Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung
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Testberichte Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung

4.9 von 5
Platz 11 in der Kategorie "Bücher Nachschlagewerke Lexika".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 4.9 von 5
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Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 4.9 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • nicht einseitig, gute Beispiele, sehr viele Erkenntnisse
Nachteile/Kritik
  • stark verschachtelte Sätze, manchmal zu philosophisch, Fussnoten
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DIE Antwort auf Schwanitz

ein Testbericht von 2004-08-18 15:12:01 vom 18.08.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: nicht einseitig, gute Beispiele, sehr viele Erkenntnisse...
Nachteile/Kritik: stark verschachtelte Sätze, manchmal zu philosophisch, Fussnoten
Nachdem ich Schwanitz’ Buch „Bildung“ gelesen hatte und mich schon ein wenig darüber geärgert habe, dass seiner Meinung nach die Naturwissenschaften nicht zur Bildung gehören, habe ich von einer Art Gegendarstellung erfahren. Dieses Buch trägt den Haupttitel „Die andere Bildung“ und soll an dieser Stelle vorgestellt werden.


Inhaltliches

Bereits in der Einleitung verweist der Autor auf das Buch „Bildung“ von Schwanitz und lässt sich – mehr oder weniger – ausführlich darüber aus, dass in seinen Augen die Naturwissenschaften sehr wohl zur Bildung gehören und bezeichnet Schwanitz mehr oder weniger direkt als arrogant, weil er dies nicht sieht oder sehen will. In den ersten Kapiteln geht es dann weitestgehend darum, wie die Naturwissenschaften überhaupt entstanden sind, wobei Physik, Chemie, Biologie und Astronomie explizit als Hauptbereiche genannt werden. Dabei geht Fischer auf die Entstehungsweisen der einzelnen Bereiche ein und stellt immer wieder Verbindungen zur alten Alchemie her. Fischer spart in diesen Kapitel aber auch nicht mit den Verbindungen zur Kunst, Literatur und zur Pschologie und zeigt vor allem das Nebeneinander dieser Bereich am Anfang der Entwicklung auf. In den abschließenden Kapitel geht er dann soweit, eine erneute Verbindung von Kunst und Naturwissenschaften zu fordern, legt dar, wieso dies seiner Meinung nach Vorteile für beide Seiten hat und zeigt Wege, wie es gehen könnte (und teilweise auch schon geht).

In den mittleren Kapitel findet man ausführliche Beschreibungen der großen wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie beispielsweise die Entdeckung der Gravitation von Newton, die Deutung der Sternenbewegungen durch Kopernikus und die Entstehung der Relativitätstheorie von Einstein. Er zeigt auch auf, wie der Weg vom Großen (den Sternen) zum Kleinen (den Atomen) entstanden und auseinander abgeleitet worden ist. Darwin wird genauso erwähnt und behandelt wie Bohr und immer wieder kommt es zur Darstellung der Problematik, vor der Wissenschaftler stehen und zu einer Beschreibung, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen.


Fakten

Titel: die andere Bildung
Autor: Ernst P. Fischer
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN: 3548364489
Broschiert, 464 Seiten, erschienen im Juli 2003
Aktueller Amazon-Preis: 9,95 Euro


Meine Meinung

Wer erwartet, ein Buch in den Händen zu halten, in dem die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Entdeckungen kurz erläutert werden, der wird bitter enttäuscht. Es geht in erster Linie gar nicht darum, irgendwelche wissenschaftlichen Fakten aufzulisten, sondern es geht darum, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, wieso sie stark von der menschlichen Wahrnehmung abhängig sind und welchen Bezug sie im Leben der Menschen haben. Fischer wählt zwar Beispiele aus, die auch erläutert werden, jedoch benutzt er diese Beispiel in erster Linie dazu, das wissenschaftliche Arbeiten und seine Probleme zu erläutern. So gesehen ist der Inhalt dieses Buch zwar ein wissenschaftliches Thema, das Buch selber ist in meinen Augen aber viel mehr philosophischer Natur und zeigt die Stärken und Schwächen wissenschaftlicher Arbeit auf. Dabei kommt es auch immer wieder zu Vergleichen mit den künstlerischen Arbeit und es werden die unterschiedlichen Betrachtungsweisen miteinander verbunden.

Diese Art der Abhandlung ist sicherlich nicht wirklich leicht zu lesen. Ich neige dazu, es schon als „schwere Kost“ zu bezeichnen, denn man muss unbedingt konzentriert lesen, um dem roten Faden dieses Buches folgen zu können. Das wirkt es nicht gerade als Erleichterung, dass der Autor einen Hang zu langen und verschachtelten Sätzen hat und gerne auch einmal Fremdworte benutzt. Konzentriertes Lesen ist auf jeden Fall angesagt. Schade finde ich, dass an dieser Stelle nicht zwischen Fussnoten und Querverweisen unterschieden wird. Beides wird zusammengefasst und befindet sich im Anhang des Buches. Da heisst es blättern, wenn man die Fussnote lesen will (was an vielen Stellen empfehlenswert ist). Hier hätte ich es deutlich besser gefunden, wenn die tiefergehenden oder erklärenden Fussnoten direkt auf der Seite gestanden hätten und nur die Literaturverweise in den Anhang verbannt worden wären. Da es keine klare Unterscheidung gibt, blättert man oft umsonst, denn man findet nur die Quellenangabe ....

Inhaltlich hat mich das Buch fasziniert, denn als Vollblut-Maschinenbauer neige ich doch eher zu einer wissenschaftlichen Betrachtung der Welt und nicht zu einer künstlerischen. Hier haben mir vor allem die Hinweise darauf, dass beide Betrachtungsweisen voneinander partizipieren können, gefallen und an einigen Stellen habe ich das Buch sacken lassen und die gerade gelesenen Betrachtungsvorschläge versucht, auf meinen Arbeitsbereich umzusetzen. Ebenfalls gut gefallen haben mir die Ausführungen bezüglich der Ethik in der Wissenschaft, die nach Ansicht des Autors und nach meiner Ansicht heute viel zu kurz kommen. Erstaunlicherweise musste ich auch feststellen, dass ich bestimmte Arbeits- und Betrachtungsweisen zwar anwende, mir aber irgendwie nicht klar war, dass ich dabei von ganz bestimmten Vorraussetzungen ausgehe. Betriebsblindheit nennt man das wohl – und das, obwohl Maschinenbau nicht wirklich eine Naturwissenschaft ist :-)

Die vom Autor gewählten Beispiele werden in meinen Augen an einigen Stellen zu wenig erläutert. Hier hätte ich mir gewünscht, dass ein wenig mehr auf die Naturwissenschaftliche Erkenntnis an sich eingegangen wird, ehe die Folgen für das Denken erläutert werden. Besonders auffällig ist dieser Mangel im Bereich der Chemie, die insgesamt eh sehr kurz kommt.

Insgesamt kann man Fischers Werk sicherlich als Antwort auf Schwanitz verstehen, wobei sehr auffällig ist, dass es nicht um die Naturwissenschaft im Detail geht, sondern vielmehr darum, wie naturwissenschaftlich gearbeitet wird, wo die Bezüge zur Kunst und Literatur liegen und wieso die Naturwissenschaften sehr wohl zur Bildung gehören. Fischer ist sehr bemüht, den Vorwurf den er an Schwanitz macht (nämlich seinen Fachbereich zu betrachten, ohne den Blick über den Tellerrand zu werfen), nicht selber als Fehler einzuführen und schweift dabei – in meinen Augen manchmal zu sehr – in den „anderen“ Bereich ab.


Fazit

Das Buch ist auf keinen Fall eine leichte Kost und auf keinen Fall eine einfache Aufstellung von wichtigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es handelt sich vielmehr um eine philosophische Betrachtung der Wissenschaften mit Bezug zur Kunst und Literatur, die an ausgewählten Beispielen erläutert werden. Die Schreibweise und die vielen Fremdwörter machen das Werk nicht gerade leicht lesbar, lohnen tut es sich aber auf jeden Fall – daher auch meine Empfehlung.


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Cu easywk
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dieanke

Naturwissenschaft

ein Testbericht von 2008-05-18 07:30:53 vom 18.05.2008
Empfehlung: ja
Dieses Buch ist quasi als Antwort auf das Buch „Bildung – alles was man wissen muss“ von Dietrich Schwanitz erschienen. „Alles was man wissen muss“ – Schwanitz klammerte allerdings die Naturwissenschaften hierbei völlig aus. Wissenschaft, das gehört scheinbar nicht zur Kultur.

Dass Schwanitz da falsch liegt, stellt E.P. Fischer in seinem Buch „Die andere Bildung“ klar. Schon der Titel lässt ja an das Buch von Schwanitz denken, und tatsächlich wird dieser Name schon im Vorwort mehrmals genannt.
Wenn das was Schwanitz zur Bildung zählt, nämlich Literatur, Philosophie usw., die Naturwissenschaft tatsächlich völlig außen vor lässt, darf man sich nicht wundern, dass wir in der Forschung hinterherhinken.

Leicht verständlich führt Fischer in alle wichtigen wissenschaftliche Gebiete ein und geht dabei in den einzelnen Kapiteln sehr genau auf die Entwicklung der einzelnen Disziplinen ein. Von Newton bis Einstein, von Planck bis Kopernikus sind die Erkenntnisse aller wichtiger Wissenschaftler vertreten. Alles, was man damals in der Schule nicht verstanden hat, wird einem hier nähergebracht. Und diese ausgewählten Abschnitte der Wissenschaft werden sehr gut in einen erkenntnistheoretischen Zusammenhang verpackt, so dass der Leser auch die Entwicklungen, die z.B. zu Einsteins Relativitätstheorie geführt haben gut nachvollziehen kann.
Fischer geht dabei aber auch nicht nur auf die Physik ein. Auch die oftmals in solchen Büchern stiefmütterlich behandelte Biologie kommt nicht zu kurz. Von Darwin bis zu den neusten Genetikern ist alles vorhanden und genauso anschaulich dargestellt, wie die physikalischen Themen.

Umfangreiche Anmerkungen vereinfachen das Verständnis.
Auch geht er auf das Verhältnis zwischen Kunst und Wissenschaft ein. Fischer will die Wissenschaft als eine Kunst verstanden sehen, diese Problematik macht eigentlich den Hauptteil des Buches aus. Was Fischer von Schwanitz abhebt, denn er will Bildung als eine Verbindung aus Schwanitz Bild und den Naturwissenschaften sehen.

§§§§§§ Meine Meinung §§§§§§§§
Fischer versteht es erstklassig, dem Leser verständlich zu machen, dass die Naturwissenschaft einfach zur modernen Bildung dazu gehört. Bei den Sachverhalten, die er beschreibt, legt er nicht nur Wert darauf, sie als einzelnes zu beschreiben, sondern viel mehr auf den Zusammenhang zwischen den einzelnen Entdeckungen.
Diese Zusammenhänge lassen sich auch von Laien gut verstehen, so dass das Buch nicht nur für Wissenschaftler geschrieben wurde.

Er beschränkt sein Bildungsverständnis auch nicht nur auf „das was man wissen sollte“, wie Schwanitz es tut. Sein Untertitel lautet „Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte“. Man kann dieses Buch also auf alle Fälle als direkte Antwort auf Schwanitz verstehen.
Sein Ziel verfehlt Fischer nicht: er bringt dem Laien die Naturwissenschaft näher.

5 von 5 Sternen
§§§§§§§ Daten §§§§§§§§
Titel: Die andere Bildung – Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte
Autor: Ernst Peter Fischer
Verlag: Ullstein (2001)
Preis: 24 Euro (nur als Hardcover)
ISBN: 3550071515

Eure Anke
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
frankensteins
frankensteins, 18.05.2008
da ich das Buch kenne, kann ich dir bedenkenlos sh für die Vorstellung geben, alledings wer das Buch und die Thematik nicht kennt, bräuchte vielleicht noch ein wenig mehr Informationen lg Werner
redwomen
redwomen, 18.05.2008
Stimmt, muss frankenstein Recht geben, knappes quotshquot, da ich selbst das Buch überhaupt nicht kenne. LG Maria
syl_md
syl_md, 18.05.2008
sh, liebe Grüße und ein schönen Sonntag wünscht Sylvia Würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen
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