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Eyes Wide Shut
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Eyes Wide Shut
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Testberichte Eyes Wide Shut

 (VHS) Drama
3.3 von 5
Platz 1162 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 3,30 / 5,00 3.3 von 5
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Eyes Wide Shut Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,30 / 5,00 3.3 von 5
von 80% aller Autoren empfohlen (4/5).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Tom Cruises Darstellung, brillante Bilder, interessante Geschichte
  • spannend, sinnlich, sehr humorvoll, psychologisch stimmig, Kidman & Cruise im Original, Fotografie, Musik, Sound; intime Interviews
Nachteile/Kritik
  • man sollte Kubrick mögen und sich intensiv mit dem Film auseinandersetzen, dumme Dialoge, Nicole Kidman, magere DVD-Ausstattung
  • einige Längen, deutsche Synchronisation nervt, wenig Bonusmaterial
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wildheart

Die verschlossene Sexualität

ein Testbericht von 2002-09-24 13:07:54 vom 24.09.2002
Empfehlung: ja
Stanley Kubricks letzter Film – zwölf Jahre nach „Full Metall Jacket“ (1987) und kurz vor seinem Tod am 7. März 1999 gedreht – löste nicht gerade überall wahre Begeisterungsstürme aus. Es gab sogar Kritiker, die Kubrick vorwarfen, er verteufele sexuelle Beziehungen, vor allem außerhalb der Ehe. Andere (dis)qualifizierten den Film als „Alterswerk“ oder „schwerblütiges Vermächtnis“. Kaum jemand, der versuchte, den Film in das Gesamtwerk des Regisseurs einzuordnen.

Inhalt
Ich werde im folgenden den gesamten Inhalt des Films wiedergeben, weil mir nur so eine Gesamtbeurteilung des Films möglich erscheint. Bis zu Bills Erscheinen auf dem Landsitz sollte die Handlung aber jedem bekannt sein. Im Text steht eine warnende Zwischenüberschrift:

Dr. William Harford (Tom Cruise) ist ein erfolgreicher Arzt, Alice Harford (Nicole Kidman), seine Frau, eine nicht so erfolgreiche Galeristin. Beide gehören der besseren Gesellschaft in Manhattan an. Auf einem Ball, zu dem sie Victor Ziegler (Sydney Pollack) eingeladen hat, wird Alice von einem smarten Ungarn (Sky Dumont) bedrängt, der sie fragt, ob sie die Liebesgedichte Ovids kenne, und sie gerne mit in den ersten Stock entführen würde, um ihr nicht nur irgendwelche Skulpturen zu zeigen. Er fragt sie beim Tanz: „Glauben Sie nicht, dass das Reizvolle der Ehe unter anderem darin besteht, dass sie für beide Beteiligten die Täuschung zu einer Notwendigkeit macht.“ Alice entzieht sich Mr. Szavost, denkt aber danach über die Frage der Treue, bezüglich Bill und in bezug auf sie selbst, nach.

Zur selben Zeit wird William von zwei jungen Frauen umschwärmt. Allerdings nicht lange, da ihn Ziegler auf sein Zimmer bestellt, der sich gerade wieder ankleidet. Dort liegt die Prostituierte Mandy (Julienne Davis) nackt mit einer Überdosis im Sessel. Harford warnt Mandy, sie müsse sich einer Entziehungskur unterziehen, sonst würden die Drogen sie bald umbringen. Auf dem Ball trifft Harford einen alten Freund, den Pianisten Nick (Todd Field), der ihn in einen Nachtclub einlädt, in dem er gerade noch ein paar Tage spielen wird. Harford sagt zu, ihn dort zu besuchen.

Nachts nehmen Bill und Alice Drogen. Sie fragt Bill, was er denn mit den beiden jungen Frauen gemacht habe. Bill fragt, wie es mit dem Tänzer war. Alice scheint eifersüchtig; sie wirkt äußerst relaxed und belustigt durch die Drogen und erzählt Bill von einer sexuellen Phantasie aus ihrem letzten Urlaub in Cape Cod. Sie hatte dort einen jungen Marineoffizier gesehen und erklärt Bill, sie habe immer wieder an ihn gedacht: „Und ich dachte, wenn er mich gewollt hätte, und sei es nur für eine Nacht, wäre ich bereit gewesen alles aufzugeben.“

Bill ist erschüttert, enttäuscht. Ein Anruf von Marion Nathanson (Marie Richardson) unterbricht das Gespräch mit Alice. Marions Vater ist gestorben. Ab diesem Zeitpunkt stellt sich Bill immer wieder vor, wie Alice mit diesem Offizier schläft. Bill geht auf eine Reise durch die Stadt, in deren Verlauf fast jeder, der ihm begegnet, sexuell auf ihn reagiert. Zuerst Marion, die ihm vor dem Bett mit dem toten Vater erklärt, dass sie Bill liebe. Als ihr designierter Ehemann auftaucht, verlässt Bill das Haus. Als nächstes trifft er die Prostituierte Domino (Vinessa Shaw), die ihn mit in ihre Wohnung nimmt. Als Alice über Handy anruft und fragt, wo er bleibe, verlässt Bill Domino wieder, nicht ohne sie – trotz nicht geleisteter Dienste – mit 150 Dollar zu bezahlen.

Bill geht in das Nachtlokal „Café Sonata“, in dem Nick gerade sein letztes Stück gespielt hat. Es ist 2 Uhr nachts, und Nick hat noch einen speziellen Auftrag: Er soll auf einer besonderen Party, auf der sich die reiche Gesellschaft zu sexuellen Spielchen trifft, gekleidet in schwarze Umhänge und maskiert, damit niemand desavouiert wird, Klavier spielen – mit verbundenen Augen. Das Passwort lautet „Fidelio“. Bill beschließt, auch auf diese Party zu gehen, Nick ist wenig begeistert darüber. Allerdings benötigt Bill noch entsprechende Kleidung und erinnert sich an einen Patienten, der einen Kleiderverleih betreibt. Der allerdings hat sein Geschäft an den patriarchalisch auftretenden Milich (Rade Serbedzija) verkauft, der Bill gegen einen Aufpreis von etlichen Dollar Umhang und Maske ausleiht. Als Bill schon gehen will, hören beide ein Geräusch. Hinter dem Verkaufstresen treibt es Milichs noch relativ junge Tochter (Leelee Sobieski) mit zwei wesentlich älteren Japanern (Togo Igawa, Eiji Kusuhara), die sich als Frauen verkleidet haben. Milich scheint entsetzt. Bill ist es.

Ein Taxi bringt ihn zu einem prunkvollen Landsitz außerhalb der Stadt. Bill gibt dem Fahrer zusätzlich Geld, damit der auf ihn wartet. Mit dem Passwort bekommt er Zugang zu den Räumen, in denen die Orgie der Maskierten, eröffnet durch eine offenbar festen Regeln folgende Zeremonie, stattfindet. Bill geht durch die Räume, in denen es einzelne Paare miteinander treiben, andere zuschauen, wieder andere fast regungslos herum stehen und ins Nichts zu blicken scheinen. Etliche Frauen scheinen mit ihm verkehren zu wollen, doch plötzlich greift ihn eine der Frauen am Arm, zieht ihn beiseite und warnt ihn, er müsse sofort das Gebäude verlassen, weil er in Lebensgefahr schwebe.

Zu spät. Zwei Aufpasser führen Bill in einen Raum, umsäumt von Gestalten in schwarzen Kutten, in der Mitte drei Männer, zwei in blauem, einer in rotem Umhang gekleidet. Als er aufgefordert wird, seine Kleider abzulegen, ruft die Frau, die ihn gewarnt hatte, von der Empore, sie opfere sich für Bill, man solle ihn gehen lassen. Bill wird hinaus begleitet und eindringlich gewarnt, nie wieder hier aufzutauchen oder irgend jemandem von den Vorkommnissen zu erzählen.

Ab hier beginnt der Schlussteil des Films!

Als er gegen 4 Uhr nachts nach Hause kommt, erzählt ihm Alice von einem Alptraum: In einem großen Garten habe eine Orgie stattgefunden und sie sei dabei gewesen und von mehreren Männern gefickt worden.

Am nächsten Tag begibt sich Bill auf die Suche nach Nick. Doch in dessen Hotel erfährt er von dem Hotelangestellten an der Rezeption (Alan Cumming), der offensichtlich homosexuell ist und Bill äußerst attraktiv findet, dass Nick von zwei Männern um 5 Uhr morgens abgeholt worden sei, mit einer Schürfwunde am Hals. Danach gibt Bill die ausgeliehenen Kleider zurück, muss allerdings die Maske bezahlen, die er offensichtlich verloren hat. Plötzlich erscheint die Tochter des Verleihers mit den beiden Japanern. Milich sagt nur, er habe sich die Sache mit seiner Tochter nochmals überlegt (er hat seine Tochter verkauft). Bill fährt zum Landsitz, ein Mann übergibt ihm einen Brief, in dem er ultimativ aufgefordert wird, seine Nachforschungen sofort einzustellen.

Bill ruft Marion an. Doch am Apparat meldet sich deren Verlobter. Als er zu Domino will, erzählt ihm deren Kollegin Sally (Fay Masterson), Domino habe ihr erzählt, wie rührend er zu ihr gewesen sei, aber Domino werde wohl nicht wiederkommen, weil sie erfahren habe, HIV-positiv zu sein. Bill geht weiter, wird von einem Mann in einem Regenmantel verfolgt, setzt sich in ein Café und liest dort in der Zeitung (deren Titelstory überschrieben ist mit „Lucky to be alive“), dass Mandy, die Frau auf Zieglers Ball, die ihn auf dem Landsitz gewarnt hatte, an einer Überdosis gestorben sei. In der Leichenhalle des Krankenhauses beugt sich Bill über die tote Mandy, als wolle er ihr einen Kuss geben und dafür danken, dass sie ihn gerettet hat.

Kurz darauf bestellt Ziegler Bill zu sich. Er hat ihn beschatten lassen. Ziegler bittet Bill inständig, nicht über die Vorkommnisse auf dem Landsitz mit irgend jemand zu sprechen. Die feine Gesellschaft würde sich bitter rächen, wenn er dies tue. Mandy sei wirklich an einer Überdosis gestorben und nicht ermordet worden. Und Nick habe man ins Flugzeug nach Seattle gesetzt. Auch ihm sei nichts passiert.

Als Bill nach Hause kommt, liegt Alice im Bett. Auf seinem Kopfkissen liegt die verloren geglaubte Maske. Bill ist am Ende, bricht in Tränen aus und erzählt Alice die ganze Geschichte.

Es ist kurz vor Weinachten. Und am nächsten Tag gehen Alice und Bill mit ihrer Tochter Helena (Madison Eginton) in ein Kaufhaus, um die letzten Geschenke zu kaufen. Alice meint, sie müssten dankbar dafür sein, dass sie beide aus ihren Phantasien rausgekommen seien, ob sie real waren oder nicht. Hauptsache sei jetzt, dass beide wach seien und auch bleiben würden. Bill fragt: „Für immer?“ „Lass uns dieses Wort nicht benutzen. Es ist mir unheimlich. Ach ja, und es gibt etwas äußerst dringendes, was wir machen müssen.“ „Was denn?“ fragt Bill. „Ficken.“

Inszenierung
In „Clockwork Orange“ gibt es u.a. eine zentrale Szene, in dem sich der Held Alexander mit gewaltsam aufgerissenen Augen stundenlang Filme ansehen muss, in denen Sexualität und Gewalt gezeigt werden, um ihn gegen beides zu immunisieren. Diese „Therapie“ führt dazu, dass ihm später stets schwindlig und übel wird, wenn er auch nur an Sex oder Gewalt denkt. Dieses „Eyes wide open“ ist ein zutiefst gewalttätiger Akt, durch den Alexander genötigt wird, sich dem Reglement der Macht zu unterwerfen. „Eyes wide shut“ ist dazu in gewisser Weise das „mentale“ Gegenstück – nicht Gegenteil. Die Augen weit, d.h. fest verschlossen, dieses Bild rekurriert auf die Verstärkung der Phantasie. „Schließen Sie Ihre Augen und denken Sie an ...“ soll die Phantasie anregen, die Vorstellungskraft fördern, die Visualisierung stärken. Niemand in „Eyes Wide Shut“ schließt tatsächlich die Augen – und schließt sie doch. Es geht nicht um das Sehen als biologische Möglichkeit, sondern als soziales, als kulturelles und kulturell bedingtes Sehen, Visualisieren und die damit verbundenen (sexuellen) Phantasien. Das Wort Phantasie ist assoziiert mit Begriffen wie: Vorstellung(skraft), Einbildung(skraft), aber auch Trugbild, Fiktion, Hirngespinst, Luftschloss, Traum, Wahn, Lüge, Märchen, und natürlich Wunsch und Kreativität.

Am Anfang steht die Phantasie des Betrugs: Alice scheint eifersüchtig und sich rächen zu wollen. Sie erzählt Bill von einer sexuellen Phantasie mit einem Marineoffizier und fügt etwas hinzu, was dann eine Lawine auslöst: Nur ein Wort dieses Mannes und sie hätte alles stehen und liegen lassen: vor allem ihren Mann und ihre Tochter – aufgrund einer sexuellen Phantasie mit einem Mann, den sie nicht kannte. Der Offizier steht für ein Objekt der sexuellen Phantasie von Alice, so, wie für Szavost auf dem Ball Zieglers Alice als Objekt seiner sexuellen Phantasien steht.

Diese sexuelle Phantasie der Entmenschlichung des phantasierten Subjekts kulminiert auf der Reise Bills in der „Orgie“ auf dem Landsitz. Die Ent-Subjektivierung ist hier auf die Spitze getrieben: Alle tragen Masken, sie küssen sich nicht beim Sex, und vor allem wird nicht miteinander geredet. Es herrschen Isolation und Emotionslosigkeit. Die bedeutungsstiftende Nähe von Sexualität zwischen Ich und Ich ist vollständig ersetzt durch ein Ritual, in dem es keine „Ichs“ mehr gibt, nur noch „Es“. Das Ritual gleicht frappierend dem eines Geheimbundes, einer Loge und den Ritualen der katholischen Kirche, vor allem der Inquisition. (Das barock anmutende Interieur und die später zu hörende arabisch anmutende Musik können über die Kälte des Geschehens nicht hinwegtäuschen.) Als Bill entdeckt wird, steht er vor der Inquisition: zwei Herren in blau, einer in roter Kutte, umsäumt von maskentragenden schwarzen Kutten, fordern ihn auf, sich zu entblößen, sich zu offenbaren. Eine verkehrte Welt: Die Maskierten erscheinen als Normalität, der Demaskierte als Außenseiter. Er gehört hier nicht her. Warum?

An dieser Stelle kommen zwei weitere zentrale Momente hinzu: Geld, nicht so sehr als Eintrittsgeld für das Ritual der Schicht, der Bill ja auch angehört, sondern als sozial herrschende Macht. Zweitens der Zusammenhang von (sozialer) Inquisition und Sexualität. Die katholische Kirche steht für Lustfeindlichkeit, für entmenschlichte Sexualität, für die Verbannung der Sexualität aus einem subjektiven Zusammenhang der Individuen, für die Degradierung der Sexualität aus dem konkreten Lebenszusammenhang der Subjekte in den Bereich des Schmutzes, des Verpönten, des Teuflischen (nur erlaubt als notwendiges „Übel“ für Fortpflanzung) – aber damit (!) eben zugleich und unvermeidbar für die Produktion von Bereichen, in denen die so isolierte Sexualität in einer entmenschlichten, anonymen, ent-personalisierten und entgeltlichten Weise „ausgelebt“ wird. Gemeinhin wird dies als „Doppelmoral“ bezeichnet: Die in den Schmutz gezogene Sexualität korrespondiert mit der Prostitution. Das Verbotene wird „nur“ stark reglementiert. Die Zuweisung von Adjektiven wie schmutzig, teuflisch usw. produziert Sphären, in denen sich die Individuen „im Schmutz wälzen“. Der Lebenszusammenhang ist aufgebrochen, zergliedert, die sexuelle Phantasie isoliert sich in einem anderen praktischen Kontext der ritualisierten Orgie, der Prostitution oder der bedeutungslosen sexuellen Phantasie über Sexualobjekte.

Der historische Rückgriff auf die inquisitorische Kirche des Mittelalters und die Kirche und die Geheimbünde des 18. Jahrhunderts ist in dieser Szene mehr als deutlich visualisiert. Bill will sich und den Kontext, in dem er sich bewegt, letztlich auf-klären, erhellen, auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst ist. Er reagiert auf die Phantasie seiner Frau konkret: Er sucht praktische Wege für die sexuelle Phantasie. Er scheitert bei jedem Schritt und muss dafür bezahlen. Er zahlt Geld für Domino, obwohl „nichts passiert“; er zahlt Geld für Maske und Umhang und noch mehr, weil er die Maske scheinbar verloren hat; und präsentiert wird ihm ein Vater, der seine Tochter zur Prostituierten gemacht hat, die mit zwei maskierten, verkleideten Fremden schläft. Sie schaut Bill an, als wolle sie sagen: Du kannst auch ... Er zahlt für das Taxi, das ihn zum Landsitz bringt, mehr als üblich, damit der Fahrer wartet. Er bringt Domino ein Geschenk, aber sie ist nicht da, HIV-positiv. Das Geschenk ist wertlos, denn auch Dominos Freundin schläft nicht mit ihm, weil sie glaubt, er könne sich infiziert haben. Er begegnet fast ausschließlich Menschen, die in ihm ein Objekt ihrer sexuellen Phantasie sehen, einschließlich des schwulen Angestellten an der Rezeption. Bill zahlt, aber alle seine Versuche scheitern. Er schläft mit keiner Frau und schon gar nicht mit dem schwulen Angestellten an der Rezeption, der als einziger (!) kein Geld von ihm verlangt hätte.

Alice hätte mit dem Marineoffizier schlafen können: umsonst, mit dem Ungarn ebenfalls umsonst. Bill zahlt: umsonst. Für Alice bleibt letztendlich die Möglichkeit des bedeutungslosen Sex bestehen, für Bill nicht, da er auf dem Zusammenhang von Sexualität und Zuneigung insistiert. Für Alice ist nach der Reise durch die Phantasie nur noch eines von Bedeutung: Mit Bill ficken.

Fazit
Man kann diesen Schlussakkord von „Eyes Wide Open“ durchaus in unterschiedliche Richtungen interpretieren. Ist der letzte Satz von Alice die Kapitulation vor den beschriebenen Phantasien oder repräsentiert sie ein Fünkchen Hoffnung für eine Ich-Ich-Sexualität, den notwendigen Zusammenhang von Sexualität und Liebe? Worin besteht der Unterschied, wie James Berardinelli in seiner Filmkritik schrieb, „of heaving meaningless sex with someone who is regarded as an object, and the difficulty of having meaningless sex with someone who is seen as a person“. Bill befindet sich exakt in dieser Situation: bedeutungsloser Sex mit irgendwem und bedeutungslosem Sex mit seiner Frau. So jedenfalls könnte man den Schluss des Films empfinden.

Die Schlussszene wird aber auch in die Richtung interpretiert, Kubrick habe – unter dem Weihnachtsbaum – die Kleinfamilie „gerettet“. Das halte ich für eine völlige Fehleinschätzung. Im Gegenteil: Für Bill wie Alice bleibt das Problem bestehen, ob und in welcher Weise Sex und Zuneigung für sie zusammengehören. Ich halte den Schluss auch keineswegs für eine moralisch-pathetische „Umkehr“, für eine „einfache“ Lösung. Kubricks Thema war immer die Entmenschlichung der Gesellschaft, in bezug auf welches Problem auch immer, hier der Sexualität. „Eyes Wide Shut“ knüpft insofern (nicht nur, aber vor allem auch) an „The Shining“ an, in der die Entmenschlichung sozialer Beziehungen in bezug auf den „wahnsinnig“ gewordenen Jack Nicholson, der seine Frau und seinen Sohn zur Räson bringen will, indem er sie zu töten beabsichtigt, ein zentrales Thema darstellt.

Noch kurz: Tom Cruise und Nicole Kidman als zentrale Figuren des Films sind phantastisch.

Wer es von Euch bis hierher geschafft hat: Danke. Ich weiß, der Bericht ist etwas länger als üblich.

Eyes Wide Shut
(Eyes Wide Shut)
Großbritannien, USA 1999, 159 Minuten
Regie: Stanley Kubrick

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael, nach Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“
Musik: Jocelyn Pook, Chris Isaak, Györgi Ligeti, Franz Liszt, Wolfgang Amadeus Mozart, Dmitri Shostakovich
Kamera: Larry Smith
Schnitt: Nigel Galt
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Tom Cruise (Dr. William Harford), Nicole Kidman (Alice Harford), Madison Eginton (Helena Harford), Jackie Sawiris (Roz), Sydney Pollack (Victor Ziegler), Leslie Lowe (Illona Ziegler), Peter Banson (Bandleader), Todd Field (Nick Nightingale), Michael Doven (Zieglers Sekretär), Sky Dumont (Sandor Szavost), Louise J. Taylor (Gayle), Stewart Thorndike (Nuala Windsor), Randall Paul (Harris), Julienne Davis (Amanda „Mandy“ Curran), Lisa Leone (Lisa), Marie Richardson (Marion Nathanson), Vinessa Shaw (Domino), Rade Serbedzija (Milich), Leelee Sobieski (Milichs Tochter), Togo Igawa (erster Japaner), Eiji Kusuhara (zweiter Japaner), Fay Masterson (Sally), Alan Cumming (Hotelangestellter)

Offizielle Homepage: http://eyeswideshut.warnerbros.com/
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0120663

Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_revie ws/1999/07/071601.html

„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/e/eyes_wide.html


© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 22.12.2009
ju, au mann, was für ein film und was für ein super bericht dazu. erste sahne, bw und ganz liebe grüße
Sayenna
Sayenna, 17.12.2006
sh Kuss :-
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mima007

Erotikfilm mit Krimihandlung - passable DVD

ein Testbericht von 2004-05-05 23:10:40 vom 05.05.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, sinnlich, sehr humorvoll, psychologisch stimmig, Kidman & Cruise im Original, Fotografie, Musik, Sound; intime Interviews...
Nachteile/Kritik: einige Längen, deutsche Synchronisation nervt, wenig Bonusmaterial
Hat der "gute Doktor" Bill Harford durch sein unerlaubtes Erscheinen auf einer geheimen Sexorgie der oberen Zehntausend von New York City das Ableben einer jungen Frau verursacht? Die Gewissensschuld zwingt ihn, den Fall aufzuklären. Dabei gerät seine Fassade als wohlanständiger Ehemann und Vater in größte Gefahr - und zerbricht.

Filminfos
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O-Titel: Eyes Wide Shut (GB, 1999), DVD: 2001
FSK: ab 16
Länge: 153 Min.
Regisseur: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael
Musik: Jocelyn Pook; Schostakowitsch, Ligeti, Chris Isaak, Frank Sinatra ("Strangers in the night")
Darsteller: Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Leelee Sobieski, Sky Dumont, Marie Richardson (Marion Nathanson), Rade Sherbedgia (Milich), Todd Field (Nick Nightingale) u.a.

Handlung
°°°°°°°°°°°

In der Exposition besuchen der New Yorker Arzt William Harford (Cruise) und seine Frau Alice (Kidman), eine pleite gegangene Kunsthändlerin, eine mondäne Weihnachts-Party, die der Anwalt Victor Ziegler (Pollack) und seine Frau Ilona geben. Sowohl Alice als auch Bill werden in Versuchung geführt: Bill von zwei hübschen Models, Alice von einem ungarischen Grafen (Dumont).

Ein Notruf in das Badezimmer von Ziegler bewahrt Bill vor dem Schlimmsten: Die Prostituierte Amanda "Mandy" Curran (Julienne Davis) hat eine Überdosis Drogen genommen und droht nun abzunippeln. Das wäre ihrem Kunden Ziegler sichtlich unangenehm. Bills Eingreifen rettet Mandy, Ziegler und den Abend. Natürlich schweigt der Arzt darüber.

Unterdessen entzieht sich Alice geschickt den schlüpfrigen Avancen ihres Charmeurs und macht mit Bill den Abflug. Wahrscheinlich aber denkt sie noch lange an die Worte des Ungarn: "Man ist nur verheiratet, um einander etwas vorzumachen."

Am nächsten Tag geht Bill wieder in die Praxis, wo er unter anderem junge Frauen untersucht. Er muss stets die Fassade des "guten Doktors" aufrechterhalten, den keine fleischliche Versuchung anfechten kann. Wo immer er seinen Arztausweis zeigt, öffnen sich Türen und Herzen, besonders die von Frauen.

In ihrer weitläufigen Wohnung am Central Park West (die mit Gemälden von Christiane Kubrick vollgehängt ist, also gut aufpassen!) bringen Bill und Alice ihre Tochter Helena, die sich auf Weihnachten freut, zu Bett, bevor sie sich selbst darauf vorbereiten, miteinander zu schlafen. Alice hat zum Zwecke der Entspannung einen Joint gedreht und ist schon fröhlich am Kiffen, als Bill ebenfalls erscheint, um einen tiefen Zug zu nehmen.

In ihrem gemeinsamen Versuch, die Versuchungen der Party zu verarbeiten, sagt Bill leider drei falsche Sätze. Er hält seine Gattin für treu und unfähig zu einem Seitensprung. Im Grunde gesteht er keiner Frau zu, sexuelle Wünsche zu haben, was doch recht naiv ist. Als Reaktion darauf bricht Alice wütend, dann lachend zusammen und erzählt dem leicht befremdeten Bill, dass sie in ihrer Fantasie die Ehe mit einem feschen Marineoffizier gebrochen habe. Was Bill besonders schockt, ist ihr Geständnis, dass sie bereit gewesen wäre, in dieser Fantasie ihre Zukunft mit ihm und helena aufzugeben, nur um eine Nacht der Lust mit dem Offizier zu haben. Fortan verfolgt diese Sexszene die Vorstellungskraft Bills, wobei er deren Fortgang stückweise bis zum Höhepunkt imaginiert.

Bills naive Annahme über das weibliche Begehren wird Lügen gestraft, als er direkt nach Alices Beichte zur Tochter eines Patienten gerufen wird. Marie Nathanson (Marie Richardson) gesteht ihm ihre Liebe und küsst ihn - sie möchte lieber in Bills Nähe als Mätresse leben als mit ihrem Freund Carl (Thomas Gibson) irgendwo in Chicago zu versauern, wenn auch als Ehefrau.

Marions Angebot verstört ihn derart, dass er kein Taxi nimmt, sondern durch den Dschungel der Großstadt spaziert. Dort gabelt ihn Domino (Vinessa Shaw) auf, eine Nutte mit goldenem Herzen. Bevor es zum Sex kommt, ruft ihn Alice auf dem Handy an. In einer Jazz-Bar trifft er Nick Nightingale wieder. Der Pianist ist ein früherer Studienkollege Bills. Zufällig erfährt Bill das geheime Passwort für den Zugang zu einer geheimen Sexorgie der oberen Zehntausend New Yorks.

Im 3. Akt erkennt Bill seine Chance und nimmt sie sofort wahr. Nachdem er sich in einer grotesken Farce bei einem Kostümverleiher (Sobieski & Co.) ein entsprechendes Outfit besorgt hat, lässt er sich nicht gerade statusgerecht im Taxi zum Schloss im Wald fahren.

Er erhält mit dem Kennwort sogar Zutritt und schaut sich um. Die Orgie befindet sich bereits im fortgeschrittenen Stadium, und in etlichen Ecken, auf einigen Tischen wird bereits fröhlich gevögelt, während die Gäste gelangweilt zuschauen. Ein Gefühl, in Gefahr zu sein, kommt bei Bill erst auf, als eine junge unbekleidete Schönheit ihn eindringlich warnt: Er solle sofort verschwinden, bevor es zu spät sei. Bill (und der Zuschauer) fragt sich natürlich, wie ihn die Frau erkannt hat. Es ist Amanda Curran, und sie versucht, ihren Lebensretter vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Zu spät! Bill fliegt auf, wird vor den Zeremonienmeister (Kubricks Assistent Leon Vitali) zitiert und soll sich ausziehen, um seine Strafe zu empfangen, die zweifellos sehr hart ausfallen dürfte. Bill, dessen Gesicht als einziges entblößt ist, ist daher sehr froh, als jene Warnerin sich bereiterklärt, sich für ihn zu opfern. Es ist natürlich Mandy Curran. Und wer weiß, wie ihr Schicksal aussehen wird, hat sie doch gestanden, sie bange um ihr Leben und seines. Als Bill nach draußen geführt wird und nach Hause zurückkehrt, macht er sich Sorgen um sie.

Im 4. Akt treiben seine Sorgen Bill zu Nachforschungen, obwohl man ihn davor gewarnt hat. Nick Nightingale wurde verprügelt und ist verschwunden. Domino, die nette Nutte, die ihn im Greenwich Village beinahe gevögelt hätte, stellt sich als HIV-positiv heraus. Er kauft eine Zeitung, der Schlagzeile "Lucky to be alive" lautet; deutlicher kann man es nicht sagen. Amanda Curran, so liest er in dieser Zeitung, ist mit einer Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert worden. Als er sie im Hospital sehen will, erfährt er von ihrem Ableben. Hat Bill sie auf dem Gewissen, indem er sie den dunklen Orgienveranstaltern überließ?

Klarheit bringt erst ein langes Gespräch mit Ziegler, der bei der Orgie anwesend war und Bill zu sich bittet. Er redet Bill ein, dass er keinesfalls schuld an Amanda Currans Tod sei. Die ganze Sache im Schloss sei vielmehr eine Charade, eine Farce gewesen, um Bill einzuschüchtern, damit er die Klappe hält. Mit Recht fragt Bill, was das für eine Farce sei, bei der dann später jemand draufgeht?

Heimgekehrt erwartet ihn jedoch ein Schock höchsten Grades: Bills Maske, die er bei der Orgie trug, liegt auf dem Kissen neben der schlafenden Alice wie ein Traumliebhaber. Er hatte die Maske schon vermisst. Bill bricht zusammen und gesteht der ahnungslosen Alice alles in einer tränenreichen Beichte, die ihrer früheren ein Gegengewicht entgegensetzt. Endlich ist die Fassade, die der "gute Doktor" aufrechterhalten wollte, in sich zusammengefallen. Die Maske ist fort.

Kann es nach den tränenreichen Nacht für die beiden noch eine Zukunft als Ehepaar geben?

Mein Eindruck: der Film
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Dieser Film wird für immer mit Stanley Kubricks Tod am 7. März 1999 verbunden sein, der nur wenige Tage nach der ersten semi-öffentlichen Vorführung eintrat und alle Mitarbeiter überraschte (vgl. die Interviews in den Extras) - schließlich hatten sie drei Jahre mit dem Meister gelebt und gearbeitet.

Es sollten noch vier Monate vergehen, bis der Film in die Kinos der Welt kam - und prompt gründlich missverstanden wurde. Es war nur noch ein kleiner Schritt, ihn zu Pornografie zu erklären, und tatsächlich wurde in den prüden USA nur eine zensierte Fassung gezeigt. Es gab nur wenige Kritiker wie Roger Ebert von der Chicago Sun-Times und Richard Schickel von "Time", die "Eyes Wide Shut" für ein Meisterwerk halten. (Entsprechende Artikel sind im Web zu finden, daher verzichte ich aufs Zitieren.)

Erzähltzeit vs. erzählte Zeit

Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist die immense Länge an Erzählzeit, die für ein Minimum an erzählter Zeit aufgewendet wird: über zweieinhalb Stunden sind nötig, um zwei bis drei Tage im Leben eines Ehepaars zu erzählen. Solange sich der Zuschauer nicht auf diese genaue, gemächliche Erzählweise einlässt, wird es nicht gelingen, ins Herz des Films vorzudringen. Man bleibt sozusagen in den Vororten stecken, abgewiesen von seiner formalen Strenge und der Unverblümtheit, mit der selbst intimste Details gezeigt und zur Sprache gebracht werden. Das letzte Wort hat Alice. Es lautet "Ficken."

Ein 'murder mystery'?

Hat Bills nächtliche Odyssee in Gefilde, die sonst seinen Träumen vorbehalten sind, den unbescholtenen Arzt und Familienernährer in einen gespenstischen Mordfall verwickelt? Das ist eine der spannenden Fragen, die der Film verfolgt. Allenthalben begegnet Bill die fleischliche Versuchung, sei es eine HIV-infizierte Prostituierte, seien es edle Models, sei es die Tochter des Kostümverleihers (Sobieski). Doch Versuchung und Maske liegen in diesem Film so nahe beieinander, dass es dem Wanderer schwerfällt, Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden. Er ist umso mehr erschüttert, als er ihm seine Frau gerade gestanden hat, zumindest in Fantasien Ehebruch begangen zu haben. Hat er dann nicht das gleiche Recht dazu?

Traum-Odyssee ins Unbekannte

Der Film basiert auf Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" und wurde vom provokativen Autor Frederic Raphael zu einem Drehbuch verarbeitet. So uneindeutig wie Bills Erlebnisse ist auch die Aussage des Regisseurs: Ist "Eyes Wide Shut" nun ein Traum oder Realität? Die Frage ist unerheblich. Denn jeder Film ist die Vorspiegelung einer Geschichte, die erst der Zuschauer zu einem Erlebnis zusammensetzt, das für ihn relevant ist oder nicht. Dieses Erlebnis hat die Qualität eines Traums, und viele dieser Träume vergessen wir wieder.

Doch "Eyes Wide Shut" geht einen Schritt weiter. Der Film ist sich bewusst, dass Filme Traum-Maschinen sind und zeigt daher selbst einen Traum. Diese Selbstreflexion konfrontiert den Zuschauer mit seinen Erwartungen - geheimen, unterdrückten, vielleicht verbotenen Erwartungen. Die geltenden Marktgesetze haben die Filmkategorien wie etwa Erotik, Porno oder Fantasy fein säuberlich in Schubladen gesteckt und für bestimmte Altersstufen verfügbar gemacht - oder nicht. Doch "Eyes Wide Shut" ignoriert diese Gesetze und zeigt dem verblüfften Zuschauer, was er sich insgeheim gewünscht hat: Sexfantasien, gefährliche Straßen, nackte begehrende Frauen, ein Ordensritual mit Entblößung - diese Traumlandschaft kann sowohl befriedigen als auch schwer verunsichern.

Genau das Gleiche passiert Bill Harford und seiner Frau. Wir sollten vorsichtig sein, was wir träumen, rät "Doktor" Alice. Ihre eigenen Fantasien haben den Stein ins Rollen gebracht, die Eifersucht trieb ihren Mann dazu, einen als Orgie ritualisierten Traum zu erleben und sich dabei sich selbst und andere (A. Curran) in Gefahr zu bringen. Bill könnte jetzt HIV-infiziert sein. Er ist es Gottseidank nicht, so dass Frau und Tochter weiterhin eine sorgenfreie Zukunft offensteht: eine schöne Ehe bzw. Kindheit. Doch dies alles scheint mit einemmal gefährdet.

Ein Plädoyer für Konservativismus?

Wie sehr wir auf unsere Grenzen angewiesen sind, um existieren zu können und andere nicht zu gefährden, wird sichtbar. Ist also "Eyes Wide Shut" ein Plädoyer für konservatives Leben und Handeln? Nicht unbedingt. Denn ohne die psychosexuelle Odyssee durch die Nacht wäre Bill immer noch der naive Spießer, als der er am Anfang erscheint, wenn er seiner Frau jene blödsinnige und falsche Frage stellt. Grenzerkundung dient der Erfahrung. Diese bringt die Ehe von Bill und Alice weiter. Und wer weiß, welche geheimen Wünsche sie sich nun erfüllen können, die sie früher für sich behielten? Und es ist zu hoffen, dass sich auch "Eyes Wide Shut" als eine solche segensreiche Grenzerkundung für den Zuschauer erweist.

Womit Bill seine Erfahrung sammelt, ist das sexuelle Begehren der Frauen: Fast alle Frauen, die er im Film trifft, wollen ihn haben oder bieten sich ihm für Geld an. Er muss erst noch lernen, damit zurechtzukommen und findet sich schon bereit, mit Marion etwas anzufangen. Doch dann nehmen die Dinge eine eindeutig finstere Wendung. Seine Erlebnisse machen in der Beichte natürlich Alice eifersüchtig, doch sie hat sie sich selbst zuzuschreiben, da sie ja zuerst Bill eifersüchtig gemacht hatte, als sie ihm die Fantasie mit dem Marineoffizier erzählte. Nun stehen sie vor einem Scherbenhaufen und sind froh, aufgewacht zu sein. "Für immer?", fragt Bill. Für immer ist eine lange Zeit...

Formalitäten

Wie Steven Spielberg in seinem Interview (s.u.) sagt, hat Kubrick versucht, "to change the form" - des Genres, der Filmkunst an sich, der Bilder, des Erzählens. Daher ist keiner der Kubrick-Filme im gleichen Genre oder der gleichen Zeit angesiedelt. Und stetig wurde das, was formal möglich war, bis an seine Grenzen getrieben. Gilt das auch für "Eyes Wide Shut"?

Elegante Fahraufnahmen, ein im englischen Studio nachgebautes Greenwich Village, verhaltenes Tempo, satte (kodierte) Farben und allenthalben verstörende Bilder: in Zieglers Zimmer beginnt es mit der halbtoten Amanda Curran und hört nicht mehr auf, bis zum letzten Bild im Spielzeugladen, als Alice inmitten all der Unschuld ringsum "Ficken" sagt. Von A bis Z ist der Film eine Kampfansage an eingefahrene Moralvorstellungen und - siehe oben - geheime Erwartungen. Die handwerkliche Seite ist, wie Spielberg konzediert, "impeccable": makellos.

The human factor

Doch ich habe ein echtes Problem mit Tom Cruise. Damit ich sicher nicht alleine. Sein Image als Draufgänger und Aktionsmensch widerspricht seiner Rolle als nachdenklicher, vorsichtiger Arzt, der nur einmal ausbricht und auf Entdeckungsreise geht. Wahrscheinlich war dies in Kubricks Sinne, Cruise gegen sein Image zu besetzen. Und es musste ein Ehepaar sein, das sich gut versteht, denn sonst hätten die intensiven Szenen, die dem Film zu drei Jahren Drehzeit verhalfen, das Paar zermürbt. (In ihren Interviews sprechen Cruise & Kidman darüber.) Dennoch bleiben Zweifel an Cruises Darstellung, besonders in der vorletzten Szene, als er theatralisch in Tränen ausbricht. An Kidman gibt es hingegen nichts auszusetzen, und der Rest der Schauspieler ist lange nicht so wichtig.

Gab es jemals einen Kubrick-Film - also nicht "Spartacus" -, der einfach zu goutieren gewesen wäre? Wohl nicht. Denn jedesmal versuchte der Meister die Grenzen auszuweiten und somit den Zuschauer vor den Kopf zu stoßen. Man kann einen Kubrick-Film nicht verstehen, wenn man voreingenommen ist. Und deshalb muss ich wohl auch Cruise als Bill Harford - meinen Stellvertreter im Film? - hinnehmen. Dennoch ist ein außerordentlich hohes Maß an Mitgefühl für Bill & Alice zu spüren. Wie schon am Schluss von "Wege zum Ruhm" erweist sich Kubrick als leidenschaftlicher Humanist.

Die Musik

Oh, Mann, dieses Ligeti-Klavierstück! Ursprünglich wollte der ungarische Komponist damit "Stalin einen Dolch ins Herz treiben", wie er in der Doku der Sammler-Box sagt. Doch das insistierende Klavier - ein Halbton-Intervall von F auf Fis - hämmert auch auf den Nerven des Zuschauers herum. Man sehnt sich nach Erlösung von der Anspannung, die dieses kurze Motiv erzeugt.

Zum Glück folgt sowohl die entspannende Erlösung als auch die Gewissheit, dass das Ligeti-Motiv nur in ganz bestimmten Szenen auftaucht: beispielsweise dann, wenn sich Bill Harford vor dem Zeremonienmeister entblößen muss. Das Motiv "sticht" deswegen so heraus, weil der Rest der eingesetzten Musik so schmeichelnd und unterhaltsam daherkommt. Einzige Ausnahme: Der wunderschöne Boogie "Baby did a bad bad thing" von Chris Isaak.

Das Motiv jedoch signalisiert höchste Gefahr, Zweifel und Unsicherheit. Spätestens nach dem zweiten Hören fragt sich der Zuschauer: Au weia, standhalten oder flüchten? Ich kann nur zum Standhalten raten. Es lohnt sich.

Die DVD
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Technische Infos

Bildformate: 4:3 (Vollformat des Original-Kameranegativs)
Tonformate: DD 5.1
Sprachen: D, Englisch
Untertitel: D, Englisch, SWE, NOR, DAN, FIN, Isländisch
Für Hörgeschädigte: D

Extras:

- Interview mit Tom Cruise (8:20 Min.)
- Interview mit Nicole Kidman (17:45)
- Interview mit Steven Spielberg (7:20)
- 2 TV-Spots: Eifersucht; Combo
- Bio- und Filmografien zu Cruise, Kidman, Pollack und Kubrick. Erwähnung von Todd Field (Nick Nightingale) und Marie Richardson (als Marion).

Mein Eindruck: die DVD
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Der Sound wurde remastered zum Format Dolby Digital 5.1 und erklingt damit in geeigneten Anlagen in bester Qualität. Das Bild verstört Puristen zunächst dadurch, dass es nicht im Widescreen-Format angeboten wird, sondern - wie alle drei letzten Filme Kubricks - nur im Vollformat 4:3 (1,33:1). Das war jedoch offenbar die erklärte Absicht des Regisseurs. Ich konnte keine Fehler feststellen, doch mehrmals einen leicht verzerrenden Effekt der eingesetzten Linsen, als ob man eine Szene durch eine Fisheye-Linse betrachte.

Neben der Besetzungsliste für Darsteller und Stab finden sich unter dem Bonusmaterial zwei TV-Spots sowie drei Interviews. Dies sind keine Interviews, die schon in der biografischen Kubrick-Doku "A life in pictures" zu sehen waren. Sie wurden alle nach dem Filmstart im Juli 1999 geführt.

Im Interview erzählt Tom Cruise unter den bohrenden Fragen des Journalisten, wie er seinerzeit Kubrick besuchte und kennenlernte, wie er mit ihm arbeitete (und litt), wie er in Zeitnot geriet und wie er schließlich kaum glauben konnte, dass sein Freund Stanley tot war. An einem Punkt fehlen ihm die Worte.

Dies ergeht Nicole Kidman noch viel schlimmer, sie beginnt nämlich zudem, in Tränen auszubrechen, obwohl sie die Contenance behält. Der britische Journalist fragt sie, ob sie vielleicht ein Taschentuch benötige. Hinsichtlich der problematischen Schlüsselszenen in "Eyes Wide Shut" und Kubricks als Künstler sind Kidmans Ausführungen außerordentlich erhellend. Es war sie, die ständig nach der Logik in Alices Argumenten suchte. Doch Kubrick beschwichtigte sie, denn wie könne man von einer völlig bekifften Alice irgendwelche rationalen Argumente erwarten? Recht hat er.

Steven Spielberg gibt grundsätzlich keine Audiokommentare zu seinen Filmen, und selbst Interviews sieht man recht selten. Daher ist dieses Interview von sieben Minuten Länge sehr willkommen. Er ist ja als Regisseur von "A.I." einer der Erben Kubricks geworden. Er hatte ihn 1980 am Set von "Shining" kennengelernt. Er wollte das Set für "Jäger des verlorenen Schatzes" nutzen, doch der Set brannte ab. Also musste er nach Frankreich ausweichen. Kubrick (S.K.) fragte ihn nach seiner Meinung von "Shining", das Spielberg nicht mochte, und von Nicholson, den Spielberg übertrieben fand. S.K. wandte ein, das man auch James Cagney unterschätzt habe.

Zur nicht geringen Verblüffung ist es auch Spielberg, der S.K. gegen den Vorwurf in Schutz nimmt, er sei ein kalter, analytischer Regisseur. Spielberg erzähl, wie er einmal den Schluss - und nur diesen! - von "Wege zum Ruhm" im privaten Kreis vorgeführt habe, um diesen Vorwurf zu entkräften: Alle Anwesenden brachen in Tränen aus. Inzwischen hat Spielberg auch "Shining" etwa 25-mal gesehen, wie er sagt: "Es ist einer meiner Lieblingsfilme. Es ist unmöglich, einen Kubrick-Film vor dem Ende anzuhalten oder gar auszuschalten. Man muss sie öfters sehen, um sie zu mögen."

Unterm Strich
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Alle noch wach? Wie jeder Kubrick-Film ist auch dieser eine Erfahrung, auf die man sich einlassen muss. Man kann es niemandem vorwerfen, wenn er oder sie Schiss davor hat. Ich genieße den Film immer wieder, nicht nur wegen der wundervoll fotografierten Bilder, sondern auch wegen der kuriosen, spannenden und zuweilen witzigen menschlichen Begegnungen.

So manche Sequenz ist pure Komödie, so etwa beim Kostümverleiher Milich oder der schwule Rezeptionist in Nicks Hotel (Alan Cumming). Manche Darstellung ist großartig, so etwa Marie Richardson Mienenspiel, das zwischen der Maske der trauernden Tochter und der dahinter hervorbrechenden Liebenden schwankt. Einfach umwerfend.

Die Silberscheibe bietet nicht das übliche Bonusmaterial aus Making-of, Entfallenen Szenen und Trailershow, sondern bietet in den drei Interviews geradezu intime Einblicke in das Arbeiten und Handwerk eines der größten Regisseure des letzten Jahrhunderts.

Michael Matzer (c) 2004ff
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
DieEine

Die geheimen Träume einer Arztgattin

ein Testbericht von 2004-02-04 15:56:19 vom 04.02.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Tom Cruises Darstellung, brillante Bilder, interessante Geschichte...
Nachteile/Kritik: man sollte Kubrick mögen und sich intensiv mit dem Film auseinandersetzen, dumme Dialoge, Nicole Kidman, magere DVD-Ausstattung
Für die Uni sollten wir mal eine Filmkritik über Stanley Kubricks letzten Film "Eyes Wide Shut" schreiben und wie das so ist mit Hausaufgaben, hab ich das natürlich nicht gemacht. Ich hatte keine Lust mir den Film in der Uni anzusehen und auch keine Lust ihn mir in der Videothek auszuleihen. Die Kritiken meiner Mitstudenten haben mich aber dann doch irgendwie neugierig gemacht und ich hab ein Angebot abgewartet und mir den Film auf DVD bestellt. Schließlich spielt Tom Cruise ja mit, da kann man beim Kauf eigentlich nicht viel falsch machen - ich zumindest nicht.

_Die Story

William (Tom Cruise) und Alice Harford (Nicole Kidman) führen dem Anschein nach eine glückliche Ehe. Er ist Arzt, sie kümmert sich zu Hause um die gemeinsame Tochter.
Kurz vor Weihnachten sind die beiden bei einem Bekannten auf eine Party eingeladen.
Dort trifft William seinen ehemaligen Studienkollegen Nick Nightingale wieder, der jetzt als Pianist arbeitet.
Während eine angeregten Unterhaltung mit zwei Models wird William vom Gastgeber zur Seite gebeten. Eine schöne, nackte, junge Frau liegt in dessen Zimmer und hat wohl zu viele Drogen geschluckt.
Als William auf die Party zurückkehrt, sieht er seine Frau innig mit einem attraktiven Mann (Sky du Mont) tanzen.

Einige Tage später raucht das Ehepaar im Bett einen Joint und Alice beginnt Fragen zu den Geschehnissen auf der Party zu stellen. Berauscht durch die Droge beginnt Alice mit William zu streiten und erzählt ihm von einem sexuellen Wunschtraum. Im Urlaub hat sie einen Marine-Offizier gesehen und sich vorgestellt, dass sie mit ihm durchbrennen würde, wenn er es denn wollte.
William kommt mit Alices´ Träumen und Phantasien nicht klar und verlässt die Wohnung.

Er flüchtet zuerst zu einer Prostituierten, dann in die Bar, in der Nick spielt. Dieser erzählt ihm von einem mysteriösen Auftrag in einem Haus, in dem wilde Orgien gefeiert werden. William leiert ihm das Passwort aus dem Ärmel und begibt sich mit Mantel und Maske verkleidet zu dem Anwesen.

Dort sind alle verkleidet und viele wunderschöne Frauen laufen nackt rum und sind bereit Sex mit jedem Anwesenden zu haben.
Nachdem William die Party unfreiwillig verlassen hat, ist er sehr verwirrt und beginnt Nachforschungen über das Haus und die Geschehnisse anzustellen.

_Meine Meinung

Vorab muss ich vielleicht sagen, dass ich kein großer Fan von Stanley Kubrick bin. Seien Art Filme zu machen ist zwar bemerkenswert, aber mir haben die wenigsten Filme von ihm wirklich gut gefallen, was aber vor allem an der Umsetzung der Story lag.

Ich finde, er hat in seinen Szenen immer unnötige Szenen eingebaut, die der Story nicht dienlich waren, sondern nur einen Schockeffekt liefern sollten, aber darüber kann man sicher streiten.
Bilder einfangen und den Schauspielern das Beste abverlangen, konnte der Mann aber auf jeden Fall, denn auch bei "Eyes Wide Shut" sind es vor allem die Bilder, die Farben und die Dialoge und Zeichnungen der Charaktere die gekonnt in den Vordergrund gestellt wurden.

Bei "Eyes Wide Shut" hat mich aber massiv das ordinäre Gerede über Sex genervt. Für jedes F*-Wort, was in diesem Film fällt, hätte ich gerne einen Euro und ich bräuchte nächsten Monat nicht arbeiten.

Die Geschichte, von dem Ehepaar, dass sich endlich richtig ausspricht und die geheimsten Wünsche zur Sprache bringt, ist zwar sehr interessant, aber einige Szenen ziehen sich einfach unnötig in die Länge.

Ebenfalls muss ich die schauspielerische Leistung von Nicole Kidman bemängeln. Ihre Darstellung der Alice war teilweise sehr übertrieben und überzogen. Auch die deutsche Synchronstimme trägt zum Nervfaktor der Figur bei. Ich bin mir nicht sicher, ob die deutsche Stimme mit Nicole Kidmans plötzlichem Erfolg auch ausgewechselt wurde - es kommt mir so vor, da die Stimme in "Eyes Wide Shut" extrem ausdruckslos und nervig hoch ist.

Tom Cruise hingegen spielt die Rolle des William Harford, der plötzlich in einen großen Gefühlswust gezogen wird, sehr überzeugend. Wie er völlig konfus durch die Straßen rennt und schließlich in dem unheimlichen Anwesen landet, ist sehr gut dargestellt. Man fühlt sich als Zuschauer wirklich als Teil des Films.

_Die DVD

Sprachen: Englisch, Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch
Specials: Interaktive Menüs, Szenenanwahl, Interviews mit Tom Cruise, Nicole Kidman und Steven Spielberg, USA-Trailer

Im Sonderangebot hat die DVD 11 Euro gekostet, ein Preis, den ich gerade vertreten kann. Die DVD kommt als Teil der Stanley Kubrick Collection in den billigen Pappverpackungen.

Die Ton- und Bildqualität sind sehr gut, wobei vor allem die Bildqualität erwähnenswert sind, da der Film doch sehr bunt ist, obwohl große Teile in der Nacht spielen. Die Farben sind brillant und klar. Außerdem füllt der Film den kompletten Fernsehschirm aus, weil Stanley Kubrick es so wollte. Man bekommt also vollsten Filmgenuss ohne von Breitbandstreifen abgelenkt zu werden.

Die Specials sind ein wenig rar. Beim letzten Kubrick-Film hätte ich mir mehr erwartet als jeweils 15-minütige Interviews mit den beiden Hauptdarstellern und Steven Spielberg. Die drei erzählen jeweils ihr Verhältnis zu Kubrick und man sieht ihnen an, dass sein Tod sie sehr berührt hat. Warum man allerdings einen vor Trauer schweigenden Tom Cruise und eine fast heulende Nicole Kidman als Special zeigen muss, ist mir schleierhaft.

Neben den kurzen Interviews gibt es noch zwei kurze US-Trailer und dann ist die Special-Palette schon ausgeschöpft.

_Mein Fazit

Der Film ist stellenweise etwas langweilig, stellenweise aber auch sehr interessant und spannend. Man muss den Film auch mehrmals sehen, um ihn zu begreifen und sich an Stanley Kubricks Art zu filmen gewöhnt hat.

Die Specials der DVD sind etwas sehr dürftig, da hätte man mehr draus machen können, denn Material war bestimmt genug vorhanden.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Elitza8118

Unterbelichtet mit Überlänge

ein Testbericht von 2002-11-18 04:39:42 vom 18.11.2002
Empfehlung: nein
Eyes Wide Shut war der langweiligste Film, den ich jehmals im Kino gesehen habe. Regisseur Stanley Kubrick, bekannt durch Filme wie Clockwork Orange oder Lolita hat sich in diesem Film zu sehr auf die großen Stars Tom Cruise und Nicole Kidman verlassen, die in Eyes Wide Shut aber eher blass wirken. Der Film soll kunstvoll wirken, weist aber nicht den geringsten Anspruch auf. So verbringen die beiden Hauptdarsteller zehn geschlagene Minuten damit sich im Schlafzimmer zu unterhalten, ohne das irgendeine Spannung aufkommt. Der Film zeigt eine quälende und schleppende Ehekrise. Und wer nicht zumindest ein wenig masochistisch angehaucht ist, sollte sich diesen Film besser nicht anschauen.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 1,00 / 5,00 1
Bewertung Testbericht:nicht hilfreich
Mirale

...und sie haben alle gef****

ein Testbericht von 2002-02-24 20:52:42 vom 24.02.2002
Empfehlung: ja
New York/ Manhattan, kurz vor Weihnachten: Der junge Arzt William Harford und seine Frau Alice gehen zu einem Ball höherer Klasse. Als sie sich auf dem Ball kurz trennen wollen, sehen sie sich darauf mit anderen Leuten tanzen. Am nächsten Tag fragen sie sich gegenseitig was es mit dem Tanz auf sich hatte, während sie einen Joint rauchen. Dabei gesteht Alice ihrem Mann dass sie gern zu erotischen Phantasien getrieben wird und schon eine Affäre mit einem anderen hatte und ihn begehrt, wobei bei William eine Welt zusammenbricht. Ein Anruf über einen Todesfall lässt ihn von Zuhause verschwinden.
Er stürzt sich anschließend ins New Yorker Nachleben. Er verbringt anschließend einige Zeit mit der wohl nettesten Nutte New Yorks. Dann trifft er einen Kostümhändler bei dem er sich eine Maske für einen geheimen Maskenball besorgt, der widerrum erwischt seine Tochter zusammen mit zwei Japanern. Das treibt ihn in Rage, er dreht durch und will die Polizei rufen. Für den geheimen Maskenball hat man ihm vorher ein Passwort gegeben was er zweimal verwenden sollte. Als er dort drin ist, findet er nur noch heiße Sexorgien vor, bei denen niemand das Gesicht des anderen kennt. Eine Frau rät ihm andauernd zu verschwinden, was er allerdings ignoriert. Als man ihn später enttarnt, da er nur eines statt zwei Passwörtern kennt, was sich später als Lüge herausstellt, muss er seine Maske abnehmen. Er soll sich ausziehen und dann geopfert werden. Doch dann bietet eine der Nackten an, sich für ihn zu opfern.
Das rettet dem Arzt die Haut. Jetzt läuft er nur noch mehr verstörend herum und seine Frau hat nur noch Albträume...

Das war Stanley Kubricks letztes Meisterwerk. Der Film hatte eine Rekorddrehzeit von 17 Monaten, was laut Tom Cruise seine Beziehung zu Nicole Kidman nur verstärkt hat. Der Film hat als Vorlage Arthur Schnitzlers Roman "Traumnovelle" aus dem Jahr 1925, womit sich Stanley Kubrick 30 Jahre lang beschäftigt hat. Jedoch merkt man, dass der Film eher in den 20ern als in den 90ern spielt, da sich Kubrick streng an die Romanvorlage gehalten hat. Der Film erinnert auch ein wenig an Alfred Hitchcocks "Der unsichtbare Dritte", wo Cary Crant die Welt nicht mehr versteht, genauso wie hier Tom Cruise.

Ehe-/ErotikDrama, USA 1999 mit u.a.:
Tom Cruise, Nicole Kidman, Madison Edington, Jackie Sawiris, Sydney Pollack
Regisseur und Produzent: Stanley Kubrick
Filmdauer: 153 Minuten
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:hilfreich
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Kommentare
peryk
peryk, 24.02.2002
17 Monate ist relativ wenig, wenn man bedenkt das Kubrick im Durchschnitt 4-5 Jahre an einem Film sass Drehbuch, Casting, Drehen, Schnitt
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1-5 von 5 Testberichten über Eyes Wide Shut
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