Walter-Jörg Langbein: Al Quaida und andere geheime Gesellschaften Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung 2.7 von 5
von 50% aller Autoren empfohlen (1/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
Islamwissenschaftler analysieren die Selbstdarstellung des Terrors
übersichtliches Inhaltsverzeichnis, Kapitel über Al Quaida z.T. lesenswert
Nachteile/Kritik
Für den überzeugten Anarchisten nichts Neues
z.T. langatmig und wenig spektakulär beschrieben, mangelnde Gestaltung, haltlose Argumente
Ideologisch dürftig
ein Testbericht von topfmops2006-07-02 12:28:46vom 02.07.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Islamwissenschaftler analysieren die Selbstdarstellung des Terrors...Nachteile/Kritik: Für den überzeugten Anarchisten nichts Neues
Die Tapferen unter meinen Lesern wissen inzwischen, dass ich nach Beendigung des Arbeitslebens wieder angefangen habe, zu studieren: Vergleichende Religionswissenschaften. Das hat mich zwar von Anfang an fasziniert, jedoch ist es schwierig, daraus einen Brotberuf zu machen.
Dies ist die Exzerpte aus einem Referat.
Zur Leseliste eines Seminars über Kreuzzüge – insbesondere der muselmanischen Kreuzzüge – gehörte auch ein dünnes, und im Nachhinein sich als dürr herausstellendes Bändchen mit dem Titel:
Al Quaida und andere geheime Gesellschaften
Verfasser ist Walter-Jörg Langbein.
Nicht zu verwechseln mit Wolfgang Hohlbein, dessen Nachnamen ich immer noch für ein Pseudonym von ‚Hohlkopf’ halte, womit seine Art von ‚Prosa’ umfassend beschrieben wäre.
Die technischen Daten dieses Büchlein sind:
ISBN: 3-8118-3927-6
Einband: Kartoniert
Erschienen bei: Moewig
Seitenzahl: 192
Sprache: Deutsch
Bei buch.de sollte es mal 6,95 Euro, ist aber glücklicherweise nicht mehr lieferbar.
Die Eigenbeschreibung des Verlages lautet:
Steckt Al Quaida, die Terrorgruppe, hinter vielen heutigen Weltgeschehnissen?
Geheime Gesellschaften - von den Rittern der Tafelrunde König Artus' über die Tempelritter und Freimaurer, von der geheimen Organisation der Assassinen zu dem modernen Al Quaida-Netzwerk - faszinieren die Menschen.
In diesem Buch informiert Walter-Jörg Langbein spannend über die wichtigsten Geheimorden.
Das heißt ein Sammelsurium von Pamphleten und unbewiesenen, vor allem unbeweisbaren Behauptungen wurde festgemacht an einem modernen Schreckens-Schlagwort „Al Quaida“, um dem Machwerk Aktualität vorzugaukeln.
Dennoch war ein Hinweis von entscheidender Bedeutung. Im Quellennachweis wurde ein Buch erwähnt, für das Gilles Kepel und Jean-Pierre Milelli als Herausgeber verantwortlich zeichnen. Es heißt
AL-QUAIDA – TEXTE DES TERRORS
Dieses Mal sind die technischen Daten :
· ISBN: 3-492-04912-5
· Herausgeber: Gilles Kepel, Jean-Pierre Milelli
· Übersetzt von: Bertold Galli, Enrico Heinemann, Ursel Schäfer, Thorsten Schmidt
· Kommentar: Gilles Kepel, Jean P Milelli
· Einband: Gebunden
· Erschienen bei: Piper Verlag GmbH
· Seitenzahl: 528
Bei buch.de kostet es 24,90 Euro. Eine Ausgabe, die sich für jeden politisch Interessierten lohnt.
Osama bin Ladens Bilanz ist überzeugend:
„El Kaida hat für die Operation am 11. September 500.000 Dollar ausgegeben, während Amerika durch das Ereignis und seine Auswirkungen, vorsichtig geschätzt, 500 Milliarden Dollar verloren hat. Das heißt jeder Dollar von El Kaida hat eine Million Dollar vernichtet dank des allmächtigen Gottes.“
Diese Passage ist entnommen aus der „Botschaft an das amerikanische Volk“, die am 30 Oktober 2004, zwei Tage vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl verbreitet wurde.
Diese „Botschaft“, die mit dem nachvollziehbaren Kern einen betriebswirtschaftlich eindrucksvollen „Hebel von 1 : 1.000.000“ enthält, findet sich in einem El Kaida-Lesebuch, das unter dem Titel „Texte des Terrors“ von dem Islam-Spezialisten Gilles Kepel vom Pariser Institut d’Etudes Politiques zusammengestellt wurde.
Die Originaltexte hat der Arabisch-Professor am selben Institut, Jean-Pierre Milelli, ins Französische übersetzt.
Zeitgeschichtliche Einleitungen und ausführliche historische, politische und islamwissenschaftliche Kommentare sind von Mitarbeitern des Instituts verfasst worden. Das ganze, also auch die arabischen Texte, ist dann aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt worden, wobei es manchmal zu Ungenauigkeiten gekommen ist.
Das liegt u. a. daran, dass die arabische Schriftsprache keine Vokale kennt. Als Beispiel für diese Mühsal möge die deutsche Buchstabenfolge S-C-H-L-C-H-T dienen. Dies kann im Deutschen durch das Einfügen eines Vokals SCHLACHT, SCHLECHT, SCHLICHT oder SCHLUCHT bedeuten. Wohingegen ‚SCHLOCHT’ schlicht und einfach schlechtes Deutsch ist.
Das Buch ergibt ein ebenso verstörendes wie
auch beängstigendes, aber auch ernüchterndes Bild von der ideologischen Dürftigkeit von vier Chefideologen im Kern von El Kaida.
In ihren Auslassungen prallen religiöse Floskeln und Kampfaufrufe aufeinander, werden mittelalterliche Helden- und Märtyrerlegenden in gegenwärtige Konflikte hineinmontiert, wechseln primitive Kampfparolen und schwärmerische Frömmigkeitspoesie so abrupt ab, dass es den ungeübten Leser schaudert.
Außer Osama bin Laden kommen der palästinensische Religionsgelehrte Abdullah Azzam (der ‚Imam des Dschihad’ wurde im November 1989 durch eine Autobombe in Peschawar, Pakistan, ermordet.), der als „Veteran des Dschihad“ bekannte Ägypter Aiman al Sawahiri und der Kopf des irakischen Dschihad, Abu Mussad el Sarkawi, zu Wort, der ebenfalls vor wenigen Wochen durch einen US-Angriff ermordet wurde.
Es handelt sich um Video-Botschaften oder um im Internet kursierende Texte, deren Zuschreibung oft nur aus den Zusammenhängen erschlossen werden konnte.
Es sind Kampfschriften, mit denen die Herzen der Muslime erobert werden sollen, nicht die Menschen des Westens.
Feinde sind Amerika, Europa und Israel, aber auch alle Regierungen arabischer oder muslimischer Staaten, die mit dem Westen zusammenarbeiten und islamistische Bewegungen unterdrücken.
Als Grund für den Kampf gegen die Ungläubigen werden nicht näher spezifizierte Ansprüche auf Israel, die Forderung nach Abzug der „ungläubigen“ Amerikaner von der heiligen Erde Saudi-Arabiens, im Irak und Afghanistan oder Demütigungen des muslimischen Welt durch den Westen genannt.
Soziale Forderungen, solche nach Demokratisierung der muslimisch dominierten Länder boder nach einer gerechteren Weltordnung werden nicht erhoben.
Die Texte werden für uns erst durch die ausführlichen und sachkundigen Kommentare verständlich.
Der Anmerkungsapparat ist eine islamwissenschaftliche Leistung ersten Ranges.
An den Pamphleten werden westliche und die übergroße Mehrheit muslimischer Leser nichts Anziehendes finden.
Der Inhalt ist oft haarsträubend.
Ein ganz großes und dickes Dankeschön an Harald Koch.
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame ändere ich meinen Schlusssatz:
topfmops, der auch mit anderen Dingen als dem Verfassen von Berichten beschäftigt ist, bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele lesenswerte Kommentare. q.e.d.
...
swissflyer, 04.07.2006
Mein lieber topfmops! Ob es sich bei Osama bin Laden um eine reale Figur handelt, wage ich zu bezweifeln! Ich meine, ok, der Ami an sich ist kein Quint schlauer als der quotgrosse Mannquot an der Spitze, aber nach dieser ewigen Jagd, müsste es sogar de
sandraberg, 03.07.2006
ein wirklich sehr spannendes thema. genauso wie dein bericht über osama bin laden. super geschrieben. lg sandraberg
Estha, 08.07.2006
978897889788 ... lg susi ... 978897889788
ein Testbericht von jinmil20062011-04-16 17:20:27vom 16.04.2011Empfehlung: nein
Vorteile: übersichtliches Inhaltsverzeichnis, Kapitel über Al Quaida z.T. lesenswert...Nachteile/Kritik: z.T. langatmig und wenig spektakulär beschrieben, mangelnde Gestaltung, haltlose Argumente
Hier möchte ich ein Buch vorstellen, das mir seit langer Zeit heute mal wieder in die Hände gefallen ist und mir gleich zeigte, warum ich es so lang nicht beachtet hatte.
=== ECKDATEN ===
- Titel: Al Quaida und andere geheime Gesellschaften
- Autor: Walter-Jörg Langbein
- Verlag: Moewe
- ISBN: 9-783811-839274
- Umfang: 192 Seiten im Taschenbuch-Format
- Preis: 6,95 Euro
=== KLAPPENTEXT ===
Steckt Al Quaida, die Terrorgruppe, hinter vielen heutigen Weltgeschehnissen?
Geheime Gesellschaften - von den Rittern der Tafelrunde König Artus` über die Tempelritter, von der geheimen Organisation der Assassinen zu dem modernen Netzwerk - faszinieren die Menschen.
Denn Geheimgesellschaften sind geheimnisumwittert - das liegt in ihrer Natur. Obwohl Verschwörungstheoretiker sie im Verborgenen die Strippen ziehen sehen, sind die meisten von ihnen harmlos oder wohltätig - etwa die Freimaurer. Der bekannte Bestsellerautor Walter-Jörg Langbein informiert in diesem Buch spannend und unterhaltsam über die wichtigsten Geheimorden und geht detailliert auch auf Al Quaida ein, eine der wenigen Geheimgesellschaften, die wirklich gefährlich sind.
=== MEINE BESCHREIBUNG DES INHALTS ===
Das Buch besteht aus insgesamt 8 Kapiteln:
- Artus und die Suche nach dem Gral
- Die Templerorden und der Heilige Gral
- Muslimische Geheimbünde
- Die Rosenkreuzer
- Die Freimaurer
- Madame Blavatskys Theosophische Gesellschaft
- Al Quaida - Geheime Gesellschaft des Terrors
- Die Rückkehr der Geheimbünde?
Diesen Kapiteln geht ein Vorwort des Autors voraus - im Anschluss an die Kapitel folgt ein 3-seitiges Literaturverzeichnis, in dem der Autor seine Quellen preisgibt. Es handelt sich dabei überwiegend um englischsprachige Literatur - er greift zudem auf verschiedene, voneinander abweichende Koranübersetzungen zurück.
=== MEINE BEWERTUNG ===
_INHALT_
Die einzelnen Kapitel sind nochmals in Unterkapitel aufgeteilt. Dadurch dass deren Titel alle mit Seitenangabe im Inhaltsverzeichnis aufgenommen sind, ist ein schnelles Nachschlagen möglich. Und genau darin besteht meiner Meinung nach der einzige Vorteil dieses Buchs - nämlich darin, dass man schnell und problemlos Informationen bzw. Meinungen über die verschiedenen Geheimbünde finden kann.
Um das Buch an einem Stück durchzulesen, erfordert es meiner Meinung nach schon eine enorme Geduld. Die einzelnen Seiten sind teilweise mit so vielen verschiedenen Informationen und Daten gespickt, dass die im Klappentext versprochene Spannung und Unterhaltung bei mir schnell verloren ging.
Am interessantesten fand ich dann noch das Kapitel über Al Quaida, das immerhin 70 Seiten beinhaltet und somit ja doch gut ein Drittel des Buches einnimmt. Der Autor beschreibt hier zunächst sehr lebendig die Schreckensminuten, als die tragischen Bilder vom 11.September 2001 - fast live - durch die Welt gingen. Er beleuchtet dann Osama bin Ladens Weg vom Freund zum Feind der USA - dabei kommt er auch immer wieder auf die Kindheit und Jugendzeit bin Ladens zu sprechen, der ja alles andere als aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Die Theorie, dass Al Quaida hinter den Anschlägen vom 11. September steckt, ist im Endeffekt die zentrale Idee dieses Kapitels. Mit dem Vorgreifen auf den 1993 gescheiterten Anschlag auf das World Trade Center versucht der Autor zu verdeutlichen, dass Al Quaida schon seit längerer Zeit einen erneuten Anschlag plante. Wie ich es schon erwartet hatte, kann der Autor natürlich auch keine Beweise dafür liefern, dass diese Geheimgesellschaft wirklich als Drahtzieher der Anschläge bezeichnet bzw.
verantwortlich gemacht werden kann. Die Spekulationen lassen sich meiner Meinung nach ganz gut lesen, weil sie die schreckliche Tragödie auf eine so spannende Art und Weise lebendig werden lassen. Es handelt sich dabei aber nicht um mehr als Gedankenspielerei - wirkliche Rückschlüsse auf die tatsächlich geschehene Realität konnte ich aus diesem Buch nicht ziehen. Aber ich denke, darin steckt auch nicht der Sinn dieser Verschwörungstheorien.
Immerhin geht der Autor dann aber sehr überzeugend darauf ein, dass Al Quaida nicht mit dem Islam gleichzusetzen ist. Ich finde es gut, dass er deutlich macht, dass nicht alle Muslime die Machenschaften Al Quaidas gut heißen. Denn leider ist das ja in der Vergangenheit schon häufiger der Fall gewesen.
_GESTALTUNG_
In der Taschenbuch-Ausgabe findet man kein einziges Bild. Die Schrift ist - mit gut 30 Zeilen pro Seite - recht klein und unübersichtlich. Dadurch lässt sich der Text mit seinen zahlreichen Jahreszahlen und Namen von Personen und Orten nicht wirklich flüssig und gemütlich lesen. Gestalterisch hätte man hier meiner Meinung nach echt mehr rausholen können.
=== MEIN FAZIT ===
Ich würde mir dieses Buch nicht noch einmal kaufen, auch wenn ich das Kapitel über Al Quaida mal ganz lesenswert fand. Das Meiste ist jedoch meiner Meinung nach recht langatmig und unspektakulär beschrieben. Anhand des Klappentextes hätte ich mehr Spannung und Unterhaltung erwartet.
1-2 von 2 Testberichten über Walter-Jörg Langbein: Al Quaida und andere geheime Gesellschaften
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