Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden
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Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden
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Testberichte Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden

 (gebundene Ausgabe)
5.0 von 5
Platz 73 in der Kategorie "Bücher Humor, Cartoons & Comics - M, N, O".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
Meinungen:
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Preisvergleich: nicht verfügbar

Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Humor:  sehr humorvoll
Spannung:  sehr hoch
Niveau:  
Unterhaltungswert:  sehr hoch
Aufmachung:  sehr schön
Zielgruppe: jedermann
Wie ergreifend ist die Story?: ergreifend
Seitenzahl: 300-400
Stil: ausschmückend
Vorteile
  • - Tolle Geschichten - schön aufgemachter Sammelband
  • Alles
Nachteile/Kritik
  • - nichts
  • Nichts
AChristoteles

Von Schottland bis zum Geldspeicher

ein Testbericht von 2010-02-08 11:19:06 vom 08.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: - Tolle Geschichten - schön aufgemachter Sammelband...
Nachteile/Kritik: - nichts
Als Kind habe ich Comics ohne Ende verschlungen. Mit voranschreitendem Alter geriet dieses Faible immer mehr in den Hintergrund, aber ohne einige, meiner gezeichneten Helden komme ich bis heute nicht aus: Isnogud, Asterix und eben der Duck-Clan aus Entenhausen. Besonders gefallen haben mir immer die Comics von Carl Barks, dem Schöpfer Entenhausens und seiner zahlreichen Einwohner, sowie die Werke von Bark's legitimen Nachfolgers Don Rosa. Rosa hat sich - neben vielen weiteren herausragenden Geschichten aus seiner Feder - der Aufgabe gestellt, das Leben von Donald's reichem Onkel Dagobert detailliert zu schildern. Dieser komplette Zyklus - genannt "Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Millarden" - liegt nun gesammelt als 430 Seiten starkes Comic Album vor.

Inhalt meines Berichts
1. Wer ist Don Rosa?
2. Don Rosa - Stil und Merkmale
3. Das Problem mit den Ducks
4. Das Werk "Sein Leben, seine Milliarden"
5. Der Sammelband - Inhalt, Umfang, Aufmachung
6. Fazit

Verwendete Fachausdrücke:
Panel - ein einzelnes Comicbild
Speedlines - Grob übersetzt, "Bewegunslinien". Mit Strichen und Bögen wird so in einem Comic Bewegung dargestellt

Wer ist Don Rosa?

Keno Don Rosa wurde 1951 in Louisville, Kentucky (USA), geboren. Bereits in jungen Jahren wurde Don mit einem regelrechten Comic Virus infiziert, wobei ihm vor allem die Duck Comics aus der Feder von Carl Barks imponiert haben. Zunächst studierte Rosa Ingenieur-Wesen, wobei ihm sein zeichnerisches Talent zugute kam. Mehrere Jahre arbeitete er im Familienunternehmen mit, war jedoch schon nebenher für Comic Zeitschriften aktiv.

Mitte/Ende der Achtziger trat der amerikanische Verlag Gladstone auf ihn zu, und offerierte ihm das Angebot, künftig die Ducks zu zeichnen. Der damalige Chefredakteur kannte Rosa's frühe Arbeiten und wusste, dass Rosa insbesondere ein Liebhaber und Kenner der Barks Abenteuer war. Da die Forderungen, nach Fortsetzungen der klassischen Carl Barks Stories groß waren, durfte Rosa sein Debüt mit "Das Gold der Inkas" geben.

Diese Geschichte kam gut an und so trat Rosa aus dem Familienunternehmen aus und zeichnete fortan Duck Comics. Neben einigen, eigentständigen Geschichten kam er dabei immer wieder auf die Schauplätze seines großen Idols Carl Barks zurück. Knapp zwei Jahre arbeitete er am Zyklus "Dagobert Duck: Sein Leben, seine Milliarden", der schließlich zu einem großen Erfolg wurde, und u.a. im deutschen Micky Maus Heft als Mehrteiler veröffentlicht wurde.

Rosa fügte später noch einige Zwischenkapitel aus dem Leben von Dagobert hinzu, musste aber aufgrund einer fortschreitenden Augenkrankheit vor einigen Jahren den Zeichenstift beiseite legen.

Don Rosa - Stil und Merkmale

Comics von Don Rosa ragen aus der mittlerweile unüberschaubar gewordenen Flut von Entengeschichten durch den unnachahmlichen Stil heraus. Zum einen sind seine Panel's stets sehr detailliert in Sachen Hintergründe, Szenen aber auch einzelnen Details (wie z.B. Blätter eines Baumes) und unterscheiden sich daher von dem meist spartanischen Stil der meisten Comics. Ein Merkmal seines detaillierten Stiles ist es auch, im Hintergrund kleinere Witze ablaufen zu lassen, während im Vordergrund die Hauptgeschichte weitergeführt wird (so z.B. unterhält sich Dagobert mit einem Museumsdirektor, während Donald im Hintergrund erfolglos eine Maus jagt).

Zum zweiten zeichnet Rosa sehr aktions-orientiert, seine Bilder weisen eine Lebendigkeit auf, wie sie kaum ein Duck Comic hat. Zu dieser Lebendigkeit trägt u.a. bei, dass Rosa viel mit Mimik in den Gesichtern der Enten sowie effektiv Schatten bzw. Lichteffekte einsetzt.

Ein weiteres Merkmal ist die geschichtliche Recherche. Zum einen erzeugt keine Rosa zu den Geschichten, die Carl Barks gezeichnet hat, keine Widersprüche sondern nutzt deren inhaltliche Fakten, zum zweiten stellt Rosa ferne Länder bzw. historische Figuren (wie z.B. Theodore Roosevelt) korrekt dar ohne Widersprüche zur realen Welt zu schaffen.

Rosa widmet jedes seiner Comics Carl Barks, daher findet man auf der ersten Seite jeder Geschichte irgendwo das Kürzel D.U.C.K. (Dedicated to Uncle Carl from Keno = Gewidmet Onkel Carl von Keno). Da die zuständigen Redakteure für die Comics, diese Widmung zunächst immer entfernt hatten, fügte Rosa diese Widmung versteckt ein. Der Schriftzug DUCK ist so im Fellmuster eines Tieres oder in Falten von Kleidungsstücken zu entdecken.

Das Problem mit den Ducks

Wie oben erwähnt, gibt es eine mittlerweile unüberschaubare Anzahl an Duck Comics. Wöchtenlich kommen neue dazu. Gezeichnet werden die Comics neben den Staaten, auch in Europa. So kommt es, dass es so etwas wie einen inhaltlichen Zusammenhang im Endeffekt nicht gibt. Die Lebensgeschichte von Onkel Dagobert wurde in zahlreichen Comics daher immer wieder unterschiedlich beschrieben, gleichwohl jede Geschichte vom Goldrausch im Klondike berichtet. Die Ducks sind zudem "alterslos", d.h. in ihrem jetzigen Alter spielen die Comics permanent in der Jetzt-Zeit. Hätte Onkel Dagobert also zum Beispiel sein Glück im Goldrausch von Klondike gemacht, so müsste er jetzt schätzungsweise 130 Jahre alt sein.

Natürlich kann man jetzt darüber streiten, wieviel Realismus ein Comic braucht, Rosa aber hat sich darüber Gedanken gemacht. Zum einen griff er für seine Geschichten stets auf Carl Barks zurück, welcher schließlich Entenhausen und sämtliche Charaktere (ausgenommen Donald und die Neffen) erfunden hat. Zum Zweiten lässt er seine Geschichten, ebenso wie Barks, in den Fünfzigern spielen um die Alterslosigkeit seiner Charaktere zu erklären.

Das Werk "Sein Leben, seine Milliarden"

Rosa schreibt Dagoberts Lebensgeschichte in zwölf Hauptkapiteln nieder.
Später hat Rosa einige weitere Geschichten geschrieben, die er als Zwischenkapiteln eingefügt hat.
Hier ein kurzer Umriss der einzelnen Geschichten:

DIE HAUPTKAPITEL

Kapitel 1: Der Letzte aus dem Clan der Ducks
Schottland im 19. Jahrhundert. Wir sehen Dagobert als kleinen Jungen, sein Entschluss Schottland zu verlassen und erfahren auch wie er seinen berühmten Glückszehner verdient hat.

Kapitel 2: Der Herr des Mississippi
Dagobert als Teenager. Er zieht in die Staaten um auf dem Fährschiff seines Onkels zu dienen.

Kapitel 3: Der Held der Badlands
Dagobert schließt sich Viehzüchtern im wilden Westen an und lernt nebenbei einen gewissen Roosevelt kennen.

Kapitel 4: Der Kupferkönig
Dagobert scheint endlich Glück zu haben als er auf eine reichhaltige Kupfer-Ader stößt.

Kapitel 5: Der Retter der Duckenburg
Dagobert kehrt zurück nach Schottland, um seinen Familiensitz vor der Versteigerung zu bewahren

Kapitel 6: Der Schrecken von Transvaal
Dagobert trifft in Afrika erstmalig auf seinen späteren Konkurrenten MacMoneysac.

Kapitel 7: Der Jäger des heiligen Opals
Australien stellt Dagobert auf eine Charakterprobe: Soll er durch antike Reliquien zu schnellem Reichtum kommen, oder doch den ehrbaren, aber mühsamen Weg weitergehen?

Kapitel 8: Die Einsiedler am White Agony Creek
Dagobert als Schürfer im Goldrausch am eisigen Yukon, wo er schließlich sein Glück machen wird, aber auch eine Entscheidung trifft, mit der er später nicht immer glücklich sein wird.

Kapitel 9: Der Milliadär im Hochmoor
Ein letztes Mal geht Dagobert zurück nach Schottland und beschließt, für immer weg zu ziehen.

Kapitel 10: Der Herrscher über Entenhausen
Dagobert errichtet sich sein markantes Erkennungsgebäude auf den Trümmern des Forts Entenhausen und erregt dabei viel Ärger.

Kapitel 11: Der Geschäftsmann ohne Gewissen
Reichttum verdirbt den Charakter. Wir sehen Dagobert sein Geschäftsimperium aufbauen, aber auch wie der Charakter darunter leidet.

Kapitel 12: Der Einsiedler der Villa Duck
Viele Jahre später. Dagobert ist einsam und verlassen in seiner Villa und lässt seine einzig, verblieben Verwandten - Donald und seine drei Neffen - zu sich kommen. Da Donald scheinbar die Gerüchte um den Geldspeicher für Humbug hält, beschließt Dagobert ihm die Tonnen Bargeld zu zeigen. Leider interessieren sich auch die Panzerknacker dafür...

DIE ZUSATZKAPITEL

Vor Kapitel 1:
Das Geheimnis des Glückszehners

Wir erfahren, wie Dagobert seinen ersten, selbstverdienten Zehner erhalten hat. Und wie eine bestimmte Hexe damit in Verbindung gebracht wird...

Während der Zeit von Kapitel 3
Abenteuer auf Java

Dagobert und sein Onkel haben eine Fracht zu transportieren

Während der Zeit von Kapitel 6
Der Rächer von Windy City

Dagoberts Onkel, mittlerweile berühmter Groschenroman Autor, sowie Buffallo Bill und Geronimo begeistern mit ihrer Wild West Show Amerika, aber nicht unbedingt Dagobert

Während der Zeit von Kapitel 8
Verschwörung der Gauner

Die Schürfer des Ortes Dawson wollen Dagobert eins auswischen und lassen seinen Claim sperren

Nach Kapitel 12
Der letzte Schlitten nach Dawson

Dagobert erfährt, das sein lang verschollen geglaubter Hundeschlitten gefunden wurde. Doch auch ein alter Widersacher ist interessiert...

Während der Zeit von Kapitel 9
Der Jaguargott von Culebra

Der Bau des Panama Kanals wird aufgehalten, als Dagobert partout seinen Claim nicht aufgeben will

FAZIT

Auf über 300 Comic Seiten erzählt Rosa die Geschichte von Dagobert und revidiert das bisherige Bild von Donald's reichem Onkel. Rosa schildert seine Hauptfigur als Abenteuerer, der trotz aller Widrigkeiten versucht, den ehrbaren Weg weiterzugehen. Glaubwürdig und nachvollziehbar wird Dagoberts Lebensweg beschrieben und wenn dann noch eine Dame namens Nelly ins Spiel kommt, weiß man plötzlich, das nicht nur Gold das Herz von Dagobert erwärmt.

Natürlich kommt bei all den tollen Geschichten auch der Spaß nicht zu kurz und gerade die vielen Bildwitze und Zeichnungen im Hintergrund lassen den Leser abwechselnd schmunzeln und auch wiehern.

Der Sammelband - Inhalt, Umfang, Aufmachung

Ein insgesamt 430 Seiten starkes Comic Album, gut coloriert mit Hochglanz Umschlag. Das Umschlag Layout zeigt Dagobert im Vordergrund, die insgesamte Aufmachung ist bewusst antiquiert.

Neben den zwölf Hauptkapiteln und den Zusatzkapiteln bietet dieses Band jedoch mehr:

- Einleitung zum Zyklus "Sein Leben, seine Milliarden"
- eine Kurzbiographie von Zeichner Don Rosa
- vor jeder Geschichte Informative Kommentare von Don Rosa
- viele Skizzen und Entwürfe
- Der D.U.C.K. Widmungen - Führer: Wo sind sie versteckt?

Alles sehr schmuck und liebevoll aufgemacht. Der Preis von 19,00 € (Festpreis vom Verlag!) ist meiner Meinung nach mehr als gerechtfertigt.

Daten:
ISBN: 3770403894
EAN: 9783770403899
Verlag: Ehapa Egmont

Fazit

Auf über 300 Comic Seiten erzählt Don Rosa die Geschichte von Onkel Dagobert, von seinen bescheidenen Anfängen im schottischen Hochmoor bis zum massiven Geldspeicher von Entenhausen. Lustig, spannend und bisweilen auch anrührend. Wenn auch nur ein Comic im Bücherregal stehen sollte, dann dieses!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr humorvoll
Zielgruppe:jedermann
Niveau:Niveau von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 2,0 leichte Kost
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr hoch
Spannung:Spannung von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 4,0 hoch
Wie ergreifend ist die Story?:ergreifend
Aufmachung:Aufmachung von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr schön
Seitenzahl:über 400
Stil:ausschmückend
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Kommentare
cleo1
cleo1, 08.02.2010
Schöner Bericht. Einen schönen Wochenstart und LG cleo1
meerifan1
meerifan1, 08.02.2010
Einen lieben Gruß direkt aus der Rattenfängerstadt:-
Polarlicht1960
Polarlicht1960, 08.02.2010
SH und natürlich auch viele liebe Grüße von larissa
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Des Erpels steiniger Weg zum reichsten Mann der Welt

ein Testbericht von 2010-07-18 20:22:38 vom 18.07.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Alles...
Nachteile/Kritik: Nichts
Heute möchte ich allen Erpel-Fan ein weiteres Schmuckstück meiner Enten-Sammlung vorstellen, welches eigentlich in jede gute Comic-Sammlung gehört: Die Biografie von Dagobert Duck!
Zu Verdanken haben wir den liebenswürdigen Geizhals Carl Barks, der die Disney-Comics rund um Donald und Co. zum Welterfolg führte, der bis heute ungebrochen anhält.
Eigentlich sollte Dagobert im 1947 erschienenen Comic Die Mutprobe nur eine Nebenrolle spielen. Doch der geizige Erpel wurde so beliebt, dass bald weitere Comics mit und bald auch eine eigene Comicreihe rund um Onkel Dagobert erschien. In der TV-Serie "DuckTales - Neues aus Entenhausen" von 1987 - 1990 spielte er in 100 Folgen die Hauptrolle zusammen mit seinen Großneffen Tick, Trick und Track.

Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt, fasziniert bis heute noch Kinder, Erwachsene, Soziologen und Kapitalisten. Sein unermesslicher Geiz; seine Maxime, niemals auch nur einen Kreuzer mehr auszugeben als wirklich nötig ist, macht ihm zu einem Vorbild für Finanzmanager und Börsenspekulanten. Dagobert gehören zahllose Firmen auf der ganzen Welt, und sein einziges Lebensziel ist es, noch mehr Geld zu verdienen. Dieses hortet er in seinem gewaltigen Geldspeicher, denn Dagobert will das Geld nicht etwa anlegen oder investieren, sondern einfach nur besitzen, um wie ein Seehund hineinzuspringen, wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es dann in die Luft zu schmeißen, dass es ihm auf die Glatze prasselt.
Zwischendurch verschlägt es ihm auf Schatzsuchen rund um den Globus und darüber hinaus. Immer im Handgepäck: sein ewig vom Pech verfolgter Neffe Donald sowie die drei Großneffen Tick, Trick und Track.

-Ein Comictraum in Rosa-

Eine Besonderheit der Barks-Geschichten war, dass Dagobert nicht schon steinreich "geboren" wurde, sondern dass er sich sein Geld hart verdienen musste. So kam es, dass Barks immer wieder auf Dagobert Kindheit und Jugend aufmerksam machte und allerlei Hinweise darauf gab, wie Dagobert langsam aber sicher mehr und mehr Geld anhäufte. Der dänische egmont-Verlag wollte aufgrund dieser Rückblicke eine Biografie Dagoberts herausgeben. Man beauftragte damit den Zeichner Don Hugo Keno Rosa. Dieser wurde 1951 in Kentucky geboren, besitzt aber italienische Wurzeln, daher der leicht merkwürdige Name. Rosa zeichnete schon während seiner Schulzeit eigene Comics und avancierte durch Barks zum glühenden Dagobert-Fan. 1986 durfte er seine erste Dagobert-Geschichte für den Verlag anfertigen und mit der Zeit versammelte er eine riesige Fan-Schar neben sich. Es gibt nämlich 4 Besonderheiten, die Rosa so beliebt machen:

1. die Abenteuergeschichten, die die Ducks rund um den Globus jagen, sind genauestens recherchiert. Wenn sich die Enten also z.B. auf die Suche nach dem Schatz König Salomos in die Türkei begeben, dann sind die Fakten und Orte wirklich der Realität entnommen! Don Rosas Ducks leben in UNSEREM Universum und in UNSERER Realität, mit all ihren geschichtlichen Hintergründen.
2. Eben weil die Enten diese unsere Welt beleben, muss alles auch realistisch gezeichnet sein! Rosa geizt nicht mit Schraffierungen und Schattenspielereien; er ist ein Pedant und macht jedes Bildchen und jede Geschichte mit akribischer Perfektion zu einem kleinen Kunstwerk
3. Rosa ist ein Fachmann in Sachen Humor. Man sollte sich jedes Bild ruhig mehrmals genauestens ansehen, weil sich gerade im Hintergrund viele kleine Gagstories verstecken! Beispiel "Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek": Während Dagobert mit den Kindern im Fieselschweif-Museum über die Bibliothek von Alexandria diskutieren, gerät im Hintergrund eine "Sichere Lagerfeuer"-Vorführung völlig aus den Fugen, der zum"spontan angesetzer Erste Hilfe-Lehrgang" avanciert.
4. Don Rosa versteckt in jeder Geschichte (meist auf dem ersten Bild) eine Widmung für Carl Barks. D.U.C.K. steht für "Dedicated Unca Carl from Keno" und ist moisten sehr gekonnt in Bäume, Zäune o.ä. eingebaut. Die Fans lieben dieses Suchspiel!


***DAS BUCH***

Ich hatte das Glück, Don Rosa 2008 bei einer Signierstunde in einem Leipziger Comicfachhandel zu erleben. Dort kaufte ich mir dieses Buch für 19Euro und der Don persönlich zeichnete mir einen Dagobert in die Innenseite.
Mein Exemplar erschien 2007 in der bereits 6. Auflage. Ende 2008 erschien die 7. Auflage mit einem neuen Zusatzkapitel. Mein Buch mit Flexcover sieht also so aus wie auf dem Produktbild, auf der Rückseite sind die einzelnen Kapitel aufgezählt. Auf den Seiten 4 und 5 gibt's die Inhaltsübersicht, danach folgen auf 10 Seiten Informationen über Don Rosa und Dagobert. Und überall gibt's Bildchen aus Barks-Geschichten, die ja die Grundlage für diese Biografie bildeten. Auf den Seiten 16 - 267 gibt's dann die Hauptkapitel, auf den Seiten 268 - 426 folgen die Nebenkapitel. Danach folgt auf 4 Seiten die Auflösung aller versteckten D.U.C.K.-Widmungen.


***DIE GESCHICHTEN***

Jedes Kapitel wird mit einem Vorwort Don Rosas eingeleitet, der auf historische Fakten und Barks-Vorlagen hinweist. Wenns da was Besonderes gibt, werde ich darauf hinweisen.

***HAUPTKAPITEL***

"Kapitel 1 - Der letzte aus dem Clan der Ducks (The Last Of The Clan McDuck)"
Zeitraum: 1877 - 1880

Tief in den schottischen Hochmooren lebt der Clan der Ducks. Vater Dietbert, sein Bruder Jakob und Mutter Dankrade kümmern sich liebevoll um die drei kleinen Geschwister Dortel, Mathilda und Dagobert. Ihnen gehört auch die Duckenburgh, die sie aufgrund ihrer ärmlichen Verhältnisse nicht mehr bewohnen können. So haben die verfeindeten Whiskervilles die Ducks vertrieben, um nach einem versteckten Schatz zu suchen. An Dagoberts zehntem Geburtstag erhält er von Papa einen Schuhputzkasten. Als er zu Beginn jedoch "nur" eine wertlose 10- Kreuzer-Münze verdient, schließt Dagobert den Entschluss, reich zu werden. Es folgt eine ungeplante Konfrontation mit den Whiskervilles auf der Duckenburgh, die er dank der Hilfe des Geistes einer seiner Urahnen in die Flucht schlagen kann. Um seiner Familie zu helfen, folgt Dagobert dem Ruf der weiten Welt und verdient sich als Schiffsjunge eine Überfahrt nach Amerika.

Kritik: Jeder fängt mal klein an. Rosa zeigt uns hier die Duck-Familie in (noch) trauter Zusammenkunft. Auch machen wir die Bekanntschaft mit Sir Donnerbold Duck, einem Urahnen, der uns auch noch einmal über den Weg laufen wird. Und zu guter Letzt natürlich DAS Erfolgsgeheimnis schlechthin: Dagoberts Glückszehner, seine erste selbstverdiente Münze! Ein toller Auftakt mit viel Sentimentalität und einem Einblick in den uralten Duck-Clan!


"Kapitel II: Der Herr des Mississippi (The Master Of The Mississippi)"
Zeitraum: 1880 - 1882

Dagobert erreicht nach einer langen Überfahrt endlich Amerika. In Louisville, Kentucky, sucht er seinen Onkel Dietbert und wird in einem Saloon fündig. Dietbert gewinnt bei einem (nicht ganz fairen) Kartenspiel einen Flussdampfer seines Feindes Peristaltus Pork. Mit diesem Dampfer machen sich Dietbert, Dagobert und der Erfinder Dankwart Düsentrieb auf, die versunkene "Drennan Whyte" zu finden, die mit einer Ladung Gold untergegangen ist. Pork macht sich mit einer Räuberbande an die Verfolgung. Nach einem harten Kampf auf dem Fluss beschließt Dagobert, weiter nach Westen zu reisen, um dort das große Geld zu machen.

Kritik: Hier machen wir Bekanntschaft mit den Vorfahren der berühmt-berüchtigten Panzerknackerbande und ihrem Anführer Käpt'n Knack. Nur dass die Banditen noch keinen offiziellen Namen haben und erst über Umwege auf den Namen "Panzerknacker" kommen. Auch Daniel Düsentriebs Großvater Dankwart wird eingeführt, er hat nämlich ein Mittel gefunden, um verdrecktes Flusswasser in klares Trinkwasser zu verwandeln. Der Kampf der beiden Flussdampfer auf dem Mississippi ist sehr actionlastig und spannend und nach dem vermeintlichen Ende geht der Kampf noch in eine zweite Runde.
***Reale Fakten: Die Legende der "Drennan Whyte" gab es damals wirklich. Und gaanz zufällig wurde Don Rosa in Louisville geboren.


"Kapitel III: Der Held der Badlands (The Buckaroo Of The Badlands)"
Zeitraum: 1882 - 1883

Dagobert ist mittlerweile ein junger Mann geworden und reist mit dem Zug Richtung Westen, wo ihm ein alter Mann erstmal viereckige Eier zeigt! Den Zug-Überfall von Jesse James und seinen Brüdern kann Dagobert vereiteln, doch wird er dabei mitten im Nirgendwo ausgesetzt. Bei einem Rinderbaron geht er als Viehtreiber in die Lehre. Doch 2 fiese Mitarbeiter stehlen einen wertvollen Zuchtbullen und Dagobert reitet ihnen hinterher. Dabei trifft er auf einen jungen Harvard-Absolventen auf einem "Abenteuer-Urlaub", der ihm bei der Wiederbeschaffung des Zuchtbullen erfolgreich hilft.

Kritik: Gleich zu Beginn gibt's eine wunderbare Reminiszenz an die berühmten Viereckigen Eier, eine der besten Geschichten von Carl Barks. Nebenbei gibt's wieder viel Action und eine toll in Szene gesetzte Verfolgungsjagd mit den Bullen-Räubern, Indianern, Bären und Büffel.
***Reale Fakten: Jesse James und sein Bruder Frank waren damals gefürchtete Banditen, bis Jesse 1882 hinterrücks erschossen wurde. Dagoberts Boss, der Rinderzüchter Murdo MacKenzie war tatsächlich ein großer Rinderbaron. Und der junge Politiker, der Dagobert hilft, ist kein geringerer als der spätere US-Präsident Theodore Roosevelt!


"Kapitel IV: Der Kupferkönig (The Kind Of The Copper Hill)"
Zeitraum: 1883 - 1885

Nachdem Dagobert einige Zeit als Viehtreiber gearbeitet hat, zieht es ihn in den kleinen Ort Cow Gulch. In der Hoffnung eines Silberfundes steckt er sich einen Claim ab, dieser beinhaltet jedoch nur eine kleine Kupfer-Ader. Da allerdings langsam die "Elektrifizität" Einzug hält und elektrische Drähte aus Kupfer bestehen, stürzen sich alle auf die naheliegende Kupfermine, Dagobert jedoch glaubt weiter an seinen Claim. Eines Tages trifft er einen reichen Amerikaner, der ihm Tipps für die Ausgrabungen gibt. Außerdem kennt er ein gesetzliches Hintertürchen, welches Dagobert urplötzlich zum Besitzer der riesigen Kupfermine macht. Doch auf dem Erfolg kann er sich nicht ausruhen, erreicht ihn doch ein Hilferuf aus der Heimat...

Kritik: Es wird ernst! Dagobert entwickelt langsam einen gewissen Ehrgeiz und er muss erkennen, dass Reichtum und Freundschaft nicht zusammenpassen. Seine ehemaligen Freunde meiden ihn, als er plötzlich zu Geld kommt. Der Mann, der Dagobert dazu verhilft, ist übrigens der Vater seines späteren Konkurrenten Klaas Klever, der jedoch meist nur in italienischen Comics verwendet wird.
***Reale Fakten: Die Anaconda Kupferwerke sowie das Gesetz, das Dagobert kurzzeitig reich macht, gab es damals tatsächlich!


"Kapitel V: Der Retter der Duckenburgh (The New Laird of Castle McDuck)"
Zeitraum: 1885

Nach 5 Jahren kehrt Dagobert erstmal wieder heim. Da seine Familie die Grundsteuer für die Duckenburgh nicht bezahlen kann, wird diese nun versteigert. Mithilfe des Geldes aus der Mine könnten die Schulden beglichen werden. Doch die gemeinen Whiskervilles wollen ein Duell zwischen Dagobert und Angus Whiskerville dazu nutzen, den Scheck zu stehlen. Es folgt ein Kampf auf Leben und Tod, bei dem Dagobert mal wieder übernatürliche Hilfe bekommt.

Kritik: In dieser Story bekommt Dagobert endlich seine berühmten Zwicker, da "die Sonne in Montana seinen Augen arg zugesetzt hat." Des Weiteren treffen wir hier fast die komplette Ahnenschaft der Ducks. Sir Dusseltrutz, Sir Daunenstert, Sir Donnerbold, alle sind sie dabei und helfen Dagobert. Diese mit einem spektakulären Schwertkampf aufwartende Geschichte zeigt wieder den enormen Zusammenhalt des Duck-Clans.


"Kapitel VI: Der Schrecken von Transvaal (The Terror Of The Transvaal)"
Zeitraum: 1887 - 1889

Dagobert vermutet das große Gold am Ende des Regenbogens, also macht er sich auf nach Südafrika. Dort muss er gleich einen jungen Mann aus der Patsche helfen, der ihm anbietet, bei der Goldsuche zu helfen. Als Dagobert am nächsten Morgen aufwacht, muss er feststellen, dass sein neuer Freund ihm seine gesamte Ausrüstung geklaut hat! Dagobert kocht vor Wut und startet eine wilde Jagd bis nach Johannesburg, um den hinterhältigen Dieb zu stellen.

Kritik: In dieser Story muss Dagobert erkennen, dass er keinem Menschen mehr trauen darf! Erst recht nicht, wenn es um Geld und Gold geht. Was folgt, ist eine beeindruckende Darstellung purer Wut. Dagobert nimmt es mit so ziemlich allen Wildtieren auf, die es in Afrika gibt. Elefanten, Löwen, Giraffen, Hyänen und Nashörner...sie alle haben keinerlei Chance auf einen deftigen Entenbraten. Der Löwe muss schlussendlich als Reittier herhalten. Als er Dagobert anbrüllt, brüllt Dagobert erstmal zurück, was der Löwe mit einem weinerlichen "Miau?" kommentiert. Eine großartige Gagstory, in der Dagobert wiedermal einem seiner späteren Erzfeinde trifft: der junge Dieb ist nämlich kein Geringerer als Mac Moneysac!


"Kapitel VII: Der Jäger des heiligen Opals (Dreamtime Duck of the Never Never)"
Zeitraum: 1893 - 1896

Die Nachricht eines Goldrauschs führt Dagobert nach Australien, wo er sogleich den Überfall auf einen Eingeborenen vereitelt. Dieser Eingeborene nimmt ihn mit zu einem heiligen Traumpfad, in dessen Katakomben sich ein gewaltiger Opal versteckt! Ein Räuber jedoch klaut diesen Opal und Dagobert folgt ihm - auf dem Rücken eines Emus! Den Opal kann Dagobert wieder beschaffen. Doch besitzt er den Respekt vor den heiligen Schätzen der Ureinwohner?

Kritik: Don Rosa beschert uns hier eine sehr spirituelle Geschichte um Selbstfindung und Respekt vor der Vergangenheit. Am Ende lernt Dagobert tatsächlich, dass an jedem Schatz eine Geschichte hängt, die man nicht mit Füßen treten sollte. Eine wirklich interessante Geschichte, die neben einer wilden Känguru-Stampede auch eine gewaltige Springflut mitten in der Wüste bietet!


"Kapitel VIII: Der Einsiedler am White Agony Creek (The Argonaut of White Agony Creek)"
Zeitraum: 1896 - 1897

Und wieder folgt Dagobert dem Ruf des Goldes. Es verschlägt ihn nach Alaska, genauer gesagt nach Klondike. Dort trifft er auf den legendären Marshall Wyatt Earp, dessen Selbstüberschätzung jedoch bringt Dagobert um sein Erspartes, sodass er sich Geld leihen muss. Der hinterhältige Verleiher Shandy Schofel betrügt Dagobert und verlangt von ihm 100% Zinsen pro Monat! Dagobert reist nach Dawson, wo er Bekanntschaft mit der Barkeeperin Nelly macht. Sie ist gleich von seiner schroffen Art begeistert, doch Dagobert will nichts von ihr wissen. Auf eigene Faust erkundet er einen abgelegenen Gletscher-Pass, hinter dem er ein völlig unberührtes Fleckchen Natur und schlussendlich auch Gold findet. Zurück in Dawson lässt Schofel Dagobert gefangen nehmen, um an seinen Claim zu kommen. Dagobert entkommt und findet am Ende ein Goldnugget so groß wie ein Straußenei!

Kritik: Diese Story ist der Höhepunkte von Dagoberts Leben, da er nun endlich sein Gold findet! Außerdem trifft er auf Nelly, seine einzige wahre Liebe, was er natürlich niemals zugeben würde. Und seine Flucht von Schofels schwimmenden Casino verläuft dermaßen spektakulär und unglaubwürdig, dass Rosa sie als spätere "Legende" bezeichnet. _Einige sagten, Schofels Dampfer wurde durch eine Flutwelle aus der Beringsee zerstört! Die liegt schließlich nur 1200 Meilen flussabwärts!_
***Reale Fakten: Wyatt Earp gab es natürlich wirklich! Und der berühmte Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts führte zahlreiche Goldsucher nach Alaska.


"Kapitel IX: Der Milliardär im Hochmoor (The Billionaire of Dismal Downs)"
Zeitraum: 1898 - 1902

Dagobert kehrt nach Schottland zurück, um sich dort niederzulassen. Doch der Goldfund, seine erste Million und das daraus resultierende Misstrauen haben ihn geizig und emotionskalt gemacht. Zu hause angekommen, stellt er fest, dass seine Mutter gestorben ist und das Ansehen der Ducks langsam verblasst. Um seinen Ruf wiederherzustellen, will Dagobert an den Hochlandspielen teilnehmen. Zusammen mit seinem Gehilfen Scotty McTerrier tritt er beim Hammerwurf, Schafscheren, Wettangeln, Baumstammstoßen, Wettdichten und Golfen an, was jedoch in einer Blamage endet. Dadurch merkt Dagobert, dass er hier nicht bleiben kann. Da er ein Stück Land namens Entenhausen gekauft hat, will er mit seinen beiden -mittlerweile erwachsenen- Schwestern und seinem Vater dorthin ziehen. Da Vater sich jedoch zu alt dafür fühlt, bleibt er auf der Burg und kehrt zu seiner Frau zurück...

Kritik: Dies ist eine sehr zwiespältige Story. Einerseits hätten wir die wirklich witzige Konfrontation Dagoberts mit den Sitten der Einheimischen, andererseits zeigt Rosa den Tod von Dagoberts Vater. Rosa schreibt im Vorwort, dass dies eine sehr heikle Situation gewesen wäre, da noch nie eine Disney-Comicfigur gestorben sei. Er zeichnet Jakob Ducks Dahinscheiden allerdings sehr gefühlvoll und ohne großen Kitsch. Respekt dafür.


"Kapitel X: Der Herrscher über Entenhausen (The Invader of Fort Duckburg)"
Zeitraum: 1902

Irgendwo an der Westküste, inmitten des Staates Calisota, liegt Fort Entenhausen. Dorthin verschlägt es Dagobert und seine Schwestern. Und während sich Dortel in den Einheimischen Degenhard verliebt, muss sich Dagobert erst mit den allerersten Fieselschweiflingen, danach mit den Panzerknackern und schlussendlich sogar mit der gesamten Marine und US-Armee herumschlagen!

Kritik: Dagoberts Ankunft in Entenhausen beginnt nicht unbedingt harmonisch. Dafür sorgen nicht nur die Fieselschweiflinge, die das Eindringen in IHRE Burg dem US-Präsidenten melden, sondern auch die Panzerknacker sorgen für Unruhe. Dies sind aber jetzt die Nachkommen der Panzerknacker aus Kapitel II. Auch begegnet Dagobert wieder einmal Theodore Roosevelt, der es mittlerweile zum Präsidenten geschafft hat. Auch legt Rosa hier den Grundstein für weitere Duck-Mitglieder. Schwester Dortel verliebt sich in Degenhart, daraus resultiert später Donald! Und schließlich am Ende der Story thront über - das noch relativ menschenleere - Entenhausen der Geldspeicher!


"Kapitel XI: Der Geschäftsmann ohne Gewissen (The Richest Duck in the World)"
Zeitrum: 1909 - 1930

Entenhausen blüht auf dank Dagobert, der zahlreiche Geschäfte rund um den Globus unternimmt. Doch noch steht er nicht an der Spitze der reichsten Männer der Welt. Das soll sich aber schnell ändern! Zusammen mit seinen Schwestern reist er nach Afrika, um eine Gummibaumplantage zu erwerben. Doch der Anführer der Wilden, der Medizinmann Fuda, lässt Dagobert peinlich abblitzen. Dagobert heuert eine Truppe Söldner an, die das Eingeborenendorf niederbrennen. Mit einer List bringt Dagobert Fuda dazu, ihm das Land zu überschreiben, infolgedessen der wütende Medizinmann ihm einen Zombie auf den Hals hetzt. Dagobert, dessen Schwestern ihn mittlerweile enttäuscht von seiner unbarmherzigen Art verlassen haben, will zurück nach Entenhausen, macht aber immer wieder für lukrative Geschäfte Zwischenstopps, sodass er erst nach 27 Jahren nach Hause findet. Seine Familie (mit Donald und Schwester Della) wartet auf ihn, doch Dagobert besitzt mittlerweile kaum noch ein Herz...

Kritik: Diese Geschichte lässt Lesern den Atem stoppen! Dagoberts Habsucht kennt in dieser Geschichte kaum Grenzen. Getrieben von seiner Gier wird er zum gnadenlosen Verbrecher und brennt ein ganzes Eingeborenendorf wieder. Nur die Erinnerung an seine Jugend, als ihm sein Vater Selbstachtung und Ehrenhaftigkeit beibrachte, bringt ihn zu Besinnung. Den Weg zurück nach Entenhausen spickt Rosa mit vielen Zwischenstationen, Dagobert als erster Mensch am Nordpol; bei einer Audienz bei Zar Nikolaus II.; an Bord der untergehenden Titanic sowie als einziger Profiteur der Weltwirtschaftskrise. Zurück daheim sehen wir zum ersten Mal den kleinen Donald und seine Schwester Della. Und Dagobert als reichsten Mann der Welt...und gleichzeitig ärmsten.
***Reale Fakten: da brauch ich nicht viel zu sagen: Der Untergang der Titanic und die Weltwirtschaftskrise prägten den Beginn des 20. Jahrhunderts.


"Kapitel XII: Der Einsiedler der Villa Duck (The Recluse of McDuck Manor)"
Zeitraum: Weihnachten 1947

Zehn Jahre lang zog sich Dagobert aus seinen Geschäften und seiner Umwelt zurück und haust seitdem in einer protzigen Villa. Der erwachsene Donald und seine 3 Neffen sollen ihn plötzlich zum Weihnachtsessen besuchen. Der mittlerweile ziemlich gealterte Dagobert zeigt wenig Interesse an seinen nächsten Verwandten, fährt mit ihnen aber zum abgeriegelten Geldspeicher. Dort warten aber bereits die Panzerknacker auf ihn. Ob sie nun wollten oder nicht: plötzlich erwacht Dagoberts Kampfgeist und er nimmt den Kampf auf!

Kritik: Die Story beginnt mit einer Art "Wochenschau"-Rückblick, einer von Don Rosa liebevollen Ciziten Kane-Hommage. Dann treffen wir wieder Donald, der natürlich herumfrotzelt und nicht wirklich viel von Dagoberts Geschichten und Legenden hält. Auf Seite 6 hängt an einer Wand übrigens ein Will Eisner-Award, den Don Rosa 1995 für diese Biografie erhielt. Nette Idee, den Award in der Story einzubauen. Mit dem Auftauchen der aktuellen Panzerknacker und dem Auffachen von Dagoberts Kapfgeist legt diese Geschichte den Grundstock für alle folgenden Dagobert-Abenteuer. Zum Schluss der Biografie darf Dagobert das tun, was er am besten kann: Im Gold schwimmen und der Vergangenheit huldigen.


***NEBENKAPITEL***

"Kapitel 0: Das Geheimnis des Glückszehners (Of Ducks, Dimes and Destinies)"
Zeitraum: 1877

Nach einem Essen bei Donald und den Kindern erzählt Dagobert von seinem ersten selbstverdienten Zehner. Dieses Gespräch wird von der Hexe Gundel Gaukeley belauscht, die diesen Zehner benötigt, um die mächtigste Hexe der Welt zu werden. Mithilfe einer Zeitkerze reist Gundel in Jahr 1877, um dem kleinen Dagobert den Zehner abzunehmen. Dabei geht jedoch alles schief, was schiefgehen kann und am Ende trägt Gundel mehr zum Verdienst des Zehners bei, als ihr lieb ist.

Kritik: Dies ist eigentlich nicht mehr als eine herrliche Gagstory um die vom Pech verfolgte Gundel Gaukeley. Don Rosa wollte mit dieser Geschichte erklären, warum Dagoberts erste Münze eigentlich ein ausländischer Kreuzer ist. Das ist ihm hier hervorragend und logisch gelungen!


"Kapitel III B: Abenteuer auf Java (The Cowboy Captain of the Cutty Sark)"

Während seiner Cowboy-Zeit heuert Dagobert in Australien auf der Cutty Sark an, dem damals größten Segelschiff der Welt. Auf Java will er 2 Longhornstiere an den Sultan von Djokia verkaufen. Allerdings hat dessen Rivale, der Sultan von Solo, etwas dagegen. Durch einen Hinterhalt verliert Dagobert die Tiere, die der Sultan von Solo nun auf seinem Schiff hat. Mit der Cutty Sark nimmt Dagobert die Verfolgung auf und gerät mitten in den gewaltigen Vulkanausbruch von Krakatau.

Kritik: Eine trickreiche Story mit vielen Wendungen, einem hochspektakulären Vulkanausbruch und tollen Gags, allen voran die beiden Sultane, die nie reden sondern sich nur durch Handzeichen und ihren Hoflautsprechern verständigen. Auf Java tummelt übrigens sich auch Dübel Düsentrieb, Daniel Düsentribes Vater, der an einem dampfgetriebenem Automobil werkelt.


"Kapitel VI B: Der Rächer von Windy City (The Vigilante Of Pizen Bluff)"

Während seiner Goldgräberzeit trifft Dagobert wieder seinen Onkel Diethelm. Gemeinsam mit Buffalo Bill, P.T. Barnum, Annie Oakley und einem Indianer namens Jener-der-gähnt betreibt dieser eine Wildwest-Show. Eines Tages wird deren Geldtresor von der Dalton-Bande gestohlen. Gemeinsam nehmen die mutigen 6 Gestalten die Verfolgung auf.

Kritik: Don Rosa lässt hier einige der größten Wildwest-Helden aufeinandertreffen. Nur leider entpuppen sich gerade Onkel Diethelm und Buffalo Bill als ziemliche Knallchargen, denen so gar nichts gelingen will. Die Geschichte ist eine klassische Western-Story mit Indianern, fiesen Banditen und tollen Gags.
***Reale Fakten: Die Figuren, auf die Dagobert trifft, hat es alle tatsächlich gegeben: P.T. Barnum war ein Zirkuspionier, Annie Oakley Kunstschützin, Buffalo Bill Bisonjäger und der Indianer entpuppt sich als Geronimo, einem der berühmtesten Indianer seiner Zeit. Die Dalton-Brüder waren ebenfalls legendäre Räuber.


"Kapitel VIII B: Verschwörung der Gauner (Hearts Of The Yukon)"

Da Dawson sich mittlerweile zu einer Gangster-Hochburg entwickelt hat, schickt die Kanadische Regierung den Oberst Bodo von Beinhart in die Stadt, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Die Gauner der Stadt sehen harten Zeiten entgegen, doch kommt ihnen ein Plan wie gerufen: Um von sich abzulenken, stellen sie Dagobert als großen Gangster-Oberboss dar. Und ausgerechnet "seine" Nelly stellt Anzeige gegen ihn! Dagobert kann flüchten, doch muss er mit Nelly reden. Während er durch den Schnee und dem Wahnsinn entgegen stapft, bricht in Dawson ein Feuer aus!

Kritik: Eine zum Ende hin sehr sentimentale Geschichte, die jedoch durch die filmreife Inszenierung (gerade beim Feuer) sehr positiv auffällt. Dagobert und Nelly lieben sich, aber nie würden das beide zugeben. Stattdessen behindern sich beide, wo es nur geht. Am Ende steht Dagobert inmitten des Feuers seiner Nelly gegenüber. Eine tolle dramatische "Liebesgeschichte"!
***Reale Fakten: Der im deutschen genannte Oberst Beinhart ist in Superintendent Samuel Benfort Steele, der tatsächlich ein kanadischer Mounty war. Rosa machte ihn in der Story zum unfähigen Hanswurst, in Wahrheit jedoch war ein außerordentlich mutiger und tatkräftiger Mann. Außerdem kommt der Schriftsteller Jack London ("Wolfsblut","Der Seewolf") vor als Beinharts Regimentschreiber.


"Der letzte Schlitten nach Dawson (Last Sled To Dawson)"
Kein "richtiges" Kapitel, da es in der Gegenwart spielt

Dagobert erhält einen Brief aus einer Bank in Dawson. Vor vielen Jahren hatte er in einer Gletscherspalte seinen Schlitten verloren. Nun ist der Gletscher wiedergefunden worden. Mit Donald und den Kindern reist Dagobert nach Dawson. Nach einer kuren Begegnung mit Nelly treffen sie auch auf Shandy Schofel, der ebenfalls Interesse an Dagoberts Schlitten hat, da er darin einen Schatz vermutet. Es kommt zum Showdown auf dem Gletscher.

Kritik: Wie bereits erwähnt, gehört diese Geschichte nicht wirklich zur Biografie, da diese nur Rückblicke in die Vergangenheit bietet und sonst in der Gegenwart (also den 50ern, wie alle Duck-Comics von Rosa) spielt. Rosa benutzte diese Geschichte, um einfach eine Verbindung zur Barks-Story "Wiedersehen mit Klondike" aufzubauen, in der ebenfalls Nelly und Dagobert aufeinandertreffen. Herausgekommen ist eine nette, aber nicht überragende Abenteuer-Geschichte, an deren Ende mal wieder Dagoberts sentimentale Seite hervorschimmert.


"Kapitel X B: Der Jaguargott von Culebra (The Sharpie of the Culebra Cut)"

1906 reist Dagobert mit seinen Schwestern nach Panama, um eine sagenhafte Goldmine zu finden. Leider kommt er dabei dem Bau des Panama-Kanals in die Quere. Nur widerwillig lässt sich Dagobert von Theodore Roosevelt zu einem Deal bringen, bei dem Roosevelt Dagobert bei den Ausgrabungen hilft. Dies ist jedoch ein gefundenes Fressen für General Esteban, der einen Putsch in Panama plant. Roosevelt und Dagobert finden während ihrer geheimen Grabungen einen Tempel mit gewaltigen Goldschätzen, doch General Esteban steht bereits mit seinen Truppen bereit!

Kritik: Die letzte Story ist noch mal ein klassische Schatzsuche. Dagobert trifft hier bereits zum 3. Male auf Roosevelt, der sich im Grunde auch nach Freiheit und Abenteuer sehnt. Die Geschichte bietet wieder viele Gags, einen riesigen Schatz und mal wieder eine Schlusswendung, die sich gewaschen hat.
***Reale Fakten: 1906 inspizierte Theodore Roosevelt tatsächlich den Bau des Panama-Kanals!


***FAZIT***

Autsch, jetzt glühen die Finger, aber für ein kurzes Schlusswort wird's hoffentlich noch reichen :-)

Viel brauch ich nicht mehr sagen: Dagobert Ducks Biografie gehört eigentlich in jede gute Comic-Sammlung. Don Rosa verarbeitet hier dutzende Fakten von Carl Barks und vereint sie zu einem schlüssigen Ganzen, die den Aufstieg Dagobert Ducks zum reichsten Mann der Welt nahezu lückenlos nacherzählt. Spannung, Humor, Sentimentalität und Abenteuerlust ergeben gepaart mit akribisch genauen Geschichtsfakten und fantastisch-epischen Zeichnungen ein Standardwerk der Comickunst.
*ONKEL DAGOBERT - SEIN LEBEN, SEINE MILLIARDEN" kann ich wirklich JEDEM empfehlen. Es lohnt sich!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Fazit: Eine rundum gelungene Biografie der reichsten Ente der Welt!
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr humorvoll
Zielgruppe:jedermann
Niveau:Niveau von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 4,0 anspruchsvoll
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr hoch
Spannung:Spannung von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr hoch
Wie ergreifend ist die Story?:berührt ein wenig
Aufmachung:Aufmachung von Walt Disney: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden  (gebundene Ausgabe): 5,0 sehr schön
Seitenzahl:300-400
Stil:ausschmückend
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Kommentare
kruegerchristine
kruegerchristine, 18.07.2010
Wohl der einzige Superreiche der eine gewisse Sympathie in allen Bevölkerungsschichten fast neidlos geniesen darf! TOP-Bericht! :-
alicia_
alicia_, 18.07.2010
BW, werde mich über Gegenleistungen freuen, LG aus Köln
cleo1
cleo1, 19.07.2010
Schöner Bericht. Einen schönen Wochenstart und LG cleo1
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