Von Andreas Eschbach habe ich schon einige Bücher gelesen und so wollte ich auch diesen haben. Natürlich gab es ihn mal wieder nur als Hardcover mit dem entsprechend hohen Preis (s. u.). Also warten, oder zahlen!? Aber wozu gibt es Ebay. Dort war er gelesen in wie sich nach dem Erhalt herausstellen sollte super Zustand zu bekommen und das zu einem Preis, der nicht viel höher lag, als der entsprechende Preis meist bei Taschenbüchern ist.
Der Autor
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Andreas Eschbach gehört für mich zu den wenigen Thriller Schriftstellern deutscher Feder die gut lesbar sind, was schon den Vorteil hat, dass an keine Übersetzer braucht.
Er ist Jahrgang 1959, geboren in Ulm, er studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete als Softwareentwickler. Seinen ersten Roman schrieb er als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung (Die Haar-Teppichknüpfer, 1995). Obwohl er dafür den Literaturpreis des Sience-Fiction-Clubs Deutschlands erhielt ist er wohl weniger bekannt.
Bekannt wurde er 1998 mit seinem Thriller "Das Jesus-Video. Dieses Buch machte mich auf ihn aufmerksam und so las ist dann auch noch "Eine Billion Dollar (2001) und "Marsprojekt" (2001). "Der letzte seiner Art" (2003) habe ich bisher noch nicht gelesen.
Andreas Eschbach lebt mit seiner Familie heute als freier Schriftsteller in der Bretagne.
Die Story
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Der Nobelpreis ist wohl einer der, wenn nicht der renomierteste Preis weltweit. Er wird in verschiedenen Kategorien alljährlich in Oslo und Stockholm verliehen.
In Oslo wird der Friedensnobelpreis verliehen und in Schweden u. a. die Preise in Physik, Medizin., Literatur und Medizin.
In diesem Buch geht um die Verleihung des Medizin-Nobelpreises oder besser gesagt um die Abstimmung, wem er verliehen werden soll.
Hans-Olof Andersson ist Mitglied der Nobelversammlung die zu entscheiden hat, wer der jeweilige Preisträger ist.
Die Öffentlichkeit erfährt immer nur den Namen des oder der Preisträger. Nie werden die nominierten bekannt gegeben, nie wie die Abstimmung im Komitee verlaufen ist.
So ist es auch in diesem Jahr! Oder doch nicht?
Irgendetwas ist anderes als sonst. Es beginnt mit dem Absturz einer Maschine der Scandinavian Airlines, bei dem drei Mitglieder des Nobelkomitees ums Leben kommen.
Damit aber nicht genug, bietet man Hans-Olof (in Schweden duzt jeder jeden, das förmliche Sie, ist nur der königlichen Familie vorbehalten), Geld, viel Geld dafür, dass er für eine bestimmte Kanditatin stimmt, was er entrüstet ablehnt.
Als der Witwer, seine Frau kam bei einem von ihm verschuldeten Autounfall ums Leben, nach Hause kommt trifft er seine Tochter nicht an. Dann erhält er einen Anruf, den Anruf der Entführer seiner Tochter.
Was bleibt ihm, der sonst so genau und rechtschaffen ist, anderes übrig als auf die Forderung seiner Entführer einzugehen. Schnell fragt es sich aber, was es bringen soll, wenn nur er für diese Kanditatin stimmt. Sind auch noch andere Mitglieder des Komitees erpresst oder gekauft worden. Und die wichtigste Frage überhaupt "von wem". Wem, außer der Preisträgerin selbst hat etwas davon, wenn sie den Nobelpreis erhält?
Gunnar beginnt sich zu fragen, wann die Entführer seine Tochter wohl freilassen werden. Werden sie sie überhaupt freilassen? Können sie sich das überhaupt leisten. Denn wird er nicht, wen sie frei ist, alles öffentlich machen?
Was bleibt ihm
anderes übrig, als herauszufinden, wer hinter dem ganzen steckt. Dazu aber ist er nicht selbst in der Lage, das kann nur Einer! Leider aber ist der zur Zeit im Gefängnis. Der Bruder seiner verstorbenen Frau. Der aber haßt ihn, weil er ihn für den Tod seiner Schwester verantwortlich macht und er liebt seine Nichte. Aber er sitzt noch auf Jahre hinaus im Gefängnis.
Olaf muss es also mit einer List gelingen ihn freizubekommen.
Und Gunnar muss sein ganzes Können einsetzen um herauszubekommen wer hinter dem Komplott steckt und er muss einen Einbruch begehen.
Wo will ich hier nicht verraten, auch nicht ob und wie es gelingt Kristina freizubekommen. Lest das Buch selbst, es lohnt sich.
Hauptpersonen
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Hanz -Olof Andersson: Wissenschaftler und Mitglied des Nobelkomitees für Medizi
Kristina: seine Tochter
Gunnar Forsberg: Schwager von Hans-Olof und verurteilter Einbrecher und Industriespion
Brigitta: Lehrerin von Kristina und Geliebte Gunnars
Sofía Hernández Cruz: Kanditatin für den Medizin-Nobelpreis
Fazit
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Der Nobelpreis ist wieder einmal ein sehr spannender Thriller von Eschbach in wieder einem gänzlich anderen Milieu als seine bisherigen Bücher.
Interessant ist der Schreibstil, denn am Beginn meint man den Erzähler zu kennen, bis man irgendwann merkt, dass der Erzähler ein ganz anderer ist, der eigentlich über den schreibt, von dem man angenommen hatte, er würde in der Ichform erzählen. Dann wechselt die "Sprachweise" und der eigentliche Erzähler benutzt tatsächlich die Ichform.
Allein wie Andreas Eschbach dies gelingt ist es fast schon wert das Buch zu lesen.
Aber auch die Spannung, die Dinge die herausgefunden werden, die Hintergründe die einen offensichtlich gut recherchierten Einblick in die Forschung und Arbeit von Pharmaunternehmen geben ist es wert das Buch aufzuschlagen und erst wieder zu schließen, nach dem die letzte Seite gelesen ist.
meinungsumfrage, 19.04.2006
Ich finde Andreas Eschenbach auch ganz gut! Dein Bericht ist ausführlich und sehr informativ! Daher ein quotsehr hilfreichquot! Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen.lg
So, nächstes Buch ausgelesen. Hab’ ja sonst nichts weiter zu tun im Urlaub, gelle? ;-)
Dieses Mal war es
Der Nobelpreis
von
Andreas Eschbach
erschienen im Gustav Lübbe Verlag
Hardcover m. Schutzumschlag, 555 Seiten, ca. 22,90 Euro
Taschenbuch, 9,95 Euro
Als Hardcover nimmt das Buch im Koffer schon etwas Platz ein, aber es ist sehr schön aufgemacht und sieht sehr verheißungsvoll aus. Wer schon mal was von Andreas Eschbach gelesen hat, weiß, dass seine Bücher immer sehr sehr spannend sind.
Nun zum Inhalt:
Aber Achtung: ich werde den gesamten Inhalt darlegen, wer das Buch noch selber lesen möchte, sollte soviel Selbstdisziplin aufbringen und nach den ersten Absätzen aufhören. Bei den *** kann man dann wieder ungestraft einsetzen.
Andreas Eschbach lässt uns erst einmal ein bisschen Wissen über den Nobelpreis und das Auswahlverfahren der Kandidaten zukommen, über den Festakt, die Abstimmung usw. Dann wird uns Hans-Olof Andersson vorgestellt. Andersson ist Professor am Karolinski-Institut und vor allem, Mitglied im Abstimmungskomitee für den Nobelpreis für Medizin.
In dem geruhsamen, etwas verschusselten Leben von Andersson passieren plötzlich, wenige Tage vor der letztendlichen Abstimmung über die Kandidaten zwei herausragende Dinge. Zum einen sterben bei einem Flugzeugunglück in Mailand drei Mitglieder des Abstimmungskomitees und zum anderen versucht jemand, seine Stimme in dem Abstimmungsverfahren mit drei Millionen Schwedischen Kronen zu kaufen. Hans-Olof ist außer sich. Sein Heiligtum „Nobelpreis“ ist verletzt in seiner Unantastbarkeit. Wie soll er jemals wieder darauf vertrauen können, dass der Nobelpreis nicht gekauft wird, dass die höchste Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt nicht auf Betrug beruht. Empört weist er das Besteckungsgeld zurück und wendet sich an den Komiteevorsitzenden. Der ihn erst einmal beruhigt und abwiegelt und zu bedenken gibt, das Hans-Olof ja ohnehin für die Kandidatin stimmen wollte, dessen Stimme gekauft worden ist und vor allem, dass es ja auch die Konkurrenz sein könnte, die nur möchte, dass ausgerechnet diese Kandidatin disqualifiziert wird. Seine Vorstellung über die Erhabenheit des Nobelpreises bricht völlig zusammen, als sein Kollege und Freund ihm erklärt, dass wohl offenbar mehrere Mitglieder des Abstimmungskomitees schon seit längerem bestochen werden, man sehe sich doch nur mal die schnellen und teuren Luxusautos an, die diese fahren. Ein Professorengehalt würde dafür ja wohl kaum ausreichen.
Richtig unter Druck gerät Hans-Olof dann, als seine Tochter Kristina entführt wird. Er muss erkennen, dass jeder korrumpierbar ist, die einen durch Geld, er über das Leben seiner Tochter. Natürlich stimmt er – schon zum Wohl seiner Tochter – für Sophia Hernandez Cruz und muss zu seinem Erstaunen feststellen, dass über die Hälfte der Anwesenden für diese Ärztin stimmen, obwohl es Wochen vorher zu kontroversen Diskussionen über ihre Kandidatur gegeben hat.
In hoffnungsfroher Eile saust Andersson nach Hause, um die Entlassung seiner Tochter aus der Geiselhaft abzuwarten. Und wird enttäuscht. Der Entführer erklärt ihm klipp und klar am Telefon, dass Kristina solange bei ihnen bleiben wird, bis der Preis übergeben worden ist. Und dies wird erst in neun Wochen geschehen. Andersson ist am Boden zerstört. In seiner größten Not wendet er sich an den einzigen,
der ihm helfen kann. Und dies ist sein Schwager Gunnar Forsberg. Dieser sitzt wegen Industriespionage im Gefängnis und Andersson muss allerlei Hebel in Bewegung setzen, um ihn vorzeitig auf Bewährung freizubekommen.
Forsberg kann seinen Schwager auf den Tod nicht ausstehen, nachdem dieser betrunken einen Unfall gebaut hat, bei dem Inga Forsberg Andersson ums Leben kam. Allerdings würde Forsberg für Kristina, seine letzte lebende Verwandte seinen rechten Arm hergeben, auch wenn er es immer noch bedauert, Hans-Olof bei Ingas Beerdigung nicht erwürgt zu haben.
Gunnar kommt frei und die Geschichte gewinnt an Geschwindigkeit. Die Nobelpreisträgerin forscht für den Schweizer Konzern Rütlipharm und eigentlich kann nur der finanziell etwas angeschlagene Konzern hinter dem Bestechungsversuch und der Entführung stecken, damit das Prestige auf die Firma abfärbt und der Konzern gerettet ist. Sehr trickreich überlistet Gunnar alle Sicherheitssysteme und räumt den Safe des Vorstandsvorsitzenden aus. Leider nur ist die gesamte Internet- und PC-Entwicklung der letzten sechs Jahre – die er im Gefängnis saß – an ihm vorüber gegangen. Er bedarf dringend der Hilfe eines professionellen Hackers, um die Diskette aus dem Safe zu entschlüsseln.
Und Gunnar macht sich auf die Suche nach Dimitri. Und nach weiteren Unterlagen im Privathaus des Vorsitzenden Hungerbühls. Er bricht sogar in das Allerheiligste von Stockholm, in das Haus der Nobelstiftung, ein. Und immer wieder entkommt er nur knapp der Polizei, die ihm immer wieder knapp auf den Fersen ist.
Endlich kann Dimitri dann das Geheimnis der Diskette aus dem Safe lüften. Detailliert hat der Vorsitzende geplant, wie man der Menschheit nur ausreichend plausibel suggerieren muss, dass bestimmte Krankheiten existieren, die dann medikamentös „behandelt“ werden müssen. Dazu hat er sich sogar ein Juveniles Aggressions Syndrom ausgedacht, dass genetisch verankert die Aggressionen von männlichen Jugendlichen verursacht, aber hilfreicherweise von dem gerade entdeckten Medikament von Rütlipharm behandelt werden kann. Belegt werden soll das Syndrom mit fingierten Studien, die alles Mögliche messen, aber im Endeffekt keine wirkliche Schlussfolgerung über die tatsächliche Krankheit oder Störung zulassen. Das Langzeitziel von Hungersbühl ist ganz klar die Verankerung einer Notwendigkeit der chemischen Steuerung des Lebens im Allgemeinen in den Köpfen der Menschheit. Eine Pille, um den Bewegungsdrang von Schulkindern zu bremsen, eine Tablette für den Nachmittag, um den Bewegungsdrang wieder herzustellen, eine Kapsel zur Entspannung vor Prüfungen bei absoluter Wachheit und höchster Leistungsbereitschaft und so weiter.
Forsberg kommt einer groß angelegten, noch nicht zugelassenen Versuchsreihe an Kindern in einem Kinderheim auf die Spur, in dem er mit seiner Schwester Inga die schlimmste Zeit seines Lebens verbracht hatte. Sein Bewährungshelfer, der ihn nach der ersten Haftstrafe für Einbruch auf die Schiene der Industriespionage gesetzt hat, kennt die Haushälterin vom Rütlipharm-Vorsitzenden und hatte Gunnars Lebensgeschichte im Kinderheim offenbar noch so gut im Gedächtnis, um dem Pharmakonzern die Kinder dort auf dem Silbertablett für die Versuchsreihe zu präsentieren. Gunnar fühlt sich mal wieder verraten. Alte Wunden brechen auf bei ihm und Wut überschwemmt seine Rationalität. Endlich Rache am alten Peiniger, dem Kinderheimleiter, der die Kinder gequält hat, in Sicht, macht er sich auf den Weg, Kristina zu retten, die er dort gefangen vermutet.
Nur, Kristina ist dort nicht. Forsberg macht sich sofort auf den stundenlangen Rückweg nach Stockholm, nachdem Dimitri ihm mitteilt, dass er Kristinas Handy zwischenzeitlich orten konnte. Vor Dimitris Wohnung trifft Forsberg auf jede Menge Polizei und seinen Schwager.
Forsberg gibt auf, er wird den Aufenthaltsort Kristinas nicht mehr vor der Nobelpreisverleihung am nächsten Tag herausfinden und die Wahrscheinlichkeit, dass Kristina und Hans-Olof von den Entführern ermordet werden, steigt auf sichere Gewissheit, da beide als Mitwisser viel zu gefährlich sind, um sie am Leben zu lassen. Forsberg ist verzweifelt. Und greift zum letzten aller ihm möglichen Mittel.
Er unterrichtet Sophia Hernandez Cruz über die Machenschaften ihres Konzerns. Über die Bestechungen der schwedischen Komiteemitglieder, über die Entführung und das Vorhaben Hungersbühls. Forsberg will ihr die Freude an dem Preis, an dem so viel Blut klebt, so richtig verleiden. Sophia hört ihm tatsächlich zu und stellt ihm dann nur eine einzige Frage.
Und damit bricht das ganze Kartenhaus zusammen. Forsberg muss einsehen, dass sein Schwager ihn nur als leicht zu manipulierende Marionette benutzt hat, dass er nur wenige richtige Knöpfe drücken musste, um die Paranoia von Forsberg anspringen zu lassen und ihn zu Handlungen hinzureißen, die nicht mehr rational durchdacht sind. Die Bestechung und die Entführung Kristinas haben gar nicht stattgefunden. Hans-Olof hat Gunnar gar nicht aus dem Gefängnis befreit, das war ein Begnadigungsakt des schwedischen Königs, der Andersson Angst gemacht hat, weil er sein Leben durch die Morddrohung von Forsberg bedroht sah. Er hatte nur eine einzige Möglichkeit gesehen, Forsberg für den Rest seines Lebens loszuwerden. Dieser musste für immer im Gefängnis verschwinden. Und so tauchte die Polizei immer dann an den Tatorten auf, wenn Andersson sicher wusste, dass Gunnar im Gebäude eingebrochen hatte. Er war schier wahnsinnig geworden, als Gunnar immer wieder entkommen konnte.
Kristina, das ganze Ebenbild ihrer Mutter, war – nachdem ihr Vater, immer noch besessen von seiner verstorbenen Frau Inga, in ihrem Schlafzimmer auftauchte, einfach abgehauen. Und die vorzeitige Haftentlassung Gunnars, der als erstes nach seiner Nichte fragen würde, hatte Andersson kopfscheu gemacht und zu dem Lügenkonstrukt hinreißen lassen, um Gunnar zu beschäftigen.
Nein, Gunnar lässt Gnade vor Recht ergehen, und erschießt Hans-Olof nicht, obwohl er fast dran war. Statt dessen wird ihm klar, dass er Hans-Olof durch seine Paranoia und die leichte Vorhersagbarkeit seiner Handlungen leichtes Spiel zur Manipulation gegeben hatte. Sein ganzes Leben ist auf dieser falschen Schiene gelaufen. Forsberg nimmt sich vor, sich von den Schatten und Racheschwüren seiner Kindheit zu befreien, um ein Leben in Freiheit, außerhalb der von ihm selbst aufgebauten Gefängnisse namens Paranoia und Wut zu verbringen.
Natürlich wird Kristina gefunden, bei ihrer senilen Oma, die unter Alzheimer leidet, hat sie Unterschlupf gefunden, die Andersson schon seit Jahren nicht mehr besucht hatte, weil sie ihm mit ihrer Krankheit lästig geworden war.
Gunnar wird sesshaft und ehrlich, begibt sich auf die andere Seite der Sicherheitssysteme und findet endlich die Liebe seines Lebens, Kristina bleibt bei ihrer Oma, Hans-Olof scheidet aus dem Nobelpreis-Komitee aus und Sophia Hernandez Cruz forscht weiter an den Zusammenhängen von Hormonen und Wachheit.
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Wieder einmal ist Eschbach für einen super spannenden und fesselnden Roman gut, der sich so 1-2-3 wegliest und den man vor der letzten Seite nicht aus der Hand legen will. Wieder einmal gelingt es Eschbach auch, philosophische Elementen über Tierversuche, Kinderheime, Manipulation und vor allem, flächendeckende Manipulation der Menschheit in Bezug auf Krankheit und Medikamente einzubauen. Und wieder einmal kommt es am Ende ganz anders als man denkt.
Der Stil ist sehr flüssig und sehr spannend. Wenn am Anfang noch aus neutraler Sicht über den Nobelpreis und Professor Andersson berichtet wird, schlägt der Stil plötzlich um, als Gunnar Forsberg ins Spiel kommt und gibt die Ich-Perspektive wieder. Was angesichts des Endes ja auch unabdingbar ist. Weil der Leser ja eben nicht mehr wissen darf, was die Gegenspieler denken.
Mir hat der Roman ausnehmend gut gefallen, schon allein deshalb, weil Forsberg nicht der allmächtige Superheld ist, dem alles gelingt, weil Forsberg zum Schluss hin an das Ende seiner Kräfte kommt. Weil die Geschichte so mitten aus dem Leben gegriffen scheint.
Ganz besonders wird mir die Passage über die Manipulation der Menschheit in Bezug auf nötige Medikamente im Gedächtnis bleiben. Über das erfundene Syndrom, das einer unnötigen medikamentösen Behandlung bedarf. Ich habe mich doch sehr an das ADHS-Syndrom erinnert gefühlt. Zurzeit sehr modern und von allen Lehrern sehr gern und schnell diagnostiziert, werden Kinder mit starkem Bewegungsdrang mithilfe von Ritalin in eine Norm gepresst, die doch sehr willkürlich nur festgelegt worden sein kann.
Bei Bluthochdruck ist das ebenfalls schon gelungen. Wo früher noch 100 plus Lebensalter als normaler Blutdruck galten, der nicht gefährlich ist, sind wir schon bei 120 angelangt und alles darüber ist unbedingt medikamentös behandlungswürdig.
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ein Testbericht von orlan2008-03-14 18:48:59vom 14.03.2008Empfehlung:Vorteile: meist spannend ...Nachteile/Kritik: kleinere Längen
„Der Nobelpreis“ ist ein 555 Seiten umfassender Roman von Andreas Eschbach.
Inhalt
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Professor Hans-Olof Andersson ist Mitglied des Karolinska-Instituts in Stockholm und einer der wenigen Auserwählten, die darüber mitzubestimmen haben, wer den Nobelpreis für Medizin erhält. Als ein unbekannter Mann an ihn herantritt und ihm eine erhebliche Summe dafür bietet, dass er seine Stimme für die Professorin Sofía Hernández Cruz abgibt, die für den schweizer Pharmakonzern Rütlipharm arbeitet, lehnt er empört ab – mit schwerwiegenden Folgen, denn kurze Zeit später wird seine Tochter Kristina entführt. Voller Angst stimmt er – wie ursprünglich
sowieso beabsichtigt – für Sofia Hernandez Cruz. Ebenso wie überraschenderweise auch die Mehrzahl seiner Kollegen.
Doch Kristina wird von ihren Entführern auch nach der Abstimmung nicht freigelassen. Mit Hilfe seines unliebsamen Schwagers Gunnar Forsberg versucht der verzweifelte Professor Andersson, seine Tochter wiederzubekommen. Doch Forsberg sitzt wegen Industriespionage und Einbruchs seit Jahren hinter Gittern. Professor Andersson gelingt es jedoch, dessen vorzeitige Haftentlassung zu erreichen.
Forsberg, der seinen Schwager für den Tod seiner Schwester verantwortlich macht, setzt alles daran, seine letzte noch lebende Verwandte zu finden. Er beschließt, erst einmal den Pharmakonzern Rütlipharm unter die Lupe zu nehmen, wobei ihm seine Talente als Einbrecher und Industriespion sehr zu Gute kommen.
In der schwedischen Niederlassung des Konzerns stößt er zwar auf keine konkreten Hinweise der Verschwörung, dafür aber auf eine verschlüsselte Datei, die ihm sehr vielversprechend zu sein scheint. Zu guter Letzt wird er jedoch von der eintreffenden Polizei bei seiner Untersuchung gestört, doch ihm gelingt die Flucht.
Während der kommenden Zeit hat es immer wieder den Anschein, als wüssten die Entführer genauestens über alle Pläne Professor Anderssons und Gunnar Forsberg Bescheid, denn immer wieder taucht die Polizei an dem Orten auf, an denen Forsberg seine „Ermittlungen“ führt. Doch von Kristina fehlt weiterhin jede Spur.
Meine Meinung
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Nach vielen durchweg positiven, meist gar begeisterten Kritiken über diesen Roman hatte ich mit großen Erwartungen begonnen, „Der Nobelpreis“ zu lesen. Diesen hohen Erwartungen konnte der Roman allerdings nicht ganz gerecht werden.
Nach ein paar einleitenden Sätzen über den Nobelpreis im Allgemeinen fängt die Geschichte mit der Erpressung Professor Hans-Olof Anderssons und der Entführung seiner Tochter Kristina gleich recht vielversprechend an.
Mit dem Auftauchen des Industriespions und Einbrechers Gunnar Forsberg wechselt jedoch nicht nur die Erzählperspektive – die Erzählung erfolgt fortan aus der Ich-Perspektive Forsbergs -, sondern die Geschichte fällt erst einmal in ein kleines Loch.
Zwar ist es durchaus interessant und manchmal durchaus auch ein wenig amüsant zu lesen, wie Gunnar Forsberg nach sechs Jahren Gefängnis in einer Umwelt zurechtkommt, in der sich seit seiner Inhaftierung doch so einiges geändert hat. Dies fängt schon an mit dem Problem, ein Handy zu bedienen. Trotzdem hat die Geschichte gerade in dieser Phase einige kleinere Längen.
Dennoch bleibt die Geschichte bis zum Ende meist spannend, auch wenn man als Leser schon ein wenig an der Nase herumgeführt wird, womit der Autor sicherlich bezweckt, den Leser auf eine falsche Fährte zu locken. Wie es sich aber gehört, erfährt man zum Schluss dann doch die ganze Wahrheit.
Insgesamt gesehen ist „Der Nobelpreis“ ein solider, meist spannender Roman, der sich – gerade wegen der überraschenden Wende zum Schluss – durchaus zu lesen lohnt, den man aber nicht unbedingt gelesen haben muss. Als Bewertung vergebe ich durchschnittliche drei Sterne.
Daten
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Der Nobelpreis / Eschbach, Andreas
Gustav Lübbe Verlag, 2007
Taschenbuch, 555 Seiten
ISBN: 978-3-404-15763-1
Preis: 9,95 Euro
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ein Testbericht von mima0072007-07-20 16:23:39vom 20.07.2007Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, unterhaltsam, recht humorvoll bis zur Satire, stellenweise erotisch...Nachteile/Kritik: gibt es noch nicht als Taschenbuch
Hans-Olof Andersson, Mitglied des Nobelpreiskomitees, lässt sich nicht bestechen. Doch genau das versuchen Unbekannte. Er soll für eine bestimmte Kandidatin stimmen. Als der Ehrenmann Andersson sich weigert, entführen sie seine Tochter Kristina. Was niemand weiß: Gunnar, der Bruder seiner verstorbenen Frau, ist ein knallharter Einbrecher und Industriespion, der keine Gnade kennt, wenn es um seine letzte lebende Angehörige geht. Er stürzt sich in die Ermittlung. Doch mit dem, was er herausfindet, hätte niemand gerechnet… (Verlagsinfo)
Mein Eindruck
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Die Story, die ich hier skizziert habe, klingt nach einem durchschnittlichen amerikanischen Wissenschaftsthriller. Aber auch
ein Schwedenkrimi wäre nicht ganz abwegig, denn schließlich spielt die Handlung ausschließlich im Großraum Stockholm. Allerdings ist „Der Nobelpreis“ keines von beiden, höchstens ein wenig davon. Denn der Autor führt den Leser auf geniale wie perfide Art und Weise hinters Licht, und die Geschichte entpuppt sich als etwas ganz anderes. Er demonstriert, wie relativ Wahrheit ist.
Die Erzähler
Wenn uns Hans-Olof Andersson am Anfang von seinen Gewissensbissen erzählt, an einer manipulierten Nobelpreisabstimmung teilzunehmen, so müssen wir das für bare Münze nehmen. Wie sich zeigt, ist Gunnar Forsberg der alleinige Erzähler, und er gibt diesen Part so wieder, wie Hans-Olof ihn ihm erzählt hat. Dass damit etwas nicht stimmen könnte, fällt Gunnar erst sehr spät ein.
Denn Gunnar ist leicht zu durchschauen. Er liebt seine Nichte Kristina in ebenso hohem Maße wie er Hans-Olof, seinen Schwager, nicht ausstehen kann. Er glaubt fest daran, dass er selbst ein kompetenter Einbrecher und Industriespion ist. Okay, er muss ein wenig Technik-Knowhow nachholen, zum Beispiel was Handys und Computer angeht, aber dafür gibt es ja Experten, nicht wahr? Leider stellt er Hans-Olofs Auskunft über die Abhörsicherheit von Handys nicht in Frage, was sich als Fehler erweist. Und er hätte besser noch ein paar ander Fakten nachgeprüft.
Gunnar behauptet zwar stets im Brustton der Überzeugung, er wolle sich als Profi stets selbst vom jeweiligen Zielobjekt überzeugen, aber die grundlegenden Annahmen prüft er nicht. Seine Annahmen stehen auf tönernen Füßen. Der Grund für seine Betriebsblindheit sind seine starken Gefühle, die er für Kristina und Hans-Olof hegt. Aber das merkt er erst ziemlich spät.
Über Naivität
Zum Beispiel dann, als er Kristinas hübsche Klassenlehrerin Birgitta Nykvist kennenlernt. Gunnar sagt sich bei ihrem Anblick: blond, blöd und mit großem Balkon. Die Tatsache, dass sie ihn zum Kuchenessen in ihre Wohnung einlädt – ihn, einen völlig Fremden! – schreibt er ihrer „endlosen Naivität“ zu. Am liebsten würde er ihre Naivität ein für allemal beenden, um sie aus ihrem schulischen Reservat auf den Boden der grässlichen Wirklichkeit zu holen. Als ob ihm das eine besondere Befriedigung verschaffen wurde. Als sie ihm erklärt, dass sie ihn mit einer bestimmten Absicht eingeladen habe, ist er verblüfft.
Seine eigene Naivität zeigt sich an Per Falander, seinem jetzigen und früheren Bewährungshelfer. Falander hat Gunnar als Industriespion eingesetzt und sich seinen Anteil an den Einnahmen geben lassen. Dass Gunnar ihm von Rütlipharm erzählt und danach einige Dinge schieflaufen, hätte ihm eigentlich zu denken geben sollen. Er hätte sich fragen sollen, für wen Falander jetzt arbeitet.
Dass sich jeder Mensch (so auch Gunnar) seine eigene Weltsicht zimmert und diese mit Klauen und Zähnen verteidigt (so etwa Brigitta), erkennt Gunnar an seinem Zimmernachbarn in der schmuddeligen Pension, wo er jetzt wohnt. Toller Lillequist ist ein superchristlicher Verschlüsselungswissenschaftler, der überall eine kodierte Botschaft der Satanisten erblickt, z.B. in Zeitungen. „Die Welt wird vom Teufel regiert“, sagt er, und wenn es sich Gunnar genau überlegt, hat er wohl Recht. Leider ist diese Sache zweischneidig: Toller hält Gunnar für einen Satanisten und holt die Polizei.
Der unzuverlässige Berichterstatter
Dass diese Ich-Erzählung von Gunnar erzählt, macht sie keinen Deut verlässlicher. Denn wie sich zunehmend herausstellt, ist Gunnar ein unzuverlässiger Berichterstatter, wie ihn sich Henry James nicht besser hätte ausdenken können. Gunnar verschweigt uns eine ganze Menge seiner eigenen Untaten, so etwa das, was er seiner eigenen Schwester Inga angetan hat, nachdem sie Hans-Olof geheiratet hatte.
Der Roman erweist sich als Dekonstruktion einer Geschichte, der wir glauben können. Tatsächlich besagt der Roman, dass die ganze Welt eine Geschichte ist, nämlich ein Modell von Wirklichkeit, das sich jeder selbst zusammenbastelt. Ironsicherweise ist es genau die bislang so scheel angesehene Professorin Sofia Hernández Cruz, die sich damit beschäftigt, wie das Gehirn Realität und Wahrheit erzeugt. Nämlich durch Modelle aufgrund von Daten, die in bestimmten Nervenzellen gespeichert sind.
Modelle sind notwendig
Der Knackpunkt ist jedoch der, dass das individuelle Realitätsmodell umso komplexer und „realistischer“ wird, je mehr Neuronen sich vernetzen und ihre Informationen austauschen. Geschieht dies spontan, so nennt man dies gemeinhin einen „Geistesblitz“, manchmal auch „Epiphanie“. Der traurige Aspekt dieser Funktionsweise besteht darin, dass wir umso mehr Illusionen abstreifen müssen, je „realistischer“ wir sein wollen. Birgitta kann beispielsweise ohne diese ihre Illusionen nicht mehr arbeiten, denn sie würde sich ständig Sorgen machen, was ihr oder jemandem, den sie liebt, als nächstes zustoßen könnte. „Realität“ ist also auch eine Gratwanderung zwischen Euphorie und Suizidgefährdung durch Paranoia. Jeder muss wählen, wo er oder sie sich am wohlsten fühlt.
(Dass der religiöse Glaube ebenfalls ein Realitätsmodell anbietet, ergibt sich aus dem Gesagten, aber es wird in Gestalt des Satanistenhassers und Verschwörungstheoretikers Toller Lillequist gleich wieder ad absurdum geführt. Das ist ziemlich schade, denn sicherlich gibt und gab es eine Menge Wissenschaftler, die forschten und dennoch an Gott glaubten, so etwa auch Albert Einstein. Er trieb die Erkenntnisfähigkeit mit bewiesenen Theorien voran, macht aber dann einen „Sprung des Glaubens“, um an Gottes Existenz glauben zu können.)
Die Lösung des Dilemmas
Wie lässt sich das Dilemma, auf das uns der Autor mit der Nase stößt, auflösen? Einerseits sind Illusionen und Lügen in Form von Geschichten notwendig, andererseits lassen sie sich aber auch zwecks Manipulation missbrauchen. So wie zum Beispiel die Mitglieder des Nobelpreiskomitees manipuliert werden.
Das Buch ist die Antwort. Es hat die Absolutheit von „Wahrheit“ und „Realität“ dekonstruiert, nun muss es auch die Antwort bereithalten. Die Professorin liefert die erste Antwort: Man muss möglich viele Informationsquellen miteinander vernetzen und dieses Wissen aus- und bewerten, um zu so etwas wie „Weisheit“ zu gelangen. Die andere Antwort liegt im finalen Showdown zwischen Gunnar Forsberg und Hans-Olof Andersson. Ihr Dialog ist ein Streitgespräch, das viele Wahrheiten ebenso wie jede Menge Lügen aufdeckt. Das Instrument des erkenntnisorientierten Dialogs ist das zweite Mittel, das der Autor anbietet.
Gute Gesellschaft
In diesem Anliegen befindet sich Eschbach in guter Gesellschaft. Auch John Brunner selig (gestorben 1995) hatte sich diesem erkenntnistheoretischen Ansatz verschrieben. Der britische Krimi-, Science-Fiction- und Fantasy-Autor enthüllte in einer Handvoll innovativer SF-Romane wie „Morgenwelt“ und „Schafe blicken auf“, welche Fakten über genetische Manipulationen und ökologische Katastrophen sich aufdecken lassen, um ein völlig anderes Bild der Wirklichkeit zu enthüllen.
Und wo ist jetzt die arme Kristina abgeblieben, wird sich mancher fragen. Keine Sorge: Für sie hat der Autor kein so schreckliches Schicksal vorgesehen, wie es oben von Gunnar ausgemalt wurde. Selber lesen!
Am Schluss hat es der Autor so hingekriegt, dass der Leser noch nie eine spannendere Preisverleihung des Nobelpreises gesehen hat. Wird Sofia Hernández Cruz den höchstdotierten Wissenschaftspreis der Welt aus den Händen des schwedischen Königs Carl XVI Gustaf entgegennehmen oder ihn zurückweisen und den König und dessen Nation brüskieren? Gunnar hat alles Menschenmögliche versucht, um Letzteres herbeizuführen. Doch war das klug?
Humor
Eines der unnachahmlichen Markenzeichen von Eschbachs Romanen ist ihr spezieller Humor. Dieser äußerst sich sowohl sprachlich als auch in der Handlung. Gunnar betritt z.B. die Rezeption von Rütlipharm als Pizzabote (wie schon der Held in „Eine Billion Dollar“), setzt sein „debilstes Gesicht“ auf und bewundert die Telefonanlage der Empfangsdame. Diese Anlage ist so groß, dass sie aussieht, „als könne man damit einen Weltkrieg kommandieren“. Allein schon der Name „Rütlipharm“ ist ein Witz.
In der Handlung erfolgt ein komödienatischer Höhepunkt nur wenig später, als sich Gunnar nach gelungenem Einbruch dennoch vor der angerückten Polizei verstecken muss. Er wird entdeckt, aber nicht als Gunnar Forsberg, sondern als Zahnarzt, der gerade ein Schäferstündchen mit einer „Dame der Gesellschaft“ hat (nachts um drei?). Die Dame ist zwar nie zu sehen (und auch nicht zugegen), aber Gunnar spielt seine Rolle des ertappten Liebhabers so überzeugend, dass sich die Bullen und der Hausmeisters übertölpeln lassen.
Aus dem weiter oben Gesagten ergibt sich, dass es jede Menge Ironie zu belächeln gibt, denn ob Gunnar der Naive ist oder seine Umgebung, allen voran Birgitta und Hans-Olof, muss man selbst herausfinden und entscheiden. Man merkt häufig, dass es dem Autor ungeheuren Spaß gemacht haben muss, unterhaltsam zu erzählen und den Leser an der Nase herumzuführen.
Unterm Strich
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„Der Nobelpreis“ ist ein unterhaltsamer, spannender und penibel recherchierter Krimi, der aus den üblichen Mustern für Wissenschaftsthriller und Schwedenkrimi (Marke Marklund oder Mankell) ausbricht und eine ernstzunehmende Aussage über die heutige Welt macht. Die Erzählweise ist auf Spannung und Action ausgerichtet, lässt aber auch Erotik und Humor nicht vermissen. Im Finale gibt es eine Menge Aha-Erlebnisse, der Epilog schließt alle Handlungsfäden zufriedenstellend ab.
Ich kann die Konstruktion dieses komplexen Romans nur bewundern. Nicht nur wendet sich die Wahrheit der Geschichte – siehe oben – um 180 Grad, nein, auch die Hintergrundstory Gunnars und Hans-Olofs wird lückenlos nachgeliefert und wirft ein neues Licht auf das Erzählte. Der aufmerksame Leser wird natürlich schon nach der Hälfte des Buches seine Schlüsse ziehen können, was los ist, aber ob die alle so zutreffend sind, dürfte erst das Finale erweisen.
ein Testbericht von dieanke2006-01-22 08:28:31vom 22.01.2006Empfehlung: ja
Hallo Leute!
Zur Abwechslung zu den vielen Biologiebüchern möchte ich euch heute mal wieder ein anderes Buch vorstellen... Das aber auch nur, weil ich momentan auf ca. 10 Kategorie-Einstellungen bei den Biobüchern warte! Die gibt's momentan als Vorabveröffentlichungen nur auf yopi (gleicher Benutzername!)...
Aber so richtig weit weg von der Wissenschaft ist dieser Roman auch nicht! Wenn man's genau nimmt, geht es um den Thron für jeden Wissenschaftler...
Der Nobelpreis
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D aten
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Titel: Der Nobelpreis
Autor: Andreas Eschbach
Verlag: Lübbe
ISBN: 3-7857-2219-2
Preis: 22,95€
Inhalt
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Hans Olof Anderson ist Mediziner am Karolinska-Institut in Stockholm. Und die Wissenschaftler am Karolinska-Institut entscheiden traditionell,
wer den Nobelpreis für Medizin/Physiologie erhält.
Doch in diesem Jahr passiert etwas anderes... Am Hintereingang des Instituts wartet ein Mann auf Hans Olof. Er begleitet ihn in sein Büro und bietet ihm 2 Millionen Kronen, wenn er für Sofia Hernandez Cruz stimmt. Doch er lehnt ab...
Einige Tage später erhält er einen Anruf... Kristina, seine Tochter wurde entführt. Nur wenn er für Hernandez Cruz vom Schweizer Konzern Rütlipharm stimmt, soll Kristina wieder freikommen.
Bei der Abstimmung passiert dann etwas Überraschendes. Frau Hernandez Cruz, die zuvor eigentlich als krasse Außenseiterin gegolten hatte, wird bereits im ersten Wahlgang gewählt. Hans Olof versteht... Alle sind bestochen worden, alle haben plötzlich neue Sportwagen... Dieser Nobelpreis ist gekauft, 3 Mitglieder sind bereits vorher ermordet worden. Doch die Abstimmung ist gelaufen. Er fährt nach Hause und hofft, dass Kristina schon zu Hause sitzt und auf ihn wartet.
Doch das ist nicht der Fall... Er bekommt einen Anruf. Kristina soll noch weitere 2,5 Monate bis zur endgültigen Preisverleihung als Geisel bleiben, damit Hans Olof nicht vorher die Presse benachrichtigen kann.
Als er sich vertraulich an einen bekannten Journalisten wendet, stirbt dieser wenige Tage später überraschend an einem Herzinfarkt. Jetzt ist Hans Olof sich sicher. Wenn er nichts unternimmt, wird er Kristina nicht wiedersehen...
Ihm fällt nur ein letzter Ausweg ein. Der Bruder seiner verstorbenen Frau. Gunnar Forsberg sitzt wegen Industriespionage für mehrere Jahre hinter Gittern.
Forsberg ist seine letzte Hoffnung. Es gelingt Hans Olof Andersson, seinen Schwager aus dem Gefängnis freizubekommen.
Gunnar legt sich auf die Lauer und auf die Fährte der Rütlipharm, um seine letzte lebende Verwandte zu retten. Doch es bleiben nur noch 10 Tage Zeit bis zur Preisverleihung!
Charaktäre
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Gunnar Forsberg
Er ist schon von Kindesbeinen an der Schlossknacker vor dem Herrn. Er ist mit der Mutter von Kristina im Heim aufgewachsen. Angefangen hat er also entsprechend als Ausbrecher. Er hat sich das Schlösserknacken so selbst beigebracht.
Das hat er später perfektioniert und ist so ein ums andere Mal im Gefängnis gelandet. Eben das viel zitierte "Schwarze Schaf" in der Familie. Schließlich wurde er Industriespion. Doch jetzt spioniert er aus tiefer Liebe zu seiner letzten Verwandten Kristina.
Hans Olof Anderson
Er wirkt so ein wenig wie der letzte ehrliche Mensch auf Erden. Allerdings ist er auch ein wenig naiv.
Als er erfährt, dass Kristina entführt werden soll, fährt er natürlich erst in eine Polizeistation, anstatt seine Tochter von der Schule zu holen. Aber er glaubt auch zunächst, er sei der einzige, der bestochen worden ist. Es fällt wie Schuppen von den Augen, als es ihm gesagt wird.
Er will Gunnar unbedingt bei jeder Aktion "die Daumen drücken". Dieses Naivitätsmotiv kehrt immer wieder...
Leseprobe/Zitat
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" Ich komme nicht durch ein Kabel, ich komme durch die Tür. Ich knacke keine Passwörter, ich knacke Schlösser. Ich bin nicht darauf angewiesen, dass es einen Zugang gibt zu den Informationen, die meine Auftraggeber interessieren, ich bahne mir den Zugang selbst." Gunnar Forsberg
Autor
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Andreas Eschbach studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler
Seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüppler" schrieb er als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung für den hoch begabten Schriftstellernachwuchs.
Weitere Romane:
Das Jesus-Video (auf Pro7 als Zweiteiler verfilmt)
Eine Billion Dollar
Der letzte seiner Art
Heute lebt er als freier Schriftsteller in der Bretagne gemeinsam mit seiner Familie.
Fazit
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Ich bin ja ein bekennender Film von Thrillern. Vor allem mag ich Thriller mit einem gut recherchierten Hintergrund. Das macht das ganze immer besonders realistisch. Einige Beispiele in diesem Buch:
1. Anderssons 3 Kollegen aus dem Nobelgremium sterben bei einem Flugzeugunglück in Mailand, das tatsächlich passiert ist.
2. Schildert Eschbach detailliert, wie die Vergabe und die Verleihung des Nobelpreises abläuft. Auch das ist tatsächlich so.
Die Thematik ist natürlich auch spannend für mich... Ich meine dabei nicht nur die Käuflichkeit (bin übrigens seit neuestem in der Politik). Ich meine, dass man dann im Endeffekt doch käuflich sein kann, obwohl man es gar nicht will. Nämlich, wenn einem das Liebste genommen wird...
Was mir außerdem gefällt, die Story ist nicht sehr vorhersehbar. Schafft Gunnar das jetzt? Man weiß nie, was als nächstes passiert.
Den spannenden Thrillerstil, alla Dan Brown, findet man auch hier, nur sind die Kapitel etwas länger. Was meine ich mit Thrillerstil? Wenn's spannend wird, gibt es kurze Sätze, die das Geschehen aber dennoch detailliert berichten (Geräusche, Schatten usw). Und es gibt häufige Schauplatzwechsel. Ich bin wie gefesselt an dieses Buch! Und dabei ist die Wortwahl durchaus so, dass man das Buch auch ohne weiteres mal im Bett lesen kann, ohne groß nachzudenken...
Insgesamt ist dies ein Thriller, wie er im Buche steht! Mir gefällt er sehr gut. Ein toller Thriller!