ein Testbericht von Chryseis2007-04-29 17:21:18vom 29.04.2007Empfehlung: ja
Vorteile: ist unterhaltsam und macht nachdenklich...Nachteile/Kritik: zuviel Gefluche
Gekauft habe ich es, wie so oft, aus purer Neugier. Ich hatte von Nick Hornby gehört, „About a Boy“ und „High Fidelity“ waren mir ein Begriff – auch wenn ich die Filme bisher nicht gesehen habe. „A Long Way Down“ werde ich sicher auch nicht im Kino sehen, es sei denn ich finde jemanden der mit mir geht, alleine gehe ich nicht ins Lichtspielhaus. Ins Kino kommt die Verfilmung ganz sicher. Ich denke, Johnny Depp hat die Filmrechte bestimmt nicht ohne Grund gekauft und beim Lesen habe ich auch immer wieder gedacht „.... wenn das nicht wieder ein Film wird heiße ich von nun an Hase...“
Ich stelle euch am besten die Hauptakteure erst mal vor, zunächst ist da
Martin Short, Ex-Frühstücksfernsehen-Moderator, Ex-Ehemann und Vater zweier Töchter, Ex-Gefängnisinsasse. Ein echt maroder Typ, hat sich sein Leben wegen einer 15-Jährigen, mit der er unbedingt schlafen musste, total vermurkst hat. Er ist von einem Essen mit Freunden „Mal eben kurz auf die Toilette“ weg gegangen und sitzt nun auf dem Dach des Trooper-Hauses.
Dann währe da als nächstes:
Maureen, sie pflegt seit 19 Jahren ihren Sohn Matty, der im Wachkomma liegt. Sehr viel mehr gibt es über sie eigentlich nicht zu sagen, weil sich mehr in ihrem Leben nicht abspielt. „....bei dem einen Mal in meinem Leben, wo ich intim mit jemandem war, wurde Matty gezeugt. Wie sind da die Chancen, hm? Eins zu einer Million? Eins zu zehn Millionen?“....
Als dritte taucht Jess auf dem Dach auf:
Jess ist 18, total überdreht und tritt in jedes noch so kleine Fettnäpfchen. Sie hat Probleme mit ihrem Gefühlsleben und mit Autoritätspersonen....ganz zu schweigen davon, dass sie Probleme hat auch nur einen Satz ohne Schimpfwort von sich zu geben. Womit Maureen, die so etwas nicht gern hört ihre Probleme hat.
Deswegen ist der häufigste Satz in dem Buch auch: „Sorry, Maureen!“
Der letzte im Bunde ist
JJ . Eigentlich John Julius, aber das erzählt er den anderen nicht, es bleibt JJ´s Geheimnis. Warum er sich zu den anderen auf das Dach gesellt hat ist zunächst auch nicht so klar wie bei den anderen Dreien. Vielleicht reicht es ja schon, wenn man als Amerikaner in London für einen mittelmäßigen Pizzabäcker den Ausfahrer macht um des Lebens überdrüssig zu sein.
Alle vier finden sich aus den unterschiedlichsten Gründen kurz vor Mitternacht zum Jahreswechsel auf den Dach eines heruntergekommenen Hochhauses ein. Jeder von ihnen mit der Absicht dem eigenen Leben durch den Sprung vom Dach ein rasches Ende zu setzten.
Martin hat sich darauf gut vorbereitet und sich die nötige Ausrüstung mitgebracht – er sitzt bereits auf dem Sims als Maureen oben auftaucht.
Maureen hat ihren Abgang fast ein Jahr geplant, sich allerdings nicht wirklich viele Gedanken um die tatsächliche Ausführung gemacht So fehlt ihr also das nötige Werkzeug und sie geht hin zu Martin, der mit dem Rücken zu ihr auf dem Sims sitzt und sie bis dahin nicht bemerkt hatte.
„.....Er würde ja keine Verwendung mehr dafür haben. Ich habe nie versucht, ihn zu schubsen. Ich habe gar nicht die Statur, einen erwachsenen Mann vom
Sims zu schubsen. Ich bin gar nicht kräftig genug gebaut, um einen erwachsenen Mann vom Sims zu stoßen. Und ich hätte es auch nie versucht; es war seine Entscheidung, ob er sprang oder nicht. Ich ging nur zu ihm hin, streckte meine Hand durch die Zaunmaschen und tippte ihm auf die Schulter. Ich wollte ihn bloß fragen, ob er noch lange brauchte.“ (Seite 22)
Jess traf ihre Entscheidung auf´s Dach zu gehen, wie fast alle ihre Entscheidungen, aus einem Impuls heraus. Ohne jede Planung, einfach rauf auf das Gebäude wo man gerade eine Party feiert und dann springen – so einfach hat sie sich das vorgestellt. Wenn da nicht Martin und Maureen gewesen währen. Beide hinderten sie, mit mehr oder minder sanfter Gewalt, daran sich mit Anlauf vom Dach zu stürzen und setzten sich kurzerhand auf sie drauf. In diesem Augenblick erscheint JJ.
„ Weiß der Himmel, warum keiner von uns daran gedacht hatte, dass es an einem bekanntermaßen für Selbstmörder attraktiven Ort am Silvesterabend zugehen würde wie auf dem Piccadilly Circus, aber an diesem Punkt der Ereignisse akzeptierte ich die schnöde Realität: wir waren auf dem besten Weg, aus einem feierlichen und privaten Moment eine Farce und ein Massenspektakel zu machen.
Und genau im Moment dieser Einsicht wurde aus uns dreien vier.
Jemand hüstelte höflich, und als wir uns umdrehten, sahen wir einen großen, gut aussehenden, langhaarigen Mann, vielleicht zehn Jahre jünger als ich, der unter dem Arm einen Sturzhelm und in der freien Hand zwei große, quadratische Kartons hatte.
> Hat von euch jemand Pizza bestellt?<, sagte er.“ ( Seite 34)
Da steht man nun zu viert auf einem Hochhaus in London an einem Silvesterabend, man kennt einander nicht, weiß aber genau mit welcher Absicht jeder dort oben ist, vertrackte Situation. Was tut man also? Die Pizza, auf die irgendjemand nun ewig lange warten wird, verspeisen und Kriegsrat halten. Um zu Springen war der richtige Zeitpunkt verpasst und alleine wollte keiner bleiben was sollte das unfreiwillige Quartett mit dem Rest der Nacht anfangen? Man beschließt, auf ihr Drängen hin, Jess bei der Suche nach ihrem Ex-Freund zu helfen. Sie meint er schulde ihr eine Erklärung. Gesagt getan, die Vier ziehen los und irgendwie werden sie im Laufe ihres „Abenteuers“ zu einer seltsamen Gemeinschaft und, was sie zunächst aber alle standhaft leugnen, sie werden sogar zu Freunden. Freunde weil ihnen etwas gemeinsam ist, was sie den anderen, die nicht in dieser Nacht auf dem Trooper Haus waren, nicht mal annähernd erklären können.
Der zynische Martin, das Mäuschen Maureen, die chaotische Jesse und der zutiefst deprimierte JJ sind wirklich ein seltsames Kleeblatt, aber auch eine Solidargemeinschaft.
Zusammengeschweißt durch ein einschneidendes Erlebnis fügt es sich das jeder von ihnen seine Werte anhand die der anderen überprüft. Ist mein Schicksal wirklich so schlimm? Geht es anderen nicht viel schlechter als mir und die machen trotzdem weiter? Wie albern ist es sich den eigenen Tod zu wünschen weil sich die Band aufgelöst hat? Die Vier lernen durch ihren Nicht-Tod eine Menge über sich und das Leben und der Leser, der über das etwas Absurde hinaus schaut, wird das sicher auch.
Da dies das erste Buch ist, das ich von Nick Hornby gelesen habe weiß ich nicht wie er sonst schreibt. Aber dieses Werk fällt auf durch die vier unterschiedlichen Ich-Erzähler, die jeder auf seine sehr persönliche Art, die Dinge aus einer anderen Warte betrachten. Immer wenn wieder ein anderer dran ist dem Leser seine Ansichten über das Geschehen und auch seine eigene Hintergrundgeschichte näher zu bringen wird das mit einer deutlichen Überschrift angezeigt.
Jess nimmt kein Blatt vor den Mund sie flucht in einer Tour und hat sich ständig mit Martin in den Haaren. Überwiegend weil er sie wütend macht mit seinem Sarkasmus und den kleinen Seitenhieben die sie immer nicht so richtig versteht.
Maureen macht sich ständig Sorgen um tausend Kleinigkeiten und natürlich um ihren Sohn Matty,
Sie ist immer voller Zweifel und formuliert entsprechend ihre Aussagen oft als Fragen und macht sich ständig Gedanken darum ob es richtig ist was sie tut oder sagt „Typ putziges Tantchen“ wie JJ sie bezeichnet.
Wenn JJ aus seiner Warte erzählt sind die Seiten gespickt mit Zitaten und großen Namen wie Charles Dickens, Raymond Carver, Kurt Cobain, Virginia Woolf, ect. ect.
Er liest sehr viel und versucht damit seine mangelnde Schulbildung auszugleichen, das merkt man seinem Erzählstil an.
Die vier Helden sind so unterschiedlich wie man nur sein kann – daher wir dem Leser die Geschichte quasi vier mal erzählt, immer aus einer anderen Perspektive, dabei wird man aber nicht mit ständigen Wiederholungen genervt. Das macht schon einen großen Reiz aus.
Mir ist beim Lesen immer wieder die Frage nach der Ethik durch den Kopf gegangen. Obwohl die Hauptfiguren ihrem Leben kein Ende setzten finden sie doch massenhaft Gründe solch eine Handlung zu rechtfertigen. Muss man sich da nicht Sorgen machen, dass so mancher, der vielleicht gefährdet ist, sich das zu eigen machen könnte? Man kann Dinge ja immer auf verschiedene Arten auslegen, wenn ich sehe das Martin, Maureen, Jess und JJ ihre persönlichen Wertescalen in Ordnung bringen und sich neu fokussieren bedeutet das nicht automatisch das andere das auch so sehen. Aber es ist ja kein neues Dilemma, dass irgendwer sich Bücher, Filme oder Ideologien zurecht biegt und damit eigene Handlungen rechtfertigt.
Kann ich die Lektüre empfehlen? Ein eindeutiges Ja , aber einen Stern ziehe ich ihm ab – ich kenne keinen Menschen der so viel fluchen würde :-)
Aber auf den Film dazu bin ich nun auch neugierig leider ist nicht klar wie lange es noch dauert bis man die Geschichte der Troopers-House-Four über die Kinoleinwand flimmern sieht. Unter
http://www.cinefacts.de
findet man folgenden Eintrag:
"Nick Hornbys schwarze Komödie "A Long Way Down" wird bei Warner Bros. für eine Filmadaption verwendet. Einer der Produzenten ist Johnny Depp ("Fluch der Karibik"-Filme) mit seiner Firma Infinitum Nihil. Für eine Rolle in dem Film ist er aber bis jetzt nicht vorgesehen.
Kinostart: Keine Angaben"
Schade eigentlich – ich hatte Johnny Depp schon als JJ gesehen, die Rolle ist ihm aber vielleicht nicht schräg genug. Mal abwarten....
Noch kurz für die Interessierten (soll es ja geben) ein paar Daten zu Buch und Autor.
A Long Way Down
Übersetzt von Clara Drechsler und Harald Hellmann
Broschiert: 388 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (November 2006)
ISBN-10: 3426615363
Preis : 8,95 Euro
Nick Hornby wurde am 17.04.1957 in Redhill, Großbritannien geboren. Er studierte Anglistik in Cambridge. Bis 1992 war er als Englischlehrer, tätig erst danach widmete er sich ausschließlich dem Schreiben. Er hat einen autistischen Sohn und ist Gründungsmitglied von TreeHouse, einer im Vereinigten Königreich beheimateten Organisation, die sich für eine bessere schulische Betreuung von autistischen Kindern einsetzt.
In Deutschland erschienene Bücher:
- Fever Pitch, 1992
- High Fidelity, 1995
- About a Boy, 1998
- How to be good, 2001
- Speaking with the Angel, 2002
- 31 Songs, 2003
- A Long Way Down, 2005
- My Favourite Year, 2005
- Mein Leben Als Leser, 2005
- All you can read - Bücher, die ich kaufe - Bücher, die ich lese, 2007
Die Tatsache, dass er die Übersetzung seiner Titel nicht erlaubt hat zu Diskussionen geführt – ich finde es ok weil ohnehin gerade bei der Titel-Übersetzung viel verhunzt wird. Bei „A Long Way Down“ wird es ganz klar – es ist für die vier ein langer Weg hinunter. Weil sie nun mal die Treppen genommen haben und weil sie eine ganze Weile brauchen um wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Der lange Weg ist nicht immer der schlechtere.
Chryseis ® April 2007
(auch als Katz bei dooyoo)
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...ein langer Weg nach unten
ein Testbericht von Queenia2008-07-17 16:46:51vom 17.07.2008Empfehlung: ja
Vorteile: Beleuchtung der Geschichte von vier Seiten, Schreibstil, stimmt einen nachdenklich, die gesamte Story...Nachteile/Kritik: nö
Als Abiturient hat man eine Menge Zeit, deswegen habe ich mich mal wieder in unserer Bücherei angemeldet und mir ein paar Bücher ausgeliehen. Darunter fiel auch Nick Hornby, weil ich mir gedacht habe, dass man zumindest ein paar Bücher schon mal von ihm gelesen haben muss. Da unsere Stadtbücherei nur sehr klein ist, war gerade mal ein Buch von ihm dort ausleihbar und ich habe einfach mal zugegriffen.
Dieses Buch trägt den Titel „A long way down“ und ich werde jetzt darüber schreiben.
+++Inhalt+++
Am Silvesterabend treffen sich vier Leute auf dem Dach vom Topper’s House um ihren Leben ein Ende zu bereiten. Als erstes steigt Martin die Treppen empor. Er war ein bekannter „Showmaster“ im Londoner Frühstücksfernsehen. Eigentlich hatte er alles: einen tollen Job, ein schönes Haus sowie Auto, eine Frau und zwei Kinder. Doch dann geht er eines Abends weg und verfällt dem Charme eines Mädchens. Die Beiden landen im Bett, was nicht so unglaublich tragisch gewesen wäre, aber das Mädchen war erst 15 und ihr Vater zeigt Martin an. Er landet deswegen im Gefängnis, verliert seinen Job und seine Familie. Daher sieht er keine andere Möglichkeit als sich vom Dach zu stürzen.
Maureen steigt als zweites das Dach herauf. Eigentlich wollte sie warten, bis Martin runter gesprungen ist, aber da sie sich keine Gedanken gemacht hat, wie sie über den Stacheldrahtzaun kommen soll und Martins Leiter erblickt, fragt sie ihn, vor seinem Sprung, ob er ihr die Leiter rüberreichen kann.
Maureen will ihrem Leben ein Ende bereiten, weil sie einen schwer behinderten Sohn hat. Matty, so heißt er, bestimmt ihr ganzes Leben, da er ohne sie hilflos ist. Sie bringt ihn am Silvesterabend ins Pflegeheim und denkt sich, dass er dort gut versorgt ist, während ihres Sturzes und auch danach.
Weil sie Martin aber bei DEM Moment gestört hat, kann er nicht mehr springen und steigt wieder über den Zaun.
Im gleichen Moment stürzt ein junges Mädchen das Dach hinauf, die wild entschlossen ist zu springen. Weil Martin und Maureen aber finden, dass sie zum Sterben viel zu jung ist, setzen sie sich auf sie drauf, damit sie nicht entkommen kann. Dabei erfahren sie, dass sie erst 18 ist, Jess heißt und sich hinunterstürzen will, weil ihr Freund Chas mit ihr Schluss gemacht hat, ohne ihr einen Grund zu nennen und weil sie es nicht ertragen kann etwas nicht zu wissen, will sie ihrem Leben ein Ende bereiten.
Als letztes trifft JJ auf dem Dach ein. Er ist ursprünglich Amerikaner und weil er illegaler Einwanderer ist, übernimmt er den undankbaren Job eines Pizzaauslieferers. Wegen eines Auftrages kommt er im Topper’s House an und beschließt spontan sich hinunterzustürzen, weil in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht. Denn eigentlich hat immer die Musik sein Leben bestimmt, doch seit sich seine Band getrennt hat und auch seine Freundin nicht mehr bei ihm ist, empfindet er sein Leben als sinnlos.
Weil aber Martin, Maureen und JJ finden, dass Jess sich nicht hinunterstürzen darf, da sie ihr ganzes Leben noch vor sich hat, beschließen die vier Jess Problem zu lösen,
wofür sie sich auf die Suche nach Chas machen müssen. Nachdem sie ihn finden, ist es auch schon vier Uhr und die vier wollen sich an diesem Tag nicht mehr vom Dach stürzen. Das nächstbeste Datum für einen Selbstmord sehen die vier als den Valentinstag, weil dort allen mal wieder bewusst wird, wie traurig und allein sie doch sind und bis dahin müssen sie sich gegenseitig am Leben halten, um ihren „Pakt“ zu erfüllen…
+++Schreibstil+++
Das Besondere an diesem Buch ist, dass jede der vier Personen seine eigene Geschichte erzählt. Das ist immer so markiert, dass über dem nächsten Abschnitt z.b. „Martin“ steht und Martin dann aus seiner Sicht alles erzählt. Nick Hornby hat auch für jede Person einen eigenen Schreibstil gewählt. Martin ist hier der erfahrene Journalist, der weiß, wie er sich ausdrücken soll, alles etwas genervter sieht und von Anfang an nie wirklich mit diesem Pakt einverstanden war.
Maureen ist die Älteste von den vieren und seit ca. 20 Jahren nicht mehr ausgegangen. In ihren Erzählungen sind alle Schimpfwörter zensiert, da sie eine sehr religiöse Frau ist, weil für sie das ganze „normale“ Leben völlig neu ist, schildert sie ihre Erlebnisse mit besonders viel Enthusiasmus.
Jess ist das kleine Küken in der Runde, die es liebt Schimpfwörter zu benutzen und Fremdwörter hasst. Daher erzählt sie alles so, wie die meisten Jugendlichen heutzutage reden, da sie auch keine Vorliebe für Anführungszeichen hat, lässt sie diese gerne mal weg und greift auf „und dann sie:…“ „und ich dann so…“ oft zurück.
JJ ist der belesene Künstler, der seine Gedanken gerne aufschreibt und zu Zitaten von Dichtern oder Musikern zurückgreift und diese auch benutzt. Hier scheint es so, als ob JJ bzw. der Autor richtig Mühe gibt, um seine Erzählung wie ein kleines Kunstwerk aussehen zu lassen.
Es ist nicht schwer zu lesen, man versteht alles, kommt super mit und muss nicht viel dabei nachdenken, nur bei Jess ist es etwas anstrengend, da, zumindest ich, schnell in ihre Schreibweise reinkomme und denke, dass ich es so schnell lesen müsste, wie sie das womöglich spricht und dann noch zwischen wörtlicher Rede oder eben nicht, entscheiden muss.
+++Autor+++
Nick Hornby, geboren 1957, lebt mit seiner Familie in London. Nach dem Studium in Cambridge arbeitete er zeitweise als Lehrer. Seit 1983 ist er freier (und zunächst erfolgloser Autor). 1992 schrieb er mit "Fever Pitch" (deutsch: "Ballfieber") einen ersten Bestseller über seine große Leidenschaft Fußball. "High Fidelity", 1995 erschienen, knüpft an den Erfolg des Vorgängers an. Hornby schreibt u.a. für die Sundy Times, für Time Out und das Times Literary Supplement.
(www.perlentaucher.de)
+++Fazit+++
Nachdem ich aus der Bücherei kam und zu Hause war und mir all die Bücher angeguckt habe, die ich mir gerade ausgeliehen habe, war das Buch eigentlich nicht unter denen bei, die ich jetzt unbedingt lesen wollte. Doch dann fing ich an und konnte nicht mehr aufhören.
Nick Hornby erzählt alle vier Geschichten so, dass man sich in die Person hineinversetzen kann und sogar versteht, wieso sie ihr eigenes Leben nicht mehr weiterleben möchten. Man fiebert mit ihnen mit und will wissen, was als nächstes passiert.
Zudem ist die Erzählweise sehr geschickt gewählt, da jedes Ereignis von vier Seiten beleuchtet wird und jede der einzelnen Personen anders zu der jeweiligen Situation steht.
Die vier unterschiedlichen Erzählweisen machen das Buch zudem abwechslungsreicher und auch wenn eigentlich jedes Ereignis mehrmals erzählt wird, ist es nicht immer das Gleiche, da, wie auch im richtigen Leben, jede Person andere Interessen hat und den Fokus auf unterschiedliche Dinge legt.
Zusammenfassend ist es unterhaltsam, witzig, stimmt einen oft und an vielen Stellen sehr nachdenklich und hat sympathische Protagonisten. Darüber hinaus ist der Schreibstil zwar nicht unbedingt neu und auch nicht unbedingt anders, aber trotzdem sehr erfrischend und es macht einfach Spass dieses Buch zu lesen.
Daher natürlich volle 5 Sterne und eine klare Empfehlung von mir.
ein Testbericht von Gemini_2007-12-02 21:09:17vom 02.12.2007Empfehlung: ja
„A long Way down“ von Nick Hornby
Das Buch:
Heute möchte ich euch ein Buch empfehlen, das ich vor einiger Zeit regelrecht verschlungen habe. Da ich es wirklich für absolut lesenswert und total unterhaltsam halte, möchte ich euch meine Meinung zu diesem Werk nicht vorenthalten.
Es handelt sich um das Buch „A long Way down“ und es wurde von Nick Hornby verfasst. Der Autor wurde mit dem Buch „About a Boy“ berühmt, das schließlich auch erfolgreich verfilmt wurde. „A long Way down“ ist ein Roman, der als gebundene Ausgabe im Kiepenhauer Witsch-Verlag
erschienen ist. Im Mai des Jahres 2005 wurde das Buch veröffentlicht und auf 336 Seiten erzählt der Autor die Geschichte von mehreren Charakteren, die durch einen eigenartigen und ziemlich skurrilen Zufall zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen.
Der Inhalt:
Gleich zu Beginn findet sich der Leser des Romans in einer eigenartigen Szene wieder. Der Roman startet dort, wo das Leben der Hauptpersonen des Buches eigentlich enden sollte. Vier Personen treffen sich an Silvester zufällig auf einem Hochhaus, weil sie alle beschlossen haben, sich umzubringen. Alle Beteiligten fühlen sich in der Szene unwohl und irgendwie scheint es ihnen unangenehm zu sein, ihr Leben vor den Augen der anderen zu beenden. Sie beschließen gemeinsam, sich bis zum Valentinstag nicht umzubringen.
Aus dieser Abmachung bildet sich eine Art Selbsthilfegruppe und der Leser erfährt abwechselnd von jedem Charakter, warum er beschlossen hatte, sich das Leben zu nehmen und aus welchen Gründen sie sich auf dem Hochhaus an Silvester getroffen haben.
Die vier Beteiligten sind absolut unterschiedliche. Unter ihnen findet sich sowohl ein bekannter Fernsehmoderator, aber auch eine Katholikin, die ein Kind bekommen hat, das seit der Geburt im Wachkoma leben muss. Weiterhin gibt es noch Jess, der seinen Selbstmord als coolen Abgang inszenieren möchte und JJ, den Musiker, der nicht mehr an seine Karriere glaubt. Jede Persönlichkeit ist anders und wird von Nick Hornby wunderbar beschrieben. Die schüchterne und zurückhaltene Maureen und der eingebildete Moderator sind zwei krasse Gegensätze, die mich wirklich beeindruckt haben.
Durch die Schilderungen der verschiedenen Lebenslagen bekommt der Leser einen guten Einblick in das Seelenleben der einzelnen Personen. Die Charaktere selbst lernen sich in der Geschichte immer besser kennen und therapieren sich durch diesen Prozess selbst, so dass sich am Ende niemand mehr umbringen möchte.
Meiner Meinung nach ist Nick Hornby ein wunderbarer Autor, der es wirklich versteht, ein so ernstes Thema wie den Suizid humorvoll in einen Roman zu verpacken, so dass man beim Lesen wirklich absolut viel Spaß hat. Ich finde den Roman super unterhaltsam und der Schreibstil von Nick Hornby ist einfach und sehr gut zu lesen.
Preis:
Man kann das vorgestellte Buch für 19,90 Euro erwerben. Nach dem Lesen des Buches bin ich wirklich davon überzeugt, dass diese Investition wirklich gut war, denn der Roman gefällt mir wirklich außerordentlich gut.
Fazit:
Meiner Meinung nach ist das vorgestellte Buch von Nick Hornby wirklich zu empfehlen. Ich habe es mit großer Freude gelesen und möchte es heute aus diesem Grund gerne weiterempfehlen.
ein Testbericht von Cicila2007-03-28 12:27:15vom 28.03.2007Empfehlung: ja
Liebe Leser und Leserinnen,
ich wünsche euch eine Menge neues Wissen, wenn ihr diesen Bericht hier gelesen, bewertet und kommentiert habt. Ich bedanke mich schon einmal im Voraus.
Einleitung
Jetzt, wo es draußen wieder kalt ist, beginnt die Zeit, in der ich mich in mein Bett mummle und dort viele Stunden verbringe. Alleine macht das natürlich nicht so viel Spaß und wenn mein Freund nicht da ist, dann lese ich gerne mal das ein oder andere Buch, denn irgendwas muss man ja tun, so alleine im Bett. Dieses Mal hat mir Nick Hornby
mein Dasein im Bett versüßt, mehr dazu in diesem Bericht.
Wege zum Buch
Wie es eben so ist, habe ich dieses Buch aus der Städtischen Bücherei entliehen, die hatten das unter den Neuerscheinungen da und da ich das Cover schon kenne, habe ich gedacht: Das muss mit. Nick Hornby ist mir ja schon ein Begriff und da das Buch neu ist, sicher auch kein Fehlgriff. Andererseits erwarte ich das eigentlich von jedem Buch...
Inhalt
Es ist Sylvester und Martin, Maureen, Jess und JJ treffen sich auf dem Dach eines Hochhauses wieder. Nicht, um gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen. Dieses Treffen war nicht einmal geplant und nur das Produkt des Zufalls. Und trotzdem haben alle vier etwas gemeinsam: ihr Ziel war es ursprünglich an diesem Abend vom Dach zu springen und sich das Leben zu nehmen. Alle vier haben ihre persönlichen Gründe dafür. Martin, ein ehemaliger Fernsehmoderator erachtet sein Leben nicht mehr als lebenswert, da seine Beliebtheit durch einen Gefängnisaufenthalt, welchen er für Sex mit einer Fünfzehnjährigen bekommen hat, stark leiden musste. Nun hat er weder Job noch Familie. Maureen hingegen hat ihre Familie noch. Sie hat ihren Sohn Matty noch, doch auch in ihrem Leben ist sie nicht mehr zufrieden, denn Matty ist behindert und so hat Maureen ihr ganzes Leben der Pflege ihres Sohnes geopfert, was sie erschöpft und frustriert. Sinnlosigkeit im Leben empfindet auch JJ, der ohne seine Band und seine Freundin einfach nicht mehr sein will. Ohne ihren Freund will auch Jess nicht mehr sein, allerdings ist sie nicht wirklich frustriert vom Leben, jedoch kommt sie generell eher weniger mit dem Leben klar und denkt deshalb, dass es am einfachsten wäre, dies zu beenden. Da keiner der Anwesenden in Gesellschaft sterben will, vertagen sie ihren Todestag um sechs Wochen, um sich an Valentinstag ihres Lebens zu erleichtern.
Fakten Preis: 19,90 Euro Erschienen: Mai 2005 Seiten: 342 Seiten Autor: Nick Hornby Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag ISBN: 3-462-03455-3
Meine Meinung
Dies war eines der Bücher, auf die ich zu lesen besonders gespannt war, denn Nick Hornby ist einer der bekanntesten Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts und „About A Boy“ ist ja ein beliebter Roman in Schulen, so wie auch verfilmt worden. Irgendwas muss also an seinen Büchern dran sein. Und wie sich herausstellt, ist immer was an Büchern dran. Die Frage ist und bleibt, ob es was Gutes oder was Schlechtes ist.
Erst einmal muss ich sagen, dass die Geschichte von vier Menschen, die Selbstmorde begehen wollen, alle per Zufall am selben Tag, zur selben Zeit und dann auch noch am selben Ort, schon Recht ungewöhnlich und dadurch auch ziemlich amüsant wirkt. Hornby schreibt die Geschichte so, dass sie einem nicht zu unrealistisch vorkommt, man kann ihm abkaufen, was er schreibt, für mich eine der wichtigsten Kriterien, denn das eine ist, dass die Geschichte in sich eigentlich originell ist, die andere, ob man sie dann auch wirklich als realistisch ansehen kann. In dem Fall zum Glück beides. Es ist nichts aus der Luft gegriffen und auch wenn der Zufall schon ziemlich komisch erscheinen mag, so sind die Gründe, wieso es dazu kommt, zu dem Zufall, für den Leser so einleuchtend, dass es fast schon so scheint, als ob es kein Zufall mehr an sich ist.
Vier unterschiedliche Charaktere und jeder einzelne beschließt, dass es nicht mehr wert ist, zu leben. Die unterschiedlichen Charaktere sind wirklich aufs Äußerste unterschiedlich, ja schon gegensätzlich und können sich deshalb gerade so gut ergänzen. So ist Martin, ein Fernsehmoderator um die vierzig Jahre, ganz anders als die flippige Jess, die gerade achtzehn Jahre alt ist und das Leben noch nicht ganz so ernst nimmt, vielleicht auch nehmen kann. Alle Charaktere zeichnet Hornby ganz besonders aus, so dass sie einem als wahnsinnig realistisch erscheinen und die Beweggründe für ihren Selbstmord manchmal verständlicher werden, manchmal auch unverständlich bleiben. Meiner Meinung nach sind die Charaktere sehr gut ausgewählt. Ich kann mich zwar mit keinem hundertprozentig identifizieren, aber das will ich auch gar nicht. Jeder von ihnen hat eine gute Seite, manche auch eine schlechte. Vor allem aber gefällt mir, dass die Charaktere nicht schwarz oder weiß sind, sondern dass sie gerade die Graufelder abdecken. Sie sind nicht typisch „Teenager“ oder typisch „Mann“, sie sind einfach so, wie sie sind, wie wir Menschen sein können. Individuell und auf ihre ganz besondere Art und Weise einzigartig. Das wiederum lässt sie vielleicht doch einfacher wirken und facettenreicher, so dass es dem Leser einfacher fallen mag, sie zu verstehen.
Besonders angetan hat es mir Maureen. Sie ist einer der Charaktere, die ich am besten verstehen kann. Zwar ist sie auch die Älteste, mit ihren rund fünfzig Jahren, doch verstehe ich sie am besten, so dass sie mir natürlich auch besonders sympathisch ist. Ihr Grund, aus dem sie sich für den Selbstmord entscheidet, ist ihr Sohn, den sie über alles liebt, Matty. Der ist aber leider behindert und zwar geistig, so dass sie ihn nicht nur im Rollstuhl hin und her fahren muss, sondern, so dass sie ihn nun neunzehn Jahre lang pflegt, sich selbst aufgeben hat und sich leer fühlt, weil alles gute Zureden zu Matty nichts bringt. Freunde hat sie leider auch keine, auch keine Arbeit und ihr Leben beginnt sich nicht mehr zu drehen. Ihre Welt scheint still zu stehen. Ihr Sohn trifft da nicht die Schuld, aber sie fühlt sich sehr einsam und alleine, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann. So einen Schicksalsschlag, ohne Partner und Freunde, zu bewältigen ist eine Aufgabe, die auf Dauer sicher nur ganz starke Menschen schaffen. Und sie hat eben die Kraft verlassen und sieht nur einen Ausweg: den Tod. Hier leide ich als Leser wirklich mit der armen Frau mit. Die Kirche, die ihr vorher Trost gespendet hat, tut das dann auch nicht mehr, weil ihr schlechtes Gewissen, dass sie Matty verlassen will, ihn alleine auf dieser Welt zurück lässt, dann so groß ist, dass sie ein noch sehr schlechteres Gewissen hat. Sie selbst sieht ihren Selbstmordgedanken auch als eine schwere Sünde an, was das Weiterleben nicht gerade erleichtert. Vielleicht sind deshalb die drei anderen Charaktere, so anders sie auch sind, eine große Stütze für sie, denn soziale Kontakte, so wird es bei Maureen ganz klar, fehlen ihr sehr stark und sie findet die Treffen mit den Menschen, die doch so anders als sie sind, sehr erholsam und auch lehrreich, so scheint es zumindest. Ich glaube, dass das gerade das ist, was sie am sympathischsten für mich macht, aber auch Martin finde ich ziemlich nett und sympathisch, obwohl er im Grunde eigentlich ein Arschloch ist, wie er auch selbst immer behauptet. Der Leser findet durch diese Vielfalt ganz bestimmt eine Figur, mit der er sich identifizieren kann, mit der er besonders gut und vielleicht auch gerne mitleiden kann.
Die vier Charaktere sind alle Ich-Erzähler, so dass die Geschichte natürlich von einem Charakter zum nächsten gelangt. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge, die einzige Regel scheint zu sein, dass die Geschichte weitergeführt wird und nicht stecken bleibt, das heißt, dass zwar jeder aus seiner Sicht die Geschehnisse erzählt, aber nicht jeder jedes Geschehnis erzählt. Wenn Maureen etwas erzählt, heißt das nicht, dass auch Martin das Selbe noch einmal erzählt. Er erzählt, wie es weitergeht und denkt vielleicht kurz mal an das, was passiert ist. Da die Perspektivenwechsel aber immer relativ schnell sind und sie sich auch mitten im Geschehen abwechseln, wird dem Leser nicht langweilig, ganz im Gegenteil. Wenn man, so wie ich zum Beispiel, einen Lieblingscharakter hat, so ist es selbstverständlich auch so, dass ich aus dessen Sicht am liebsten die Geschichte verfolgt habe. So ist es nun einmal mit der Identifizierung. Insofern war jeder Maureen-Abschnitt für mich besonders wichtig zu lesen und der hat mir dann auch besonders zugesagt. Das soll aber nicht heißen, dass die anderen Sichten nicht auch interessant waren. Im Gegenteil, diese Art des Erzählens fand ich ebenfalls sehr schön, da sie nicht in vielen Büchern zu finden ist. Die Alltagssprachen der jeweiligen Personen sind natürlich auch angepasst, Jess spricht anders als Maureen, was nicht nur am Alter hängt, sondern auch an der eigentlich Lebenseinstellung. Trotzdem ist das Buch sprachlich keine schwere oder anspruchsvolle Kost, dieser Illusion sollte man sich nicht hingeben. Alltagssprache, die einfach niedergeschrieben wurde. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wer glaubt, dies sein ein Buch, dass am Ende mit einem Happy End daher kommt und alle freuen sich, keiner stirbt und alles wird gut, hat das Prinzip des Buches dann doch nicht ganz verstanden. So, wie die Charaktere Graufelder sind, nicht typisiert und jeder einen realistischen Menschen wiederspiegelt, so ist die Geschichte an sich ebenfalls realistisch und zeichnet ein Ende, das ist mir durchaus auch so vorstellen könnte. Interessant ist, dass das Ende ziemlich schwammig und unkonkret bleibt, nicht für alle Charaktere, aber für die Mehrzahl, so dass der Leser nur mit ein bisschen Phantasie und nachdenken zu einem Ergebnis kommt, wie das Leben (falls es eben das Leben ist) weitergehen könnte. Ich bin zwar kein Fan von offenen Enden, aber in diesem Fall finde ich es auch am passendsten, denn anders kann ich mir es nicht vorstellen, ohne, dass man wieder typisiert oder zu stark in ein Happy End verfallen würde.
Insofern ist „A Long Way Down“ eines der Bücher, die ich für wirklich interessant und auch lesenswert erachte, auch wenn ich niemals behaupten würde, es ist ein Meisterwerk der Literatur. Leider haben es viele Meisterwerk an sich alt zu sein, dieses Buch aber ist eines der Bücher der heutigen Zeit, die es verstehen Unterhaltung im höheren Niveau zu liefern und den Leser nicht zu viel Honig um den Mund zu schmieren. Wer also lieber in Watte eingepackt wird und Geschichten liest, die in einer Welt passieren, die es heute noch nicht gibt und vielleicht auch niemals geben wird, ist mit diesem Buch wirklich falsch bedient.
Fazit
Dieses Buch sollte man definitiv nicht vom Hochhaus werfen, egal ob eines von London oder sonstwo! Wer unterhalten werden will, ist richtig.
Gemeinwesen, 08.04.2007
Jetzt, wo es draußen wieder kalt ist, beginnt die Zeit, in der ich mich in mein Bett mummle ... Stimmt. Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr klein.
Leg039 deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass039 die Winde los ... Beste Grü
evafl, 29.03.2007
9834 9835 9834 9835 9834 sh! lg Eva 9834 9835 9834 9835 9834
aya2005, 16.04.2007
das hört sich echt interessant an!und irgendwie eine Spur lustigdas mit dem vertagen,lg
ein Testbericht von DieEine2006-07-20 17:29:25vom 20.07.2006Empfehlung: ja
Vorteile: bei ernstem Thema sehr komisch, Charaktere, Nick Hornbys Stil
...Nachteile/Kritik: endet abrupt
Sommerzeit ist bei mir eindeutig Lesezeit. Das Semester neigt sich dem Ende zu und man kann so auch mal wieder leichte, unterhaltsame Bücher zur Hand nehmen, während ich für mein Studium oft schwer verdauliches lesen muss.
So kam ich dann jetzt endlich dazu, das "neue" Buch von Nick Hornby, "A long way down" zu lesen und für Euch meine Meinung niederzuschreiben.
_Die Story
************
Am Silvesterabend treffen vier Leute auf einem Londoner Hochhaus aufeinander. Jeder der Vier möchte vom Dach springen und seinem Leben so ein Ende setzen.
In der unangenehmen Situation beginnen die vier
Menschen ein Gespräch und erfahren so die Gründe für die Selbstmorde.
Maureen, eine Frau um die 50, hält ihr Leben für nicht lebenswert. Sie hat einen behinderten Sohn, den sie als Belastung empfindet. Obwohl Matty scheinbar nichts von dem, was um ihn herum geschieht mitbekommt, hat Maureen ihr eigenes Leben vor Jahren aufgegeben und kümmert sich nur um ihn. In der Silvesternacht ist sie an dem Punkt angelangt, wo ihr das Leben zur Last wird und sie möchte dem ein Ende setzen.
Martin hat ganz andere Beweggründe sich aus dem Leben zu verabschieden. Er war Moderator beim Frühstücksfernsehen und nur so lange bei den Zuschauern beliebt, bis er beim Sex mit einer Minderjährigen erwischt wurde. Einem Aufenthalt im Gefängnis folgte die Trennung von Frau und Kindern und natürlich die Arbeitslosigkeit.
JJ will vom Hochhaus springen, weil er sein Leben sinnlos findet. Er ist Musiker, aber seine Band hat sich aufgelöst und ohne seine Band und ohne seine Freundin will er einfach nicht sein.
Die vierte im Bunde ist Jess, die wesentlich jünger ist als Maureen, Martin und JJ und keinen wirklich triftigen Grund hat, sich das Leben zu nehmen. Sie kommt generell nicht mit dem Leben klar und als ihr Freund sich einfach nicht mehr bei ihr meldet, kommt sie spontan auf die Idee, vom Hochhaus zu springen.
Da Maureen, Martin, JJ und Jess in der Silvesternacht nun einfach nicht mehr springen können, beschließen sie, sich in 6 Wochen, am Valentinstag wieder zu treffen.
Von diesen 6 Wochen im Leben der vier verschiedenen Charaktere erzählt Nick Hornby in diesem Buch.
_Meine Meinung
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"A long way down" ist das bisher komischste Buch, das ich von Nick Hornby gelesen habe, wobei ich trotzdem dabei bleibe, dass "High Fidelity" das beste, aber eben nicht das lustigste ist.
Der Schreibstil in diesem Roman ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da die vier Akteure abwechselnd ihre Sicht der Dinge niederschreiben und es wirkt, als würden sie dem Leser einen Brief schreiben. Dabei ist zu sagen, dass nicht immer jede Situation aus vier verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. Die Geschichte wird kontinuierlich vorangetrieben, wobei halt Martin, Maureen, Jess und JJ abwechselnd erzählen.
Wie gesagt, diese Art der Inszenierung ist gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr interessant und vor allem spannend.
An Nick Horny liebe ich ja besonders, dass man sich immer mit den Charakteren identifizieren kann, oder zumindest Leute dort wiederentdeckt, die man kennt.
Die Jess in "A Long Way Down" z.B. ist ein flippiges Mädchen, das alles sagt, was ihm durch den Kopf geht, Leute absichtlich in peinliche Situationen bringt und auch handelt ohne nachzudenken, aber eigentlich in guter Absicht. Sie hat mich total an eine Freundin von mir erinnert, die auch total abgedreht ist, wodurch mein Lesespaß noch ein wenig erhöht wurde.
Ich habe bisher noch bei keinem Buch so lachen müssen wie bei "A Long Way Down". Bei der Szene, bei der Jess einem Moderator erzählt, sie haben auf dem Hochhausdach einen Engel gesehen und dieser Engel aussah wie Matt Damon, habe ich das Buch kurze Zeit aus der Hand legen müssen - so gut und trocken war diese Begebenheit beschrieben.
Ich habe die 330 Seiten regelrecht verschlungen, muss aber sagen, dass ich am Ende ein wenig enttäuscht war, da die Geschichte einfach irgendwie aufhört.
Das "Alles wird gut"-Gefühl, dass ich am Ende erwartet hatte, blieb einfach aus. Es ist nicht so, dass es nicht gut ausgeht mit Maureen, Martin, JJ und Jess, aber mir fehlte am Ende ein wenig das Herz für die Hauptfiguren.
Zwar ist man es von Hornby gewohnt, dass es kein triumphales Happy End gibt, aber "A long way down" hört einfach so auf und man darf es seiner Phantasie überlassen, wie es mit den Figuren weitergeht, was dem Ganzen andererseits allerdings den Realitätsbezug gibt, den ich bei Nick Hornby so liebe.
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ein Testbericht von JustOliver2006-06-04 20:13:18vom 04.06.2006Empfehlung: nein
Vorteile: Idee...Nachteile/Kritik: Charaktere, Dialoge, Oberflächlichkeit
Ich gehörte bis vor kurzem wohl zu den wenigen, für die Nick Hornby lediglich ein Name war, die jedoch bislang nichts von ihm gelesen haben. Auf Empfehlung einer Bekannten und eines Arbeitskollegen leihte ich mir jedoch das hier darzustellende Buch bei dem Kollegen aus. Und um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin wirklich froh, dass ich es mir nur ausgeliehen habe....
Broschierte Ausgabe erscheint erst im November 2006 (lt. Amazon)
INHALT
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Martin, Jess, Maureen und zu einem späteren Zeitpunkt
JJ treffen sich in der Sylvesternacht auf dem Dach eines Hochhauses. Dies geschieht jedoch rein zufällig. Allen gemein ist jedoch, dass sie auf das Dach gekommen sind, um sich das Leben zu nehmen. Alle vier haben hierbei ihre persönlichen Gründe und Erfahrungen. So hatte Martin, einst angesehener Fernseh-Moderator, Sex mit einer Fünfzehnjährigen und ist dabei erwischt worden. Hierdurch und durch die damit verbundene Gefängnisstrafe hat er neben seinem Job auch seine Familie verloren und leider unter dem Gespött der Leute. Maureen ist um die 50 und leidet darunter, dass sie durch ihren schwerbehinderten Sohn kaum etwas vom Leben hat, während JJ die Trennung seiner Band und die Trennung von seiner Freundin nicht verkraftet hat. Letzteres trifft auch auf Jess zu, die aber familiäre Probleme aufgrund einer weggelaufenen Schwester hat.
Diese vier treffen sich also auf dem Dach und fangen an, sich über sich und ihre Probleme zu unterhalten, wobei JJ erst eine erfundene Geschichte über eine unheilbare Krankheit erzählt. Bei dem Erzählen wird jedoch allen klar, dass sie durch diese Ablenkung den optimalen Zeitpunkt zum Sprung verpasst haben. Nachdem sie in der Nacht noch einiges unternehmen, machen sie aus, dass der nächste Termin, an dem sie sich treffen wollen, der Valentinstag sein soll. Bis dahin will man sich Zeit geben, die Pläne nochmals zu überdenken. Doch bei ihrer Unternehmung wurden sie gesehen und da Martin immer noch eine Person des öffentlichen Interesses und Jess zudem die Tochter eines Juniorministers ist, geht die ganze Geschichte bald durch die Presse. Daher sehen die 4 sich bereits vorzeitig und es kommt zu regelmäßigen Treffen. Diese sind stets konfliktgeladen, da Jess grundsätzlich sehr wenig Feingefühl hat und wenig Rücksicht auf die Gefühle anderer Menschen hat, während Maureen einen christlichen Hintergrund hat. Alle vier sind somit grundverschieden und ihre Treffen enden häufig in Streiterein. Ähnlich läuft es in einem gemeinsamen Urlaub, den man, Maureen zu Liebe macht, da dieses noch nie zuvor im Urlaub war.
Dennoch entwickelt sich eine Art Gang, die sich regelmäßig bei Starbucks trifft. Und auch am Valentinstag trifft man sich wie verabredet wieder auf dem Dach des Hauses. Hier ist jedoch ein weiterer Selbstmörder, der es in ihrem Beisein jedoch auch tut. Ein prägendes Erlebnis für die vier, die nach dem Valentinstag jeder für sich einsehen, dass sie eigentlich nie wirklich bereit waren, sich das Leben zu nehmen. Daher versuchen sie also weiter ihrer Probleme Herr zu werden, wobei jedoch erst ein großes Treffen, das von Jess anberaumt wird, und das auch die Verflossenen etc. umfasst, wirklich weiterhilft...
MEINE MEINUNG
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Wie ich schon geschrieben habe, ich bin froh, dass ich für dieses Buch kein Geld ausgegeben habe. Grundsätzlich stehe ich auf diese Art Pop-Literatur, wozu man Hornby wohl zählen darf. Jedoch gibt es in diesem Buch eigentlich wenig, dass mich begeistern konnte. Sicherlich, die Idee für die Story ist ganz nett. Und auch die Idee, die Kapitel abwechselnd aus der Sicht der Handelnden schildern zu lassen ist gut. Aber hier fangen dann auch die Schwächen an. Denn obwohl die Erzählperspektive wechselt, kommen mir die Figuren nicht wirklich näher. Die geschilderten Gedanken sind vielfach nur sehr oberflächlich und weisen keinen wirklichen Tiefgang auf. Somit lernt man zwar die Gründe der Beteiligten für die Selbstmordgedanken näher kennen, aber dies geht nicht so tief, dass man sie wirklich verstehen könnte bzw. dass man die Handelnden wirklich besser kennerlernt. Insgesamt bleiben es doch recht oberflächliche Charaktere.
Etwas was mir weiterhin missfallen hat, war der Umstand, dass sämtliche Charaktere aus meiner Sicht völlig überzeichnet sind. Martin, der immer griesgrämige, der alles und jeden schlecht macht, auf der anderen Seite Jess, die ständig flucht, völlig abgedrehte Ideen hat und eigentlich in ihrem eigenen Universum zu Hause ist, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu können. Aus diesem Grund und weil man über das ganze Buch keine wirkliche Weiterentwicklung der Charakterzüge erkennen kann, geht dann auch die Lösung zum Ende hin, viel zu schnell und vor allem für mich wenig nachvollziehbar von statten.
Als Letztes muss ich noch anmerken, dass ich das Buch sprachlich schlicht schlecht fand. Dies geht vor allem darauf zurück, dass Kraftausdrücke, die ich sicherlich kenne und auch gebrauche, viel zu häufig verwendet werden. Dies führt zu einer sehr oberflächlichen Sprache, vor allem jedoch zu total flachen Dialogen.
FAZIT
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Also, ich kann das Buch nicht weiterempfehlen. Mich hat es einfach nicht angesprochen und zu keiner Zeit wirklich gefesselt. Kein dargestellter Ansatz veranlasst zum weiteren Nachdenken, so dass ich mich wirklich gezwungen habe, das Buch zu Ende zu lesen. Von daher geh ich davon aus, dass es wohl das erste und das letzte Buch, war, das ich von Hornby gelesen habe, so dass ich demnach die Empfehlung gebe, das Geld für dieses Buch in andere bessere Bücher zu investieren.
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ein Testbericht von Nina18052006-04-03 21:00:21vom 03.04.2006Empfehlung: nein
Vorteile: Titel und Inhalt wirken vielversprechend...Nachteile/Kritik: Charaktere wirken unsympathisch und werden nur oberflächlich dargestellt, zu wenig Spannung und Abwechslung!
A long way down – Nick Hornby
342 Seiten
Erscheinungsjahr: 2005
Inhalt: Vier Menschen wollen sich auf einem Londoner Hochhaus das Leben nehmen, an Silvester. Doch zusehen, wie sich jemand das Leben nimmt, ist nicht gerade attraktiv und deshalb beschließen die vier, sich am Valentinstag, sechs Wochen später, umzubringen. Bis dahin wollen sie sich kennen lernen, verbringen sogar einen gemeinsamen Urlaub, doch das scheint ihnen die Probleme, die sie haben auch nicht zu erleichtern....
Wie es ausgeht verrate ich nicht!
Die vier Hauptcharaktere des Buches erzählen abwechselnd aus ihrer eigenen Sicht. Dies ist eine bisher
nicht sehr bekannte Erzählweise, man kann trotzdem folgen. Da wären zum einen:
Martin: Ein ehemaliger Fernsehmoderator, Familienvater, der heimlich mit einer 15-jährigen schläft und dafür ins Gefängnis muss. Als er wieder draußen ist, will ihn weder sein Arbeitgeber noch seine Familie zurückhaben. Er beschließt sich umzubringen, möchte es zumindest versuchen...
Maureen: Mutter eines behinderten Kindes, alleinerziehend. Hat ihr ganzes Leben kein Glück und keine Erfahrungen mit den Männern gehabt, nur mit einem, von dem sie ein Kind bekommt, was leider gezwungen ist, im Rollstuhl zu verbleiben. Maureen kommt nie raus und weiß nicht, warum und wofür sie noch leben soll. Sie denkt, dass ihr Kind daran schuld ist, dass sie nie etwas aus sich und ihrem Leben machen konnte. Deshalb fasst auch sie den Entschluss sich umzubringen.
Jess: Eine verwöhnte Tochter, eines bekannten Politikers. Ihre Schwester ist spurlos verschwunden, aber dies ist eigentlich nicht der Grund, warum sie sich umbringen will. Ihr Freund will nicht mehr mit ihr reden, macht Schluss und lässt sie an Silvester auf einer Kifferparty alleine, sie sieht ohne ihren Freund keinen Sinn mehr im Leben.
JJ: Ein amerikanischer, leidenschaftlicher Musiker, deren Band und Freundin mit ihm `Schluss machen`. Musik ist für ihn sein Leben und ohne seine Band ist er nichts mehr, ausser ein Pizzabote, der an Silvester Pizza ausliefert, u.a. auch an das besagte Hochhaus, wo die anderen drei Selbstmörder sich schon gefunden haben. Da er seine Freundin und Band nicht mehr hat, will er auch nicht mehr leben.
Die Auswahl der Charaktere und deren Geschichten finde ich sehr interessant. Jedoch hab ich mir mehr von dem Buch verhofft und bin somit ziemlich enttäuscht. Bin einfach ein verwöhnter Stephen King Leser und deshalb bin ich es gewohnt, dass jeder Charakter ausführlich beschrieben wird, bis man wirklich ein komplettes Bild von der Person vor sich hat. In Nick Hornby’s Roman ist dies nicht so. Ich finde, dass die Personen ziemlich flach und oberflächlich beschrieben werden und dem Leser auch nicht sympathisch sind. Am Anfang ist es noch ganz nett, in der Mitte ist irgendwie der totale Durchhänger und zum Schluss werden einem die Charaktere ansatzweise sympathisch, aber dafür ist das Buch einfach zu kurz, zu wenig Story und überhaupt passiert nicht viel. Da ist `High Fidelity` doch um Klassen besser und auch eher zu empfehlen. Ich war froh, als ich mit diesem Buch fertig war!
Also, überlegt es euch, ob ihr dieses Buch wirklich lesen wollt!
Vielen Dank fürs Lesen , kommentieren und natürlich bewerten!
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ein Testbericht von Chitchi2005-10-20 18:50:43vom 20.10.2005Empfehlung: ja
Vorteile: fesselnde und ergreifende Story, gigantischer Schreibstil, der schwarze Humor, super ausgewählte Charaktere...Nachteile/Kritik: niente
Hallo liebe Yopianer/innen,
heute melde ich mich mal mit einem Bericht über eine meiner neusten Erungenschaften zurück und das ist, man höre und staune, ein Buch. Es geht um "A long way down", das neuste Werk von Nick Hornby. Wie ich auf dieses Buch gekommen bin? Nunja man nehme eine lange Zugfahrt im ICE, Langeweile und die Zeitschrift "Mobil", die man dann durchblättert um letztendendes an der damaligen Buchvorstellung/Leseprobe hängen zu bleiben. Diese machte dann doch sehr neugierig, sodass ich mir das Buch tatsächlich kaufte und Näheres könnt ihr hier jetzt
lesen.
[[ Fakten ]]
Der Roman "A long way down" von Nick Hornby erschien im Mai 2005 bei dem Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln als gebundene Ausgabe. Aus dem Englischen übersetzt wurde er von Clara Drechsler und Harald Hellmann. Der Preis liegt bei 19,90 Euro und das Buch hat 342 Seiten. Die ISBN ist 3-462-03455-3.
[[ Inhalt ]]
Vier sich unbekannte und voneinander unabhängige Personen treffen sich an Silvester, da sie nämlich durch eine Sache doch miteinander verbunden sind; alle vier wollen sich in dieser Nacht von einem Hochhaus in London in die Tiefe stürzen. Martin ist als erster oben und bringt alles Nötige mit, eine Leiter und eine Drahtschere, um auf die andere Seite des Maschendrahts zu gelangen. Als nächste trifft Maureen ein, die sehr überrascht ist eine andere Person auf dem Hochhaus zu treffen. Anschließend folgt Jess, auf die Martin und Maureen sich erstmal drauf setzen, damit die "Irre" zur Ruhe kommt. Und zu guter letzt noch JJ, der eigentlich eine Pizza ausliefern sollte.
Nun sind sie also zu viert auf diesem Hochhaus und keiner will natürlich noch runterspringen, da sie nicht wirklich Zuschauer dabei haben wollen und die Situation auf einmal ganz anders aussieht als geplant. Also reden sie miteinander und fangen ein wenig an über ihre Beweggründe zu sprechen. Letztenendes entscheiden sie sich erstmal dafür, wieder vom Dach zu klettern und Jess überredet die andren mit ihr zusammen ihren Exfreund Chas zu suchen. Nachdem sie ihn gefunden haben und das Ganze in einem ziemlichen Streit ausartet, entscheiden die vier sich dazu, ihr eigentliches Vorhaben, den Sprung vom Hochhaus, zu verschieben. Sie beschließen sich öfters zu treffen und dann am kommenden Valentinstag auf dem Hochhaus wieder zusammenzufinden.
Was sie in der Zeit bis zum Valentinstag gemeinsam oder auch getrennt erleben und was dann am Valentinstag geschieht möchte ich hier natürlich noch nicht verraten.
[[ Die Hauptpersonen ]]
Martin
Martin Sharp hat wirklich viel Scheiße am Bein hängen. Er schlief mit einer 15-Jährigen, er dachte sie sei 16, und kam auf Grund dessen ins Gefängnis. Daraufhin verlor er seinen Job als Fernsehmoderator und seine Frau noch dazu. Er kann sich wie ein richtiges Arschloch aufführen, allerdings auch ganz anders sein. Er weiß selber, dass er für sein Unglück selber verantwortlich ist und deshalb sieht er keinen anderen Ausweg als alles einfach zu beenden.
Maureen
Maureen hat absolut keine Zeit für sich selbst oder um arbeiten zu gehen, da sie einen schwerbehinderten Sohn namens Matty hat. Er sitzt im Rollstuhl und bekommt, ihrer Meinung nach, nichts mit. Da sie dazu verdonnert ist die meiste Zeit bei Matty zu sein und somit nichts unternehmen kann, verfällt sie ins Nachdenken und denkt sich, dass sie eigentlich zu nichts nütze ist. Maureen ist gläubig und kann es nicht leiden, wenn jemand in ihrer oder gar Mattys Gegenwart flucht. Sie ist auch eine eher ruhige und zurückhaltende Person, die niemandem irgendwelche Umstände bescheren möchte.
Jess
Jess ist eine absolut aufmüpfige, 18-jährige Tochter eines Politikers. Ihr Freund Chas hat sie verlassen und auch ansonsten läuft es in der Familie nicht wirklich toll. Ihre Schwester Jen ist von zu Hause abgehauen und es gab nie wieder ein Lebenszeichen von ihr. Und ansonsten ist Jess nicht wirklich das brave Töchterchen, was sich ihre Eltern vielleicht gewünscht haben. Sie trinkt ganz gern mal was und nimmt auch hin und wieder ein paar Drogen.
Sie ist sehr direkt mit den Dingen die sie sagt und kann dadurch auch verletzend sein, da sie wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt. Wenn sie einmal damit angefangen hat, hört sie nicht mehr so schnell auf und ist in ihrem Element.
JJ
JJ ist mit Leib und Seele und von Herzen her Musiker. Doch als seine Band sich trennte und seine Freundin, wegen der er aus den USA überhaupt nach London zog, ihn auch noch verließ, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er denkt er könne nie mehr seinen Traum leben und ist doch eigentlich nur noch wegen der Musik da gewesen.
JJ kann es in den meisten Fällen nicht lassen ein wenig rumzufluchen, auch wenn er dies nicht im gleichen Maße wie Jess tut. Zudem ist er der Mensch aus der Truppe, der doch noch am realistischsten denkt.
[[ Der Schreibstil ]]
Da dies leider das erste Buch von Nick Hornby ist, welches ich lese, kann ich den Schreibstil nicht mit anderen Werken des Autors vergleichen.
Erstmal muss man vorweg sagen, dass die vier Personen, um die es geht, jedesmal aus ihrer eigenen Sicht erzählen. Das heißt, die Sichtweise ändert sich immer mal wieder. Das ist vielleicht für manche gewöhnungsbedürftig, ich finde diese Art jedenfalls sehr klasse und auch sehr gut gewählt für dieses Buch, da so die einzelnen Charaktere ihre Eigenarten behalten und man sich ein sehr gutes Bild von ihnen machen kann. Über jedem neuen Abschnitt steht der Name der Person, die nun erzählt, so kann man auch nicht durcheinander kommen. Zudem könnte man sagen, dass diese erwähnten Abschnitte etwas tagebuchartig sind, jedoch richten sich die Personen oft auch direkt an den Leser.
Die Geschichte ist teilweise sehr humorvoll dargestellt, Liebhaber des schwarzen Humors kommen hier voll auf ihre Kosten. Ich konnte jedenfalls an manchen Stellen wirklich auch herzhaft lachen oder schmunzeln. Als Pendant dazu gibt es aber auch Passagen, die sehr ernst und ergreifend geschrieben sind und einem wirklich nahe gehen können. Allem in allem eine sehr ausgewogene Mischung.
[[ Der Autor ]]
Nick Hornby wurde 1957 geboren und studierte in Cambridge. Zunächst arbeitete er als Lehrer. Mittlerweile gilt er als Kultautor und einige seiner Bücher wurden sogar verfilmt, u.a. "About a boy" und "High Fidelity". Auch "A long way down" wird verfilmt werden, das Drehbuch ist momentan in Arbeit.
Nick Hornby lebt in London.
Homepage: www.nickhornby.co.uk (Englisch)
Auf der Homepage könnt ihr auch nachlesen, welche Bücher er bisher geschrieben hat, ich denke es ist unnötig die hier alle aufzulisten.
[[ Fazit ]]
Ja....wow kann ich nur sagen. Ich bin von "A long way down" absolut begeistert und habe es keinen Moment bereut, dieses Buch gekauft zu haben. Ich habe es schon von Anfang an geliebt, es kaum mehr aus der Hand gelegt. Die Art, wie das Buch geschrieben ist, hat mich einfach gefesselt und ich wollte immer wissen, wie es nun weiter geht. Und nun bin ich schon fast geknickt, weil ich das Buch schon durchgelesen habe.
Die vier Personen könnten unterschiedlicher nicht sein und gerade das macht die Geschichte so interessant. Vier total unterschiedliche Personen treffen aufeinander und haben nur eines gemeinsam - den Wunsch zu sterben.
Außerdem muss ich doch erwähnen, dass ich denke, dass diese Geschichte einem Menschen auch wieder etwas Hoffnung schenken kann.
Meiner Meinung nach ist Nick Hornby mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. Er packt ein ernstes Thema mit Humor an, sodass die Geschichte keinesfalls überwiegend deprimierend ist.
Ich bin jedenfalls von dem Buch so gepackt, dass ich mir auch noch das Hoerbuch und die englische Originalversion anschaffen möchte. Und wenn das Buch dann verfilmt wurde, bin ich schonmal sehr gespannt, wie die Geschichte umgesetzt wurde.
Also, man merkt mir meine Begeisterung für das Buch an und somit spreche ich natürlich auch eine klare Empfehlung aus. Allerdings sollten Leute, die schwarzen Humor, Sarkasmus und eine teilweise doch sehr derbe Wortwahl nicht wirklich anziehend finden, lieber die Finger von dem Buch lassen.
irmi1967, 21.10.2005
Ich kenne auch die anderen Bücher von Hornby - und ich mag sie :- Dieses werde ich auch noch lesen, auch weil mir dein Buchbericht sehr sehr gut gefallen hat, das hat mich neugierig gemacht. Gibts aber momentan bloss als Hardcover, das ist mir grad noch z
Sina02, 22.11.2005
nimmt die beine in die hand und läuft zur bücherei
ein super hilfreicher bericht
GilbertArenas0, 20.10.2005
WOW sehr anschaulich geschrieben, Bitte mir auch eine Bewertung geben. Bitte Bitte
ein Testbericht von alteSchwedin2005-09-10 16:46:12vom 10.09.2005Empfehlung: ja
Vorteile: erfrischend, fesselnd, amüsant; interessante Figuren, Tagebuchstil, schickes Cover...Nachteile/Kritik: nix
Ich liebe Buchläden und manchmal gehe ich nur so zur Entspannung in einen, ohne wirklich etwas kaufen zu wollen. Meistens fällt mir dann mindestens ein Buch ins Auge, das ich gerne hätte, doch oft kann ich mich beherrschen. So schlich sich auch „A long way down“ von Nick Hornby in mein Blickfeld. Zunächst fiel mir nur das interessante Cover ins Auge. Der Klappentext klang verdammt interessant und hinzu kam noch, dass ich schon lange etwas von Nick Hornby lesen wollte, aber nie dazu gekommen war. Doch der Preis des gebundenen
Exemplars schreckte mich und so legte ich es wieder aus der Hand. Aber so hatte ich hatte ich meiner Freundin, die mit mir im Buchladen war, eine Vorlage für ein Geburtstagsgeschenk geliefert und kurze Zeit später nannte ich das Buch mein Eigen. Ihr werdet jetzt erfahren, um was es geht und wie es mir gefallen hat!
Silvester auf einem Hochhausdach: Nicht gerade der Ort für eine Feier, doch hier treffen sich vier Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Martin ist als erster da und hat an alles gedacht, sogar an die Leiter, um über den Begrenzungszaun zu klettern. Er war ehemals Moderator im Frühstücksfernsehen, verheirateter Familienvater, doch nach einem Gefängnisaufenthalt wegen Sex mit einer Minderjährigen will ihn niemand mehr im Fernsehen sehen und auch seine Frau will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Maureen taucht als zweite auf dem Dach auf und auch sie möchte nicht mehr leben. Maureen hat einen schwerstbehinderten Sohn und niemanden, der sie unterstützt. Beide haben ihren Selbstmord von langer Hand geplant. Jess trifft als nächste ein und sie will sich ganz impulsiv umbringen, weil ihr Freund eine andere hat, wird allerdings von Martin daran gehindert. Zu guter letzt kommt JJ an. Eigentlich sollte er ja Pizzas ausliefern, doch ist sein Leben ziemlich bescheiden: Seine Band hat sich aufgelöst und seine Freundin, wegen der er von Amerika nach London kam, hat sich von ihm getrennt.
Alle vier sind sich einig, dass es doof ist, sich umzubringen, wenn andere dabei zugucken. Also beschließen sie, es fürs erste zu lassen und Jess’ Exfreund zu suchen, damit er ihr erklärt, warum er eine andere hat.
Dies lenkt sie zunächst ab und ein wenig später schließen sie einen Pakt, sich am Valentinstag umzubringen. Zwischendurch treffen sie sich regelmäßig, versuchen den jeweils anderen zu helfen und verbessern so ihre eigene Situation, ohne objektiv irgendwelche Fortschritte zu machen. Und am Valentinstag treffen sie sich wieder auf dem Hochhaus…
Eigentlich wollte ich schon lange etwas von Nick Hornby gelesen haben und nachdem ich vor gut einem Jahr zum ersten Mal „About a boy“ – einer der wenigen brauchbaren Filme mit Hugh Grant – gesehen hatte, wurde der Wunsch noch dringender. Doch irgendwie kam ich nie dazu. Das Cover von „A long way down“ stach mir gleich ins Auge und auch der Klappentext klang verdammt interessant. Und ich kann euch schon jetzt sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde.
Die Story ist sehr ungewöhnlich und bezieht ihre größte Faszination aus der Konstellation der Figuren, die sich „im wirklichen Leben“ vielleicht nie begegnet wären, aber auf dem Dach eines Hochhauses alle mit einem Wunsch zusammentreffen: ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Beweggründe für diesen Entschluss sind sehr unterschiedlich und für den Leser mehr oder weniger nachvollziehbar, doch mitreißend ist jede Geschichte. Auch wird die Story so mit vielfältigen Themen versorgt und Nick Hornby erreicht eine gewisse Balance der einzelnen Inhalte. Glücklicherweise wirkt diese zusammengesetzte Story nie geflickt, vielmehr scheinen die (Vor-)Geschichten der Protagonisten wie für einander gemacht. (Sind sie ja auch!)
Obwohl die Geschichte einer jeden Person ihren eigenen Reiz hat, bezieht jede ihre wirkliche Faszination aus dem Zusammenspiel mit den anderen. So schätzen immer drei Figuren die Handlungen der jeweils vierten ein, tun dies aber auf so verschiedene Weise, dass viel mehr Perspektiven auftauchen, als wenn der Leser sich nur auf seine eigene Einschätzung verlassen müsste. Außerdem wird es so viel interessanter und witziger.
Auch ist es sehr unterhaltsam, zu entdecken, wie sich die einzelnen Personen beeinflussen. Nick Hornby legte seine Charaktere sehr geschickt an, so dass sie, obwohl sie einzeln schon ziemlich eigenartig sind, zusammen ein wirklich stimmiges Bild ergeben. Martin, Maureen, Jess und JJ haben außer der „Hochhaussituation“ keine weiteren gemeinsamen Erfahrungen und verstehen die Probleme der anderen besser als Menschen, die ihnen nahe stehen. Dabei ist es wirklich anrührend, wie sich jede einzelne Hauptfigur zwar nicht selbst helfen kann, aber durch die unterschiedlich gearteten Freunde neuen Mut gewinnt, wie sich plötzlich ungeahnte Perspektiven auftun, obwohl sich eigentlich überhaupt nichts geändert hat. Ich mag diese Einstellung und ihre ermutigenden Auswirkungen.
Kritiker mögen behaupten, dass doch nicht wirklich etwas passiert in diesem Roman. Es wird viel geredet und ansonsten geben die einzelnen Figuren im Tagebuchstil immer abwechselnd die gemeinsamen Erlebnisse wieder. Das bleibt es natürlich nicht aus, dass über manche Ereignisse mehrmals erzählt wird, doch dies nimmt nicht überhand, so dass es mich in keinem Fall störte. Vielmehr merkt man daran am deutlichsten, wie unterschiedlich die vier Charaktere sind und kommt ihnen so näher. Zudem ist es äußerst amüsant, die verschiedenen Einschätzungen der Situationen zu lesen.
Immer schon mochte ich den Tagebuchstil gern und Nick Hornby verfeinerte ihn auf seine Art, eben durch die verschiedenen Erzählperspektiven. Außerdem berichtet er nicht von jedem Tag, sondern wählt nur die Gelegenheiten aus, an denen sich Martin, Maureen, Jess und JJ treffen. Hornby blendet die meisten anderen Erlebnisse seiner Protagonisten aus, lässt nur ausgewählte Geschehnisse Thema werden und unterstützt so ganz gekonnt die Charakterzeichnung seiner Protagonisten.
Obgleich ich auch gern Romane lese, in denen viele Details beschrieben werden, hat mir der Stil Nick Hornbys in „A long way down“ sehr gut gefallen. Die Orte, an denen die Handlung stattfindet, werden meist überhaupt nicht dargestellt. Dem Leser wird selbst überlassen, ob er sich eine Umgebung vorstellt oder sich lieber ganz auf die Figuren und ihre Handlungen und Gespräche konzentriert. Hier zeigt sich Nick Hornby meisterhaft, indem er seine Figuren kurz, aber sehr sicher charakterisiert.
Insgesamt möchte ich euch „A long way down“ von Nick Hornby ganz klar empfehlen. Ich habe den Roman mit Vergnügen gelesen und konnte ihn kaum aus der Hand legen, denn die Story fesselt ungemein, obwohl objektiv betrachtet nicht wirklich viel passiert. Sondern es ist überaus interessant, zu entdecken, wie sich die vier Protagonisten weiterentwickeln, ohne es selbst zu bemerken, wie sie durch die Probleme der anderen wachsen. Dieser Roman ist auch aufgrund des Tagebuchstils, in dem alle vier Figuren immer abwechselnd von ihren Erlebnissen berichten, so lesenswert. Ich vergebe also volle fünf Sterne und mache mich auf die Suche nach dem nächsten Buch von Nick Hornby!
„A long way down“ von Nick Hornby erschien 2005 bei Kiepenheuer & Witsch. Die gebundene Ausgabe mit der ISBN 3-462-03455-3 kostet derzeit bei Amazon 19,90 €. Die englische Originalausgabe trägt den gleichen Titel und erschien ebenfalls 2005. Die Übersetzung machten Clara Drechsler und Harald Hellmann.
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crazygirl046, 10.09.2005
Der Bericht ist informativ geschrieben. Das Buch houmlrt sich wirklich interessant an. Werde es mir mal merken und vielleicht auch kaufen. LG Jasmin
swissflyer, 21.03.2006
S H
Liebe Grüsse, der Patrik :-
Wagnerianer1979, 22.03.2006
Sehr informativ und schoen geschrieben
1-9 von 9 Testberichten über Nick Hornby: A Long Way Down
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