Sommermärchen... Wie ein einziger Tag sich auf ein Leben auswirkt..
ein Testbericht von sunny1612008-10-28 14:18:31vom 28.10.2008Empfehlung: ja
Vorteile: gefühlvoll, bewegend, spannend, mit historischem Hintergrund...Nachteile/Kritik: nichts
Es geschah im Sommer 1914:
Als junges Mädchen verbrachte Alix ihre Ferien das erste Mal im Ausland. Sie durfte mit ihrer reichen Verwandtschaft nach Frankreich - u.a. um auf ihre drei Cousinen und ihren Cousin Charlie aufzupassen. Nichtdestotrotz schien es eine unbeschwerte und angenehme Zeit zu sein - bis zu dem Picknick, nach dem Charlie plötzlich spurlos verschwindet.
-- Ungefähr so viel wusste ich, bevor ich angefangen habe den Roman zu lesen... Dennoch reizte es meine Neugier, zu erfahren, was nun weiter passiert und, natürlich, ob Charlie jemals auftaucht. Man denkt bestimmt: "Auf jeden Fall, sonst hätte das alles keinen Sinn." Aber leider werden diejenigen am Anfang enttäuscht sein, denn der Aspekt rutscht völlig in den Hintergrund. Bis zu einem Punkt, an dem deutlich wird, wie sehr Alix' Leben von dem Schicksal Charlies abhängt und sie es schafft die Vergangenheit zu überwinden. --
Alix wird die Schuld am Verschwinden des Jungen gegeben, die sie ihr ganzes Leben nicht loslässt und jeden ihrer Schritte und Taten verfolgt.
So z.B. kann sie ihren Traum auf die Kunstakademie zu gehen aufgeben. Aber gerade dieses Talent, das Zeichnen, welches sie von ihrem Vater gelernt hat, bringt sie weiter und rettet sie immer wieder, wenn sie in Geldnöten ist.
Direkt nach dem Vorfall brechen jegliche Familienbande und auch Alix' Beziehung zu ihrer Mutter brökelt - diese ist nämlich die Schwester von Charlies` Vater, der wegen des Vorfalls auch mit ihr und nicht nur ihrer Tochter kein Wort mehr wechseln möchte. Genauso spielt der Krieg, der zu dem Zeitpunkt vor der Tür steht, eine wichtige Rolle in dem gesamten Geschehen: Alix nimmt kurzerhand nach dem Tod ihres Vaters eine Arbeitsstelle in einem Lazarett an, um ihrer Mutter finanziell auszuhelfen. Dort lernt sie schnell nacheinander drei Männer kennen, die ihr Leben beeinflussen. Zwei davon sind Geschwister, die unterschiedlich sind, wie nichts anderes, aber dennoch einander brauchen. Wie sich Alix' Beziehung zu den Männern entwickelt, muss aber an dieser Stelle jeder selbst herausfinden..
Ich sag nur eins: Es handelt sich um eine höchst dramatische Geschichte, die sich um Liebe, Verrat und auch Vergebung dreht.
~ Wichtige Angaben ~
Autorin: Judith Lenox
Titel: Picknick im Schatten
Art: Taschenbuch
Ausgabe: Juni 2005
Seiten: 554 Seiten
ISBN: 3-492-26137-X
Verlag: Piper Verlag GmbH, München
Neupreis: 7,95 Euro
~ Leseprobe ~
S. 23:
Die ganze Nacht lang, ihr ganzes Leben lang, blieb ihr das Gespräch mit Tante Mary im Kopf.
Wo ist Charlie? Ich wollte ihm noch einen Gutenachtkuß geben.
Charlie? Charlie war doch bei euch.
Nein, Tante Marie. Charlie ist...
Die erste Ahnung einer entsetzlichen Möglichkeit meldete sich. Sie hörte den heiseren Klang ihrer Stimme, als sie sagte:
Charlie ist doch mit euch gefahren.
Und es wiederholte:
Charlie ist doch mit euch gefahren.
Sie waren im Salon. Tante Mary hatte Hut und Schleier abgelegt. Im goldgerahmten Spiegel verdunkelte heraufziehende Angst ihren Blick.
"Ella ist mit uns gefahren." Tante Mary läutete. Ihre Hand zitterte. "Nur Ella. Du must dich irren, Alix."
~ Nähere Betrachtung und Wertung ~
Das Buch teilt sich in 5 Abschnitte ein, die jeweils mit römischen Ziffern gekennzeichnet sind:
I) Ein Geburtstagspicknick
II) Tanz in der Wüste
III) Ein Maskenball
IV) Verkleidungen und Geheimnisse
V) Abschiede
Alle Ereignisse spielen zwischen den Jahren 1914 und 1940, d.h. dass beide Kriege inbegriffen sind. Dies erhöht die Spannung,
da man auch Hintergrundinformationen zu den beiden geschichtlichen Ereignissen aus dem Blickpunkt normaler Leute wahrnimmt. Die Autorin stellt die Ereignisse realistisch und in logischer Veknüpfung, sowie Abfolge, dar.
Der Aufbau der Geschichte zieht sich am Anfang etwas hin, wird aber keinesfalls langweilig, da immer wieder etwas geschieht. Zum Schluss hin finden alle Fäden, wie man das so schön sagen kann, zusammen und ergänzen sich. Auch das Mysterium um Charlies verschwinden wird gelöst. Das Ergebnis ist aber im gesamten Verlauf nicht vorauszusehen, deshlab lohnt es sich um so mehr, den Verwicklungen auf die Spur zu kommen.
Damit reißt dieses Buch den Leser auf jeden Fall mit.. Ich denke, dass hauptsächlich Frauen davon angesprochen sind, aber es muss sich nicht unbedingt darauf beschränken. Denn auch das andere Geschlecht könnte dies, auch wenn nur wegen dem historischen Anteil, interessant finden.
Ich kann es letztendlich nur empfehlen.. Es bekommt von mir die volle Sternenzahl. ^^
Viel Spaß beim Lesen!
Ich bedanke mich schon im Vorraus für das Lesen, Bewerten und Kommentieren!
Eure Sunny161
P.S.: Der Bericht erscheint unter meinem Namen in ähnliches Form auch auf anderen Platformen.
...
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR
picknick im schatten
ein Testbericht von margy2010-08-31 16:32:30vom 31.08.2010Empfehlung: ja
Vorteile: siehe bericht...Nachteile/Kritik: siehe bericht
Das 553-seitige Taschenbuch erschien im Piper Verlag in der 9. Auflage im Juli 2009 in der deutschen Sprache, übersetzt von Mechthild Sandberg. Unter der ISBN 3492234634 ist das Buch zu einem Preis von 9,95 € erhältlich.
Buchumschlag:
Eine junge Frau in einem rosafarbenen Kleid, einen Strohhut mit rotem Band auf dem Kopf sieht auf eine grasbewachsene Düne. Sie steht auf weißem Sandboden ohne Schuhe.
Autorin:
Die britische Bestsellerautorin Judith Lennox kam 1953 in Salisbury in der Grafschaft Wiltshire zur Welt und wuchs in einem Cottage in Hampshire auf. Fernab jeglicher Zivilisation erlebte sie mit ihren Brüdern und ihrer Schwester nah am Wald, das Wasser musste aus einem Brunnen gepumpt werden und der Strom wurde privat erzeugt und fiel auch schon mal aus. Diese Kindheit ist in ihren Büchern immer wieder zu entdecken.
Als sie fünfzehn Jahre alt war, zog die Familie wieder nach Salisbury, und die Umstellung auf eine Großstadt fiel ihr sichtlich schwer, da sie sich wieder an Nachbarn und Reihenhäuser gewöhnen musste. Nach dem Schulbesuch ging studierte sie an der Universität von Lancaster, wo sie auf der Party zu ihrem 21. Geburtstag ihren künftigen Ehemann Iain, einen Physiker aus Glasgow, kennen lernte. Ein Jahr später heirateten sie uns zogen nach Cambridgeshire.
Sie wurde Mutter von drei Söhnen und begann mit dem schreiben von Romanen, als der jüngste drei Jahre alt war. Bis dahin war sie als Englischdozentin an der Universität Lancaster und als Pianistin tätig gewesen. Da sie sich immer für historische Romane interessierte, war es für sie logisch auch historische Romane zu schreiben. So sind ihre ersten Romane im 16. und 17. Jahrhundert angesiedelt, wovon der erste The Glittering Strand (dt. Serafinas später Sieg) im Jahr 1991 erschien.
1994 erschien mit The Secret Years (dt. Die geheimen Jahre) ihr erster Roman, der im 20. Jahrhundert angesiedelt ist. Seitdem schreibt sie viele Romane in dieser Zeit, die mit den beiden Weltkriegen, seinen Veränderungen im gesellschaftlichen Status der Frauen und in den wechselnden Landeigentümerschaften einen wechselreichen Hintergrund für ihre Geschichten liefert.
Judith Lennox´ Bücher, die in der Hauptsache englische Gesellschaftsromane schreibt, erscheinen in vielen Sprachen und liegen in Deutschland alle bei Piper vor. Bereits 1,8 Millionen Bücher sind allein in Deutschland verkauft worden. Sie lebt mit ihrem Mann in Cambridge und Derbyshire.
Inhalt:
Alix verlebt die Ferien mit ihrer reichen Verwandtschaft in Frankreich. Ein kurzer Augenblick, in dem sie nicht auf ihren Cousin aufpasst, verschwindet der spurlos.
Textausschnitt:
Die ganze Nacht lang, ihr ganzes Leben lang, blieb ihr das Gespräch mit Tante Mary im Kopf.
Wo ist Charlie? Ich wollte ihm noch einen Gutenachtkuß geben.
Charlie? Charlie war doch bei euch.
Nein, Tante Marie. Charlie ist...
Die erste Ahnung einer entsetzlichen Möglichkeit meldete sich. Sie hörte den heiseren Klang ihrer Stimme, als sie sagte:
Charlie ist doch mit euch gefahren.
Und es wiederholte:
Charlie ist doch mit euch gefahren.
Sie waren im Salon. Tante Mary hatte Hut und Schleier abgelegt. Im goldgerahmten Spiegel verdunkelte heraufziehende Angst ihren Blick.
Alix zuckte zurück , als Onkel Charles sich ihr zuwandte. Nie zuvor in ihrem Leben hatte jemand sie mit einem solchen Blick
angesehen. Mit solch eiskalter Verachtung.
''Du bist nicht einmal fähig, deine eigene Nachlässigkeit einzugestehen, wie? Du versuchst tatsächlich, die Verantwortung auf deine kleine Cousine abzuwälzen. Du hast uns versprochen, gut auf Charlie achtzugeben. Weißt du das nicht mehr? Du hast versprochen, auf ihn aufzupassen." Er trat zu Tante Marie. "Ich fahre jetzt sofort in das Dorf zurück. Charlie muß noch dort sein. Mach dir keine Sorgen, Marie, ich werde ihn finden."
Als Alix gegen Abend im Park des Lazaretts einen Spaziergang machte, fiel ihr wieder ein, was Derry Fox gesagt hatte. Wir werden wahrscheinlich nie recht wissen, was wir mit unserem Leben anfangen sollen, und werden es wahrscheinlich nie zu was Besonderem bringen. Und als sie ihn gefragt hatte, ob dasd enn so wichtig sei, hatte er sie mit nachtdunklen Augen ernst angeblickt und gesagt: "Für mich schon.
"Was Ihre Frage angeht ..." Sie kniff die Augen zusammen, schmale eisblaue Splitter zwischen schwarz getuschten Wimpern. "ln mancher Hinsicht ist es angenehm, Witwe zu sein, in anderer wieder nicht. Man hat endlich die Kontrolle über die eigenen Finanzen. Es ist nicht meine Art, jungen Männern gute Ratschläge zu geben, Derry, aber wenn ich es tun müßte, dann würde ich Ihnen raten, sich so bald wie möglich finanziell auf eigene Beine zu stellen. Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet Freiheit. Andererseits" - sie begann, den gewundenen Weg entlangzugehen, und Derry folgte ihr - "andererselts braucht man als Frau einen Begleiter, die Leute bilden sich ein, sie müßten einen bemitleiden, und erwarten, daß man dankbar zu den langweiligsten gesellschaftlichen Veranstaltungen antanzt - wie beispielsweise zu diesem Abend heute."
Herleville-aux-Bois war in der letzten Augustwoche des Jahres 1914 von den Truppen des Kaisers besetzt worden. Kämpfe, wie sie in den Straßen von Bapaume und Cambrai ausgefochten worden waren, hatten etwa zur gleichen Zeit den einen, von Wäldern umschlossenen Weiler Herteville verwüstet. Der Kirchturm war von einem Granatwerfer getroffen, Häuser und Geschäfte hatten die Soldaten zuerst geplündert und dann in Brand gesteckt. Als im Herbst 1914 Gefechtslinien gezogen worden waren, war Herleville-aux-Bois, dicht an der Front, unter Besatzung geblieben. Nach dem Abzug der Deutschen im Jahr 1917 hatte in Herleville kaum noch ein Stein auf dem anderen gestanden. Die Männer, die im Sommer 1918 an dem letzten verzweifelten Vorstoß nach Süden teilgenommen hatten, hätten nicht einmal ahnen können, daß das Dorf je existiert hatte. Nur die Wälder, die einst Häuser und Marktplatz umschlossen hatten, waren halb zerstört, geblieben.
"Wollen Sie nicht wissen, wie es war?" hatte gefragt. "Sind Sie denn gar nicht neugierig?" Und Derry hatte schwelgend genickt.
"Wir hätten den Jungen beinahe im Wald verloren. Das hat mich überhaupt erst auf die Idee gebracht. Nur darum sind wir zu dem Dorfrummel gefahren. Es war dunkel, und es wimmelte von Menschen. Als wir zu den Autos zurückgingen, sah ich ihn davonstromern. Der Rest war ein Kinderspiel.
1914 verbringt Alix ihre Ferien in Frankreich. Sie ist zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Hauptsächlich sollte sie mitfahren, um auf ihre 3 Cousinen und den Cousin aufzupassen. Nach einem Picknick verschwindet der Cousin spurlos. Alix wird nun die Schuld an dem Verschwinden des Jungen gegeben.
Viele Wünsche kann sie sich durch diesen schrecklichen Vorfall nicht mehr erfüllen. Sie hatte vor, Kunst zu studieren. Dieses Talent erbte sie von ihrem Vater. Doch das Studium kann sie vergessen. Trotzdem kann sie es immer wieder im Ernstfall verwenden. In Zeiten größter Geldsorgen malt sie Bilder und verdient sich Geld, so dass sie damit überleben kann.
Die Verwandtschaft will nichts mehr von Alix wissen. Alle wenden sich von ihr ab, sogar ihre Mutter steht ihr in dieser schicksalhaften Zeit nicht mehr bei und steht nicht an ihrer Seite.
Als der Krieg dann ausbricht, arbeitet Alix im Krankenhaus. Ihr Vater ist gestorben und die Mutter muss versorgt werden. Sie lernt drei Männer kennen und das Leben nimmt seinen Lauf.
Römische Ziffern gliedern das Buch in verschiedene Abschnitte mit Überschriften, die da lauten:
Ein Geburtstagspicknick
Tanz in der Wüste
Ein Maskenball
Verkleidungen und Geheimnisse
Abschiede
Die Zeitspanne der Geschichte umfasst die Jahre 1914 bis 1940. Von beiden Kriegen wird erzählt. Die historischen Fakten spielen eine Rolle für die Entwicklung der Geschehnisse. Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass das spurlose Verschwinden Charlies immer mehr in den Hintergrund rutscht und andere Ereignisse eine wichtigere Rolle in diesem Roman spielen.
Alix verschließt sich innerlich durch die Tragödie, dass ihr kleiner Cousin Charlie, gerade mal 2 Jahre alt, plötzlich und unerwartet verschwand. Sie ist verzweifelt und unglücklich.
Irgendwann lernt sie einen Mann kennen, den sie heiratet. Jedoch stirbt der Mann vor der Geburt des ersten Kindes. Das einzige, was ihr im Leben blieb, ist dieses kleine Baby, ihr Kind, das sie innig und von Herzen liebt. Ganz mittellos bleibt die junge Frau nicht zurück, denn ihr Mann vermachte ihr etwas Rücklagen, so dass sie mit dem Kind leben und überleben kann.
Außerdem leitet sie eine Pension und gibt Zeichenunterricht, womit sie sich zusätzliches Geld verdient. Für ein Auskommen ist auf diese Weise gesorgt.
Dann lernt sie Derry kennen, dessen Bruder mit ihr in der Station des Krankenhauses arbeitete. Zuerst hat sie Schwierigkeiten, sich mit ihm einzulassen, doch Derry zeigt ihr Wege heraus aus der Krise ihrer Vergangenheit und gibt ihr neuen Lebensmut und die Geschichte um den verschwundenen Charlie klärt sich auf.
Sehr leicht und flüssig zu lesen, außerordentlich spannend und packend, fesselnd liest sich der Roman. Judith Lennox zeigt uns sehr gut die Gefühle der Personen, was sie bewegt, was sie berührt. Gedanken kommen ans Tageslicht.
Das Leben der damaligen Zeit während der Kriege und die gesellschaftlichen Umbrüche machen auch ein Teil des Buches und der Geschichte aus.
Wunderbar geschrieben und eine sehr empfehlenswerte Autorin.
...
ein Testbericht von bodenseestern2008-07-27 16:00:08vom 27.07.2008Empfehlung: ja
Vorteile: Siehe Text...Nachteile/Kritik: Nichts
Ich habe gerade Urlaub und somit Zeit, um noch mehr zu lesen wie sonst. Daher möchte ich heute einen Bericht über mein letztes Buch schreiben, das ich gelesen habe. Vor einiger Zeit hat mir eine Arbeitskollegin diese Autorin empfohlen, und da mir das erste Buch, was ich mir von ihr gekauft hatte, so prima gefallen hat, besorgte ich mir gleich noch weitere Romane von ihr.
Das Buch:
++++++++
Titel: Picknick im Schatten
Autor: Judith Lennox
Verlag: Serie Piper
ISBN: 3-492-23463-1
Preis: 9,90 Euro
Seitenzahl: 554
Titelbild: Ein impressionistisch aussendes Gemälde mit einer Frau,
die an einer Waldlichtung über eine Wiese
läuft
Die Autorin:
+++++++++
Judith Lennox wurde 1953 im Südwesten Englands geboren. Sie studierte Englisch in Lancester, arbeitete aber einige Zeit in einer Ballettschule als Pianistin, bevor sie mit dem Schreiben begann. Damit wurde sie praktisch über Nacht zur Bestseller-Autorin. Sie ist verheiratet und hat 3 Söhne, wobei 2 schon aus dem Haus sind. Mit dem kleinsten und ihrem Ehemann lebt sie in einem Cottage in der Nähe von Cambridge.
Weitere Titel von ihr: Serafinas später Sieg,
Das Winterhaus
Tildas Geheimnis
Bis der Tag sich neigt
Am Strand von Deauville
Der Inhalt:
++++++++
Der Roman beginnt in Frankreich im Sommer 1914. Alix, ein 14j Mädchen aus England ist mit der Familie ihres Onkels und seinen 4 Kindern im Urlaub in Frankreich, wo sie auf das kleinste Kind, den 2j Charlie aufpassen soll. In einer Minute der Unachtsamkeit verschwindet der Junge spurlos und ward nicht mehr gefunden. Alix zerbricht fast an diesem Schicksal, da sie alle Schuld auf sich nimmt und von der Familie auch zugeschoben bekommt. Sie wird mit der Zeit eine verschlossene junge Frau, die absolut verzweifelt und unglücklich ist. Auch mit ihrer früh geschlossenen Ehe erfährt sie Kummer, da der Mann kurze Zeit später stirbt. Ihr einziges Glück ist ihr kleiner Sohn, den sie über alles liebt und den ihr Mann leider gar nicht mehr kennengelernt hatte. Sie schlägt sich mit dem Kind und dem Erbe des Mannes tapfer durch, verdient ihr Geld mit einer Pension und Zeichenunterricht. Doch ihr Herz ist gebrochen. Irgendwann lernt sie Derry näher kennen, dessen Bruder sie im Lazarett als Stationshilfe während des Krieges gepflegt hatte. Sie lernt ihn lieben, aber auch diese Beziehung gestaltet sich zuerst nicht einfach und unkompliziert. Aber dann findet sie durch Derry endlich wieder ihren Lebensmut und erfährt die ganze Katastrophe um das Verschwinden des kleinen Charlie zu ihrer Kinderzeit.
Leseprobe:
+++++++++
"Die ganze Nacht lang, ihr ganzes Leben lang, blieb ihr das Gespräch mit Tante Marie im Kopf.
Wo ist Charlie? Ich wollte ihm doch noch einen Gutenachtkuß geben.
Charlie? Charlie war doch bei euch.
Nein, Tante Marie, Charlie ist..
Die erste Ahnung einer entsetzlichen Möglichkeit meldete sich. Sie hörte den heiseren Klang ihrer Stimme, als sie sagte:
Charlie ist doch mit euch gefahren.
Meine Meinung:
++++++++++++
Ein sehr schönes Buch, das ich wieder einmal fast nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil es so spannend ist. Ich hatte wirklich bis zum Schluß keine Ahnung, wie es enden würde. Dazu liest es sich sehr leicht und flüssig, man kann gut folgen und verstehen. Es eignet sich prima als Bettlektüre, aber auch für einen Sofamittag oder den Besuch im Strandbad im Sommer. Judith Lennox schreibt sehr gefühlsbetont, ohne daß sie dabei schnulzig oder gefühlsdusselig herüber kommt. Sie findet genau die richtige Mischung aus Gefühl, Spannung und Bewegung, so daß man sich in Mitten der Geschichte findet und mitleben kann. Schön finde ich auch, daß die Bücher nebenbei noch einen Einblick in das Leben dieser damaligen Zeit geben.
Alles in Allem kann ich dieses Buch sehr empfehlen, da es trotz seiner Dicke absolut fesselt und man eher traurig ist, wenn man es ausgelesen hat. Es war sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.
...