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Der Zaubergarten

Sharon Maas: Der Zaubergarten
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Testberichte Sharon Maas: Der Zaubergarten

 (Taschenbuch)
4.8 von 5
Platz 544 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - Der".
Bewertung: Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5
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Sharon Maas: Der Zaubergarten Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5
von 67% aller Autoren empfohlen (2/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • einfach alles
  • spannend und gut geschrieben - flüssig zu lesen
  • spannend, Glaube und Tradition
Nachteile/Kritik
  • nichts
  • teilweise etwas verwirrend
  • manchmal etwas langatmig
rainbow90

Die Welt ist doch klein...

ein Testbericht von 2010-02-18 20:59:23 vom 18.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: einfach alles...
Nachteile/Kritik: nichts
Hallo liebe Leser!

Heute möchte ich euch ein Roman vorstellen mit dem Namen:


>>Der Zaubergarten<<
Von Sharon Maas



~~~ Wie kam ich zu diesem Buch? ~~~

Ich hatte mir vor vielen Jahren zufällig dieses Buch aus der Bibliothek ausgeliehen, als ich nach einem bestimmten Buch gesucht hatte. Nachdem ich schon längst wieder vergessen hatte, dass ich dieses Buch je gelesen habe, schenkte mir meine Mutter zum Zeugnis vor einigen Wochen plötzlich das Buch und ich musste sie enttäuschen, indem ich das als jenes wiedererkannte, welches ich aus der Bibliothek hatte. Aber, und das war natürlich das wichtigste, ich war total glücklich, das Buch jetzt zu besitzen, da ich mich erinnern konnte, es gut gefunden zu haben. Also setzte ich mich gleich hin und las wie eine Verrückte.


~~~ Zur Autorin Sharon Maas ~~~

Aus dem Buch „Der Zaubergarten“:
„Sharon Maas kam 1951 in Britisch-Guyana zur Welt. Und wie kaum eine andere kennt sie das Gemisch der Rassen und Kasten, Hautfarben und Religionen und die sich daraus ergebenden Konflikte. Nach dem Abitur arbeitete sie einige Zeit als Berichterstatterin für den „Sunday Chronicle“ in der Hauptstadt Georgetown, reiste dann jahrelang durch Südamerika, Asien und Europa und kam 1975 schließlich auch nach Deutschland. Hier studierte sie Sozialpädagogik und war dann als Bewährungshelferin tätig. Seit 1983 ist Sharon Maas deutsche Staatsbürgerin und lebt heute mit Mann und Kindern in Süddeutschland.“


~~~ Zum Buch ~~~

ISBN-10: 3442356970
ISBN-13: 978-3442356973Seitenanzahl: 436
Preis: 8,95 €

www.derclub.de


Die Autorin hat dem Roman ein Vorwort beigefügt:

„Allen Raupen und
Dein Schmetterlingen in ihnen“

Außerdem hat die Autorin die Danksagung voran gefügt.

Das Buch ist in drei große Teile aufgeteilt.


~~~ Kritiken ~~~

>The Observer: „Ein wunderbares Tableau unvergesslicher Charaktere in einem bunten Kaleidoskop der Kulturen. Diese mitreißende Geschichte ist wie eine Huldigung an das Leben selbst: voller Freude, Zärtlichkeit, Melancholie und Überraschungen.“


~~~ Cover ~~~

Es gibt für dieses Buch verschiedene Cover. Die Ausgabe, die ich aus der Bibliothek hatte ist gelb gehalten. Man sieht Säulen von einem Tempel vermutlich und in der Mitte eine Lotusblüte.
Auf meiner jetzigen Ausgabe sieht man auf einem lila Hintergrund das wunderschöne Taj Mahal.


~~~ Klappentext ~~~

Das sorglose Leben der bezaubernden Saroj, Tochter einer wohlhabenden indischen Familie im Britisch-Guyana, findet ein jähes Ende, als der Vater ihr die baldige Heirat mit dem Sohn eines Geschäftsfreundes verkündet. Mit aller Kraft – und heimlich unterstützt durch ihre scheinbar so sanftmütige Mutter - setzt sich Saroj gegen den despotischen Vater zur Wehr. Gegen einen hohen Preis gewinnt sie den Kampf um die Freiheit, studiert in London Medizin und begegnet dort Nat, einem Kommilitonen, den ein englischer Arzt einst aus einem südindischen Waisenhaus geholt und adoptiert hat. Die Liebe trifft die beiden wie ein Blitzschlag - doch allmählich kommen ebenso unerwartete wie beunruhigende Zusammenhänge zwischen den Familien des jungen Paares ans Licht...


~~~ Leseprobe ~~~

Nat
Tamil Nadu, Bundesstaat Madras,
1947
Paul war vier Jahre alt, als ihn der Sahib von dort, wo die vielen Kinder waren, fortholte. Diesen Tag würde er niemals vergessen. Er wachte von einem dröhnenden Klang auf, als jemand auf einen großen Messinggong schlug: Das war Schwester Maria, die die Kinder weckte. Draußen krächzten aufgeregt die Krähen, so als wüßten sie, daß dies ein besonderer Tag war, und stoben mit flatterndem Flügelschlag davon. Paul kniete sich zum Gebet auf seine Matte, streckte sich ausgiebig, gähnte, stand auf und ging hinaus, um Wasser zu lassen.
Am Brunnen neben dem Wasserhahn standen gefüllte Eimer bereit, an deren Rand jeweils drei Blechtassen hingen. Die Kinder drängelten sich plappernd und lachend vor, und Paul war wie immer der letzte. Er schöpfte eine Tasse Wasser und goß sich die eine Hälfte davon über die Brust, die andere über den Rücken, so daß seine Haut glänzte und alle seine Körperhärchen aufstanden wie bei einem gerupften Huhn. Er hatte ein Stück Seife ganz für sich allein, das jetzt allerdings nur noch so groß wie eine Ein-Rupien-Münze war. Damit seifte er sich ein, bis er überall mit Schaum bedeckt war. Dann spülte er den Seifenschaum mit drei Tassen kaltem Wasser ab. Das machte er alles ganz allein. Sie mußten beim Baden mit vier Tassen Wasser auskommen, sagte Schwester Bernadette, denn Wasser war kostbar, der Brunnen fast leer, und niemand wußte, ob der Ostmonsun dieses Jahr kommen würde. Wenn dies nicht geschah, nun, dann würden sie sich eben nicht mehr baden können. Schließlich würden sie auch nichts mehr zu trinken haben, und dann würden sie sterben. Paul betete jeden Tag, daß der Monsun kam.
Am Hosenschlitz seiner blauen Shorts fehlte ein Knopf. Er hatte seine Hose einer der feinen Damen in Weiß, die Schwester Bernadette hieß und seine Lieblingsschwester war, gezeigt. Sie hatte gesagt, daß er den verlorenen Knopf suchen sollte. Als er ihn jedoch nicht finden konnte, sagte sie, daß es dann eben auch so gehen müsse, weil sie keine Knöpfe mehr hätten. Auch an seinem weißen Hemd fehlten zwei Knöpfe, aber das war nicht so schlimm wie der fehlende Knopf an seinem Hosenschlitz. Den meisten Kindern fehlten Knöpfe an den Hemden. Wo mochten nur all die verlorenen Knöpfe bleiben? fragte sich Paul manchmal. Wie konnte es sein, daß sie einfach verschwanden und nie wieder gefunden wurden? Einmal hatte er Schwester Bernadette gefragt, wo all die Knöpfe von den Hemden, Kleidern und Shorts der Kinder hinkämen. Schwester Bernadette hatte gelächelt und gesagt, daß vielleicht das Jesuskind die Knöpfe nähme, um damit zu spielen. "Aber wenn das Jesuskind die Knöpfe nimmt, dann ist das Stehlen", sagte Paul. Schwester Bernadette lächelte nur und korrigierte sich: "Nein, nein, Paul, das Jesuskind stiehlt nicht, es ist der kleine Krishna, der die Knöpfe stiehlt und sie in den Himmel bringt, damit er und das Jesuskind damit spielen können."


~~~ Handlung ~~~

Es ist ziemlich schwer, die Handlung zu beschreiben, da das Buch sich in die verschiedenen Sichtweisen und Leben von drei Personen ausgliedert. In der zentralen Position steht Savitri. Es wird ihr Leben in Indien beschrieben, ihre Kindheit, die sie mit ihrem geliebten David verbringt und ihr weiteres Leben, in dem sich alles um diesen Mann dreht, da sie ihn unsterblich liebt.
Ein weiterer Charakter ist Nat. Man erfährt zuerst, dass er von einem Mann aus dem Waisenhaus geholt wird und nun bei einem Arzt in einem indischen Dorf lebt. Später geht er nach England, um zu studieren.
Die dritte im Bunde ist Saroj. Sie wächst in Britisch-Guyana auf und der Fuchtel ihres sehr konservativen Vaters und ihrer liebevollen und sanftmütigen Mutter. Saroj weigert sich beharrlich gegen jeden Heiratskandidaten und ergreift schließlich die Flucht, die sie nach England führt. Dort trifft sie auf Nat und beide wissen sofort, dass sie etwas verbindet, was man mit Worten nicht beschreiben kann. Doch als sie sich sicher sind, ihr Leben mit einander verbringen zu wollen, kommen plötzlich Geschichten ans Licht, die das Leben beider auf den Kopf stellen und Zusammenhänge zu Tage fördern, die völlig unerwartet kommen und sie in einen tiefen Abgrund zu reißen drohen...


~~~ Meine Meinung ~~~

Nachdem ich das Buch ja schon einmal vor einigen Jahren gelesen hatte, fand ich es zwar gut, war allerdings auch noch etwas jünger und daher war es nicht ganz so mein Geschmack. Jetzt hingegen bin ich im Nachhinein super beeindruckt von dem Buch. Die Autorin hat hier richtig toll einen Roman geschrieben, der so spannend und schön ist, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen. Das Buch hält wirklich immer wieder Überraschungen parat, die man so nicht erwartet hätte und die das Ganze wahnsinnig interessant machen. Da das Buch aufgeteilt ist und man kapitelweise immer mal ein Stückchen von der einen Person und mal von der anderen erfährt, sieht man erst natürlich nicht ganz durch. Die Charaktere haben scheinbar nichts miteinander zu tun und man tut sich etwas schwer, sich zurecht zu finden. Aber schon nach einer Weile ist man in der Materie drin und beginnt auch schon Vermutungen anzustellen, die immer wieder dementiert werden und zu neuen Gedankensprüngen anregen. Es wird wirklich nie langweilig und es ist für jeden was dabei. Das hört sich doof an, ist aber wirklich so, da nicht nur das „moderne“ Leben von Saroj dargestellt wird, sondern auch das grausame Leben der Dorfbewohner und eben auch das paradiesische einfache Leben Savitris. Teilweise sind wirklich wunderbare Ausführungen zu lesen über die Blumen und die Natur im Allgemeinen. Überhaupt kommen im Buch des Öfteren mal vermeintliche übernatürliche Dinge vor, die letztendlich aber so erklärt werden, dass das alles durchaus natürlich sein kann und Übersinnliches in unserem Leben stattfindet, was ganz normal zu begründen ist. Damit meine ich, dass man eben nur Phantasie braucht und die Welt nicht so realistisch und materiell sieht.
Das Tolle an dem Buch ist auch, dass es nicht so niveaulos geschrieben ist, wie das bei vielen anderen Büchern zu finden ist. Es ist zwar auch nicht hochtrabend, aber sehr gut verständlich und ansprechend geschrieben.
Alles in allem wirklich ein ganz fantastisches Buch, an dem ich eigentlich nichts auszusetzen habe, da es niemals langweilig wird, immer schön spannend ist und auch beim zweiten lesen, wo man alle Geheimnisse kennt, ist man noch Feuer und flamme.


~~~ Meine Bewertung ~~~

Ich gebe dem buch ganz klar 5 von 5 Sternen und empfehle das Buch allen weiter. Vor allem aber Frauen, obwohl ich denke, auch Männern könnte das Buch vielleicht gefallen, da es nicht allzu sehr romantisch und kitschig ist.


Ich bedanke mich für das Lesen und Bewerten.
Liebe Grüße
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 22.02.2010
hast du einfach wunderbar beschrieben solche Bücher interessieren mich immer, wenn ich eins finde dieser Art, schnappe ich mir das - LG Gisela
minasteini
minasteini, 18.02.2010
Toller Buchbericht. Du glaubst es nicht, aber ich schreibe auch gerade genau an diesem Buch. Man da warst du schneller. LG Marina
Free22
Free22, 22.05.2010
Ein sehr schöner Bericht :

...Wer hat Interesse an einer Leserunde?

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Der Zaubergarten
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Sharon Maas: Der Zaubergarten: Der Zaubergarten
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minasteini

Exotische Familiensaga!

ein Testbericht von 2010-02-19 08:22:04 vom 19.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, Glaube und Tradition...
Nachteile/Kritik: manchmal etwas langatmig
Hallo Liebe Leser!

Heute möchte ich euch wieder einmal ein Buch vorstellen. Es heißt:

»Der Zaubergarten von Sharon Maas«

Wie kam ich zu dem Buch?

Ich habe das Buch im Katalog des Weltbild-Verlages gesehen und beim lesen der Kurzbeschreibung festgestellt, es klingt sehr interessant. Da mir aber die Buchpreise von
8,95 € einfach zu hoch sind, schaute ich mal wieder bei ebay rein und fand es dort auch vor. Nach mehreren Anläufen schaffte ich es auch, das Buch für nur 1,00 € zuzüglich Versandkosten zu bekommen.
Das Buch was ich besitze stammt aus dem Hause Bertelsmann vom Buchclub www.derclub.de und hat die Buch-Nr. 083283. Es besitzt 607 Seiten Text, davon am Ende noch einige Seiten mit Erläuterungen der indischen Begriffe, die im Buch vorkommen.

Wer ist die Autorin?

„Sharon Maas wurde1951 in Britisch-Guyana geboren. Und wie kaum eine andere kennt sie das Gemisch der Rassen und Kasten, Hautfarben und Religionen und die sich daraus ergebenden Konflikte. Nach dem Abitur arbeitete sie fünf Jahre lang als Berichterstatterin für den "Sunday Chronicle" in der Hauptstadt Georgetown, reiste dann jahrelang durch Südamerika, Asien und Europa und kam 1975 schließlich nach Deutschland - da sie dort ihre große Liebe gefunden hatte. Hier studierte sie Sozialpädagogik und war dann als Bewährungshelferin in Marbach tätig. Seit 1983 ist Sharon Maas deutsche Staatsbürgerin und lebt heute mit Mann und Kindern wechselweise in Süddeutschland und in England. Zurzeit arbeitet sie an ihrem dritten Roman. Außer "Der Zaubergarten" ist von ihr noch erschienen "Pfauentanz".“
Übersetzt wurde das Buch aus dem Englischen von Gloria Ernst.

Klappentext:

„Das sorglose Leben der jungen Saroj, Tochter einer wohlhabenden indischen Familie im Britisch-Guyana, findet ein jähes Ende, als der Vater ihr die bevorstehende Heirat mit dem Sohn eines Geschäftsfreundes verkündet. Mit aller Kraft setzt Saroj sich gegen den despotischen, von jeher ungeliebten Vater zu Wehr. In ihrem Streben nach Unabhängigkeit wird sie nur unterstützt von ihrer schwarzen Freundin Trixie, ihrem Bruder Ganesh und ihrer sanftmütigen Mutter, die selbst ein Leben in geheimer Rebellion führt. Als Saroj endlich - für einen hohen Preis - den Kampf um die Freiheit gewinnt und in London Medizin studiert, begegnet sie dort Nat, einem Kommilitonen, den ein englischer Arzt einst aus einem südindischen Waisenhaus geholt und adoptiert hatte. Die Liebe trifft die beiden wie ein Blitzschlag, doch allmählich kommen ebenso unerwartete wie beunruhigende Zusammenhänge zwischen den Familien des jungen Paares ans Licht...."

persönliche Kurzbeschreibung:

In diesem Roman von Sharon Maas, spielen abwechselnd drei Charaktere, also 3 Personen unabhängig voneinander die Hauptrolle.
Zum einen geht es um die Geschichte der jungen Saroj. Diese kommt aus einer reichen indischen Familie in Britisch-Guyana und soll mit dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters verheiratet werden. Da hat Saroj aber auch noch ein Wörtchen mitzureden, denn diese möchte das ganz und gar nicht. Saroj möchte lieber studieren und sich ihren Liebsten selber aussuchen. Sie schafft es mit Hilfe ihrer Mutter durchzusetzen und ihr Leben in eigene Hände zu nehmen. Sie studiert in London, wo sie dann Nat kennenlernt, die 2. Figur in dem Roman. Sie verliebt sich in Nat.
Nat, ein junger Inder, der von David einem englischen Arzt adoptiert wurde, weiß aber nicht, wo er her stammt.
Eine weitere Hauptfigur ist Savitri. Sie ist Sarojs Mutter. Savitri besitzt heilende Hände. Und dann gibt es noch den Jungen David.

Die Geschichten dieser 3 unterschiedlicher Menschen beginnen für den Leser am Anfang unabhängig und es bestehen keinerlei Verbindungen. Dies ändert sich aber am Ende des Buches. Ich möchte aber hier nicht zu viel vorab verraten und die Spannung nehmen.

Das Cover:

Das Cover von meinem Taschenbuch sieht anders aus, als es hier vorgegeben ist. Das Taschenbuch ist typisch indisch gestaltet. Zu sehen ist ein Palast mit 4 hohen Minaretten. Farblich ist es in verschiedenen Lilatönen mit Verziehrungen gestaltet. Vor dem Palast sieht man Wasser, vermutlich ein großer Brunnen. Das kann man aber nur erahnen.
Über diesem Palast steht der Titel des Buches „Der Zaubergarten“ und darüber der Autorennamen „Sharon Maas“.
Auf der Rückseite sieht man die gleichen Farben wieder, nur ohne Bild. Darauf findet man den Klappentext.

Leseprobe:

Nat

Tamil Nadu, Bundesstaat Madras,

1947

„Paul war vier Jahre alt, als ihn der Sahib von dort, wo die vielen Kinder waren, fortholte. Diesen Tag würde er niemals vergessen. Er wachte von einem dröhnenden Klang auf, als jemand auf einen großen Messinggong schlug: Das war Schwester Maria, die die Kinder weckte. Draußen krächzten aufgeregt die Krähen, so als wüssten sie, dass dies ein besonderer Tag war, und stoben mit flatterndem Flügelschlag davon. Paul kniete sich zum Gebet auf seine Matte, streckte sich ausgiebig, gähnte, stand auf und ging hinaus, um Wasser zu lassen.

Am Brunnen neben dem Wasserhahn standen gefüllte Eimer bereit, an deren Rand jeweils drei Blechtassen hingen. Die Kinder drängelten sich plappernd und lachend vor, und Paul war wie immer der letzte. Er schöpfte eine Tasse Wasser und goss sich die eine Hälfte davon über die Brust, die andere über den Rücken, so dass seine Haut glänzte und alle seine Körperhärchen aufstanden wie bei einem gerupften Huhn. Er hatte ein Stück Seife ganz für sich allein, das jetzt allerdings nur noch so groß wie eine Ein-Rupien-Münze war. Damit seifte er sich ein, bis er überall mit Schaum bedeckt war. Dann spülte er den Seifenschaum mit drei Tassen kaltem Wasser ab. Das machte er alles ganz allein. Sie mussten beim Baden mit vier Tassen Wasser auskommen, sagte Schwester Bernadette, denn Wasser war kostbar, der Brunnen fast leer, und niemand wusste, ob der Ostmonsun dieses Jahr kommen würde. Wenn dies nicht geschah, nun, dann würden sie sich eben nicht mehr baden können. Schließlich würden sie auch nichts mehr zu trinken haben, und dann würden sie sterben. Paul betete jeden Tag, dass der Monsun kam.

Am Hosenschlitz seiner blauen Shorts fehlte ein Knopf. Er hatte seine Hose einer der feinen Damen in Weiß, die Schwester Bernadette hieß und seine Lieblingsschwester war, gezeigt. Sie hatte gesagt, dass er den verlorenen Knopf suchen sollte. Als er ihn jedoch nicht finden konnte, sagte sie, dass es dann eben auch so gehen müsse, weil sie keine Knöpfe mehr hätten. Auch an seinem weißen Hemd fehlten zwei Knöpfe, aber das war nicht so schlimm wie der fehlende Knopf an seinem Hosenschlitz. Den meisten Kindern fehlten Knöpfe an den Hemden. Wo mochten nur all die verlorenen Knöpfe bleiben? fragte sich Paul manchmal. Wie konnte es sein, dass sie einfach verschwanden und nie wieder gefunden wurden? Einmal hatte er Schwester Bernadette gefragt, wo all die Knöpfe von den Hemden, Kleidern und Shorts der Kinder hinkämen. Schwester Bernadette hatte gelächelt und gesagt, dass vielleicht das Jesuskind die Knöpfe nähme, um damit zu spielen. "Aber wenn das Jesuskind die Knöpfe nimmt, dann ist das Stehlen", sagte Paul. Schwester Bernadette lächelte nur und korrigierte sich: "Nein, nein, Paul, das Jesuskind stiehlt nicht, es ist der kleine Krishna, der die Knöpfe stiehlt und sie in den Himmel bringt, damit er und das Jesuskind damit spielen können."

Eckdaten zum Buch:

- Taschenbuch vom Verlag der Buch Club,
- www.derclub.de,
- 607 Seiten davon
- Glossar von 3 Seiten (Erläuterung der indischen Redewendungen),
- Buch-Nr. 83283 2,
- 8,95 €

Meine Meinung:

Der Schreibstil der Schriftstellerin ist sehr sympathisch und verständlich. Ein wenig abgelenkt wird man von den indischen Wörtern. Da muss man oft hinten im Buch nachsehen und nachlesen, was sie bedeuten. In diesem spannenden Roman gibt uns die Autorin einen tiefen Einblick in Religion, Traditionen und Sitten des Landes. Vieles wird nicht nur oberflächlich erwähnt, sondern es erfolgen Erläuterungen zum Glauben.
Am Anfang des Buches ist das Geschehen sehr langatmig und etwas in die Länge gezogen. Dadurch, dass die Geschichten der 4 Personen unterschiedlich dargestellt werden, verliert man schon mal den Faden, denn man sieht keinerlei Zusammenhänge. Auf 75 Kapiteln wird das Leben der 3 Hauptdarsteller ausführlich beschrieben.
Sehr geschickt und für den Leser spannend erzählt, springt die Autorin zwischen den unterschiedlichen Hauptdarstellern hin und her, aber auch zwischen Orten und Zeiten. Manchmal scheint alles verworren, dann wieder klar und deutlich.
Im ersten Teil des Buches scheint nichts miteinander verbunden zu sein. Im zweiten Teil des Romans verschmelzen so langsam die Figuren und die Geschehen. Damit kommt beim Leser dieser Aha-Effekt auf. Und schließlich gibt es dann noch den dritten Teil. Dieser Teil kommt beim lesen etwas für meine Meinung zu kurz und zu abrupt. Was im ersten Teil oft zu langatmig war, kommt im letzten Teil des Buches etwas zu kurz. Da war ich schon etwas enttäuscht.
Das Buch liest sich wie eine exotische Familiensaga, aber in keiner Weise kitschig geschrieben. Ich muss aber sagen, es ließt sich nicht wirklich einfach. So mal schnell am Strand lesen ist nicht. Man muss oft, so ging es mir jedenfalls, über das Gelesene nachdenken.

Fazit:

Ihr solltet den spannenden Roman wirklich einmal lesen, es lohnt sich sehr. Die Autorin hat hier einen spitzenmäßigen Roman geschaffen, ein Meisterwerk finde ich. Eine Geschichte, die
sich zwischen verschiedene Kulturkreise und Religionen schlängelt, welche über Liebe, über Bildung, aber auch über Niederschläge und Höhepunkte in menschlichen Leben der Figuren handelt. Ich werde das Buch bestimmt noch ein zweites Mal lesen.
Das Buch hat mit sehr gefallen, obwohl ich am Anfang nicht so begeistert davon war, aber je weiter ich las, umso mehr wuchs die Spannung.

Ich vergebe eine Leseempfehlung für diesen Roman „Der Zaubergarten“ von Sharon Maas.

Ich kann dem Roman einfach nur 5 Sterne vergeben, denn er hat es verdient.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Ich bedanke mich für das Interesse an meinem Bericht, für die Lesungen und Bewertungen.
...
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 21.02.2010
oh, das ist was für mich, ich lese sehr gerne Romane die in diesen Gegenden spielen. Weil die Hinterrundinformationen so wunderbar sind, und uns die Mentalität der Asiaten näherbringen, die für uns ja meistens fremd sind. Wunderbar beschrieben !!! - LG Gisela
templerthomas
templerthomas, 24.02.2010
zuerst dachte ich mir weniger was für mich aber die Leseprobe ist amüsant, interessant - muss ich mir überlegen, danke für den Tipp
Jack100
Jack100, 23.02.2010
Schöner Bericht. Und danke für das Lesen meines Berichtes.
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sanyo1981

Indisches Leben und Lieben - Exotic pur

ein Testbericht von 2007-07-15 13:21:00 vom 15.07.2007
Empfehlung:
Vorteile: spannend und gut geschrieben - flüssig zu lesen...
Nachteile/Kritik: teilweise etwas verwirrend
Ich habe das Club-Taschenbuch von Bertelsmann für 8,95 Euro erstanden, für diese Menge Seiten ein wirklich guter Preis. 604 Seiten Text und noch einige Seiten mit Erläuterungen der indischen Begriffe, die immer wieder eingestreut wurden.
Dann habe ich es mit in den Urlaub genommen - und habe keine Minute bereut.

Zum Buch:

Das Buch fährt immer abwechselnd auf verschiedenen Schienen:
Es erzählt die Geschichte der jungen Saroj
Saroj, die Tochter einer reichen indischen Familie in Britisch-Guana soll bald mit dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters verheiratet werden. Jedoch will Saroj das keinesfalls - sie möchte lieber studieren und sich den Mann ihres Lebens selbst aussuchen. Mit Hilfe Ihrer Mutter schafft Sie, dies dann auch durchzusetzen. In London, wo Saroj dann studiert lernt sie Nat kennen - einen indischen jungen Mann in den sie sich auf der Stelle verguckt.


Dann wird die Geschichte von Sarojs Mutter Savitri erzählt
Diese spielt ja viele Jahre eher und erklärt, warum Sarojs Mutter so viel Verständnis für die Wünsche Ihrer Tochter hat, sich selbst einen Mann zu suchen. Savitri war in einen jungen Mann, einen Engländer, verliebt, zu dem sie aber keinen Kontakt halten durfte, weil Inderinnen keine Engländer heiraten und Inder schließlich die Dienstboten der Engländer sind. Schließlich führten die beiden eine geheime Beziehung, die durch den Krieg zerrissen wurde und die beiden verloren sich aus den Augen...

Und dann wird noch die Geschichte von David und Nat erzählt:
David ist ein englischer Arzt, der Nat vor vielen Jahren aus einem Waisenhaus geholt hat, ihn aufzog und zur Schule schickte um einen würdigen Nachfolger für seine Arbeit in einem armen Dorf in Indien zu haben.

Nach einigen Wirrungen kommen die Zusammenhänge ans Tageslicht, die erklären, wie Saroj und Ihre Mutter Savitri mit Nat und dessen "Vater" David, der Nat aus einem indischen Weisenhaus geholt hat, zusammenhängen.

Sehr verwirrend ist anfangs, dass es in jedem Kapitel um eine andere Person geht. In den 75 Kapiteln werden zunächst die Hauptpersonen Nat, Saroj und Savitri mit ihrer Lebensgeschichte vorgestellt. Abwechselnd wird dann immer wieder eine weitere Epoche des Lebens dazugefügt. Mann muss ziemlich aufpassen, in welcher der 3 Geschichten bzw. Zeiten das jeweilige Kapitel spielt.

Verworrene Familienzusammenhänge im alten Indien, die Sichtweise der Inder zum Leben und auch die indische Lebensweise werden einem in diesem Buch auf beinahe "spielerische" Weise nähergebracht.
Man kann sich im Laufe der Zeit in jede Figur des Buches hineinversetzen und ist bis zur letzten Seite gespannt, wie es denn nun ausgehen wird.


Der Buchpreis liegt regulär bei 10 Euro - bei Buchclubs und im Internet gibt es das Buch aber auch günstiger!
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Kommentare
swissghostly
swissghostly, 15.07.2007
toller Bericht. Würde mich übrigens sehr über Gegenlesungen freuen.
margy
margy, 15.07.2007
klassw geschrieben und dokumentiert. lg margy
Puenktchen3844
Puenktchen3844, 15.07.2007
SH Liebe Grüße Wilfriede
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