„Das Phantom“ ist ein Roman von Susan Kay. Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Jahr 1990 unter dem Titel „Phantom“.
Inhalt
********
Die Geburt des kleinen Erik ist für seine Mutter Madeleine eine Katastrophe. Sein Kopf ist so verunstaltet, dass er aussieht wie ein lebender Leichnam. Da Madeleine seinen Anblick nicht ertragen kann, fertigt sie für ihn eine Maske an, die er fortan nicht mehr abnehmen darf. Auch als sie feststellt, dass Erik ein Wunderkind ist mit einer nahezu übernatürlichen Begabung für Architektur und Musik, tröstet sie das wenig.
Aus Angst vor den anderen Dorfbewohnern traut sie sich bald nicht mehr vor die Tür. Der Pfarrer, eine gute Freundin und Eriks Privatlehrer aus Paris, der von dessen Genie fasziniert ist, sind bald die einzigen, die das Haus noch betreten. Doch eines Tages kommt es zur Eskalation und Erik flieht von zu Hause, nur um in die Gefangenschaft einer wandernden Schaustellertruppe zu geraten. Dort wird Erik in einen Käfig gesperrt, um als Attraktion auf den verschiedensten Jahrmärkten zu dienen.
Während dieser Zeit gelingt es ihm auch, sein Wissen in der Heilkunst und der Kräuterkunde zu vergrößern, was ihm unter den Schaustellern mit der Zeit einen gewissen Respekt einbringt, der aber auch auf die Angst vor ihm zurückzuführen ist. Als es ihm endlich gelingt, diesem Leben zu entkommen, begeht er auch seinen ersten Mord.
Bei dem Baumeister Giovanni in Italien findet Erik zum ersten Mal so etwas wie ein Zuhause. Bei Giovanni geht er in die Lehre und erweitert sein Wissen über Architektur und die Steinmetzkunst. Doch auch sein Aufenthalt in Italien endet in einer Katastrophe.
Nach Jahren des Umherirrens folgt er Nadir an den Hof des Schahs von Persien. Die Mutter des Schahs hat von seinen inzwischen weithin berühmten Künsten als Zauberer gehört und möchte von ihm unterhalten werden. Mit der Zeit steigt Erik zum wichtigsten Berater des Schahs auf, was ihm allerdings nicht nur Freunde macht. Nur mit viel Glück entgeht er einem Giftanschlag.
Zu guter Letzt führt ihn sein Weg zurück nach Frankreich, wo er maßgeblich am Bau der Pariser Oper beteiligt ist. In den Katakomben unter der Oper baut er sich sein eigenes geheimes Reich auf, in dem er fortan sein Leben verbringt. Mit Argusaugen beäugt er das Handeln der Operndirektion, nicht ohne die Geschicke der Oper in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken. Er wird zu dem „Phantom der Oper“. So lernt er eines Tages die Sängerin Christin Daae kennen. Und diese Bekanntschaft verändert sein gesamtes Leben…
Meine Meinung
****************
Während sich das bekannte Musical von Andrew Lloyd Webber und dessen Romanvorlage von Gaston Leroux lediglich den letzten Monaten des Phantoms der Oper widmen, versucht Susan Kay in diesem Roman, sozusagen eine komplette Biographie des Phantoms zu schreiben, dessen wahrer Name Erik ist.
Und ich kann nur sagen, dieser Versuch ist der Autorin sehr gut gelungen. Nach der von Susan Kay entworfenen Vorgeschichte voller Hass, Furcht, Ehrgeiz und Zurückweisung kann man als Leser recht gut nachvollziehen, wie aus Erik das werden konnte, was er schließlich geworden ist, das „Phantom der Oper“.
Natürlich dreht sich dieser Roman zwangsläufig um
Erik. Es gelingt der Autorin wunderbar, dessen Charakter voller Hass auf die Menschheit, aber auch großer Liebe zu Tieren und vor allem zu Architektur und Musik zu entwerfen, dessen übermäßiger Jähzorn jeden in Gefahr bringt, egal ob Freund oder Feind – wenn man Eriks Beziehungen zu anderen Menschen überhaupt als Freundschaften bezeichnen kann.
Erik ist ein genialer Geist, der in einem missgestalteten Körper steckt. Dies zwingt ihn dazu, im Verborgenen zu leben. Je älter er wird, desto mehr zieht er sich vor den Menschen zurück und die ständige Zurückweisung lässt ihn schließlich zum Mörder werden, der nur noch dafür lebt, über andere Macht auszuüben. Doch eines ändert sich nie. Egal wo Erik auch hinkommt, jede seiner Lebensstationen endet in einer Katastrophe.
Sehr interessant fand ich auch die von der Autorin gewählte Erzählperspektive, aus der die Geschichte Eriks erzählt wird: aus der Sicht seiner Mutter, aus der Sicht des Persers Nadir, aus der Perspektive seines Lehrmeisters Giovanni, seiner über alles geliebten Christine und deren Verehrers Raoul. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Abschnitte, die Erik selbst erzählt. Jede dieser Personen sieht Erik aus einer völlig anderen Perspektive, wodurch dessen Charakter von völlig verschiedenen Seiten beleuchtet wird.
Nicht zu vernachlässigen ist natürlich auch die Tatsache, dass der Roman immer spannend bleibt und das von der ersten bis zur letzten Seite, selbst wenn man das Ende der Geschichte vielleicht schon zu kennen glaubt, weil man möglicherweise das Musical von Andrew Lloyd Webber bereits kennt.
Fazit
*******
„Das Phantom“ ist ein intensiver und sehr unterhaltsamer Roman über eine Person, die in sich völlig zerrissen ist. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, nachdem ich erst einmal angefangen hatte, er zu lesen.
Da ich an diesem Buch nahezu nichts auszusetzen habe, bleibt mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als alle fünf Sterne zu vergeben, die ich zu vergeben habe.
Prädikat: Absolut lesenswert.
Daten der aktuell erhältlichen Ausgabe
***************************************
Das Phantom / Kay, Susan
Fischer Taschenbuch Verlag, 2005
Taschenbuch, 414 Seiten
ISBN: 3-596-16892-9
Preis: 7,90 Euro
...
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Bitte lesen!
ein Testbericht von KatzeLucy2010-01-22 23:10:49vom 22.01.2010Empfehlung: ja
Ein biografischer Roman steht am Anfang des Buches.
Ich weiss nicht, das soll heißen, es sei alles wahr gewesen,
wenn es so ist, dann ist es noch faszinierender.
Das Buch muss man unbedingt lesen, denn es geschehen da
solche Geschichten, die den Menschen berühren,
ja, genau, bis zum tiefsten Herzen, ich sage es nicht einfach so,
manche Szenen haben mich zum Weinen gebracht.
Es ist einfach ummöglich realistisch beschrieben,
aber manchmal frage ich mich, wie sowas sein kann,
es ist realistisch und andernfalls unrealistisch,
wie soll ich es beschreiben?
Es passieren alltägliche Dingen, aber ich frage mich,
wie ein Mensch sich so verhalten kann.
Nein, das ist nicht zu erklären, das muss man lesen!!!
Bitte, jeder muss das Buch lesen und nachdenken,
wie solche Dinge passieren können,
es ist eine Geschichte ja...,
aber man kann sie nicht einfach so stehen lassen,
die Geschichte bringt einen zum Nachdenken,
sie hypnotisiert, man versetzt sich in die Situation rein
und das Herz wird bewegt.
Ich will hier keinem das Buch aufzwingen,
aber das Buch ist es Wert gelesen zu werden!
Ich sag jetzt erstmal paar Wörter zum Inhalt und ihr entscheidet dann...
Ich möchte euch nicht dei Spannung rauben, aber paar Infos müsst ihr doch wissen.
Etwas über den Inhalt:
Das Buch bzw. die Geschichte beginnt im Jahre 1831 in Frankreich.
Das Buch fängt mit den Wörtern an:
" Es war eine Steißgeburt..."
Also kann man sich schon denken, dass da ein Kind geboren wird.
Es geht um ein Kind, ein besonderes Kind.
Ein Kind, das sozusagen mit Mißbildungen am Gesicht zur Welt kommt.
Ein Ungeheuer Kind wird es gennant.
Die Hauptfigur ist hier das Kind, das eine Maske tragen muss,
weil sein Gesicht für die anderen ein Schrecken ist.
Auch die Mutter spielt hier eine große Rolle,
ich finde es unheimlich, wie die Mutter auf eigenes Kind reagiert,
ich lese echt mit Tränen in den Augen.
Ich möchte hier echt nicht merh erzählen,
wenn ihr möchtet, könnt ihr eine Zusammenfassung nachlesen,
aber ich habe selbst angefangen zu lesen ohne zu wissen,
worum es da geht und das finde ich besser so,
desegen will ich hier nicht viel verraten, ich hab schon einiges genannt.
Hauptsächlich finde ich hier nicht die Geschichte wichtig,
sondern wie sie beschrieben wird, welche Wörter da benutzt werden,
welche Gefühle empfunden werden.
Da hat die Autorin Susan Kay wirklich viel Geschick und Talent.
Das Buch ist echt genial.
Erzähl-Stil:
Das Buch ist in der Ich- Form geschrieben. Deswegen finde ich es sehr einfach zu lesen.
Ich mag die ich Form besonders, man kann sich dann besser in die Peson hinein versetzen
und die Gefühle am eigenen Leib erleben.
Ich habe schon lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen,
ich war echt von der Geschichte gerührt.
Würde ich immer wieder gerne nachlesen,
obwohl das Lesen schon weh im Herzen tut.
Bitte lest das!
Zumindest anzufangen lohnt es sich und dann entscheiden, ob es was für euch ist.
Das Buch muss aber echt gelesen werden!
Bitte, das Buch ist es Wert gelesen zu werden!
Würde mich auf die Kommentare freuen, wenn ihr das Buch gelesen habt.
...