. Du sollst nur in Farbe filmen. Eine besondere Ausleuchtung ist verboten. Falls zu wenig Licht am Drehort ist, darf maximal eine Lampe an der Kamera befestigt werden.
5. Du sollst den Film nicht optisch bearbeiten und keine Filter nutzen.
6. Du sollst keine überdramatische Action in den Film einbauen. Künstliche Reize durch Schießereien oder Mordszenen sind untersagt.
7. Du sollst weder zeitliche noch geographische Verfremdungen vornehmen. Also keine historischen Sujets, alles hier und jetzt.
8. Genre-Filme werden nicht akzeptiert.
9. Du sollst im Format Academy 35 mm drehen. Das entspricht 1:1,37, etwa dem heutigen TV Format.
10. Du sollst nicht nennen deinen Namen! Der Regisseur soll weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden.



Die DVD

Die DVD gibt es für 19.95 bei amazon.de zu erwerben jedoch bei eBay viel günstiger zu ersteigern.
Sie beeinhaltet den 101-minütigen Film auf dänisch und auf deutsch. U.a. auch eine Option für einen dt. Untertitel für Gehörlose.
Ebenso ist das Dogma-Dokument als Texttafel und Trailer weiterer Filme (nat. auch von „Das Fest“) auf der Polycarbonat-Scheibe verewigt.

Persönliche Meinung

Der Film wirkt auf mich sehr verstörend, da er die Handlung durch das Kameragewackel viel intensiver „herüberkommen“ lässt. Gut... ich weiß nun auch nicht was ich dazu noch sagen kann. Er war für mich auf jeden Fall sehenswert, wird jedoch nicht jeden ansprechen. Ich finde es schade, dass sich viele nur für Filme begeistern, die den Zuschauer mit Special Effects berieseln ohne wirklich Handlung zu haben.

*wink*

So, ich hoffe, dass euch der Artikel gefiel und ich euch auch auf weitere Dogmafilme neugierig gemacht habe.
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wildheart

Familie, Missbrauch, Verleugnung

ein Testbericht von 2004-09-20 22:22:21 vom 20.09.2004
Empfehlung: ja
„Kinder sind Gäste,
die nach dem Weg fragen.”
(pakistanisches Sprichwort)


„Kann ich jetzt fahren?” fragt der Taxifahrer (Thomas Vinterberg) zwei- oder dreimal, als er Gbatokai (Gbatokai Dakinah) am Landsitz der Familie Klingenfeldt abgesetzt hat. Ein Regisseur schaut kurz vorbei und will schnell wieder weg. Ein bisschen Neugierde, die Lage kurz peilen, obwohl er ja weiß, was er da angerichtet hat – mit diesem Fest beim erfolgreichen Geschäftsmann Helge Klingenfeldt (Henning Moritzen), der sein Geld mit Restaurants verdient hat. Auf ein stolzes Leben scheint er zurückblicken zu können: Geld, Frau und vier Kinder. Ein Fest wird gefeiert. 60 wird Helge an diesem Tag. Die Gäste trudeln ein, Bekannte, Kinder, Enkel, Freunde und andere.

Thomas Vinterbergs „Festen”, ein Dogma-Film – also einer mit der wackelnden digitalen Kamera, ein Film der kein Szenenbild braucht, ja gar keines haben darf, weil es die Dogma-Regeln so vorsehen –, führt nicht nur die Familienmitglieder zu einem feucht-fröhlichen Jubelfest zusammen; „Festen” visualisiert sozusagen den Klimax einer familiären Katastrophe, dekonstruiert die gutbürgerliche oder auch weniger gut bürgerliche Familie und ihre vordergründige, gespielte, Konflikte überdeckende Idylle und die Theorien, die über die Familie in dicken Büchern und schlauen Aufsätzen niedergeschrieben werden. Es geht um Kindesmissbrauch, aber darüber hinaus thematisiert der Film letztlich die vertrackte und für Kinder potentiell immer mehr oder weniger riskante Abhängigkeit von ihren Eltern.

Wer kommt? Der ältere, introvertierte, ernste älteste Sohn Helges, Christian (Ulrich Thomsen), seine noch immer (Anthropologie) studierende Schwester Helene (Paprika Steen), später deren dunkelhäutiger und den Hass Michaels auf sich ziehender, nur englisch sprechender, aber trotzdem alles verstehender Freund Gbatokai und der jüngere Bruder der beiden Geschwister Michael (Thomas Bo Larsen) samt Frau Mette (Helle Dolleris) und Kindern. Michael ist aufbrausend, alkoholabhängig, cholerisch könnte man sagen, streitet um den Dreck unter den Schuhen – bzw. seine schwarzen Schuhe, die – nein, nicht er, sondern Mette vergessen habe einzupacken. Um solche Kleinigkeiten herum dramatisiert Michael sein Leben und das seiner Familie.

Helene geht ihren eigenen Weg, sucht nicht ihr Heil in einer eigenen Familie. Sie ist permanent auf der Flucht, studiert Anthropologie in dem vermessenen Glauben, das „Wesen” des Menschen ergründen zu können. Im Zimmer ihrer Schwester Linda (Lene Laub Oksen), in die sie der Empfangschef (Lars Brygmann) des Hauses führt, überkommt sie ein ungutes Gefühl. Dort, im Badezimmer, hat sich Linda das Leben genommen, aber nicht ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen, versteckt, der später noch eine Rolle spielen wird.

Christian scheint in Ordnung, seinem Vater, seiner Mutter scheint es gut zu gehen. Ein fröhliches Fest scheint sich anzubahnen. Und Helge möchte, dass sein Ältester zu seinen Ehren eine Rede hält. Zwei Reden hat Christian geschrieben, eine in einem gelben, eine in einem grünen Umschlag, der Vater darf wählen. Der Vater, so Christian, habe viel gebadet, sei ein reinlicher Mensch gewesen, und er habe ihn und seine Schwester Linda immer mitgenommen, zum Baden. Verwirrung. Besorgte Gesichter. Die Andeutung ist mehr als eine Andeutung, schon gar unter diesen Umständen. Der Koch Kim (Bjarne Henriksen), ein alter Freund Christians, macht ihm Vorwürfe. Christian hätte nach der Rede nicht gehen, sondern die ganze Wahrheit sagen sollen.

„Auf den Mann, der meine Schwester umgebracht hat” – die zweite, kurze Rede Christians. Empörung, er wird für psychisch krank erklärt, Helene macht ihm Vorwürfe, Gäste wollen gehen, doch Pia (Trine Dyrholm) und Michelle (Therese Glahn), die die Gäste bedienen, lassen sämtliche Autoschlüssel verschwinden. Sie und Kim wollen die Wahrheit. Und Christian, der immer wieder zögert, sagt sie, häppchenweise. Dazwischen ein immer dieselbe Geschichte erzählender Großvater, eine singende Großmutter, eine Verteidigungsrede der Mutter. Doch die Wahrheit – oder was man so nennen kann – ist heraus. Helge hat Christian und Linda mehrfach missbraucht.

„Festen” dekonstruiert, was der amerikanische Mainstream-Film auf Biegen und Brechen zusammenhalten will (obwohl oder gerade weil in den USA die Zahl der zerrissenen Familien, der Ein-Personen-Haushalte mit einem oder mehreren Kindern ständig steigt). Vinterberg gestaltet diese Dekonstruktion in einer visuell besonderen Weise, eben mit der Handkamera gedreht, die zweierlei bewirkt: Zum einen erscheint die Handlung manchmal fast surreal, etwa wenn sie über die Erinnerung an die tote Schwester Linda dieser ein Gesicht verleiht, das neben den anderen Gesichtern ganz real wirkt; oder wenn Helene einem Kinderspiel in Lindas Zimmern folgt, das durch Zeichen an Wänden und Decken markiert ist; aber auch dann, wenn die Festgesellschaft in mehr oder weniger angetrunkenem Zustand den Skandal vergessen machen will. Selbst die Schlussszene, in der Helge sich – als wenn es sich bei seinem Kindesmissbrauch um einen ordinären Fauxpas handeln würde – entschuldigt, hat etwas Gespenstisches an sich.

Doch zugleich „kämpft” das Reale, das Unfassbare und doch wirklich Geschehene mit den surreal wirkenden Bildern eines Festes, auf dem die Anwesenden etwas feiern, was sich längst als tragisch und durch und durch verroht erwiesen hat. Dabei wird auf fatale Weise deutlich, wie inhärent die Unterdrückung von Kindern bis hin zum Missbrauch der Institution Familie ist. (1) Der Missbrauch erscheint in „Festen” eben nicht als tragischer „Ausrutscher” oder verbrecherischer „Fehltritt” eines „Kranken”. Er führt zur Ausgrenzung, und zwar zu einer Ausgrenzung, die das Problem verdrängt bzw. verleugnet. Michael ist es, der den Vater auffordert, die Frühstückstafel zu verlassen, damit die anderen überhaupt in Ruhe frühstücken können. Die anderen, sie wollen „in Ruhe gelassen” werden. „Festen” thematisiert die Heuchelei und den Verleugnungsmechanismus einer Gesellschaft, für die Helge vom gefeierten Restaurant-Betreiber zum Aussätzigen wird, ein Mechanismus, der diese Gesellschaft rein halten soll, anstatt zu erkennen, wie die Helges dieser Welt gerade innerhalb dieser Gesellschaft entstehen.

Die familiäre Struktur der Klingenfeldts ist schon lange zerbrochen, zumal die Mutter Zeugin des Missbrauchs gewesen ist. Sie versucht durch ihre Verteidigungsrede zu kitten, was nicht mehr zu kitten ist. Und Michael, das schwächste Glied in der Familienkette, der Alkoholiker, der Choleriker? Er ist derjenige, der den Vater ausstößt, verbannt, wozu die ewig sich auf der Flucht befindende Schwester Helene nicht in der Lage ist, schon gar nicht, nachdem sie den Abschiedsbrief ihrer Schwester vor der versammelten Gemeinde vorgelesen hat.

Helge verlässt das Haus. Christian schaut ihm nach. Er, der den tragischen Teil der Familiengeschichte offenbart, die Revolte gewagt hat, schaut dem Vater nach. Und sein Blick – nur sein Blick, kein Blick irgendeines anderen – ist geprägt von etwas, das in diesem Moment niemand erwarten konnte: Mitgefühl. Mitgefühl, nicht Entschuldigung, wohlgemerkt. Christian scheint, so könnte man diesen Blick interpretieren, begriffen zu haben und zu fühlen, dass er mit der Offenbarung des Missbrauchs und der Vater mit dem (wenn auch schwachen) Eingeständnis der Schuld an einen Punkt gekommen sind, an dem es nur noch eine Chance für beide geben kann: Miteinander sprechen. Der Film endet an diesem Punkt. Er lässt offen, was nun geschehen könnte. Nur Christians Blick weist in eine Richtung, die dem Film eine andere Dimension gibt, als man vielleicht anfangs meinen könnte. Dieser letzte Blick Christians ist von allem geprägt, was die Familiengeschichte der Klingenfeldts kennzeichnet, vor allem aber von dem, was der Vater hätte sein können, was er aber nicht war, von Zweifel, von Verlust, von Hoffnung, sogar von einem unter diesen Umständen kaum zu erwartenden Hauch von Zuneigung – von der Forderung nach einem liebenden Vater.

Wenn dies jetzt nicht geschehen sollte, dieses Gespräch, diese Wieder-Annäherung, zumindest der Versuch dazu – was wird geschehen? Nichts. In diesem Nichts, der Rekonstruktion dessen, was gerade dekonstruiert wurde, läge das Tragische, das nach einem kurzen revoltierenden Rausch alles beim Alten ließe.

Vinterberg dekonstruiert die Illusionen und Ideologien über die Familie, aber er bleibt nicht bei einer Verurteilung stehen. Das hat nichts mit einer Hintertür zu tun, über die er die Familie noch retten wollte. Es hat etwas zu tun mit einem Über-die-Familie-hinaus. Dieser Missbrauch – so wird deutlich – ist Teil des sozialen Kontextes und nicht ein Fremdkörper, der von irgendwo her, von außen in einen „gesunden” sozialen Zusammenhang eindringt. Vor allem die Ignoranz innerhalb wie außerhalb des familiären Kontextes – so wird hier mehr als deutlich – lässt die geschehene Tat als ungeschehen stehen. Hier – wenn überhaupt – liegt der Schlüssel für die Tür, hinter der sich offenbaren könnte, dass Kinder nicht schutzlos ihrer nächsten Umgebung ausgeliefert sein müssen.

Wertung: 10 von 10 Punkten.
Prädikat: Besonders wertvoll.

(1) Kindesmissbrauch ist in aller Regel kein Vorgang, der von Fremden begangen wird, die in eine funktionierende Gemeinschaft kriminell einbrechen. Die Täter setzen gerade auf das Vertrauen von Kindern in ihrem eigenen Umfeld, das sie schändlich missbrauchen:
• „Entsprechend der unterschiedlichen Einschätzung über die Höhe der Dunkelziffer gehen ExpertInnen davon aus, dass jährlich schätzungsweise 80.000 bis 300.000 Kinder in Deutschland sexuell missbraucht werden.
• Die Täter und Täterinnen kommen zu über 90 % aus dem sozialen Nahbereich der Opfer! Väter, Stiefväter, Brüder, Lehrer, Pfarrer, Mütter, Onkel, Babysitter, Freunde der Großeltern, Großväter, Tanten, Trainer, Erzieherinnen, Therapeuten, Nachbarn, Ärzte - sprich unauffällige und "anständige" Bürger und Bürgerinnen missbrauchen Kinder und Jugendliche.
• Ca. 80-90 % der Täter sind Männer und ca. 10-20 % sind Frauen.”
(Quelle: http://www.missbraucht.de/fakten.htm)


Das Fest
(Festen)
Dänemark, Schweden 1998, 105 Minuten
Regie: Thomas Vinterberg

Drehbuch: Thomas Vinterberg, Mogens Rukov
Musik: Lars Bo Jensen
Director of Photography: Anthony Dod Mantle
Schnitt: Valdis Óskarsdóttir
Produktionsdesign: –
Darsteller: Ulrich Thomsen (Christian Klingenfeldt, älterer Sohn), Henning Moritzen (Helge Klingenfeldt, Vater), Thomas Bo Larsen (Michael Klingenfeldt, jüngerer Sohn), Paprika Steen (Helen Klingenfeldt), Tochter), Birthe Neumann (Mutter), Trine Dyrholm (Pia), Helle Dolleris (Mette, Michaels Frau), Therese Glahn (Michelle), Klaus Bondam (Helmut von Sachs, Zeremonienmeister), Bjarne Henriksen (Kim, Koch), Gbatokai Dakinah (Gbatokai, Freund Helenes), Lasse Lunderskov (Onkel), Lars Brygmann (Empfangschef), Lene Laub Oksen (Linda Klingenfeldt, Christians Zwillingsschwester), Linda Laursen (Birthe), John Boas (Großvater), Erna Boas (Großmutter), zahlreiche Gäste, Personal und Kinder sowie Thomas Vinterberg als Taxifahrer

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0154420


© Ulrich Behrens 2004
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 15.03.2010
ein wirklich nachdenklich stimmender film, zu welchem man ganz gewiss zuerst in der stimmung sein muss, dass man so wie krankes überhaupt ertragen kann. super bericht, bw und ganz liebe grüße
w.gruentjens
w.gruentjens, 20.09.2004
solche Demontagen spieszligiger Wohlanstaumlndigkeit. Danke.
Timekiller
Timekiller, 17.12.2007
sh, auch wenn ich das Ende nicht verraten hätte -
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