ein Testbericht von Realjackass2005-07-26 20:58:38vom 26.07.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Die Aussage des Films, unerträglich spannend und fesselnd, man fühlt richtig mit, sehr realistisch...Nachteile/Kritik: Kleinigkeiten
Heute möchte ich euch über einen Film berichten, der auf den ersten Blick wie jeder andere Horrorfilm, bzw. auch Thriller scheint. Dass er das aber angeblich überhaupt nicht ist, erfuhr ich zum ersten Mal vor geraumer Zeit per Internet-Forum, auf dem einige Gesellen sehr angetan über den Film diskutierten. Extrem verstörend soll er sein, fesselnd, abgrundtief böse und einfach nur schwer zu verdauen. Klar, dass man da mal Ausschau nach dem Streifen hält, oder? Natürlich ging es mir dabei nicht darum, mir einen möglichst verstörenden Streifen zu Angeln, eher war es die Vorsicht, die der Neugier leicht erlag. Vorsicht ist bei diesem Film aber absolut nötig, doch dazu später mehr..
Story
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Geo rg, seine Frau Anna und der gemeinsame, ca neun Jahre Alte Sohn, der übrigens auch Georg heißt, aber von mir im Laufe des Berichts nur noch Georgi genannt wird, fahren mit dem Auto, wie jedes Jahr, zu einem großen Landhaus dicht an einem See. Dort wollen sie die Zeit mit Segeln, Golfen und einfach nur entspannen verbringen.
Schon als die Familie noch die Koffer auspackt, bekommen sie Besuch von einem jungen, etwas schusseligen Mann namens Peter, der sich als Freund der Berlingers, also der direkten Nachbarn ausgibt. Er lässt von Frau Berlinger fragen, ob er wohl 4 Eier bekommen könne, da diese für das Mittagessen benötigt werden. Anna, freundlich wie sie ist, gibt Peter die Eier, doch der lässt sie aus versehen fallen und bittet um 4 Neue. Auch diese bekommt er noch, lässt sie aber aufs Neue fallen, angeblich weil der Hund der Familie ihn angesprungen habe. Als er dann um die noch übrigen, 4 Eier bittet und mehr oder weniger unabsichtlich das Telefon ins Wasser wirft, wird es Anna langsam mulmig und sie versucht, ihn hinauszuwerfen. Plötzlich steht aber noch ein zweiter Mann Namens Paul in der Tür, wie man erfährt Peters Freund. Die beiden werden auf eine sehr obskure Art sehr aufdringlich, gerade zu dem Zeitpunkt tauchen Vater und Sohn wieder auf. Anna bittet Georg, die beiden Herren rauszuschmeißen, was dieser auch versucht, was aber damit endet, dass sich Paul einen Golfschläger schnappt und Georg das Schienbein zertrümmert.
Was nun folgt ist der ultimative Horrortrip für die Familie, denn die beiden Eindringlinge wetten mit ihnen, dass sie bis zum Nächsten Morgen alle tot sein werden.. 12 Stunden sind bis dahin noch übrig und die wollen Peter und Paul, Tom und Jerry oder auch Beavis und Butt-Head, wie sie sich abwechselnd nennen, mit lustigen Spielen, also "Funny Games" verbringen.. Die nun folgende Zeit wird die grausamste und brutalste Erfahrung der bisher glücklichen Kleinfamilie..
Schauspieler
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Dass sich dieser Film stark von seinen Genrekollegen abhebt, außert sich, um es mal so zu sagen, darin, dass man nie das wirkliche Gefühl hat, einen Film zu sehen, sondern ein Ereignis, das in dieser Art und Weise wirklich stattfinden könnte. Woran das liegt, dürfte, vor allem in Abetracht der Sparte in der ich das schreibe, klar sein: Den Darstellern! Nein, ich würde nicht behaupten, dass sie alle eines Oscars würdig wären, aber eines gilt für alle: Sie
kommen verdammt authentisch daher und zwar jede(r)! Susanne Lothar als Anna zum Beispiel, nicht das klassische Modell, eher eine typische Hausfrau (soll nicht heißen, dass Hausfrauen nicht hübsch sind, aber ihr wisst, was ich meine), die zwar eine Menge Fehler macht, unter anderem als sie die Irren einlässt; aber absolut jeder Zuschauer würde genau das gleiche machen! Und das ist auch der springende Punkt: Der Regisseur hat sich die Charaktere so gedacht, dass man sich absolut mit ihnen identifizieren kann - von Peter und Paul mal abgesehen.
So ist hier auch der Vater nicht der Held, der letztendlich die ganze Familie rettet, sondern jemand, der an einigen Stellen sogar noch mehr weint als die Mutter. Das deprimiert deshalb so sehr, weil man ja sonst eher das Gegenteil gewohnt ist, obgleich einem HIER sofort klar wird, dass das gesehene sehr, sehr realitisch ist. Wo wir schon beim Vater sind, so muss ich sagen, dass es Ulrich Mühe sehr gut geschafft hat, diesem Leben einzuhauchen. Zwar möchte er seine Familie beschützen und liebt diese auch über alles, aber er ist eben kein Superheld, sondern nur ein ganz normaler Familienvater. Sehr emotional immer die Szenen, in denen sich Ulrich Mühe Vorwürfe macht, weil er nichts tun konnte und/oder, wieso er seiner Frau/ seinem Sohn nicht helfen konnte.
Die beiden Irren machen ihre Sache ebenso wahnsinnig, und das im wahrsten Sinne des Wortes, wie auch diabolisch. Was Arno Frisch und Frank Giering so sehr von anderen Bösewichtern abhebt, ist dass sie wie normale, junge Menschen erscheinen, denen man auch sofort einen Gebrauchtwagen abkaufen würde. Während Paul, also Arno Frisch dabei eher die "Führerposition" einnimmt, ist Peter der ständig schikanierte dicke, der aber trotzdem absolut zu seinem Freund steht.. Mehr zu diesen Charakteren in der Kritik, was ich hier aber noch loswerden will, ist, dass es mich echt überrascht hat, wie außnahmslos gut die Schauspieler in "Funny Games" agieren, was sogar für den damals noch recht jungen Stefan Clapczynski gilt.
Daten zum Film
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Original titel: Funny Games
Alternativtitel: -
Land: Österreich (1997)
Regie: Michael Haneke
Länge: ca 104:05 Min.
Freigabe: 18
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
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Ja. . Nun, leider gestaltet es sich leider, leider nicht einfach, an eine DVD des Films zu kommen, da in Deutschland noch keine erschienen ist, nicht einmal als Bootleg. Dafür gibt es ein von Arthaus vertriebenes Tape, welches meinen Informationen nach aber ziemlich selten zu sein scheint. Prinzipiell könnte man ja bedenkenlos zur US-DVD greifen, da auf dieser eine Deutsche Tonspur enthalten ist, aber da fragt sich natürlich, ob es sich als einfach gestalten wird, an diese Scheibe zu kommen? Leute, die Gelegenheit dazu haben, sollten diese Chance auf jeden Fall nutzen.
Kritik
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Hm.. Nachdem man sich die Story zum ersten Mal durchgelesen hat, klingt das ganze noch recht unspektakulär. Killer, die ihre Opfer terrorisieren, sind schließlich absolut nichts neues mehr. Und doch soll der aus Österreich kommende Streifen "Funny Games" ganz, ganz anders sein, als das, was man sonst so zu sehen bekommt. Dazu gleich am Anfang mal ein Zitat des Regisseurs Michael Haneke:
"Ich versuche Wege zu finden, um Gewalt als das darzustellen, was sie immer ist, als nicht konsumierbar. Ich gebe der Gewalt zurück, was sie ist: Schmerz, eine Verletzung anderer."
Was für manch einen vielleicht total verblödet und primitiv klingen mag, ist in Wahrheit nichts anderes als richtig. Denn seien wir mal ehrlich, wie oft sehen wir uns selbst Filme an, in denen das Blut nur so durch die Gegend spritzt, nur um dann zum Schluß festzustellen, dass es doch nicht soo brutal war, wie man erwartet hätte? Genau da zieht "Funny Games" einen eindeutigen Trennungsstrich, denn Blut selbst gibt es so gut wie nie zu sehen. Dafür ist aber die Gewalt, ganz egal ob psychisch oder physisch jede Sekunde konstant.. So konstant, dass manche Menschen sicherlich Probleme damit haben werden, sich den Film zu Ende anzusehen. Das ganze klingt nun sicherlich nach einem Standard Spruch, um einen Film interessanter klingen zu lassen, ist hier aber eher als volle Warnung gedacht! Der absolute Psychoterror, dem die Familie ausgesetzt wird, überträgt sich sehr schnell auf den Zuschauer und lässt diesen auch lange nach dem Film nicht mehr los.
Wie dem auch sei, ein Punkt auf den ich noch sehr gerne zu sprechen kommen würde, wären die beiden Irren, die sich ganz klar von anderen Psychophaten unterscheiden. Sie scheinen intelligent zu sein, können sich vornehm artikulieren (auch wenn Paul einen ziemlichen Dialekt spricht *G*) und legen von Zeit zu Zeit auch ein höfliches Benehmen an den Tag. Als sie von Georg gefragt werden, wieso sie das alles tun, antwortet einer der beiden "Warum nicht?" Was auch sehr auffällt, ist dass sie so lange wie möglich freundlich und zuvorkommend zu der Familie sind, auch wenn diese blutend vor ihnen auf dem Boden liegen. Sie werden eigentlich nie brutal oder rasten gar aus, nur sind sie der Meinung, dass ein zuwiderhandeln der Regeln bestraft werden müsse und das ziehen beide auch ohne mit der Wimper zu zucken durch: So als wär es das normalste der Welt, eine Familie zu terrorisieren. Übrigens reden die beiden, wenn sie über die Taten sprechen, nicht so als seien es Greueltaten, sondern eben nur ganz normale "Funny Games". Im Prinzip ist aber klar, dass beide was in der Birne haben und da hört der Film auf und fängt die Realität, bzw. die Kritik an. So kommt es nicht selten vor, dass der Zuschauer von den beiden Tätern direkt angesprochen wird, in etwa so: "Was? Sie haben doch nicht schon genug, oder? Wir haben noch nicht einmal Spielfilmlänge erreicht. Sie wollen doch ein logisches Ende mit plausibler Entwicklung?" Was mich auch fasziniert hat, war die Szene, in der es Anna schafft, Peter zu erschießen. Paul schnappt sich darauf eine Fernbedienung, spult das ganze Geschehen zurück und macht den Mord an seinem Freund ungeschehen.
Ab diesem Zeitpunkt wird dann auch klar, was "Funny Games" sein will. Gnadenlos wird die Meinung der Allgemeinheit aufs Korn genommen, Horrorfilme und "böse Musik" seien Schuld an Gewalttaten. So wechselt die Musik im Vorspann auf einmal von Oper zu brutalem Trashmetal, außerdem nennen sich Peter und Paul ab und zu auch Tom und Jerry oder Beavis und Butthead. Leute, die diesen Bericht jetzt nur überfliegen, werden sich sicher fragen, über was für einen scheiß ich hier schreibe, aber bei genauer Überlegung ist der Streifen auf jeden Fall sinnvoll.
Fazit
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"Funny Games" ist ein Film, über den man seitenlang schreiben könnte, doch genau das versuche ich, zu vermeiden. Stattdessen lege ich euch lieber dringend ans Herz, den Film mal im Auge zu behalten! Auf der einen Seite ein psychisch gnadenlos brutaler Thriller, auf der anderen Seite offene und bitterböse Kritik.. Sicher ist auf jeden Fall, dass man Filme wie "Funny Games" nicht jeden Tag sieht, um so überraschender war es für mich, dass er in Österreich gedreht wurde. Okay, die Aufmachung des ganzen ist auf jeden Fall noch über einem Amateurfilm einzustufen, aber einen Film mit einem gigantischen Budget sollte man natürlich nicht erwarten. Zudem trägt dieser Look sehr dazu bei, dass das ganze nur noch echter und authentischer wirkt. Sollte man gesehen haben!
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Brutalität und Faszination zugleich...ich bin ohnmächtig
ein Testbericht von fianne762005-01-31 15:54:55vom 31.01.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Film zum Nachdenken...Nachteile/Kritik: Sinnlose Gewalt
heute möchte ich euch über den erschreckendsten Film berichten, den ich bisher gesehen habe, den österreichischen Thriller FUNNY GAMES. Der Titel hört sich zwar lustig an und in den ersten Minuten erwartet man auch noch nichts Böses, aber das soll im Verlaufe des Films anders werden. Als ich den Film damals zum ersten Mal in Paris im Kino gesehen hatte, wollte ich kaum mehr mit der Metro nach Hause fahren.
ZUR STORY
Das Ehepaar Anna und Georg fahren mit ihrem kleinen Sohn Schorschi in ihr Ferienhaus am See. Als zwei junge Männer unter dem Vorwand, dass sie Eier bräuchten, das Haus des Ehepaares betreten,beginnt das Unheil. Zunächst verhalten sich die beiden äußerst höflich, doch schon bald fällt die Maske und das Böse, die Gewalt hält Einzug. Die jungen Männer nehmen sie als Geiseln und leben ihre sadistische Ader an der zunächst noch ahnungslosen Familie aus.Der Regisseur Haneke quält das Publikum mit der Darstellung unvorstellbarer Gewalt. Die beiden jungen Männerquälen die Familie bis in den Tod. Der Film zeigt den Verlauf von Stunden, die für die Opfer aus Todesangst und Warten bestehen. Der Zuschauer ist dem Prozess der Misshandlung, der Qualen und des Todes der Familie über 100 Minuten ausgesetzt.
ZU DEN FACTS
Schauspieler:
Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Arno Frisch, Frank Giering, u.a.
Regie:
Michael
Österreich 1996
FSK ab 18
FAZIT:
Wie schon erwähnt, der Film ist in meinen Augen nur erschreckend. Aber warum ist er das? Die Szenen an sich sind nicht so schlimm, wie das was wir tagtäglich an Kriegsbildern in den Nachrichten sehen. Es ist letztlich die psychische Gewalt, die der Zuschauer zu spüren bekommt, die alles so schlimm macht. Haneke stellt in seinem Film sinnlose Gewalt dar und lässt den Zuschauer damit allein. Er nennt keine Gründe für die Grausamkeiten der beiden Männer. Ich habe bei zuschauen gedacht, das könnte jedem von uns passieren. Man gerät unverhofft und ohne Grund in den Strudel derGewalt,dem man auch nicht entkommen kann, weil die Peiniger einfach Spass an der Gewalt empfinden. Man fühlt sich aucch alsZuschauer nur hilflos. Die Schauspieler spielen so gut, dass man als Zuschauer diese an sich unrealistische Situation als so realistisch empfindet, dass es einem wirklich Angst einjagt.
Am Ende des Filmes hatte ich ein Ohnmachtsgefühl. Es fällt mir bis heute schwer den Film für mich einzuordnen.In meinen Augen ist es ein faszinierender und schrecklicher Film zugleich.Den man kann sich dieser Gewaltdarstellung nicht entziehen und fragt sich immer wieder, warum eigentlich nicht? Die dargestellte Gewalt ist jedoch so schrecklich und so nah, dass der Film wirklich erschreckend ist. Bezüglich einer Empfehlung tue ichmichgenau aus diesem Grunde schwer, sicherist jedoch, dass es kein Film für schwache Nerven ist.
ZUR DVD
Hier noch ein paar Worte zu der DVD. Ich habe die DVD in Frankreich gekauft,in Deutschland ist sie meines Wissens nicht im Handel, allerdings hab ich sie letztens in der Videothek gesehen. Neben der deutschen original Sprache gibt es es eine Französische Tonspur und frz.Untertitel. Die Boni lassen etwas zu wünschen übrig, denn es ist nur ein Interview mit dem Regisseur Haneke drauf.
Bezüglich Ton und
Bildqualität kann ichmich nicht beklagen, allerdings habe ich auch einen ziemlich alten Fernseher, auf dem DVD-Qualitt ohnehin neu zu definieren ist ;-).
ein Testbericht von Bjoern.Becher2002-11-05 14:19:02vom 05.11.2002Empfehlung: ja
Gewalt im Film ist ein oft diskutiertes Thema. Oft wird nach einem Verbot von Filmen mit zu vielen oder zu drastischen Gewaltszenen geschrieen, geraden nach schrecklichen Amokläufen, wie vor nicht allzu langer Zeit in Erfurt, ist dieses Thema neben dem Verbot von Computerspielen mit ähnlichem Inhalt, meist das einzige was einigen Politikern einfällt, wenn man sie fragt, wie sie weitere Amokläufe verhindern wollen.
Warum ich das alles schreibe? Dies hängt mit dem Film zusammen, der heute Thema meines Berichts ist. Bevor ich aber näher auf diesen Zusammenhang eingehe, ein paar Worte
zum Inhalt des Films.
Der Inhalt
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Anna (Susanne Lothar), ihr Mann Georg (Ulrich Mühe) und der gemeinsame Sohn Schorschi (Stefan Clapczynski) fahren wie jedes Jahr zum gemeinsamen Urlaub in ihr Ferienhaus an einem idyllischen See gelegen, um dort zu segeln und zu golfen. Bei der Ankunft wundern sie sich etwas über das komische Verhalten ihrer Nachbarn, vergessen dies aber schnell. Als ein junger Mann vor der Tür steht, der sich als Besuch ihrer Nachbarn der Berlingers ausgibt mit Namen Peter (Frank Giering) denkt sich Anna auch noch nicht viel dabei. Der junge Mann will schließlich auch nur 4 Eier, die Frau Berlinger zum kochen braucht. Doch der junge Mann ist sehr ungeschickt, lässt die 4 Eier fallen, schmeißt das Handy ins Wasser und kommt dann nach kurzer Zeit wieder und sagt, dass ihm auch die 2. Ladung Eier runtergefallen ist und da der Hund schuld war, verlangt er 4 neue Eier von Anna. Als plötzlich auch noch Peters Freund mit Namen Paul (Arno Frisch) vor Anna steht und die beiden immer aufdringlicher werden, bekommt es Anna etwas mit der Angst zu tun. Sie bittet die beiden zu gehen, worauf diese nicht groß reagieren. Als sie ihren Mann Georg bittet, die beiden rauszuschmeißen, endet dies fatal. Paul bricht mit einem Golfschläger Georg das Bein und nun nimmt die fatale Geschichte ihren Lauf. Peter und Paul nisten sich bei den Dreien ein und bieten ihnen eine Wette an. Die beiden wetten mit den Dreien, dass sie morgen früh um neun Uhr, also in ca. 12 Stunden alle drei tot sein werden. Die Zeit bis dahin werden sie sich aber erst einmal mit ein paar lustigen Spielen, mit Funny Games verbringen und nun beginnen die schrecklichsten Stunden im Leben der jungen Familie
Meine Meinung
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Der Inhalt deutet es schon an, die FSK 18-Freigabe dürfte es jedem deutlich machen, Funny Games ist sicher kein lustiger Film. Funny Games ist ein Film voll von Gewalt. Das besondere aber ist, dass die Gewalt im Film sinnlos ist. "Warum macht ihr das?" fragt Georg die beiden Täter. "Warum nicht!" lautet die lapidare Antwort. Die Täter haben kein Motiv, ihnen ist vielleicht langweilig, man weiß es nicht. Die Täter haben auch keine richtige Identität, heißen mal Peter und Paul, mal Tom und Jerry, mal Beavis und Butthead. Sie spielen Spiele mit der Familie und quälen sie. Und sie kommunizieren dabei mit dem Publikum und machen dadurch das Publikum zum Mittäter ihrer Taten.
Jeder, der nicht abschaltet, wird zum Mittäter, jeder billigt die Gewalt in diesem Film. Und damit setzt sich Regisseur Michael Haneke mit dem Thema Gewalt im Film so unorthodox auseinander wie niemand zuvor. Er zeigt wie schwachsinnig Gewalt in diesem Film ist, aber er macht die Gewalt zur zentralen Handlung seines Films und dies sehr geschickt. Mittendrin passiert minutenlang gar nichts. Es wird nichts gesprochen. Es ist nur eine tote Szenerie, eine Leiche liegt mitten im Zimmer, eine Frau schluchzt, sonst nix. So muss man als Zuschauer in diesem Moment die ganze Gewalt der vorherigen Szenen auf sich wirken lassen und ihre Schrecklichkeit. Und man ertappt sich selbst dabei, wie einen diese langen Szenen anfangen zu langweilen und man sich nach der Fortsetzung von Gewalt sehnt und bekommt ein schlechtes Gewissen.
Funny Games ist aber sicher kein Film gegen Gewalt im Film und auch kein Film dafür. Er zeigt nur wie sinnlos Gewalt im Film sein kann, aber er zeigt auch ganz deutlich wie der Zuschauer Gewalt sehen will, wie er sich daran ergötzt und sich auf die Seite der beiden brutalen Täter stellt.
Michael Haneke hat zur Umsetzung dieses Anliegens vor allem unbekannte Schauspieler benutzt. Ulrich Mühe dürfte den meisten noch ein Begriff sein, ist er doch ein im deutschen TV und teilweise auch im Kino äußerst präsenter Schauspieler, der hier wie alle seine Mitschauspieler eine großartige Leistung darbietet. Besonders zu erwähnen sie die Darsteller von Peter und Paul (oder wie man die beiden immer nennen will) Arno Frisch und Frank Giering deren Darstellung dem Zuschauer viel abverlangt. Die beiden sind selbst bei den grausamsten Taten noch so überaus freundlich, dass es einem kalt den Rücken herunter läuft, und ihre Mimik und Gestik passt teilweise so überhaupt nicht zum Geschehen, dass es schlichtweg genial ist, dies so zu spielen und es einfach grandios in den Film passt.
Funny Games ist meiner Ansicht nach ein Film, der nach einer Interpretation schreit. Es handelt sich um einen Film, den man einfach nicht so sehen kann bzw. sollte, sondern über den man viel, sehr viel nachdenken sollte. Ich glaube, dass dies viele leider nicht tun, die den Film sehen, sondern sich einfach nur an der Gewalt ergötzen, und der meiner Ansicht nach eigentliche Sinn des Films damit ins leere läuft. Denn dieser Film will einfach, dass man über ihn nachdenkt und wenn man dies tut, wird man durch den Film niemals zu irgendeiner schrecklichen Tat animiert, eher (so weit das überhaupt möglich ist) noch stärker davor abgeschreckt.
Ich kann den Film uneingeschränkt jedem empfehlen, der sich als Fan von Filmen bezeichnet, noch mehr jedem der auf Action-Filme steht. Leute, die sowieso ihre Hände von Filmen mit gewalttätigem Inhalt lassen, sollten sich diesen Film nicht anschauen.
Der Film Funny Games bekommt von mir 10 von 10 möglichen Punkten.
Zum Abschluss noch die Statistiken zum Film:
Originaltitel: Funny Games
Genre: Thriller? (ich weiß es nicht)
Österreich 1997, FSK 18, Laufzeit: 109 Minuten
Darsteller: Susanne Lothar (Anna), Ulrich Mühe (Georg), Arno Frisch (Paul), Frank Giering (Peter), Stefan Clapczynski (Schorschi), Doris Kunstmann (Gerda), Christoph Bantzer (Fred), Wolfgang Glück (Robert), Susanne Meneghel (Gerdas Schwester), Monika Zallinger (Eva)
Regie: Michael Haneke
Produzent: Veit Heiduschka für Wega-Film
Drehbuch: Michael Haneke
Kamera: Jürgen Jürges
Ausstattung: Christoph Kanter
Schnitt: Andreas Prochaska
Kostüme: Lisy Christl
Make Up: Waldemar Pokromski
Ton: Walter Amann
Toneffektschnitt: Hannes Eder