Neil Gaiman
Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel
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Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel
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Testberichte Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel

 (Taschenbuch)
4.6 von 5
Platz 93 in der Kategorie "Jugendromane & -erzählungen - B, C".
Bewertung: Kundenbewertung 4,60 / 5,00 4.6 von 5
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Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,60 / 5,00 4.6 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • unterhaltsam, spannend, im Finale actionreich, intelligent und einfühlsam, gut übersetzt, preiswert
  • so ziemlich alles
  • Ein faszinierendes Buch
Nachteile/Kritik
  • keine Illustrationen
  • so gut wie nichts
  • Etwas mehr wäre schön gewesen
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mima007

Horror in feinster Märchenqualität

ein Testbericht von 2005-08-09 22:45:43 vom 09.08.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: unterhaltsam, spannend, im Finale actionreich, intelligent und einfühlsam, gut übersetzt, preiswert...
Nachteile/Kritik: keine Illustrationen
Hinter einer vermauerten Tür entdeckt Coraline einen verborgenen Weg in eine albtraumhafte Parallelwelt: Dort trifft sie ein Wesen mit glänzenden Knöpfen anstelle der Augen, das sie freundlich umgarnt und das hungrig auf Coralines Seele blickt. (Verlagsinfo)

Der Autor
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Der Engländer Neil Gaiman, geboren 1960, arbeitete zunächst als Journalist in London und wurde durch seine innovative Comicbook-Serie "Der Sandmann" bekannt. Neben den Romanen "Niemalsland" und "Der Sternwanderer" schrieb er zusammen mit Terry Pratchett den phantastischen Roman "Ein gutes Omen" (der womöglich verfilmt wird) und verfasste über seinen verstorbenen Freund und Kollegen Douglas Adams die wirklich empfehlenswerte Biografie "Keine Panik!".

Seine Erzählungen und Gedichte sind in der Collection "Die Messerkönigin" zusammengefasst. Was für Ansichten Gaiman zu Amerika hat, könnte sich möglicherweise in seinem dicken Schmöker "American Gods" aufspüren lassen. Er lebt mit seiner Familie in Minneapolis, USA.

"Coraline" ist auch als von Dave McKean illustrierte Ausgabe erschienen. McKean ist der Zeichner der "Sandmann"-Comicbooks. Dementsprechend unheimlich sind seine Zeichnungen geraten.

Handlung
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Die kleine Coraline Jones zieht in den Sommerferien mit ihren Eltern in ein altes Haus, das nur zur Hälfte bewohnt ist. Während ihre Eltern zu Hause am Computer arbeiten, wird es ihr regelmäßig langweilig, besonders wenn es draußen regnet. Dann geht sie entweder zu dem alten Mann, der die Mäuse in seiner Wohnung dressiert, oder zu den alten Damen Miss Spink und Miss Forcible, die früher mal beim Theater waren. Die Damen nennen sie fälschlicherweise immer "Caroline". Und sie warnen sie, sie sei in großer Gefahr, und geben ihr einen schützenden Talisman mit.

Bei der Erkundung ihrer eigenen Wohnung stößt Coraline auf eine Tür, hinter der sich manchmal eine Mauer verbirgt, die den leerstehenden Teil des Hauses verbirgt, und manchmal ein düsterer Gang, der in eine Wohnung führt, die genauso aussieht wie ihre eigene. Nur die Bewohner sind etwas seltsam: Das Paar, das sie begrüßt, behauptet, Coralines "andere Eltern" zu sein, trägt aber statt Augen schwarze Knöpfe - und ihre Zähne sind ein klein wenig zu lang. Aber sie kümmern sich um ihr Wohlergehen und machen ihr phantastisch schmackhaftes Essen, das nicht aus der Mikrowelle kommt. Hier gefällt es Coraline besser.

Lustig findet Coraline den sprechenden Kater, auch wenn der sehr von sich eingenommen ist, und den alten Mann, der Ratten dressiert hat: fünfzig Stück, alle schwarz mit roten Augen. Sie bilden eine Pyramide aus Leibern und singen Coraline ein Lied vor, das ihr nicht ganz geheuer vorkommt:

"Wir haben Zähne, wir haben Schwänze,
Wir haben Zähne, scharf und klein,
Wir waren vor deinem Sturz schon hier,
Du wirst bei unserem Aufstieg hier sein."

Als ihre andere Mutter ihr Knöpfe auf die Augen nähen will, gelingt es Coraline mit ihrem Talisman, dieses Ansinnen erfolgreich abzuwehren, aber ihre andere Mutter wird dadurch etwas wütend. Leider gibt es kein Entkommen aus dem "anderen Haus": Der Wald hinter dem Haus, jenseits der Wiese, besteht nur aus gestrichelten Andeutungen. Trotzdem geht Coraline mutig hinein - und landet im weißen Nichts. Nur der sprechende Kater leistet ihr hier Gesellschaft. Das hilft ihr aber nichts, denn der Weg führt zurück.

Coraline sitzt in der Tinte. Ihre andere Mutter hat den Schlüssel zum Gang in ihre eigene Welt in Verwahrung, die Tür nach Hause ist abgeschlossen. Dass die andere Mutter kein Spiegelbild besitzt und Küchenschaben wie Kartoffelchips futtert, findet Coraline auch nicht gerade beruhigend. Um ihr "Manieren beizubringen", wie sie behauptet, sperrt die wütende Frau das Mädchen in den schrecklichsten Ort, den es gibt: eine verriegelte Kammer, in die kaum Licht fällt, irgendwo hinter dem Spiegel.

Coraline ist gefangen. Aber sie ist nicht allein...

Mein Eindruck
°°°°°°°°°°°°°°

Wie schon in vielen seiner Erzählungen sowie in den "Sandmann"-Comics verbindet Neil Gaiman auch hier auf wirkungsvolle Weise märchenhafte Erzählweise mit Horrorelementen. Dabei spielt die Welt jenseits der alten Tür vielleicht nur die Rolle eines Spiegels, der die Ängste und Befürchtungen der Betrachterin zum Vorschein bringt. Wie auch immer man sie verstehen möchte, so erscheinen doch Coraline ihre Abenteuer und Begegnungen auf dieser dunklen Seite der Welt als völlig real. Und schnell versteht sie deren Spielregeln.

Das Wichtigste, was Coraline verstehen muss, ist die wahre Natur der anderen Mutter. Denn diese hat die andere Welt geformt und ihrem Willen unterworfen. Aber um dies tun zu können, hat die andere Mutter nichts neu erschaffen, sondern lediglich Vorhandenes genommen und umgewandelt. Dieses Ungeheuer kann folglich nur das verwenden, was sie, Coraline, ihm gibt. Und wenn Coraline keine Angst mehr hat, sondern mutig ist, kann die andere Mutter die Angst nicht gegen Coraline verwenden.

So kommt es, dass Coraline eine sehr wagemutige Wette mit der anderen Mutter abschließt: Sie werde immer in dieser Welt bleiben, wenn es ihr nicht gelingt, ihre wahren Eltern und die drei Seelen zu finden, auf die Coraline gestoßen ist. Mit größter List und Tapferkeit geht Coraline vor, ihr Ziel zu verwirklichen.

Ein Wort des großen englischen Schriftstellers G.K. Chesterton ist dem Buch vorangestellt: "Märchen sind mehr als nur wahr - nicht deshalb, weil sie uns sagen, dass es Drachen gibt, sondern weil sie uns sagen, dass man Drachen besiegen kann." Das ist es, was Coraline und der Leser des Märchens über sie lernen können.

Nach ihrem Abenteuer ist für Coraline ihre eigene Welt wie verwandelt: Das Himmelsblau war noch nie so blau, die Sonne noch nie so strahlend schön. Niemals wird die Welt wieder langweilig sein. Doch eines hat Coraline übersehen. Die andere Mutter ist nicht gänzlich besiegt, und es gilt, die Schönheit der Welt zu verteidigen. Dem ersten Finale muss also ein zweites folgen. Erst dann kann die Welt heilen.

Unterm Strich
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Die zwar in sehr einfacher Sprache, aber keineswegs in onkelhaftem "Grimms-Märchen"-Ton erzählte Geschichte der kleinen Coraline scheint mir geeignet für Kinder ab zehn bis elf Jahren, denn sie ist ganz schön gruselig - viel mehr als "Alice im Wunderland" oder "Der König von Narnia". Sie ist trügerisch leicht zu verstehen, aber man sollte sich auch für die kleinen Details interessieren, über die man leicht hinwegliest. Es sind diese Details, die etwas später unversehens große Bedeutung erlangen.

Mir hat das Buch sehr gefallen, denn auch seine Botschaft ist nicht ganz einfach "Besieg die Hex' und alles wird gut!", sondern vielmehr "Besieg dich selbst und erkenne die Wahrheit!" (Daher die vielen Spiegel im Buch.) Das ist eine recht ungewöhnliche Aussage für ein Kinderbuch, will mir scheinen. Am Schluss fasst Coraline noch einmal zusammen, um was es geht: "Man kann sich wünschen, was man will. Aber wozu ist es gut, wenn alle Wünsche in Erfüllung gehen und man alles bekommt, wenn man sich dafür nicht anstrengen muss?" Denn dann ist der Wille nur eine Laune, und das Erworbene nur Tand. Echter Wille scheint etwas anderes zu sein: eine Wahl und eine Anstrengung. Das Ergebnis und der Lohn sind die Freiheit. Wer die Freiheit nicht erlangt, dessen Seele wird hinter Spiegeln eingesperrt bleiben - so wie es im Buch anderen Kindern passiert ist.

Selbst Gaiman-Fans können "Coraline" noch etwas abgewinnen, denn wie jedes Gaiman-Werk verfügt auch dieses über eine Reihe "netter" Einfälle. Sie sind nicht so erschreckend und brutal wie etwa in "Niemalsland", aber doch gruselig genug, um kleinen Kinder eine Gänsehaut und schlechte Träume zu verschaffen. Man sollte die Geschichte also vorlesen - und möglichst auch gleich die zahlreichen Lehren, die sie bereithält, diskutieren. Denn das Buch hält ja auch Wahrheiten über Eltern bereit.

Michael Matzer (c) 2005ff

Info: Coraline, 2002; Arena, Würzburg 2003; Heyne, München 09/2005; 175 Seiten, EU 6,95, aus dem Englischen übersetzt von Cornelia Krutz-Arnold; ISBN 3-453-40060-7, Preis: 6,95 EU.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
NancyNoack
NancyNoack, 09.08.2005
sehr interessant. Werde ich mir auf jedenfall holen.
Lg, Nancy
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Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel: Neil Gaiman
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BulmaZ

Vom Sieg über die Angst.

ein Testbericht von 2010-02-28 16:11:42 vom 28.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: so ziemlich alles...
Nachteile/Kritik: so gut wie nichts
Fantasy, gemischt mit ein bisschen Gruselatmosphäre und guter alter Märchenstimmung, ist doch genau das Richtige für die düstere Jahreszeit die im Moment herrscht. Wenn es draußen regnet und stürmt, gibt’s doch nichts Besseres, als sich mit einem heißen Tee in eine Decke gekuschelt auf die Couch zu pflanzen und ein derartiges Buch zu lesen. Passend für dieses Szenario wäre da zum Beispiel Folgendes:

Coraline – Neil Gaiman

[ Bezugsquelle & Preis ]

Das dünne Taschenbüchlein gibt es überall, wo man Bücher normalerweise zu kaufen kommt.
Der Preis liegt bei 7,95 €. Neben der normalen Ausgabe, gibt es noch eine, die passend zum Film aufgemacht ist. Dieser kostet dann 12,95 €.

[ Eckdaten ]

Titel: Coraline
Originaltitel: Coraline
Autor: Neil Gaiman
Übersetzung: Cornelia Krutz – Arnold
Verlag: Heyne
Genre: Fantasy/ Horror/ Märchen
Erscheinungsjahr: 2003
Seitenanzahl: 175 Seiten

[ Der Autor ]

Gaiman studierte, nach mehreren gescheiterten Versuchen, seine Manuskripte unterzubringen, Journalismus. In dieser Zeit schrieb er sein erstes Buch, eine Biografie über die Band Duran Duran, sowie eine große Anzahl von Artikeln für das Knave Magazine. Außerdem verfasste er Don't Panic: The Official Hitchhikers Guide to the Galaxy Companion über Douglas Adams, seiner Auffassung nach ein Werk im „klassischen englischen humoristischen Stil“. [...]
Gaiman schrieb eine Vielzahl von Comics für mehrere Verlage. Am bekanntesten wurde seine Serie The Sandman über die Abenteuer des Morpheus als Personifikation des Traums. Die 1988 gestartete Serie fand sofort großen Anklang und wurde nach acht erfolgreichen Jahren 1996 eingestellt, allerdings nicht wegen nachlassenden Publikuminteresses, sondern weil Gaiman seine Geschichte zu Ende erzählt hatte. Bislang einmalig in der Geschichte von DC wurde die Figur des Morpheus endgültig zu Grabe getragen. Andere Charaktere aus dem von Gaiman geschaffenen Universum werden allerdings immer mal wieder in neuen Geschichten genutzt. Geschichten um Morpheus, die Gaiman nach dieser Zeit gelegentlich nachschob, spielen chronologisch alle vor dem Tod des Hauptcharakters. Alle 75 Ausgaben wurden als zehnbändige Sammlung veröffentlicht, die auch heute noch aufgelegt und gut verkauft wird.[...]

Quelle: www.wikipedia.de

[ Coraline ]

Coraline ist ein kleines Mädchen, das mit ihren Eltern gerade erst in ein neues Haus gezogen ist. Wie es kleine Mädchen so an sich haben, kommt bei Coraline schnell der Entdeckerdrang durch und sie erkundet während ihrer Ferien das neue Haus und die Umgebung. Dabei stößt sie in der guten Stube der Wohnung auf eine verschlossene Tür. Als ihre Mutter ihr zeigt, was sich dahinter befindet, erblickt Coraline nicht mehr als eine Backsteinwand. Doch Coraline geht ein weiteres Mal zur Tür und öffnet sie. Plötzlich liegt ein dunkler Korridor dahinter, dem das Mädchen natürlich prompt folgt.

Coraline kommt auf der anderen Seite des Korridors in einer Art Parallelwelt der Ihren heraus. Denn die Wohnung ist fast identisch mit ihrer. In der Wohnung wird das Mädchen bereits von ihren anderen Eltern erwartet. Diese scheinen aber allerdings etwas merkwürdig; haben sie doch statt Augen nur glänzende schwarze Knöpfe. All dies erscheint dem Mädchen nicht so ganz mit rechten Dingen zuzugehen. Erst Recht nicht, als sie merkt, dass sich in ihren Zimmer massenweise Ratten aufhalten. Coraline will wieder zurück in die richtige Welt und zu ihren richtigen Eltern. Doch als das Mädchen zurück ist, stellt sie fest, dass ihre Eltern fort sind. Ihre andere Mutter scheint etwas damit zutun zu haben, denn immerhin wollte sie Coraline bei sich behalten…

[ Eindrücke ]

Wenn Terry Pratchett auf der Rückseite des Buches mit „Ein Meisterwerk delikaten Horrors in feinster Märchenqualität“ titelt, sollte man als geneigter Fantasyfan aufhorchen- ob man Pratchetts opulente „Scheibenwelten“ – Reihe nun mag oder nicht. Fakt ist doch, dass der Inhalt von „Coraline“ interessant, innovativ und spannend klingt. Das alles von einem Autor wie Neil Gaiman kann doch nur guten Lesestoff bieten, nicht wahr?

Wie man es von Neil Gaiman bereits aus anderen Romanen her kennen mag, geht die Geschichte direkt und ohne Umschweife los. Der Autor hält sich keineswegs an langen Erklärungen und Erläuterungen von diesem oder jenem auf. Der Plot beginnt mit dem Öffnen der mysteriösen Tür durch die kleine Romanheldin. Es dauert gar nicht lange, ehe man erkennt, dass es sich bei „Coraline“, wie vermutlich erwartet, nicht um einen konventionellen Fantasyroman handelt. So gibt es keineswegs massenweise Feen, Hexen oder Kobolde. Gaiman hat seinen Schwerpunkt mehr auf subtilen Grusel gelegt und dies bezieht er auch oder gerade vor allem auf seine Figuren. So erreicht Gaiman wohl allein schon durch die süßlich säuselnde andere Mutter mit den Knopfaugen und den Ratten mit den rot glühenden Augen für einen wohligen Schauer. Zur Formvollendung trägt die gesamte Atmosphäre bei, die das Setting an sich aufbaut: ein großes Haus, nebeliges Nieselwetter und mittendrin ein kleines Mädchen. Mit absolut einfachen Mitteln erreicht Gaiman fast das Maximum dessen, was man sich von einem gruseligen Märchen erwartet. Fast deshalb, weil der Plot an sich nicht auf ganzer Linie überzeugt. Sicher, bei „Coraline“ handelt es sich vor allem um ein Buch, das an Kinder gerichtet sein soll. Allerdings wird die gesamte Geschichte durch ihre Einfachheit und die Tatsache, dass es keinerlei Wendungen oder Überraschungen gibt, für den erwachsenen Leser leicht dröge. Spannung findet man nur selten. Dem Spaß, den man aber unweigerlich trotzdem beim lesen haben dürfte, tut dies aber keinen Abbruch.

Gaiman überzeugt vor allem durch seinen Schreibstil.
Wie man es vielleicht schon aus beispielsweise „Sternwanderer“ gewohnt sein mag, verwendet Neil Gaiman eine sehr einfache Sprache, eingebunden in einen fast schon minimalistischen Satzbau. Dieser mag sicher auf den ersten Blick etwas ungewohnt sein, dürfte so mancher Satz schon etwas abgehackt wirken. Lässt man sich aber auf genau diesen Stil ein, macht „Coraline“ auch sprachlich Spaß. Denn mit zunehmendem Vorankommen in der Geschichte, erhält man mehr und mehr den Eindruck, man würde einem Märchenonkel erster Güte lauschen. Der Stil hat also tatsächlich einen sehr angenehmen erzählenden Charakter und er bewirkt deutlich mehr, als nur einen Plot voranzutreiben. Fast kann man die Worte, die man ja eigentlich nur auf dem Papier vor sich hat, hören. Aufgrund der Tatsache, dass Gaiman überhaupt nicht ausufernd erzählt, sondern sich nur an kurze Schilderungen hält, wird die gesamte Welt, in die man durch die Geschichte eintaucht, lebendig. Man sieht das kleine Mädchen vor sich, den schwarzen Kater ohne Namen, die anderen Eltern mit ihren polierten Knopfaugen und den undurchdringlichen Nebel, der das Haus in der Parallelwelt umgibt.

Genauso unkonventionell wie das Buch an sich, ist auch seine Heldin. Denn eigentlich ist Coraline gar keine typische Heldenfigur. Sie ist lediglich ein kleines Mädchen, das sich in ihren Schulferien nicht langweilen möchte und deshalb Haus und Garten erkundet. In so manch kurioser und schier gruseliger Situation bleibt sie verhältnismäßig cool. Sie stellt an so mancher Stelle sogar komplett andere Fragen, als es die meisten von uns wohl täten. Auch ihre Reaktion auf beispielsweise die sprechende schwarze Katze ist eine gänzlich andere. Dass Coraline eigentlich Angst hat, merkt man nur selten. Die meiste Zeit über versucht sie, tapfer und mutig zu sein. Dies geschieht aber auch nicht in dem Maße, wie man es vielleicht aus anderen Märchen kennen dürfte. Coraline ist also eine völlig andere Roman- bzw. Märchenheldin als das, was man sich vorstellt oder bisher kennt. Gerade dies macht wohl den Reiz dieses kleinen Mädchens aus, das vermutlich das Herz eines jeden Lesers direkt erobern dürfte. Nicht zuletzt auch wegen ihrer manchmal fast trockenen und nüchternen Art.

„Coraline“ ist ein kurzweiliges Buch, das die Genres Märchen, Horror und Fantasy hervorragend miteinander vereint. Herausgekommen ist ein Roman, der sowohl größeren Kindern als auch Erwachsenen großen Spaß bereiten dürfte. Neil Gaiman zeigt sich zwar sowohl vom Stil als auch von den Fantasyelementen eher als Minimalist, aber dies bewirkt wohl diese gute alte Märchenstimmung, die sofort aufkommt, wenn man mit dem Roman begonnen hat. Ein wenig mehr Spannung und vielleicht die eine oder andere Überraschung wäre dennoch wünschenswert gewesen, weswegen es an dieser Stelle auch nur vier Sterne gibt.
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Kommentare
Bunny84
Bunny84, 28.02.2010
Klasse Bericht. Wünsche dir einen schönen Sonntag. LG BUNNY84
PS: Freue mich über Gegenlesungen
cleo1
cleo1, 28.02.2010
Schöner Bericht. Einen schönen Sonntag noch und LG cleo1
Freue mich auf Gegenlesungen.
Mondlicht1957
Mondlicht1957, 28.02.2010
Sehr hilfreich
Danke für deine Lesung hier meine Gegenlesung :o
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allisonbraun

Alice im bösen Wunderland

ein Testbericht von 2009-10-31 22:58:03 vom 31.10.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: Ein faszinierendes Buch...
Nachteile/Kritik: Etwas mehr wäre schön gewesen
Coraline von Neil Gaiman

Vorwort:

Coraline ist definitiv ein Buch für Kinder, wenn es auch sehr starke Horrortendenzen aufweist und daher nicht gerade für kleine Kinder gedacht ist.
Da ich hin und wieder auch mal gute Bucher lese, die eher für Jugendliche geschrieben sind (wie Harry Potter zum Beispiel) hab ich auch mal dieses Buch gelesen und wurde nicht enttäuscht. Es ist ein etwas düsteres Märchen.

Der Autor:

Der Engländer Neil Gaiman wurde 1960 geboren und arbeitete zunächst in London als Journalist. Er wurde durch seine Comic-Serie "Der Sandmann" bekannt. Neben den Romanen "Niemalsland" und "Der Sternwanderer" schrieb er zusammen mit Terry Pratchett "Ein gutes Omen" und verfasste über seinen Kollegen und Freund Douglas Adams die Biographie "Keine Panik!". Seit einigen Jahren lebt er zusammen mit seiner Familie in den USA.

Dies verspricht das Buch:

"Ein Meisterwerk delikaten Horrors in feinster Märchenqualität" Terry Pratchett

Hiner einer vermauerten Tür entdeckt Coraline einen verborgenen Weg in eine albtraumhafte Parallelwelt: Dort trifft sie ihre andere Mutter, ein Wesen mit glänzenden Knöpfen anstelle der Augen, das sie freundlich umgart und das hungrig auf Coralines Seele blickt. Eine Reise an einen Ort voller skurriler Schrecken und ein Märchen vom Sieg über die Angst.

Schreibstil:

Das Buch ist nicht für erwachsene Leser geschrieben worden, daher sind die Sätze auch recht einfach aufgebaut und die Sprache ist klar und direkt.

Kleine Kostprobe:

Sie hielt Coraline die Hand mit der Tüte hin. "Möchtest du eine?" fragte sie fröhlich. Coraline dachte, dass Karamellen oder Pralinen darin waren, und schaute hinein. Doch die Tüte war halb voll mit großen, glänzenden Küchenschaben, die sich nach Kräften bemühten, aus der Tüte zu eintkommen, und dabei kreuz und quer übereinander krabbelten.

Meine Meinung:

Das Buch ist recht klein, also sehr schnell zu lesen, habe es in einem Ruck durchgelesen.
Es ist inzwischen auch verfilmt worden, natürlich von Tim Burton, wer das Buch gelesen hat und seine Filme kennt, versteht auch warum. Ich kann mir den Film direkt vorstellen.
Es ist ein Märchen, ein überaus düsteres und schauriges Märchen, dass aber wirklich interesant ist und einen in seinen Bann schlägt.
Natürlich gibt es weitaus bessere Bücher, aber als Fantasy-Märchen der bösen Art ist es wirklich ganz vorne anzusiedeln. Eine Art von Alice im bösen und dunklen Wunderland. Nur heißt Alice hier Coraline und kämpft um mehr als nur um ihr Leben.

Fazit: Sollte man lesen
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Kommentare
MoeGott
MoeGott, 01.11.2009
der Bericht gefällt mir ! Würde mich auf Gegenlesungen freuen! Schönen Sonntag noch! lg
Bunny84
Bunny84, 01.11.2009
Wünsche dir einen schönen Sonntag. LG BUNNY84
PS: Freue mich über Gegenlesungen
starlet99
starlet99, 10.11.2009
super berichtet, lg p.s. freu mich über gegenlesungen
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