Dem langatmige Roman von über 330 Seiten von Theodor Fontane haben wir uns in der Schule angenommen.
Dies war mein erster langer Roman, welchen ich gelesen habe, und ich muss zugeben, die Woche, während ich den Roman las, war sehr anstrengend.
Grundsätzlich kann man sagen, dass es eine Ehebruchsgeschichte ist, welche Anlass zu einem Duell mit tödlichen Folgen gibt. Der Text, 1896 erschienen, weist eine zeitliche Repräsentanz auf. Es geht um die Frage des Sozialdrucks.
Wer nicht weiss, ob er sich diesen Schunken zulegen, vorher aber eine detaillierte Inhaltsangabe haben will, der passe jetzt auf (Achtung, es warten 36 Kapitelzusammenfassungen darauf gelesen zu werden):
@1. In einem schönen Haus lebt die Familie Briest, bestehend aus Mutter, Vater und der Tochter Effi. Frau Briest und Effi arbeiten viel, sie stellen Teppiche her. Während der Arbeit macht Effi zwischendurch Gymnastikübungen, wobei die Mutter die ganze Zeit arbeitet. Es kommen ein paar Freundinnen von Effi vorbei. Effi erzählt ihnen eine frühere Liebesgeschichte ihrer Mutter.
@2. Die Mädchen spielen noch eine Weile bis Effi von der Mutter gerufen wird. Die Mutter sagt, dass der Baron Innstetten schon da sei. Sie fügt hinzu er hätte um ihre Hand angehalten. Der Altersunterschied würde ihn nicht stören, er ist gleich alt wie die Mutter, er war früher die männliche Seite der Liebesgeschichte, von welcher Effi erzählt hat.
@3. Jetzt geht alles ganz schnell. Eilig verloben sie sich und die ganze neue Familie wurde persönlicher im Umgang miteinander. Effi besucht ihre Freundinnen, um ihnen alles zu erzählen. Schon am nächsten Tag reiste Innstetten wieder ab, und es wird langsam die Hochzeit vorbereitet. Mama und Effi reisen zum Vetter Dagobert und sehen sich die Nationalgalerie und die „Insel der Seligen“ an.
@4. Die Zeit vergeht rasch und die beiden sollten wieder zurück nach Hohen-Cremmen, denn es ist schon Ende August, der Hochzeitstag (3.10) naht. Effis Freunde wollen sie mit einem Theater überraschen, die Vorbereitungen beginnen. Effi unterhaltet sich viel mit Mama. Mama will ihr jeden Wunsch erfüllen. Effi malt sich schon die Zukunft aus, sie wird alles vermissen. Sie erhält einen Brief von Innstetten, über den sie sich noch mit Mama unterhält. Zuletzt wendet sich das Thema Geert zu, sie seien zu verschieden sagt Effi, sie fürchte sich sogar vor ihm und seinen Grundsätzen.
@5. Effi und Innstetten sind jetzt verheiratet, und sind schon am nächsten Tag zur Hochzeitsreise aufgebrochen. Briest und Mama unterhalten sich über die Hochzeit, sie erzählt ihm von ihrem Gespräch mit Effi. Von der Reise bekommen die Eltern Briefe von Effi, sie sei sehr zufrieden, aber müde.
@6. Innstettens Urlaub geht allmählich zu Ende. Nach einem kurzen Besuch in Berlin sind die beiden schon wieder im Zug unterwegs nach Kessin. Sie steigen auf eine Kutsche um und Innstetten zeigt ihr die Gegend. Effi ist sehr interessiert. Er erzählt ihr von Kessins Einwohnern, bis sie dann am Haus ankommen. Sie werden herzlich begrüsst, und Effi werden einige Leute vorgestellt, auch Rollo, der Hund, der sie in Zukunft beschützen soll. Effi bezieht bei einer Tasse Tee ihr eigenes Zimmer.
@7. Effi erwacht erst spät. Sie schaut
sich den Rest des Zimmers genauer an, dann drückt sie die Klingel und Johanna kommt. Sie reden miteinander über den Saal oberhalb des Zimmers von Effi. Gardinen würden in der Nacht Geräusche machen. Effi geht in Innstettens Zimmer und unterhaltet sich mit ihm über dieses sehr schöne Haus. Auch über Tod und die Gardinen sprechen sie, ehe sie dann Besuch erwarten.
@8. Effi und Innstetten machen einen Rundgang durch das Haus und Effi sieht sich alles sehr genau an. Innstetten geht zur Arbeit. Alonzo Gieshübler kommt zu Besuch, allerdings mit Verspätung. Die zwei unterhalten sich. Effi macht ihm viele Komplimente. Er wird verlegen und geht dann schnell wieder.
@9. Effi richtet sich zu Ende ein. Jetzt folgen Stadt- und Landadelsbesuche. Innstetten und Effi sind zwei Wochen auf Visite. Zu Hause wieder angekommen wird Innstetten kurze Zeit später eingeladen und fährt für einen Tag weg. Effi fühlt sich einsam, schreibt der Mama einen Brief und liest ein Buch, welches sie dann aber verängstigt. Nach einem Gespräch mit Johanna geht sie schlafen. Mitten in der Nacht fährt sie auf und schreit, sie fürchtet sich. Nachdem Rollo zu ihr kommt ruft sie Johanna. Nach einem kurzen Gespräch schläft sie dann weiter.
@10. Als Innstetten zurückkommt, schläft er erst einmal eine Weile. Danach erkundigt er sich nach Effi, und Johanna erzählt ihm die Geschichte. Effi erzählt Innstetten ihre Ängste, doch dann driftet Effi ab und die zwei streiten sich leicht. Plötzlich werden sie von Gieshübler zu einem Musikabend eingeladen, sie sagen zu. Vorher unternehmen die beiden noch einen Schlittenausflug. Auf der Reise erzählt er ihr die ganze Geschichte von dem Chinesen, denn sie ist ganz neugierig darauf.
@11. Sie kommen pünktlich im Gasthaus an. Sie sehen sich einen vorbeifahrenden Zug an. Danach fährt man zu Gieshübler. Seine Gäste sind schon da. Jedermann amüsiert sich und es wird viel geredet. Nach dem Mahl singt die Tripelli Lieder und unterhaltet sich daraufhin mit Effi über das Bühnenleben und Ängste.
@12. Alle verabschieden sich und gehen Richtung nach Hause. Weihnachten steht vor der Tür, es werden Vorbereitungen getroffen. Es folgen Feiertage und Vorbereitungen zum Silvesterball. Effi schreibt einen langen Brief an Mama, sie würde gerne nach Hohen-Cremmen fahren, denn ihr sei Kessin unheimlich geworden, besonders das spukende Haus.
@13. Nach dem Silvesterball folgt der kalte Winter mit vielen Besuchen. Effi langweilt sich, nur Gieshübler kann sie mit seinen Liebeleien erheitern. Der Winter geht vorüber, der Frühling steht vor der Tür. Sie schreibt viele Briefe an Mama, sie erzählt unter anderem vom neuen Bezirkskommandeur Major Crampas. Es ist Juni, und Effi und Innstetten unterhalten sich über die ersten Badegäste. Plötzlich verstirbt ein älterer Badegast und wird bestattet. Effi macht viele Spaziergänge. Auf dem Rückweg von einem Ausflug zum Meer lernt Effi Roswitha kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb gut. Effi erzählt von ihrer Schwangerschaft. Sie bietet Roswitha an mitzukommen um auch später als Kindermädchen für das Kind da zu sein.
@14. Rasch sind die beiden zurück in der Wohnung. Innstetten zeigt sich mit Effis Vorschlag gleich einverstanden. Roswitha zeiht ein. Effi plaudert viel mit Roswitha. Im Juli kommt es dann zur Geburt. Es ist ein Mädchen. Roswitha schlägt als Namen Lütt-Annie vor, Effi und Innstetten sind einverstanden. Im August wird getauft.
@15. Effi fährt im August für ein paar Wochen nach Hohen-Cremmen. Nach vielen Gesprächen mit Mama und Papa kommt sie im September zurück. Effi wirkt erwachsener. Sie frühstückt mit Innstetten auf der Veranda und sie reden. Crampas kommt vom Meer her. Er badete bei neun Grad. Sie unterhalten sich über den Tod und das Leben.
@16. Man lebt weiter, es wird Oktober. Effi fängt an zu reiten. Bei einem Spaziergang zum Kopf der Mole sah man eine Robbe. Effi und Crampas reiten öfters zusammen, bis in den November hinein. Während einem Ausflug mit Crampas kommt dieser auf die mystische Seite von Innstetten zu sprechen. Er bräuchte Spuk für seine Karriere und er wäre ein geborener Pädagoge. Man reitet Richtung nach Hause.
@17. Effi ist immer noch verwirrt von dem was Crampas ihr über Innstetten erzählte. Im späten November reiten Effi und Crampas erneut aus. Sie sprechen über Gedichte. Danach wollen sie bei den Dünen frühstücken, und Crampas erzählt eine Geschichte von einem Kalatravaritter.
@18. Man plant für den Winter eine Italienreise, um die vorige zu rekapitulieren. Es wird ein Theater inszeniert, mit Crampas als Regisseur. Nach dem Theaterabend haben Effi und Innstetten ein Gespräch über Crampas und das Leben. Es folgt der Heilige Abend. An einem der folgenden Feiertage wird eine grössere Schlittenfahrt veranstaltet.
@19. Man haltet bei Ring. Da wird ein Mahl zu sich genommen und man unterhaltet sich. Bei der Hinfahrt hat sich Mirambo verletzt, so musste Innstetten für ihn als Chauffeur einspringen. Bei der Rückfahrt unterhalten sich Effi und Sidonie, welche sich zu ihr gesetzt hat. Vor einem Schloon halten die Schlitten, man berät sich und fährt über einen Um weg durch einen dichten Wald zurück nach Hause.
@20. Innstetten ist eifersüchtig auf Crampas. Es folgt der Silvesterball. Effi und Innstetten sehen sich die Rettung einer verunglückten Schiffsmannschaft an. Bald treffen Einladungen aufs Land ein. Doch Effi kann nicht mitfahren, sie hat Eisenmangel und muss viel spazieren. Innstetten fährt nach Berlin.
@21. Es kursieren Gerückte über Innstettens Berlinbesuch. Roswitha nähert sich eines Tages dem Herrn Kruse an. Sie erzählt Effi von ihrer Vergangenheit, von ihrem ersten Mal. Dabei wurde sie schwanger und man hat ihr das Kind weggenommen. Innstetten kehrt zurück. Er spricht mit Effi über den Vetter Briest und über das Frausein. Innstetten soll eine Arbeit beim Ministerium bekommen, dies wird einen Umzug nach Berlin nach sich ziehen. Effi ist erleichtert.
@22. Im März soll man auf Wohnungssuche in Berlin gehen. Die Abfahrt ist schon geplant, und Effi verabschiedet sich von allen. Sie schreibt einen Abschiedsbrief, in welchem sie erwähnt sie wolle in Berlin bleiben. Auf der Fahrt mit dem Schiff gedenkt sie an ihre Zeit in Kessin, und schliesst damit ab.
@23. Man kommt in Berlin an. Die Mama erzählt von ihrem Augenleiden und Dagobert wirft einen Bibelwitz in den Raum. Mama und Effi gehen auf Wohnungssuche und finden auf Anhieb etwas passendes. Sie unternehmen viel zusammen. Effi gibt sich als krank aus um nicht zurück nach Kessin fahren zu müssen. Sie wird von einem älteren Arzt betreut, dieser bemerkt ihre Komödie, spielt aber mit.
@24. Innstetten wird in Berlin begrüsst. Mama beendet ihre Kur und fährt nach Hause, dafür kommt Johanna. Es folgen Besuche im April, es sollen die letzten sein. Johanna hat das Chinesenbild in ihrem Portemonnaie, was Effi verunsichert. Eine Sommerreise wird geplant, muss aber auf August verschoben werden. Roswitha und Annie werden nach Hohen-Cremmen geschickt, Johanna geht zu ihrem Halbbruder und der Hausbestand wird aufgelöst. Effi und Innstetten fahren nach Rügen. Sie wollen sich eine Wohnung mieten, doch Effi fängt der Aufenthalt nach einigen Tagen an zu missfallen, und so beschliesst man weiter nach Kopenhagen zu reisen. Auf dem Rückweg verweilen sie in Hohen-Cremmen. Papa und Mama sprechen intensiv über Effi. Innstetten fährt zurück, Effi bleibt noch. Einen Tag vor ihrer Abreise zieht sie Bilanz über die letzten zwei Jahre. Die Folgen von Kessin belasten sie weiterhin. Sie stellt selbstkritisch fest dass sie immer noch Angst hat, mehr lügt und sich dessen schämt. Sie weint sich die Augen aus, danach geht es ihr besser.
@25. Effi kommt am Hochzeitstag zurück nach Berlin. Innstetten malt sich die gemeinsame Zukunft aus. Man lebt weiter. Jahre später wird Effi öfters krank. Vor der Abreise zur Kur sprechen Effi und Roswitha über Kirche und Gott.
@26. Innstetten erhält einen Brief von Effi. Ihr geht es gut, sie wird bald zurückkehren. Weiteres freundliches Miteinanderleben folgt. Die Begrüssung für Effi wird vorbereitet, es wird ein Gedicht geschrieben. Einen Tag darauf stolpert Annie auf der Treppe und verletzt sich am Kopf.
@27. Geheimrat Rummschüttel, der Arzt, behandelt Annie. Innstetten findet durch Zufall alle Briefe von Crampas an Effi, studiert diese und verfällt dem Bann der Eifersucht. Innstetten und Wüllersdorf sprechen über die Briefe. Innstetten will Crampas hinrichten, man berät sich. Innstetten wäre bereit zu verzeihen, doch er will und muss es tun.
@28. Innstetten und Wüllersdorf treffen sich in Kessin. Wüllersdorf hat schon einen Termin mit Crampas bei den Dünen verabredet. Man fährt hin. Die Rahmenbedingungen für das Duell werden festgelegt, schnell fallen Schüsse und Crampas ist getroffen. Bevor dieser noch einen letzen Satz zu Innstetten sagen kann, stirbt er.
@29. Innstetten kehrt noch am selben Tag nach Berlin zurück. Er hinterfragt das Geschehene , versucht zu erfahren ob es Verjährung gibt. Am nächsten Tag bekommt er eine Nachricht von Wüllersdorf über die Reaktionen in Kessin. Darauf schreibt Innstetten selbst einige Briefe. Johanna und Roswitha streiten sich.
@30. Effi wunder sich warum kein Brief mehr von Innstetten kommt, dieser doch sonst jeden Tag geschrieben. Effi hat ein Gespräch mit Zwicker, bevor sie ein eingeschriebener Brief von Mama erreicht. Sie fängt an zu lesen, erblasst, schleppt sich ins Zimmer und bricht ohnmächtig zusammen.
@31. Als Effi sich erholt, ist sie betrübt. In wenigen Wochen soll geschieden werden. Mama schreibt, sie dürfe nicht mehr nach Hohen-Cremmen zurück, und Effi fängt an zu weinen. Sie reist noch am selben Tag ab.
@32. Effi mietet sich in Berlin eine kleine Wohnung. Von Anfang an ist Roswitha bei ihr, was sie erfreut. Auch hat Effi weiterhin Kontakt zu Rummschüttel. Es vergehen Jahre des traurigen und langweiligen Lebens, bis Effi das Malen entdeckt. Eines Tages sieht sie Annie auf der Strasse, was ihre Sehnsucht nach ihr verstärkt. Sie bittet die Ministerin um eine offizielle Erlaubnis um Annie dann und wann sehen zu dürfen. Diese will tun was sie kann.
@33. Die Ministerin hat Erfolg, Annie darf also ab und zu kommen. Und sie kommt dann auch, bleibt jedoch nicht lange. Effi betet, sie kann nicht fassen wie sich Annie verändert hat, das wäre alles Innstettens negativer Einfluss.
@34. Bei Effi ist ein Nervenleiden am Entstehen. Rummschüttel ist besorgt, schreibt einen Brief nach Hohen-Cremmen, Effi sollte dringendst dahin. Briest lädt Effi ein. In Hohen-Cremmen scheint sich Effis Zustand zu bessern, doch innerlich verstärkt sich ihr Nervenleiden. Den meisten Umgang hat sie mit Jahnke und Niemeyer. Der Letztere meint sogar Effi würde bestimmt in den Himmel kommen.
@35. Effi erkältet sich bei ihren vielen Spaziergängen, sie hat Fieber und Husten. Effi wünscht sich einen Hund wie Rollo, damit sie sich nicht fürchten muss. Innstetten wird inzwischen zum Ministerialdirektor befördert. Er ist aber trotzdem nicht glücklich. In einem Brief bittet Roswitha Innstetten um Rollo für Effi. Innstetten hat genug, er will fort von Berlin, Wüllersdorf kann ihn beruhigen.
@36. Effi bekommt Rollo. Effis Zustand bessert sich wieder, es ist Sommer und man plant die Zukunft. Effi verbringt Nächte am Fenster vor dem Sternenhimmel. Sie erkältet sich wieder und wird ernsthaft krank. Nun liegt sie auf dem Sterbebett und spricht sich noch einiges von der Seele. Im September stirbt Effi, auf ihrer Grabplatte ihr Mädchenname „Effi Briest“. Briest und Mama haben Schuldgefühle und denken darüber nach, und Rollo sitzt vor dem Grabe.
@Fazit:
Mir hat dieses Werk am Ende recht gut gefallen. Sogar den Film habe ich mir angesehen.
Empfehlenswert ist dieses Werk eigentlich nur für Germanisten, Fontane-Liebhaber oder Liebhaber langer Liebesromane. Für den Kurzgeschichten-Leser sehe ich Langeweilegefahr während den langen Beschreibunspassagen, welche aber dennoch brilliant geschrieben sind.
Mir ist bewusst, dass dies ein sehr langer Bericht ist. Ich hoffe, Ihr seid nicht eingeschlafen.
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Das ist ein zu weites Feld.
ein Testbericht von Allestester752011-05-04 22:51:34vom 04.05.2011Empfehlung: ja
Vorteile: Gute Geschichte...Nachteile/Kritik: Sehr ausgeschmückt
,,Gefiel dir Effi? Gefiel dir die ganze Geschichte? Sie war so sonderbar, halb wie ein Kind, und dann wieder sehr selbstbewusst und durchaus nichts so bescheiden, wie sie´s solchem Manne gegenüber sein müßte. Das kann doch nur so zusammenhängen, dass sie noch nicht recht weiß, was sie an ihm hat.
Oder ist es einfach, daß sie ihn nicht recht liebt?"(Theodor Fontane)
In diesem Buch geht es um das Leben der jungen Frau, Effi Briest. Sie wohnt mit ihrer Familie im schönen Ort Kessin und ist eine ,,Tochter der Luft"
Sie wird mit 14 Jahren mit Baron von Instetten verheiratet. Ihre Meinung dazu ist, dass es der richtige ist, solange er ein Mann von Charakter, Stellung und guten Sitten ist.
Aber sie leben einige Jahre nur nebeneinander her und Effi betrügt ihn mit einem Freund, Major Crampas. Dieser Ehebruch ist anscheinend nicht sein erster, da er ein Damenmann ist. Als Instetten den Betrug durch einen Zufall herausfindet, fordet er Crampas zu einem Duell auf, bei dem der Major sein Leben lässt.
Effi und er lassen sich scheiden und das in der Ehe gezeugte Kind lebt beim Vater weiter. Am Ende wird Effi wieder von ihren Eltern aufgenommen, da sie sehr krank ist.
Kurz darauf stirbt auch sie.
Dieser Roman setzt sich mit den Gegebenheiten des 19.Jhd auseinander. Er beschreibt das Verhältnis zwischen der Gesellschaft und dem einzelnen Mitglied in dieser.
Meiner Meinung nach und diese teile ich auch mit meinen Schülern, ist dieser Roman vom Inhalt her sehr gut aufgebaut. Allerdings wird die eigentliche Geschichte zu sehr ausgeschmückt und man könnte diese innerhalb weniger Seiten verfassen. Aber ich denke das ist der Stil des Autors und er wird sich was dabei gedacht haben.
Für alle, die eine Schwäche für Romane mit dem Thema Liebe haben, ist dieser meines Erachtens sehr gut geeignet.
Insgesamt ist dieses Buch sehr unterhaltsam und eigentlich für jedermann lesenswert.
Effi Briest - Zwischen Langeweile und Gesellschaftskritik
ein Testbericht von struppitoeter2010-03-10 11:57:34vom 10.03.2010Empfehlung: ja
Vorteile: interessante Handlung, Probleme...Nachteile/Kritik: langwierig
Hallo, liebe Community! Ich werde Euch heute von dem Roman "Effi Briest" berichten, welcher von dem deutschen Schriftsteller Theodor Fontane verfasst wurde. Ich habe das Buch in der Schule gelesen und weiteres Hintergrundwissen dazu angesammelt. Daher kann ich wohl sagen, dass ich mich relativ gut mit der Thematik, die in diesem Buch angesprochen wird, auskenne. Kurz möchte ich Euch noch sagen, dass ich bei diesem Bericht über das Buch selbst (also den Inhalt) und über den Hintergrund schreiben werde.
Die junge Effi von Briest ist zu Beginn des Romans ein 17-jähriges
Mädchen, welche sehr verspielt und naiv ist. In der Eingangsszene spielt sie mit ihren Freundinnen im heimischen Garten. Kurz darauf kommt Baron von Innstetten zu Besuch, der zum Ende des Besuchs bei Effis Eltern um ihre Hand anhält. Obwohl Effi nichts davon weiß, entscheiden die Eltern für sie und verheiraten sie kurzerhand. Danach nimmt alles seinen Lauf: Effi heiratet Innstetten und zieht daraufhin aus, da sie zu ihrem Mann zieht. Bei Innstetten fühlt Effi sich jedoch nicht wirklich wohl und auch ungeliebt. Daher beginnt sie eine Affäre mit dem Major Crampas. Doch auch zu diesem kann sie keine wirkliche Liebesbeziehung aufbauen. Sie haben eine ausschließlich sexuelle Beziehung, auch wenn dies nicht explizit im Roman erwähnt wird. Als Innstetten viele Jahre später von dieser Affäre erfährt, fühlt er sich von der Gesellschaft dazu gezwungen, die Beziehung zu Effi zu beenden. Darüber hinaus denkt er, dass er sich mit dem Major Crampas duellieren muss, da der "Sieger" im Kampfe ermittelt werden muss. Er tötet Crampas und geht mit einem schlechten Gewissen zurück. Dort kümmert er sich in den folgenden Jahren um Effi's kleine Tochter, die so gut wie keine Zeit mit ihrer Mutter verbringen darf. Effi wohnt isoliert in der Großstadt Berlin. Auch ihre Eltern wollen zunächst nichts mit ihr zu tun haben, dies ändert sich jedoch gegen Ende des Romans, wenn Effi zum Sterben nach Hause kommen darf. Es wird davon berichtet, dass Effi "an gebrochenem Herz" gestorben ist.
Der Roman "Effi Briest" ist ein sehr gesellschaftskritisches Buch. Theodor Fontane will mit dem Buch erreichen, dass das alte, preußische Weltbild in Frage gestellt wird. In diesem sind nämlich Duelle und Ehrenmorde vollkommen normal. Doch auch die gesamte Gesellschaftsordnung solle überdacht werden.
...
ein Testbericht von HEIDIZ2009-02-23 22:32:37vom 23.02.2009Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Text...Nachteile/Kritik: -
Wer hat nicht schon einmal etwas von Baron von Innstetten gehört und natürlich von Fräulein von Briest?
Gerade läuft auch der Film in den Kinos und so möchte ich euch heute mal mit diesem Klassiker von Theodor Fontane konfrontieren.
Im Diogenes Verlag ist dieser Roman verlegt, dessen Ausgabe ich euch vorstellen möchte.
Daten zum Buch:
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PREIS: 9,90 Euro
Taschenbuch: 409 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 11., Aufl. (1983)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257210779
ISBN-13: 978-3257210774
Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 11,1 x 2,4 cm
Ganz sicher haben viele Verlage diesen Klassiker in ihrem Katalog, ich persönlich
finde dise Ausgabe vom Diogenes Verlag sehr ansprechend. Sie ist im altbewehrten Format gehalten und passt sich super in meine Diogenes-Buchsammllung im Bücherregal ein.
Das Bild auf der Forderseite zeigt einen Ausschnitt eines Bildes von Adolph Menzel von 1848 - es heißt "Emilie Menzel schlafend" und man könnte als Betrachter Vergleiche ziehen zu Effi Briest und dieses Bild mit ihr in Verbindung bringen, daher finde ich es auch so passend.
Zum Autor:
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Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren und starb am 20. September 1898 in Berlin. Er war nicht nur Schriftsteller sondern auch gleichzeitig Apotheker.
Der poetischen Realismus ist die Periode der Literaturgeschichte, in der er als Hauptvertreter genannt werden kann.
Er schrieb vor allem Romane, Novellen, Erzählungen und andere Prosa.
Bedeutende Werke:
Vor dem Sturm (historischer Roman)
Unterm Birnbaum (Kriminalroman)
Frau Jenny Treibel (Roman)
und und und
kurze Inhaltsangabe:
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Es steht eindeutig fest, dass Effi Briest zu den Klassikern der Weltliteratur zu zählen ist.
Effi Briest ist ein 17jähriges Mädchen und ist verheiratet mit Baron von Innstetten, der 20 Jahre älter ist. Sie leben in einem kleinen Örtchen an der Ostsee. Sie bekommt eine Tochter, kann aber in ihrer jetzigen Heimat nie so richtig Fuß fassen bzw. heimisch werden.
Sie wird von Fontane als herzliche, einfach, liebenswürdige Person geschildert mit all ihren Stärken und Schwächen - menschlichen Schwächen.
Effi begiebt sich in eine Affäre mit Crampas, die ihr aber nicht so viel bedeutet, aber im Nachhinein ihr Leben ändern soll. Leichtsinnig wirft sie die Brief nicht weg und so kann sie Innstetten finden.
Instetten muss nach Berlin und Effi ist froh, dass sie nun die Liäson nicht weiterführen kann, weil sie ihr eh nichts bedeutete. Die Berliner Zeit war für Effi eine recht schöne Zeit.
Wenn man sich eingehend mit den Personen, den Handlungen und den Orten beschäftigt, dann wird klar, dass Fontane mit diesem Roman sehr viel mehr sagen wollte, als nur das bloße Erzählen der Geschichte eines Ehepaares und derer Freude und Leid.
meine Meinung zum Buch und der Umsetzung des Stoffes:
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Fontane zeigt die Person der Frau Briest nicht nur allein für sich, sondern im Zusammenhang mit der Gesellschaft und der Zeit, in der sie lebte.
Die Gedankengänge über Liebe und Leidenschaft, die sie beschäftigen, die Eingewöhnung in eine sozusagen gezwungene Ehe mit einem viel älteren Mann und der Umzug und die Trennung von den Eltern werden von Fontane sehr plausibel und interessant rübergebracht.
Man muss ich schon sehr mit dem Buch auseinandersetzen und sich damit identifizieren, um zwischen den Zeilen lesen zu können und die Raffinessen der Schreibweise Fontanes zu begreifen und den Roman und die Geschichte um diese beiden Menschen verstehen zu können.
Man kann wahrhaft sehr viel auch auf heutige Zeiten münzen und der Stoff hat auf keinen Fall an Brisanz und Aktualität verloren - auch nicht in der heutigen Zeit.
Fontane schreibt die Geschichte der Ehe, des Ehebruchs und des Aufdeckens desselben durch Innstettens Fund der Briefe und das darauf folgende Duell und den Tod des ehemaligen Liebhabers sehr graß aber auch realistisch, man kann sich als Leser sehr gut in die Charaktere und die Zeit hineinversetzen, in der diese Handlung stattgefunden haben soll.
Auch die Eltern Effis distanzieren sich von ihrer Tochter, zwar nicht immer, aber zuerst einmal, weil halt eine solche Begebenheit des Ehebruchs so verachtungswürdig war. Rund um diese Geschichte wird die Freundschaft Effis mit Alonzo Gieshübler drapiert. Weitere wichtige Personen rund um die Handlung sind Annie, die Tochter von Innstetten und Effi und das Hausmädchen Roswitha, welches extra als katholisch bezeichnet wird. Auch der Pastor Lindequist sowie der Doktor Hannemann werden erwähnt und oftmals im Roman eingebaut. Eine Menge von Gestalten, die alle ihre eigene Geschichte haben und im Zusammenhang mit Effi und Innstetten stehen spielen im Roman weiterhin eine Rolle, sie verschaffen der Geschichte zur Spannung, zu interessanten Details und besonders die Schreibweise Fontanes, die sehr bildhaft und – für einen Klassiker – sehr flüssig zu lesen ist und auf heutige Zeiten anzuwenden ist, schafft es, dass man dieses Buch mit Genuss lesen kann.
Fontane stellt den Charakter Innstettens als sehr steif und förmlich dar, was nun so gar nicht zu dem kindlichen und eigentlich lebenslustigen Wesen Effis passt und so stellt Fontane den Liebhaber Effis als das Gegenteil von Innstetten dar, wie das auch oftmals in der Realität der Fall und ist.
Kurze Leseprobe am Schluss:
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Nach diesem Übereinkommen wurde denn auch verfahren, und als Innstetten Punkt zwei Uhr den Marktplatz passierte, grüßte Crampas zunächst von seinem Schlitten aus zu Effi hinüber und schloß sich dann dem Innstettenschen an. Der Pastor saß neben ihm. Gieshüblers Schlitten, mit Gieshübler selbst und Doktor Hannemann, folgte, jener in einem eleganten Büffelrock und Marderbesatz, dieser in einem Bärenpelz, dem man ansah, dass er wenigstens dreißig Dienstjahre zählte ….
Ich habe das Buch mit Genuß gelesen, viele bzw. nur realistische Szenen zu damaligen Zeiten und auf heute übertragbar empfunden, sehr bildhafte Darstellung, die mich verleitete, die Personen, Orte und Szenen bildhaft vor meinem Auge zu sehen und ich werde das Buch ganz sicher noch einmal lesen, weil ich denke, dass ich viele Details beim ersten Lesen noch gar nicht wahrgenommen habe.
Ein wahrhafter Klassiker, der es verdient hat zur Weltliteratur gezählt zu werden.
...
ein Testbericht von verbatim2008-11-08 22:57:09vom 08.11.2008Empfehlung: ja
Alles fürs ABI
Hallo liebe Leser und Leserinnen,
wieder einmal werde ich diesmal einen Bericht veröffentlichen, der sich im weitesten Sinne um die Schule dreht, denn heut soll es mal wieder um ein Deutsches Werk gehen, welches als Meilenstein in die Geschichte der Deutschen Literatur einging.
Und welches der Leistungskurs der 13. Klasse in Bayern natürlich auch behandeln muss: „Effi Briest“ von Theodor Fontane.
„Eine Romanbibliothek der rigorosesten Auswahl, und beschränkte man sie auf ein Dutzend Bände, auf zehn, auf sehcs- sie dürfte >Effi Briest< nicht vermissen lassen.“(Thomas Mann)
Natürlich fragte uns unser Deutschlehrer(Doktor
wohlbemerkt!!!) was es mit diesem text auf sich haben könnte. Und zugegeben, wir fragten uns das wirklich alle, als wir den Roman gelesen haben. Nunja eine richtige Antwort hat er uns nicht gegeben und wir konnten ihm auch keine geben. Fabi meinte natürlich, dass es der Inbegriff eines traditionellen Roman sei und es deswegen ein Meilenstein der Literaturgeschichte darstellte.
Der Roman ist auch fürs Abitur sehr wichtig, da es der einzigste traditionelle Roman ist, den man auf der Gymnasienlaufbahn gelesen hat, wenn man sich natürlich nciht privat mit traditionellen Roman beschäftigt, aber das werden wohl die Wenigsten tun.
Inhalt Effi Briest
Effi Briest wird mit 17 Jahren mit „einen wohlkonservierten Fünfziger“, namens Baron Geert von Innstetten, verheiratet. Daraufhin zieht sie mit ihrem Ehegatten nach Kessin, einem ruhigen Handelsstädtchen am Meer von Hinterpommern.
Dort lernt sie den charmanten Major von Crampas kennen. Leider kann sie mit ihrem neuen Leben nicht viel anfangen und gerät immer wieder in traurige Abschnitte ihres Lebens. Doch dann wird ihre Tochter geboren. Ist das ein Segen oder Fluch für Effi Briest?
Unterschiede des Traditionellen Romans zum Modernen
Im traditionellen Roman wurde immer noch auf einen Helden wert gelegt, welcher ein Individuum mit einem eigenen Charakter darstellt und gegen die ganze restliche Welt kämpft. Sich im Prinzip gegen alle anderen stellt und als einzigster die Macht besitzt gegen alle zu kämpfen. Im modernen Roman gibt es keinen typischen Helden mehr, sondern der Protagonist hat meistens genau so viele Fehler, wie alle anderen in der Welt auch. Er ist kein Individuum mehr, sondern stellt sich mitten in die Masse. Er fällt nicht mehr auf, sondern ist eins mit dem „Volk“. Er ist eine banale, gewöhnliche Dutzendfigur geworden und hat genau soviele Probleme, wie alle anderen auch. Der Protagonist stellt in einem modernen Roman die Gesellschaft dar und hebt sich nicht als Individuum ab, wie in einem traditionellen Roman.
Im Traditionellen Roman gab es eine durchgängige einfach gebaute Romanfabel, welche meist bis zum Ende durchgehalten wurde. Im modernen Roman gibt es dagegen aber eine Handlung, welche meist durch Monologe oder Sonstiges durchbrochen wurden und meist bleibt es auch nicht nur bei einer Handlung.
Im traditionellen Roman werden die Geschehnisse meist chronologisch(d.h. der Reihe nach) erzählt und der Leser weiß immer wo er sich in der Handlung befindet. Wenn es mal einen Nachtrag gibt, dann meist nur so etwas, wie z.B. die Kindheit des Helden als geschichtlicher Hintergrund. Im modernen Roman hingegen wird die Chronologie des Erzählens aufgesplittert, sozusagen wird der Roman „verkompliziert“ und das meist mit Einbringung von Erinnerungen, Verdichtung der Zeit, dadurch entsteht eine mehrschichtige Zeit- und Handlungebene. Es gibt im modernen Roman keinen olympischen Erzähler mehr, sondern nur eine Filterung der Perspektivfigur. Ein Ereignis wird aus verschiedenen Perspektiven heraus beleuchtet und diese Perspketive entspricht meist dem eingeschränbktemn Wissen der Perspektivfigur.
Lesevergnügen?
Ich glaube eher nicht, dass man von Vergnügen reden kann, denn schließlich musste ich es ja lesen. Und bei mir ist es meist im Vornherein schon so, dass das was ich lesen muss mir keinen Spass macht.
Bei Effi Briest war mein Problem, dass es mir total langweilig vorkam. Es passieren zwar eigentlich spannende Dinge(z.B. dass Effi mit Major von Crampas ihren Ehemann betrügt), aber das wird weder spannend ausgelegt, noch irgendwie im Ganzen erwähnt. Es wird immer nur angedeutet und man kann es sich eigentlich nur zusammenreimen, dass es so gewesen sein muss, aber wissen tut man es nicht.
Der traditionelle Roman hat bei mir wegen Effi Briest auch eine negative Brandmarkung bekommen. Ich denke jetzt, dass jeder traditionelle Roman so langweilig geschrieben ist, denn Fontane soll ja schließlich mit Effi Briest ein Meisterwerk der Literaturgeschichte geschrieben haben. Ich glaube, dass Romane irgendwann immer einmal ihre Zeit verlieren und einfach nicht mehr angebracht sind.
Versteht mich nicht falsch- das Schulfach Deutsch macht mir auf jeden Fall Spaß und am liebsten wäre mir auch, Lehrerin in diesem Fach zu werden, aber allerdings muss es nicht sein, dass man solche alten Schinken noch den Schülern vorsetzt. Man kann gut und gerne drüber reden, doch müssen denn wirklich alle Kurse über dieses Thema auch Abi schreiben? Kann man da nicht einen Riegel vorschieben?
Es war definitiv langweilig. Stellenweise sogar so langweilig, dass man sich gedacht hat: Oh mein Gott, warum lese ich den Schrott eigentlich? Und ich wäre an einigen Stellen lieber zu meinem Freund kuscheln gegangen, als diesen langweiligen Roman lesen zu müssen.
Theodor Fontane
Heinrich Theodor Fontane (* 30. Dezember 1819 in Neuruppin; ‡ 20. September 1898 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker. Er gilt als bedeutendster deutscher Vertreter des poetischen Realismus.(wikipedia)
Fazit
Ich selbst hätte mir diesen Roman niemals freiwillig gekauft und werde es auch nie tun. Vielleicht werde ich durch dieses Werk auch nie mehr einen anderen traditionellen Roman lesen, außer ich muss.
Trotzdem ist es wirklich ein Meilenstein- ein traditioneller Roman des poetischen Realismus. Beeindruckend ist es stellenweise ja auch.
Trotzdem: 3* Sterne und eine Empfehlung für alle, die sich für diese Epoche der Literatur interessieren oder es müssen
giselamaria, 09.11.2008
hast du gut beschrieben.
Ich kenne das Buch und auch den Film habe ich irgendwann mal gesehen. Im Film ist das alles mehr gestrafft. Aber ebenso wie auch Thomas Mann konnte mich diese Art Literatur auch nicht begeistern. - LG Gisela
helden_gesucht, 09.12.2008
ich hasse es und bin nach knapp 100 dran gescheitert. der film dazu ist noch grauenhafter... lg steve
Moni87, 09.11.2008
Sehr interessanter Bericht! Schönes Wochende noch! Moni87
ein Testbericht von cskendras2008-05-05 23:11:49vom 05.05.2008Empfehlung: ja
Vorteile: s. Bericht...Nachteile/Kritik: s. Bericht
oder: wieso man die Vergangenheit im Herzen und in Erinnerungen behalten sollte!
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
herzlich Willkommen zu meinem Bericht über ein Buch, dass dem einen oder anderen Leser hier bekannt sein dürfte. Ich habe das Buch in der Schule kennengelernt, es war Pflichtlektüre für das Abitur, denn im April 2007 wurde es für mich ernst in dieser Hinsicht... ;o)
Die Rede ist von EFFI BRIEST von THEODOR FONTANE. Ich bespreche hier die Reclam-Version, die YOPI leider nicht gesondert gelistet hat. Aber es geht ja um den Inhalt und den bekommt man
sowohl im Reclam- als auch im Buchdings-Verlag, ist überall dasselbe (bitte keine Anfragen für Beweisfotos o.ä.!)
||__ Handlung ||
Effi ist ein junges Mädel aus adeligem Hause und wie es in der Kaiserzeit (und heute noch in Dorfgegenden *g*) so üblich ist, wird sie im zarten Alter von 14 Jahren mit dem weit älteren Baron Instetten verheiratet. Tja, und eigentlich könnte ihr vorgeholtes Glück so perfekt sein, denn ihr Gatte kann ihr das bieten, was sie sich erst in 20 oder 30 Jahren hätte erst leisten können. Zum Beispiel eine warme Bude und ein großes Bettchen! Und einen Garten...! Und so weiter und sofort. Aber Effi Briest wird sehr bald erwachsen, wird Mutter, wird verantwortungsbewusst, und das Beste: sie wird sich ihrer Lage doch schnell bewusst, aus ihr ist eine Frau geworden, und das auch nur durch einen werten Herren Mister-Frauenheld Crampas, ehemals bester Freund ihres Ehegattens. Tja, und weil sie sich zu ihm angezogen fühlt und er ihr auch bezüglich ihres Gatten die Augen öffnet, merkt sie, dass sie doch etwas Schreckliches tut, wenn sie ihren Noch-und-für-immer-und-ewig-Gatten hintergeht, der ja für "sie" Tag und Nacht an seiner Karierre bastelt, und beschließt den Kontakt zu Crampas abzubrechen, auch begünstigt durch einen Umzug zu ihrer alten Heimat (bzw. in die Nähe davon, nämlich nach Berlin). Auch das niedliche Briefle-Hin-und-Herschicken wird bald eingestellt. Aber die junge Effi hängt an diesen Erinnerungen, sie behält die Briefe bei sich und wartet wohl darauf, dass ihr Gatte sie findet und sie als Fremdgeherin entlarvt. Tja, und Pech gehabt, sechs Jahre (!) später findet Instetten die Briefchen und verstoßt die ach so böse Effi, auch ihre Familie wechseln Schloß und Riegel, wollen mit der ach so treulosen Tochter keinen Kontakt mehr haben. Und wenn ihr bis hierhin tapfer durchgelesen habt, dann wisst ihr schon alles - ups! Eigentlich ist die Handlung wirklich einfach zusammengestrickt, doch Effi Briest ist etwas mehr als nur ein linearer Handlungsstrang. Aber ihr wisst ja nicht alles, auch nicht den Schluss... ;o)
||__ Ansätze einer Interpretation ||
Effi ist anfangs, wie jeder normale Mensch eigentlich auch im Alter von 14 Jahren, jung, naiv, träumt vom Traumprinzen und findet in Instetten die Verkörperung des selbigen, der ihr jeden Wunsch erfüllen kann, doch sehr schnell merkt sie, dass das Materielle nicht so wertvoll sein kann, wie menschliche Wärme. Solche erfährt sie aus wenigen Richtungen. Effi, die das Abenteuer sucht, findet gähnende Langeweile vor, niemand scheint sie zu verstehen, außer ein paar (eigentlich nur 2) Menschen aus ihrem direkten Umfeld. Woher sonst. Doch ihr eigener Gatte scheint kein Interesse an eine warmherzige Beziehung zu haben, sei es aus Stursinnigkeit, sei es aus Dummheit oder sei es aus Karierregeilheit. Effi Briest, der Roman zeigt einfach und deutlich, auch wenn kompliziert verstrickt, wie sich gesellschafliches Denken auf das Verhalten der Menschen auswirken kann. Stumpfsinnigkeit und stusshaftes Festhalten an irgendwelche Werte und Normen, die entgegen des gesunden (wohl nicht vorhandenen) Menschenverstandes wirkt und Nonkonformalität etlicher, auch heute noch vorhandener Gesellschaftsstrukturen verdeutlichen kann - man muss nur wissen, was an welcher Stelle wie gemeint ist. Das heißt de facto, dass Effi Briest ein Roman ist, der in viele Richtungen ausdiskutiert werden kann.
Man kann das Verhalten von Effis Familie nehmen und besprechen, weshalb diese sich gegen ihr eigenes Blut wendet und die Tochter verstößt, obwohl der Vater nach außen hin Stärke und Eigensinnigkeit versprühen möchte, nach dem Motto, dass er sich nicht der Gesellschaft anpassen möchte. Nehmen wir weiter Instetten selbst, der Jahre zuvor sein Glück bei Effis Mutter versucht hatte und scheiterte - wieso schnappt er sich die fast 2 Jahrzehnte jüngere Effi Briest? Ist sie ein Trost für ihn, ist sie eine Ersatzdroge? Nein, das kaum, aber deutlich wird es auch nicht. Auch kann man sich darüber streiten, ob Instetten Effi wirklich liebt. Aber ich will nicht allzu sehr ins Detail gehen, denn das soll hier nicht in eine Interpretation ausarten, das erspare ich euch gerne.
Wer sich mit dem Buch auseinandersetzen muss, weil es zur Pflichtlektüre auserkoren wurde, liest es automatisch nicht mit so viel Enthusiasmus, wie jemand der sich EFFI BRIEST freiwillig antut. Theodor Fontane hat jahrelang an dem Buch gearbeitet... und man weiß nicht so recht, ob es Gesellschaftskritik darstellen soll, denn allzu deutlich wird aus Autorensicht seine "versteckte" Kritik nicht. Dafür kann man den Schreibstil loben, denn das Buch ist entgegen aller Erwartungen doch recht leicht zu lesen, auch wenn der Einstieg und die Eingewöhnungsphase extrem langatmig ist, auch aufgrund der langen und tiefgehenden Beschreibungen sowohl von Begebenheiten als auch von der unmittelbaren Natur und des Umfelds.
||| Und was schließen wir daraus? |||
Ich habe das Buch doch recht gerne gelesen, auch wenn es gegen Ende zur Qual wurde, sich durch die Seiten zu kämpfen, auch weil die Handlung gegen Ende schnell verflacht und das Ende eigentlich abzusehen ist. Aber letzten Endes kann man sich schon prima darüber unterhalten, auch wenn es zur Pflicht gemacht wurde, sich darüber zu unterhalten...
Wer einen langen Atem hat, sich gerne über die Dummheit der sturen Menschheit aufregt und mal eben ein wenig Zeit hat, kann sich ja mal Fontanes Effi Briest antun und sich eine eigene Meinung bilden.
ein Testbericht von Luftschloss2007-12-02 22:23:55vom 02.12.2007Empfehlung: ja
~~~ALLGMEINES~~~
Preis als Taschenbuch: 9,90 Euro
Der Roman Effi Briest von Theodor Fontane (30.12.1819 in Neuruppin; † 20.9.1898 in Berlin) ist im Jahre 1896 erstmals erschienen und beruht auf einer wahren Begebenheit, und zwar dem Ehebruch von Elisabeth von Ardenne, geboren 1853.
Theodor Fontane war ein deutscher Schriftsteller und gelehrter Apotheker und zählt zu einem der bekanntesten Vertreter des poetischen Realismus.
~~~INHALT~~~
Der Roman handelt von Effi, dem jungen, leicht naiven Mädchen aus gutem Hause, die als 17jährige von dem 20 Jahre älteren Landrat Innstetten um ihre Hand angehalten wird, der
eigentlich ein großer Verehrer ihrer Mutter war.
Nach der Hochzeitsreise zieht das Paar in einen winzigen Ort in Hinterpommern (Kessin), wo das Mädchen nie richtig glücklich wird, denn es hat sich andere Dinge von seinem Leben erhofft, als als Anhängsel eines angesehen Mannes zu Hause zu verkümmern. Neun Monate nach der Hochzeit bekommt sie eine Tochter, Annie, mit der sie nur schwer klarkommt, denn sie sieht es nicht ein, dem kleinen Wesen Liebe zu geben, wenn sie sich selbts so ungeliebt fühlt.
Sie freundet sich lediglich mit dem Apotheker aus dem Ort an, doch das alles ändert sich als der Major von Crampas in Kessin auftaucht.
Im Gegensatz zu ihrem Mann dem Landrat, der disziplinier und trocken ist, wirkt der Major leidenschaftlich und emotional und nach anfänglicher Zurückhaltung wird auch Effis Leidenschaft und Lust auf Abwechslung geweckt, so dass es zu einer Affäre zwischen den beiden kommt.
Erst nach einigen Jahren, als Effi zu einer Kur fortgereist ist, findet Instetten die Briefe von Crampas und erfährt so von der Affäre.
Er ist gekränkt und verletzt und fordert, das war damals so üblich, den Major zu einem Duell heraus, bei dem jener tödlich verletzt wird. Jene Form des Ehrenkodexes wird kritisch betrachtet ist aber aus gesellschaftlichen Zwängen angebracht, um die Ehe und die Ehre zu retten.
Effi wird nichtsdestotrotz von ihrem Ehemann verstoßen und obendrein auch noch von den Eltern, so dass sie nur noch ihre Tochter und das Kindermädchen hat, mit denen sie in eine kleine Wohnung nach Berlin zieht.
Nach einiger Zeit wird Effi jedoch sehr krank und der Arzt sieht als einzige Möglichkeit, dass Effi zurück zu ihren Eltern kehren darf. Diese stimmen zu und Effi kehrt heim...
Es kann sie aber nicht retten und sie stirbt im jungen Alter von 29 Jahren in ihrem Elternhaus.
Die Mutter grämt sich mit Gedanken, ob sie am Tode ihrer Tochter Schuld habe, doch der Vater zieht es vor diesen Gedanken zu verdrängen!
Und damit endet die Geschichte.
~~~MEINUNG~~~
Ich habe das Buch in der Schule gelesen und wie das so häufig ist, wenn man etwas tun MUSS, lehnt man es ab und findest es gar nicht toll. So auch dieses Mal. Die ersten 2 Drittel des Buches erschienen mir unglaublich langatmig und uninteressant, weit ausschweifend und überausführlich, aber als die Handlung dann an Schwung bekam, die Affäre mit Crampas, das Entdecken der Briefe, das Duell etc, wurde ich Feuer und Flamme und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht!
Ich verschlang das Buch förmlich und als ich es zu Ende gelesen hatte, musste ich weinen!!! Unglaublich, das passiert mir bei Büchern sehr selten und dann auch noch eines, was ich lesen MUSSTE!
Noch lange blieb mir die Geschichte im Kopf und ich redete mit vielen Menschen, die es auch gelesen hatten darüber. Es macht einen sehr betroffen.
Ihr hört es vielleicht schon raus, aber ich sag es trotzdem nochmal deutlich: ICH KANN ES SEHR EMPFEHLEN!!!
Für alle, die interessiert sind an historischen Geschichten über die Gesellschaft, die Rolle der Frauen, das Leben an sich und das Glücklichsein, für den sei es geraten!
Lucia007, 23.01.2008
Nee, die durfte ihr Kind doch garnicht mehr sehen! Die fieseste Scene war doch, wie ihre eigene Tochter nur noch: quotDanke Madamquot und quotBitte Madamquot oder so zu ihr sagt. Daran ist sie vor Kummer gestorben meine ich...
Jolchen, 08.12.2007
ich musste das buch zum glück nicht in der schule lesen...hab es dann freiwillig einige jahre später gekauft und fand es super! schullektür macht doch viele bücher schlecht...schade...
barbu, 10.03.2008
ich kenne diese lektüre ebenfalls...bis auf das ende finde ich, ist sie nicht schlecht......der film ist allerdings etwas besser.g nett geschrieben, deshalb ein sh!
ein Testbericht von dahi.koch@gmx.net2007-07-10 16:13:20vom 10.07.2007Empfehlung: ja
Vorteile: fast alles...Nachteile/Kritik: teilweise etwas zäh und langatmig
Effi Briest von Theodor Fontane
DIE AMBIVALENZ ZWISCHEN PFLICHT UND GEFÜHL
Verschiedene Themen werden in Theodor Fontanes Klassiker der Weltliteratur beschrieben. Dabei steht wohl am höchsten die Rolle der Frau im wilhelminischen Zeitalter in Deutschland. Und die Rolle der Gesellschaft im Eheleben.
Ich bin - wie wohl auch viele vor mir – auf das Buch gestoßen, da wir es als Pflichtlektüre in der Schule lesen mussten. Im Grundkurs Deutsch der Klasse 12. Heute, mehr als ein Jahr danach, möchte ich euch darüber schreiben. Ich hoffe dass ihr es schätzen werdet, da ich mein
altes Wissen für diesen Bericht wieder hoch gekramt habe. :-)
STORY:
Die immer noch sehr kindlich wirkende, lebendige Effi heiratet auf gutes Zureden von ihrer Mutter mit ihren gerade mal 17 Jahren den um 21 Jahre älteren Landrat Geert von Instetten.
Wenn man den übergroßen Altersunterschied betrachtet, dazu die Tatsache, dass er eigentlich ihre Mutter liebte und dazu die Tatsache, dass sie sich vor ihm fürchtet, kann man schon ahnen, dass das Ganze nicht gut ausgehen kann… Doch aus gesellschaftlichem Ehrgeiz, und weil es ihrem Stand entspricht, wird sie seine Verlobte und heiratet ihn schon nach wenigen Wochen.
Nach den Flitterwochen in Italien treffen Effi und ihr Angetrauter im pommerschen Kessin ein, in dem Geert seinen Wohnsitz hat. Schon direkt am Anfang fühlt sich Effi in dem großen und dunklen Haus nicht wohl. Und die gesellschaftliche und ländliche Abgeschiedenheit stören sie und führen zu einer Mischung aus Langeweile und Angst. Und diese Angst vergrößert ihr Mann auch noch, indem er ihr die gruselige Geschichte eines alten Chinesen erzählt, der einmal in diesem Hause gewohnt haben sollte.
Das alltägliche Leben ist trist und Effi vermisst im ehelichen Alltag Zärtlichkeit und echte Liebe. Zu der scheint Geert allerdings nicht fähig. Es scheint dass seine ganze Aufmerksamkeit der Politik und seinem beruflichen Aufstieg gilt.
Im tristen Kessin findet Effi ihren einzigen Freund im alten Apotheker Gieshübler, den sie von Zeit zu Zeit besucht, um zu plaudern.
Nachdem Effis Tochter Annie geboren wird, verbringt Effi einen langen Urlaub bei ihren Eltern in Hohen-Cremmen. In dieser Zeit blüht sie auf und mag gar nicht mehr zu ihrem Mann zurückkehren. Doch sie muss wohl, denn schließlich sind beide verheiratet.
In Kessis zurück beginnt wieder eine Zeit der Langeweile, die allerdings durchbrochen wird als Major Crampas in den Ort versetzt wird. Als alter Freund von Instetten verbringt er mit ihm und seiner Frau viel Zeit. Und mit der Zeit weckt er in Effi auch den Wunsch nach Spass, Lebendigkeit und Zärtlichkeit, als er anfängt, ihr Avancen zu machen.
Als Instetten wieder seiner Arbeit nachkommen muss, verbringt sie alleine mit Crampas viel Zeit, und sie kommen sich langsam näher. Irgendwann erzählt er ihr auch, dass Instetten die Geschichte mit dem Chinesen nur erfunden hatte, um Effi an ihn zu binden. Häuslich wie auch seelisch, und dass er sie schließlich „erziehen“ wollte.
Damit verwirrt er Effi zusehends und bringt sie langsam aber sicher gegen ihren Mann auf. Bei einer nächtlichen Kutschfahrt teilen sich der Frauenheld und Effi alleine ein Gefährt. Crampas nutzt die Gelegenheit und verführt Effi.
Sie und ihr Geliebter treffen sich nun heimlich. Und Effi plagen Schuldgefühle. Allerdings nicht wegen dem Ehebruch, sondern wegen den vielen Lügen die sie erfinden muss, um Geert nichts wissen lassen zu können. Aber sie ist zu schwach um sich von ihrem Liebhaber zu trennen.
Die Versetzung ihres Mannes nach Berlin sieht sie als Chance, alles wiedergutmachen zu können. Und einige Jahre vergehen, in denen das Paar glücklich und zufrieden lebt.
Doch in der Zeit, als Effi krank wird und einen Kururlaub machen muss, findet Geert die Briefe von Crampas an seine Geliebte. Gezwungenermaßen fordert er seinen früheren Freund zum Duell auf und erschießt ihn. Und wieder gezwungenermaßen lässt er sich von Effi scheiden. Annie bleibt von nun an bei ihrem Vater und Effi wird von ihren Eltern für immer verstoßen.
Diese verfällt darauf in tiefen Kummer und ist nun ständig krank. Sie bleibt in Berlin und teilt sich eine Wohnung mit ihrer langjährigen Haushälterin und Gefährtin Roswitha. Eines Tages entdeckt sie ihre Tochter auf der Straße und hegt den Wunsch, sie zu sehen und schickt Roswitha nach ihr, um sie zu holen. Das Zusammentreffen in Effis Wohnung ist allerdings ein Fiasko, denn ihre Tochter begegnet ihr nur fremd und unpersönlich. Sie merkt, dass Instetten sie von ihrer Mutter entfremdet hat und verfällt daraufhin in eine tödliche Depression.
Auf Rat ihres Arztes verzeihen Effis Eltern ihr und holen sie zurück nach Hohen-Cremmen, wo sie nach einigen wenigen Wochen stirbt – versöhnt mit ihrem Mann und ihrem Schicksal.
CHARAKTERE:
Hier werde ich für euch eine Liste mit Charakteren erstellen, die im Buch vorkommen. Gleichzeitig habe ich auch noch eine Grafik beigefügt, in der die Zusammenhänge zwischen den Personen erkennbar sind.
Fangen wir an:
Hauptpersonen:
- EFFI: die Hauptperson, nach der sogar das Buch benannt ist. Eine junge Frau, die einen 21 Jahre älteren Mann aus gesellschaftlichen Gründen heiratet und an der Ehe zerbricht.
- GEERT VON INSTETTEN: der Mann der Effi, ein kalter, scheinbar gefühlsloser Mann, der sich nur für den beruflichen Aufstieg interessiert (wird aber verworfen durch das Duell mit Crampas. Danach wird klar, dass er doch Gefühle hat und Effi eigentlich liebt und ihr verzeihen könnte…)
- CRAMPAS: der frühere Freund von Instetten und der spätere Liebhaber von Effi. Vielleicht nicht eine Hauptperson, aber wichtig für die HAUPTHANDLUNG und den weiteren Verlauf der Geschichte.
Freunde von Effi:
- ALONZO GIESHÜBLER: der verwachsene Apotheker, der in Kessin lange Zeit ihr einziger Freund bleibt.
- BERTHA & HERTHA: Schwestern.
- Hulda: Tochter von Pastor Niemeyer. Eine etwas arrogante Person, aber trotzdem befreundet mit den anderen dreien.
- ROSWITHA: die langjährige Haushälterin von Effi. Könnte man allerdings auch als ihre Freundin bezeichnen, da sie ihre einzige Vertraute und Verbündete ist, nach der Scheidung.
Verwandte von Effi:
- DAGOBERT: Effis Vetter/Cousin. Er steht Effi eigentlich als Verwandter am nächsten und sie fühlt sich zu ihm viel mehr hingezogen als von Geert Instetten. Aber eine Verbindung mit ihm wäre gesellschaftlich nicht möglich, deswegen entscheidet sie sich gegen ihn.
- VON BRIEST: Effis Vater. Ein Mann der Prinzipien, aber auch etwas weich.
- LUISE VON BRIEST: die Mutter und auch eigentliche Herrin im Haus. Sie bittet Effi den Instetten zu heiraten, da sie selbst ihn nicht haben kann (Erfüllung des Liebeswunsches durch die Tochter). Luise und Instetten hatten vor langer Zeit eine Affäre, dann hat sie sich allerdings aus gesellschaftlichen Gründen für Von Briest entschieden.
Andere Personen:
- RUMSCHÜTTEL: der langjährige Arzt der Effi, der auch ihr Kumpane ist, als es darum ging, ihrem Mann eine Krankheit vorzutäuschen.
- ANNIE: Effis Tochter. Sie wird von Instetten nachder Scheidung von Effi ferngehalten und gegen sie aufgebracht.
- LANDADEL: Borcke, Ahlemann, Jatzkows, Grasenabb. Freunde von Geert und Vertraute. Alles arrogante Personen, von denen Effi nicht viel hält, da sie viel zu steif sind.
DER AUTOR:
Theodor Fontane wird in Neuruppin ende des Jahres 1819 geboren. Er stammte aus einer in Preußen ansässig gewordenen Hugenottenfamilie. Sein Vater war ein Apotheker (verwendet er deswegen den Charakter des Gieshübler in seinem Roman „Effi Briest“?). Fontane besuchte das Gymnasium Neuruppin und danach die Gewerbeschule Berlin, in der er eine Apothekerausbildung abschloss.
1849 gab er seinen Beruf auf und danach bis 1859 als freier Mitarbeiter im Büro eines Ministeriums zu arbeiten. Er lebte von 1855-1859 in England als Berichterstatter. Von 1860 bis 1870 arbeitete er als Redakteur der Berliner "Kreuz-Zeitung". 1870-1889 Theaterkritiker bei der "Vossischen Zeitung". 1876 Sekretär der Akademie der Künste Berlin und freier Schriftsteller. 1894 Dr. Phil. H.C. Fontane starb am 20.9.1898 in Berlin.
Kersting, ein Freund Fontanes’ beschrieb seinen Gefährten wie folgt:
"... ein prächtiger Kerl, der mit seinem scharfen Verstand, hellem Geist und glühender Phantasie weit über mir steht, er liebt auch das Schöne und strebt nach dem Guten, aber sonst ein kurioser Kauz. Um Wissenschaft kümmert er sich gar nicht, Charakter habe ich noch nicht viel bemerkt. Er verteidigt nicht selten die niederträchtigsten Maximen, aber nicht eigentlich, weil sie die seinen seien, sondern weil es ihm Gelegenheit gibt, seinen Scharfsinn glänzen zu lassen. Von Natur aus sehr sanft und gutmütig, kommen da bisweilen sehr jugendlich aussehende Widersprüche zum Vorschein, wie überhaupt sein geistiger Habitus sehr Schönes, Edles, aber auch manches unreife zeigt.
Eitelkeit ist seine Hauptschwäche."
Fontanes Freund zeigt in diesem Zitat, dass sein Freund für ihn großen Wert hat, und dass er seine Intelligenz, seinen Geist und Verstand schätzt, außerdem auch seine Herzenswärme und Gutmütigkeit. Er missbilligt allerdings seine Unlust für die Wissenschaft und – was am wichtigsten ist – seine Mahnungen an die Konventionen seiner Zeit, die Gesellschaft und somit seine Sympathie mit Ehebrechern und sonstigen.
ORDNUNG IM BUCH:
Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt mit insgesamt 36 an der Zahl. Dabei lässt sich das Buch in 3 Teile eingliedern, die da wären:
1. Kindheit und erste Jahre der Ehe
2. Weiteres Leben und Ehekrise
3. Scheidung und Tod
SCHREIBSTIL:
Fontanes Schreibstil ist sehr eigen, sehr ausgefüllt, sehr, sehr gedehnt und ausführlich (er beschreibt z.B. 2 Seiten lang das Aussehen des Briest’schen Hauses in Hohen-Cremmen).
LITERATUR-GATTUNG:
D er Roman von Theodor Fontane wird oftmals als „Eheroman“ bezeichnet, da sich ja im Großen und Ganzen alles um die Ehe zwischen Effi und Instetten dreht.
Allerdings wird er gleichzeitig auch als „Gesellschaftsroman“ bezeichnet, da die Gesellschaft hier eine sehr große Rolle spielt. Die Gesellschaft ist dafür verantwortlich, dass sich Effi für Instetten und nicht für ihren Cousin Dagobert entscheidet – da Instetten ja eine höhere gesellschaftliche Position innehat. Sie ist dem Adel verpflichtet und muss wieder adelig heiraten. Wieder etwas, das von der Gesellschaft angeordnet wurde.
Da die Gesellschaft missbilligt was Effi getan hatte (Ehebruch), wirkt sich das auch auf Instetten aus, der Crampas aus Pflichtgefühl töten muss und sich danach aus Reue und aus Ehrgefühl fern von seinem Elternhaus hält und sich auch weitgehend aus dem gesellschaftlichen Leben heraushält.
Effi ist durch die Gesellschaft von der Gesellschaft verstoßen und muss von nun an ein einsames Leben führen, da die Eltern – aus Pflichtbewusstsein – die eigene Tochter verstoßen mussten.
Die Gesellschaft ist hier höchste Instanz, man könnte sie in Effis und Instettens Weltbild vergleichen mit Gott, da sie eine übergroße Macht über das Leben hinaus auf beide ausübt.
Ich würde also eher sagen, dass es ein „Gesellschaftsroman“ ist, oder besser gesagt: Ein gesellschaftlicher Ehe-Roman.
INTERPRETATION:
In Effi Briest ist der politische Kontext, und sein Einwirken auf das Schicksal der Hauptpersonen, so konkret greifbar wie in keinem anderen Roman über die unverstandene Frau.
In allen Romanen von Theodor Fontane geht es auch um das Frauenleben vor dem Hintergrund des wilhelminischen Zeitalters. am stärksten in Effi Briest.
Es gerät das Echte und Natürliche, zusammengefasst das Weiblich-Humane in Konflikt mit der Öffentlichkeit. Diese entpuppt sich im Laufe des Buches als unmenschlich.
das Problem der unverstandenen Frau – hier Effi Briest – bezieht sich hier direkt auf die Härte des gesellschaftlichen Prinzips.
das Menschliche und das Gesellschaftliche geraten bei Effi in Konflikt obwohl sie sich eigentlich zu den Regeln der Gesellschaft bekennt.
Theodor Fontane will hier nicht ein einzelnes Schicksal andeuten. Effi Briest steht stellvertretend für die Darstellung eines spezifischen gesellschaftlichen Problems.
Effi versucht, die selbstverständlich anerkannten gesellschaftlichen Regeln mit ihrem persönlichen Empfinden und Glück in Einklang zu bringen, schafft es allerdings nicht. Und das wird ihr zum Verhängnis.
ihr ICH wird „vergesellschaftet“, das verhindert die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und führt daraufhin zu Leidenschaftslosigkeit und Machtlosigkeit.
Effis Unverstandenheit und ihr Fehlschlag, sich der gesellschaftlichen Rolle anzupassen, werden für sie zur bewussten Erfahrung als sich ihre Unerbitterlichkeit ihr gegenüber offenbart (in Form von Scheidung, Verbitterung und folgendem Tod).
Fontane will hier nicht moralisieren, sondern das Schicksal Effis aufzeigen, und dass es gesellschaftlich bedingt ist. Er will somit zum Nachdenken anregen, damit man selbst erkennt, welche Fehler die Gesellschaft hat und wie sie in das Leben anderer eindringt.
Effi durchfließt außerdem ein zwitterhafter Geist, denn es scheinen sich Natürlichkeit und Gesellschaftlichkeit in ihr zu vereinen. Bzw. sie will es so. Und nach Fontanes Meinung lässt sich beides nicht vereinen. Entweder sie bleibt ganz Kind und ganz in sich selbst, oder sie hält sich an die gesellschaftlichen Regeln und bleibt ganz die treue Ehefrau.
Die Unverstandenheit zwischen ihrer natürlichen, lebendigen Art, die zur Anarchie (Gesetzeslosigkeit) neigt, und ihrem Willen nach gesellschaftlicher Anerkennung und dem Wunsch, eine gute Ehefrau zu sein führen unweigerlich zur Katastrophe  nämlich im Hang zum Ehebruch.
Effis Wesen ist altklug. Sie sieht sich als Kind und will ihre Freiheit bewahren
(Effi: „Warum kriege ich keine Staatskleider? Warum machst du keine Dame aus mir?“ Luise von Briest: „Möchtest du's ?“ Effi: „Nein.“).
Trotzdem sieht sie die gesellschaftlichen Normen als selbstverständlich an, weiß aber nicht wieso. Es ist eben so. Ihr geschwätziges Wesen beweist dies, als sie über die Liebesgeschichte zwischen ihrer Mutter und Instetten mit ihren Freundinnen erzählt
(„eine Liebesgeschichte mit Held und Heldin und zuletzt mit Entsagung“).
Und als sie weiterspricht:
„Eine Geschichte mit Entsagung ist nie schlimm.“
Und: „Nun, es kam, wie's kommen mußte, wie's immer kommt.“
Sie redet also eigentlich nur in Sprichwörtern, in Floskeln. Aber ansonsten macht sie sich keine Gedanken darüber. Es sind kindliche Gedankengänge, die verraten, dass ihr Wesen naiv und somit noch nicht reif für die Ehe ist.
Ihre Ansprüche sind klischeehaft. Das merkt man auch, nachdem man sie fragte, ob denn Instetten für sie der richtige wäre: „Gewiß ist es der Richtige. Das verstehst du nicht, Hertha. Jeder ist der Richtige. Natürlich muß er von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen.“
Und bei der Frage, ob sie glücklich ist, antwortet sie: „Wenn man zwei Stunden verlobt ist, ist man immer ganz glücklich. Wenigstens denk ich es mir so.“
Und auf die Frage hin, ob sie den Instetten denn liebt, antwortet sie:
„Warum soll ich ihn nicht lieben? Ich liebe Hulda, und ich liebe Bertha, und ich liebe Hertha. Und ich liebe auch den alten Niemeyer. Und daß ich euch liebe, davon spreche ich gar nicht erst. Ich liebe alle, die's gut mit mir meinen und gütig gegen mich sind und mich verwöhnen.“
Ihr Gedanke an die Liebe zu Geert ist kindlich und undifferenziert und wenig spezifisch. Sie MUSS ihn ja lieb haben, denn schließlich ist er nun ihr Verlobter. Und wenn überhaupt die Rede von Liebe sein kann, dann nur von einer „vergesellschafteten“. Sie muss ihn wohl lieben. Er wird ihr Mann sein. Und dass sie sich darüber hinaus für ihn und nicht für Dagobert ihren Vetter entscheidet, ist auch ein Verrat an ihr selbst. Sie entscheidet sich, wie ihre Mutter, gegen den Mann, den sie liebt und für den Mann, der für sie ausgewählt wurde.
durch die Hochzeit und die Ehe mit dem 21 Jahre älteren Baron von Instetten, steht sie unter großem sozialen Druck, dem sie sich stellen möchte, schafft es aber nicht. Der gesamte Landadel ist ihr zuwider und sie vermisst ihre Kindheit, die nun beendet ist. „.. Und nun ich! Und gerade hier. Ach, ich tauge doch gar nicht für eine große Dame. Die Mama, ja, die hätte hierher gepasst, die hätte, wie’s einer Landrätin zukommt, den Ton angegeben, und Sidonie Grasenabb wäre ganz Huldigung gegen sie gewesen und hätte sich über ihren Glauben oder Unglauben nicht groß beunruhigt. Aber ich ... ich bin ein Kind und werd es auch wohl bleiben.“
Daran erkennt man auch ihren Widerwillen und wieder die Ambivalenz zwischen dem Natürlichen und dem Gesellschaftlichen. Zudem vermisst sie wahre Liebe und Zärtlichkeit, die ihr hier versagt bleiben. Das stürzt sie in die Affäre mit Crampas. Er weckt in ihre versteckten Gefühle, den Hang zum Anarchismus. Ihn umgibt die Aura des Gefährlichen und verbotenen, und das reizt Effi.
Ihre Affäre ist nicht durch Liebe entstanden, sondern durch den Wunsch nach Abwechslung und Zärtlichkeit. Als dann Crampas ihr auch noch erzählt, dass Instetten den Chinesen nur als „Erziehungsmittel“ benutzt hat, um sie zu erziehen, also als „Angstmittel aus Kalkül“, da gerät sie in Empörung und Misstrauen und stürzt sich immer weiter in die Liebschaft mit Crampas.
es folgt nun die Ambivalenz zwischen dem Legitimen und dem Unrechtmäßigen, zwischen privater Neigung und gesellschaftlicher Forderung.
der „Schritt vom Wege“ ist der erste Schritt in die gesellschaftliche Verdrängung und in weitere Probleme, die unwiderruflich folgen müssen.
Effi leidet – nicht am Ehebruch – sondern an der Schuld, die sie empfindet, wenn sie lügen muss. Doch es fehlt ihr der Mut, sich zum Ehebruch zu bekennen.
soviel erst mal zur Interpretation.
HINTERGRUNDWISSEN:
D er Roman Effi Briest basiert auf der wahren Geschichte der Elisabeth von Plotho – oder auch Ardenne – die Theodor Fontane einst in einer Zeitung las.
1886 duellierte sich Armand von Ardenne mit Elisabeths Liebhaber Emil Hartwich, den er erschoss. Nach dem Duell wird Elisabeths Mann verhaftet.
Theodor Fontane hat 1890-94 an seinem Roman „Effi Briest“ gearbeitet, den er im letzten Jahr fertig stellte.
Elisabeth stand der Hauptfigur Effi in Fontanes Roman Pate.
Genau wie Effi Briest wurde Elisabeth von Plotho auf Wunsch ihrer Eltern mit Ardenne verheiratet. Und genau wie Effi zieht sie aus beruflichen Gründen ihres Mannes später nach Berlin, bevor er ihre Affäre mit Hartwich entdeckt.
Aber anders als Effi stirbt Elisabeth nicht an den Folgen einer schnell darauf folgenden Krankheit, und behütet von ihren Eltern. Sie lebte weiter in Berlin, und zwar ziemlich lange und auch beruflich aktiv.
Theodor Fontane macht Effi in seinem Roman zur Heldin und stellt Zweifel an über die gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit, die sogar in die Privatsphäre eines Ehepaars eindringt und diese schlussendlich zerstört.
Allerdings soll nicht Effi allein als Opfer der Gesellschaft gesehen werden, nach Willen Fontanes, sondern auch Geert, und eben auch die „reale“ Effi, nämlich Elisabeth von Ardenne und alle anderen Menschen, die durch die Konventionen benachteiligt werden.
ANDERE VERGLEICHBARE WERKE (ÜBER DIE UNVERSTANDENE FRAU):
- „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert
- „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi
- „Buddenbrooks“ von Thomas Mann
- „Stendhal“ von Honoré de Balzac
- „La petite Fadette“ von George Sand
- „Une Vie“ von Guy de Maupassant
- „Vanity Fair“ William M. Thackeray
- „The Return of the Native“ von Thomas Hardy
ANDERE WERKE DES AUTORS U.A.:
• L'Adultera (zu deutsch: „Der Ehebruch“, zu vergleichen mit „Effi Briest“)
• Irrungen, Wirrungen
• Frau Jenny Treibel
• Der Stechlin
Außerdem schreib er auch das Buch „Meine Kinderjahre“, welches als seine einizge Autobiografie bekannt ist.
TEXTPROBE:
Dies ist der Anfang des ersten Kapitels, in dem das Haus der Briests beschrieben wird. Ich denke, dass man hier schon mal einen guten Einblick in die Sprache Fontanes’ bekommt.
In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf. Einige zwanzig Schritte weiter, in Richtung und Lage genau dem Seitenflügel entsprechend, lief eine ganz in kleinblättrigem Efeu stehende, nur an einer Stelle von einer kleinen weißgestrichenen Eisentür unterbrochene Kirchhofsmauer, hinter der der Hohen-Cremmener Schindelturm mit seinem blitzenden, weil neuerdings erst wieder vergoldeten Wetterhahn aufragte. Fronthaus, Seitenflügel und Kirchhofsmauer bildeten ein einen kleinen Ziergarten umschließendes Hufeisen, an dessen offener Seite man eines Teiches mit Wassersteg und angekettetem Boot und dicht daneben einer Schaukel gewahr wurde, deren horizontal gelegtes Brett zu Häupten und Füßen an je zwei Stricken hing - die Pfosten der Balkenlage schon etwas schief stehend. Zwischen Teich und Rondell aber und die Schaukel halb versteckend standen ein paar mächtige alte Platanen.
FORMALE DETAILS DIESER AUSGABE:
Unsere Lehrerin beauftragte uns, die Reclam-Ausgabe für 4,60€ zu kaufen, damit jeder dieselbe Ausgabe hat um Zitate, Zeilenangaben und Seiten schnell wieder finden zu können.
Das Buch (von einem Heftchen kann von der Dicke her nicht mehr die Rede sein) ist im obligatorischen Reclam-Gelb gehalten und damit unverkennbar. Die Höhe beträgt ca. 15cm, die Breite ca. 10cm und die Tiefe (also Buchdicke) 2 cm.
An der Dicke erkennt man schon, dass der Roman ein richtiger Wälzer ist, denn in den Reclam-Büchern ist alles extra-klein geschrieben, damit so wenig Papier wie möglich verbraucht wird. Außerdem sind die Seiten relativ dünn.
Erschienen ist das Buch im Reclam-Verlag schon im Jahre 1986. Diese Ausgabe liegt in Deutsch vor.
Die ISBN lautet: 315-0069-610
ANDERE ARTIKEL VON/ÜBER EFFI BRIEST:
- FÜR SPARFÜCHSE: die Anaconda-Reihe ist noch billiger als die Reclam Heftchen, da erstere den Preis von 2,95 niemals unter- bzw. überschreiten werden. Außerdem ist die Papierqualität nicht zu verachten und alle Bücher liegen in gebundener und sehr stabiler Weise mit sehr schönen Covern vor.
- FÜR SCHÜLER: Zu den Reclam-Ausgaben gibt es auch Lektürehilfen. Diese zu Effi Briest kostet 2,60€ mit 80 Seiten Hintergrundwissen.
- FÜR FILMLIEBHABER: Die beste von allen 4 Effi Briest Verfilmungen gelang 1977 Rainer Werner Fassbinder mit „Fontane – Effi Briest“, mit Hanna Schygulla in der Rolle der Effi. Der Film hält sich sehr nahe an den Film und geht auch darüber hinaus.
MEINE MEINUNG:
Weltliteratur. Ein Stück deutsche Geschichte. Preußen hautnah. Ein Gesellschaftsroman. Ein Eheroman. Ein Roman über die Rolle der Frau im kaiserlich-wilhelminischen Zeitalter.
Die Geschichte einer Frau – gefangen in den starren Konventionen der preußischen Gesellschaft.
Mit solchen Titeln oder Überschriften könnte man diesen bedeutenden Roman von Theodor Fontane beschreiben.
Dieser Roman von Theodor Fontane ist sehr interessant, da er sich mit soz. unserer Vergangenheit beschäftigt. Es geht auch um mich, um die Frau in der Gesellschaft. Und es geht um die Frau in der Gesellschaft des Kaiserreichs, also im späten 19. Jahrhundert. Das ist gar nicht so lange her und daher noch interessanter und wert, gelesen zu werden.
Stellenweise scheinen die Sätze einem zu lang und die Texte teilweise langatmig. Auch die Sprache bzw. der Gebrauch von manchen Wörtern scheint veraltet, da diese heutzutage nicht mehr gebraucht werden, oder wenn, dann nur sehr selten, z.B. von Sprachforschern und Germanisten in Universitäten. In der Umgangssprache kommen Worte wie „Heliotrop“, „Major“, „Alterchen“ oder „Courmacher“ eigentlich so gut wie nie vor.
Heliotrop kennt manche Frau vielleicht noch als Foundation aus dem Reformhaus.
Mich hat die alte Sprache – wie viele Schüler vor mir - teilweise abgeschreckt, und stellenweise stockte das Lesen, da man z.B. erst mal nachdenken musste: „Was meint Fontane denn nun mit diesem Geschreibsel…?“ oder da man etwas nachschlagen musste.
Ansonsten ist die Geschichte und das Geschehen leicht zu verstehen.
Wenn man erst mal im Geschehen drin ist, kann man auch gut weiterlesen, und zwar recht flüssig. Da man aber bei der Dicke des Buches das Problem hat, nicht in einem Stück das Ganze lesen zu können, muss man sich eben das ganze in Häppchen zerlegen. Außerdem muss man dann bei jedem Häppchen SEHR aufmerksam lesen, damit man im Geschehen bleibt. In einem Rutsch wäre das Ganze viel leichter, aber dafür ist das Buch zu dick. Bei Reclam alleine fast 360 Seiten. Das schafft keiner am Stück, außer, er liest 1-2 Tage komplett durch, ohne Pause.
Das Buch ist zwar schwer, aber eine Bereicherung für das Bücherregal und für den eigenen Geist, da man einen Einblick in vergangene Zeiten erhält – und man wird auch dankbar, über das fortschrittliche Zeitalter, in dem wir leben, und dass die Frauen damals für uns vorgearbeitet hatten, damit wir jetzt frei, selbstständig und lebendig unseren Weg gehen können – mit allen offenen Chancen.
Aus heutiger Sicht scheint das Buch vielleicht vielen veraltet. Aber für mich ist die Botschaft eine ganz zeitlose und ganz aktuelle. Es geht um die Gesellschaft und ihr Eindringen in die Privatsphäre der Menschen.
Heutzutage würde ich die Gesellschaft als „Öffentlichkeit“ betrachten. Und ist es nicht so? Die Öffentlichkeit beeinflusst uns in sehr hohem Maße: dazu gehören Werbung, Medien, z.B. Zeitungen usw.
Man kann eigentlich nicht sagen, dass die eigene Meinung nicht Einflüsse von außerhalb bekommen hat. Stellt euch vor, Zwillinge werden zur Adoption freigegeben. Bei Beginn der Geburt sind sie beide gleich. Dann kommt einer der Zwillinge in eine arme, arbeitslose Familie. Der andere Zwilling kommt in eine elitäre Großstadt-Familie mit Professoren und Doktoren. Was kommt dabei raus? Die Meinungen beider Zwillinge werden sich grundlegend unterscheiden in verschiedenen Aspekten. Der weltoffene letztere Zwilling wird auf die Frage antworten, wie er die Arbeitslosigkeit in Deutschland findet: „Es kommt drauf an, unter was für Umständen die jeweiligen Menschen in die Beschäftigungslosigkeit gerutscht sind. Man darf keine Vorurteile haben. Manche trafen Schicksalsschläge, andere sind arbeitslos aus purem Egoismus und nur aus dem Grunde, weil sie nicht arbeiten wollen, usw. Ich kann keine spezifische Antwort geben“. Und der andere Zwilling würde dann vielleicht auf die Frage antworten: „Ach, das Leben ist beschissen. Ich gehöre doch selbst dazu. Und wieso finde ich keine Arbeit? Die anderen sind schuld. Auch die Ausländer“.
Alles mögliche beeinflusst unser Leben und unsere Entscheidungen. Familie, Freunde, Kollegen, Medien, Fernsehen, Politiker, alles. Und jeder hat den Wunsch, uns zu erziehen. Heutzutage werden wir immer noch erzogen: vom Staat, von den Gesetzesbüchern, von der Schule.
Es gibt immer noch ungeschriebene Gesetze.
Immer noch gibt es die unverstandene Frau. Und einem Mann, der Ehebruch begeht, wird man es auch leichter verzeihen als einer Frau, die genau dasselbe getan hat.
Wird sich jemals etwas ändern? Klar, wir sind offener geworden. Welt-Offener. Toleranter. Aber im Grunde ist immer noch vieles gleich. Wir sind nicht frei. Frei, natürlich und lebendig sind immer noch nur die Kinder, die unbeschwert und frei ins Leben hinein leben. Und die ganz ungezwungen fröhlich sind. Erwachsene haben das verlernt. Und ein Kind, das erwachsen wird, verliert seine Unschuld alleine deshalb. So wie Effi.
Theodor Fontanes Werk gehört zu den Klassikern der Weltliteratur, weil noch heute man seinen Roman verstehen und auch in die heutige Zeit interpretieren kann. Ein Werk, welches nie an Aktualität verlieren wird und das unsterblich bleibt.
Fazit: Ein interessantes, wenn auch nicht einfaches Lesevergnügen mit viel Inhalt, das man nicht nur in der Schule lesen sollte.
QUELLENANGABEN:
Bücher:
„Effi Briest“ von Theodor Fontane
„Emma Bovary und ihre Schwestern“ von Bettina Klingler
„Effi Briest“ Informationsmaterial aus Schulunterlagen
skorbut, 31.07.2007
Ich erinnere mich schwach! Das haben wir im Deutsch-LK auch mal durchgekaut. Wie gut das es Menschen gibt, die auch was positives an dem Buch finden! LG Julia
Dr_Ed, 14.07.2007
Hach, da werden Erinnerungen an die eigene Schulzeit wach. Ich bin ja erstaunt darüber, dass dieses Buch heute immer noch im Deutschunterricht gelesen wird...
Leseratee, 26.08.2007
Hervorragend! Ich kenne Buch und Film. Das Buch habe ich an meine Mutter verschenkt....leider....muß ich mir wohl nochmal neu zulegen. Gruß Leseratee.
ein Testbericht von gangster092005-04-09 17:26:07vom 09.04.2005Empfehlung: nein
Vorteile: gut zum interpretieren...Nachteile/Kritik: langweilige Handlung...
Hallo liebe Leser!
Vor einigen Wochen hat bei mir das neue Schuljahr begonnen und im Deutsch-LK hieß es gleich, dass wir einen Roman lesen. Wir waren gespannt, was es diesmal sein würde, denn bislang haben wir damit nicht so gute Erfahrungen gemacht. Unsere Lehrerin erklärte, dass es sich um Effi Briest von Theodor Fontane handel. Wir kannten den Roman nicht und ließen uns somit überraschen.
Schon als wir im Untericht die ersten Seiten gelesen hatten, sank die Stimmung im Kurs. Zu detailiert waren die ganzen Beschreibungen der Umgebung, der Personen usw.
Aber
zunächst einmal möchte ich euch kurz sagen, worum es in dem Roman geht. Der ROman beschäftigt sich mit der 17jährigen Landadelstochter Effi von Briest, welche aus dem brandenbrugischen Hohen-Cremmen kommt und den 20 Jahre älteren Baron von Innstetten heiratet. Er ist ein karriereorientierter Landrat aus Kessin und denkt nur an seinen eigenen Erfolg. Trotzdem kommt es zur Hochzeit zwischen Effi und him aber schon bald treten die ersten Probleme in der Ehe auf.
Mir hat dieses Buch überhaupt nicht zugesagt, da es Ende des 19. Jahrhunderts spielt und somit nicht in unsere Zeit hineinpasst. Die Sprachwahl und die Charaktere haben für mich keine besondere Bedeutung und daher war ich froh, als ich die Klausur über dieses Buch hinter mir hatte! Die Geschichte ist total in die Länge gezogen und handelt ständig von irgendwelchen unsinnigen Passagen.
Diese kann man allerdings Satz für Satz auseinander nehmen und interpretieren, was vielleicht auch der Grund dafür ist, dass die Lehrer es so gerne als Lektüre verwenden. Ich hätte aber lieber etwas zeitgemäßeres gewollt. Das Buch ist meiner Meinung nach für Personen jüngeren Alters absolut nicht zu empfehlen. Im hohen ALter mag es vielleicht sein, dass man sich für solche komischen Handlungen interessiert, aber an sich ist der Roman veraltet.
Trotzdem hat er in der Welt der Literatur einiges an Ansehen erlangt und somit kanner ja nicht ganz so schlecht sein. Daher vergebe ich immerhin noch 2 Sterne für diesen Roman!!
...
modschegibbchen, 30.03.2005
... ich mich hier als kulturbanause oute, ich muss dir recht geben. bin uumlber dem buch auch schon vortrefflich eingenickt... gruszlig ich
Lisolotto, 05.04.2005
ist achnicht so einfach zu verstehen,da muszlig man schon den Inhalt genau kennen
ein Testbericht von rotemela2004-12-30 15:18:28vom 30.12.2004Empfehlung: ja
Die Meinungen über Fontanes "Effi Briest" gehen weit auseinander:
Die einen finden das Buch gähnend langweilig, seitenlang scheint die Handlung stillzustehen und durch die vieeeeeeelen Vorausdeutungen kann man schon sehr früh das Ende erahnen. Aber ist DESWEGEN der Roman langweilig? Eigentlich sollte man ja froh sein, dass der Roman in "Alltagssprache" gehalten ist und auch die Thematik ziemlich aktuell ist:
Ein junges, lebenslustiges Mädchen wird von ihrer gesellschafts-"geilen" Mutter in eine Ehe mit dem langweiligen, stinkreichen älteren Instetten getrieben. Klar, nach "außen" heile Welt: Effi zieht mit ihrem Mann in ein großes
Haus und gebärt bald eine Tochter. Doch der Schein trügt: Die junge Ehefrau fühlt sich in dem unheimlichen "Spukhaus" nicht wohl und fängt -aus Einsamkeit und unzureichender Zärtlichkeiten ihres Mannes- eine Affäre mit dem "Macho" Crampas an... Die Affäre währt nicht lange, die Familie Instetten zieht um, die Sache scheint vergessen. Jahre später findet Effis Ehemann jedoch die Liebesbriefe von Crampas an Effi und fordert seinen Nebenbuhler nach all den Jahren zum Duell heraus. Crampas stirbt, Effi wird das Kind weggenommen, vertrieben und lebt nun am Rande der Gesellschaft, bis sie schließlich doch von ihrer Familie wieder aufgenommen wird.
So, und das soll langweilig sein???
1. hat Fontane die Geschichte nicht erfunden, sondern sie basiert auf einer wahren Begebenheit
und
2. ist dieser Roman sicher wertvoller als jede x-beliebige Talkshow und Seifenoper