ein Testbericht von Anonym1142004-04-20 09:56:46vom 20.04.2004Empfehlung: ja
Vorteile: unterhaltsam, spannend, verschiedenartige Hauptfiguren...Nachteile/Kritik: es gibt auch bessere Bücher - was nicht heißen soll, dass dieses nicht gut ist! ;-)
Immer mal wieder wird man ja gefragt, was man gerade für ein Buch liest. Und normalerweise habe ich dann die Antwort recht schnell parat. Denn schließlich wollen die meisten Autoren und/oder Verlage ihre Werke schnell an den Mann und die Frau wirken und suchen griffige Titel aus, die sich schnell einprägen. Klar, wenn man von einem interessanten Buch erzählt bekommt und zumindest den Namen des Schriftstellers kennt, kommt man in einer Buchhandlung schon ein Stück weiter. Doch wenn man gerade einen speziellen Roman haben möchte von einem Autoren, der schon einiges geschrieben hat, kann es schwierig werden. So geht es mir dann auch mit Elizabeth George. Welche Bücher habe ich von ihr eigentlich schon gelesen? Welches zuletzt. So ganz habe ich das nie parat. Denn zumindest in ihrer deutschen Übersetzung sind die Titel so umständlich, dass ich sie mir nur schwerlich merken kann. Das letzte, das ich gelesen habe, ist in der Hinsicht vielleicht noch das einprägsamste, aber auch das nur relativ: Denn bitter ist der Tod.
DIE AUTORIN:
Hier hat man es mit einer Amerikanerin mit einem Faible für britische Krimis zu tun. Elizebeth George lebt in Kalifornien, lässt ihre Mörder aber in England ihr Unwesen treiben. Die spielen dann schon vor modernem Hintergrund . Doch weniger als rohe Gewalt spielt bei ihr auch das psychische Moment eine wichtige Rolle. Auf diese Weise sind George einige Bestseller gelungen, unter anderem Gott schütze dieses Haus oder Denn sie betrügt man nicht.
DIE HAUPTFIGUREN:
Regelmäßige Leser von Elizabeth George kennen die beiden sehr ungleichen Ermittler, die bei George immer wieder im Mittelpunkt stehen: Inspector Thomas Lynley und Seargeant Barbara Havers.
THOMAS LYNLEY:
Er ist der feine Gentleman, wirkt ein Stück weit wie eine Art James Bond auf New Scottland Yard Ebene: Er ist gutaussehend, elegant, charmant, edel, clever und hat immer ein gutes Gespür für den jeweiligen Fall. Doch anders als Bond hat Lynley auch seine Schwachstelle ... Dazu später dann mehr ... Seine Stärke ist, dass er es schafft, seine Kollegin Seargeant Havers, die ganz anders ist als die Gespielinnen des grade erwähnten Bond, immer wieder in die Ermittlungen einzubinden.
Mir ist Lynley in weiten Teilen eine Spur zu schön, zu glatt. Andererseits scheint er aber in seiner Art ein angenehmer Mensch. Gäbe es ihn wirklich, und wäre er wirklich auch so gut, so würde man ihn sicher gerne kennen.
BARBARA HAVERS:
Wenn ein Mann Autor dieser Romane wäre, würde man die Darstellung der Barbara Havers vielleicht als uncharmant empfinden: Denn ist die graue Maus, das häßliche kleine Entlein: Havers, so läßt die Autorin immer wieder durchschimmern, weiß es nicht, sich gut zu kleiden, greift todsicher immer zu völlig unpassenden Kombinationen. Dazu kommt, dass sie etwas übergewichtig wirkt und kaum Selbstbewußtsein hat. Dabei stünde ihr das durchaus zu. Denn oft hat sie genau den Blick fürs Detail, der für den jeweiligen Fall notwendig ist. Während sie Lynley, dem Schönling, zunächst skeptisch gegenüber stand, merkt sie inzwischen, dass er auf sie baut, ihr aber auch Freiraum läßt, ihre privaten Probleme zu lösen.
Barbara ist für mich der realistischere der beiden
Ermittler-Charaktere: Sie wirkt durch ihre Schwächen menschlicher als Thomas, hat durch sie Ecken und Kanten, die sie wiederum sympathisch machen.
ELENA WEAVER:
Sie ist die erste, die man in diesem Roman kennen lernt. Man ist gleich bei ihr, dicht dran an der Figur, mitten drin in ihrer Wohnung, in ihrem Leben: Elena wacht auf, ganz allmählich, mit ihr blickt man (scheinbar) sich im Zimmer um. Dann geht sie zu ihrer Maus, füttert sie ein wenig und macht sich auf den Weg, zu joggen. Die Darstellung hier ist verkürzt, George geht viel mehr ins Detail, so dass man das Gefühl hat, Elena direkt zu begleiten. Doch diese Phase endet abrupt: Elena kommt auf einer Insel an. Dort will sie einer scheinbar hilflosen Person helfen und wird ermordet ...
DIE HANDLUNG:
Erst nach und nach, dann mit den Ermittlern Lynley und Havers, lernt man als Leser Elena, der man sich anfangs (vielleicht) nahe fühlte, wirklich kennen: Sie war Studentin am St. Stephen s College in Cambridge, Tochter des angesehenen Professors Anthony Weaver. Er vergötterte seine Tochter, sein einziges Kind, das aber auch aus Schuldbewußtsein. Denn er hatte ihre Mutter Gwyn früh verlassen, ist inzwischen mit der attraktiven Justine verheiratet. Elena war blind, Elena war zum Zeitpunkt ihres Todes in der achten Woche schwanger. Im Laufe der Geschichte ergeben sich einige mögliche Täter, einige mögliche Motive:
SARAH GORDON:
Die Künstlerin Sarah Gordon hat Elenas Leiche gefunden und ihren Tod gemeldet. Eine Zeugin? Nicht nur, meint Lynley. Sarah hat auch Elenas Vater gekannt, nennt in Tony. Außerdem wirkt es komisch, dass sich ausgerechnet an einem nebligen Morgen ihre Staffelei auf der Insel aufstellt, unter völlig ungünstigen Bedingungen für eine Malerin ...
Ist Sarah nur eine Künstlerin, die versucht, ihre malerische Blockade zu überwinden? Für mich als Leserin eine durchaus denkbare Erklärung. In weiten Teilen bleibt Gordon nur ein flüchtig skizzierter Charakter, erfüllt aber ihre Funktion.
LENNART THORSSON:
Aus Barbara Havers Sicht ist der Universitätsdozent schnell einer der Hauptverdächtigen: Er hatte Elena in ihrem Studentenzimmer besucht, sie hatte ihn der sexuellen Belästigung bezichtigt. Havers und Lynley gegenüber gibt sich Thorsson arrogant. Der Verdacht gegen ihn verdichtet sich, als klar wird, dass Elena schwanger war ...
Der Typ Thorsson wirkt einerseits oberflächlich dargestellt, andererseits verkörpert er einen Typ eines blasierten Akademikers, der selbstverliebt auf sein berufliches Tun und auch sonst in die Welt schaut. Insofern ist er schon eine realistische Person.
JUSTINE WEAVER:
Die zweite Frau von Eleneas Vater hätte durchaus ein Motiv gehabt, ihre Stieftochter zu ermorden: Immerhin spielte Elena für Anthony noch eine riesige Rolle, er vergötterte sie, wollte kein zweites Kind, um Elena nicht das Gefühl zu geben, dann weniger geliebt zu werden ... Die elegante und beruflich erfolgreiche Justine, die am Anfang so ganz die strahlenede junge Frau an Anthonys Seite zu sein scheint, wird mit der Zeit zu einer leidenden, fast schon zerbrechenden Ehefrau. Auch sie ist nicht in jeder Hinsicht eine runde Figur, aber immerhin ein durchaus interessanter Charakter.
GARETH RANDOLPH:
Der Leiter der Vereinigung gehörloser Studenten war ein Freund von Elena, aber nicht ihr Freund, obwohl er das gerne gewollt hätte. Während Gareth in sie verliebt war, wollte Elena ihn nur als Kumpel, vielleicht auch, um ihren Vater zu provozieren. Denn der lehnte die Gehörlosenvereinigung und damit auch den ebenfalls gehörlosen Gareth ab. Unerwiderte Liebe, ein Motiv? Vielleicht ...
Auch Gareth ist mehr eine Skizze als eine wirkliche Figur. Aber er erfüllt seinen Zweck als ein Verdächtiger, ein möglicher Täter ...
ADAM JENN:
Der ehrgeizige junge Mann ist Doktorand bei Weaver, aus Sicht des Professors wäre er auch ein idealer Schwiegersohn. Doch Jenn ist auch berechnend: Er hat sich Weaver auserkoren, der er ihn für DEN Anwärter auf einen prestigeträchtigen Lehrstuhl hält. Würde der Professor diesen Posten erhalten, so würde auch er, Adam, in dessen Glanz mit nach oben steigen. Ein Stück weit berechnend ist Adam auch in Bezug auf Elena: Um sie soll er sich in Weavers Auftrag kümmern. Doch wollte er vielleicht die lästige Aufgabe los werden? Unwahrscheinlich!? Oder auch nicht. Denn Elena könnte auch von ihm schwanger gewesen sein. Eine Hochzeit hätte möglicherweise seine Karrierepläne behindert?
WAS NOCH PASSIERT:
Was die Geschichte neben der eigentlichen Handlung und dem Spannungsfeld zwischen den gerade beschriebenen Charakteren interessant macht, ist, dass die Geschichten von Lynley und Havers quasi romanübergreifend weiter gesponnen werden. Da mir die tatsächliche Reihenfolge der Romane nicht bekannt war und ich sie auch bei ebay so ersteigere, wie ich sie gerade kriegen kann, habe ich das Schicksal der Hauptfiguren auch nicht chronologisch mitverfolgen können. Aber eins ist klar geworden: Das Verhältnis (was nicht auf der Ebene einer Liebesbeziehung ist) zwischen den beiden Ermittlern entwickelt sich: Während beide einander zunächst mit einer großen Skepsis begegnen, merkt man immer mehr, dass sie aufeinander zu bauen und einander zu vertrauen lernen. Und außerdem gibt es eine Entwirklung in ihren Hintergrundgeschichten:
LYNLEY:
Er scheint ein Mann der unglücklichen Lieben zu sein. Während er in Gott schütze dieses Haus einer alten Liebe hinterher trauert, die seinen Freund, den Gerichtsmediziner St. James geheiratet hat, hatte er schon zu dem Zeitpunkt eine andere Freundin, Lady Helen. In diesem Roman (Denn bitter ist der Tod) ist sie ebenfalls in Cambridge, um ihrer Schwester zu helfen. Die hat gerade ihr drittes Kind bekommen, ihr Mann lehnt sie seit der Geburt ab, sie, die Schwester, hat Depressionen. Helen soll sich nun um die Kinder kümmern, vorübergehend. Mit Lynley hat sie eigentlich ausgemacht, dass sie nur gute Freunde sein wollen. Doch Lynley möchte mehr. Und so muss er neben dem Fall zusehen, dass er Helens Liebe zurück gewinnt, ein schmaler Grad, denn er könnte sie auch ganz, auch als Freundin, verlieren.
Fast interessanter als die reine Liebesgeschichte zwischen beiden ist die Geschichte der Schwester, aber auch die des Neffen (der mit Aufmüpfigkeit seinem Frust Luft macht) und der Nichte (die sich mehr in sich zurück zieht).
HAVERS:
Auch hier hat man es mit einem tragischen, aber doch realistischen Moment zu tun: Seargeant Havers Vater ist gestorben, die Mutter geistig verwirrt: Barbara bleiben zwei Möglichkeiten: Sie kann eine ebenfalls ältere und nicht mehr besonders fitte Nachbarin um Hilfe bitten oder die Mutter ins Heim geben. Beide Lösungen scheinen falsch ... Dieser Handlungsstrang wirkt manchmal grau, fast sogar ein wenig langweilig. Doch er ist auch realistisch. Denn schließlich wird die Frage, wie man mit älteren, gesundheitlich und/oder geistig nicht mehr fitten Verwandten am besten umgeht, wie man sie (trotz eigenen beruflichen Drucks) am besten versorgt, für immer mehr Menschen aktuell.
ANGABEN ZUM BUCH
Mir ist schon bei meinen anderen beiden George-Romanen aufgefallen, dass amerikanisches Original und deutsche Übersetzung titelmäßig oft etwas anders lauten. So erschien dieser Band ursprünglich unter dem Titel For the sake of Elena (Zum Wohle Elenas), aus meiner Sicht ein passenderer Titel oder zumindest einer, der einen anderen Aspekt der Geschichte beleuchtet, den aus der Sicht von Anthony Weaver, für den der Tod der Tochter zwar auch bitter war.
1992 wurde die Originalausgabe von Bantham Books in New York veröffentlicht, 1993 erschien die deutsche Fassung, übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. Meine ist eine Lizensausgabe des Bertelsmann-Verlages
www.goldmann-verlag.de
Stat t der ISBN-Nr finde ich hier in der gebundenen Ausgabe nur die Buch-Nr. 03170 8
PREIS:
Mich hat der Roman bei ebay nur einen Euro plus 1,50 Porto gekostet. Für ein gebundenes Buch mit 478 Seiten ein Schnäppchen, finde ich. Die Taschenbuchausgabe habe ich für 8,50 Euro gesehen.
FAZIT:
Dieser Roman ist zwar nicht einer der allerbesten, die ich je gelesen habe, aber auf alle Fälle ein spannender, unterhaltsamer. Gerade die verschiedenen Möglichkeiten, wer die Tat begangen haben könnte, machen ein Moment aus, das dafür sorgt, dass dieses Buch reizvoll ist. Die vertrauten Figuren Havers und Lynley, die trotzdem nicht langweilig wirken, sondern gerade durch ihre Verschiedenartigkeit einander immer wieder gut ergänzen, machen einen anderen Reiz aus. Denn bitter ist der Tod kann man leicht und flüssig durchlesen, egal ob abends vorm Einschlafen, an einem trüben Nachmittag oder im nächsten Urlaub. Eine Schwäche ist wohl wieder einmal der unsinnige Titel, den man sich nur schwer merken kann. Aber falls ich hier doch Interesse wecken konnte, dann gibt es von mir noch den Tipp, sich Denn bitter ist der Tod aufzuschreiben. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Empfehlung.
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Rätselhafter Tod
ein Testbericht von CyberQueeny2010-03-04 16:15:22vom 04.03.2010Empfehlung: nein
===Kaufgrund===
Da ich eine absolute Leseratte bin und gerne mal etwas Neues lese, habe ich mir wieder ein Buchpaket bei Ebay ersteigert, um auch mal etwas zu lesen, was ich sonst nie in die Finger bekommen hätte. Darunter war auch dieses Exemplar.
===Buchdaten===
Autor: Elizabeth George
Titel: Denn bitter ist der Tod
Originaltitel:
Verlag: Goldman
Erschienen: 1995
ISBN-10: 3442429609
ISBN-13: 978-3442429608
Seiten: 478
Einband: TB
Serie: Inspektor Lynley
===Autor===
Die Amerikanerin Elizabeth George hatte von Jugend an ein ausgeprägtes Faible für die britische Krimitradition. Bereits in ihrem ersten Roman kombinierte sie psychologische Raffinesse mit einem unfehlbaren Sinn für Spannung und Dramatik: Gott schütze dieses Haus (dt. 1989) wurde mit mehreren namhaften Auszeichnungen gewürdigt. Elizabeth George lebt in Huntington Beach, Kalifornien.
==NACH DEM LESEN==
===Inhaltsangabe===
Inspector Lynleys fünfter Fall führt ihn an die ehrwürdige Universität Cambridge. Eine Studentin wurde ermordet und ihr Tod erscheint zunächst rätselhaft. Doch je tiefer Lynley und seine Assistentin in den Fall eindringen, um so dichter wird das Geflecht aus falschem Stolz, uneingestander Schuld und bedingungsloser Liebe in einer akademischen Männerwelt, in der Frauen einen schweren Stand haben und bisweilen in Gefahr geraten....
===Leseprobe===
Elena Weaver erwachte, als das zweite Licht im Zimmer anging. Das erste, dreieinhalb Meter entfernt, auf ihrem Schreibtisch, hatte nur bescheidenen Erfolg gehabt. Das zweite Licht jedoch, das ihr aus einer Schwenkarmlampe auf dem Nachttisch direkt ins Gesicht schien, war so wirkungsvoll wie ein Fanfarenstoß oder Weckerrasseln. Als es in ihren Traum einbrach - höchst unwillkommen in Anbetracht des Themas, mit dem ihr Unbewußtes gerade beschäftigt war -, fuhr sie mit einem Ruck aus dem Schlaf.
Sie hatte die ersten Stunden der vergangenen Nacht nicht in diesem Bett, nicht in diesem Zimmer zugebracht und war darum im ersten Moment verwirrt, verstand nicht, wieso die einfachen roten Vorhänge gegen diese häßlichen Dinger mit dem gelb-grünen Blumenmuster ausgewechselt worden waren. Das Fenster war auch am falschen Platz. Genau wie der Schreibtisch. Es hätte überhaupt kein Schreibtisch hier sein dürfen. So wenig wie der Kram, der auf ihm herumlag, lose Blätter, Hefte, aufgeschlagene Bücher.
Erst als ihr Blick auf den PC und das Telefon fiel, die ebenfalls auf dem Schreibtisch standen, erkannte sie, daß sie in ihrem eigenen Zimmer war. Allein. Sie war kurz vor zwei nach Hause gekommen, hatte sich sofort ausgezogen und erschöpft ins Bett fallen lassen. Sie hatte also ungefähr vier Stunden geschlafen. Vier Stunden... Elena stöhnte. Kein Wunder, daß sie nicht gleich gewußt hatte, wo sie war.
===Meine Meinung===
Da ich in der letzten Zeit meist zu etwas schlechteren Werken gegriffen habe, wurde mir aus meinem Buchpaket, dieses Buch ans Herz gelegt. So einen richtigen traditionellen Krimi hatte schon längere Zeit nicht mehr gelesen. In meiner Jugendzeit hingegen habe ich solche Krimis verschlungen. Es handelt sich hierbei um den fünften Fall. Mir sind diese aber nicht vertraut, also wusste ich nicht, was mich erwarten würde.
Der Einstieg in das Buch beginnt damit, das man erstmal die letzten Stunden des Mordopfers mitverfolgen kann, bis zu ihrem rätselhaften Tod. Danach geht es gleich zu Scotland Yard weiter und der Inspector hat seinen nächsten Fall. Leider merkt man hier, das die Personen schon als
bekannt vorausgesetzt werden, zumindest viel es mir schwer, ein Bild zu bekommen, so als würde eine Beschreibung fehlen. Trotzdem dies fehlt, merkt man, das man die Werke auch einzeln lesen kann, wie das bei mir der Fall ist. Es ist eben nur das Gefühl, das im ersten Werk, die Charaktere besser eingeführt worden sind.
Nach dem der Mord geschehen ist, möchte man natürlich wissen, wer der Täter ist. Bei einem klassischen Krimi verfolgt man natürlich die gesamte Ermittlung. Leider wird diese hier ständig von privaten Geschichten unterbrochen. Die alte und verwirrte Mutter hier und die Flamme, die bei ihrer Schwester ist da. Dadurch gibt es immer mehr Namen, die gar nichts mit dem Fall zu tun haben. An sich wird dies sehr interessant beschrieben, aber mich lenkt es vom eigentlichen Fall zu sehr ab und man möchte es am Liebsten überspringen, um endlich zu erfahren, warum der Mord nun geschah. Ich denke ohne diese Nebenhandlungen wäre der Krimi nur die Hälfte lang und hätte mir so deutlich besser gefallen.
Die Charaktere sind sehr bildhaft beschrieben, wenn man von den Ermittlern einmal absieht. Auch das Bild von Gehörlosen ist sehr real, so dass man gut die Probleme dieser Menschen nachvollziehen kann. Besonders deren Konflikte mit „Gesunden“. Der Ort der Handlung, wird vorne an Hand einer Karte aufgezeichnet. Ich kann Karten lesen, und habe versucht an Hand der Beschreibungen im Buch alles auf der Karte nachzuvollziehen, aber ich kann es beim besten Willen nicht. An einer Stelle beschreibt die Autorin drei Wege, die das Mordopfer hätte laufen können. Man findet sie auch alle, aber die Beschreibung passt irgendwie nicht, wenn man von einem Punkt ausgeht, wo sie hätte starten müssen, wirkt das ganze eher konfus und nicht durchdacht.
Und erst der Schluss. Einmal, zwei Mal und sogar ein drittes Mal habe ich es gelesen, weil ich einfach was überlesen habe musste. Der Schluss war so unlogisch, an den Haaren herbeigezogen und komisch, dass ich mich fragte, ob ihr nichts gutes eingefallen ist. Sorry, aber das war mit der schlechteste Schluss eines Krimis den ich je gelesen hab; und ich hab dasmals jeden Krimi in der Bücherei gelesen gehabt mit 14 Jahren.
Gelesen habe ich das Buch in drei Tagen, aber stellenweise kam es zu Passagen, wo man einige Seiten überspringen wollte. Hätte man dies aber gemacht, hätte man leicht einige wichtige Details überlesen können. Von der Seitenzahl hätte man das Buch gut und gerne schneller lesen können, aber irgendwie kam durch die Nebengeschichten einfach weniger Spannung auf. Das ist bei einem Krimi schon recht selten. Ich denke, ohne Nebengeschichte wäre es zumindest etwas spannender gewesen.
===Bewertung===
Von mir erhält das Buch drei Sterne. Diese Nebenhandlung und das komische Ende, waren einfach zu viel.
Pro: ersten 30 Seiten
Contra: Nebenhandlung, Schluss
ein Testbericht von Hallie_Morgan2005-09-28 18:18:00vom 28.09.2005Empfehlung: nein
Vorteile: Bis jetzt nichts...Nachteile/Kritik: Nebenhandlungen, die absolut unnötig sind
Eine junge Studentin des Cambridge College wird beim Joggen ermordet. Doch wer ist der Täter? Und warum? Diese Frage müssen sich Inspector Lynley und seine Assistentin Barbara Havers stellen. Nach einigen Ermittlungen kommt es heraus: die Tote ist keine geringere als die Tochter des Professors Weaver, der auf den renommiertesten Lehrstuhl hofft - und sie ist taub. Nun liegt es an Lynley und seiner Partnerin, das Netz aus Verrat, Intrigen, Lügen und Eifersucht zu durchdringen.
Ich gebe zu, es ist etwas her seitdem ich das Buch gelesen habe. Ich habe
es schon seit Jahren, habe es jedoch erst nach ein paar Kapiteln ins Bücherregal gestellt (obwohl mir eine mir fremde Frau im Hugendubel damals riet, ich solle das nehmen, sie fände es gut). Eine Freundin bat mich, es ihr auszuleihen und gab es mit positivem Eindruck zurück (Et tu, Brute!). Also machte ich mich doch nochmal dran. Und erinnerte mich schnell, warum ich es damals in die Ecke gestellt hatte. Aber ich hielt diesmal wenigstens durch.
Die Inhaltsangabe mag etwas dürftig sein, aber so ist das ganze Buch. Wie der Amerikaner sagt: There's not more to the story. Exactly.
Das erste Kapitel macht trotz allem viel her: die zu Ermordende wird erlegt, alles ist sehr detailliert und fast spannend beschrieben. Aber danach flacht es leider Gottes ab. Auf eine kurze Vorstellung des Inspectors verzichtet Autorin Elizabeth George gänzlich, erst Recht auf die Einführung der etwas nutzlosen und nicht im Geringsten zur Handlung (geschweigedenn zur Mordaufklärung...wenn sie wenigstens im entscheidenden Kapitel einen tollen Einfall hätte!) beitragenden "Assistentin", Seargant Barbara Havers genannt (ich nenne sie Assistentin weil sie nichts, aber auch garnichts tut und ich ihr wohlwollend unterstelle, Lynley mit Kaffee versorgt zu haben). Alles, was wir über sie wissen beschreibt George in den nervigen Kapiteln in denen sie über die ach so arme und pflegebedürftigte Mutter der Polizistin seiert, die man spätestens nach der Hälfte überspringen will und es irgendwann auch tut. Es ist alles wenig mysteriös, auch die üblichen Befragungen gehen unspektakulär von Statten und bei selbigen fehlt jeglichen Charakteren das Einfühlsame oder gar die eigenen Gefühlsregungen. Auch versäumt es die Autorin, ein Gefühl von Sympathie oder Antipathie für einen oder mehrere der Verdächtigen zu vermitteln. Erst recht der Versuch, Lynley eine "fast-Freundin" (mit Happy-End Potential) aufs Auge zu drücken schlägt fehl. Die hat nämlich Ahnung von Malerei, genau wie (welch Zufall!) die Frau, die die Leiche Elena Weavers findet. Den Charakteren fehlt also jegliche Spur Menschlichkeit (über die Assistentin will ich erst garnicht reden, die hake ich einfach unter 'Charaktere, die die Welt nicht braucht' ab) und auch wenn man Elizabeth George gegenüber gnädig sein will und einfach mal annehmen will, daß sie Lynley als "Lonesome Wolf" mit harter Schale und weichem Kern angesetzt hat, klappt das auch nicht. Er ist weder weich, noch hart. Er ist eigentlich garnichts. Man nimmt ihm seine Gefühlsregungen nicht ab und erst recht glaubt man ihm nicht, daß er fast vor Sehnsucht nach einer (bestimmten) Frau zergeht aber dies nur nicht zeigen kann weil er so ein harter Knochen ist, der zuhause fast in seinem Müll erstickt weil er so viel arbeitet und nie daheim ist. Ich glaube, George konnte sich nicht so recht entscheiden oder wollte ihren Helden weder als Weichei noch als Macho hinstellen. Deswegen dachte sie sich sicherlich es sei eine gute Idee, eine gesunde Mischung daraus zu machen. Nur daß dabei eine Melange aus so vielen Charakterigenschaften zusammenkommt, daß der Charakter gänzlich undefinierbar wird, hat sie sicherlich nicht so gewollt.
Auch das so auf dem Buchrücken angepriesene Netz aus Lügen, Verrat, Liebe, Intrigen und was da sonst noch stand vermisse ich sehr. Es fehlen einfach die Schocker, Momente, in denen man beim Lesen mit dem Kopf schüttelt und sich denkt: "also wo kommt DAS denn jetzt her? Das hätte ich ja nie gedacht!" Das und der fehlende Spannungsbogen sind es, was mich am meisten stört. Es wird nicht das Geringste aufgebaut - es gibt nur eine Menge Nebenhaldungen, die danach nicht zusammengeführt werden, damit sie einen Sinn ergeben. Eine Nebenhandlung löst die andere ab und macht an einer völlig anderen Stelle weiter. Erklärung? Zusammenhang? Nada.
Fazit: Es kommt keine Stimmung auf. Die Charaktere sind allesamt unausgefeilt, agieren lediglich ihrer Pflicht bewußt und scheinen nicht die kleinste Freude im Leben zu haben. Das macht das Buch auch noch deprimierend.
Was lernen wir daraus? Joggen am Morgen ist Mord, gerade wenn man in Cambridge wohnt, und never trust a stranger in a Hugendubel.
(George, Elizabeth. Denn bitter ist der Tod. Goldmann Verlag, 478 Seiten. ISBN 3-442-42960-9, damals 14,90 DM.)
P.S. Bericht wird auch bei Ciao veröffentlicht...
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