ein Testbericht von lord_nelson2005-10-19 20:21:30vom 19.10.2005Empfehlung: ja
Vorteile: -spannend geschrieben
-man kann sich gut mit den Hauptpersonen identifizieren
-historisch sehr exakt
-enthält viele geschichtliche Daten und Fakten...Nachteile/Kritik: -
Das Buch "Die Roten Matrosen" von Klaus Kordon beschreibt aus der Sicht der Arbeiterfamilie Gebhardt das Ende des ersten Weltkrieges und die Revolution der politisch linken, die ihn beendete.
Die Familie Gebhardt ist keine Heldenfamilie, sie besteht aus ganz normalen Arbeitern, derer es zu dieser Zeit sehr viele gab. Sie leben in dem berliner Armutsviertel, am Wedding, in der ärmsten und von allen Straßen dort die berüchtigste Ackerstraße. Sie sind rein ausgedacht, es gab sie nicht wirklich, und auch das Haus Nr. 37, in dem sie wohnen, gab es in Wirklichkeit nicht.
Die Familie Gebhardt ist von den vier Jahren Krieg und lebenslanger Armut und Not geprägt und wird von ihr auf die Straße getrieben, um sich dort in den Wirren der Revolution zu engagieren und mitzuhelfen, ein neues, gerechteres und weniger korruptes politisches System zu schaffen. Sie sind Anhänger der Marxistischen Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die nach russischem Vorbild ein kommunistisches Sytem in Deutschland aufbauen wollen.
Die Hauptperson in dem Buch ist der Sohn der Gebhardts, Helle. Er ist 14 Jahre alt und erfährt schon in der Schule die Lügen und Verherlichungen der Kaisertreuen Lehrer. Die Politik beginnt in seinem Leben eine immer größere Rolle zu spielen, zum Beispiel gerät er mit seinem Freund, dessen Vater ein überzeugter Anhänger des Kaisers ist und mit seinem Lehrer, welcher im Unterricht Verherlichungen des Krieges propagiert, mehrmals in Konflikt.
Als eines Tages auf einmal sein Vater aus dem Feld zurück kehrt, muss er sich erst an ihn gewöhnen, denn er hat sich seit seinem letzten Besuch sehr verändert. Er verlor im Kampf gegen den Feind einen Arm durch eine Granate...
Als die Revolution ausbricht, werfen seine Eltern sich begeistert in die Wirren der Revolution und Helle erlebt zusammen mit seinen Freunden die Revolution und wichtige historische Ereignisse.
Das Buch "Die roten Matrosen" ist der erste Teil der "Trilogie der Wendepunkte", die anderen beiden Teile heißen "Mit dem Rücken zur Wand" und "Der erste Frühling".
Es berichtet nicht die Geschichte historischer Helden, sondern das Leben einer einfachen Arbeiterfamilie. Durch den Klaus Kordons' Stil fühlt man sich bei den Gebhardts immer zuhause und kann sich gut mit der Hauptperson Helle identifizieren.
Beim Lesen lernt man viel über das Leben zu dieser für die Geschichte unseres Landes sehr bedeutende Zeit und bekommt viele geschichtliche Fakten und Daten mit, die die Allgemeinbildung des Lesers stark erweitern...
Meiner Meinung nach ist das Buch auf jeden Fall lesenswert, denn es fesselt den Leser und lässt ihn nicht mehr los.
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Ein Stück deutscher Geschichte
ein Testbericht von LastPotato2009-06-16 15:04:02vom 16.06.2009Empfehlung: ja
Das Buch "Die Roten Matrosen" wurde von Klaus Kordon geschrieben und diese spezielle Ausgabe ist 2002 im Beltz & Gelberg Verlag erschienen. Ausserdem ist es der erste Band der "Trilogie der Wendepunkte".
In diesem Roman werden das Ende des zweiten Weltkrieges und die darauffolgende Novemberrevulotion aus der Sicht einer Berliner Arbeiterfamilie, der Gebhardts, geschildert. Der Protagonist ist jedoch nicht etwa ein Erwachsener, sondern der dreizehnjärige Sohn der Familie, Helmut. Er bekommt die Grausamkeit des Krieges zu spüren, denn als eines Tages sein Vater von der Front zurückkehrt ist dieser nicht nur ein völlig anderer Mensch, sondern hat auch einen Arm verloren. Ausserdem gerät Helle, wie Helmut genannt wird, häufig in Konflikt mit seinem kaisertreuen Lehrer, da sein Vater Kommunist ist. Schließlich freundet er sich während der Revulotion auch noch mit einem der "Roten Matrosen", die die Revulotion begonnen haben, an. Er wird Zeuge mehrer Kämpfe zwischen Revulotionären und kaisertreuen Soldaten und ist darum umso erschrockener, als er erfährt, dass auch sein Vater für die Revulotion kämpfen will. Neben all diesen Erlebnissen muss er sich auch um seine jüngeren Geschwister Hans und Martha kümmern.
Ich finde dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert, da Klaus Kordon sehr überzeugend und lebensnah von dieser Zeit, dem Elend der Menschen mit all ihren Sorgen und Hoffnungen erzählt. Die Personen werden wie im Klappentext des Buches schon angedeutet "Lebendig". Auch die Erzählung aus der Sicht eines Jugendlichen ist sehr gut gelungen. Man kann sich gut in den Sohn der Gebhardts hineinversetzen und fühlt mit ihm mit. Einige Stellen bewegen so auch emotional, wie zum Beispiel als der Vater nach Hause kommt und ihm ein Arm fehlt. Dies beeindruckt mich vor allem deswegen, weil Klaus Kordon nie selbst etwas von dem was er schildert erlebt hat. Ausserdem ist dieses Buch einfach ein Stück deutsche Geschichte, dass meiner Meinung nach für alle Deutschen sehr wichtig ist. Für Leute die sich wirklich für das Thema interressieren ist jedoch eher die ungekürzte Fassung empfehlenswert.
1-2 von 2 Testberichten über Klaus Kordon: Die roten Matrosen oder Ein vergessener Winter
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