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High Heels
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Testberichte High Heels

 (DVD) Drama
4.5 von 5
Platz 572 in der Kategorie "Dramen".
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High Heels Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,50 / 5,00 4.5 von 5
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wildheart

Kinder und Erwachsene

ein Testbericht von 2005-02-16 11:04:02 vom 16.02.2005
Empfehlung: ja
Wenn Almodóvar ein realistisches Melodram ohne Schnörkel gefilmt hat, dann ist es sicherlich „Tacones lejanos”. In diesem Streifen verbindet er seinen authentischen Stil mit den Gesetzen des melodramatischen Kinos.

Inhalt
Manuel (Feodor Atkine) leitet einen Fernsehsender, in dem seine wesentlich jüngere Frau Rebeca (Victoria Abril) als Nachrichtensprecherin tätig ist. Rebeca ist 27, und vor fünfzehn Jahren verließ ihre Mutter Becky (Marisa Paredes) sie, um in Nordamerika Karriere zu machen. Nun kehrt sie nach Spanien zurück, und ihre Tochter erwartet sie am Flughafen und erinnert sich an die Vergangenheit.

Ihre Mutter hatte ihren Vater (Nacho Martínez) verlassen, mit Alberto (Pedro Díez del Corral), aber auch mit Manuel ein Verhältnis gehabt. Alberto wollte Becky daran hindern, ins Ausland zu gehen, um als Sängerin Karriere zu machen. Sie hatte ihrer Tochter versprochen, in Mexiko schnell einen Film zu drehen, der sie berühmt mache, um dann zu Rebeca zurückzukehren. Daraufhin hatte Rebeca heimlich die Schlaftabletten Albertos, den sie eh nicht mochte und der sie nicht mochte, mit anderen Pillen vertauscht, um ihre Mutter gehen zu lassen und um sie so schnell wie möglich wiederzusehen. Doch Becky bliebt 15 lange Jahre. Sie ahnt bei ihrer Rückkehr nichts von dieser Handlung ihrer Tochter Jahre zuvor.

Rebeca heiratete Manuel, ohne ihrer Mutter von der Identität ihres Ehemanns, des Ex-Geliebten Beckys, zu erzählen. Manuel selbst will sich scheiden lassen, obwohl Rebeca nicht zustimmt. Er hat ein Verhältnis mit Isabel (Miriam Díaz Aroca), die Rebecas Nachrichten für Taubstumme übersetzt.

Rebeca führt ihre Mutter – gegen den Willen Manuels – in ein Transvestiten-Lokal, in dem Letal (Miguel Bosé) auftritt und Becky als Sängerin kopiert. Er liebt Rebeca, verführt sie in seiner Garderobe. Ein weiteres Ereignis mit Folgen.

Becky ist kaum ein paar Tag wieder in Madrid, als plötzlich Manuel erschossen auf dem Sofa gefunden wird. Rebeca, die am gleichen Abend – trotz dieses Vorfalls – die Nachrichten im Fernsehen liest, verkündet vor dem Fernsehpublikum, sie habe Manuel erschossen. Untersuchungsrichter Domíguez (Miguel Bosé) ermittelt; er gibt vor, nicht an die Schuld Rebecas zu glauben; sie wolle wohl jemanden schützen. Doch auch Domíguez hat ein Geheimnis zu verbergen, das ihn dazu bewegt, Rebeca vor der Verurteilung zu schützen ...

Inszenierung
Almodóvar inszenierte, wiederum in grell-farbigen Bildern, die zeitweise an eine Mischung aus Comic und Werbung erinnern, mit „High Heels” sein traurigstes, dem Realismus verhaftetes Melodram. Es handelt sich nicht um ein Rührstück à la Hollywood. Die Tränen, die fließen, sind nicht aus theatralischer Effekthascherei geschöpft; es sind Tränen, die die Wirklichkeit schreibt. „High Heels” ist letztlich eine Dreiecksgeschichte zwischen Mutter, Tochter – und Männern. Almodóvar interessieren weinende Frauen, aber nicht als Momentaufnahme: „Ich muss zugeben, dass kein Schauspiel mich als Regisseur so fasziniert wie das einer Frau, die weint. Mich fasziniert alles, was zu den Tränen führt, der ganze Weg, den die Frau zurücklegt, ehe sie weint.”

„High Heels” ist ein Paradebeispiel für die Umsetzung dieses Interesses. Der Film veranschaulicht auf eine bestürzende Art, wie sich aus einer Trennung wie der zwischen Becky und Rebeca, für die die Mutter verantwortlich zeichnet, ein Drama entwickelt. Mutter und Tochter, fünfzehn Jahre lang getrennt, lieben sich; Rebeca erzählt ihrer Mutter, dass sie Becky zeitweise gehasst hat, doch sie selbst in diesem Hass für das Verlassen-Worden-Sein geliebt hat. Becky bekennt sich für einen Mord schuldig, der die (verquere) Rache an den Männern dokumentiert, die ihre Mutter suchte und fand und die ihr Leben fast zerstört hätten. Rebeca wählt sich nicht nur den gleichen Typ von Mann, sondern auch noch einen, der ihre Mutter ebenso benutzt hat wie jetzt sie.

Schauspieler
Es ist immer wieder erstaunlich, wie es Almodóvar gelingt, insbesondere die Schauspielerinnen in seinen Filmen in ihren Rollen aufgehen zu lassen. Victoria Abril und Marisa Paredes ist jede Gefühlsregung, jeder Gedanke am Gesicht abzulesen. In der Anfangsszene, als Rebeca auf ihre Mutter im Flughafengebäude wartet, ist der ganze Schmerz ihrer Kindheit zu spüren, ohne dass sie auch nur ein Wort zu sagen braucht.

Fazit
Almodóvar lässt dem Zuschauer keine Hintertür offen, aus der er vor der Dramatik der Geschichte fliehen könnte; er erzählt ohne rosarote Brille, nüchtern, realistisch, dramatisch. Wegsehen, Übersehen ist nicht zulässig. Er macht aber nicht nur den aufgestauten, angesammelten Schmerz der Familientragödie sichtbar, sondern eben auch die diffizile Geschichte dieses Leids. Eine Hintertür gibt es in diesem Film nur für Rebeca; ihr gilt Almodóvars ganzes Mitleiden. Der Mord an Manuel gewinnt – wie in jedem Film des spanischen Regisseurs – eine schier unbestreitbare Logik aus der Geschichte der Handelnden. „High Heels” – auch ein Streifen ohne Lehrhaftigkeit oder Besserwisserei, dokumentarisch und dramatisch in einem.

DVD
Widescreen, Pal
Tonformate / Sprachen: Dolby Digital 2.0 (Stereo) in Deutsch, Dolby Digital 2.0 (Stereo) in Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch

Am 17.3.2005 erscheint nun endlich auch dieser Film von Almodóvar bei Universal Pictures auf DVD – zu einem Preis, der akzeptabel ist (bei amazon und jpc für € 12,99). Eine Vorabversion, die ich sehen konnte, überzeugt durch exzellentes Bild und ebenso mehr als zufriedenstellenden Ton. Allerdings hat man – einmal wieder – darauf verzichtet, die DVD mit Bonusmaterial auszustatten, was gerade bei dem spanischen Regisseur und seinen Filmen eigentlich ein kleines Verbrechen ist. Außer einem TV-Spot und einer Trailer-Show bleibt die Scheibe gähnend leer. Trotzdem ist die DVD für Fans Almodóvars sicherlich ein Muss.

High Heels
(Tacones lejanos)
Spanien 1991, 113 Minuten
Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar
Director of Photography: Alfredo Mayo
Montage: José Salcedo
Musik: Ryuichi Sakamoto
Szenenbild: Pierre-Louis Thevenet
Darsteller: Victoria Abril (Rebeca), Marisa Paredes (Becky del Páramo), Miguel Bosé (Untersuchungsrichter Domíguez / Hugo / Letal), Pedro Díez del Corral (Alberto), Feodor Atkine (Manuel), Bibi Andersen (Chon), Miriam Díaz Aroca (Isabel), Nacho Martínez (Juan, Vater von Rebeca), Cristina Marcos (Paula), Ana Lizaran (Margarita), Rocío Muñoz (Rebeca als Kind), Mairata O’Wisiedo (Mutter des Richters), Javier Bardem (Inspizient TV)

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0103030


© Ulrich Behrens 2005
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 13.09.2010
ganz hab ich mir diesen film noch nicht angeschaut, nur ausschnittsweise. muss ich aber nachholen, zumal dein bericht mich neugierig darauf gemacht hat. bw und ganz liebe grüße
Tris.
Tris., 16.02.2005
Klingt nicht nach einem Film fuumlr mich
Estha
Estha, 19.06.2006
1769...sh...1769
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w.gruentjens

Schrille Mutter-Tochter-Farce

ein Testbericht von 2004-05-15 20:29:41 vom 15.05.2004
Empfehlung: ja
High Heels heißen hochhackige Schuhe, mit denen Weiber auch spitze und böse Tritte austeilen können, wenn sie zu Hyänen werden. Almodóvar zeigt hier in einer spannenden, schrillen und tragischen Mutter-Tochter-Inszenierung zwei solche Damen mit High Heels, bei der man bis zum Schluss nicht weiß, welche nun die Mörderin ist; und auch zum Schluss erfährt man noch eine Reihe anderer Geheimnisse …


INHALT

In der Vergangenheit, vor 15 Jahren, hat die Mutter Becky (Marisa Paredes) die Tochter Rebeca (Rocio Munoz) verlassen.

Rückblende:

Becky ist eine große Dame im Show-Business, aber sie will noch höher hinaus und sucht deshalb neue Karrierewege in Amerika. Ihren Mann hat sie zwar verlassen, ist aber mit zwei Liebhabern (Manuel und Alberto) recht gut ausgelastet. Alberto will sie mit Gewalt hindern, nach Amerika zu gehen. Man sieht dann die kleine Rebeca, wie sie sich an Tabletten im Bad zu schaffen macht. Kurz darauf verunglückt Alberto mit dem Auto, und die Mutter kann ungehindert abfahren. Die Abwesenheit dauert aber dann doch viel länger als geplant, nämlich 15 Jahre.

In der Gegenwart

erleben wir nun die Rückkehr der Mutter, die von der Eröffnung, dass Rebeca (nunmehr gespielt von Victoria Abril) Mutters anderen früheren Liebhaber Manuel geheiratet hat, nicht erbaut ist. Die beiden wollen sich aber scheiden lassen.

Alle besuchen zusammen ein Cabaret, in dem auch der Transvestit Letal (Miguel Bosé) auftritt, der Becky kopiert. Toll, wirklich. In der Pause dann nimmt er Rebeca, die er liebt, mit in die Garderobe und schläft mit ihr. Aber Letal hat noch ein anderes Geheimnis …

Schließlich wird Manuel, Rebecas Mann, der aber ein Verhältnis mit Rebecas Kollegin hat und auch schon mal mit ihrer Mutter schläft, ermordet aufgefunden, und Rebeca, die ja auch Nachrichtensprecherin in Manuels Sender ist, bezichtigt sich selbst in den Nachrichten, ihren Mann umgebracht zu haben.

Im Gefängnis schließlich singen und tanzen die Gefängnisinsassinnen ein Ballett, und spätestens damit sagt Almodóvar, dass man das Ganze nicht ernst, sondern als Farce nehmen soll.

Immer lächerlicher wird das „Drama“ nun noch, wenn der Untersuchungsrichter auftritt. Der hat nämlich auch so seine kleinen Geheimnisse. Und auch sein Spitzel bringt erhebliche Verwirrung.

Wenn dann am Ende die Frage nach der Mörderin Manuels beantwortet wird, kommt die Mutter-Tochter-Beziehung voll zum Tragen. Erst am Ende, kurz vor dem Tod der Mutter, kommen die beiden zu einer Einigung, zu einer Nähe, zu einem Manöver, das den Richter, der Rebeca mittlerweile näher gekommen ist, in seiner Sucht und Suche nach Beweisen für Schuld und Unschuld zufrieden stellt.


QUALITÄT

Ich mag ja künstlerische Filme, ich mag schwarzen Humor, ich mag auch satirische Komödien; aber dieser Film hier ist alles drei. Er ist schrill, übertrieben, satirisch, gesellschaftskritisch und nimmt auch das Genre „Melodram“ auf die Schippe, wie mir scheint. Man kann den Film – wie Posdole es tut – als Melodram empfinden; für mich ist er eine Veräppelung eines Melodrams; aber bilde jeder sich selbst sein eigenes Urteil. Denn gesehen haben sollte man den Film schon einmal; er kommt regelmäßig bei arte.

Die Mutter, die bisher als Mutter versagt hatte, opfert sich nun am Ende des Lebens und rettet damit ihre Tochter. Die Tochter, die schon früh lernte, Geschicke anderer in ihrem eigenen Interesse zu beeinflussen, verlangt das Opfer des Lebens und die Funktion als Sündenbock. Ist das etwas, das unser Herz bewegt, oder ist es so übertrieben, dass wir über gezückte Taschentücher schmunzeln können? Ich bin mir nicht sicher; ich weiß nur, dass dies auf mich eher satirisch wirkte.

Dieser Film ist aber nicht nur eine gute Mischung aus Kunst, schwarzem Humor und Satire; er ist auch spannend. Die schrillen Figuren, der sonderbare Richter, der eigenartige Transvestit, die kalte Tochter und die egoistische Mutter geben zusammen mit Todesfällen, Gefängnis und geheimnisvollen Ermittlungen dem Film auch etwas von einer Kriminalkomödie.

Die Musik ist zauberhaft, natürlich spanisch. Wer spanische Musik mag, wollte schon deshalb den Film einmal anschauen. Störende Musik mitten in Dialogen gibt es fast nicht in diesem Film.

Marisa Paredes spielt die schrille Mutter mit Karrieresucht und mehreren Liebhabern so überdeutlich, aber nicht übertrieben deutlich, dass man diese schrille Person als markante Hauptperson im Film anerkennen muss.

Die Tochter dagegen ist fast unscheinbar, nicht einmal hübsch. Victoria Abril spielt diese kühle Person, die schon als Kind lernen musste, ihre Interessen zu wahren und notfalls auch durchzusetzen, mit angemessener Distanz und sehr glaubhaft.


FAZIT

Wer sich für Filmkunst interessiert, sollte diesen Film von Aldomóvar einmal ansehen. Wer Unterhaltung sucht, ist hier aber auch nicht verkehrt, denn der Film ist mit seinem schwarzen Humor unterhaltsamer als mancher Unterhaltungsfilm.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Kommentare
olgafrei
olgafrei, 28.05.2004
sehr schoumlner bericht uumlber einen klasse film einer meiner lieblingsregisseure. bin schon gespannt auf sein neustes werk! lg, anja
Ritzilein
Ritzilein, 15.05.2004
Ich denke, das waumlre ein Film fuumlr mich. Mal schauen... Liebe Gruumlszlige, Bianca
retilein
retilein, 15.05.2004
scheint interessanter film zu sein
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