ein Testbericht von La_Livia2005-10-05 10:10:51vom 05.10.2005Empfehlung: ja
Vorteile: tolles Filmmärchen, berührend, kein Kitsch, toller Stil...Nachteile/Kritik: nichts
Meine Mutter hat sich zu ihren Geburtstag einen DVD-Player gewünscht. Lange fragte sie sich, mit welchen Film sie ihren neuen Player einweihen wollte. Sie entscheid sich für „Die Geschichte vom weinenden Kamel“.
Vor kurzen lieh sie mir dieses DVD, die ich mir vor einigen Tagen anschaute und Euch nun wärmstens an Herz legen möchte.
Ich gestehe, dass ich etwas skeptisch war, als meine Mutter mir den Film in die Hand drückte. Ein Tierfilm, fragte ich verdutzt, bin ich nicht aus dem Alter raus?
Dieser Film ist allerdings weitaus mehr als ein Tierfilm. Es ist ein exotischen Filmmärchen, das mittels einfachster Bilder und Metaphern, eine rührende Geschichte von der Suche nach Geborgenheit erzählt.
***auch Kamele sind nur Menschen
Der Film eröffnet mit einer Szene, welche die karge und schroffe Wüste der Mongolei zeigt.
Endlose Weiten, in denen der Wind den Sand der Wüste Gobi in alle Himmelsrichtungen trägt.
Zu Beginn hat der Zuschauer das Gefühl, einen Dokumentarfilm zu sehen. Zu Beginn fehlt es eindeutig an Handlung. Man sieht eine Ansammlung von typischen Nomadenzelten, in denen eine mongolische Familie lebt.
Ihr Leben ist einfach, aber harmonisch. Sie leben von der Kamelzucht. Jedes Mitglied hat seinen Platz innerhalb der Familie. Die Großmutter kocht den Tee und kümmert sich liebevoll um ihr jüngstes Enkelkind, während die anderen Familienmitglieder sich um die Kamele kümmern. Die Tiere werden mit viel Respekt und inniger Liebe versorgt.
Es ist Frühling und viele Kamelkühe sind schwanger. Eine Kameldame quält sich seit zwei Tagen mit ihren Wehen. Ihr Leiden wird von der mongolischen Familie ständig beobachtet und als es zur Geburt kommt, helfen die Menschen dem kleinen weißen Kamelfohlen auf die Welt.
Offenbar zutiefst geschockt durch die unerwarteten Schmerzen ihrer ersten Geburt, stößt die Kamelmutter ihr Kleines von sich.
Das Kameljunge versucht alles, um an die nährenden Zitzen der Mutter zu kommen. Aber es ist vergeblich. Die Mutter will ihr Kind zuerst nicht annehmen.
Die Menschen unterstützen das Fohlen, indem sie es füttern und versuchen, es seiner Mutter näher zu bringen. Aber die Mutter will ihr Kind nicht annehmen.
Herzzerreißend ruft das Fohlen nach seiner Mutter. Wenn die Mutter ihr Kind nicht bald erhört, wird das Fohlen sterben müssen.
Eines Tages fällt dem Großvater ein uraltes Ritual ein. Mittels einer uralten Melodie muss das Herz der Kamelmutter zum Schmelzen gebracht werden. Erst dann wird es das Kamelkind akzeptieren und lieben können.
Der Großvater schickt seine beiden kleinen Enkel in die Stadt, damit sie einen Musiker rufen.
Die Kinder reiten auf Kamelen in die Zivilisation, wo ihnen der Unterschied zwischen den harmonischen Leben der mongolischen Grofamilie und dem angeblich zivilisierten Leben der Ständer deutlich wird.
Nach einiger Suche finden die Kinder einen Musiker, der sich bereit erklärt, für das Kamel zu spielen. Er ist die einzige Rettung für das Kamel.
Am nächsten Tag erscheint der Musiker in der traditionellen Tracht in der Wüste Gobi. Es versammeln sich die gesamte Familie vor dem Kamel. Der Musiker spielt eine Melodie und herzerweichend singt eine junge Frau, um das Herz des Kamels zu erweichen.
Ob es gelingen wird,
das Kamel zum Weinen zu bringen und ob das kleine Kamel überlebt, müsst Ihr Euch anschauen. Das mag ich Euch an dieser Stelle nicht verraten (oder schreibt mir ins Gästebuch).
Ich kann Euch aber verraten: Dieser Film hat mich zutiefst gerührt. In klaren und einfachen Bildern wird hier ein exotischen Märchen erzählt. In der mir so unbekannten Mongolei spielt eine Geschichte, die alle Menschen verstehen: Es geht um die Suche nach Liebe und Geborgenheit, das alle Lebewesen vereint.
***unerlässliche Infos
Sprachen: Deutsch /Mongolisch, deutscher Untertitel.
Lauflänge: ca 87 Minuten
Bildformat: 16: 9
DVD-Bonus: Hier findet man einige Interviews und kleine Berichte von den Dreharbeiten, außerdem Trailer und eine sehenswerte Bildergalerie von den Darstellern.
Die Regisseure dieses Film sind übrigens Absolventen der Hochschule für Fernsehen und Film München.
Das Bonusmaterial ist relativ kurz bemessen, gibt allerdings einen schönen Einblick in die Dreharbeiten, die sicherlich nicht ganz einfach waren. Neben den Sprachschwierigkeiten mit den mongolischen Laiendarstellern, erschwerte der Wüstenwind die Dreharbeiten.
Die beiden Regisseure lernten sich übrigens während des Studiums an der Münchner Filmhochschule kennen. Byambasuren Davaa, die mongolische Regisseurin, erzählte Luigi Falorni von dem wahren Märchen des weinenden Kamels. Falorni war sofort Feuer und Flamme-
Besonders schön finde ich die umfangreiche Bildergalerie, die viele Schnappschüsse von den tierischen Darstellern. Kamele sind so süß...
***was schreibt die Presse?
„Unwiderstehlich“ – Der Spiegel
„Fern von jeglichem Kitsch rührt dieser Film zu Tränen“ - Vogue
Dieser Film ist eine interessante Mischung aus Dokumentarfilm und Spielfilm. Wer einen Actionfilm sucht, wird mit diesem Film wenig Spaß haben. Ich könnte mir vorstellen, dass der Dokumentarcharakter dieses Films vielen nicht gefallen könnte und auch ich empfand die ersten Minuten etwas befremdlich. Doch nach wenigen Minuten zogen mich die faszinierenden Bildern in ihren Bann.
Dieser Film besticht durch exotische Landschaften (Wüste Gobi) und einer Geschichte, die tief berührt. Sehnen wir uns nicht alle nach Liebe und Geborgenheit? Dieser bewegende Film rührt zu Tränen ohne sich auch nur einen Moment kitschiger Klischees bedienen zu müssen.
Das Bonus-Material ist interessant, aber nicht allzu üppig. Die Interviews mit den beiden Regisseuren sind sehr ausführlich und aufschlussreich. Für Cineasten gibt es noch ein sehr ausführliches Interview mit dem Produzenten, der von den Schwierigkeiten eines Filmprojekts in der Wüste berichtet. Besonders schön ist die mongolische Hintergrundmusik.
Ich kann diesen Film Euch sehr empfehlen. Noch immer tief bewegt vergebe ich 5 Punkte.
Ich freue mich auf Eure Kommentare und Anmerkungen!
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Rührende Geschichte
ein Testbericht von nymphea2005-05-15 23:14:07vom 15.05.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Lange Momente, Schöne Geschichte ...Nachteile/Kritik: Nichts für Leute, die keinen Dokumentationen mögen
Eigentlich wollte das deutsche Film-Team nur eine gewöhnliche Doku über das Leben eines Stammes in der Wüste Gobi drehen, doch wie der Zufall es wollte, wurde daraus "Die Geschichte vom weinenden Kamel", eine rührende Geschichte über eine Kamelmutter und ihr Junges.
Am Anfang wird hauptsächlich über das Leben der mongolischen Familie berichtet, später erfährt man dann, dass ein Kamelweibchen hochschwanger ist und irgendwann ist es dann soweit- doch die Geburt entpuppt sich schwieriger als gedacht, denn das Kind liegt falsch herum und so zieht sich der Geburtsvorgang lange fort. Als das kleine Kamel dann endlich erschöpft im Sand liegt, weigert sich die Mutter, ihr Neugeborenes anzunehmen.
Alle Versuche, das Muttertier doch noch umzustimmen, scheitern und so machen sich zwei Söhne in die nächste Stadt auf, um einen Geigenspieler zu organisieren. Schließlich kehren sie dann mit einem Geigenlehrer zurück, der nach alter Tradition dafür sorgen soll, dass die Mutter ihr Kind wieder annimmt.
Als ein Bekannter uns von diesem Film erzählte, war mir klar, dass ich ihn umbedingt sehen musste, allerdings war es erst ein Jahr später soweit und ich wurde auch nicht enttäuscht.
Der Film von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni gewährt einen interessanten Einblick über das Leben in der Wüste und bezaubert besonders durch seine herrlichen Aufnahmen und langen Momente, eben eine Dokumentation, aber doch irgendwie manchmal an einen Spielfilm erinnert, da eben eine richtige Handlung klar wird. Aber ich liebte besonders diese langen Aufnahmen, da in normalen Spielfilmen nun ja alles so schnell geschnitten wird.
Die Geschichte fand ich sehr rührend (auch die kleinen Nebenhandlungen, so ist der jüngere der beiden Brüder ganz faziniert von Fernsehern, als er in die Stadt kommt, und bekommt am Ende des Films nach Protesten seiner Eltern doch noch einen), dieses kleine niedliche Kamel, das erst wieder von seiner Mutter angenommen wird, als der Geigenspieler seine alten Melodien spielt und sie so zum Weinen bringt (ich wusste noch nicht einmal, dass Kamele weinen können!), einfach herrlich!
ein Testbericht von hotandspicy1975@hotmail.com2005-04-26 11:07:31vom 26.04.2005Empfehlung: ja
Vorteile: öffnet die Augen über das Gefühlsleben von Tieren...Nachteile/Kritik: berührt und macht ein schlechtes Gewissen über den Umgang von Menschen mit Tieren
Ich habe selten einen Film gesehen, der mich so sehr berührt hat wie dieser. In diesem Dokumentarfilm, den meines Wissens die Abschlussarbeit eines Studenten der Filmhochschule München darstellt, geht es um eine Nomadenfamilie, die mehrere Kamele besitzt. Nach einer besonders schweren Geburt verstößt die Kamelmutter ihr Junges, woraufhin ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, da die Familie das Kamel dazu bringen will, ihr Junges anzunehmen, bevor dieses verdursten muss. Sie beschließt daraufhin, einen Musiker eines anderen Volkes zu holen, der die Kamelmutter durch seine Musik dazu bringen soll, ihr Junges
anzunehmen.
Besonders berührt hatte mich bei diesem Film die schlagartige Erkenntnis, wie ähnlich Tiere doch uns Menschen sein können. So war deutlich zu erkennen, dass das Kameljunge nicht nur ums überleben kämpfte, sondern auch verzweifelt um die Gunst seiner Mutter. Auch andere Kamele wurden mit ihren Jungen gezeigt, wobei klar wurde, dass der Umgang der Muttertiere mit ihren Jungen nicht nur durch die Nahrungsaufnahme bestimmt wurde, sondern auch durch liebevolles Miteinanderkuscheln. Die Emotionen der Tiere wie beispielsweise Tränen bei der Ablehnung haben mich wirklich schockiert und mich auch sehr beschämt, weil mir in diesem Moment schlagartig klar wurde, wie ignorant doch unsere menschliche Sicht oft ist. So war mir nicht klar, wie menschlich Tiere Emotionen wie beispielsweise Angst oder Trauer äußern können. An einer anderen Filmstelle haben die Menschen einem Kameljungen sein erstes Halfter geknüpft und wollten es ihm anlegen. Die Augen des Jungen, die die blanke Angst widerspiegelten, da es die Situation nicht einschätzen konnte, habe ich immer noch bildlich vor mir.
Meines Erachtens berührt und bewegt dieser Film mehr als es bislang andere Filme vermochten. Ich habe ihn vor etwa 4 Wochen gesehen und habe seitdem kein Fleisch mehr essen können. Ob ich das auf Dauer durchhalte, weiß ich nicht. Für eine "Vollblut-Vegetarierin" esse ich Fleisch einfach zu gerne. Ich sehe es seitdem allerdings vielmehr als Luxus, den man sich nicht täglich sondern nur in besonderen Situationen gönnen sollte. Allen, die ebenfalls beim Fleischverzehr mit ihrem Gewissen hadern, vielleicht nur noch einen letzten Anstoß brauchen, Tiere ebenfalls nicht mehr als alltägliche Nahrungszufuhr zu sehen sondern als Lebewesen, die Freunde, Angst und Trauer ebenso empfinden und ausdrücken wie wir, kann ich diesen Film nur wärmstens empfehlen.
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ein Testbericht von w.gruentjens2004-09-25 09:45:51vom 25.09.2004Empfehlung: ja
Die Geschichte vom weinenden Kamel ist eine Geschichte mit wenig Handlung, aber mit vielen guten Ansätzen zum Nachdenken; sie ist ein Film ohne bekannte Schauspieler, ohne Action, Filmmusik, ohne Effekte, aber mit viel Ruhe, Schönheit und Aussage.
Wir werden zunächst in die Wüste Gobi geführt, in eine Gegend, von der man sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass dort Menschen leben. Sie leben aber da, und sie haben Schafe und Kamele gezüchtet, die mit den kargen Pflanzen, die dort wachsen, und mit Wasser, das menschliche Brunnentechnik hinzufügt, leben können. Und schon bald
wird man in das Leben der Bewohner und der Tiere eingeführt.
Die Bewohner haben keine Häuser, sondern Zelte - etwa wie die Jurten der Pfadfinder - mit festen Türen. Die Familie lebt darin als Großfamilie - drei Generationen zusammen. Es ist zwar alles für unsere Begriffe veraltet, aber es ist nicht steinzeitlich. Der Ofen heizt und kocht, wenn man das Oberteil abnimmt und durch einen Wok ersetzt, und er wird bestückt mit den trockenenen Pflanzenteilen, die man genügend in der Umgebung findet.
Die Familienmitglieder haben Respekt voreinander, denn die Trennung zwischen Alt und Jung wie bei uns gibt es noch nicht. Man hat auch Respekt vor den Tieren. Immer, wenn wir von Viehzüchtern der Jungsteinzeit sprechen, dann meinen wir, das Vieh wäre sozusagen der Betrieb und würde fast automatisch wachsen und gedeihen. In diesem Film wird uns aber beigebracht, dass Tiere nur gedeihen, wenn man sich um sie kümmert. Ausführlich wird gezeigt, wie die Viehzüchter ihr Vieh lieben, pflegen, füttern, bei der Geburt helfen, kleine Lämmer als Haustiere pflegen oder den richtigen - oder manchmal falschen? - Müttern zuordnen.
So kommt es dann auch zum Problem, das den Film bis zum Ende beschäftigen wird: Eine Kamelkuh, die ihr erstes Junges zur Welt bringt, hat eine schwere Geburt; und außerdem ist das Junge noch weiß, also vielleicht ein Albino. Jedenfalls lehnt die Mutter das Junge ab. Schon wenn es ihr gezeigt wird, macht sie abweisende Töne, wenn es trinken will, stößt sie es weg, wenn es schmust, erwidert sie das Schmusen nicht.
Die Bewohner versuchen dann mit Hilfe der Lamas (ich meine nicht die Tiere, sondern die buddhistischen Priester) und diverser Opfergaben das Problem zu lösen; aber das gelingt nicht.
Hier merken wir zum ersten Male: Tiere müssen auch eine Seele haben; und dieser Gedanke setzt sich in dem Film immer weiter fort.
So entschließen sie sich endlich, das Hoos-Ritual, bei dem durch Musik ein Kamel zum Weinen und zum Erweichen seiner Gefühle gebracht werden soll, anzuwenden. Welche Unterschiede zu unserer Kultur, in der wir das Junge entweder zwangsfüttern würden, die Mutter festbinden oder das Junge sterben lassen würden!
Die beiden jungen Söhne der Familie - etwa 13 und 7 Jahre alt - müssen dazu in das "Zentrum" - einen Marktflecken, der auch ein Kultur- und Schulzentrum beinhaltet - reisen. Das machen sie auf Kamelen.
Doch: Je weiter sie sich von der fast schon steinzeitlichen Behausung ihrer Eltern entfernen, desto mehr nähern sie sich der westlichen Zivilisation. Es ist schon bedrückend zu erfahren, wie z. B. bei den nächsten Nachbarn, die etwss reicher sind und auch einen Jeep, ein Motorrad und einen Fernseher mit riesiger Satellitenschüssel haben, der kleinere Junge nicht mehr auf die Gespräche achtet, sondern nur noch auf lächerliche Disney-Plattitüden aus dem TV.
Und: Als sie schließlich im Zentrum ankommen, laufen die Jugendlichen dort nicht mehr in der traditionellen mongolischen Kluft herum, sondern in Jeans. Andererseits wird dort sehr die Tradition gepflegt: So sehen wir kurz in eine Klasse von Ballettschülerinnen und -schülern hinein und wir erleben dann auch den Musikunterricht mit Instrumenten, die unseren mittelalterlichen Fideln ähneln - aber nur mit zwei Saiten und ohne Stege.
Denn den Musiklehrer brauchen die beiden, um das Hoos-Ritual, das ein Kamel zum Weinen bringen soll, damit sie das Junge annimmt, initiieren zu können.
Die Verbindung von urzeitlicher Tradition und modernen Einflüssen wird in dem Film immer wieder als mal geglückt, mal widersprüchlich, gezeigt. Schon das ist ein Grund zum Nachdenken.
Im Hoos-Ritual schließlich wird eine Melodie von einer Frauenstimme gesungen und dann von der Fidel begleitet. Sie wechselt zwischen der äolischen und der phrygischen Tonart und fügt noch Halbtöne hinzu, die uns fremdartig erscheinen. Sie wechselt von ganz langsamen Passagen zu schnelleren, dann wieder zu langsamen und zu Trillern, die die langen Töne auflösen - das alles hat schon eine sehr psychische, fast hypnotische Wirkung auf den Filmbetrachter und -hörer: Aber nicht nur auf diesen, sondern auch auf das Kamel.
Dieses beginnt nämlich, zunächst eine Träne zu vergießen, dann werden es mehr, und schließlich weint das Kamel richtig. Und: Es lässt nun das Junge, das Fohlen, das ihm während des Rituals immer näher gebracht wurde, endlich trinken. Es kann überleben!
Dieser Film wurde als Abschlussarbeit für ein Diplom an der Filmhochschule München gedreht, und er hat viel, ja sehr viel Anerkennung gefunden. und das finde ich auch berechtigt. Es ist ja so, dass wir durch die amerikanischen, konstruierten Komödien, Dramen und Thriller verdorben sind: Da ist ein Film, der sich auf Ursprüngliches besinnt, ein guter Widerpart, ja: eine wunderbare Alternative.
Der Einfluss der westlichen Zivilisation auf die ziemlich natürlich gebliebenen Menschen der Wüste Gobi wird schon deutlich. Wenn der Großvater dem Enkel noch erklärt, dass die Glasbilder des TV schlecht sind, so bekommen doch immer mehr Familien der Gobi einen Fernseher.
Die Regie ist nie schülerhaft, nie stümpernd; man merkt nie, dass das Budget beschränkt ist. Die Laienschauspieler wirken nie gestellt. Störende Filmmusik fehlt; Musik wird nur dann gespielt, wenn sie auch tatsächlich von den Leuten, die man sieht, gemacht wird.
Jedem, der einmal einen besonders ruhigen Film, über den man mehr nachdenken als lachen kann, sehen möchte, dem kann ich diesen Film nur empfehlen. Auch für Kinder kann die "Begegnung" mit den natürlicheren Menschen der Wüste Gobi, aber auch die Erkenntnis der Infiltration durch die "Errungenschaften" der Zivilisation bereichernd sein. Bereichernd, ja, das ist es: Dieser Film hat mich bereichert - viele andere haben mich nur unterhalten.
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antjeeule, 25.09.2004
Diese Rezension habe ich gerne noch einmal uumlberflogen. Sie gefiel mir bei Ciao schon so gut. Diesen Film werde ich mir wohl wirklich noch ansehen. LG, Antje
Wunderblume, 25.11.2004
Mich hat der Film sehr bewegt, ich habe ihn in einem ganz kleinen Kinosaal mit quotSteinzeittechnikquot gesehen, das wirkt bei Filmen dieser Art noch besser.