Arnaldur Indridason: Todeshauch
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Arnaldur Indridason: Todeshauch
Arnaldur Indridason: Todeshauch
Arnaldur Indridason: Todeshauch

Testberichte Arnaldur Indridason: Todeshauch

 (Taschenbuch)
4.1 von 5
Platz 6 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - T".
Bewertung: Kundenbewertung 4,10 / 5,00 4.1 von 5
Meinungen:
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Arnaldur Indridason: Todeshauch Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,10 / 5,00 4.1 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (8/8).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • hohe Spannung, Schreibstil, Aufbau des Romans
  • Ein Thriller mit durchweg spannender und überzeugender Handlung.
  • kein Krimi von der Stange
  • gut geschrieben, verwicklung der Erzählstränge
  • mir gefällt diese serie
Nachteile/Kritik
  • absolut nichts
  • Entfällt.
  • teilweise etwas hart
  • kein richtiger Krimi, die Namen
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Animagus17

Der Tod zwischen Kinderzähnen!!!

ein Testbericht von 2006-08-28 18:10:58 vom 28.08.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: s. T...
Nachteile/Kritik: s. T
Huhuuzi an alle!!!!
**********************

In letzter Zeit hat mich die Schreibwütigkeit gepackt.. Heute stelle ich Euch das Buch vom Autor Arnaldur Indridason vor. Sein Buch nennt sich "Todeshauch" und es bezeichnet sich als isländischer Krimi.
Das Cover zeigt ein Blockhaus, rechts oben im Deckblatt, das auf einem Rasen erbaut ist. Auf dem Cover dunkelt es bereits. Der Buchtitel steht in Rot auf dem grünen Rasen während der Autorennamen oberhalb in weiss aufleuchten darf.

Der Schriftsteller
********************
...ist 1961 geboren worden und zeichnet sich als Journalist und Filmkritiker bei Islands grösster Tageszeitung aus. Er lebt auch heute noch in Island und veröffentlicht seine Bücher, die hohe Erfolge erzielen. Pressestimme zu seinem 1. Buch Nordermoor:
>> Ein ausgezeichneter Roman << SUEDDEUTSCHE ZEITUNG
>> Arnaldur Indridason ist der erste glaubwürdige Krimi - Autor Islands - schöne Insel, gutes Buch ! << DIE WELT
>> Aus dem Land der wenigsten Morde Europas kommen ausgezeichnete Krimis. << Facts
>> Erlendurs Kampf gegen das Berbrechen hebt Indridasons literarischen Krimi auf höchstes internationales Niveau. << Westdeutsche Allgemeine

Zum Buch
************

Aus dem Isländischen von Coletta Bürling
Ich besitze die 1. Auflage des im März 2004 veröffentlichten Bastei Lübbe Taschenbuchs. Es trägt die Nummer: 15103
Es ist die deutsche Erstveröffentlichung.
Der Originaltitel lautet : Grafarpögn und erschien bei Vaka - Helgafell in Reykjavik.
Umschlaggestaltung: Gisela Kallowatz
Titelbild: Look / Hanke Dressler
Lektorat: Claudia Müller
Satz: hanseatenSatz - bremen, Bremen
Druck und Verarbeitung: GGP Media, Pössneck
Die ISBN - Nr: 3 - 404 - 15103 - 8
Die Internetseite des Verlages heisst: www.luebbe.de
Das Buch ist 18,6 cm gross, 14,4 cm breit und 3,2 cm dick.

Um was es in em Buch geht
********************************

Dieses Buch erzählt die Geschichte von einem Kripobeamten, der mit Hilfe seiner Kollegen versucht einen Fall aufzulösen. Man findet in einer Baugrube ein Skelett, das schon so alt ist wie Medusalem. Während die Kripo Licht in das Dunkel bringt, kämpft die Tochter Erlendurs um ihr Leben...

Meine Leseprobe:
********************

>> Warte, ich hab mir das aufgeschrieben.<< Erlendur wartete, während Sigurdur Oli nach seinem Notizbuch suchte. Er notierte sich bei Besprechungen alles Mögliche, etwas, was Erlendur sich nie hatte angewöhnen können. Er hörte, wie Sigurdur Oli blätterte, und dann war er wieder am Telefon.
>> Sie verschwand 1940. Im Frühjahr. <<
>> Und bis dahin baut Benjamin an diesem Sommerhaus, und dann stellt er die Bautätigkeit ein, bevor das Haus ganz fertig ist, und vermietet es. <<
>> Und Höskuldur ist einer von den Mietern. <<

Meine Meinung:
******************

Also, als ich das Buch anfing, war es schier öde darin zu schmökern, doch das legte sich nach paar Seiten. Das restliche Buch war dann noch spannend. Ich kann das irgendwie nicht, das Buch anfangen und nur weil es langweilig ist in die Ecke pfeffern, wenn ich was anfange, dann zieh ich das auch durch und das ist nicht nur bei Büchern so. Mein Ehrgeiz hilft mir oft weiter. Das Cover ist mir zu düster, obwohl ich Landschaften recht gerne hab. Das Buch ist mit seinen 367 Seiten schnell durchgelesen. Ich vergebe nur 4 Sterne. Dennoch eine Kaufempfehlung.
Nun wünsche ich Euch noch viel Spass beim Lesen, Bewerten und Kommentieren. Aber ich bitte Euch mir in einem Kommentar mitzuteilen was an einem Bericht fehlt oder nicht gelungen ist, als erst falsch zu bewerten. Schöne Woche Euch.
Mit lieben Grüssen
Eure Debby
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
sandraberg
sandraberg, 10.09.2006
arbeite grad das cis der letzten wochen ab - puh, das ist viel arbeit. bei denen, die zu viel veröffentlicht haben, kann ich daher nicht jeden bericht einzeln bewerten, aber ein paar sind bei jedem drinnen :- liebe grüße, sandra
moniseiki
moniseiki, 29.09.2006
Ein sehr schöner Bericht, alles drin was man man gerne lesen möchte. Liebe Grüße und viel Glück beim nächsten Bericht sendet dir Moniseiki , Ps freue mich auch über gegenlesungen oder neue Berichte von dir!
AndreaRo
AndreaRo, 28.08.2006
manche Bücher fangen langweilig an und steigern sich unheimlich stark. Da heisst es , Geduld haben..
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angela1968

Grafarþögn

ein Testbericht von 2010-07-28 08:18:39 vom 28.07.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: mir gefällt diese serie...
Nachteile/Kritik: -
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Todeshauch
Arnaldur Indriðason
4.Fall der Kommisar Erlendur Sveinsson Serie

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Einige Bände der Romane rund um den isländischen Kommissar Erlendur habe ich bereits hier vorgestellt. Der Roman Todeshauch ist einer der letzten, den ich aus unserer Bücherei ausgeborgt habe.
Dieser Band ist in meinen Augen aber trotz des gefundenen Skeletts weniger Kriminalroman, als Psychologische/soziologische Studie der häuslichen Gewalt (wie man so beschönigend zu Gewalttätigkeiten innerhalb der eigenen Familie sagt)... und Erlendur selbst gesteht sich hier am Krankenbett seiner im Koma liegenden schwangeren Tochter vielleicht das erste Mal die möglichen Ursachen seiner gescheiterten Ehe ein...
Als Teil der Serie unverzichtbar und ich denke diesen Roman kann man auch als Einzelstück genießen, man versäumt aber etwas... ich rate zur gesamten Serienlektüre...


Details
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Taschenbuch: mit 368 Seiten kostet 7,99 Euro
Bastei Lübbe GmbH & Co.KG Verlag
ISBN-10: 3404151038
ISBN-13: 978-3404151035
Originaltitel: Grafarpögn
Ich habe die Hardcover Version ausgeborgt....


Kurzinfo des Verlags
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In einer Baugrube am Stadtrand von Reykjavík werden menschliche Knochen gefunden. Wer ist der Tote, der hier verscharrt wurde? Wurde er lebendig begraben? Erlendur und seine Kollegen von der Kripo Reykjavík werden mit grausamen Details konfrontiert. Stück für Stück rollen sie Ereignisse aus der Vergangenheit auf und bringen Licht in eine menschliche Tragödie, die bis in die Gegenwart hineinreicht. Während Erlendur mit Schrecknissen früherer Zeiten beschäftigt ist, kämpft seine Tochter Eva Lind auf der Intensivstation um ihr Leben ...
Todeshauch wurde mit dem Nordischen Preis für Kriminalliteratur 2003 ausgezeichnet!

Weitere Bücher der Serie
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1. Synir Duftsins. 1997 (deutsch: Menschensöhne. ) kenne ich
2. Dauðarósir. 1998 (deutsch: Todesrosen.)
3. Mýrin. 2000 (deutsch: Nordermoor.)
4. Grafarþögn. 2001 (deutsch: Todeshauch. ) ist heute dran...
5. Röddin. 2002 (deutsch: Engelsstimme. ) kenne ich
6. Kleifarvatn. 2004 (deutsch: Kältezone. )
7. Vetrarborgin. 2005 (deutsch: Frostnacht.)
8. Harðskafi. 2007 (deutsch: Kälteschlaf. )
9. Myrká. 2008 (deutsch: Frevelopfer.)
10. Svörtuloft. 2009

Der Autor
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Arnaldur Indriðason (* 28. Januar 1961 in Reykjavík) ist ein isländischer Autor von Kriminalromanen, der mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum Bekanntheit erlangt hat....
Er arbeitete ängere Zeit als Journalist und Filmkritiker für die Tageszeitung "Morgunblaðið".
(Verlagsinfo)
mehr unter
http://www.bokmenntir.is/rithofundur.
asp?cat_id=674&author_id=7
oder
http://www.bokmenntir.is/hofundur.asp?cat_id
=711&module_id=210&element_id=958&au t hor_id=7&lang=8
Links bitte verbinden, ...

Meine Meinung
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Der Einstieg ist fast skuril... eine Mutter bereitet ihrem 10 jährigen Sohn nun schon die 3.Geburtstagsfeier (Freunde, Familie und Schulkollegen), sie stöhnt etwas unter der Belastung und ein größerer Briuder eines Gastes sitzt unbeweglich und unbehaglich herum... bis er der kleinen 2 jährigen Schwester etwas aus dem Mund nimmt und behauptet, das wäre ein menschlicher Rippenknochen...
Dann geht's los. Ein Skelett wird entdeckt und Archäologen graben es fizerlweise (und daher auch langsam, sehr langsam aus)... die Ermittler wühlen sich durch Hinterlassenschaften und eigene Empfindlichkeiten, Erlendur erhält nebenbei einen Hilferuf seiner Tochter und findet sie vor der Entbindungsklinik in einer Blutlache...

Dann geht die Reise in die Vergangenheit los. Eine Frau heiratet (schon Mutter einer ca 2 jährigen Tochter) und der Mann, der vorher höflich, nett und ruhig war, entpuppt sich als brutaler Gewalttäter... Das Mädchen bekommt Gehirnhautentzündung mit allen bösen Nebenerscheinungen, die Frau 2 weitere Söhne und die Spirale der Gewalt multipliziert sich in den Tagen der Besatzung...

Eifersucht. Besatzungshuren. Der Verdruss isländischer Männer, dass isländische Frauen auf "Amis" abfuhren, die ihnen die Türe öffneten, höflich waren und vielleicht weniger tranken? Ein Thema das für Island nicht ganz unproblematisch ist...

Wer ist der oder die Tote? Und warum streckt sich ein Arm in die Höhe, lebte er/sie noch?


Fazit
°°°°°°
Das Thema Gewalt gegen Frau und Kind, aber auch die Frage nach der Ursache wird hier einfühlsam behandelt. Die "schiefe" Tochter, die selbst Psychologie studiert hat, ist immer noch auf der Suche der Wurzeln der Gewalt des Stiefvaters...aber eigentlich ist es für die Opfer egal, warum... sie leiden unter der Brutalität und unter der Angst, wann sie startet, was sie auslösen könnte... beklemmend schildert der Autor hier die Ohnmacht der Frau... die Hilflosigkeit und auch das Unvermögen der Gesellschaft helfend einzugreifen...
Auch Kommissar Erlendur geht an seine Grenzen... als ihm ein Medium von einem kleinen Jungen erzählt, der ihm vergeben hätte, kommt seine eigene Kindheit wieder hoch...den 8 jährigen Bruder, den er als 10 jähriger im Schneesturm verloren hat, was die ganze Familie verändern sollte...

Seine Ehe, die Scheidung und das Verhältnis zu den beiden Kindern... alles ist ein Kreislauf und Erlendur versucht zumindest zu erkennen....
Wer jetzt schlussendlich das Opfer ist, wird nicht verraten...


Ein guter Roman, der Lust auf mehr Lesestoff macht!
5 Sterne
...
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Kommentare
Pumasun
Pumasun, 28.07.2010
sehr schön geschrieben. Lg
sigrid9979
sigrid9979, 28.07.2010
Super Berichtet...Lg Sigi
Iris1979
Iris1979, 28.07.2010
Super Bericht. LG Iris
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schorschl

Dank Arnaldur Indridason nicht nur heiße (Geysir-) Luft

ein Testbericht von 2008-05-07 14:49:35 vom 07.05.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Text...
Nachteile/Kritik: siehe Text
Habe von Arnaldur Indridason bisher nur den Roman 'Gletschergrab' gelesen, dieses Buch 'Gletschergrab' hat mich gefesselt, ja regelrecht von ziemlich allen anderen Tätigkeiten abgehalten. Ich lese ehrlich gesagt nicht sehr viel, wenn dann im Urlaub und dann auch nur ein oder zwei Bücher. Im Focus liegen dabei Krimis mit polit-historischem Hintergrund, Schwerpunkt die ersten Hälfe des letzten Jahrhunderts. Beispielhaft möchte ich hier Robert Harris und Glenn Meade nennen. Mit Gletschergrab liege ich noch in diesem Zielgebiet, mit Todeshauch - um dieses Buch geht es ja hier eigentlich - auch noch. Wenn auch hier noch mit historischem Hintergrund, die Handlung spielt zum Teil in der Gegenwart und zum Teil um 1940, so fehlt hier jeglicher politischer Hintergrund. Um Trotzdem hat mir auch dieses Buch von Arnaldur Indridason recht gut gefallen, sodass ich dieses innerhalb weniger Tage 'durch' hatte.

Die Handlung beginnt mit dem Fund von Menschenknochen in einer Baugrube in einem Neubaugebiet am Rande der Hauptstadt Islands, Reykjavik. Während man üblicherweise einen solchen Fund relativ schnell durch einen Gerichtsmediziner auswerten lässt, entscheidet sich der Hauptdarsteller Hauptkommissar Erlendur für eine Ausgrabung durch einen Geologen. Grund dafür ist die Fundstelle in entsprechender Tiefe und die reine Tatsache, dass der einzige Gerichtsmediziner seinen Urlaub in der Sonne Spaniens genießt. Kein Zeitdruck also, vermutet man doch, dass die Leiche etwas 50-70 Jahre hier liegt. Die zeitraubende und akribische Arbeit der Geologen sich mit Pinsel und Löffel von oben der Fundstätte zu nähern, hat seinen Sinn. Die parallel zur Ausgrabung dazu verlaufenden Recherchen des Teams um Kommissar Erlendur schaffen eine immer weiter steigende Spannungskurve. Mit dem Lüften des Geheimnisses der Leiche weiß man offensichtlich auch den Täter zu deuten. Soweit hat der Autor keinerlei Interesse die Identität der Leiche gleich zu Beginn seines Buches zu lüften.

Es gibt hier zwei Handlungsstränge, Erzählungen bzw. Nacherzählungen in der Vergangenheit zur Zeit des Mordes mit zwei Spuren zu einem bis dato möglichen Mord und aktuelle Geschehnisse im Privatleben des Hauptkommissars. Dieser darf initiiert durch einen unfreiwilligen Krankenhausbesuch seiner Tochter, seine eigene Vergangenheit bewältigen. Die erste der zwei Spuren zur Identität der Leiche ist zum einen der Besitzer eines ehemaligen Sommerhauses auf der Fundstelle, welcher, nachdem seine Verlobte 'ins Wasser' gegangen ist, aus der Bahn geworfen wurde. Die zweite Spur dreht sich um eine Familie, welche in eben diesem Sommerhaus zu etwa dieser Zeit gewohnt hat.

Nach und nach verbinden sich Informationen und der Kommissar erhält ein Bild über die Geschehnisse. Gleichermaßen gelingt es dem Autor dem Leser ein Bild über die damalige Situation in Island und über die Mentalität der Isländer zu vermitteln. Das Buch liest sich recht angenehm, soweit man nach der Übersetzung hier noch den Stil des Autors erkennen mag. Trotzdem ist das Buch gelungen, wenn ich auch die Versuche des Autors plötzliche Wendungen einzubinden, als gescheitert bzw. als netten Versuch, betrachte. Diese sind einfach zu durchsichtig.

Für zarte Gemüter ist das Buch jedoch nichts, hatte hier und da überlegt Abschnitte zu überspringen, habe dies dann aber doch gelassen.

Fazit:

Ein Krimi in Island, Dank Arnaldur Indridason nicht nur heiße (Geysir-) Luft.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Kommentare
Miraculix1967
Miraculix1967, 07.05.2008
Ein sehr interessanter Bericht! Schönen Abend, SH und LG Miraculix1967
Baby1
Baby1, 08.05.2008
.: :. Liebe Grüße Anita .: :.
Zzaldo
Zzaldo, 07.05.2008
ein klasse Bericht von dir. LG Stephan
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BelgiumKing

Ein Touch von FSK ab 18 Jahre ...

ein Testbericht von 2006-04-30 20:20:11 vom 30.04.2006
Empfehlung: ja
@@@ STORY @@@

Geburtstagsfeier... alle amüsieren sich, bis eine Mutter entsetzt feststellt, dass ihr Kleinkind auf einem Knochen herumnagt, den ein anderes Kind beim Spielen entdeckt und mitgebracht hat.

Angeekelt und entsetzt lässt sie sich den Fundort zeigen und informiert die Polizei. Denn es ist ein menschlicher Knochen, wie ein anderer Gast der Geburtstagsfeier feststellt.

Kommissar Erlendur rückt aus und lässt die Fundstelle in einer Baugrube sichern. Er und seine Kolleginnen und Kollegen beginnen die Ermittlungen.

Umschwenk in die Vergangenheit: der Autor berichtet von den traurigen und brutalen Zuständen einer Familie. Die Mutter wird regelmäßig vor den Augen ihrer zwei Söhne und ihrer kleinen Tochter von ihrem Ehemann gedemütigt und geschlagen.

Zurück in die Neuzeit: Erlendur ermittelt und kommt nur träge voran. Das Skelett wird nur langsam geborgen. Verschiedene Spuren führen zu einer Geschichte eines alten Hauses, das längst abgerissen wurde. Die Spuren bleiben zunächst nichtssagend.

Zurück in die Vergangenheit: der brutale Ehemann droht seiner Frau weiterhin, schlägt sie und lebt diesen Albtraum viele Jahre. Die Kinder entwickeln sich immer nur mit der Erinnerung an Gewalt. Mikkelina, das behinderte Mädchen, beginnt sich aus der Behinderung zu befreien. Heimlich übt ihre Mutter mit ihr zu sprechen und am Leben teilzunehmen, als sei sie ein normales Kind.

Die Situation spitzt sich eines Tages zu, als Mikkelinas Mutter eines Tages schwanger von einem amerikanischen Soldaten wird. Es waren die schönsten Momente ihres Lebens, denn ihr brutaler Ehemann verschwand einige Monate im Gefängnis. Als er zurückkommt, beginnt ein Albtraum...


@@@ DER AUTOR @@@

Arnaldur Ingridason wurde international durch seinen Roman Nordermoor populär, in dem bereits der Kommissar Erlendur eine Rolle spielt. Dieser Roman wurde mehrfach ausgezeichnet, ebenso wie auch Todeshauch§ prämiert wurde.

Ingridason ist ein isländischer Journalist und Filmkritiker, Baujahr 1961, bei der isländischen Presse. Nach seinen Erfolgen wurde er freier Autor.


@@@ ÜBERSETZUNG @@@

Als Übersetzerin wird Coletta Bürling in dem Roman angegeben. Die Übersetzung ins Deutsche wirkt gekonnt und flüssig.

Stilistisch ist die deutsche Version von Todeshauch flüssig und gut zu lesen.


@@@ EINDRÜCKE @@@

Es erscheint mir schwer, den Roman zu beschreiben, ohne zuviel zu verraten. Immerhin schwenkt der Autor permanent von der Neuzeit in die Vergangenheit und zurück. Und sehr gekonnt steigert er das Drama um die ärmliche Familie, deren Familienoberhaupt ein brutaler Tyrann ist.

Parallel erfährt der Leser von Erlendurs Ermittlungen, die über das ganze Buch eher wie ein blindes Rumtappsen erscheinen. Gleichzeitig, und menschlich für den Leser sehr bedrückend, sitzt Erlendur immer wieder am Bett seiner Tochter, die im Krankenhaus liegt und nach einem Drogencocktail nicht nur ihr ungeborenes Kind verlor, sondern zudem selbst dem Tode nahe ist.

Der Autor tanzt auf vielen verschiedenen Hochzeiten, und es ist ein wirkliches Kunststück, wie er die verschiedenen Abläufe schlüssig aufrecht erhält.

Trotz der guten Story finde ich, dass Todeshauch nicht an seinem genialen Werk Nordermoor herankommt. Zu offensichtlich ist, wer wann getötet wurde. Zu matt wirken die Ermittlungen. Die Geschichte lebt sehr davon, dass der Leser gebannt und beklemmt wissen möchte, was aus der Familie wird, wo Brutalität Alltag ist.

Die Szenen, wo Erlendur immer wieder am Bett seiner dem Tod geweihten Tochter sitzt, sind wenig überzeugend. Teils wirkt es wie Füllwerk. Das ist bedauerlich, zumal im Vorgänger Nordermoor die Probleme mit seiner drogenabhängigen und bereits schwangeren Tochter viel intensiver wirken.

Todeshauch ist ein sehr gutes Buch, auch wenn ich es nicht noch einmal lesen werde. Zu brutal und zu berührend ist es, die immer größere Brutalität in einer Familie zu lesen. Ingridason hat dies im makabren Sinne bestens umgesetzt. Es ist aber nicht für schwache Nerven und - wie ich finde - enorm berührend und selbst beim Lesen schlicht schmerzhaft.

Zweifellos, es spricht für den Autor, diese Tragödie so intensiv zu schildern, dass dem Leser ein Haß auf den brutalen Familienvater hochkommt. Es ist fast schon zu authentisch und so schmerzvoll, dass ich dem Roman wie bei Spielfilmen am liebsten ein FSK ab 18 Jahre geben würde.

Letztlich überzeugt Todeshauch ähnlich wie der Vorgänger Nordermoor. Nur, so finde ich, ist es nichts für schwache Nerven. Nur ist es irgendwie schlimm zu lesen. Auch wenn Indridason nichts anderes tut, als Zustände zu beschreiben, die es leider wahrlich in Familien gibt...

JL ***für yopi und ciao***


FACTS:

Todeshauch - Verlag Bastei-Lübbe - Autor Arnaldur Ingridason - ISBN 3-404-15103-8 - Taschenbuch - Euro 7,95
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Zzaldo
Zzaldo, 30.04.2006
Schöner Bericht. Ein klares sh von mir. Schau doch mal auf meiner Homepage vorbei. Es lohnt sich. Bei Fragen schreib mir einfach ins GB oder schreibt mir eine E-Mail. LG Stephan
blackangel63
blackangel63, 30.04.2006
..................................................... .........................o o....................... SH-------oOO----OOo-----------
topware2002
topware2002, 30.04.2006
..................................................... .........................o o....................... SH-------oOO----OOo-----------
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Jenseits von Schweden

ein Testbericht von 2006-04-08 17:07:23 vom 08.04.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: kein Krimi von der Stange...
Nachteile/Kritik: teilweise etwas hart
Lange hab ich gebraucht um wieder mal für euch zu schreiben, aber endlich sind die Klausuren um und ich habe mal wieder
Zeit und Muse zu lesen (und zum Schreiben). Bei der Auswahl meiner Lektüre viel mir zuerst Arnaldur Indridasons "Todeshauch"
in die Hände, welches (muss ich zu meiner Schande gestehen) seit Weihnachten im Regal lag und darauf wartete gelesen zu werden.

Der Autor verfolgt in seinem Buch mehrere Handlungsstränge: alles beginnt damit, dass auf einem Kindergeburtstag ein seltsam
geformter Stein auftaucht, der von einem Medizinstudenten als menschlicher Knochen identifiziert wird. Die Polizei wird eingeschaltet und Kommisar Erlendur erscheint auf der Bildfläche. Es wird kein einfacher Fall, den ersten Vermutungen nach liegen die
Knochen seit 60 Jahren in der Erde. Und als hätte unser Kommisar damit nicht genug zu tun, erreicht ihn auch noch der Hilferuf
seiner schwangeren, drogenabhängigen Tochter. Zwischen den aktuellen Ereignissen tauchen immer wieder Textpassagen aus der Zeit des
zweiten Weltkriegs auf. Dieser Erzählstrang läuft parallel und im Laufe des Buchs wird klar: die Ereignisse von damals stehen
eng mit dem grausigen Fund in Verbindung.
Vielmehr verrate ich zur Story nicht, ich möchte euch ja nicht die Spannung verderben... ;-)

Charakterfach:
Erlendur
hat es nicht leicht: neben einem sechzig Jahre alten Skelett plagen ihn auch noch Schuldgefühle: er hat seine Familie verlassen
als die Kinder noch klein waren und jetzt liegt seine Tochter Eva Lind im Koma.
Das Skelett in Reykjaviks Neubaugebiet bereitet zusätzliche Sorgen: In den Wirren des Zweiten Weltkriegs weiß niemand mehr so genau, wer wann wo gelebt hat. Die meisten Zeugen sind tot und die Erben des damaligen Grundstücksbesitzers legen aus verschiedenen Gründen die Karten nicht auf den Tisch.
Erlendurs engste Mitarbeiter sind Elinborg und Sigurdur Oli. Die drei sind zwar grundverschieden, Probleme haben sie aber alle drei.
Elinborg ist eine der wenigen Frauen bei der Kriminalpolizei und einen Lebenspartner hat sie nicht. Ihre Vorstellungen in Sachen
Liebe und Romantik sind weitesgehend durch die intensive Studie von Liebesromanen geprägt. Es wird nicht so sehr auf sie eingegangen, was ich eigentlich schade finde.
Sigurdur Oli lebt zwar in einer festen Beziehung. Erst als seine Freundin in die Offensive geht und anfängt, laut über Hochzeit und Familie nachzudenken, muss er sich klar werden, was er will. Ein sonderlicher Sympathieträger ist er für mich nicht, erscheint er mir doch ein bisschen versnobt und schaut auf die anderen von oben herab.

Unterm Strich
Alleine schon weil ich wissen möchte, wie es mit Eva Lind und Erlendur weitergeht, werde ich mir wohl das nächste Buch kaufen. Die Namen der Protagonisten sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig und eine Lautschriftangabe im Buch wäre hilfreich, aber das tut dem allgemeinen Lesevergnügen keinen Abbruch. Das Buch lässt sich zügig durchlesen und ist in angenehmer Größe gedruckt.
Die Handlung ist durch die parallelen, Erzählstränge spannend auch wenn die Story nicht sehr actionreich ist. Indridason braucht keine Verfolgungsjagden und Kommisare in Gefahr um ein spannendes Buch abliefern.
Mutig thematisiert der Autor etwas, was leider heute immer noch ein Tabuthema ist: Gewalt in der Ehe. Man wird wütend beim
lesen, vor allem wenn man sieht wie wenig die Betroffenen sich wehren gerade wenn Kinder da sind oder wie machtlos die Polizei selbst offensichtlichen Misshandlungen gegenüber steht.
Allerdings übertreibt der Autor meiner Meinung nach mit dem was er seiner Hauptfigur aufbürdet. So muss er nicht nur sein
Versagen als Vater verkraften, auch mit schweren Selbstvorwürfen aus der Vergangenheit muss er sich plagen.
Ansonsten kann ich das Buch den Freunden gepflegter Krimiliteratur nur wärmstens Empfehlen und vergebe gute 4 Sterne.

Der Autor
Große Titel werden Arnaldur Indridason angeheftet, unter anderem bezeichnet man ihn gerne als "Mankell Islands".
Zurecht, denn seine Bücher sind wie Mankells Wallander-Romane in Randbereichen angesiedelt. Indridasons Kommisar Erlendur kommt einem seltsam bekannt vor, ist aber doch kein billiger Wallander-Abklatsch, sondern ein Charakter, von dem man gern mehr lesen möchte.
Arnaldur Indridason ist der bedeutendste Krimi-Autor Islands, "Nordermoor" wurde mit dem "Gläsernen Schlüssel" ausgezeichnet und zum besten Krimi Skandinaviens 2002 gewählt. Todeshauch erhielt den Nordischen Krimipreis.
1961 in der isländischen Hauptstadt Reykjavik geboren, graduierte der Autor 1996 in Geschichte an der University of Iceland und arbeitete als Journalist und Filmkritiker beim "Morgunbladid", der größten Zeitung Islands.
Arnaldur Indridason lebt heute als freier Autor mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Reykjavik.

und sonst?

Arnaldur Indridason
Todeshauch
365 Seiten
Taschenbuch
7,95€ bei Bastei-Lübbe, über dem Bertelsmannpreis klebt ein lustiger kleiner Weihnachtsmann, den ich jetzt nicht abknibbele...
wer Clubmitglied ist, sei so nett und schaue den Preis selber nach.

außerdem von diesem Autor:
Kältezone
Tödliche Intrige
Menschensöhne
Gletschergrab
Engels stimme
Nordermoor

mehr zum Autor erfährt der geneigte Leser hier:
http://www.schwedenkrimi.de/arnaldur_indrid ason_biografie.htm
...
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Kommentare
moniseiki
moniseiki, 08.04.2006
Liebe grüße moniseiki
IQIQIQ
IQIQIQ, 08.04.2006
Den kenne ich auch! quotTodeshauchquot hat mir auch gefallen. Leider sind seine Krimis sehr unterschiedlich gut.
SeriousError
SeriousError, 08.04.2006
Ein quotsehr hilfreichquot von mir für diesen tollen Beitrag. :o Gruß SeriousError!
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stuffeline

Knochen, Schläge und Koma

ein Testbericht von 2005-05-26 19:10:04 vom 26.05.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: gut geschrieben, verwicklung der Erzählstränge...
Nachteile/Kritik: kein richtiger Krimi, die Namen
Ja, diese Isländer... ich kenn keine, aber wenn die diese Story mit dem Krimipreis(dem Nordischen) auszeichnen und überhaupt auf die Idee kommen, Krimi dazu zu sagen, dann müssen die etwas anders sein als wir.... oder wie so oft: ich.

Ich kaufte mir also dieses Buch weil mich der Titel und die auffällige Aussage "ausgezeichnet mit dem Nordischen Krimipreis sowie die Inhaltsangabe(In einer Baugrube wurden Knochen gefunden, wer kann das sein, suche,Erlebnisse aus Vergangenheit aufrollen) zusagten.

Erwartungen

Ich erwartete danach eine Suche nach der Identität des Knochen-Besitzers, die dann durch grandiose Untersuchungsmethoden und Zeitzeugen irgendwie zu nem Mord führt.
Und ich als Anhänger des klassischen Kriminalromans erwartete dann auch ganz viele Verdächtige die ich mit meinem geschulten Geist schon vor dem Ende ausmachen kann oder halt einfach dann das Ende mit dem Menschen als Täter, den ich von vornherein ausgeschlossen hatte.

Für Unwissende da noch mal meine Definition von "klassischem Kriminalroman":

Es passiert ein Mord und es stehen viele Verdächtige zur Auswahl. Bei Agatha Christie etc. immer gern eine Hausgesellschaft, unter der der Mörder zu finden sein muss, oder Leute die auf irgendetwas stoßen was zu einem Verbrechen führt und dann anhand von Zeitzeugen,Dokumenten oder was weiß ich zu Leiche, Mörder und was so dazugehört führt.
Das mag auch manchmal mit einer Familiären Tragödie oder Gefühlen zu tun haben, die sowas auslösen7dazu führen.
Ich für meinen Teil versuche dann auch wirklich sehr intensiv, vor Herkule Poirot, Miss Marple oder wer da grad den Mord aufklärt,zu der Lösung zu kommen und werde in 80% der Fälle vom Gegenteil überzeugt. Etwas frustrierend, aber auch ganz großartig was da übersehen wird und sämtliche Tatsachen verändert.

Story
Davon gibt es in diesem Buch mehrere. Die Überschrift meines Artikels bringt es schon auf den Punkt.
Wir haben hier einmal den "Erzählstrang" in der Gegenwart, in dem 3 Polizeibeamten mit dem gefundenen Skellett "konfrontiert" werden und versuchen herauszufinden wer der Mörder ist.
Das ist also so das Stück, was ich sehr interessant fand.
Leider unterteilt sich dieser Strang dann nochmal in das, was mit dem Mordfall zu tun hat, und das persönliche Problem des einen Polizeibeamten.
Der hat nämlich ne Exfrau und 2 Kinder und kommt damit nich klar. Und mit sich selbst auch nich. Das haben die Modernen Kommissare ja immer gern, dieses Selbstfindungsproblem im Allgemeinen...
Dann hat die Tochter...nennen wir es mal "ein Problem" und er versucht ihr zu helfen.
Das finde ich außerst langweilig, das interessiert mich nich, dafür kann ich mich begeistern oder so.
Ich wartete also während ich diesen Strang des Stranges eher unkonzentriert und gelangweilt hinter mich brachte, fragte ich mich immer wann es denn mit dem anderen weitergeht.
So, der 2te Strang, der sich in nix aufteilt, handelt von Einer Frau, welche von ihrem Mann "häusliche Gewalt" erfährt, wie es immer so schön ausgedrückt wurde.
Auf gut Deutsch: sie wurde misshandelt, geschlagen, geprügelt, körperlich und seelisch fertiggemacht.
Die 3 Kinder müssen es mit ansehen.
Das an sich ist ja sehr ergreifend, auch sehr gut dargestellt.
Man weiß auch es muss was mit dem Toten aus der Baugrube zu tun haben, man ahnt auch nach kurzer Zeit wer da liegt und von wem er getötet wurde.
Aber das kann auch an mir liegen. Während der Normalleser sich vor lauter Mitleid mit Frau und Kindern garnicht mehr einkriegt suche ich die Hinweise aufs Verbrechen.
Keine Angst, ich fand es auch alles total Ungerecht und empfand starke Abneigung gegen den "Gewaltausüber".

Die Erzählstränge wechseln häufig, sagen wir mal alle 5-10 Seiten. Der eine ist in normaler Schrift, der andere in einer etwas klararen, sich deutlich abhebenden Schrift, so das man da auch nicht durcheinander kommt.

Ende wird natürlich nich verraten, nur soviel: ich beschreibe es zwar als durchschaubar, muss aber zugeben das am Ende doch noch einige Überraschungen auf mich warteten, die ich nie vermutet hätte.


Schreibweise
Eine sehr gute, klare Schreibweise, sie sehr sympathisch rüberkommt. Am Anfang war es für mich etwas problematisch die Personen wiederzuerkennen, denn es wurden einfach 3 isländische Namen in den Raum geworfen, von denen 3 relativ gleich klangen, so dass ich mich immer fragte wer nun wer ist.
Auch wurden die Personen nicht beschrieben oder so, die Feinheiten bekam man erst im Laufe der Geschichte mit.
Ich wurde manchmal etwas unkonzentriert, aber ich glaube das die Schreibweise keine Schuld hat, sondern die schon erwähnte Story, die nicht meinen Erwartungen entsprach.
Naja und diese isländischen betonungszeichen in den Namen oder Stätenamen gehören ja auch so, wenn sie auch etwas befremdlich anmuten..

Personen

Erlendur ist also der Chef der 3 Polizeibeamten. Wie schon erwähnt hat der Nebenbei das Exfrau-Tochter-Selbstfindungsproblem. Er wirkt eigenbrödlerisch und ist nicht grad n Sunnyboy, wirkt aber keineswegs unsympathisch.

Elinborg oder so ähnlich(habs immer noch nich wirklich drauf) ist eine der wenigen Frauen beider Polizei und es kommen manchmal so Sätze wie "sie war in Liebesdingen durch etliche Liebesromane sehr geschult". Aber über sie erfährt man sonst nix, sie wirkt manchmal auch sympathisch, oft aber garnicht..

Singurudur Oli (kann auch ganz anders heißen, da sind so Zeichen im Namen..) ist der 3. im Bunde und man erfährt von ihm schon mehr, und zwar über seine Probleme mit seiner Freundin, die in der letzten Zeit irgendwie Zukunftspanik hat und dadurch zur Nymphomanin mutiert.
Auch nich sonderlich interessant, aber zwischendurch recht erfrischend.

Ein gewisser Benjamin dem das Haus der Familie(die mit dem Schläger und der geschlagenen Frau und den 3 Kindern) gehörte. Er stirbt bald, aber man findet heraus das seine Verlobte spurlos verschwand. Daher vermutet man das sie evtl. die Tote ist und er sie umgebracht hat.

Die Familienmitglieder der eben definierten Familie werden auch sehr klar und genau gezeichnet, vor allem natürlich die Mutter.

Ja..dann gibts noch die Tochter von Erlendur, die aber eigentlich den größten Teil der Geschichte im Koma liegt und daher auch nich wirklich interessant ist(für mich..)

Dann gibts noch viele Leute, die am Rande mitspielen, komische Namen haben und z.B. als Zeitzeugen, Ausgräber der Leiche/Knochen oder sonstiges fungieren.
Dazu gibts nix zu sagen, aber es war immer wieder ein Erfolgserlebnis wenn man sie wiedererkannt hat.

Themen:
Man hat ja immer mehrere Themen die einen interessierten. Ich liste hier mal Themen, die das Buch aufgreift, auf:

Misshandlung
Recherche in der Vergangenheit
Ausgrabungen
Psychologie (Schwerpunkt auf Misshandlung)
Selbstfindung (nich abgehoben sondern eher normal..)
gescheiterte Ehe, Bezug zu Kindern aus eben dieser
Island(Landschaft,Lebensweisen etc.)
Soldaten in Island während 2. Weltkrieg

Das fiel mir so ein...hoffe es hilft.


Preis/Leistung

Ich kaufte das Buch im Bertelsmannclub. Ich finde den recht gut, auch die CLubpreise sind sehr nett.
Nichts desto Trotz musste ich ganze 6,95€ dafür berappen.
Ich bekam dafür ganze364 Seiten Story und dann noch die üblichen zusätzlichen Seiten.
Es ist ein Taschenbuch und hat ein sehr schönes, typisch isländisches Coverbild.

Fazit:

Ich weiß, ich war etwas streng mit dem Buch. Das liegt einfach daran, das ich für mich enttäuscht war, nach den Versprechungen nicht meinen liebgewonnen Krimi zu lesen.
Die Sache mit dem Privatleben des Kommissars finde ich wie schon gesagt extrem uninteressant. Aber ob man drauf verzichten könnte kann ich nicht mit Sicherheit behaupten, denn am Ende werden diese Dinge doch etwas miteinander verstrickt.
Die Recherche hätte öfter/länger interessiert.
Die Geschichte der Misshandlung hätte eigentlich auch für sich ein Buch bilden können und dann wohl meist Psychologen/Hobbypsychologen (öhöm..ich bin Soziologe)
oder auch Betroffene interessiert. So mit diesem bisschen Krimi zusammen war sie für mich sehr interessant, sehr gut dargestellt und bot einen Einblick in für mich Unbekanntes.
Die verstrickung und doch auch Trennung der Themen finde ich sehr gelungen
Mir fehlte es auch, so gefesselt zu sein, das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Das muss einfach sein und ist ein sicheres Anzeichen für ein sehr gutes Buch. Am Schluss war ich zwar gefesselter, aber im Vergleich zu den unzähligen Büchern vorher war das eher lau...

Wegen dem "Nicht-gefesselt-Sein" und dem langweiligen Privatleben des Kommissars 2 Sterne Abzug. Die verwirrenden Namen hätten glücklicher gewählt sein können, fallen aber nicht so schwer ins Gwicht das man dafür einen Stern abziehen könnte.
Trotz meiner persönlichen Enttäuschung ist es zu empfehlen, der Großteil der Bevölkerung möchte wohl eher das als meine Vorstellung eines gelungenden Krimis.

Viel Spaß beim Lesen
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
T_Goose

Knochenfund in Reykjavik

ein Testbericht von 2005-02-05 19:59:05 vom 05.02.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: hohe Spannung, Schreibstil, Aufbau des Romans...
Nachteile/Kritik: absolut nichts
Hallo liebe Community. Das Erstlingswerk des isländischen Autors Arnaldur Indridason „Nordermoor“ fand ich schlichtweg genial und absolut faszinierend. Daher stand es für mich auch außer Frage, dass ich mir auch das zweite Buch non Indridason kaufen würde. Diese heißt „Todeshauch“ und ich habe es mir vor ein paar Tagen für 7,90 € gekauft. Ob ich von dem Buch genauso begeistert war, könnte ihr im folgenden Bericht lesen.

.:: Story ::.

In einer Baugrube am Stadtrand von Reykjavik werden Teile eines menschlichen Skelettes entdeckt. Die drei Polizisten Erlednur, Sigurdur Oli und Elinborg werden zum Tatort gerufen und nehmen sich des Falls an. Das Freilegen des Skelettes ist nicht einfach und es wird ein Team von Archäologen hinzugezogen, die in mühevoller Kleinarbeit das Skelett bergen.

Erlendur, Sigurdur Oli und Elinborg machen sich derweil an die Ermittlungen. Sie schätzen das Alters des Skelettes zu Begin auch ca. 70 Jahre und beginnen, in dieser Zeit nach ungeklärten Verbrechen zu suchen. Doch ihre Arbeit erweißt sich als äußerst schwierig und sie kommen in der Sache nur schwer voran. Doch was ihnen schnell auffällt, sind Johannisbeersträucher, die in der Nähe des Tatortes stehen. Diese sind ehr ungewöhnlich für Island und man geht dieser scheinbar komischen Spur nach.

Tief in den Ermittlungsarbeiten erhält Erlendur einen Anruf von seiner Tochter, wobei die Verbindung abgebrochen wird. Sie scheint mal wieder in großen Schwierigkeiten zu stecken und Erlendur hat so noch ein Problem mehr, um das er sich kümmern muss. Bei seinen Nachforschungen nach seiner drogenabhängige Tochter Eva Lind hat er allerdings mehr Glück, zumindest was ihr Auffinden angeht. Sie liegt bewusstlos auf der Intensivstation des Nationalkrankenhauses und ihr Kind hat sie bei einer Fehlgeburt verloren.

So beginnt für Erlendur der große Spagat um die Aufklärung des Knochenfundes und die Pflege und Fürsorge für seine Tochter, was ihn auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit bringt...

.:: Meinung ::.

Indridason ist ein Roman gelungen, der nicht lange um den heißen Brei herumredet. Ohne große Einleitung, ist man als Leser sofort mitten drin im Geschehen und somit auch in dem mysteriösen Knochenfund. Gefällt mir persönlich recht gut, dass hier ohne große Umschweife gleich für Klarheit gesorgt wird, denn langweilige und überflüssige Einleitungen müssen nun wirklich nicht sein.

Die Kommissare Erlednur, Sigurdur Oli und Elinborg sind die gleichen, wie auch im ersten Roman Nordermoor. Daher sind sie mir schon vertraut. Das ist auch in gewisser Weise wichtig, da hier nicht mehr so deutlich auf die einzelnen Charaktere eingegangen wird. Man erfährt zwar hier und da Kleinigkeiten über sie, doch sind diese nicht so detailliert, wie im ersten Teil. Lediglich Erlendurs Tochter Eva Lind wird hier nochmals sehr intensiv beschrieben, was aber auch wichtig ist, da sie einen großen Anteil im Buch spielt.

Sehr gut gelungen finde ich die beiden parallel laufenden Handlungsstränge, wobei einer in der Gegenwart und der andere in der Vergangenheit spielt. Diese sind durch eine unterschiedliche Schrift voneinander abgehoben, so dass einem dieser Unterschied allein schon beim Anblick auffällt. So ist man immer im Wechsel zwischen den aktuellen Ermittlungen und bei der Rückblende bei einer Frau, die von ihrem Mann misshandelt wird. Diese Rückblenden sind für den aktuelle Fall von großer Bedeutung.

Was ich ebenfalls positiv empfinde, ist das Wechselbad der Gefühle für Erlendur. Er setzt alles daran, den Fall zu lösen und es scheint für ihn nichts wichtigeres zu geben. Auch wenn sein Privatleben katastrophal verlaufen ist und niemand aus der Familie etwas mit ihm zu tun haben möchte, so ist er zeitgleich auch zutiefst um seine Tochter Eva Lind besorgt. Diese kam ebenfalls schon im ersten Teil vor und ihre Drogensucht hat sich weiter verschlimmert und sie hat eine Fehlgeburt erlitten. Das sie jetzt auf der Intensivstation im Krankenhaus liegt, ruft bei dem doch so harten Kommissar tiefste Besorgnis hervor. Es scheint, als gäbe es zwei verschiedene Erlendur. Das er sich bei den Besuchen seiner Tochter immer wieder in tiefstes Selbstmitleid stürzt, zeigt wie verzweifelt er doch ist.

Die Spannung ist von Beginn an sehr hoch und hält auch das gesamte Buch über an. Ich hatte zwar die ganze Zeit einen gewissen Verdacht, aber die tatsächliche Auflösung, wie es denn letztendlich zu allem kam, wird wirklich erst zum Schluss aufgelöst. Doch das finde ich wirklich sehr gelungen, denn so hatte ich große Freude, das Buch bis zur letzten Seite mit Freude zu genießen. Was den Lesespaß außerdem fördert, ist die sehr verständliche und logische Schreibweise. Ich konnte dem Buch von Beginn an folgen und kam mir nie so vor, als wüsste ich gerade gar nicht, um was es geht.

Auffallend am Schreibstil möchte ich noch sagen, dass dieser zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zum einen, ist es die isländische Schrift, die bei Eigennamen beibehalten wurde. Das trägt aber zu einer hohen Glaubwürdigkeit bei, die bei einer Übersetzung verloren gegangen wäre. Das andere ist, dass es in Island auch für Fremde keine Sie-Form gibt. So wird jeder, egal ob bekannt oder nicht, fröhlich geduzt. Etwas fremd zu Beginn, da man nicht unbedingt unterscheiden kann, wer denn nun auf welcher Seite steht. Aber nach ein paar Seiten, hat man sich auch an den Stil gewöhnt. Und es trägt ja ebenfalls zur hohen Echtheit bei!

.:: Autor ::.

Der isländische Autor Arnaldur Indridason wurde 1961 in der isländischen Hauptstadt Reykjavik geboren. Dort studierte er an der Universität von Island wo er schließlich auch 1996 in Geschichte graduierte. Nach dieser Zeit arbeitete er bei der größten isländischen Tageszeitung Morgunbladid als Journalist und Filmkritiker. Indridason lebt heute mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Reykjavik. Dort arbeitet er auch als freier Autor.

Sein erstes Buch mit Erlendur als Hauptfigur erschien bereits 1995, womit er in Island großen Erfolg hatte. 2002 und 2003 wurde er mit dem „Nordic Crime Novel’s Award“ für den besten Krimi Skandinaviens ausgezeichnet.

.:: Daten zum Buch ::.

Autor : Arnaldur Indridason
Titel : Todeshauch ( Original : Grafarpögn )
Jahr : Original 2001, deutsche Übersetzung 2004
Übersetzung : Coletta Bürling
Richtung : Island Krimi
Seiten : 364
Verlag : Bastei Lübbe
ISBN : 3-404-15103-8
Preis : 7,90 €

.:: Fazit ::.

Todeshauch ist ein mehr als gelungener Nachfolger von Nordermoor. Indridason hat hier wieder ein sehr spannendes Buch geschrieben, was mich großer Begeisterung erfreut hat. Die Spannung ist von der ersten Seite an vorhanden, was auch bis zum Schluss anhält. Das Buch ist vollkommen fesselnd und ich konnte es nur sehr schwer aus der Hand legen. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass ich es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe. Ich finde, dass die Auszeichnung mit dem nordischen Krimipreis 2002 und 2003 mehr als verdient ist.
Bei so viel Lob, kann ich nur 5 Sterne vergeben und eine klare Empfehlung aussprechen.

Danke für die Aufmerksamkeit, bis zum nächsten Mal

Ciao T_Goose
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Hindenbook

Altes Unrecht, gut durchgefrostet

ein Testbericht von 2005-01-10 22:33:19 vom 10.01.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Ein Thriller mit durchweg spannender und überzeugender Handlung....
Nachteile/Kritik: Entfällt.
Kurzkritik für Ungeduldige

Am Rand von Reykvavík, der Hauptstadt von Island, wird eine vor vielen Jahren verscharrte Leiche entdeckt. Die Aufklärung dieses Falls gestaltet sich für die Männer und Frauen um Kommissar Erlendur schwierig, doch Stück für Stück kommt eine alte Familientragödie zum Vorschein, die es den Ermittler schwerfallen lässt, zwischen Tätern und Opfern zu unterscheiden ... - Wiederum großartiger Thriller, der dem in Deutschland so beliebten, aber inzwischen arg strapazierten "Skandinavien-Krimi" neuen Glanz verleiht. Indriðason gelingt das Kunststück, eine an sich durch und durch bedrückende Geschichte spannend und sogar mit trockenem Witz zu erzählen: die beste Begründung dafür, wieso der Verfasser inzwischen kein Geheimtipp mehr ist.

Inhalt

Der Grafarholt ist ein Hügel am Rande von Reykvavík, Hauptstadt des Inselstaates Island. Viele Jahre gab es hier nur Hütten und Wochenendhäuser, von denen die meisten längst verschwunden sind. Nun wird hier neu gebaut, und auf einem der Grundstücke kommt dabei ein Skelett zum Vorschein. Mord ist zu vermuten, so dass die Polizei Ermittlungen aufnimmt.

Aufnehmen muss, wobei sich die Begeisterung in Grenzen hält. Mehr als ein halbes Jahrhundert stecken die Knochen bereits im Boden - keine ideale Voraussetzung, diesen Fall noch zu klären. Doch Kriminalkommissar Erlendur Sveinsson hat ein Faible für mysteriöse Mordfälle. Er widmet sich diesem mit der ihm üblichen Hartnäckigkeit.

Wobei ihm diese auch als Ablenkung dient. Eva Lind, seine drogensüchtige Tochter, ist hochschwanger auf der Straße zusammengebrochen. Seither liegt sie im Koma; ihr Überleben ist zweifelhaft. Über seinen Sorgen vergisst Erlendur trotzdem nicht den Grafarholt-Fall. Wie sich herausstellt, gab es am Ort des Leichenfundes ein inzwischen abgerissenes Haus, um das sich gewisse unerfreuliche Überlieferungen ranken.

Viele bruchstückhafte, oft einander widersprechende Informationsfetzen müssen geordnet und zusammengesetzt werden. Sie enthüllen Stück für Stück die Geschichte einer uralten Tragödie. In dem Haus auf dem Grafarholt hauste eine grausamer Tyrann mit seiner geprügelten und eingeschüchterten Familie. Schreckliche Dramen spielten sich an der isolierten Stätte ab, denen eines Tages ein finaler Gewaltausbruch sein Ende bereitete.

Aber ist das Grauen tatsächlich mit seinem Verursacher begraben worden? Erlendurs Team findet deutliche Hinweise darauf, dass dem keineswegs so ist. Die Ruine mit dem Grab auf dem Grafarholt ließ die auf ewig gezeichneten Überlebenden nie wirklich los. Als nun die Polizei die alte Wunde wieder öffnet, beschwört sie dadurch unwissentlich neuen Schrecken herauf ...

Handlung

Unrecht stirbt womöglich nie, selbst wenn es tief begraben wird. Das ist die Quintessenz dieses großartigen Kriminalromans, den man wohl besser Psychothriller nennen sollte, wäre dieser Begriff nicht schon so abgegriffen. Dennoch spielt sich der wahre Schrecken sehr spannend vor allem in den Köpfen der Beteiligten ab. Verfolgungsjagden, Schießereien und ähnliche Elemente des Vordergründigen fallen aus.

Man vermisst sie nicht, denn Indriðason spinnt hier ein wahrlich grimmiges Garn. Mit simplen, aber effektvollen literarischen Mitteln schürt er die Erwartungen seiner Leser. So wissen diese scheinbar von Anfang an mehr als die Ermittler. Immer wieder flicht der Verfasser Passagen ein, die den grausamen Alltag im einsamen Haus auf dem Grafarholt wiedergeben. Wir lernen die Personen kennen, die dort lebten bzw. litten, werden nach und nach über ihre Gedanken und Taten informiert. Das schreitet in dem Maße voran, wie der sorgsam arbeitende Polizeiarchäologe Stück für Stück das Skelett aus seinem Erdgrab präpariert.

Die sich mühsam vorantastenden Beamten und der unsichtbare Erzähler aus der Vergangenheit kommen gleichzeitig zum traurigen Finale. Damit ist die Geschichte aber längst nicht zu Ende. Erlendur und seine Kollegen haben ein altes Unrecht nicht nur aufgeklärt, sondern unbeabsichtigt zu neuem Leben erweckt. Die Konsequenz ist furchtbar: Die alten Opfer erfahren weiteres Unglück, dieses Mal gesichtslos in Gestalt des "Gesetzes", was sie aber nicht weniger leiden lässt.

Angesichts der hier skizzierten Handlung mag es verblüffen, dass über ihr niemals ein Schleier politisch korrekter Entrüstung oder lähmender Trauer (das "Wallander-Syndrom") liegt. Statt dessen verkneift sich Indriðason jede Zeigefinger-hoch!-Stimmungsmache. Er lässt fast dokumentarisch geschilderte Taten sprechen. Vor allem vergisst er niemals den Humor, der sich selbst in der Tragödie finden und diese zwischenzeitlich erträglicher werden lässt.

Personen

Zumindest Kommissar Erlendur kann die Tragödie vom Grafarholt besser nachvollziehen als seine Mitarbeiter. Er sieht sich selbst als einer derer, die Fehler in der Vergangenheit begingen, unter denen Unschuldige bitter leiden mussten. Zwar hat er nie die Hand gegen seine Familie erhoben, aber seine Frau und Kinder einst ohne Erklärung verlassen. Das hat diesen nachhaltig den Frieden geraubt und vor allem die Tochter auf die schiefe Bahn gebracht. Erlendur macht sich große Vorwürfe deswegen, was aber an den katastrophalen Fakten nichts ändert.

Geschickt verklammert Autor Indriðason Erlendurs Seelenpein mit dem konfusen Innenleben das Tyrannen Grímur, der seiner Familie die Hölle auf Erden bereitet. Zunächst lernen wir nur den Schläger und Vergewaltiger kennen und wie seine hilflosen Opfer hassen. Doch immer wieder streut Indriðason in diese Geschichten des Schreckens Hinweise darauf ein, dass Grímur selbst ein Opfer ist, den die unbewältigten Qualen einer schrecklichen Kindheit zum gewalttätigen Seelenkrüppel der Gegenwart machen. Das ist - der Verfasser macht es deutlich - keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung für die Automatismen, die eine Spirale des Schreckens entstehen ließ, die sich scheinbar nicht mehr stoppen lässt, selbst wenn ihr Schöpfer längst nicht mehr ist. So klar und eindrucksvoll, dabei kommentarlos und deshalb ohne (moralisierende) Wertung wird das Kapitel Gewalt in der Familie selten dargestellt.

Polizeiliche Ermittlungen ermöglichen einem Schriftsteller, seinem Publikum eine breite Palette unterschiedlicher Figuren zu präsentieren. Indriðason macht davon gern und reichlich Gebrauch. Seine Zeugen, Verdächtigen, Kollegen sind manchmal ein wenig überzeichnet und wirken recht skurril, doch der kontinentaleuropäische Leser stellt sie so vermutlich ohnehin die "typischen" Isländer vor. Unabhängig davon runden Indriðasons Charakterköpfe den Lesespaß wirkungsvoll ab.

Autor

Arnaldur Indriðason wurde am 8. Januar 1961 in Reykvavík geboren. Er wuchs hier auf, ging zur Schule, studierte Geschichte an der University of Iceland. 1981/82 arbeitete er als Journalist für das "Morgunbladid", dann wurde er freiberuflicher Drehbuchautor. Für seinen alten Arbeitgeber schrieb er noch bis 2001 Filmkritiken. Auch heute lebt der Schriftsteller mit Frau und drei Kindern in Reykjavik.

1995 begann Arnaldur Romane zu schreiben. "Synir duftsins" - gleichzeitig der erste Erlendur-Roman - markierte 1997 sein Debüt. Jährlich legt der Autor mindestens einen neuen Titel vor. Inzwischen gilt er - auch im Ausland - als einer der führenden Kriminalschriftsteller Islands. Gleich zweimal in Folge wurde ihm der "Glass Key Prize" der Skandinaviska Kriminalselskapet (Crime Writers of Scandinavia) verliehen (2002 für "Nordermoor", 2003 für "Todeshauch).

Drei seiner Romane hat Arnaldur selbst in Hörspiele für den Icelandic Broadcasting Service verwandelt. Darüber hinaus bereiten die isländischen Regisseure Baltasar Kormákur bzw Snorri Thórisson Verfilmungen von "Nordermoor" bzw. vom Thriller "Napóleonsskjölin" (Operation Napoleon), den Arnaldur 1999 schrieb, vor.

(Copyright 10.01.2005/Dr. Michael Drewniok)
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
1-8 von 8 Testberichten über Arnaldur Indridason: Todeshauch
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