ein Testbericht von IchLiebeMarco2004-04-23 14:20:26vom 23.04.2004Empfehlung: ja
Vorteile: weiß nicht, schweres Thema...Nachteile/Kritik: grausam geschildert
Heute möchte ich einmal ein Buch vorstellen, welches ich für die Schule lesen musste. Über dieses Buch habe ich eine geteilte Meinung. Auf der einen Seite muss man dieses Buch gelesen habe, denn es verdeutlicht wie schrecklich und unmenschlich die Herrschaft der Nationalsozialisten und die damit verbundene Massenvernichtung der Juden gewesen ist. Es soll warnen und aufwecken, damit es nie wieder zu solch einer Entwicklung kommt. Auf der anderen Seite aber muss man es wiederum aber nicht gelesen haben, denn es ist teilweise sehr grausam und über mehrere Seiten wird beispielsweise eine Vergasung geschildert und erschreckende Details werden freigelegt. Aber ich hatte ja nun einmal keine Wahl und ehrlich gesagt auch keine Ahnung davon, wie schlimm dieses Buch ist, zumal ich als einzige dieses Buch lesen und ein Referat darüber halten musste. So, nun möchte ich euch erst einmal erzählen, um welches Buch es sich handelt. Der Name ist „Der Tod ist mein Beruf“. Ein Titel der einem zu erst nicht viel sagen wird, aber bei genauerem Hinsehen, auf die Taschenbuchausgabe erkennt man die Tür einer Gaskammer und spätestens dann müsste jedem klar werden, in welchen Bereich dieses Buch eingeordnet werden muss. Geschrieben wurde es über Robert Merle, über den ich zu erst sprechen möchte.
Robert Merle
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Es war schon etwas schwierig etwas über den Auto herauszufinden, da er sich sein ganzes Leben lang immer sehr bedeckt hält. So stand eine schwierige Aufgabe von mir und ich habe aus vielen Seiten aus dem Internet eine Biographie über ihn herausgearbeitet und versucht zu verstehen, welche Ereignisse ihn dazu veranlasst haben, solch ein Buch zu schreiben.
Robert Merle am 20. August 1908 in Tebessa, das liegt in Algerien und war damals französische Kolonie. Er besuchte in Frankreich eine Schule und studierte anschließend Philosophie, Englisch an der Sorbonne ( Begriff für den Pariser Universitätskomplex). In Philosophie bekam er später den Doktortitel.
Ein sicher entscheidendes Erlebnis, das sein Leben prägte, war die deutsche Gefangenschaft, in der er sich von 1940-1943 befand. Zweifellos ist aber auch die alleinige Kriegssituation in Europa prägend für ihn gewesen. 1949 bekam er dann den Prix Goncourt für „Ein Wochenende in Zuidcode“. Er wurde später Lehrer an einer weiterführenden Schule und wechselte dann in den universitären Lehrbetrieb und lehrte in Rennes, später in Toulous, Rouen, Algier und Nanterre englische Sprache und Literatur. 1952 gelang ihm dann ein weltweiter Erfolg mit „der Tod ist mein Beruf“. 1979 erschien der erste Band seiner Romanfolge „Fortune de France“. Heute mit 92 Jahren (!) lehrt er an der Universität „nanterre“ und lebt in Montfor- l’Amaury in der Nähe von Paris. Man merkt gleich, dass wir hier es mit einem Intellektuellen zu tun haben.
Wie es zu Entstehung dieses Romans kam
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Kurz nach 1945 wurden in Frankreich die ganzen grausamen Ereignisse, die in den Todeslagern statt fanden bekannt. Doch das Interesse dafür verschwand auch wieder, da dies der neuen Politik im Wege stand. Robert Merle ging beim Schreiben des Buches sehr genau vor, er ging vor wie ein Historiker und er rekonstruierte weitgehend und langsam. Er bekam im Jahre
1951 für mehrere Monate Zugang zu den Nürnberger Archiven, dies wurde ihm vom internationalen jüdischen Dokumentationszentrum erlaubt. Man darf natürlich nicht vergessen, dass er auch vor seinen Recherchen wusste, dass in Auschwitz über 5 Millionen Juden vergast worden, allerdings wusste er nichts über deren organisatorische Umsetzung.
Die Hauptperson im Buch gab es wirklich, allerdings benannte er seine Romanfigur von Rudolf Höß in Rudolf Lang. Der reale Rudolf Höß war Lagerkommandant in Auschwitz gewesen. Dieser wurde von dem amerikanischen Psychologen Gilbert während des Nürnberger Prozesses in seiner Zelle befragt. Gilbert verfasste ein Resümee und stellte es Robert Merle zur Verfügung, nur so konnte man das Wesentlichste aus Rudolf Höß Leben bekannt werden.
Der erste Teil des Romans wurde weitgehend frei erfunden, im zweiten Teil wird dagegen die Arbeit und Integration des Todeslagers Auschwitz beschrieben. Trotz seiner schlimmen Tatsachen wird dieses Buch heute immer noch oft gelesen, ich bin aber unsicher und weiß nicht, ob es sinnvoll ist dieses Buch zu lesen. Allerdings kann ich auch sagen, dass dieses Thema zu schnell vergessen wird. Ich weiß aber nicht, ob es der richtige Weg ist, in dem man den Menschen jedes Detail vor Augen führt.
Inhalt
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Nun möchte ich euch etwas zum Inhalt erzählen, damit ihr endlich wisst, worum es geht. Rudolf wächst in einer sehr strengen, religiösen, „typisch deutschen“ Familie auf. Das tägliche Leben ist von Gehorsam und Disziplin geprägt und Rudolf fürchtet sich sehr vor seinem Vater. Aus Furcht versucht er immer zu gehorchen und alles richtig zu machen, eine Sache die Sein restliches Leben beeinflussen wird. Liebe wird in dieser Familie durch Strenge ersetzt und es herrschen auch einige Eigenarten in dieser Familie, beispielsweise wird sich nur mit kaltem Wasser gewaschen. Täglich ging man in die Messe und man betete mehrmals am Tag. Rudolfs Vater hat von Geburt an den Beruf Priester für seinen Sohn vorgesehen, denn der Vater wollte damit seine eigenen Sünden wieder gut machen. Schon von klein auf bewundert Rudolf Soldaten und Offizieren und träumt öfters vom Schießen. Im Jahr 1914 stirbt der Vater von Rudolf, aber das Leben geht eigentlich weiter wie gewohnt.
Der erste Weltkrieg beginnt und Rudolf ist äußerst kriegsbegeistert und würde gern mitkämpfen, allerdings ist er zu jung und das macht ihn traurig. Er wird daraufhin freiwilliger Hilfskrankenträger und er macht zwei vergebliche Fluchtversuche, um doch kämpfen zu dürfen. Für Rudolf ist der Franzose der Teufel. Zwei Jahre später lernt er Rittmeister Günther kennen. Er lobt Rudolfs Tatkräftigkeit und er meint, er handle „wie ein richtiger Deutscher“. Genauso bezeichnet er Geistliche als Ausbeuter, sie verdummen die Deutschen. Er will Rudolf zum Dragoner machen, was ihn sehr stolz macht, denn nun kann er aktiv etwas für das Vaterland tun. Er bringt Rudolf etwas bei, was dieser bis an sein Lebensende beherzigt und hier wird ein weiterer Grundstein für Rudolfs Entwicklung gelegt „Ein guter Deutscher tut was Deutschland befiehlt“ ( Zitat aus dem Buch). Rudolf soll sich nun immer sagen „Meine Kirche heißt Deutschland“ ( Zitat aus dem Buch). Ab sofort geht er nicht mehr zur Messe und begeht die 3. Flucht und wird zum Dragoner. Das geregelte Kasernenleben bereitet ihm Vergnügen, da er das geregelte Leben schon von zu Haus kennt und ihm immer gleiche Handlungen und Bewegungen Freude bereiten. Er liebt den Umgang mit Waffen und Pferden und wird in den Irak versetzt. Er übt eine eiserne Disziplin beim Scheißen aus und erschießt viele Menschen und erkrankt später an Malaria. Als er 16 ½ ist, stirbt seine Mutter, doch er zeigt keine Gefühle, er liest lieber Kriegsberichte und seine Schwestern sind ihm auch egal, sie sind ihm wie Fremde geworden und nach einem Besuch später sieht er sie nie wieder und macht auch nicht den Versuch. Sein Vormund drängt immer noch darauf, dass er Priester wird.
Es verschlägt ihn nach Palästina, Aleppo, Adana, Damaskus und jede Station macht ihn härter, aber er fühlt kein Mitleid und will Araber und Türken ausrotten und mordet und plündert mit seinen Leuten weiter.
1918 ist der Krieg vorbei und Rudolf kehrt zurück nach Deutschland, dort hat man aber keine Verwendung mehr für Soldaten, die Bevölkerung ist sauer auf sie, sie haben immerhin versagt. Ein Kamerad, Schrader, nimmt ihn bei sich auf. Rudolf stellt entgültig klar, dass er nicht Priester werden will. Beide bekommen eine Anstellung in einer Fabrik, aber auch dieser Versuch scheitert, da Rudolf nicht fähig ist gemeinschaftlich zu arbeiten. Er gehorcht nur den Befehlen und nimmt keine Rücksicht auf Kollegen.
Beide werden schließlich zu Freikorps. Nun beginnt Rudolf wieder zu leben. Sie gelangen ins Baltikum und morden und plündern wieder. Schrader stirbt allerdings dabei, aber auch dies rührt Rudolf nicht. Er kommt wieder zurück nach Deutschland und hat wieder nichts zu tun und begibt sich nach M. Ab 1922 begann für Rudolf eine Zeit des Hungers, der Not und der harten Arbeit.
Er nimmt eine schwere Arbeit beim Bau einer Brücke an, er ist völlig ausgehungert und fühlt sich nun nichts mehr wert. Er fasst den Entschluss sich selbst zu töten, nur knapp kann ein Kollege, ein SA-Mitglied, ihn davon abbringen. Er möchte nun Deutschland unterstützen und gegen die Juden kämpfen, denn dieser ist nun für ihn der Teufel. Er tritt nun völlig aus der Kirche aus und wird SA-Anwärter und dies bereitet ihm Freude, da er nun wieder Befehle ausführen kann. Nun macht auch die schwere Arbeit ihm Spaß, da er aktiv etwas für Deutschland tut und einen Befehl ausführt. Die Pflicht bestimmt nun sein ganzes Leben.
Doch er möchte lieber wieder kämpfen und wird ungeduldig. Da er an der Hinrichtung eines Verräters teilnimmt wird er zu 10 Jahren Haft verurteilt, doch er bereut nichts. Nicht einmal aus Schein und die damit in Aussicht gestellte Haftmilderung können ihn dazu bringen zu reuen. Da der Direktor von dieser Einstellung begeistert ist, hilft er ihm und kommt nach 5 Jahren frei.
1929 wird er dann endgültig in die Partei aufgenommen und das macht ihn glücklich.
Er bekommt eine Anstellung und das Angebot sich ein vollkommen heruntergekommenes Gut wieder herrichten zu dürfen. Danach müsse er für sich selber sorgen. Er nimmt gern an, da er dort auch mit Tieren arbeiten könnte. Die Bedingung ist eine Heirat, er darf nicht widersprechen, sondern muss Elsie, ein „typisch deutsches“ Mädchen heiraten. Sie sei „fleißig, willig, untadelig, handgängig“ ( Zitat aus dem Buch). Das Leben ist hart, aber Elise arbeitet tatkräftig mit und so können sie das Gut wieder gemeinsam herrichten. Rudolf tritt einem Bund zur Erneuerung des Bauerntums bei.
Doch Elise bekommt Probleme, sie fühlt sich ungeliebt, doch er versichert ihr seine Liebe. Er selbst gibt aber zu, nur schwer zu Liebe fähig zu sein, auch der Sex mache ihm kaum Spaß. Er soll nun eine Reiterabteilung ausbilden und sein erster Sohn wird geboren.
Rudolf lernt nun den Grundsatz „Ein SS-Mann muss auf Befehl die eigene Mutter töten“. Es werden 2 weitere Töchter geboren.
1932 wird Rudolf aufgenommen in die Elite des Führers als Oberscharführer. Himmler beauftragt ihn zwei Jahre später damit persönlich Dachau zu verwalten. Nach anfänglichem zögern, weil es ein Gefängnis ist, obwohl er nicht selber inhaftiert wäre, nimmt er an. Für die Familie bringt dies aber viele finanzielle Vorteile mit sich und eine Villa.
Elsie lässt er von Anfang an in dem Glauben, dass die Häftlinge dort nur arisch erzogen werden würden. Ein weiterer Sohn wird geboren.
1940 erhält er denn extrem geheimen Befehl, dass alle Juden ausgerottet werden müssen. Er soll dazu eine alte Kaserne in ein Todeslager mit dem Namen Auschwitz umbauen und mit Birkenau einigen. Die Zeit dafür ist knapp, sonst wird er erschossen. Rudolf sucht deswegen nach allen Wegen um Mitteln um in der festgesetzten Frist das Lager aufzubauen. Er lässt die Juden schwer arbeiten, doch alles läuft nur schwer, wie er es sich vorstellt. Es brechen beispielsweise Epidemien aus, aber die Forderungen werden immer schwieriger, so soll er immer mehr Mensch in immer weniger Zeit töten. Wie er es macht sei seine Sache. Er besucht dazu Treblinka und wird Zeuge eine Vergasung, doch auch das lässt ihn kalt (!). Er sucht nach effektiven Vernichtungsmethoden und berät sich mit dem Lagerkommandanten von Treblinka. Nur Setzler, einen Kollegen, den er mitgebracht hat, empfindet Mitleid und sucht nach Ausreden, um möglichst wenig mitzubekommen.
Rudolf erweist sich als Organisationstalent, er tut alles um so viele Menschen wie möglich täglich ermorden zu können und versucht sie dabei auch zu täuschen, mit Erfolg. Er baut Gaskammern, wie in Treblinka und kann den geforderten Plan erfüllen. So verbindet er auch Auschwitz mit dem Bahnhof.
Die Probleme mit Elsie werden größer, sie vermisst seine Zuneigung und er arbeite ständig. Mittlerweile schläft Rudolf auch nicht mehr bei ihr, er hat auch Angst im Schlaf den geheimen Plan zu verraten.
Seiner Aufgabe geht Rudolf nun weiter mit großer Genauigkeit nach, um die Zahl ständig erhöhen zu können, allerdings bekommt er mittlerweile Probleme die geforderten Personen hinrichten zu können, da die Forderungen ständig höher werden. Er informiert sich über das Leichen verbrennen, da überall kein Platz mehr im Boden für Leichen ist. Setzler hält sich mit einer Ausrede weit weg vom Geschehen, da der Geruch fürchterlich sein soll, ein scharfer Fettgeruch. Dies bringt Rudolf auf die Idee Verbrennungsöfen zu bauen und Setzler bittet um eine vergebliche Versetzung. Rudolf dagegen möchte wieder gern auf einem Gut arbeiten mit Pferden. Am Weihnachtsabend erhalten alle die Nachricht, dass Setzler sich umgebracht habe. Er begründete es in einem Abschiedsbrief damit, dass er den Geruch nicht mehr ertragen hatte. Man lässt es schließlich wie ein Unfall aussehen.
Der Reichsführer kommt zu Besuch und man führt ihm eine Probevergasung vor, er ist begeistert, doch das Lager ist längst überlastet und es gibt ständig neue Probleme.
Der Verwalter von Treblinka ist bei Rudolf zu Gast, er redet frei über die „hässlichen Juden“. E geht davon aus, dass Elsie alles weiß. Rudolf befürchtet Elsie könne etwas davon hören und bittet ihn leiser zu seine. Doch das nützte nichts mehr. Sie hatte alles gehört, sie war wütend, sie war außer sich vor Wut und schockiert. Sie konnte es kaum fassen, wie sie sich hat täuschen lassen. Rudolf erklärt, dass er nur Befehle ausgeführt habe, doch viel mehr beunruhigte ihn die Sache, dass er den Reichsführer verraten hat. Auf die Frage, ob er für das Geheimnis den jüngsten Sohn getötet hätte, antwortete er mit „Ja“. Das schlug dem Fass den Boden aus und Elsie sperrte sich in ihr Zimmer ein.
1945 waren alle Bauten beendet und die Familie zog um nach Berlin, nur Rudolf blieb und half für kurze Zeit dem Nachfolger des Lagers. Anschließend arbeitete er 8 Monate unter falschem Namen auf einem Gut. Dort wird ihm auch Himmlers Selbstmord bekannt und ist fassungslos und enttäuscht. Er drückt sich und gilt für Rudolf als Verräter.
Rudolf wird von zwei amerikanischen Soldaten verhaftet und lange Zeit verhört und in verschiedene Gefängnisse gebracht. Er wird Angeklagter im Nürnberger Prozess, seine Entschuldigung besteht daraus, das er schließlich nur unsicher war, er wüsste aber nicht, ob das alles nötig war. Er bereut nichts, denn Juden sind ja keine Menschen. Sein Urteil ist die Todesstrafe, durch Erhängen.
Meine Erfahrung
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Mich hat dieses Buch sehr schockiert. Die Anfänge dieser Entwicklung wurden für mich aber schon in seiner Kindheit gelegt. Von klein auf lehrte man ihn Befehlen zu gehorchen und sich ihnen nicht zu widersetzen. Und dies hat er sein ganzes Leben lang fort geführt, für ihn ist es normale Befehle zu erhalten und diese Auszuführen, die Überlegung, ob diese Dinge nützlich bzw. sinnvoll sind überlies er immer den anderen.
Ganz schrecklich finde ich die Sache, wie er nach Mitteln gesucht hat, um so viele Menschen wie möglich vergasen zu können. Zwar hat er da auch meist aus Befehl gehandelt, doch Freude hat es ihm auch bereitet, seine Überlegungen ausprobieren zu können. Er zeigte dabei nie Gefühle und auch im Prozess bereut er nichts.
Man kann sich nur an den Kopf fassen und muss bei vielen Verbrechern des zweiten Weltkrieges schon in der Kindheit anfangen zu wühlen, um herauszufinden, welche Umstände sie zu solch grausem Taten gebracht haben. Somit sind auch Rudolfs Eltern zum Teil Schuld. Ich möchte ihn damit keineswegs in Schutz nehmen, da er als erwachsener Mann für seine Taten allein verantwortlich ist, aber ich möchte gern verstehen, welche Dinge dazu beigetragene haben. Das Buch soll außerdem zeigen, dass man niemals vergessen darf, was damals in diesen Lagern geschehen ist. Die Menschen sollen ermahnt werden, denn so etwas darf nie wieder geschehen. Ich habe euch viele grausame Details erspart, denn diese sind wirklich erschütternd und die Beschreibungen sind alles andere als nett. Am schlimmsten finde ich die Vergasung in Treblinka.
Ich habe den Inhalt sehr ausführlich beschrieben, da man dieses Leben einfach nicht kurz fassen kann. Er war selbst noch ein Kind als er mit dem Morden begann und so vieles hat in ihm einen Hass erweckt, beispielsweise das Feindbild des Juden. Hier ein Zitat von Robert Merle zu dem Buch „Nicht Bosheit oder angeborene Brutalität brachten ihn dazu, täglich unschuldige Menschen zu Tausenden zu vernichten, sondern ein ungeheures Bewusstsein von Ehre, Gründlichkeit und Gehorsam gegenüber einem Staat und seinen Führern“. Ich denke, das trifft das ganze auf den Punkt. Diese eiserne Disziplin brachten ihn dazu, zwar wollte er auch sein eigenes Leben schützen, aber er war ja immer gewillt etwas aktiv für das Vaterland zu tun. Die Interpretationsmöglichkeiten sind hier weit. Zwar wird hier kaum Rücksicht genommen in diesem Buch und alles eiskalt geschildert, aber vielleicht ist das der richtige Weg um den Menschen zu zeigen, zu was Menschen fähig sein können.
Fazit
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Ein dennoch empfehlenswertes Buch, ob man es liest, muss jeder für sich allein entscheiden und ob man mit dem Inhalt umgehen kann. Es ist ein Buch zum Nachdenken und auf keinen Fall zur Unterhaltung, auch an Humor ist hier nicht ein Satz zu finden. Ich habe für dieses Buch als Taschenbuchausgabe von A/V 9,80€ bezahlt, ich denke ein annehmbarer Preis.
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Das 293seitige Taschenbuch erschien im Aufbau Taschenbuchverlag in der 13. Auflage am 1. Februar 2000 in deutscher Sprache. Unter der ISBN 978-3746612126 ist es zu einem Preis von 9,95 € erhältlich. Das Original erschien unter dem Titel "La mort est mon metier". Übersetzer: Curt Noch.
Buchumschlag:
Auf dem türkisen Buchumschlag öffnet sich eine Türe einen großen Spalt breit und lässt das Licht der Sonne in ein Zimmer strahlen.
Autor:
Robert Merle wurde 1908 in Tébessa in Algerien geboren. Nach Schule und Studium in Frankreich war er von 1940 bis 1943 in deutscher Kriegsgefangenschaft. 1949 erhielt er den Prix Goncourt für seinen ersten Roman "Wochenende in Zuydcoote", 1952 gelang ihm ein weltweiter Erfolg mit "Der Tod ist mein Beruf". Robert Merle starb im März 2004 in seinem Haus in Montfort-l"Amaury in der Nähe von Paris.
Klappentext:
Inspiriert von den Tagebuchnotizen des Lagerkommandanten Rudolf Höß schrieb der junge Merle diesen ersten Holocaust-Roman aus Tätersicht, der ihn weltberühmt machte. Die einzigartige Psychostudie eines Massenmörders aus Gründlichkeit und Gehorsam hat bis heute nichts von ihrer düsteren Spannung verloren.
Inhalt in eigenen Worten:
Rudolf Lang erzählt seine Geschichte, beginnend mit seiner Kindheit. Er erzählt davon, dass sein Vater sehr früh starb und er seine Stelle einnehmen musste. Dann versucht er in jungen Jahren bereits, an die Front zu kommen, wird aber immer wieder abgewiesen. Dann beginnt der Erste Weltkrieg, er ist gerade einmal 14 Jahre alt, wird in ein Lazarett gesteckt zum Arbeiten. Er trifft auf Rittmeister Günther, der ihm Parolen über das Militär und den Nationalismus zum Besten gibt. Rudolf wendet sich vom Glauben und der Kirche ab. Da Rudolf zu gerne den Soldaten beitreten würde, schlägt der Rittmeister vor, ihn ins Dragonerheer eintreten zu lassen. Abgehärtet von den Schicksalsschlägen des Krieges und dem Tod der Mutter wird aus ihm ein Mann, der auf andere keine Rücksicht mehr nimmt. Rudolf Lang erzählt aus den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen und auch davon, dass er nach Auschwitz als Kommandant kam und was sich dort alles abspielte im Zweiten Weltkrieg bis hin zu seiner Hinrichtung.
Wie entstand dieses Werk:
1951, nach all den Ereignissen, durfte Merle Einblick nehmen in die Akten der Nürnberger Prozesse. Das jüdische Zentrum für Dokumentationen gab ihm die Erlaubnis dafür. Merle wusste zwar, dass in Auschwitz viele Millionen Juden starben, aber nichts über die Hintergründe. Um seinen Roman schreiben zu können und die Geschehnisse zu rekonstruieren, musste er sich jedoch damit befassen.
Die Figur des Romanes, Rudolf Lang, war in Wirklichkeit Rudolf Höß, der während des Zweiten Weltkrieges Lagerkommandant in Auschwitz war. Sein Leben wollte er in allen Einzelheiten beschreiben.
Charakterbeschreibungen:
Rudolfs Eltern erziehen ihren Sohn sehr gläubig und sehr streng. Herrschsüchtig und machterhaben reagiert der Vater auf den kleinen Rudolf, gehorchen muss er aufs Wort, Disziplin muss er lernen.
Rudolf hingegen hat Angst vor seinem Vater, gehorcht ihm aufs Wort und versucht, alles nach dem Willen des Vaters auszuführen.
Jeden Tag besucht die Familie den Gottesdienst und betet auch sonst täglich regelmäßig. Wäre es nach dem Vater gegangen, wäre sein Sohn Priester geworden. Das war sein Wunsch für den Sohn.
Schon
in jungen Jahren wünschte sich der kleine Rudolf, in einem Heer von Soldaten in den Krieg zu ziehen.
1914 stirbt dann der Vater, der Junge ist 14 Jahre alt.
In diesem Jahr, in dem der Vater stirbt, beginnt auch der Erste Weltkrieg. Rudolf will als Soldat in den Krieg ziehen, meldet sich dafür an und wird abgewiesen.
Freiwillig meldet er sich als Hilfkrankenträger und versucht zu flüchten, um mit dem Heer zu kämpfen. Die Versuche scheitern jedoch.
Rudolf, in seinem Glauben streng erzogen, sieht in den Franzosen die Teufel. Er ist 16, als er Rittmeister Günther kennenlernt. Auf der einen Seite lobt er den Jungen und verteufelt auf der anderen Seite alle Priester.
"Ich werde dich zu einem Dragoner machen", sagt Günther zu ihm, der sich natürlich darauf freut, endlich kämpfen zu dürfen.
"Ein guter Deutscher tut, was Deutschland befiehlt", ist ein Leitspruch Günthers.
"Meine Kirche heißt Deutschland", ist ebenso ein Ausspruch des Rittmeisters.
Günther ist das Vorbild, eine Leitfigur Rudolfs und der Junge hält sich an all das, was der Rittmeister ihm an Worten mit auf den Weg gibt.
Er geht nicht mehr zur Kirche, flüchtet wieder aus dem Lazarett und tritt den Dragonern bei.
Er kommt in den Irak, erkrankt an Malaria. Seine Mutter stirbt, aber es kümmert ihn überhaupt nicht, auch seine Schwestern werden ihm immer fremder und er entfernt sich weit von ihnen.
Wie bereits sein Vater hört er von Günther immer wieder den Wunsch, dass er den Beruf des Priesters erlernen soll. Als Soldat, das Leben macht ihm Spaß, zieht Rudolf durch sehr viele Gebiete und Länder, geht gerne mit den Waffen um und es erfüllt ihn mit einer großen Freude, Menschen zu erschießen.
Rudolf wird zu einem Menschen, der sich nur an anderen orientiert und Befehle ausführt, sich aber im normalen Leben ohne die Befehle nicht zurecht kommt.
Meinung:
Das ursprüngliche Werk, das Original des Schriftstellers erschien 1952 bei Éditions Gallimard, die deutsche Erstausgabe dann 1957 im Aufbau Taschenbuchverlag.
Aus der Sicht Rudolfs ist der Roman verfasst.
Mehr als 100 Seiten erzählen über die Kindheit. Darauf folgt dann die Ausführung des jungen Rudolf während des Ersten Weltkrieges, danach das Leben zwischen den Kriegen.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Rudolf in seine Heimat Deutschland zurück. Ohne eine Arbeit steht er da, kein Geld in seinen Taschen, leidet großen Hunger.
Dann kann er bei Bau einer Brücke helfen, doch das macht ihn nicht glücklich. Er denkt schließlich daran, sich selbst zu töten.
Damit er wieder ein Ziel vor Augen hat und Befehle ausführen kann, beginnt er, Juden zu hassen. Rudolf will unbedingt gegen sie kämpfen.
Er kommt in die Lage, was ihm aber verboten und verwehrt ist, an einer Hinrichtung eines Verräters teilzunehmen. Dafür wird er zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Nach seiner Haftentlassung tritt er 1929 der Partei bei, bekommt Hilfe angeboten und heiratet auf Wunsch seiner Parteigenossen eine junge Frau.
Diese Partei ermöglicht ihm die spätere Karriere, den Auf- und den Abstieg als Hitleranhänger im Zweiten Weltkrieg.
In aller Offenheit und schockierend ist das Buch Merles in Worte gefasst. Es ist fast unerträglich, das Kind diesen egoistischen Eltern ausgesetzt zu sehen, von denen ich glaubte, dass sie die Drahtzieher dafür sind, was aus Rudolf in späteren Jahren wurde.
Wie er in Auschwitz handelte, wie gerne er Soldat wurde, um abzustechen und zu töten, Menschen zu ermorden, war einfach nur erschreckend, erschütternd.
Wie brutal, wie grausam - ich stand bzw. saß fassungslos vor den Worten des Schriftstellers und dem, was Rudolf von seinem Leben erzählte, dass es mir eiskalt über den Rücken lief.
In einer solch klaren Sprache und einer derartigen Offenheit habe ich noch kein Buch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges gelesen und was dort in einem KZ vor sich ging.
So als sei er eine Maschine ohne Sinn für den anderen, für sein Gegenüber, ohne jede Regung, ohne ein Gefühl brachte Rudolf Millionen von Menschen um.
Sie starben vor seinen Augen, durch seine Hände, aber ihn ließ das alles eiskalt. Unglaublich!
Rudolf war ein Henker, schlachtete die Menschen wie Vieh.
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ein Testbericht von ferya2006-03-14 15:30:05vom 14.03.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Intelligente Literatur mit Tiefgang...Nachteile/Kritik: -
Als Fan von Krimis, Thrillern und spannenden SF-Romanen hat man so seine Lieblingsautoren. So habe ich alle Bücher von Philip Kerr gelesen. Mankell und Frank Schätzing (Der Schwarm) gehören natürlich auch dazu. Dann stieß ich auf ihn: Robert Merle!
Von Robert Merle hab ich schon mehrere Bücher gelesen und bin echt überzeugt von der Schreibkunst dieses Autors. So hab ich diesmal zu nicht ganz einfacher Kost aus seiner Feder gegriffen:
Der Tod ist mein Beruf
Klappentext:
Psychostudie eines Massenmörders von der Kindheit bis zur Hinrichtung, die des Lagerkommandanten von Auschwitz. Nicht Bosheit oder angeborenen Brutalität brachten ihn dazu,
täglich unschuldige Menschen zu Tausenden zu vernichten, sondern ein ungeheuerliches Bewusstsein von Ehre, Gründlichkeit und Gehorsam gegenüber einem Staat und seinen Führern.
Inhalt:
Dieser biographische Roman handelt vom Leben des Rudolf Höss (im Buch Rudolf Lang genannt), welcher Kommandant im KZ Auschwitz war. Beginnend bei der harten Kindheit unter der unerbittlichen Hand seines Vaters wird schnell erkennbar, was die Psyche dieses Mannes geprägt hat. Um die Sünden seines Vaters nach dessen Tod auf sich nehmen zu können, soll er Priester werden. Doch durch den irrtümlichen Glauben, von seinem Beichtvater verraten worden zu sein, verliert er den Glauben an Gott. Nach dem Tod des Vaters versucht er mit aller Macht zum Militär zu gelangen, wird aber stets zurückgeschickt, da er noch keine 16 Jahre ist. Doch schließlich gelingt es ihm und er findet Geschmack an dieser alles beherrschenden Welt, in der ihm gesagt wird was er tun soll und er aber gleichzeitig Macht über andere hat. Sein überdimensioniertes Pflichtbewußtsein lassen keine Fehlungen seiner selbst und anderer zu. Dies sorgt immer wieder für zwischenmenschliche Schwierigkeiten mit z.B. späteren Arbeitskollegen. Nach dem Krieg aus der Militz entlassen, schlägt er sich mit vielen harten Jobs durch und will sein für ihn sinnlos gewordenes Leben beenden. Doch nach einigen harten Prüfungen gelangt er durch seine Einstellung und unerschütterliche Disziplin in allen Lebenslagen unweigerlich zur Partei und beginnt seine fragwürdige "Karierre" als SS-Mitglied....
Fazit:
Robert Merle schreibt selbst, dass es unheimlich schwer für ihn war, dieses Buch in Ich-Erzählweise zu schreiben. Er musste sich quasi mit einem Menschen identifieren, dessen Lebensweg man eigentlich verabscheut. Doch nur so konnte ihm dieser brillianter Roman gelingen, der einen fesselt und zugleich abstößt. Ich sag nur: lest selbst und ihr werdet sehen - es lohnt sich!
Der Autor:
- geboren am 28. August 1908 in Tebessa, im damals französischen Algerien, als Sohn eines Offiziers
- 1918 Umzug nach Frankreich.
- Anglistik-Studium in Paris
- 1940 kämpfte Merle in Dünkirchen und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft.
- als Professor für Anglistik in Reims, Algier und Nanterre tätig
- Sein Lehrauftrag geriet gegenüber der schriftstellerischen Arbeit immer mehr in den Hintergrund.
- Ab 1977 schrieb er kontinuierlich bis an sein Lebensende an seinem Zyklus Fortune de France.
- Im Alter von 95 Jahren starb Robert Merle am 28. März 2004 in seinem Haus bei Paris an einem Herzinfarkt.
andere (von mir gelesene) Bücher von Robert Merle
"Die geschützten Männer"
Eine verheerende Epidemie rafft in den USA die männliche Bevölkerung im zeugungsfähigen Alter dahin. Einziges Hilfsmittel: Kastration. Wer sich weigert wird gejagt oder getötet. Die vormals herrschenden Verhältnisse werden umgekehrt und die Frauen reißen die Macht an sich. Einzig eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern arbeitet streng isoliert als "Geschützte Männer" an einem Serum gegen das Virus. Unter ihnen Ralph Martinelli mit seinem 11-jährigen Sohn. Von Milizionärinnen, Laborantinnen, Kastraten bespitzelt ist sein Dasein nicht gerade einfach. Als er schließlich erfährt, dass die neue Präsidentin gar kein Interesse am Serum hat und seine Stunden gezählt sind, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit....
"Das Idol"
Vittoria Accoramboni - die schönste Frau Italiens im 16. Jahrhundert. In den Machtkämpfen zwischen prunksüchtigen Kirchenfürsten und selbstherrlichen Adelsfamilien zerrieben, bezahlte sie ihre erste wirkliche Liebe mit dem Leben. Um diese junge Frau, "die in unserer Zeit ein Star gewesen wäre", schrieb Robert Merle einen wie immer spannenden Abenteuerroman.
"Ein Vernunftbegabtes Tier"
Gesellschaftskritik verpackt in reichlich Witz und Hochspannung. Dem amerikanischen Forscher Dr. Sevilla gelingt es, Delphinen das Sprechen beizubringen. Fasziniert von seinem wissenschaftlichen Erfolg verkennt er das politische Interesse an lebenden Kampfmaschinen und wird zum Spielball von politischen Machtkämpfen...
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ein Testbericht von lizbiz2005-06-25 19:44:52vom 25.06.2005Empfehlung: ja
Hallo Yopianer!
Vorwort
Ich möchte euch heute mal von einem sehr erschreckenden Buch berichten: „Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle.
Ich habe es zu Weihnachten geschenkt bekommen und habe es nun endlich mal gelesen. Es ist ein Buch, das man ,wie ich finde, nicht mal einfach so in der Bahn oder im Bus lesen kann, sondern darauf muss man sich auch ein bißchen einstellen. Wenn man gerade super fröhlich ist und am liebsten lachen möchte, sollte man es nicht unbedingt anfangen.
Als Robert Merle nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren hat, dass Rudolph
Höß, der Lagerkommandant des KZs Auschwitz im Gefängnis Notizen über sein Leben gemacht hat, bat er darum diese einsehen zu können. Innerhalb eines Jahres, was wie er fand „ein schreckliches Jahr" war, konnte er sich so mit dem Leben Rudolph Höß’ beschäftigen.
Zitat Robert Merles: „Doch das Schlimmste an der Arbeit war, diesen Roman in der ersten Person Singular zu schreiben, womit ich eine größere Authentizität erreichen wollte."
Die hat er auch ohne Zweifel erreicht.
Liest man dieses Buch, verschwendet man keinen Gedanken daran, dass der erste Teil des Buches eher von Robert Merle auf Grundlage einer psychologischen Zusammenfassung eines amerikanischen Psychologens erzählt ist. Es wirkt, als hätte es Rudolph Höß persönlich geschrieben. Im Zweiten Teil des Buches erfährt man, nach den Nachforschungen Merles, wie das KZ Auschwitz zu einem Vernichtungslager eingerichtet wurde und welche schreckliche Rolle Höß dabei hatte.
Das Buch schildert das Leben Rudolph Höß’ auf Grundlage seiner Aufzeichnungen und der des Psychologen Gilbert, der ihn zur Zeit der Nürnberger Prozesse interviewte. Von der Kindheit bis zu seiner Hinrichtung erfahren wir über das Leben eines Massenmörders im Auftrag der Nazis, eines Massenmörders, der nicht aus Sadismus oder Bosheit gehandelt hat, sondern aus einem unheimlich starken Gefühl von Gehorsam und Treue gegenüber seines Landes und seiner Führer.
Die Geschichte
Rudolph Lang, wie er in dem Buch genannt wird, wächst in einer strengen Familie auf, mit drei Schwestern, zu denen er keinerlei Beziehung hat. Sein Vater ist ein strenger Katholik, der ihm bedingungslosen Gehorsam beibringt, welcher ihn später zum Mörder von Millionen von Menschen werden lässt. Die Situation in der Familie ist kalt, Rudolph hat Angst vor seinem Vater, zu seiner Mutter hat er ebensowenig ein inniges Verhältnis. In seinem Elternhaus wird sein Judenhass geprägt.
Der Wunsch seines Vaters war es, dass Rudolph Pfarrer wird. Er stirbt früh, was es Rudolph möglich macht, seinen schon früh gehegten Traum zu verwirklichen, seinem Onkel Franz nachzueifern und Soldat und später Offizier zu werden.
Das ganze Buch hindurch merkt man, dass er seine Gefühle ausschalten kann und im Krieg bedingungslos gehorcht, egal worum es sich handelt, er ist nicht bereit gegen einen Befehl zu handeln, womit er einem Kameraden die Chance aufs Überleben nimmt.
Eigentlich ist in dem Buch nicht viel von irgendwelchen Gefühlen Rudolph Langs zu lesen. Er scheint kalt zu sein. Für ihn zählen nur Befehle und Anordnungen, er ist bemüht, seine Arbeit gründlich und perfekt zu erledigen, egal was für eine Arbeit das ist.
Auch als seine Mutter stirbt, wird in dem Buch nichts über Gefühlsregungen gesagt.
Es werden wirklich erschreckende und für einen „normalen" Menschen unfassbare Situationen und Gedanken Rudolphs geschildert, z.B. wie er sich schon als Jugendlicher vorstellt, wie er die Franzosen mit seinem Maschinengewehr „zerfetzt."
Mit Anfang 30 wird er dann von einem Gutsbesitzer zur Heirat mit Elsie gezwungen, die beiden haben Kinder zusammen. Er wird schließlich, als treues Parteimitglied, wegen seines Organisationstalents nach Auschwitz beordert um dort die Leitung des Arbeitslagers zu übernehmen.
Immer wieder liest man erschreckende Dialoge zwischen „treuen Deutschen", die den Hass gegenüber der Juden und die Treue und Bereitschaft zur Aufopferung für das Deutsche Volk schildern. Man fühlt sich in jene Zeit zurückversetzt und es ist fast unmöglich zu glauben, dass sich damals wirklich solche Szenen zugetragen haben.
Als es darum geht, Auschwitz in ein Vernichtungslager zu verwandeln, gehorcht Rudolph Lang wie immer ohne irgendwelche Einwände und macht sich Gedanken wie man am Besten pro Tag bis zu 10 000 „Einheiten" vernichten kann. Stück für Stück erfährt man wie es von der Idee der Gaskammer bis zu ihrer Umsetzung kam und wie er kein Fünkchen Mitleid zeigt und nicht einmal darüber nachdenkt, was er da eigentlich schafft.
Aus der Idee des Lagerkommandanten aus Treblinka erbaut Rudolph Lang in Auschwitz die Gaskammern, man erfährt jeden Einzelheit, die bei dem Bau wichtig ist. Schließlich folgen die Krematorien, die dazu dienen, die vielen Leichen schnell und einfach verschwinden zu lassen. Den Bürgern in Auschwitz erzählt man, es sei eine Gerberei in der Nähe erbaut worden, daher käme der schreckliche Geruch, welcher in dem Buch haarklein beschrieben wird.
Das Buch ist sehr detalliert geschrieben, wenn es um die Ermordung der Menschen und die Beseitigung ihrer Leichen geht.
Rudolph Lang hat selbst Kinder in seiner Villa, nur unweit von dem Lager, und erbaut mit peinlicher Genauigkeit und Perfektionismus das Vernichtungslager für Millionen von kleinen Kindern, Frauen und Männern. Er hat in seiner Überzeugung immer Befehle einhalten zu müssen, seinen Verstand und seine Gefühle ausgeschaltet. Er war schon fast fanatisch in seiner Gehorsamkeit.
Auch in den Prozessen zeigte er nur wenig, fast keine Reue. Seiner Meinung nach hatte er sich nichts vorzuwerfen, denn er hat nur Befehle ausgeführt.
Schließlich wurde er für seine ungeheuerlichen Taten gehängt. Nicht etwa in Deutschland, sondern in Polen, in dem KZ Auschwitz, an einem Galgen, den er selbst errichten lassen hatte.
Mein Fazit
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Bericht für das Buch begeistern. Ich denke es ist ein wirklich wichtiges Buch. Ich konnte euch nicht halb so viel über den Charakter Rudolph Höß’ erzählen und genauso wenig über die damaligen Geschehnisse. Ich würde es Leuten ab ca. 15 Jahren empfehlen bzw. nachdem sie die Thematik in Geschichte behandelt haben oder darüber schon gelesen haben. Meiner Meinung nach sollte es in allen Bundesländern in der Schule gelesen werden.
Es ist ein Buch, das mal von der anderen Seite des Holocaustes handelt, nämlich von der des Täters. Eine erschreckende Erzählung, die die Greueltaten der Nazis detalliert schildert.
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Wobei man immer nur den Kopf schuumltteln kann und sich fragt, wie zum Teufel so ein blinder Gehorsam nur menschenmoumlglich war. Aber check nochmal kurz die Syntax... Sind einige kleine Fehler drin. Und er wurde wohl quotgeh
monsena, 24.05.2005
Man ist sprachlos wenn man sowas liest.Ich nehm es mir mal vor als Pflichtlektuumlre.Mir bereitet es immer schlaflose Naumlchte wenn ich mich mit diesen Dingen beschaumlftige.LG Monsena
verletzbar_, 21.05.2005
hast mich sehr neugierig auf das buch gemacht. guter bericht!
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