Hemmer: Die 50 wichtigsten Fälle für Anfangssemester im Sachenrecht
ein Testbericht von Asterisque2007-03-08 18:29:18vom 08.03.2007Empfehlung: ja
Vorteile: guter Aufbau, nachvollziehbare Lösungen, die hemmer-Methode...Nachteile/Kritik: -
Die 50 wichtigsten Fälle für Anfangssemester
Sachenrecht I
von den Profis Hemmer/Wüst
Vorwort
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Da die verschiedenen Ausgaben alle gleich aufgebaut sind, schreibe ich auch nicht jede Bewertung neu sondern schreibe immer nur den ausgabenspezifischen Teil neu (Inhalt und evtl. Fazit). Sowohl der Verlag als auch die Aufmachung als auch die Methode - alles bleibt gleich, also auch mein Beitrag.
Die Autoren/ der Verlag
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Hemmer steht für ein juristisches Repetitorium. Dabei handelt es sich um eine kommerzielle Studentenausbildung, die gerade in der Examensphase vom Großteil der Jurastudenten genutzt wird. Die jahrelange Erfahrung der Repetitoren schlägt sich in unzähligen Fallsammlungen und Skripten zu sämtlichen juristischen Gebieten nieder.
Von Professoren werden diese Lernmaterialien eher selten empfohlen, weil es sich hierbei eben nicht um die typischen Lehrbücher handelt. Nichtsdestotrotz kann man mit ruhigem Gewissen zu Werken aus dem Hause Hemmer/Wüst greifen und damit den Vorlesungsstoff aufarbeiten und sich auf Klausuren vorbereiten. Ob man diese Skripte und Fallsammlungen ergänzend zu Lehrbüchern erarbeitet oder sich alleine darauf verlässt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Genauso muss jeder herausfinden welcher Repetitor bzw. welche Skripte einem am meisten zusagen.
Klar ist jedoch, dass das hemmer-Erfolgsprogramm seit 1976 besteht und man in dieser langen Zeit viel Erfahrung auf dem Gebiet der juristischen Lernweise sammeln konnte.
Äußere Erscheinung
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Die Hemmer-Materialien treten im Einheitslook auf. Weiß und türkis.
Die Fallsammlung ist broschiert und damit nicht allzu sicher gegen Knicke im Einband und abgestoßene Ränder. Vorteilhaft ist allerdings, dass das Buch durch den flexiblen Einband sehr handlich ist.
Die Fälle sind auf hochwertigem Papier gedruckt. Hervorhebungen gibt es durch Fettdrucke wichtiger Begriffe, Unterstreichungen und graue oder türkisfarbene Kästchen. Wichtiges lässt sich somit durch einen schnellen Blick (zB beim Wiederholen) sofort erkennen.
Das Buch hat übrigens 231 Seiten und kostet 12,80 Euro. Es mag auch billigere Fallbücher geben, aber ob sie qualitativ genauso hochwertig sind lass ich nunmal unbeantwortet. Die aktuellste Auflage (2.Auflage) ist aus dem Jahr 2005.
Inhalt
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Das Zivilrecht ist der größte Teil des juristischen Stoffes und sollte deshalb gut beherrscht werden. Gerade im Sachenrecht sind viele Klassiker aber auch Tücken zu finden, die durch Hemmer vereinfacht werden. Sachenrecht I behandelt dabei ausschließlich das Mobiliarsachenrecht.
Das Buch ist in 9 Kapitel unterteilt, die eine unterschiedliche Anzahl von Fällen beinhalten.
...Kapitel I: Besitzschutz
In 3 Fällen werden possessorische Besitzschutzansprüche und petitorische Ansprüche behandelt. Danach sind Bezeichnungen wie verbotene Eigenmacht, mittelbarer Besitzer und Abhandenkommen keine Fremdwörter mehr.
...Kapitel II: Die Eigentumsvermutung für den Bestitzer
Mit einem ausreichenenden Fall wird die Regelung des § 1006 BGB erläutert.
...Kapitel III: Der Anspruch aus § 985 BGB
In 5 Fällen wird einer der wichtigsten Ansprüche aus dem Sachenrecht behandelt. Angesprochen wird ua die Konkurrenz zu anderen Ansprüchen und das Zurückbehaltungsrecht als Recht zum Besitz.
...Kapitel IV: Die Ansprüche aus §§ 987 ff. BGB
16 Fälle ranken sich hier um Bösgläubigkeit, Fremdbesitzerexzess sowohl im Drei-Personen- als auch im Zwei-Personen-Verhältnis, deliktischen Besitz, Verwendungsersatz und viele andere Vorschriften und Problematiken der §§ 987 ff. BGB. Einer der Schwerpunkte der Fallsammlung liegt sicherlich hier, was schon allein auf die Stoffmenge aber auch auf die von Hemmer erkannten Schwächen der Anfangssemester zurückzuführen ist.
...Kapitel V: Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche
In einem Fall
wird auf die Eigentumsbeeinträchtigung durch einen Störer eingegangen. Dabei werden auch die verschiedenen Formen eines Störers erläutert und das Thema der Wiederholungsgefahr erarbeitet.
...Kapitel VI: Rechtsgeschäftlicher Eigentumserwerb
Mit ebenfalls 16 Fällen liegt hier ein weiterer Schwerpunkt. Einigung und Übergabe nach § 929 BGB muss man drauf haben und diese Fallösung hilft einem dabei ua mit Klassikern wie dem „Fräsmaschinenfall“ und dem „Bonifatius-Fall“. Minderjährigkeit, Stellvertretung, Sihcerungsübereignung, gutgläubiger Erwerb bei Scheingeheißpersonen sind nur einige Themen, die in diesem Kapitel behandelt werden.
...Kapitel VII: Das Anwartschaftsrecht
Zwei Fälle mit den Themen „Nachträgliche Erweiterung des Eigentumsvorbehalts“ und „Gutgläubiger Zweiterwerb am Anwartschaftsrecht“.
...Kapitel VIII: Gesetzliche und vertragliche Pfandrechte
In diesem Kapitel werden 3 Fälle aus dem Themenbereich der Pfandrechte gelöst.
...Kapitel IX: Gesetzlicher Eigentumserwerb
Die letzten drei Fälle behandeln die Paragraphen 947, 948, 950 BGB.
Die Fälle sind immer gleich aufgebaut. Zunächst wird kurz der Sachverhalt geschildert. Unter Punkt 1 findet dann eine Einordnung in den Problembereich statt. Unter Punkt 2 folgt eine Gliederung in der knapp das Lösungsschema mit den Schlagworten dargestellt wird. Mit Punkt 3 folgt schließlich die ausformulierte Lösung.
Die Formulierungen sind immer so kurz gehalten, dass sie zwar alles Notwendige vermitteln, aber einen nicht mit zu viel Wissen überladen. So lässt sich die Falllösung stets gut nachvollziehen.
Am Ende einer jeden FAlllösung folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte in dem vorangehenden Fall.
Besonderheiten
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Eine Besonderheit ist die hemmer-Methode, die sich durch sämtliche Materialien des Verlages zieht. Diese wird immer in türkis hinterlegten Kästchen innerhalb der Falllösung hervorgehoben. Hier wird nochmals kurz auf bestimmte Probleme und deren Hintergründe eingegangen. Dies soll das Lernen erleichtern und eben exakt prüfungsrelevantes Wissen vermitteln.
In grau hinterlegten Kästchen gibt es den "Sound" des Falles nochmal in Reinform. Hier werden meist nochmals bestimmte Definitionen wiedergegeben, die sich dadurch in den Köpfen festsetzen sollen.
Die Hemmer-Methode ist wohl das was den Unterschied beim Lernen macht. Viele mögen es und sind damit erfolgreich, andere hingegen können mit dieser Darstellung und Methode nichts anfangen.
Fazit
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Ich arbeite seit Beginn meines Studiums mit Hemmer - sowohl mit Fallsammlungen als auch mit Skripten. Gerade im Sachenrecht wurde uns von Anfang an klar gemacht wie wichtig dieses Rechtsgebiet und seine Beherrschung ist. Das zu wissen ist zwar gut, aber es erhöht den inneren Druck alles verstehen und können zu wollen ungemein.Mit der Fallsammlung von Hemmer war es für mich überhaupt erst möglich das Wissen aus der Vorlesung in praktischen Fällen unterzubringen und damit auch die Lösungsschemata und die wichtigen Definitionen zu lernen.
Hemmer bringt Grundwissen und Detailwissen bei und fokusiert prüfungsrelevantes Wissen.
Ich empfehle dieses Buch allen Anfangssemestern, die sich vielleicht auch noch schwer mit dem Fällelösen tun oder nicht wissen wie sie die enorme Stoffmenge bewältigen sollen. Aber auch in höheren Semestern ist ein Blick in die Fälle von Hemmer nicht verkehrt.
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barbu, 08.03.2007
kommentar von dir zu meinem bericht, das austauschkind:
Mir ist es auch etwas zu objektiv, aber dennoch gut geschrieben. LG
meine antwort
danke für die ehrliche meinung.LG
der bericht hat mir echt gut gefallen! weiter so!
MarpeX, 12.12.2007
Sehr hilfreicher Testbericht.
Ich freue mich auf einige Gegenlesungen.
Viele Grüße, MarpeX.
blackangel63, 17.03.2007
9556957795749565 SH LG ANJA 9556957795749565
ein Testbericht von gamzef2011-04-14 18:27:48vom 14.04.2011Empfehlung: ja
Vorteile: von erfahrenen Profis,
Focus auf dem wesentlichen...Nachteile/Kritik: zu viel Werbung
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, mithilfe dessen ich mich auf eine
Klausur vorbereitet habe. "Die 50 wichtigsten Fälle für Anfangssemester -
Sachenrecht I" ist ein Taschenbuch von den Profis Wüst/Hemmer, hat das
praktische Taschenbuchformat und ist bei allen angehenden Juristen sehr
bekannt und populär. In diesem Buch geht es um Fälle aus dem Mobiliar-
sachenrecht, das auch im Examen eine wichtige Rolle spielt und keine
Unsicherheiten erlaubt. Lediglich bei den Professoren sind die Bücher nicht
so beliebt. Sie sagen häufig, dass die Hemmer-Werke "ihre eigene Methode"
haben oder dass, diese Bücher nicht wissenschaftlich genug sind.
Vielleicht haben sie Angst, dass die hoch wissenschaftlichen Lehrbücher
aufgrund von Hemmer & Co immer unbeliebter werden und weniger gekauft
werden. Das sind mögliche Gründe. Fakt ist jedenfalls, dass sich viele Studenten
mit den Hemmer/Wüst-Werken prima durch Klausuren durchboxen konnten und
sich die Dinger so gut wie warme Semmeln verkaufen.
Infos zum Autor:
Karl Edmund Hemmer ist Rechtsanwalt in Würzburg. Zu Co-Autor Achim
Wüst steht leider gar nichts im Buch. Und auch im Internet bin ich kaum
auf Informationen zu seiner Person gestoßen. Schade eigentlich, zumal
Wüst in so vielen nützlichen Büchern mitgewirkt hat. Zusammen haben Herr
Hemmer und Wüst eine Verlagsgesellschaft gegründet, die eine sehr breite
Palette von juristischen Hilfsmitteln und Fallsammlungen sowie Skripte beinhaltet.
Allgemeine Infos zum Buch:
Art: Fallbuch
Autoren: Karl Edmund Hemmer, Achim Wüst
Titel: Die 50 wichtigsten Fälle für Anfangssemester - Sachenrecht I
Anzahl der Fälle: 50
Rechtsgebiet: Zivilrecht
Fach: Sachenrecht I / Mobiliarsachenrecht
Format: Taschenbuchformat
Seitenzahl: 224
Preis: 12,80€
Inhalt:
Kapitel 1 : Besitzschutz (3 Fälle)
Kapitel 2 : Die Eigentumsvermutung für den Besitzer (1 Fall)
Kapitel 3 : Der Anspruch aus § 985 BGB (5 Fälle)
Kapitel 4 : Die Ansprüche aus § 987ff. BGB ( 15 Fälle)
Kapitel 5 : Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche (1 Fall)
Die Pros und Contras bei den Hemmer/Wüst - Fallsammlungen sind eigentlich immer die
gleichen. Jedesmal ärgere ich mich über die 40 Seiten Werbung für die Hemmer-Kurse
und Materialien. Das Buch hat aber natürlich auch gute Seiten - nämlich, dass es das
Augenmerk immer auf das Wesentlich richtet, das den Studenten die meisten Probleme
bereitet. So ist es erfreulich, dass zum rechtsgeschäftlichen Eigentumserwerb, zu dem
zum Beispiel der gutgläubige Erwerb mit vielen kleinen Problemen und Feinheiten gehört,
in 15 Fällen sorgfältig dargestellt wird. Die Themen, die weniger relevant und problematisch
sind, z.B. die Eigentumsvermutung für den Besitzer, werden dagegen kürzer behandelt, was
jedoch für die Vorbereitung einer Klausur nicht von Nachteil ist. Schön ist auch, dass die Fälle
kurz sind und oft eine Abwandlung haben, welche auf jeden Fall dazu beitragen, dass man
zwischen ähnlich aussehenden Feinheiten zu differenzieren lernt und sich nicht in falsche
Lösungswege verrennt.
Was ich persönlich besser gefunden hätte, wäre es, wenn Hemmer/Wüst mehr Fälle zum
etwas kniffligen und auch umfangreichen Anwartschaftsrecht gemacht hätten.
Wenn man bedenkt, dass dieses Buch nur eine Fallsammlung zum Mobiliarsachenrecht
und kein Lehrbuch
ist, kann man mit dem, was einem präsentiert wird, durchaus zufrieden
sein. Als Fallbuch erfüllt Hemmer's Werk seine Aufgaben gut.
Ich vertraue auf die Erfahrungen von Hemmer/Wüst und kann jedem Jurastudenten das
Fallbuch " "Die 50 wichtigsten Fälle für Anfangssemester - Sachenrecht I" vorbehaltlos
weiterempfehlen.
5 von 5 Sternen!
Danke für eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare!