Neil Hanson: Nur das Meer war Zeuge
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Testberichte Neil Hanson: Nur das Meer war Zeuge

 (gebundene Ausgabe)
4.6 von 5
Platz 34 in der Kategorie "Sachbücher Fahrzeuge, Flugzeuge & Schiffe".
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Neil Hanson: Nur das Meer war Zeuge Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,60 / 5,00 4.6 von 5
von 50% aller Autoren empfohlen (1/2).
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  • Böse, aber mitreissende Geschichte, die erzählt werden muss ...
Nachteile/Kritik
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Grauen des Meeres - Grausamkeit des Menschen

ein Testbericht von 2002-11-21 21:21:20 vom 21.11.2002
Empfehlung: nein
Vorteile: Böse, aber mitreissende Geschichte, die erzählt werden muss ......
Nachteile/Kritik: ... allerdings ohne
Tollesbury ist eine kleine Hafenstadt an der Nordseeküste der englischen Grafschaft Essex, die im 19. Jahrhundert als Heimat besonders fähiger Seeleute bekannt ist. Trotzdem ist die Arbeit rar und die Konkurrenz groß. Der junge Navigator Tom Dudley ist daher nach einem für ihn und seine Familie harten Winter im Frühjahr 1884 geneigt, auf ein verlockendes, aber riskantes Angebot einzugehen: Als Kapitän soll er die Rennjacht "Mignonette" von Tollesbury nach Sidney zu ihrem neuen Eigner überführen: eine Seereise von 10.000 Seemeilen! Dudley ist ein guter Seemann, aber die "Mignonette" ist zwanzig Jahre alt und wurde außerdem für die Küstenschifffahrt, nicht jedoch für die hohe See gebaut. Doch der gute Lohn lockt, und so stellt Dudley nach einigen Schwierigkeiten eine kleine Crew zusammen, mit der er im Mai in See sticht. Mit ihm reisen Edmund "Ned" Brooks als Vollmatrose und Schiffskoch, der Maat Edwin Stephens und der 17-jährige Richard Parker, der als Leichtmatrose auf seine erste große Fahrt geht.

Kapitän Dudley ist als Hochseeschiffer ein Neuling. Die Sicherheit von Schiff und Mannschaft steht für ihn an erster Stelle. Er steckt einen Kurs ab, der die "Mignonette" fern bekannter Sturmzonen halten soll. Doch ihm entgeht, dass ihn seine Route weitab der befahrenen Segel- und Dampfschiffrouten führt. Das rächt sich bitter, als am 5. Juli 1884 die "Mignonette" in einem gewaltigen Sturm binnen weniger Minuten sinkt. Die vier Männer können sich retten, doch als sich die Wogen glätten, finden sie sich auf der halben Strecke zwischen Afrika und Südamerika ohne Lebensmittel und Wasser in einem halb lecken Dingi von gerade einmal vier Metern Länge und 1,20 Metern Breite wieder. Fast drei Wochen halten die Schiffbrüchigen trotz unglaublicher Strapazen und Entbehrungen aus. Am Ende ihrer Kräfte, den Tod unmittelbar vor Augen, berufen sich Kapitän Dudley, Stephens und Brooks auf den "Brauch des Meeres": Sie töten den Richard Parker, den Schwächsten ihrer Crew, und verzehren ihn. Das rettet ihnen das Leben, bis sie Tage vom deutschen Dreimaster "Moctezuma" gefunden und aufgenommen werden.

Der "Brauch des Meeres" ist eine in Seemannskreisen wohl bekannte, doch naturgemäß niemals schriftlich fixierte Regel, rührt sie doch an ein uraltes gesellschaftliches Tabu. Das soll Kapitän Dudley und seinen beiden Begleitern zum Verhängnis werden. Während sie sich in dem Bewusstsein, etwas Furchtbares, aber letztlich Unvermeidbares getan zu haben, an Bord der "Moctezuma" nur allmählich erholen, braut sich über ihren Köpfen ein Sturm ganz anderer Natur zusammen: Kannibalismus passt gar nicht in das Selbstbild der stolzen Seefahrernation England, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Weltmacht aufsteigt. Der brave britische Seemann hat gefälligst gefasst und entschlossen und wenn möglich mit einem Hoch auf die Königin in den Tod zu gehen. Das Unglück der "Mignonette" wird zum Politikum, als das Innenministerium beschließt, an Dudley und seinen Begleitern ein Exempel zu statuieren, um auf diese Weise den verhassten "Brauch des Meeres" endgültig auszurotten. Das unglückliche und völlig überraschte Trio, das aus seiner Tat nie einen Hehl gemacht hat, wird des Mordes angeklagt. Es entspinnt sich ein Rechtskampf durch alle Instanzen, in dem die Angeklagten niemals eine Chance haben. Sie werden zum willkommenen Bauernopfer in einem politischen Schachspiel, das sie weder verstehen noch fassen können, als sie es endlich durchschauen. Dudley, Stephens und Brooks verlieren alles; ihre Freiheit, ihren Ruf, ihre Würde und schließlich ihre Selbstachtung, als sie in ihrer Not beginnen, einander zu verraten. Nach einem in den Annalen der Justizgeschichte einmaligen und beschämenden Schauprozeß, der sich über Monate hin zieht, werden die drei Angeklagten zum Tode verurteilt – und sogleich zu einer sechsmonatigen Haftstrafe begnadigt. Die Resonanz der Öffentlichkeit und vor allem der Presse hält sich daher in Grenzen, und so haben es die Drahtzieher auch geplant. Als die Überlebenden der "Mignonette" dann frei gelassen werden, geschieht dies in aller Stille. Ihr Leben ist zerstört. Verbittert bemühen sie sich um einen Neuanfang, doch die Ereignisse des Jahres 1884 werden sie bis zu ihrem Tode verfolgen.


Als die unglücklichen Überlebenden der "Mignonette" gerettet werden, hat der Leser bei der Lektüre von "Das Gesetz der See" gerade einmal zur Hälfte des Buches hinter sich gebracht. Das sorgt für Verblüffung, bis sich heraus stellt, das die Geschichte nun paradoxerweise erst richtig beginnt. Manches Mal werden sich Kapitän Dudley und seine Gefährten wohl gewünscht haben, auf See umgekommen zu sein, während sie durch die unerbittlichen Mühlen der britischen Justiz gedreht wurden. Dem Mord als letztem Ausweg für ein Überleben folgte der ungleich verdammenswertere Mord durch eine unheilige Allianz von Politikern, Richtern und Anwälten und selbst ernannten Streitern für den "britischen" Geist.

Entschlossen ist der Journalist und Historiker Neil Hanson in die mehr als ein Jahrhundert tiefe Schicht von Prozessakten, Zeitungsartikeln und Büchern zum Fall "Mignonette" abgetaucht, um bis auf den Grund der Geschichte vorzudringen. Das eigentlich Unglaubliche ist ja die Tatsache, dass die Beteiligten des Justizskandals von 1884 ihr Tun kaum verbargen. Deprimierend ist die Erkenntnis, dass dazu auch kein Grund bestand: In den Augen des Gesetzes waren diejenigen, die über Kapitän Dudley und seine Männer ihr Urteil sprachen, durchaus im Recht; jedenfalls im Großen und Ganzen.

Die Urteil stand von vornherein fest. Den Weg dorthin zu verfolgen, ist dank Neil Hanson weitaus fesselnder als die Lektüre jedes Grisham-Romans, und die Fakten können wahrlich für sich selbst sprechen Aber auch die letzte Fahrt der "Mignonette" und die Leiden der Schiffbrüchigen rekonstruiert der Autor mit großer Meisterschaft. Auffällig ist die kunstvolle Verschränkung der einzelnen Kapitel; im Erzählfluss tauchen immer wieder Brüche in Form interessanter, doch eigentlich nicht zum Thema gehörender Exkurse auf, die jedoch an anderer Stelle plötzlich ihren wahren Sinngehalt offenbaren. Wie nebenbei erhält der Leser auf diese Weise Informationen nicht nur über den Kannibalismus in der Geschichte, sondern auch über die Handelsschifffahrt nach 1850, das Gesellschaftsleben, die Politik und die Justiz im England auf der Schwelle zur modernen Industrienation.

Und die haben es durchaus in sich. Allgemein bekannt ist die rohe Grausamkeit, die auf den Schiffen der britischen Kriegsmarine an der Tagesordnung war. Hanson deckt nunmehr auf, dass es auf den Handelsschiffen keineswegs gesitteter zuging. Die perfide Geldgier skrupelloser Geschäftsmänner, die das Recht nach ihrem Gusto beugten, machte es möglich, unschuldige Seeleute auf halb wracken, überladenen und hoch versicherten Frachtschiffen, den berüchtigten "Seelenverkäufern", hinaus aufs Meer zu schicken, wo auf diese Weise Zehntausende ein elendes Ende fanden.

Aber auch mit der Solidarität der Seeleute untereinander war es nicht besonders weit her. In Literatur und Film weit verbreitet ist jene Szene, in der die im Ozean treibenden Überlebenden eines Untergangs in der Ferne das Segel eines anderen Schiffes sehen. Jubel angesichts der nahen Rettung bricht aus, und das zu Recht, denn später sehen wir die Geborgenen in Decken gehüllt an Bord des Retters in die Heimat zurückkehren. So selbstverständlich war dies allerdings gar nicht. Hanson legt dar, dass Schiffbrüchige weitaus öfter von anderen Schiffen entdeckt als gerettet wurden! Die Gründe reichten von eigener Lebensmittelknappheit über Furcht vor ansteckenden Krankheiten bis zu blanker Gleichgültigkeit.

Wenn es etwas einzuwenden gibt, gegen die traurige, aber fesselnde Geschichte des "Gesetzes der See", dann ist es der verhängnisvolle Drang des Autoren, das tatsächliche Geschehen in eine solche zu verwandeln: "Das Gesetz der See" ist keine Dokumentation, sondern ein Tatsachenroman. Was Hanson zu dieser Form veranlasst haben könnte, bleibt unklar; eventuell fürchtete er, seine Leser durch das allzu ausführliche Zitieren zeitgenössischer Quellen zu langweilen. Doch sein Drang, um jeden Preis zu unterhalten, geht auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Dafür ist nicht einmal die offenkundige Unbeholfenheit des ehrgeizigen Romanciers verantwortlich, die allerdings der arg hölzernen deutschen Übersetzung anzulasten sein mag. (Dies wird unterstrichen durch den deutlichen Bruch zwischen der Geschichte der "Mignonette" und dem Prozess gegen ihre Besatzung: Beide Teile wurden von verschiedenen und unterschiedlich begabten Übersetzern ins Deutsche übertragen.) Schlimmer ist jedoch Hansons Spiel mit der Realität. Schon früh schwant dem Leser wenig Gutes, wenn er Kapitän Dudley und seine Crew ausführliche und geradezu prophetische, scheinbar im Wortlaut zitierte Gespräche mit dem jungen Parker, dem späteren unglückseligen Menschenopfer, über das "Gesetz der See" und jene, die ihm folgen mussten, führen sieht. Ans Herz gehen weiterhin zwei Begegnungen der Schiffbrüchigen mit möglichen Rettern, von denen sie jedoch schmählich im Stich gelassen werden. Erst im Nachwort muss man dann lesen, dass Hanson diese Episoden frei erfunden hat; der Melodramatik wegen, und weil sich dieses traurige Geschehen so hätte ereignen können. Tatsächlich war die "Moctezuma" das erste und einzige Schiff, dass dem Dingi in den dreieinhalb Wochen seiner Irrfahrt begegnet ist.

Ein solcher erzählerischer "Kunstgriff" ist nicht nur indiskutabel, sondern auch unredlich. Was nützt die sorgfältige Recherche, wenn der Leser ständig damit rechnen muss, manipuliert zu werden? Der Verdruss über diese überflüssige Effekthascherei sowie die hausbackene Übersetzung sind denn auch die einzigen (allerdings gewichtigen!) Argumente gegen dieses ansonsten trotz (oder gerade wegen) seines düsteren Themas faszinierende und zudem knapp, aber sorgfältig bebilderte Werk.

(Copyright 21.11.2002/Dr. Michael Drewniok)
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Gering

Nur das Meer war Zeuge

ein Testbericht von 2010-05-26 19:33:39 vom 26.05.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: s.o...
Nachteile/Kritik: s.o
Das Bild der segelbetriebenen Seefahrt ist in den Köpfen der Landratten - und das sind statistisch die meisten von uns - eher geprägt vom romantischen Entergehabe mehr oder minder guter Seeräuberfilme, die seit Beginn der Kinoproduktionen in Massen dem Cineasten zur Verfügung stehen.
Der geringeren Anzahl eben jener Liebhaber von Segelschiffambiente wird "Skorbut" etwas sagen, mitnichten ist davon auszugehen, dass bekannt ist, dass ein Gutteil der Seemannsnahrung aus tierischen Proteinen bestand - nämlich die Insekten im Brot.
Mir auch neu war, dass es bis in die Neuzeit problematisch war, Wasser frisch zu lagern: Was gut für den Rotwein ist, ist schlecht fürs Wasser - Holzfässer.
Ein weiteres Thema, dass auch durchaus bewusst nie in der Breite der Öffentlichkeit diskutiert worden ist, ist der sogenannte Brauch der See (Custom of the sea).
Dieser Brauch eben war genau einmal Thema vor eine Gericht, einem britischen zudem.



------- Was besagt der Brauch? -------


Schiffsunglücke waren häufig in der Segelschiffära, es gab Jahre, an dem allein bei in Großbritannien registrierten Schiffen täglich drei bis vier Schiffe als Verlust abgeschrieben werden mussten. Die jährliche Zahl an ums Leben gekommenen Matrosen und Passagieren war erheblich.
Dass die Mannschaften von Schiffen in Teilen in missliche Situationen gerieten, fern ab von Segelschiffrufen oder der Möglichkeit der Rettung, führte bekanntermaßen zu dramatischen Situationen. Blut ersetzt Trinkwasser, die Körper von Toten oder von Getöteten müssen die Nahrung ersetzen.
Der Brauch der See beschreibt das Ritual, dass Überlebende in einer solchen Situation einen aus der Gruppe auswählen, töten und sich durch die Leiche am Leben erhalten.
Der "Brauch der See" war ein in Matrosenkreisen sehr bekannter Brauch, die Akzeptanz eben dieses Brauches weit verbreitet.
Allerdings galten dafür Regeln. So war das Auslosen ein fester Bestandteil dieses Brauches, zumindest wurde er erwartet.


------- Der Fall ------


Vier Männer rechen 1884 aus England auf, um eine betagte Rennyacht auf dem weiten Weg um die halbe Welt nach Australien zu überführen. Kapitän ist Tom Dudley, in den Kreisen der Yachtclubs ein bekannter und angesehener Seemann, der Freilich nur in Küstennähe Erfahrungen sammeln konnte.
Das Schiff ist eine alte Yacht namens Mignonette, die ein reicher Australier in England gekauft hat und in Australien für den Yachtsport haben wollte.
Dudley wurden 100 Pfund zugesagt für die Überführung der Yacht: Für 100 Pfund hätte Dudley nicht nur die Passage für seine Familie nach Australien zahlen können, sondern sich auch noch ein schmuckes Haus dort leisten können.
Tom überredet zwei erfahrene Seemänner für den Turn und den 17 jährigen Richard Parker.
Zwar wird bald zweifelhaft, ob das Schiff nicht solche Mängel hat, die Fahrt bestreiten zu können, nach einer kurzen Reparatur freilich entschließt sich Tom, die Reise zu unternehmen.
Lange Zeit geht auch alles gut bis das Schiff zwischen Afrika und Südamerika und fern aller Segelschiffrouten von einer Riesenwelle zerschlagen wird. Den vieren gelingt es zwar, sich auf Dingi (Rettungsboot) zu retten, freilich fehlen Nahrung und Wasser.

.............

Was an den letzten vier Tagen auf dem Rettungsbott geschah, sollte ein gerichtliches Nachspiel haben, denn es wurde der Brauch der See angewandt.
Tom Dudley wurde von einem deutschen Schiff mit zwei seiner Gefährten aufgefischt und in England an Land gesetzt. Dort gab er den Verlust des Schiffes an sowie den Tod und die Todesumstände eines der Besatzungsmitglieder.
Ging Tom davon aus, dass damit der Gerechtigkeit Genüge getan sei, sah man das in den höheren Kreisen anders. Ein Exempel sollte statuiert werden, der Brauch der See ein für allemal als Mord gebrandmarkt werden.
Eine breite Öffentlichkeit in ganz Großbritannien schlug sich auf die Seite der Geretteten, die Justiz und die Politik auf die Seite des Opfers.
Mit juristischer Brillanz und Tücke, Absprachen, Bestechungen usw. gelang es tatsächlich, das Todesurteil durchzusetzen und das unter einer Königin, die dafür bekannt war, nicht allzu viele Urteil dieser Art aufzuheben......


------- Geschichte spektakulär und dennoch fundiert -------


Neil Hanson schildert auf spanende Art nicht nur einen spektakulären Fall von Kannibalismus, der nach seinen Angaben nur deshalb so bekannt und nur deshalb auch heute noch vielen geläufig ist, weil er in England zur Ausbildung der Juristen verwendet wird (Wie in Deutschland der Fall eines Mannes, der während einer Auktion einen Bekannten sieht und den Arm hebt, um diesen zu Grüßen - und damit rechtlich ganz klar ein Gebot abgibt).
Aber nicht nur die menschliche Tragödie hat Hanson recherchiert, die Abläufe und auch den Versuch unternommen, den Leumund der beteiligten Männer zu rekonstruieren. Er gibt auch einen Einblick, wie gesellschaftliche Diskussionen und Meinungsbildungen, lässt aber durchaus Zweifel an Gerechtigkeit aufkeimen.

Durch den Aufbau des Buches, Sachinformationen z.B. zu der Frage, wie Seeleute rekrutiert worden sind, wie das Essen in Menge und Güte war, wie verbreitet der Brauch der See war usw. bis hin zur Weitererzählung des eigentlichen Sachverhaltes, macht Hanson das Buch schon fast zu einem historischen Sachkrimi, der leider ohne Happy End auskommen muss.
Freilich macht Hanson überzeugend etwas, was leider vor allem nur im angelsächsischen Raum so verbreitet ist: Die Form der ausführlichen, buchlangen reportageähnliche Sachdarstellung historischer Begebenheiten ist zwar in der deutschen Historikerzunft mehr als verpönt, dafür aber erreichen in England Historiker und historische Sachbuchautoren deutlich mehr Leser, als das z.B. ein Guido Knopp in Deutschland schafft.
Zudem thematisiert Hanson etwas, das uns heute eine Gänsehaut beschert, für Generationen von Seefahrern aber härteste Realität werden konnte, auch wenn viele der Verzweiflungstaten für immer dennoch vom Meer verschluckt worden sind.
Hanson skizziert damit ein Mahnmal für die Schrecken des Meeres, für das von Menschen erlebte grauen und rückt aber die Gänsehaut in eine deutlich realistischere und fairere Perspektive.


Michael
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
fantagirlie
fantagirlie, 18.06.2010
Hey. Danke für deine letzten Gegenlesungen, hab mich sehr darüber gefreut. Ich wünsche Dir einen angenehmen Tag und eine nicht ganz so stressige Restwoche
Free22
Free22, 26.05.2010


Ein sehr schöner Bericht :

...Wer hat Interesse an einer Leserunde?

Ich spare für ein neues Handy C905du?
cleo1
cleo1, 05.09.2010
Wünsche Dir einen schönen Sonntag. Man liest sich. LG cleo1
Danke für Deine Lesungen.
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