ein Testbericht von Stepnwolf2003-12-13 16:07:04vom 13.12.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Thema Musik, Thema Beziehungen, der Humor trotz Melancholie...Nachteile/Kritik: zum Ende hin etwas langatmig
"Grosse Point Blank" ist einer der besten Filme mit John Cusack, der definitiv unter die Top5 meiner beliebtesten Schauspieler gehört. Ob dagegen der Film unter die Top5 meiner besten Filme kommt, ist dabei noch fraglich. Aber eines kann ich auf jeden Fall sagen: Das Buch "High Fidelity" ist ohne Zweifel unter den Top5 meiner Lieblingsbücher, genauso wie der dazugehörige Autor, Nick Hornby!
Was hat nun aber das eine mit dem anderen zu tun??? Ganz einfach: John Cusack spielt in der Verfilmung von "High Fidelity" Rob Fleming, seineszeichens Protagonist des nun folgenden Buches ...
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ZUM BUCH
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Ich habe es jetzt zum zweiten Mal gelesen ... im Original ... Also falls Textpassagen vorkommen (und sie werden vorkommen), dann stehen die hier logischerweise auch im Original. Ich kenne die deutsche Übersetzung gar nicht!
Top5 der Dinge, die vor dem Beginn der Rezension gesagt werden sollten:
1. Hallo! - 2. Schön, das ihr so zahlreich erschienen seid! - 3. Das Buch umfasst 35 Kapitel (entsprechend dem Alter von Rob.) - 4. Das Buch hat 245 Seiten! - 5. Und nein, "the simultaneous orgasm woman Rosie" wird zwar oft erwähnt, aber nie beschrieben! ;-)
"What came first, the music or the misery? Did I listen to music, because I was miserable? Or was I miserable, because I listened to music?" (S. 18)
Rob ist wieder allein! Gerade von seiner Freundin Laura sitzengelassen (weil die mit dem Nachbarn Ian oder wahlweise auch Ray davon ist), tut Rob, was ein Mann in seiner Situation halt tun muss: Er sortiert seine Plattensammlung neu! Naja, und denkt an die Top5 der Verflossenen, die ihn am meisten verletzt haben. Warum es mit Alison, Penny, Jackie, Charlie und Sarah nicht klappte, will er gern näher wissen. Und da er ja sonst eh nicht anderes zu tun hat, sucht er sie halt alle auf, um das in Erfahrung zu bringen.
"To me, making a tape is like writing a letter - there's a lot of erasing and rethinking and starting again, and I wanted it to be a good one, because ... to be honest, because I hadn't met anyone as promising as Laura ..." (S. 69)
Natürlich hat er auch anderes zu tun! Er ist ja Besitzer eines Plattenladens, da fällt immer viel Arbeit an für ihn und seine beiden Mitstreiter, Dick und Barry. Z.B. sich über die richtige Montagsmorgen Musik zu streiten, den einzigen potentiellen Käufer aus den Laden zu jagen, weil der einen Song von Stevie Wonder sucht oder ständig den Musikgeschmack des anderen herabwürdigen ... normale Dinge halt! :-)
Aber auch das kurzzeitige Hochgefühl von Rob (nachdem er eine Nacht mit Marie LaSalle, einer amerikanischen Sängerin verbracht hat), läßt ihn nicht los von ihr ... von Laura. Aber wie sie wieder zurückgewinnen??? Und warum überhaupt??? Ist es das denn wert??? Und die wichtigste Frage überhaupt: Ist Ian besser im Bett als Rob???
Selbstzweifel ... Panik ... das Gefühl, das kann doch nicht alles sein ... Rob ist verloren ...
Doch dann stirbt der Vater von Laura ... und alles wird anders!
"Look at all the things that can go wrong for a men. There's the nothing-happening-at-all-problem, the too-much-happening-too-soon-problem, the dismal-droop-after-a-promising-beginning-problem; there's the-size-doesn't-matter-except-in-my-case-problem, the failing-to-deliver-the-goods-problem ... and what do women have to worry about? A handful of cellulite? Join the club!" (S. 94)
Er ist schon arm dran, unser Protagonist des Buches "High Fidelity". Da ist man 35 Jahre, unverheiratet, ohne Kinder, hat einen Plattenladen, dessen einziger Kunde ein Penner ist, der eh kein Geld zum kaufen hat, 2 Angestellte und nebenbei so gut wie die einzigen Freunde; lebt in einer Wohnung, die zu neunzig Prozent nur aus Platten besteht (oder sind es 99 Prozent?); stellt zu jeder denkbaren Gelegenheit die Top5 von irgendwas auf ... und verliert die
einzige Frau, die man wohl wirklich so richtig geliebt hat!
Schrecklich und verzweifelnd, oder???
Eigentlich schon, aber Nick Hornby läßt unseren Protagonisten derart cool rüberkommen, das man glauben könnte, das kratzt Rob alles nicht im geringsten. Hauptsache er hat seine Musik und ist damit glücklich.
Aber hinter der coolen Oberfläche verbirgt sich ein gebrochenes Herz, das nur eine Frau wieder flicken kann: Laura. Das merkt Rob auch recht schnell, stellt sich aber ziemlich dämlich an, um sie wieder für sich zurück zu gewinnen. Da muss erst etwas negatives wie der Tod eines Menschen geschehen, bevor er endlich begreift, wie unsinnig und ziellos er doch durch sein Leben treibt. Wieviel angst er hat, sich zu binden, so zu werden, wie fast alle seiner Verflossenen: sesshaft, verheiratet, mit Kindern und selbstzufrieden ... zumindest selbstzufrieden!, das will er sein!!!
Nick Hornby schreibt unbefangen, so richtig schön frei von der Leber weg! Er läßt Rob die Geschichte erzählen, was ungemein wirkungsvoll auf den Leser erscheint, da man ständig an allen Gedanken von Rob beteiligt ist. Und die sind oft dermassen ironisch, mitunter sarkastisch, sehr oft einfach nur zum schreien komisch und doch immer wieder sehr nachdenklich. Perfekt gemacht! Man wird zu Rob, dabei ist es gleich, ob der Leser männlich oder weiblich ist, wenngleich das Buch gerade auf die Männerwelt abzielt und die viele Gedankengänge eher nachvollziehen können. Aber ihr Frauen habt uns ja durchschaut, also dürfte euch das dann hier auch nicht so schwer fallen! ;-)
Und ich persönlich finde es genial, das er zu jeder Gelegenheit eine Top5-Liste aufstellt und die auch noch souverän begründet! :-) Man muss diesen Rob, den Charakter, den Menschen, einfach lieben und man muss ihm einfach durchs ganze Buch folgen, um aufs Happy End zu warten... Das zweifellos auch kommt, aber (und das ist vielleicht der einzige Kritikpunkt am ansonsten genialen Buch!) viel zu sehr in die Länge gezogen wird. Das hätte man auch schneller beenden können!
Noch kurz etwas speziell auf die Lesbarkeit des englischen Originals bezogen: Einfach! Das trifft es, so ziemlich. Nick Hornby schreibt in keinem schwer zu verstehenden Stil. Wäre ja auch nicht passend zum Hauptakteur des Buches. Somit sehr empfehlenswert zu lesen! Inwiefern die deutsche Bearbeitung den Wortwitz beibehalten hat, kann ich nicht sagen (aus oben bereits erwähntem Grund).
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DER AUTOR
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Nick Hornby wurde 1957 geboren und lebt und arbeitet in Highbury, London. Nach seinem Erstling "Fever Pitch" (übrigens auch verfilmt), entstand "High Fidelity". Weitere Werke von ihm sind "About a boy" (ebenfalls verfilmt) und "How to be good" (noch nicht verfilmt). Sein neuster Streich heißt "31 Songs" und ratet mal, um welches Thema es sich darin dreht?? Außerdem veröffentlichte er die zwei Kurzgeschichten "Speaking with angels" und "My favourite year". 1999 erhielt er den E. M. Forster Award von der American Academy of Arts and Letters. Neben seinem Autorleben ist er auch noch Popmusik Kritiker für die "New Yorker".
Vielmehr gibt es nicht im Klappentext nachzulesen. Aber dafür hat der Verlag online ein ausführliches Portrait, mit sehr interessanten Interviews zu jedem Buch, zu bieten. Schaut nach unter http://www.penguin.co.uk/static/packages/uk/articles/hornby/
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FAKTEN
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TITEL
High Fidelity
AUTOR
Nick Hornby
VERLAG
Penguin Books (ISBN 0-140-29556-9) im englischen Original (Cover siehe oben)
Droemer/Knaur Verlag (ISBN 3426612704) in deutscher Übersetzung
PREIS
12,05 Euro im englischen Original (meine Taschenbuchausgabe) oder zur Zeit bei Amazon 7,50 Euro als Neuausgabe (ISBN 0140293469)
8,90 Euro in deutscher Übersetzung (Taschenbuchausgabe)
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FAZIT
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"If this book was a record, we would be calling it an instant classic. Because that's what it is!" (Suzanne Moore, Guardian)
Genau so sehe ich das auch! Wer Musik liebt, muss dieses Buch lesen! Wer die Liebe und auch den ab und an verbundenen Schmerz kennt, muss dieses Buch lesen! Wer beides miteinander verbinden kann (auf welche Art auch immer), muss dieses Buch lesen! Und wer auf ein Happy End steht, muss dieses Buch lesen!
Somit bleiben nur noch wenige übrig, für die "High Fidelity" von Nick Hornby wohl gar nichts ist. Aber auch ihr werdet irgendwann mal in Kontakt kommen mit Rob Fleming und dann über die Musik nachdenken ... oder über die Liebe ... oder über das Leben ... oder zumindest über eure Top5 der besten Songs ever. :-)
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MY TOP5 EVER!?
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Cranberries - Zombie
John Miles - Music
Alanis Morissette - That I would be good
Eileen Rose - Silver ladle
John Lennon - Imagine
... vielleicht aber auch ganz anders. Um mit Rob Flemings Worten zu sprechen: "Can I go home and work& nbsp;it out and let you k now? In a week or so?" ;-)
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...sich etwas anderes vorzumachen, ist einfach Psychowichserei.
ein Testbericht von BulmaZ2010-07-14 20:27:10vom 14.07.2010Empfehlung: ja
Vor einiger Zeit hatte ich mich ja das erste Mal bewusst auf die Suche nach Lektüre gemacht, die nicht Krimi oder Thriller heißt. Dabei stieß ich auf einen Autor, der mir namentlich zwar bekannt war, von dem ich bis dahin aber noch nie etwas gelesen hatte. Nachdem sich dies änderte und ich fast in Euphorie ausgebrochen bin ob der Qualität des Buches, musste mehr her von diesem offensichtlich grandiosen Autor. So orderte ich gleich drei Romane, die bisher allerdings unangetastet im Schrank standen, weil ich mich zügeln wollte – sich mit etwas Gutem Zeit lassen und so. Nun ja – Geduld kommt in meinem Wortschatz eigentlich nicht vor und so griff ich doch vor ein paar Tagen hierzu:
Nick Hornby - High Fidelity
+++ Bezugsquelle & Preis +++
Gekauft habe ich das Taschenbuch bei www.buecher.de.
Dort habe ich 9,95 € bezahlt.
+++ Eckdaten +++
Titel: High Fidelity
Originaltitel: High Fidelity
Autor: Nick Hornby
Übersetzung: Clara Drechsler, Harald Hellmann
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 1996
Genre: Popkultur
Seitenanzahl: 316 Seiten [zzgl. Anmerkungen der Übersetzer, Leseprobe von „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“]
+++ Nick Hornby +++
Nick Hornby (* 17. April 1957 in Redhill, Großbritannien), ist ein britischer Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten aktuellen Vertreter der Popkultur bzw. Popliteratur. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Fever Pitch, High Fidelity und About a Boy, die allesamt auch verfilmt wurden.
Hornby studierte Anglistik an der Universität Cambridge. Während seiner Studienzeit schrieb er Bühnen-, Fernseh- und Hörspiele, widmete sich jedoch erst 1992 ganz dem Schreiben. Zuvor war Hornby als Englischlehrer, unter anderem für Immigranten, tätig.
Durch seinen autistischen Sohn Danny ist er Gründungsmitglied von TreeHouse, einer im Vereinigten Königreich beheimateten Organisation, die sich für eine bessere schulische Betreuung von autistischen Kindern einsetzt. Dieser Organisation kamen auch die Einnahmen aus dem Verkauf der Kurzgeschichten-Sammlung Speaking with the Angel, sowie dem der Filmrechte an How to be Good zugute.
Hornbys Schwager ist der britische Schriftsteller Robert Harris. Die Autorin Gill Hornby ist seine Schwester.
Quelle: www.wikipedia.de
+++ High Fidelity +++
Rob ist der Inbegriff des britischen Mittddreißigers, der es nicht zu all zu viel in seinem Leben gebracht hat: Er betreibt zusammen mit zwei neurotischen Kumpels einen schlecht gehenden Plattenladen, ist chronisch pleite und wurde gerade von seiner Freundin Laura verlassen.
Rob versinkt nicht etwa in Selbstmitleid. Er lernt die hübsche Singer – Songwriterin Marie kennen, verbringt eine Nacht mit ihr und lebt sein Leben einfach weiter wie bisher. Einiges wurmt ihn dann aber doch: Wer ist der Kerl, für den Laura ihn verlassen hat und ist er besser im Bett? Rob versucht den ungelösten Fragen seines Lebens auf den Grund zu gehen, indem er all seine Exfreundinnen anruft, um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist – vielleicht würde dabei ja noch die eine oder andere Nummer für ihn dabei herausspringen. Lange kann er sich allerdings nicht vormachen, dass ohne Laura doch irgendetwas fehlt…
+++ Eindrücke +++
Was auf dem Buchrücken klingt, wie ein stinknormaler Roman über einen britischen Singletypen, der durch alle Hochs und Tiefs geht, die das Dasein ohne Partner so bieten, entpuppt sich recht bald als das Buch über einen verkorksten Mittdreißiger. Von deutschen
Autorinnen schon zigmal dagewesen, zeigt Hornby die gesamte Single – Beziehungskiste einmal aus dem Blickwinkel eines Mannes, was wohl besonders für weibliche Leser interessant sein dürfte. Dennoch drängt sich im Vorfeld wohl der Verdacht auf, dass Hornby so ziemlich alle Klischees verwurstet, die einem zu diesem breitgefächerten Thema in den Sinn kommen. Ob das nun gut oder schlecht ist – nun, es ist Nick Hornby. Man darf also erwarten, keinen üblichen Einheitsherzschmerzbrei mit viel plattem Humor vorgesetzt zu bekommen.
Dass diese Erwartungen voll und ganz erfüllt werden, wird direkt klar. Der Roman beginnt damit, dass der Ich – Erzähler und Protagonist Rob fünf seiner verflossenen Liebschaften aufzählt und mit einigen Anekdoten über sie aufwartet. Zwar werden bereits hier einige Jungs- bzw. Männerklichees bedient, störend wirkt dies aber keineswegs. Vielmehr wird man wohl besonders als Leserin in dem bestätigt, das man bereits mit pubertierenden Vertretern des männlichen Geschlechts erlebt haben dürfte. Dass es dabei so manche witzige Szene gibt, ist unnötig zu erwähnen.
Der ‚richtige‘ Plot beginnt eigentlich erst, wenn der Ich – Erzähler in die Gegenwart wechselt und dem Leser sein Leben, seine Ansichten und all das offenbar, das damit unweigerlich zusammenhängt. Allerdings tun sich hier erste Schwächen von „High Fidelity“ auf. Denn irgendwie hat man den Eindruck, Hornby würde nicht so richtig vorankommen. Eine Handlung im klassischen Sinne ist schwer auszumachen. Vielmehr ist es ein großer fiktiver Lebensausschnitt, den der Autor zum Besten gibt. Dabei fühlt man sich streckenweise, als habe er sich dabei verfahren. Der rote Faden lässt sich so manches Mal nur erahnen. Dies hat leider den unangenehmen Nebeneffekt, dass der Roman die eine oder andere Länge zeigt, die nicht hätte sein müssen. Ähnlich wie Hornbys deutsche Schriftstellerkolleginnen neigt er dazu, abzuschweifen, seine Figur sinnieren zu lassen und dabei den Blick fürs Wesentliche zu verlieren. Man weiß als Leser demzufolge nicht so genau, wohin „High Fidelity“ letztlich steuert. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht – denn nichts ist langweiliger als Vorhersehbarkeit. Die gibt es hier nämlich beileibe nicht.
Im letzten Drittel des Romans zeigt der Autor wie schon in „A long way down“, dass er hervorragend in der Lage dazu ist, heikle Themen, die alles andere als witzig sind, respektvoll aber dabei doch mit einer großen Portion zuweilen schwarzem Humor zu verpacken. War es in besagtem Roman das Thema Selbstmord, so ist es hier der Tod an sich – vor allem der Tod von geliebten Personen. Zwar setzt sich der Autor nur ein kleines Stück des dünnen Romans damit auseinander, dafür aber in einer Authentizität, die ihm sicher keiner so schnell nachmacht. Hinzu kommt der hier absolut passende Humor, der zwar durchaus very british und damit sehr schwarz ist, situationsbedingt aber voll und ganz passt. Mag man sich so nicht vorstellen können, man muss es eben einfach lesen.
Zu überzeugen weiß ebenso die Tatsache, dass Hornby seine Figuren nicht mit den üblichen Klischees überhäuft. Klar, ohne geht es, besonders bei dem Thema Beziehungen und Singledasein, sowieso nie. Hornby allerdings scheint das Ganze von sich aus etwas auf die Schippe zu nehmen, nicht aber ohne auch einen gewissen Ernst durchblicken zu lassen. Es ist quasi eine Gratwanderung zwischen dem Wiedergeben der Sehnsucht, die ein Mensch nach einer festen Bindung hat, aber auch der Dinge, die dagegen sprechen und natürlich all dem, was innerhalb einer Beziehung schieflaufen kann. All dies bringt Nick Hormby sehr treffend auf einen Nenner, was durchaus beeindruckend ist, da man es in der Form wohl selten bis gar nicht erlebt haben dürfte.
Sehr charmant ist wohl auch die Tatsache, dass Hornby mit „High Fidelity“ nicht nur einen heiteren Roman über Beziehungen, Liebe & Co geschrieben hat, sondern auch einen über die bedingungslose Liebe zur Musik. Zwar verraten dies bereits Titel und Cover – dennoch, deutlich wird es erst während des Lesens. Hornby hat vielleicht keine Ode an die Musik an sich verfasst, dennoch ist deutlich zu spüren, dass er offenbar eine Menge für sie übrig hat und sie ihm nicht nur zur Berieselung dient. So dürften sich wohl vor allem Popmusikfreaks sehr angesprochen fühlen – vor allem die, denen Mainstream am Allerwertesten vorbeigeht und die herrlich mit ihrem Gegenüber über Musikgeschmack streiten können.
„High Fildelity“ ist aus der Ich – Perspektive des Protagonisten Rob geschrieben. Das allein ist zunächst erst einmal noch nichts so Besonderes. Spannend wird es allerdings, wenn man erwähnt, dass Figur Rob sich das eine oder andere Mal direkt an den Leser wendet, ihn anspricht, etwas fragt oder unausgesprochene Gedankengänge mittels Sätzen in Klammern an den Leser richtig, sodass man sich beim Lesen fühlt, als würde Rob einem etwas ins Ohr flüstern, das nur einen selbst bestimmt ist. Dieser Aspekt, auch, weil nicht überstrapaziert, erzeugt eine ungeheure Nähe zum Roman, der Handlung und natürlich den Figuren. Rob wirkt schon fast wie ein Kumpel, den man schon ewig kennt, aber lange schon nicht mehr gesehen hat. Dabei ist der Stil, den Hornby seiner Figur in den Mund legt, sehr simpel, nicht schnodderig wie beispielsweise in „A long way down“, sondern vielmehr stinknormale – im guten Sinne. Denn Hornby schreibt, wie Rob der Schnabel gewachsen ist. Will er Rob unbedingt viele Gedankengänge auf einmal an den Leser bringen lassen, werden einzelne Sätze schon einmal über zig Zeilen verteilt, einzelne Satzteile lediglich durch Kommata getrennt. So kommt stets an den richtigen Stellen Tempo auf oder aber auch eine Erzählweise, die man selbst vielleicht an den Tag legt, wenn man ganz schnell ganz viel Wichtigstes erzählen will, sich dann aber zu spät dabei ertappt, dass man vom Wesentlichen ab- und vom Hundersten ins Tausendste gekommen ist. Verwirrend ist dies wider Erwarten nicht – eher sehr charmant und vor allem sehr authentisch.
Klar also, dass Rob auf ganzer Linie überzeugt. Man schließt ihn wohl direkt ins Herz, weil er so herrlich normal und menschlich ist. Er spricht Dinge aus, die wohl jedem durch den Kopf gegen würden, der die Gelegenheit hat, mit der oder dem Ex zu sprechen, der oder die einen wegen einer anderen Person verlassen hat. Er bringt krude Gedankengänge, die man dennoch nachvollziehen kann, weil man Ähnliches in einer solchen Situation ebenso erlebt hat. Hornby setzt hier also scheinbar vollkommen mühelos auf Echtheit und die überzeugt absolut und kompromisslos. Robs Kumpels Dick und Barry gehen dabei zwar etwas unter, aber für die interessiert man sich auch eigentlich nicht. Sie sind Beiwerk, das eigentlich keinen Mehrwert für die Geschichte hat, dennoch aber irgendwie dabei sein muss. Obwohl der Hauptfokus also eindeutig auf Rob liegt, ist es Hornby also dennoch gelungen das richtige Maß für sein Figurenensemble zu finden.
Unterm Strich hat mich „High Fidelity“ sehr gut unterhalten, nicht so gut wie das grandiose „A long way down“, aber dennoch deutlich mehr als es andere Romane vor ihm geschafft haben. Der Humor Hornbys überzeugt einfach – er ist spritzig, wohl dosiert, nicht zu schwarz, intelligent und zündet eigentlich immer. Das Geheimnis liegt wohl in seiner Subtilität, von der der Autor ganz offenbar einiges versteht. Der Plot ist vielleicht nicht der Originellste unter der Sonne, wurde aber dennoch qualitativ hochwertig umgesetzt. Abgesehen von ein paar vereinzelten Längen kann ich also nicht meckern und vergebe vier Sterne und eine Empfehlung.
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kruegerchristine, 14.07.2010
Da ich zur Zeit auf CIAO pausiere wäre das vermutlich auch eine gute Literatur für mich. Der Bericht ist jedenfalls ein BW wert! LG Günter -
Humpen77, 20.07.2010
Sehr schöner Bericht! Guten Start in den Dienstag! Lieben Gruß
trullilu, 14.07.2010
Sonnige Grüße schickt dir trullilu !!!
ein Testbericht von Gemini_2008-03-02 01:01:27vom 02.03.2008Empfehlung: nein
„High Fidelity“ von Nick Hornby
Das Buch:
Ich beschreibe euch heute ein Buch, das ich vor wenigen Tagen gelesen habe. Vorher hatte ich schon andere Bücher von dem Autoren gelesen und dachte, mit einem weiteren Werk kann ich wohl nichts falsch machen, denn die anderen Bücher hatten mir sehr gut gefallen. Wie es im Endeffekt ausging, erfahrt ihr im folgenden Erfahrungsbericht:
Es handelt sich um das Buch „High Fidelity“ von Nick Hornby. Vorher hatte ich von Nick Hornby bereits „About A Boy“ und „A Long Way Down“ gelesen und war von den Werken
einfach total begeistert.
„High Fidelity“ ist im Knaur-Verlag erschienen und hat insgesamt 321 Seiten. Es wurde im Juni 1999 veröffentlicht und der Text wurde von Clara Drechsler und Harald Hellmann aus dem Englischen in die deutsche Sprache übersetzt. Das Taschenbuch hat eine Größe von 193 x 124 x 24 Millimeter.
Der Inhalt:
Der vorgestellte Roman handelt von dem chaotischen Liebesleben von Rob. Er hat die Eigenart zu Allem Listen zu bilden (beste Musik, beste Filme, usw.). Das Buch beginnt mit einer ganz besonderen Liste. Er schildert die fünf Trennungen, die ihn am meisten mitgenommen haben. Man erfährt also zunächst von seiner ersten Liebe und von weiteren Katastrophen, die sich in Robs Leben ereignet haben. Während er die fünf größten Liebeskatastrophen schildert, erfährt man ganz nebenbei, dass seine aktuelle Freundin ihn auch verlassen hat und er deswegen in dieser Art Lebenskrise steckt.
Rob ist mit seinem Leben komplett unzufrieden. Er ist 36 Jahre alt und wird ständig von seinen Freundinnen verlassen. Zudem hat er damals wegen Liebeskummer sein Studium geschmissen und ist nun unglücklicher Besitzer eines Plattenladens, der ziemlich schlecht läuft...
Im weiteren Verlauf des Buche erfährt man dann, wie Rob sich mit allen seinen Beziehungen auseinandersetzt und allmählich aus seinem Loch herauskommt. Dabei erkennt er langsam, was in seinem Leben schief läuft und er nähert sich seiner Exfreundin wieder an.
Kann es ein Happy End geben? Das verrate ich euch hier nicht, dazu müsst ihr das Buch schon selbst lesen.
Bewertung des Schreibstils:
Vorher hatte ich gelesen, dass das vorgestellte Buch Kult geworden ist und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, es zu lesen. Das habe ich aber leider bitter bereut. Da das Buch schon vor vielen Jahren erschienen ist und ich noch nicht so alt bin, verstehe ich die ganzen Witze und Verweise auf Songs überhaupt nicht. Der Autor spricht ständig von Songtexten oder sonstigen Dingen, die zum Erscheinungszeitpunkt modern gewesen sein müssen oder die der Generation des Autoren bekannt sind. Mich hat das aber ehrlich gesagt total verwirrt und ich habe nichts verstanden. Das ist schon sehr nervig für mich gewesen und deswegen bekommt das Buch von mir auch keine gute Bewertung.
Preis:
Man kann das Buch „High Fidelity“ für 8,90 Euro erwerben.
Bewertung:
Ich kann euch das Buch überhaupt nicht empfehlen, denn mich haben die ganzen Insider-Verweise und –Witze total gestört, die ich nicht verstanden habe. Deswegen vergebe ich für das Buch heute nur einen Bewertungsstern. Die Story ist zwar nett, aber man muss schon wirklich die ganzen Songs kennen, von denen der Autor spricht, um das Buch lieben zu lernen.