Secret Smile - Das Cover der englischen Originalausgabe

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Nicci French: Der falsche Freund
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Nicci French: Der falsche Freund
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Nicci French: Der falsche Freund

Testberichte Nicci French: Der falsche Freund

 (gebundene Ausgabe)
3.8 von 5
Platz 144 in der Kategorie "Bücher Krimis - Der".
Bewertung: Kundenbewertung 3,90 / 5,00 3.8 von 5
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Nicci French: Der falsche Freund Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,90 / 5,00 3.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (6/6).
Bewertungsverteilung:
Humor:  wenig humorvoll
Spannung:  mittelmäßig
Niveau:  anspruchsvoll
Unterhaltungswert:  hoch
Aufmachung:  in Ordnung
Zielgruppe: Erwachsene
Wie ergreifend ist die Story?: ergreifend
Seitenzahl: 300-400
Stil: neutral
Vorteile
  • spannend, unterhaltsam, psychologisch einfühlsam, überraschender Schluss, kompetent übersetzt
  • Spannung bis zum Schluss, flüssig geschrieben
  • fesselnd, lässt sich schnell lesen, Ende überraschend . . .
  • Handlung, Charakterzeichnung, Schreibstil (teilw . ), Spannung
  • interessante Story
Nachteile/Kritik
  • gibt’s noch nicht als Taschenbuch, richtet sich v.a. an weibliche Leser
  • Etwas konstruiert, altbekanntes Thema
  • ganz kurz langatmig
  • ab und an langatmige Passagen, letzte Drittel des Buches zu sehr gestrafft
  • für mich persönlich zu wenig Spannung
Nicci French: Der falsche Freund (gebundene Ausgabe) am günstigsten bei:
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mima007

Das Stalker-Opfer ist nicht machtlos!

ein Testbericht von 2005-11-12 15:29:36 vom 12.11.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, unterhaltsam, psychologisch einfühlsam, überraschender Schluss, kompetent übersetzt...
Nachteile/Kritik: gibt’s noch nicht als Taschenbuch, richtet sich v.a. an weibliche Leser
Eine kurze Liebesaffäre entwickelt sich zu einem mörderischen Albtraum: Mirandas neuer Freund, mit dem sie Schluss gemacht hat, schleicht sich als Freund ihrer Schwester Kerry zurück in ihr Leben, spioniert sie aus, verbündet sich mit ihrer Familie, verdrängt sie aus ihrer Wohnung.

Keiner glaubt Miranda, dass Brendan ein Schwein ist und sich an ihr rächen will, bis es zu spät ist. Sie ist offensichtlich von ihm besessen. Es müssen zwei ihr liebe Menschen sterben, bevor Miranda verzweifelt zurückschlägt.

Die Autoren
°°°°°°°°& deg;°°°

"Nicci French" ist das kombinierte Pseudonym der Londoner Autorin Nicci Gerrard mit weitreichenden psychologischen Kenntnissen und des Journalisten Sean French. Die beiden haben mit "Höhenangst" und vor allem mit dem genialen "Sommermörder" (siehe meinen Bericht) viele Fans unter Thrillerfreunden gewonnen. Das Paar lebt mit seinen Kinder im Süden von London. Neuester Roman: „Catch me when I fall“ (11/2005).

Handlung
°°°°°& deg;°°°°

Miranda Cotton ist schon an die 30, aber immer noch unverheiratet, so dass sich ihre Mutter Marcia schwere Sorgen macht. Aber Miranda ist ziemlich selbständig, hat einen festen Job in einem Maler- und Tapeziergeschäft. Sie kann es sich leisten, unverheiratet zu sein. Als sie ihrem Kurzzeit-Freund Brendan Block den Laufpass gibt, denkt sie sich nichts dabei und vergisst das Arschloch und dessen seltsames Lächeln. Er hat nämlich ihr geheimes Tagebuch gelesen, ohne sie zuvor zu fragen. Sowas kann sie nicht verzeihen. Und ständig nennt er sie „Mirrie“. Als wäre sie noch ein kleines Kind.

Doch dann taucht Brendan wieder auf: an der Seite ihrer älteren Schwester Kerry! Die willensschwache Reisekauffrau Kerry sieht total happy aus. Auch ihre Mutter ist total happy: Endlich muss sie sich nicht mehr um ihre Tochter sorgen. Beide sind hingerissen von dem freundlichen jungen Mann, doch Miranda hört etwas anderes: Brendan flüstert ihr ein obszönes Kompliment ins Ohr. Sie taumelt ins nächste Klo, um sich die Seele aus dem Leib zu kotzen.

Das ist erst der Anfang von Brendans Rachefeldzug. Das junge Paar braucht ein neues Domizil, und weil das Elternhaus gerade renoviert wird und man warten muss, bis eine andere Wohnung frei wird, bitten Kerry und Brendan die liebe Miranda, bei ihr vorübergehend bleiben zu dürfen. Doch dort geht der heimliche Terror Brendans erst richtig los. Schon bald zieht Miranda zu ihrer besten Freundin Laura und deren Freund Tony. Dafür zieht Mirandas geliebter Bruder Troy bie Kerry und Brendan ein.

Als Miranda herausbekommt, dass Brendans Lebenslauf von vorne bis hinten erlogen und er im Grunde nur ein Schnorrer ist, wirft sie ihm diese Lügen im trauten Familienkreis vor. Er schlägt auf ebenso raffinierte wie fiese Weise zurück, indem er ein intimes Geheimnis aus ihrem Tagebuch preisgibt. Kerry ist geschockt – will Miranda ihr nun auch Brendan wegnehmen? Miranda scheint erst einmal schachmatt gesetzt zu sein. Ihr neuer Freund Nick jedenfalls hält ihre Obsession mit Brendan nicht mehr aus.

Allmählich beginnt sich Miranda auch Sorgen zu machen, dass Brendans Ziel nicht nur sie selbst sein könnte, sondern auch alles, was sie liebt – nämlich ihren Bruder Troy und ihre beste Freundin Laura. Als er ihr auch dies nimmt, ohne dass die Polizei reagiert, schlägt sie verzweifelt zurück. Kann sie ihn aber mit seinen eigenen Waffen schlagen oder muss sie zu anderen Mitteln greifen?

Mein Eindruck
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Wie so viel Romane von Nicci French liest sich auch „Der falsche Freund“ locker und flüssig, und die Spannung baut sich langsam, aber unerbittlich auf. Der leise und versteckte Terror, den Brendan ausübt, lässt Miranda immer beklommener werden, bis sie ausrastet – was natürlich von ihrer Familie und ihren Freunden bloß als Hysterie ausgelegt wird. Denn Brendan ist doch so nett zu allen. Dass er Kerry ausbeutet und betrügt, will niemand wahrhaben. Doch was kann eine einzelne junge Frau schon tun, um sich und ihre Lieben zu schützen?

Es gibt keine Wahrheit

Es heißt seit der Offenbarung des Johannes, die Wahrheit mache einen frei. Doch wie sieht es aus, wenn niemand die Wahrheit sehen will? Oder jedenfalls so wie Miranda. Zunehmend fassungslos muss Miranda erleben, wie sie ihre Familie, ihre Freunde und offensichtlich auch die Polizei von ihr distanzieren. Als sie es verdächtig findet, dass sich Troy, der mental beinträchtigt war, an einem nagelneuen Strick aufgehängt haben soll – was ja einige Vorbereitung erfordert – da sucht sie den Rest des Stricks. Doch statt eben diesen Rest, den sie in Brendans Zimmer findet, als Beweisstück zu akzeptieren, wird er gegen Miranda verwendet: Wie kommt sie dazu, die Sachen anderer Leute zu durchwühlen?

Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die Miranda zeigen, dass sie richtig liegt, aber die anderen auf dem Holzweg sind. Ja, man hält sie zunehmend für geisteskrank und empfiehlt ihr eine Psychotherapeutin. Leidet hat diese keine kriminalistischen Interessen und denkt ebenfalls, Miranda habe einen Sparren locker. Doch als auch ihre Freudin Laura unter verdächtigen Umständen ums Leben kommen, passiert das Gleiche. Miranda kann die Unfalltheorie widerlegen; niemand will etwas davon hören. Als sie herausfindet, woher Brendan kommt und dass sein wahrer Name ganz anders lautet, wird es jedoch ernst: Brendan droht Miranda wegen Belästigung zu verklagen. Das ist der so genannte „Stalker“-Paragraph.

Brendan – er wird von Miranda weiterhin so genannt – hat nicht nur die scheinbare Wahrheit zu seinen Gunsten gedreht, nein, auch das Gesetz. Miranda muss zunächst klein beigeben, doch sie wird Brendans nächstes Opfer nicht sehenden Auges ins Unglück rennen lassen. Das schwört sie sich. Die Dinge nehmen einen verhängnisvollen Lauf.

Der unzuverlässige Berichterstatter

Doch schon früh stellt sich der Verdacht ein, dass Miranda, unsere einzige Informationsquelle, der seit etwa 100 Jahren in der Literatur etablierte „unzuverlässige Berichterstatter“ ist. Können wir ihr unbesehen glauben? Was, wenn sie wirklich durchgeknallt wäre, wirklich besessen von Brendan Block, wie ihre Umgebung glaubt? Geschichten sind wie Gerüchte: Nur harte Beweise erzählen die Wahrheit. Oder? Miranda hat ihre Zweifel, denn auch „Beweise“ wie der Strick zählen nichts, wenn die Umstände nicht ebenfalls stimmen, unter denen sie beschafft wurden.

Im Grunde ist also die so genannte „Wirklichkeit“ ein Schattenland, in dem sich Schwarz in Weiß und umgekehrt verwandeln kann. Ein außenstehender Beobachter wie ein Polizist oder eine Psychologin (die Autorin spricht hier aus Erfahrung) können nichts auf der Grundlage von Verdachtsmomenten und Indizien tun. Es muss erst Opfer geben, bevor sie einschreiten. Das findet nicht nur Miranda traurig und empörend. Noch schlimmer: Nicht einmal Mordopfer werden als solche erkannt, wenn die Umstände auf einen Unfall oder Selbstmord hinweisen – sie Laura und Troy.

Doch wie soll Miranda ihr Dilemma lösen? Wie kann sie der Polizei handfeste Beweise für Brendans Schuld liefern? Das Ende des Romans hält eine Überraschung bereit. Die Überraschung kann nur deshalb gelingen, weil die unzuverlässige Berichterstatterin Miranda auch den Leser hinters Licht führt. Wir finden uns plötzlich in der gleichen Position wie Polizei und Psychologin wieder. Und uns stellt sich die Frage: Hätten wir ebenfalls nichts gegen Brendan Block unternommen? Hätten wir lieber dem Unglück seinen Lauf gelassen?

Die Zeit des Abwartens ist abgelaufen

Wenn man sich die Tagesnachrichten über verwahrloste Kinder, die in verdreckten Wohnungen gehalten werden, ansieht, dann fällt es einem schwer, nicht an die Untätigkeit unseres Gewissens zu glauben. Was natürlich genau die Kritik der Autorin ist. Können wir es uns länger leisten, apathisch im Schattenland der Amoralität und des Zusehens beim Unglück anderer umherzuwandeln? Die Zeit ist bereits abgelaufen, wie die Aufstände in den französischen und anderen Städten belegen.

Unterm Strich
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Der Titel „Der falsche Freund“ ist natürlich doppeldeutig: „Falsch“ bedeutet hier auch „untreu, hinterhältig, unehrlich“. Er stellt ein Rätsel dar: Ist er eine Bedrohung, wie die Berichterstatterin glaubt, oder ist er das Opfer ihres Verfolgungswahns? Die Autorin stellt den leser in das Dilemma, selbst entscheiden zu müssen. Wir wollen zwar zu gerne der armen Miranda glauben – aber ist sie wirklich noch bei Verstand?

Der Roman lebt also weniger von blutiger Action – sie findet völlig abseits statt – sondern vielmehr von der psychologischen Spannung, die sich immer wieder aufbaut. Dabei erweist sich die zweite Hälfte, als Miranda zur Jägerin wird, als weitaus unterhaltsamer, aber auch als konventioneller als der Anfang. Am interessantesten sind vielmehr die geistigen Kontrollmechanismen, die in der Gesellschaft hinsichtlich Frauen und ihrer Wahrnehmung der Wirklichkeit angewendet werden: Der Polizeiinspektor Rob glaubt lieber einem Mann wie Brendan als einer Frau wie Miranda. Aber dieser Spieß lässt sich auch umdrehen, wie im Miranda zeigt…

Das Buch ist flott und mit Gewinn und Anteilnahme zu lesen, bietet aber innerhalb des Kanons von Krimis und French-Romanen wenig Herausragendes.

Michael Matzer © 2005ff

Info: Secret smile, 2003; Bertelsmann, 07/2004, München; 384 Seiten, aus dem Englischen von Birgit Moosmüller; Preis: 19,90 EU; ISBN 3-570-00751-0
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Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
BelgiumKing
BelgiumKing, 29.04.2006
..................................................... .........................o o....................... SH-------oOO----OOo-----------
der_Baer
der_Baer, 12.11.2005
deine Beschreibung macht neugierig :- lg Wolfgang
Volker111
Volker111, 12.11.2005
Den Nicci French Roman kenne ich ja noch gar nicht. -
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CyberQueeny

So sieht wahre Angst aus

ein Testbericht von 2012-01-09 15:17:20 vom 09.01.2012
Empfehlung: ja
==So sieht wahre Angst aus==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

„Du hast einen schönen Mund.“ Er rückte noch ein Stück näher an mich heran. Ich spürte seinen säuerlich riechenden Atem auf meinem Gesicht. „Und ich musste daran denken, dass ich in diesem Mund gekommen bin.“ ( Zitat S. 67)

Dieses Zitat stammt aus einem Psychothriller, den ich gerade gelesen habe. Es handelt sich um eine der kranken Sätze eines Stalkers, der mit einer Trennung nicht klarkommt. Dieses Zitat soll euch zeigen, welch beängstigende psychologischen Spielereien beim Lesen auf euch warten. Wenn ihr näheres wissen wollt, lest am Besten weiter.

===Buchdaten===
Autor: Nicci French
Titel: Der falsche Freund
Originaltitel: Secret Smile
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2003
ISBN-10: 3442461766
ISBN-13: 9783442471980
Seiten: 383
Kosten: 7,00€
Serie: -

===Autor/in===
Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern international für Furore. Sie leben mit ihren Kindern im Süden Englands. (Quelle: Amazon.de)

===Zitierter Klappentext===
Eine kurze Liebesaffäre entwickelt sich zu einem mörderischen Alptraum: Mirandas neuer Freund schleicht sich in ihr Leben, verfolgt sie, bedrängt sie und verbündet sich mit ihrer Familie. Ihre Warnungen vor dem Psychopathen bleiben wirkungslos, denn alle halten Miranda für krankhaft eifersüchtig und hysterisch. Erst als ihr kaum noch Luft zum Atmen bleibt, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück.

===Sarahs Meinung===
Nachdem ich schon ein Werk aus der Feder von Nicci French gelesen hatte, kam ich um dieses Exemplar nicht herum. Es versprach mir große Spannung, pure Angst und ein packendes Leseerlebnis. Wer das Autorenpaar, welches sich hinter dem Pseudonym verbirgt, kennt, weiß, dass Spannung garantiert ist.

In diesem Roman wird der Leser in die Welt von Miranda entführt. Nach einer kurzen Liebesgeschichte mit Brendan, welche Miranda schon nach acht Dates beendet hat, denkt sie, dass dieses Kapitel endgültig abgeschlossen ist. Er belästigt sie nicht mehr, taucht nicht mehr ungebeten bei ihr auf. Doch genau 14 Tage später beginnt für sie der Alptraum ihres Lebens, denn einen Brendan, den man einmal in sein Leben gelassen hat, wird man nicht mehr los. Das muss auch Miranda erkennen, als ihr ihre Schwester Kerry Brendan als neuen Partner vorstellt. Schnell wird Miranda klar, dass Brendan das nur alles spielt, um an sie heranzukommen. Er verlobt sich mit Kerry, lässt jedoch keine Gelegenheit aus Miranda zu zeigen, dass er sie will. Spielt sie nicht mit, bringt er sie stets in unschöne Situationen, die dazu führen, dass jeder sie für hysterisch, besessen und eifersüchtig hält. Als dann die erste Leiche, ihr kleiner Bruder, auftaucht, ist klar, dass Brendan über Leichen geht, um sie zu bekommen. Doch wie soll sie es beweisen, wenn alle sie für verrückt halten???

Der erste Gedanke, der mir beim Lesen in den Sinn kam, war „So etwas ähnliches hast du schon gelesen“. Bei meinem Bücherkonsum und ohne Internet war es jedoch unmöglich nachzusehen, wie dieses Buch hieß. Trotzdem muss ich sagen, dass mir diese Ähnlichkeit bis zum Schluss keine Ruhe mehr gelassen hatte, und ich mit Internet sofort nachschlagen werde, welches Buch dies war.

Nichtsdestotrotz beginnt das Buch mit der Kennenlernphase von Brendan und Miranda, die dem Leser sofort zeigt, ganz normal, harmlos und etwas was täglich irgendwo auf der Welt passiert. Eine kurze Liebesgeschichte, der einen Person wird es zuviel bzw. sie fühlt sich bedroht, und verlässt den Partner. Diese harmlose Szene nimmt Nicci French zum Anlass einen Psychothriller zu schreiben, der durch eine durch seine schleichende Angst, viel bedrohlicher wirkt, als ein Roman der auf pure Gewalt setzt. Hier wird gänzlich auf blutrünstige Schilderungen verzichtet. Die Angst und Spannung, die hier geschürt wird, ist jedoch wesentlich brutaler als jede aufgeschlitzte Leiche eines Serienmörders. Es ist die Angst, dass auch dem Leser so etwas passieren könnte. Dafür ist der Ansatz einfach zu realistisch, alltäglich. Solche Psychopathen gibt es leider Gottes überall, und wer schon mal ein Blind Date oder Date übers Internet hatte, weiß, dass man mit allem rechnen muss, bis man den Menschen besser kennt.

Nachdem der Leser die Grundsituation kennengelernt hat, kennt er Brendan und Miranda schon um einiges besser. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Protagonistin Miranda trotz ihrer lebenslustigen, freundlichen Art alles andere als sympathisch war. Ihre durchweg logischen Handlungsstränge, Emotionen und Gedanken passen zu ihr, aber sie sprach mich einfach nicht an. Auch wenn mir persönlich die Protagonistin alles andere als gefiel, lässt sich das Buch trotzdem gut lesen. An einigen Stellen hat man jedoch das Gefühl, dass man selbst anders reagiert oder mehr nachgebohrt hätte, auch wenn ihre Handlung logisch konzipiert ist. Gerade zum Schluss hin, wird sie mir immer suspekter und man fragt sich, wieso sie so handelt.

In kurzen Kapiteln baut das Autorenduo ein Szenario auf, welches keine Frau erleben möchte. Man möchte die Familie nicht enttäuschen, merkt aber, dass dieser Mann ein falsches Spiel spielt, doch wie soll man es beweisen. Es ist beängstigend, wie realistisch diese krankhaften Gedankenspiele sein können.

Bis zu dem Punkt, als der Psychopath beginnt über Leichen zu gehen, ist das Buch beängstigend gut. Die Angst wird mit jeder Seite mehr aufgebaut und geschürt. Dadurch wird irgendwann der Punkt erreicht, wo man sich mit normaler Angst nicht mehr steigern kann. Genau an diesem Punkt wird es, dramatischer und gewalttätiger. Irgendwie passt es, aber man denkt sich, dass man darauf hätte auch verzichten können. Einmal angefangen kann damit bis zum Schluss nicht mehr aufgehört werden. Dieser Schluss ist Nervenkitzel pur und spielt mit den Ängsten der Leser, wodurch er mehr als gelungen ist. Logisch, spannend und die beste Möglichkeit.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass es mit jeder Seite spannender wird, hätte gut und gerne auf 60-100 Seiten verzichtet werden können. Vieles wirkt einfach zu ausführlich und das eine oder andere Familientreffen zu langatmig, auch wenn es wichtig für den Verlauf der Handlung ist. So wäre es noch knackiger und kerniger gewesen.

Besonders sticht der Schluss des Buches ins Auge, denn damit wird der Leser kaum gerechnet haben. Nicci French hat in diesem Fall eine so gelungene Wendung eingebaut, dass es eine richtige Freude war diesen Schluss zu lesen.

Im Großen und Ganzen konnte mich das Autorenduo Nicci French mit dem Roman „Der falsche Freund“ überzeugen. Spannend, beängstigend und trotzdem realistisch. Trotzdem hätte das Werk für mich eine Spur kürzer sein können, auch wenn ich das Buch an einem Abend durchgelesen habe. Bei dem lockeren und bildhaften Stil, kann man eben nur schwer aufhören. Trotz negativ auffallender Protagonistin, kann ich das Buch empfehlen.

===Sarahs Fazit===
„Der falsche Freund“ ist ein Psychothriller der den Leser mit einer ungewöhnlichen Angst konfrontiert und bis zur letzten Seite ängstigt. Spannung pur, die durch einige Kürzungen noch knackiger hätte sein können. Lediglich die unsympathische Protagonistin schmälert minimal das Lesevergnügen und den überraschenden Schluss. Für mich vier Sterne.

Pro: Stil, Spannung, Angstaufbau
Contra: Protagonistin
Empfehlung: Wer sich fürchten will, ja

~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Bewerten ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt
...
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Kommentare
Miraculix1967
Miraculix1967, 09.01.2012
WWW Wunderschöne Wochenstarts-Wünsche! Lieben Gruß Nr. 2 für heute aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
echodelta
echodelta, 09.01.2012
Frohes Neues! Auf ein erfolgreiches Jahr! Hier und anderer Orts! LG Kai
austin77
austin77, 09.01.2012
Ich lese bei dir und du bei mir, nur so macht yopi Spaß
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mg81

Der falsche Freund - Nicci French

ein Testbericht von 2010-02-18 17:22:07 vom 18.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: interessante Story...
Nachteile/Kritik: für mich persönlich zu wenig Spannung
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Allgemeine Buchdaten:

- Titel: Der falsche Freund
- Originaltitel: Secret Smile
- Genre: Psychothriller
- Autor: Nicci French
- Verlag: Godmann
- Seitenzahl: 383
- ISBN-13: 9783442471980
- ISBN-10: 3442471982
- Preis: 7,00 Euro

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Klappentext:

Eine kurze Liebesaffäre entwickelt sich zu einem mörderischen Alptraum: Mirandas neuer Freund schleicht sich in ihr Leben, spioniert sie aus, verfolgt sie, bedrängt sie, verunglimpft sie, heftet sich wie eine Klette an sie und verbündet sich mit ihrer Familie. Sie warnt ihre Liebsten vor dem Psychopathen, doch alle halten Miranda für krankhaft eifersüchtig und hysterisch. Erst als ihr kaum noch Luft zum Atmen bleibt, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück ...

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Autor:

Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich ein Ehepaar: die Journalistin Nicci Gerrard und der Schriftsteller Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern für Furore. Mit "Höhenangst" oder "Der Sommermörder" haben sie auch in Deutschland die Bestsellerlisten erobert. Sie leben mit ihren Kindern zurückgezogen im Süden von London.

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Meine Meinung:

Auf der Schlittschuhbahn lernt die junge Miranda Brendan kennen. Eines Nachmittags (nach acht Tagen Beziehung) kommt Miranda nach Hause und erwischt Brendan auf ihrer Couch, wie er ungeniert in ihrem Tagebuch liest. Brendan fühlt sich wie zu Hause, Miranda ist sauer und wirft ihn aus ihrer Wohung hinaus, die Beziehung ist für sie beendet. Zwei Wochen später stelt Mirandas Schwester Kerry ihr verlibt und überglücklich ihren neuen Traumann vor: Es ist Brendan. Mirandaa hat kein gutes Gefühl, zumal Brendan verbreitet, er habe Miranda verlassen und sie würde darunter sehr leiden. Mirandas Familie erliegt sofort seinem Charme. Brendan schmeichelt und lügt, präsentiert sich als Kerrys Bräutigam, während er Miranda obszöne Angebote macht. Niemand außer Miranda scheint etwas zu bemerken und niemand glaubt ihr, alle denken, sie wäre eifersüchtig und gönne ihrer Schwester kein Glück. Dann kommen Mirandas Bruder und ihre beste Freundin unter mysteriösen Umständen ums Leben. Miranda ist überzeugt, dass Brendan seine Finger im Spiel hat. Aber niemand glaubt ihr ...

Ich glaube, für mich wäre es das schlimmste auf der Welt, wenn meine Familie einem Fremden mehr Glauben schenken würde als mir und mir stattdessen Eifersucht unterstellen würde. Deswegen tat mir Miranda wirklich Leid und ich habe mit ihr gelitten. Miranda ist total verzweifelt: Auf der einen Seite ist Hass, Ekel und ein Rachegefühl, auf der anderen Seite die Hilflosigkeit, weil niemand, nicht die Polizei und nicht einmal die eigene Familie und die beste Freundin, ihr glauben schenken. Alle glauben dem charmanten Brendan, der sich anderen gegenüber von seiner besten Seite zeigt. Am Ende hat Miranda aber doch einen Weg gefunden, Brendan zu bestrafen. Wie? Das müsst ihr selber herausfinden.

Der Schreibstil ist mir weder positiv noch negativ besonders aufgefallen. Die Geschichte wird von Miranda in der Ich-Form erzählt. Die Satzbau ist in Ordnung, die Sätze sind nicht zu lang nicht zu kurz. Die Beschreibungen der Charaktere und auch der Ortschaften sind gut gelungen, man kann sich alles gut vorstellen.

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Mein Fazit:

Da das Buch sich ziemlich einfach lesen ließ, hatte ich es in drei Tagen durchgelesen. Irgendwie habe ich, als ich den Text auf dem Buchrücken las, mehr erwartet. Vielleicht liegt es daran, dass ich schon so viele Psychothriller gelesen habe, dass mich nicht wirklich noch etwas überraschen kann. Jedenfalls fand ich das Buch nicht wirklich spannend, man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, aber es tut sich nicht viel. Zwischendurch sind mir da auch die Zeitsprünge zu groß. Irgendwie vergeht auf einmal ein Jahr und auf S. 364 kommt dann endlich Mirandas Rache, aber für mich war es von vornherein klar, was passiert ist.

Insgesamt fand ich das Buch in Ordnung, man kann es gut lesen. Mir persönlich fehlte das gewisse Etwas, dieses "Ah-so-war-das-also-Erlebnis" hatte ich nicht. Vielleicht sind meine Erwartungen auch viel zu hoch geschraubt. Aber mehr als 4 Sterne kann ich für das Buch nicht vergeben.

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PS.: Eine Leseprobe findet ihr auf Buecher.de
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Nicci French: Der falsche Freund  (gebundene Ausgabe): 2,0 wenig humorvoll
Zielgruppe:Erwachsene
Niveau:Niveau von Nicci French: Der falsche Freund  (gebundene Ausgabe): 4,0 anspruchsvoll
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Nicci French: Der falsche Freund  (gebundene Ausgabe): 4,0 hoch
Spannung:Spannung von Nicci French: Der falsche Freund  (gebundene Ausgabe): 3,0 mittelmäßig
Wie ergreifend ist die Story?:ergreifend
Aufmachung:Aufmachung von Nicci French: Der falsche Freund  (gebundene Ausgabe): 3,0 in Ordnung
Seitenzahl:300-400
Stil:neutral
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Kommentare
tipsi3
tipsi3, 01.03.2010
Einen schönen Montag wünsche ich dir !!!
Liebe Grüße tipsi3
cleo1
cleo1, 14.02.2010
Schöner Bericht. Einen schönen Sonntag und LG cleo1
Jack100
Jack100, 08.03.2010
Danke für das Lesen meines Berichtes. Viele Grüße
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.:. Traue nur soweit du die Lieben siehst .:.

ein Testbericht von 2008-09-19 10:39:21 vom 19.09.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: Handlung, Charakterzeichnung, Schreibstil (teilw . ), Spannung...
Nachteile/Kritik:  ab und an langatmige Passagen, letzte Drittel des Buches zu sehr gestrafft
Hi meine Lieben,
ich hab da ja noch etwas in meinem Lesefundus gefunden, und zwar Der falsche Freund von dem Autorenduo Nicci French, ein Werk hatte ich ja schon gelesen, und so kam mir dieses dann gleich ganz gelegen, denn der Klappentext sprach mich schon an, Viel Spaß beim lesen.


..::.. Buchprofil ..::..
Originaltitel: Secret Smile (erschienen 2003 by Penguin Books/ London)
Buchtitel: Der falsche Freund (erschienen 2006 by Goldmann)
Übersetzer: Birgit Moosmüller aus dem englischen
Genre: Roman
ISBN: 3-442-46176-6
Preis: 8,95€ (Taschenbuch)


..:: Autorenprofil ..::..
Nicci French ist das Pseudonym eines Autorenduos, es setzt sich zusammen aus Nicci Gerrad und Sean French, beide Londoner Journalisten.
Nicci Gerrad - 1958 geboren - studierte Englische Literatur in Oxford und unterrichtete dieses dann auch in Los Angeles.
Ihr Partner Sean French wurde 1959 in Bristol geboren, der Werdegang war in etwa derselbe, auch er studierte englische Literatur in Oxford. Sean French gewann dort bereits einen Preis des Vouge Magazins.
Kennen gelernt haben sich die beiden Autoren bei Ihrer journalistischen Tätigkeit für das New Statesman Magazin.

Weitere Werke des Duos (kl. Auswahl)
Der Glaspavillon - Ein sicheres Haus - Höhenangst - Das rote Zimmer - In seiner Hand - Der Feind in deiner Nähe - Acht Stunden Angst.


..::.. Story ..::..
Die bei 30 Jahre alte Miranda wandelt als unverheiratete Frau durchs Leben, aber sie steht mit beiden Füßen fest im Leben, hat einen Job in einer kleinen Maler und Tapezierfirma und fühlt sich was das anbetrifft relativ wohl, ihre Mutter (Marcia) sieht das anders, und macht sich dementsprechend Sorgen.
Ihre Kurzbeziehung zu Brendan ist in Mirandas Augen nicht zukunftsorientiert und so gibt sie ihm kurzerhand den Laufpass, und das ohne sich etwas dabei zu denken. Sie will nichts mehr wissen von dem Menschen der in ihrem Tagebuch gelesen hat und permanent mit einem süffisanten Lächeln durch die Gegend läuft.
Miranda gewöhnt sich gerade wieder an den Zustand des Single Daseins...da versetzt ihre Schwester Kerry ihr einen Schreck, als sie mit ihrem neuen Freund an der Seite auftaucht - es ist Brendan!
Miranda ist mehr als geschockt, Kerry und die Eltern von beiden sind mehr als happy, hingerissen und eingewickelt von Brendans Charme... Brendan hingegen versucht in kleinen Schritten Miranda seelisch einen bei zu pulen und flüstert ihr bei einem Familientreffen einen Ekel erregenden Spruch ins Ohr, welcher Miranda auf dem kürzesten Wege zum Klo rennen und sich übergeben lässt.

Keiner aus der Familie lässt sich träumen dass dies ein perfider Rachefeldzug seitens Brendan ist und es kommt noch schlimmer... Kerry und Mirandas Elternhaus wird renoviert und Kerry wartet noch auf ihre Wohnung, so dass erst mal eine Übergangslösung her muss und die sieht alles andere als Entspannt aus: Brendan und Kerry wollen in Mirandas Wohnung einziehen, ein gefundenes Fressen, denn nun kann Brendan so richtig loslegen mit seinem Rachefeldzug. Es kommt zu Spannungen, die Miranda den Anlass geben, zu ihrer besten Freundin Laura zu ziehen...Mirandas Platz nimmt ihr Bruder Troy ein. Miranda hingegen macht sich in Sachen Brendan so ihre Gedanken und fängt auf eigene Faust an zu recherchieren. Dabei fördert sie so einige Details ans Tageslicht die ihr gar nicht gefallen. Alles was Brendans Lebenslauf hergibt ist ein reines Lügengerüst.
Miranda spricht Brendan bei einem Familientreffen darauf an, aber Brendan kontert geschickt mit den Geheimnissen aus Mirandas Tagebüchern.

Kerry ist geschockt, als sie die vermeintliche Tragweite von Mirandas Anschuldigungen erkennt... sollte Miranda versuchen, ihr Brendan wegzunehmen?
Und Miranda? sie ist entsetzt und wütend zugleich, und sucht sich Frieden bei ihrem neuen Freund Nick, aber dieser kann die Anschuldigungen an Brendans Person nicht mehr hören und trennt sich von ihr. ©Jansdarling2002
Miranda ist das egal, sie hat nur noch einen Gedanken : Brendan, denn sie vermutet, das Brendan nicht nur sie als Ziel hat, sondern auch alles, was Miranda nahe steht, sei das ihr geliebter Bruder Troy oder ihre beste Freundin Laura. Während Miranda ihren Gedanken nachhängt, machen sich Mirandas Mutter und ihre Schwester Kerry Sorgen um Miranda, und legen ihr nahe, sich an eine Psychiaterin zu wenden, da ihre Gedanken und Anschuldigungen krankhaft erscheinen.

Wer wird den Rachefeldzug gewinnen? Brendan oder Miranda?


..::.. Meinung / Kritik ..::..
Und mein zweites Werk von dem Autorenduo Nicci French, und ich bin angetan, denn Der falsche Freund hat mich wunderbar unterhalten, die Thematik - wenn auch nicht das neueste Thema - ist durch das Autorenduo kreativ dargestellt worden.
So kann man sich als Leser in die Handlung hervorragend hineinversetzen, weil man vielleicht selber schon so etwas Ähnliches erlebt hat. Aber nicht nur das, durch eine bildhafte und prägnante Schreibweise übt das Autorenduo einen ganz besonderen Reiz auf den Leser aus, schon nach wenigen Seiten ist der Leser gefesselt und in den Bann gezogen - welcher einen auch so schnell nicht mehr loslässt. Man denkt nebenbei, man möchte so etwas selber nicht erleben.

Zu dieser von Finesse geprägten Handlung kommen noch hervorragend dargestellte Charaktere, die so gut dargestellt werden, das man sich in jeden einzelnen Charakter hinein versetzen kann und auch entsprechend so empfindet - sprich man durchlebt die Geschichte selbst, so kommt es einem vor.
Immer wieder wechselt man als Leser in die Blickwinkel der einzelnen Charaktere und lernt diese noch intensiver kennen. Teilweise entwickelt sich beim Lesen auch ein gewisses Mitgefühl für den einen oder anderen Charakter, für den Charakter Brendan hingegen entwickelt man nur noch Hass. Eines muss man den Autoren lassen, die Charakterzeichnungen sind immer wieder in Genuss…diesmal gerät hier allerdings die Spannung ein wenig ins Hintertreffen, denn der Schreibstil des Autorenduos hat einen Hang zum langatmigen…so liest man seitenlang die Gedanken über die Mitmenschen, dadurch ist das Spannungspotential ein wenig gemindert. Aber ein gutes Buch muss nicht immer unbedingt spannend sein, sondern den Leser ansprechend unterhalten.
Was mir aber so nach 2/3 des Buches aufgefallen ist, mit einem Mal legen die Autoren den Turbo ein, und straffen das ganze, stellenweise wurde mir die Handlung dann zu sehr gestrafft, und es fehlten mit einem Mal die Zusammenhänge ein wenig, manche Sachen konnte man dann nicht mehr so ganz nachvollziehen. Schade, man könnte meinen, hier wurde die Zeit bis zur Abgabe eng. Obwohl so schlecht ist die Straffung des Erzähltempos nicht. Allerdings hätte man damit vielleicht schon zu Beginn des Buches anfangen sollen, dann wäre der Leser nicht so über einige ausufernde und somit langatmige Passagen gestolpert.

Alles insgesamt gesehen, ein schon noch unterhaltsames Werk, welches zwar nicht unbedingt vor Spannung strotzt, aber schon einen gewissen Kitzel auslöst.
Für die ab und an auftauchenden langatmigen Passagen muss ich einen Stern abziehen, bleiben also noch gute 4 Sterne und eine Empfehlung meinerseits über.
Herzlichen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren sagt Eure Chrissy.

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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 20.09.2008
WOW, ein sehr guter Bericht!!
Ich wünsche dir noch einen schönen Samstag, ist ja Sonne pur heute, Sommer zurückgekehrt??
tschüssle Gisela
antjemue
antjemue, 23.09.2008
Wie schon geschrieben, das Autorenteam steht auf der Liste o LG Antje
Fenja
Fenja, 19.09.2008
Liebe Grüsse und einen schönen Start ins Wochenende wünscht Fenja
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nise88

VERLETZT - Rache ist bittersüß...

ein Testbericht von 2006-12-31 13:02:47 vom 31.12.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: fesselnd, lässt sich schnell lesen, Ende überraschend . . ....
Nachteile/Kritik: ganz kurz langatmig
Hallo @ all!

Da ich schon andere Berichte über Bücher der Autorin veröffentlicht habe und mir ihre Bücher sehr gut gefallen haben, habe ich mir weitere Bücher zugelegt. So auch dieses "Der falsche Freund", welches ich euch mit meinem Bericht näher bringen möchte.

**Die Autorin**

Auch wenn dies nicht das erste Buch ist, was ich von der Autorin lese, habe ich jetzt erst mir die Autorenbeschreibung durchgelesen und war erstaunt:

Dem Namen zufolge denkt man, dass sich hinter Nicci French eine Autorin verbirgt. Jedoch sind es zwei, ein Ehepaar!! Sie heißt Nicci Gerrad, ist Journalistin, und er Sean French ist Schriftsteller. Sie schreiben die Bücher zusammen, was ich sehr interessant finde! Zusammen leben sie in London mit ihren Kindern.

**Der Klappentext des Buches**

Eine kurze Liebesaffäre entwickelt sich zu einem mörderischen Alptraum: Mirandas Freund schleicht sich in ihr Leben, spioniert sie aus, verfolgt sie, bedrängt sie, verunglimpft sie, heftet sich wie eine Klette an sie und verbündet sich mit ihrer Familie. Sie warnt ihre Liebsten vor dem Psychopathen, doch alle halten Miranda für krankhaft eifersüchtig und hysterisch. Erst als ihr kaum noch Luft zum Atmen bleibt, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück…

**Wichtige Personen im Buch**

Hauptperson:

Miranda - arbeitet als Malerin und Tapeziererin (Innenraumgestalterin) in der
Firma ihres Onkels Bill

Wichtige Nebenpersonen:

Brendan - sie hatte eine kurze Affäre mit ihm
Kerry - ihre Schwester (arbeitet in einem Reisegeschäft)
Troy - ihr kleiner Bruder
Marcia & Derek - Eltern von Miranda, Kerry und Troy
Bill & Judy - ihr Onkel und ihre Tante
Laura - ihre beste Freundin

**Der Inhalt des Buches**

Das Buch hat 41 Kapitel, so dass manche nicht sehr lang sind, was das Lesen erleichtert. Weiterhin ist das Buch in Ich-Form geschrieben, so dass sich der Leser perfekt mit der Person identifizieren kann. Nun zur Geschichte:

Alles beginnt mit einer kurzen Affäre, die Miranda hatte. Diese dauerte acht bis zehn Tage, wo sie sich aber nicht genau festlegt, weil sie ihn, Brendan, wieder schnell vergessen will.
Kennen gelernt haben sich die beiden auf der Schlittschuhbahn, wo sie mit Freunden war. Anfangs fand sie ihn recht gut aussehend und sie trafen sich auch danach noch ein paar Mal, jedoch merkte sie, dass da nichts ist und nie etwas sein wird. Sie war auch mit ihm zusammen im Bett, ein Erlebnis was sie schnell vergessen will. Außerdem nervte er sie immerzu, wollte immer mit zu ihr, rief sie an usw. Sie hatte keine Zeit mehr nur für sich. Eines Tages kam sie zu sich nach Hause und da saß er im Wohnzimmer und las ihr Tagebuch! Er hatte sich den Ersatzschlüssel unterm Blumentopf genommen und war in ihre Wohnung eingedrungen. Sie war geschockt und schimpfte mit ihm - war richtig sauer auf ihn.
An diesem Tag machte sie mit ihm Schluss. Ihm passte das nicht und sprach sie auf das Geschriebene im Tagebuch an, den Vorfall mit ihrer Schwester. Da flippte sie aus und warf ihn aus ihrer Wohnung. Sie hoffte, dass sie ihn niemals wieder sehen würde.

Jedoch wurde daraus nichts. Denn ein paar Tage später rief ihre Schwester Kerry sie an und wollte sich mit ihr treffen - es war wichtig! Da Miranda nicht wusste um was es ging, sagte sie zu und verabredete sich mit Kerry im französischen Restaurante La Table.
Dort berichtete ihr Kerry dann, dass sie einen neuen Freund hatte, nach vielen Jahren mal wieder. Miranda hatte sich schon gewundert, weil ihre Schwester sich verändert hatte (war beim Friseur und kleidete sich besser), jedoch freut sie sich für ihre Schwester.
Dann sagt Kerry, dass sie ihn eingeladen hat, ihren Bren (=Abkürzung für Brendan) und hofft dass es nicht so schlimm ist, weil ihr Brendan erzählt hat, wie schmerzlich es für Miranda gewesen ist, als er sich von ihr trennte. Da stutzte Miranda, weil nicht er mit ihr, sondern sie mit ihm Schluss gemacht hatte. Doch ihr blieb keine Zeit, das ihrer Schwester zu sagen, da Brendan schon kam. Sie musste sich anhören, wie "zufällig" sich doch die beiden kennen gelernt hatten: Sie war fertig mit arbeiten, es regnete draußen und sie hatte keinen Schirm dabei. Da erschien zufällig er und fragte sie ob sie nicht die Schwester von Mirrie sei (Miranda regt sich immer über diesen Spitznamen auf, weil ihr noch nie jemand einen gegeben hatte). Beide verliebten sich unheimlich ineinander und sind nun ein Paar.
Miranda brachte das Essen schnell hinter sich und dachte sich danach, dass es ja nicht so schlimm sei, dass die beiden nun ein Paar sind, weil sie brauch sie ja nicht sehen - außer zu Familienessen, die sie überstehen würde.
Später erzählte sie ihrer besten Freundin Laura, die schon drei Jahre mit ihrem Freund Tony zusammen ist, alles und beschwerte sich nochmals über die Lüge von Brendan.
Zwei Freunde, Jay und Pattie, gaben bald darauf eine Party, auf der sie Nick zum ersten Mal traf. Mit ihm verabredete sie sich häufiger und dachte sich, dass daraus mehr werden könnte.
Leider ging es dann doch nicht so lange, weil doch wieder etwas fehlte.

Ihre Mutter rief sie eines Morgens an, dass sie sich schick anziehen solle und schnell rüber kommen soll. Warum wusste Miranda nicht. Bei ihren Eltern angekommen, sah sie, dass wirklich alle schick angezogen waren. Dann gab Brendan die Verlobung mit Kerry bekannt und Marcia, Mirandas Mutter, fing an zu weinen. Miranda war erst leicht geschockt, freute sich aber für Kerry. Sie stießen mit Champagner an. Brendan näherte sich Miranda und flüsterte ihr perverses ins Ohr: Er habe auf ihren Mund geschaut und dabei daran gedacht, wie er in ihrem Mund gekommen sei. Dies ist ein Beispiel dafür, dass er sie bedrängt.

Weiterhin hilft Miranda ihrer Schwester bei der Wohnungssuche. Von drei Wohnungen, die sie sich anschauen, empfiehlt sie die Dritte.
Kurz darauf stehen dann Kerry und Brendan vor ihrer Tür. Sie verkaufen die Wohnung von Kerry und ein Mann hat sie sich angesehen. Er hat Kerry ein Angebot gemacht unter der Bedingung in zwei Wochen einziehen zu können. Da sie aber in ihre Wohnung, die sie kaufen wollen, noch nicht einziehen können, weil noch einiges geregelt werden muss, fragen sie Miranda, ob sie nicht für eine Woche - höchstens zwei - bei ihr wohnen können. Da Miranda nicht blöd vor ihrer Familie dastehen möchte, sagt sie zu. Ab dem Zeitpunkt beginnt der Terror mit Brendan. Zum Beispiel schleicht er sich in der Nacht in ihr Zimmer und beobachtet sie; überrascht sie im Bad (siehe Textpassage) woraufhin auch noch Kerry die zwei sieht und die Situation falsch versteht. Kerry ist aber so gut wie nie auf Brendan sauer, sondern auf Miranda, weil sie denkt, dass sie Brendan zurück will oder eifersüchtig ist. Sie denkt sogar, dass Miranda von Brendan besessen ist. Es gibt noch weitere Vorfälle.

Ihrem kleinen Bruder Troy, ging es eine Zeit lang nicht sehr gut (hat Depressionen und seine Stimmung schwankt sowieso immer). Miranda kümmerte sich immer um ihn, traf sich jeden Donnerstag mit ihm, was aber seit dem Einzug von ihrer Schwester und Brendan dann nicht mehr möglich war, da kein Platz mehr bei ihr zu Hause ist.
Miranda zog bald aus ihrer eigenen Wohnung aus zu Laura, weil sie es mit Brendan keine Sekunde länger aushielt. In dieser Zeit fragte sie Troy, ob er bei ihr wohnen könnte und sie stimmte zu und versprach ihm, dass er ihr Zimmer bekam und bald nur noch sie zwei in ihrer Wohnung leben würden. Sozusagen sollte er noch eine Zeit lang mit Kerry und Brendan zusammen wohnen. Brendan kümmerte sich um Troy, was Miranda nicht gefiel.
Miranda gefiel es irgendwann nicht mehr, dass sie sich hat aus ihrer eigenen Wohnung vertreiben lassen und wollte einen Tag darauf alles ändern. Sie würde die Zwei rausschmeißen, jedoch kümmerte sie sich um eine Übergangswohnung für die Zwei. Sie rief am Morgen Troy an und erzählte ihm die Neuigkeit - dieser freute sich.
Als sie am Abend nach Hause kam roch es nach Kot…da sah sie ihn am Balken hängen. Troy.
Er hatte Selbstmord begonnen. Zumindest glaubte sie es am Anfang. Doch sie forschte weiter und wusste instinktiv, dass es Brendan war - niemand wollte ihr das glauben.


Im Buch kommt es noch zu vielen weiter schlimmen Vorfällen, die ich euch aber nicht alle verraten möchte, dass es ja sonst schade wäre, wenn ihr nicht selbst etwas zum Lesen hättet. Ich habe euch nur ein Kurzinfo über das Buch gegeben. Ich möchte euch noch ein paar Fragen mit auf den Weg geben, die euch zum Lesen anregen sollen:

Was hat es mit dem Tagebuch auf sich, mit dem Geheimnis Mirandas vor ihrer Schwester? Was passieren denn noch für Vorfälle? Kann Miranda beweisen, dass Brendan Troy auf dem Gewissen hat? Kann sie beweisen, dass sie nicht von ihm besessen ist? Findet sie etwas über diesen angeblichen Brendan heraus? Was ist mit Laura, die Brendan ganz gut aussehend findet? Überwindet sie den Tod Troys? (was ich noch kurz erwähnen möchte: sie schreibt dann immer Briefe an ihren toten Bruder die im Buch kursiv gedruckt sind, um den Tod zu verarbeiten) Findet sie jemals wieder in ein normales Leben zurück?

**Meine Meinung zum Buch**

Wie ihr ja nun wisst, mag ich die Autorin (oder Autoren). Ich finde den Schreibstil sehr ansprechend. Wieder einmal liegt hier die Erzählperspektive der Ich-Form vor, sodass man sich hervorragend mit der Person identifizieren kann und in ihre Rolle im Buch schlüpft. Teilweise finde ich das Buch sehr verwirrend, weil man mit Miranda alles anders erlebt, als Brendan es dann wiedergibt, er lügt oft! Doch hat die Autorin es wunderbar hinbekommen, es doch in einer Linie klar erscheinen zu lassen, da Miranda auch oftmals noch mal über die geschehenen Dinge nachdenkt. Weiterhin fädelt die Autorin die Vorfälle mit Brendan und Miranda sehr gut ein, es erscheint mir kein einziges Mal wie "das musste jetzt noch rein" (es fällt halt viel vor). Man denkt wirklich dass Brendan sich versucht in die Familie einzunisten, sie am Anfang zu beglücken und dann zu zerstören. Natürlich hakt er immer wieder auf Miranda rum, weil er die Trennung nicht verkraftet hat.
Ich finde es interessant zu erfahren, wie ein Mensch, der eine Trennung nicht verkraftet, sich so an der Person, die ihn verletzt hat, rächt wie in diesem Buch. Er sich bei der Familie einschleimt und die Person in einem falschen Licht erscheinen lässt.
Solche Menschen wie Brendan können einem auf einer Seite echt Leid tun, wie er aus Dummheit zu solch sinnlosen, hinterhältigen Methoden greift, anstatt einfach drüber hinweg zusehen - nach vorne zu schauen. Aber auf der anderen auch nicht, weil er immer böser wird und er krankhaft nach Rache lechzt.
Außerdem erfährt man im Buch einiges über die Vergangenheit - wie mit dem Tagebuch Mirandas, kurz etwas über ihre früheren Liebschaften, über die Kindheit Troys und seine Probleme usw. Weiterhin werden viele Einzelheiten über die Personen wie sie in ihrem Verhalten sind, was sie machen (z.B. beruflich), wie sie zu einzelnen Personen stehen uvm. genannt. Diese sind im Großen und Ganzen wichtig zum Verstehen des Buches.
Das Buch war nur einmal ganz kurz etwas langatmig - im letzteren Teil - deswegen gibt es aber kein Abzug eines Sternes.

Zum Schluss gibt es noch eine dicke Empfehlung von mir für das Buch. Lasst euch von dem Buch mitreißen, lasst euch terrorisieren von einem Mann der euch anwidert und kämpft für eure Selbsterhaltung - euren Standpunkt! *g*
Wer sich das Buch holt, dem wünsch ich viel Spaß dabei!

**Eine ausgewählte Textpassage**

In dieser Textpassage aus Kapitel 13 lest ihr, dass Brendan Miranda verfolgt und sie nicht in Ruhe lassen kann…

Ich nahm ein Bier aus dem Kühlschrank und zog mich ins Bad zurück. Heißes Wasser von außen und kühlen Alkohol von innen, genau das brauchte ich jetzt. Ich lag in der Badewanne und fühlte mich angenehm benebelt, als plötzlich die Tür aufging und Brendan hereinkam. Erschrocken fuhr ich hoch und zog die Beine vor den Körper. Als wäre er ganz allein im Raum, stellte er sich vor die Kloschüssel gleich neben der Wanne und pinkelte. Nachdem er seinen Reißverschluss wieder zugezogen und sich die Hände gewaschen hatte, drehte er sich mit einem Lächeln zu mir um.
"Entschuldige mal!", sagte ich in scharfen Ton.
"Ja?" Er baute sich vor mir auf.
"Raus hier!"
"Bitte?"
"Beweg sofort deinen Arsch hier raus! Ich bade gerade."
"Dann hättest du die Tür zusperren sollen."
"Du weißt genau, dass sie sich nicht absperren lässt."
"Tja, so ein Pech."
"Und runtergespült hast du auch nicht. Lieber Himmel!"
Ich stand auf und wollte nach dem Handtuch greifen, aber Brendan war schneller. Er zog es von der Stange und hielt es mir so hin, dass ich es gerade nicht erreichen konnte.
Mit einem seltsamen Gesichtsausdruck, einer Art triumphierendem Grinsen, betrachtete er meinen nackten Körper.

**Allgemeine Angaben zum Buch**

Dieses Buch liegt im Taschenbuchformat mit 384 Seiten vor. Erschienen ist es im Goldmann Verlag als 2. Auflage Mai 2006. Der Preis liegt bei ca. 8,95€ und die ISBN-Nummer ist Folgende: 3-442-46176-6.


Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und eventuelle Kommentieren meines Berichtes. Bestimmt gibt's bald wieder was von mir!

Liebe Grüße, nise
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Miss_Piper
Miss_Piper, 02.12.2007
Fand es auch recht gut, mich hat nur gestört, wie leicht es Brendan fiel, alle zu manipulieren, selbst Mirandas Freunde und Familie.
ChiChi
ChiChi, 31.12.2006
...immerhin ein Ehepaar, dass zu seinem gemeinsamen Schreiben steht...schöner Bericht, gutes neues Jahr:
echodelta
echodelta, 23.01.2007
Ein Bier im Bad finde ich zwar gefährlich, denn die Kombi ist nicht gesund! Eigene Erfahrung!!! LG KAI
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Miss_Piper

Nie mehr ohne dich ...

ein Testbericht von 2006-04-05 22:31:40 vom 05.04.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Spannung bis zum Schluss, flüssig geschrieben...
Nachteile/Kritik: Etwas konstruiert, altbekanntes Thema
1) Produktinfos:

Die deutsche Ausgabe erschien 2004 bei Bertelsmann. Die gebundene Ausgabe umfasst 384 Seiten und kostet Euro. Für Mai 2006 ist die Taschenbuchausgabe bei Goldmann angekündigt.
ISBN: 3442461766


2) Die Autorin:

Hinter Nicci French verbergen sich in Wirklichkeit gleich zwei Autoren, nämlich das Journalistenehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Nicci Gerrad wurde 1958 geboren, studierte Englische Literatur und lehrte später in Los Angeles. Ihr Partner Sean French ist ein Jahr jünger und studierte ebenfalls Englische Literatur. Gemeinsam mit ihren Kindern leben sie in Südengland. Weitere Werke sind u.a.: "Höhenangst" (1999), "Der Sommermörder" (2000), "Das rote Zimmer" (2001) und "In seiner Hand" (2002).

3) Inhalt:

Miranda Cotten ist Ende zwanzig, lebt in London und führt ein lockeres, ungebundenes Leben. Ehe oder feste Partnerschaft gibt es bei ihr nicht, doch sie trifft sich ein paarmal mit Brendan Block. Aber bevor sich die Sache zu einer ernsthaften Beziehung entwickeln kann, ertappt sie ihn dabei, wie er heimlich in ihre Wohnung eindringt und ihr altes Tagebuch liest. Ohne Zögern macht Miranda Schluss und hofft, ihn nie wiederzusehen.

Bald darauf taucht Brendan jedoch wieder in ihrem Leben auf - als neuer Freund von ihrer Schwester Kerry. Miranda fühlt sich in dieser Konstellation sehr unwohl. Aber es kommt noch schlimmer, denn Brendan erzählt jedem, dass er es war, der Miranda verlassen hat. Innerhalb kurzer Zeit integriert sich Brendan in Mirandas Familie und Bekanntenkreis. Kerry schwebt im siebten Himmel, die Eltern sind von dem charmanten Mann angetan und auch Mirandas Freunde finden ihn sympathisch. Immer freundlich, verständnisvoll und hilfsbereit präsentiert er sich seiner Umgebung, sodass ihn alle für den perfekten Traummann halten.

Doch hinter der Fassade lauert ein unberechenbarer Psychopath. Nach wie vor ist Brendan von Miranda besessen. Er spioniert ihr Leben aus, er verfolgt sie, er spinnt Intrigen gegen sie. Mit teuflichem Geschickt gelingt es ihm sogar, sich und Kerry für einige Zeit in ihrer Wohnung einzunisten. Immer öfter fühlt sich Miranda von ihm belästigt und bedroht, kann es jedoch niemandem beweisen. Verzweifelt versucht Miranda, ihre Familie und Freunde vor ihm zu warnen, doch die anderen schlagen sich immer weiter auf Brendas Seite. Um Abstand zu gewinnen zieht sie vorübergehend zu ihrer besten Freundin Laura, aber auch hier will man ihr langsam nicht mehr glauben; bald darauf zerbricht ihre neue Beziehung. Miranda gilt bei allen als hysterisch und krankhaft eifersüchtig. Hilflos muss sie mitansehen, wie Brendan und Kerry sich verloben und ihre Hochzeit planen. Als sich schließlich eine schreckliche Tragödie ereignet, glaubt sich Miranda entgültig am Ende - bis sie beschließt, zurückzuschlagen ...


4) Leseprobe:

"Ich träume neuerdings immer wieder den gleichen Traum, und jedes Mal kommt es mir vor, als wäre der Traum Realität. Ich bin wieder auf der Schlittschuhbahn, an jenem Nachmittag, als ich Brendan kennen lernte. Ich spüre die Kälte auf meinem Gesicht, ich höre das Kratzen der Kufen auf dem Eis, und dann sehe ich ihn. Er schaut mit diesem seltsamen, für ihn so typischen Blick zu mir herüber, als würde er mich zwar irgendwie wahrnehmen, gleichzeitig aber an etwas anderes denken. Mir fällt jedes Mal von neuem auf, dass er gut aussieht, wenn auch auf eine Art, die wahrscheinlich nicht jeden ansprechen würde: Sein Haar ist so glänzend schwarz wie das Gefieder eines Raben, sein Gesicht oval. Er hat ausgeprägte Wangenknochen und ein markantes Kinn. Seine Miene wirkt amüsiert, als hätte er einen Witz vor allen anderen begriffen. Das gefällt mir an ihm. Wieder sieht er mich an, diesmal genauer, und dann kommt er herüber, um hallo zu sagen. Und in meinem Traum denke ich: Gut. Ich bekomme eine zweite Chance. Es muss nicht passieren. Diesmal kann ich es beenden, bevor es überhaupt richtig angefangen hat." (S. )


5) Bewertung:

Spätestens seit dem Film "Eine verhängnisvolle Affäre" ist das Thema Stalking abgewiesener Liebhaber ein immer wieder gern genommenes Thema für Kino und Literatur. Ob es sich bei dem Psychopathen um Mann oder Frau handelt ist dabei relativ egal; in jedem Fall geht es um verletzten Stolz und unerwiderte Gefühle, die sich zu einer Hass-Liebe steigern und dem Liebesobjekt das Leben zur Hölle machen. Auch die Darstellung des Verfolgten, dem niemand aus seiner Umgebung Glauben schenkt, ist ein beliebtes Mittel, das hier seine hitchcockeske Wirkung nicht verfehlt.

~ Fiebern mit Protagonistin ~

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Miranda erzählt. Die Identifikation mit dem Leser und seine Sympathie ist daher ein wichtiges Kriterium, um sich in die Handlung vertiefen zu können. Tatsächlich gelingt es den Autoren gut, Miranda überzeugend darzustellen und den Leser mit ihr mitfiebern zu lassen. Miranda erscheint als durchschnittliche Frau mit mehr oder weniger liebenswerten Zügen; kein perfektes Barbiepüppchen, sondern eher eine handfeste Frau mit Charakter, die in ihrem Maler- und Tapezierberuf aufgeht, bescheiden wohnt und ihr Leben mit großer Selbstständigkeit meistert. Die Beziehung zu Brendan ist für sie kaum mehr als eine belanglose Affäre, der sie keine Sekunde lang hinterhertrauert. Miranda ist nicht oberflächlich, aber selbstbewusst genug, um zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen in ihrem Leben zu unterscheiden - und Brendan gehört dabei eindeutig zu den unwichtigen Dingen. Dazu kommt, dass sie den Schlussstrich aus sehr naheliegenden Gründen zieht. Auch den Leser beschleicht Empörung, als er liest, wie sich der neue Freund ungefragt in der Wohnung ausbreitet und in Seelenruhe in Mirandas Tagebuch blättert. Die Antipathie gegen Brendan ist damit unausweigerlich, während man sich bereits um Mirandas Willen vor seiner Rache fürchtet. Hinzu kommt, dass einem sofort bewusst ist, dass Miranda sich nichts vorzuwerfen hat und ohne eigene Schuld die Zielscheibe von Brendans Aktionen wird. So wie sie ahnungslos in seine Fänge stolperte, könnte es auch jedem Leser ergehen, der genau wie sie nbicht jeden Menschen auf Anhieb richtig einschätzen kann. Im Grunde könnte in jedem Mensch auf der Straße ein Charakter wie Brendan stecken - und das ist durchaus eine beunruhigende Vorstellung, de rman sich nur schwer entzieht.

Einer weiterer gut gelungener Charakter ist Mirandas kleiner Bruder Troy. Der knapp Siebzehnjährige leidet seit Jahren unter schweren Depressionen, die ihn zum Sorgenkind der Familie Cotton machen. Gleichzeitig führen seine Intelligenz und seine kurzzeitigen Gute-Laune-Phasen bei allen Beteiligten zur besonderer Freude. Miranda liebt ihren kleinen Bruder mit aller Zärtlichkeit und kann ebensowenig wie der Leser den Gedanken ertragen, dass Brendan ihm schaden könnte.

~ Von Tatsachen und Beweisen ~

Für Miranda liegt auf der Hand, dass es sich bei Brendan um einen Psychopathen handelt. Dabei ist sie zunächst durchaus gewillt, sich für ihre Schwester zu freuen und hofft, sich mit Brendan auf einer oberflächlichen Basis - Kerry zuliebe - arrangierne zu können. Doch sein unbefugtes Eindringen in ihre Wohnung, der Einbruch in ihre Privatsphäre und obszöne Bemerkungen unter vier Augen reichen bereits aus, damit Miranda ihn von ganzen Herzen zu hassen beginnt. Vielleicht hätte ein mehrwöchiger Abstand ihre Antipathie gedämpft, doch stattdessen ziehen Kerry und Brendan vorübergehend in ihre kleine Zweizimmerwohnung. Brendan benutzt ihr Badezimmer und tritt ungefragt ein, während sie in der Badewanne liegt; Brendan plaudert ihre Tagebuchgeständnisse auf Familienfeiern aus und Brendan Aber hat er auch nach seinem Auszug ihre Wohnung betreten, hat er tatsächlich ihr Badezimmer überflutet? Miranda ist dessen sicher, aber Beweise für diese Taten hat sie nicht. Während sie in ihrer Wut Brendan offen Beschuldigungen vorwirft, reagiert dieser so lammfromm, dass alle Freunde und Familienmitglieder ihm Glauben schenken. Auch der Leser darf hin und wieder zweifeln, ob er wirklich für alle schlimmen Taten verantwortlich ist, oder ob Mirandas Verstand wirklich beginnt, ihr Streiche zu spielen - denn schließlich kennt man nur ihre Sicht der Dinge. Noch schlimmer kommt es, als Miranda beim Versuch, Beweise für Brendas Schuld zu finden, selber ertappt wird, wie sie seine Sachen durchwühlt. Die Detektivin wird zum Tatverdächtigen und anstatt Brendan von ihren Lieben zu entzweien, treibt sie ihn immer weiter in deren Arme. Beinah schmerzhaft wird einem bewusst, wie schwer es ist, einen geschickten Lügner zu überführen. Für jedes Indiz, das Miranda auftreibt, hat Brendan eine Ausrede parat, die er gelassen und überzeugend den anderen erklärt. Bald hat Miranda niemanden mehr, dem sie vertrauen kann - aber sie schwört sich, nicht zu ruhen, bis sie ihre Rache bekommt ...

~ Kleine Konstruktionen und offene Fragen ~

Auch wenn die Autoren bemüht sind, die Ereignisse subtil zu steigern, erscheint es doch ein wenig unglaubwürdig, wie viel Glück und Geschick Brendan bei seinem Vorgehen zufliegt. Es gelingt ihm, so gut wie jeden aus Mirandas Umgebung einzuwickeln und von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen und nicht zuletzt auch Kerry äußerst schnell zu einer Verlobung zu überreden. Der Zufall will es zudem, dass ein Unterkommen im Haus der zukünftigen Schwiegereltern unmöglich ist, sodass Miranda den beiden gezwungenermaßen Zuflucht in ihrer winzigen Wohnung bieten muss. Auch muss man sagen, dass Mirandas Familie und Freunde ihr viel zu wenig vertrauen. Es scheint gar keine harte Arbeit von Brendans Seite nötig zu sein, um Miranda bei allen anderen Menschen zu diffamieren. Man möchte doch meinen, dass beste Freundinnen und engste Familienangehörige sich nicht so leicht von Fremden überzeugen lassen und zunächst einmal dem Menschen glauben, den sie ein Leben lang kennen. Unrealistisch wirkt in dem Zusammenhang ebenfalls, dass sich Brendan rasch mit dem ermittelnden Polizeibeamten, Rob Pryor, anfreundet, der natürlich im Gegenzug einer der härtesten Widersacher von Miranda wird. Wer bis ins letzte Detail alle Hintergründe geklärt haben will, wird zum Schluss womöglich eine kleine Enttäuschung erleben. Obwohl Miranda hartnäckige Nachforschungen in Brandons früherem Leben anstellt, bleiben doch viele Fragen offen, wie er sich zu dem Menschen entwickeln konnte, der er ist. Hier bleibt Raum für Andeutungen und Spekulationen - aber manchmal ist genau das von Vorteil, denn im wahren Leben erfährt man auch nicht immer alle Beweggründe.

~ Flüssiger Stil ~

Nicht nur die sich immer weiter zuspitzende Handlung, sondern auch der flüssige Schreibstil sorgen dafür, dass man die knapp 400 Seiten locker in zwei Tagen herunterlesen kann. Schon ab den ersten Seiten ist man mitten im Geschehen und lebt sich in Mirandas Welt und ihre Sicht der Dinge ein. Die Autoren lassen keinen Platz für Abschweifungen oder überflüssige Nebenhandlungen; die Ereignisse werden teilweise in rascher Abfolge, aber immer überschaubar präsentiert. Wer nicht in der glücklichen Lage ist, den Roman binnen kürzester Zeit zu verschlingen, der braucht sich nicht zu sorgen, dass ihm ein erneuter Einsteig nach einer Pause Schwierigkeiten bereitet. Die Handlung verläuft einsträngig und geradlinig, es gibt weder viele Schauplatzwechsel noch eine Masse an Namen zu merken. In der deutschen Übersetzung (und so wohl auch im Original) sind die Sätze überwigend kurz und in einer einfachen Sprache gehalten, sodass keine hohen Konzentrationsanforderungen gestellt werden. Damit eignet sich der Thriller ideal als Urlaubszeitvertreib oder auch als Nebenherlektüre, wenn man Erholung von schwierigeren Werken sucht.


5) Fazit:

Ein unterhaltsamer Thriller, der sich zwar des altbekannten Themas über psychopathische Stalker bedient, die Handlung aber solide umzusetzen versteht. Dank des raschen Einstieges und dem temporeichen Verlauf der Handlung ist der Leser sofort drin im Geschehen. Die Ich-Erzählerin läd zur Identifikation ein und die Spannung spitzt sich in höchstem Maße immer weiter zu. Dank des flüssigen Stils, der keinen Platz für Abschweifungen lässt, liest sich der Roman in kurzer Zeit herunter. Einige Schwächen, die aber nicht gravierend sind, liegen in der Vorhersehbarkeit der ersten Hälfte, ein paar konstruierten Ereignissen und kleine Unglaubwürdigkeiten.
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Kommentare
topfmops
topfmops, 06.04.2006
AHA !! . . . . . und ich sage und schreibe immer AHA, wenn ich mal wieder was Neues gelernt hab. Und bei diesem Bericht habe ich viel für mich Neues erfahren.
BelgiumKing
BelgiumKing, 29.04.2006
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Gemeinwesen
Gemeinwesen, 23.04.2006
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