Vom Vater verraten und verkauft - eine wahre Geschichte...
ein Testbericht von saida2004-04-01 20:32:20vom 01.04.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Dass Zana Muhsen den Mut hatte, das Buch zu schreiben!...Nachteile/Kritik: ? Dass es so etwas tatasächlich gibt...
In letzter Zeit habe ich etliche Bücher gelesen, und eines davon möchte ich heute vorstellen.
Es war eigentlich als Weihnachtsgeschenk gedacht, aber ich habe es dann doch selbst behalten und gelesen, weil mich die Geschichte auf dem Klappentext so neugierig gemacht hat *g*
Es handelt sich um
NOCH EINMAL MEINE MUTTER SEHEN von
ZANA MUHSEN (und Andrew Crofts).
--------- Autorin/Handlung ---------
Zana Muhsen ist eine britisch-jemenitische Frau, die in diesem Buch eine unglaubliche Geschichte erzählt – umso unglaublicher, als sie diese selbst erlebt hat...
Die Autorin berichtet - meist ganz schlicht - davon, wie ihr jemenitischer Vater sie und eine ihrer Schwestern von Großbritannien aus wirklich und wahrhaftig in sein Heimatland verschachert hat:
Am Rande erfährt der Leser auch noch, dass bereits früher schon zwei Geschwister auf Veranlas-sung des Vater in den Jemen abgeschoben worden sind. Zwei weitere, jüngere Geschwister, haben den Jemen nie betreten...
Die Handlung beginnt, nach einem kurzen Kapitel über die Kindheit der Autorin, im Jahr 1980. Zana spricht zu diesem Zeitpunkt kein Wort arabisch, obwohl ihr Vater in England regelmäßig Kontakte zu seinen arabischen Freunden pflegt, und auch häufig zu Hause Besuch von ihnen bekommt...
Eine Woche vor ihrem 16. Geburtstag , vier Monate vor dem 15. Geburtstag ihrer Schwester Nadja, reist Zana gemeinsam mit Bekannten ihres Vaters in einen vermeintlichen Urlaub in den Jemen, um das väterliche Heimatland kennen zu lernen. Die Schwester soll ein paar Wochen später nachkom-men.
Die Reise selbst ist schon recht beschwerlich, es muss umgestiegen werden, und die erste Über-nachtung im Jemen erfolgt in einem Privathaus in der Stadt. Letztendlich kommen die Reisenden in einer Gebirgsregion des Jemen an, die nicht einmal komplett kartographisiert ist (vermutlich heute noch nicht!), und das Dorf, in dem Zana die nächsten Jahre verbringen soll, ist auch nur mit Gelän-dewagen erreichbar. Das Haus gar, in dem sie leben wird, kann nur durch einen Fußpfad vom Dorf aus erreicht werden. Überhaupt ist das ganze Leben dort so einfach, wie man es sich heutzutage kaum mehr vorzustellen wagt: Wasser muss mühsam vom Dorfbrunnen nach oben zum Haus getra-gen werden, die Beleuchtung besteht aus Öl-Lampen, das Korn muss beschwerlich von Hand ge-mahlen werden, Hauptnahrungsmittel sind Brotfladen und Milch, es gibt kein Telefon...
Zana ist von der Außenwelt abgeschnitten, und nach einigen Tagen beginnt sie sich zunehmend un-wohl zu fühlen. Einziger Lichtblick ist die bevorstehende Ankunft ihrer Schwester Nadja.
Ihre Schwester kommt tatsächlich auch an, aber in ein anderes Haus im Dorf. Beide Mädchen wer-den zwangsverheiratet – was konkret bedeutet, dass ihnen ein jeweiliger Sohn des Hauses gewis-sermaßen ins Zimmer gesperrt wird, und die Hausherren erst zufrieden sind, nachdem ihnen ihre Söhne erzählt haben, dass die Ehe vollzogen wurde.
Es gibt offizielle Ehedokumente, von den Vätern unterzeichnet, und die Pässe der Mädchen wurden zu Beginn der Reise den Bekannten des Vaters überlassen. So gibt es keine reelle Chance zur Flucht – selbst wenn ihnen der Weg in die Stadt gelingen sollte, könnten sie ohne ihre britischen Pässe den Jemen niemals verlassen!
Im Folgenden berichtet Zana in ganz einfachen Worten, aber sehr anschaulich, von den Jahren, die sie und Nadja dort gewissermaßen in Gefangenschaft
verbracht haben. Die Mädchen erlernen den arabischen Dialekt des Jemen, und verschleiern sich außerhalb des Hauses bald auch wie jemeniti-sche Frauen; Zana bekommt einen Sohn, Nadja zwei Kinder.
Letztendlich schaffen es die beiden Frauen, mit Hilfe ihrer Mutter, der britischen Presse und einem jemenitischen Regierungsbeamten, zumindest in die Stadt Ta'izz umsiedeln zu können. Beide erhal-ten wieder britische Pässe, denn die Mutter weist nach, dass ihre Töchter britische Staatsbürger sind, und da sie mit dem Vater der Mädchen in wilder Ehe gelebt hatte, hätte es auch ihrer Zustimmung zur Ehe bedurft. Trotzdem gelten die Ehen nach dem jemenitischen Gesetz wohl als gültig, und ohne Einverständnis der Männer dürfen die Frauen das Land immer noch nicht verlassen. Die Schwieger-väter der Mädchen haben die gesamte Familie im Griff, und ihre Söhne wagen es nicht, sich ihnen zu widersetzen, obwohl sie eigentlich schon lange eingesehen haben, dass ihre Ehen schlecht sind, weil die Frauen nach wie vor unglücklich sind...
Zana selbst, mit Hilfe ihrer Mutter (und wieder der Presse), konnte nach ca. 8 Jahren aus dem Jemen als geschiedene Frau ausreisen. Man hatte ihren Mann (im Gefängnis) zur Unterschrift gezwungen. Ihr Kind musste sie dort zurück lassen. Ihre Schwester Nadia wollte ihre Kinder auf keinen Fall verlie-ren, und ihr Mann hatte kein Visum für England bekommen – somit ist sie damals mehr oder weniger freiwillig im Jemen geblieben. Seither kämpften Zana, ihre Mutter und Freunde weiter darum, dass ih-re Schwester ebenfalls nach Großbritannien kommen könnte – aber bis heute ist ihnen das nicht ge-lungen. Es gibt noch ein zweites Buch (A Promise to Nadja) von Zana Muhsen, aber in einem Nach-wort zu ihrem ersten Buch schreibt sie im Jahr 2002, dass sie für ihre Schwester wohl nichts mehr tun kann. Kontakt haben sie keinen mehr, aber durch Zeitungsinterviews, die Nadja gegeben hat, weiß Zana, dass es ihrer Schwester zumindest einigermaßen gut geht, und dass diese noch immer in der Stadt lebt...
---------- Meine persönliche Meinung -----------
Zuerst dachte saida, die Geschichte sei so ähnlich wie in [Nicht ohne meine Tochter], nur halt statt I-ran mit Jemen als Schauplatz des Erlebten.
Doch ich empfinde die Geschichte von Zana Muhsen als noch viel schlimmer – ein Vater, der regel-recht Menschenhandel mit seinen Kindern treibt, Mädchen, die zur Ehe gezwungen werden, ein au-thentischer Bericht, wie weit zurück tatsächlich noch das Leben in den unzugänglichen Teilen des Jemen ist. Frauen gewissermaßen ohne Rechte, mehr oder weniger als Sklaven benutzt, ein Leben wie hier vor 100 oder 200 Jahren...
Wirklich erschreckend, dass so etwas tatsächlich möglich ist, und dass man es nicht geschafft hat, Nadja nach England zu holen!!
Ich habe beim Lesen so manches Mal ein Tränchen im Augenwinkel zerdrückt, so betroffen war ich oft davon, was die Autorin erleben musste. Bei diesem Buch kenne ich nur die deutsche Übersetzung; aber ich nehme an, dass auch die englische Version in einfachen Worten geschrieben wurde, reali-tätsnah, oft brutal beschrieben – aber Wort für Wort der Wahrheit entsprechend.
Manches Mal kamen mir Situationen zwar übertrieben dargestellt vor, jedoch glaube ich, dass Zana es dann einfach nicht geschafft hat, ihren neutralen Standpunkt weiter zu verfolgen – was ja wohl auch kein Wunder ist, denn schließlich war sie ja eine Hauptperson der Handlung!!
Und trotzdem ist kein wirklicher Hass in den Worten der Autorin spürbar, was ich umso bemerkens-werter finde, nachdem ich die ganze Geschichte gelesen hatte.
Wahrscheinlich werde ich mir auch das zweite Buch noch kaufen (aber im englischen Original); ich möchte gerne erfahren, wie es Zana Muhsen nach so vielen Jahren geraubter Jugend im Jemen dann in England wieder ergangen ist, und was sie ihrer Schwester verspricht...
----------- Summa Summarum ------------
Jedem, der ein wenig Einblick in das Leben einer uns so fremden Kultur gewinnen möchte, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Nach dem Lesen dieses Buches glaubt man erst wirklich, dass eine solch unglaubliche Geschichte tatsächlich wahr sein kann...
Ich möchte unbedingt alle, die das Buch lesen möchten, inständig darum bitten, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, und das Erlebte der Autorin nicht auf alle arabischen Länder und/oder alle Mus-lime zu projizieren. Aber vermutlich lesen sowieso nur selbständig und kritisch denkende Menschen solch ein Buch, und meine Bitte ist damit hinfällig *g*
Also:
Für Menschen, die sich von Vorurteilen leiten lassen (wollen) - nicht wirklich empfehlenswert.
Für Leute, die ohne Vorurteile an das Buch herangehen - empfehlenswert,
Für wirklich aufgeschlossene, interessierte Menschen - uneingeschränkte Kaufempfehlung!!
Ach ja: in der Mitte des Buches sind auch noch einige Schwarzweiß-Fotos eingefügt, die Zana und ihre Schwester vor ihrer Abreise und im Jemen, sowie Zana, die in England geheiratet hat, mit Mann und drei Kindern zeigen.
Damit hat das Buch natürlich volle Punktzahl verdient – selbstredend!
------------ Und zum Schluss: die trockenen Fakten ------------
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Ein Mädchen geht durch die Hölle
ein Testbericht von CyberQueeny2010-07-12 09:29:05vom 12.07.2010Empfehlung: ja
===Einleitung===
D a ich eine absolute Leseratte bin und gerne mal etwas Neues lese, kaufe ich mir regelmäßig gebrauchte Bücher oder Buchpakete bei Ebay oder auf dem Flohmarkt. Darunter war auch dieses Buch, welches ich euch nun vorstellen möchte.
===Buchdaten===
Autor: Zana Muhsen
Titel: Noch einmal meine Mutter sehen
Verlag: Heyne
Erschienen: 1997
ISBN-10: 3453869354
Seiten: 240
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie:
===Autor===
Zana Muhsen, als Tochter jemenitischer Eltern in England geboren und aufgewachsen, lebt nach achtjähriger Zwangsehe im Jemen heute mit ihrem britischen Ehemann und drei Kindern in England und arbeitet in der Gemeindefürsorge. Ihre Zeit im Jemen schildert sie in diesem Buch. In der Fortsetzung befasst sie sich mit der Suche nach ihrer Schwester
==NACH DEM LESEN==
===Inhaltsangabe===
Die Schwestern Zana und Nadja (15 und 14) werden für ein Brautgeld von 1300 Pfund in den Jemen verkauft, wo sie unbekannte Ehemänner erwarten. Getarnt wird dies als Urlaub. Dort erwartet sie jedoch ein trostloses Leben in harter Arbeit und Isolation. Erst nach acht Jahren gelingt es ihrer Mutter, Zana zu befreien, doch deren Sohn sowie Nadja und ihre Kinder bleiben zurück.
===Meine Meinung===
Der Titel dieses Buches war mir natürlich ein Begriff. Das Buch stand früher bei meiner Mutter im Regal, aber ich habe es nie gelesen, bis jetzt. Man wird zu Anfang darüber informiert, dass diese Geschichte auf Tatsachen beruht und dadurch ist es noch schockierender.
Die Biographie von Zana beginnt mit einem Erlebnis, als sie sieben Jahre alt ist. Sie lebt mit ihrer Familie in England. Ihre älteren Geschwister leben im Jemen. Sie wurden vom Vater im Urlaub dort gelassen. Er stellt es aber so dar, als wenn es ihr eigener Wille war. Je älter Zana wird, desto mehr will sie wie andere Mädchen sein. Ausgehen, Party, Freunde treffen oder Musik hören. Mit ihrer Schwester widersetzt sie sich häufig dem Traditionswunsch ihres Vaters, der sie regelrecht einsperrt. Eines Tages wird ihre Schwester Nadja verhaftet, als ein Verkäufer ihr Diebstahl unterstellt, obwohl ihre Mutter sogar zahlen wollte. Die Folge dieses Missverständnisses: Ihr Vater will Schande vermeiden und verkauft sie. Zana ist ahnungslos und neidisch, als ihre Schwester einen Urlaub im Jemen bekommt und bettelt so lange, bis ihr Vater ihr ebenfalls einen Urlaub in der Heimat erlaubt. Sie fliegt vor ihrer Schwester und wird am Anfang gut behandelt, bis sie einem kränklichen Jungen vorgestellt wird. Er ist ihr unsympathisch und als sie auch noch die Nachricht bekommt, dass dies ihr Mann ist, beginnen acht Jahre der Hölle. Wasserkanister schleppen, keine Ärzte, keine Hygiene, Fliegen, Moskitos, Dreck und fremde Menschen. Doch im Gegensatz zu Nadja, die am Tag, wo sie von der Hochzeit erfährt, zusammenbricht, gibt Zana nie auf. Sie geht sogar so weit, und lässt ihren Sohn zurück, um der Hölle zu entkommen. Über diese acht Jahre berichtet sie nicht nur bildhaft, sondern authentisch. Jede Qual konnte ich mir genau vorstellen und habe mich ständig gefragt, woher sie diese Kraft hatte und ob ich genau wie sie rebelliert oder wie ihre Schwester mich gefügt hätte. Ich bin zu der Einsicht gekommen, dass ich es nicht
weiß, denn so eine Situation ist nicht vorstellbar. Sie hat die Hölle durchlebt und lebt sie jeden weiteren Tag. Zu wissen, das eigne Kind und die beste Freundin, die ihre Schwester für sie war, zurück zu lassen, zerstört einen. An einigen Stellen hatte ich sogar Tränen in den Augen, so sehr hat mich dieses Schicksal mitgenommen. Wenn man bedenkt, wie viele Väter auch heute noch ihre Kinder verkaufen und wie viele ähnliche Schicksale es früher schon gab, und denen es wie Nadja ergeht, wo keine Hilfe kommt. Wenn man sieht, wie die arabischen Männer, die gekauften Frauen unter Druck setzen, wie die Väter ihrer Kinder verkaufen oder Ehemänner dort ihre Frauen behandeln. Ehrlich gesagt, da könnte ich nur gewisse Körperteile abhacken. Tut mir leid, aber so ein Verhalten in der heutigen Zeit, macht mich wütend.
Nachdem ich angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Daher habe ich das Buch an einem Tag verschlungen.
In der Mitte des Buches gibt es einige Fotos. Darunter sieht man zwei strahlende, bildhübsche Teenager. Es wurde aufgenommen bevor sie verkauft wurden. Später kommt ein Bild aus dem Jemen und ich war geschockt, was aus den fröhlichen Mädchen geworden ist. Besonders Nadja hat total leere Augen. Dieser Kontrast nimmt stark mit.
Empfehlen kann ich das Buch jeder Frau und jedem Mann, der gerne Biographien und Schicksal-Bücher liest.
===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch wegen dem Thema, dem bildhaften Stil und der authentischen Beschreibungen, volle fünf Sterne. Ein wirkliches gutes Buch, das uns als westliche Kultur gut aufklärt.
Pro: Umsetzung, Stil
Contra: Nadjas Schicksal
Danke fürs Lesen und Bewerten.
!!!!! Die LESEPROBE habe ich bewusst weggelassen, da dies zu rechtlichen Problemen führen kann. Das Suchen nach freigegebenen Leseproben ist meist erfolglos und die Verlage sehen Leseproben nicht so gerne, obwohl sie den Verkauf des Buches fördern. Ich bitte hier um Verständnis. !!!!!
ein Testbericht von sunflower762010-03-04 11:27:56vom 04.03.2010Empfehlung: ja
Vorteile: fesselnd, mutig, aufklärend...Nachteile/Kritik: Zana hat die Wahrheit wohl ein bisschen gefärbt.
Hallo meine Lieben,
heute berichte ich euch über ein weiters Buch, das ich vor kurzem von meiner Mutter geliehen bekommen habe, nämlich
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****NOCH EINMAL MEINE MUTTER SEHEN****
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eine wahre Geschichte von der aus England stammende Autorin Zana Muhsen.
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****LESEGRUND****
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Wer meinen Bericht „Mich hat keiner gefragt“ kennt, der weiß, den Grund schon, ich möchte ihn aber für die „neuen Lesen“ dennoch noch einmal darlegen:
Viele von euch wissen ja bereits, dass ich Sozialpädagogin bin und in einer Jugendwohngemeinschaft für 14- bis 18-jährige arbeite. Eines meiner Bezugskinder ist ein Flüchtlingskind aus Tschetschenien. Die Mutter ist hier in
Österreich und hat ihre Tochter verstoßen, weil diese bereits im Alter von 13 Jahren Geschlechtsverkehr hatte und somit keine gute Muslima ist - eigentlich sogar eine ziemlich schlechte. Der Vater, der wieder zurück nach Tschetschenien gegangen ist, weiß davon nichts und mein Bezugskind hat furchtbare Angst, dass er es jemals herausfindet, weil ihre Chancen auf eine Ehe damit drastisch sinken. Als ich einmal zu ihr sagte: „Ich wünschte, du fändest einen Mann, dem du das vorher sagen kannst“, sah sie mich an, als ob ich von allen guten Geistern verlassen wäre. Sie meinte, ich habe keine Ahnung, was auf sie zukommen würde, hätte nicht einmal ansatzweise eine Idee, wie das bei ihr laufen würde, sobald der Vater sie holen kommt (was er bereits angekündigt hat) und zurück nach Tschetschenien bringt und ich könne sie überhaupt nicht darin unterstützen, ihre Identität zu finden.
Nun, lange Rede, kurzer Sinn: sie hat recht. Natürlich habe ich bereits das eine oder andere über den moslemischen Glauben und die Sitten und Traditionen gehört, mich aber nie wirklich mit dem Thema beschäftigt. Daher möchte ich nun mein Wissen mit dem Lesen der Bücher etwas vertiefen, wobei mir bereits aufgefallen ist, dass es ein Problem gibt. Bücher, die ich hier vor allem über dieses Thema finde, sind immer Bücher, in denen das persönliche Schicksal als Tragik dargestellt wird und die Traditionen und die Handlungsweisen der betroffenen bzw. ausführenden Personen mehr als verteufelt werden. Positive Bücher, die in Romanform geschrieben sind, konnte ich noch nicht ausfindig machen. Da aber mein Bezugskind das Leben, das ihr bevorsteht, ebenfalls als unglaubliche Bedrohung empfindet, denke ich mal, dass mir diese Bücher für’s erste reichen müssen. Zumindest einen Eindruck von den Rahmenbedingungen kann man gut erhaschen.
Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, dem Buch:
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****INHALT****
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Das Buch beginnt mit der Beschreibung, dass es eigentlich ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht hätte sein könne, würde sie nicht in den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts stattgefunden. Es erzählt die wahre, traurige, leidvolle Geschichte von Zana Muhsen und Ihrer Schwester Nadja die in England als eher moderen, westliche Mädchen aufwachsen, dann aber von Ihrem eigenen Vater für je 1300 Pfund in den Jemen an ihre jeweiligen zukünftigen Schwiegerväter verkauft wurden.
Es war kurz vor Zanas 16. Geburtstag, als der Vater ihrer Schwester Nadja verkündete, dass sie Urlaub im wunderschönen Jemen machen dürfte. Bei Verwandten dort sei sie großartig aufgehoben und sie werde eine herrliche Zeit verleben. Die Erzählungen dürften sie ausschmückend gewesen sein, dass Zana bettelte, auch mitfahren zu dürften und diesen Urlaub selbst erleben zu können. Der Vater ließ sich - nachdem er gleich darauf Vereinbarungen mit einem „Geschäftspartner“ getroffen hatte - leicht überreden.
Sie flogen Zana zuerst in den Jemen, wo sie auch ihren Bruder das erste Mal kennen lernte. Dieser lebte bereits seit der frühesten Kindheit im Jemen bei dem Großvater. Die Schwester allerdings konnte sie nicht kennenlernen.
Abdul Kahn, der Geschäftspartner des Vaters, nahm Zana mit in sein Heimatdorf Mokhbana. Zuerst schien er noch nett und bemüht zu sein, übersetzt der dem arabischen nicht mächtigen Zana alles, was sie seiner Meinung nach wissen sollte und kümmerte sich rührend um sie. In Dorf angekommen, erklärt Abdul Kahn ihr, sie sei nun mit seinem Sohn Abdullah verheiratet und habe im Jemen zu bleiben. Das Dorf muss unglaublich spatanisch gewesen sein, es war verkehrsmitteltechnisch nicht zu erreichen, es gab keine Elektrizität, keine wirkliche Hygiene und Wasser musste man von einem Brunnen weit weg holen. Zana konnte das alles nicht glauben, auch war Abdullah nicht das, was man sich von einem stattlichen Ehemann erwartete, eher war er ein kränkliches, blasses Kind.
Das Leben in Mokhbana war für Zana ein Greuel, sie konnte sich an die Gepflogenheiten nur schwer anpassen, nunmehr in Schleiern gehüllt zu gehen war ohnehin unerträglich und so versuchte Zana immer zu rebellieren, was ihr nur selten gelang. Sie verstand sich nicht mit ihrer Schwiegermutter, auch nicht mit ihrem Mann, mit dem sie nach dem Gesetz her aber zu schlafen hatte, und auch sonst hatte sie nicht wirklich Freunde. Der einzige Lichtblick waren die Minuten mit ihrer Schwester Nadja, die kurz nach Zana im Jemen angekommen war. Nadja war eher die ruhigere von den beiden, konnte oder wollte nicht so aufbegehren wie Zana, dennoch schlossen die Mädchen einen Pakt, dass sie alles versuchen würden, wieder nach England zurückkehren zu können.
Aus diesem Grund versuchten Sie, immer wieder Briefe nach Hause zu schicken, doch die wurden entweder von einem der Schwiegerväter oder dann vom Vater abgefangen. Die Mutter, an die sie eigentlich adressiert waren und die von Anfang an nicht wusste, was mit den Mädchen im Jemen geschehen sollte, bekam sie nie zu Gesicht. Durch einen Trick mithilfe ihres Sohnes gelang es ihr aber, ein Tonband von Zana abzuhören. Dieses strotze zwar von Unwahrheiten, weil Abdul Khada es zur Beruhigung der Mutter aufgenommen hatte, doch sie wusste alleine von Tonfall her, dass es nicht der Wahrheit entsprach. Doch zum damaligen Zeitpunkt waren auch ihr die Hände gebunden. Von ihrem Ehemann hatte sie sich bereits zuvor getrennt.
Im Laufe der Zeit bekam Zana einen Sohn, den sie Marcus taufte. Naja bekam eine Tochter und einen Sohn. Während Zana versuchte, sich nicht zu sehr an das Kind zu binden, weil sie wusste, dass sie es zurücklassen musste, wenn sie nach England zurück kehrte, ging Nadja in ihrer Mutterrolle auf.
Nach einigen Jahren erschien wieder ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Ein Arzt, der in England studiert hatte, bekam Mitleid mit den Mädchen und versuchte ihnen zu helfen, indem er Briefe nach England hinausschmuggelte. Über kurz oder lang erfuhr auch die Mutter vom schrecklichen Schicksal ihrer Tochter und kam sie besuchen. Als sie nun Zeugin dieses Elends wurde, beschloss sie, alles zu unternehmen, um den Mädchen zu helfen und ging in die Öffentlichkeit. Sie schickte Reporter nach Mokhbana, die Interviews mit den Mädchen aufnahmen. Die Geschichte muss zur damaligen Zeit für einigen Wirbel gesorgt haben, denn die Regierung im Jemen wurde unruhig. Die Mädchen wurden mitsamt den Ehemännern und den Kindern nach Ta’izz gebracht und lebten im Palast von dem Regierungsmitglied Abdul Walli, der den Mädchen wohlgesinnt war. Aber auch er versuchte, die Mädchen zum Bleiben zu überreden.
Nach vielen Kämpfen und langen Jahren des Wartens war es endlich soweit. Zana konnte sich scheiden lassen und flog - ohne Ex-Mann und ohne Sohn - zurück nach England. Die Trennung zu ihrem Sohn fiel ihr schwer, obwohl sie immer versuchte, ihn emotional nicht zu sehr an ihn heran zu lassen, doch die Freiheitsliebe war stärker. Stärker als die von Nadja. Sie wollte sich nicht scheiden lassen und die Kinder verlassen, ihr Mann Mohammed bekam aber keine Ausreisegenehmigung. Daher mussten sie alle im Jemen bleiben. Zana hat aber ihrer Schwester versprochen, alles zu unternehmen, um sie zurück nach Hause zu bringen - und das versucht sie bis heute.
Ich war tief erschüttert vom Schicksal der beiden Mädchen und habe nach dem Lesen im Internet weitergesucht, was es denn Neues gibt. Davon aber später mehr. Das Buch an sich ist fesselnd, wobei es nicht das literarische Talent der Autorin ist, das es zu dem macht, was es ist, sondern einfach die schlimmen Jahre, die die Mädchen im Jemen zu erleben hatten. Auch die Stärke, nicht aufzugeben, obwohl einem eigentlich nur die Hoffnungslosigkeit geboten wird, finde ich berührend und bewundernswert. Zana legte eine ungeheuerliche Kraft an den Tag um für ihre Freiheit, die sie schließlich auch erlangte, zu kämpfen.
Als westliche Frau schreit natürlich alles in mir auf, wenn ich lese, wie wenig Rechte und noch mehr wie wenig Wert Frauen in vielen Ländern der Erde sind. Ich finde es toll, was wir hier in den letzten 100, 150 Jahren erreicht haben, was das Thema Emanzipation betrifft, dennoch denke ich, dass es noch viel länger her ist, dass wir so dermaßen unter Wert „verkauft“ wurden. Diese Unantastbarkeit des Vaters ist für mich schwer vorstellbar, doch erlebe ich es auch bei meinem Bezugskind. Der Vater scheint für eine Teenagertochter das Wichtigste im Leben zu sein. Er entscheidet über Ausbildung, über Lebenssituation und über die Zukunft eines Mädchens.
Im Internet war dann auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite zu lesen, dass ihr die Integration in England nicht leicht viel, sie war doch schon zu einer Frau aus dem Jemen geworden. Ich denke, dass man sich wohl immer den äußerlichen Lebensumständen anpasst, auch wenn man es innerlich gar nicht will. Anfangs wollte Zana sogar zurück in den Jemen - hat sie dann aber nicht getan. Sie schrieb ihr Buch, das zu einem Bestseller wurde und schrieb danach ein weiteres, in dem sie ihren Kampf, auch die Schwester aus dem Jemen zu holen, beschrieb.
Interessant finde ich, dass Nadja ein völlig anderes Bild von der Situation schildert. Ein Artikel im „The Guardian“ schilderte Nadja als glückliche, moslemische Frau, die sich den Lebensumständen gut angepasst hat, eine aufopfernde Mutter und Ehefrau sei und gar nicht vorhatte, den Jemen je zu verlassen. Den ganzen Artikel in Englisch könnt ihr unter http://www.guardian.co.uk/world/2002/apr/01/gender .uk nachlesen. Nadja möchte eigentlich nur, dass Zana aufhört, sie zu belästigen und sie immer wieder in die Öffentlichkeit zu zerren. Was dem Leser allerdings verwehrt bleibt, ist die Antwort auf die brennende Frage: „War es wirklich Nadja, die diesen Wunsch aussprach oder war es vielleicht doch die Angst, die ihr im Nacken saß?“.
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****DATEN****
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gebundene Sonderausgabe für Weltbild Verlag, Thema: „Schicksale in der Ferne - Exotica“
309 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erstauflage 1991
Sprache: Deutsch
ASIN: B00274LFCO
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****PREIS****
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D en Preis für diese Sonderausgabe habe ich nicht mehr ausfindig machen können, im Gebrauchthandel von Amazon fängt das ganze schon ab 0,01 € an zuzüglich Versandkosten.
Es gibt aber eine Taschenbuchausgabe, die € 8,95 kostet. Alle verfügbaren Onlineshops, die ich hierfür abgerufen habe, haben annähernd den gleichen Preis!
Bei Amazon gibt es auch eine Sonderausgabe mit dem Nachfolgerbuch „Verschleppt im Jemen - die verzweifelte Suche nach meiner Schwester Nadja“ um den Preis von € 10,--, das halte ich persönlich für eine gute Investition.
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****FAZIT***
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Mir hat das Buch gut gefallen und ich überlege, mir auch den zweiten Teil zuzulegen. Einzig und alleine meine Recherchen im Internet und die Tatsache, dass Nadjas Blick auf die Geschichte so unterschiedlich ist, lassen mich noch ein wenig zweifeln. Mal sehen, wenn ich mich dafür entschieden habe, dann werdet ihr es in Form eines Berichtes bald erfahren! Aber wie man schon seit „Nicht ohne meine Tochter“ weiß, hat die Medaille immer zwei Seiten.
Eine Empfehlung gibt es auf jeden Fall, denn das Buch ist fesselnd, die Kraft der Autorin sichtbar und das Schicksal insgesamt ein Greuel. Hoffentlich wird auch in Ländern wie dem Jemen bald Gleichberechtigung herrschen!
Wie immer lieben Dank für’s Lesen, Bewerten und Kommentieren, eure
Daniela
...
ein Testbericht von campimo2006-02-14 09:32:58vom 14.02.2006Empfehlung: ja
Vorteile: s.u....Nachteile/Kritik: s.u.
Vorwort
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Heute möchte ich euch mal wieder ein Buch vorstellen, und zwar eine etwas ungewöhnliche Biographie; nämlich die von Zana Muhsen, einer britischen Jemenitin. Mir ist das Buch angetragen worden; von alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, zu diesem Werk zu greifen.
Daten & Fakten zum Buch
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Muhsen, Zana (und Andrew Crofts).: Noch einmal meine Mutter sehen – vom eigenen Vater in die Sklaverei verkauft. (1991) 2003. 2. Auflage. München. Heyne Verlag. ISBN 3-453-86935-4. 272 Seiten. 8,95 Euro.
Die Story / Eine wahre Geschichte
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Zan a Muhsen wuchs, mit ihren Eltern
und vielen Geschwistern in England auf. Die Eltern haben den Kindern immer von Jemen vorgeschwärmt – es sei ein paradiesisches Land. Eines Tages, kurz vor Zanas 16. Geburtstag stand eine Reise nach Jemen an, und das Mädchen war überaus erfreut. Was Zana zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußte: Sie war verkauft worden. Die Väter der beiden zwangszuverheiratenden Jugendlichen hatten die Ehepapiere bereits unterschrieben. Zana reiste nicht mit ihren Eltern, sondern mit Bekannten ihres Vaters nach Jemen, und die überaus beschwerliche Reise endete in einem kleinen Dorf in den Bergen. Dieses Dörfchen war infrastrukturtechnisch nicht an die Zivilisation angeschlossen, das Dorf nur mit einem Geländewagen erreichbar, und das Haus selbst sogar nur zu Fuß über einen schmalen Weg zu erreichen.
Fortan befand Zana sich faktisch in der Sklaverei. Sie mußte mit der Großfamilie des ihr zwangsanverheirateten Mannes, der ein 14jähriger Junge war zusammenleben, und wurde von den Schwiegereltern, aber vor allem von der Schwiegermutter sehr schlecht behandelt. Täglich mußte sie, unter der heißen Sonne, mehrfach Wasser aus dem Dorfbrunnen holen und andere schwere Arbeiten verrichten, die Ernährung war sehr ärmlich und einseiteig, und so etwas wie Post und Telefon existert dort nicht.
Wir erfahren nebenbei, daß vor Zana zwei ältere Geschwister ebenfalls nach Jemen verkauft wurden, und die jüngere Schwester Nadia folgte ein Jahr später, in das selbe Dorf.
Erst nach acht Jahren trifft Zana in einer Stadt, bei einem Arztbesuch auf einen Mediziner, der in Europa studiert hat, und bereit ist, ihr zu helfen. So kann sie erstmals einen ehrlichen Brief an ihre Mutter nach England schicken. Die Mutter reiste daraufhin nach Jemen, und sieht in welchen Zuständen ihre unglücklichen Töchter leben müssen. Sie beginnt für ihre Töchter zu kämpfen, und kann mit Hilfe jemenitischen Politikers und der Presse erstmal bewirken, daß die jungen Frauen in die Stadt Ta'izz umziehen dürfen.
Das Ergebnis eines weiteren Kampfes der Mutter, mit Hilfe der Presse, war die Ausreise Zanas nach England, als geschiedene Frau. Allerdings mußte sie ihren Sohn zurücklassen. Aufgrund des jemenitischen Gesetzes, daß die Kinder im Scheidungsfall bei dem Vater verbleiben, entschied sich Zanas Schwester, Nadia im Jemen zu bleiben, weil sie sich nicht von ihren Kindern, vor allem den Töchtern trennen wollte.
Mein Leseerlebnis
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Das Buch kann man schnell durchlesen; es ist sehr ergreifend und spannend.
Über die orientalisch-arabisch-muslimischen Zustände hat man ja schon viel gehört und gelesen, aber es ist dennoch immer wieder erschütternd, wozu diese Menschen fähig sind. Auch erschreckend ist, daß es in unserer Modernen Welt, derart unerschlossene Dörfer gibt, wo die Menschen sich seit Jahrhunderten nicht weiterentwickelt haben, und in babarischen Manieren vor sich hin leben, als wäre die Uhr stehengeblieben.
Die Autorin
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Da dieses Buch eine wahre Begebenheit erzählt, und somit autobiographischer Natur ist, brauche ich über die Autorin nicht viel zu schreiben.
Nachdem sie aus Jemen ausreisen durfte, hatte sie zeitweilig den Kontakt zu ihrer Schwester Nadia verloren, und hat noch ein zweites Buch, eine Art Nachwort zu diesem, namens „Verschleppt nach Jemen“ geschrieben. In diesem Buch beschreibt sie den Kampf, um ihre Schwester und ihren Sohn, denen sie versprochen hat, nicht aufzugeben, bevor diese auch in Freiheit leben werden.
Das Werk „Hinter dem Schleier“ hat Zana Muhsen zusammen mit zwei anderen Frauen geschrieben. In diesem Buch steht ihre Geschichte, aus „Noch einmal meine Mutter sehen“ gekürzt neben zwei ähnlichen Schicksalen anderer Frauen.
Fazit
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Für mich war das Buch spannend, obwohl ich es mir von allein nicht ausgesucht hätte. Ich denke, es liegt nicht Jedem, problembeladene Literatur zu lesen. Dieses Buch ist sehr traurig bis depressiv, so daß man sich vorher überlegen sollte, ob man während des Lesens in eine Gefühlslage dieser Richtung geraten möchte. Ich weiß, daß es Leute gibt, die der Meinung sind, so etwas muß man mal gelesen haben / Damit muß man sich mal auseinandersetzen. Aber genauso gibt es andere Meinungen, die sagen, warum sollte ich mich damit auseinandersetzen?/ Ich habe genug eigene Probleme. Auf jeden Fall hilft dieses Buch den Horizont zu erweitern, und zu begreifen, daß es auch andere Arten zu leben gibt, als die eigene. Auch wird hoffentlich das Verständnis und die Toleranz gebenüber Frauen entstehen oder wachsen, aus den orientalisch-arabisch-muslimischen Gebieten, die bei uns in Europa leben. Als Lehrbücher sind solche Biographien sicher sehr geeignet, wenn man ein bestimmtes Klientel / Schüler / Teilnehmer vor sich hat, z.B. deren Verhalten zu Ausländern es zu beeinflussen gilt.
Insgesamt würde ich jetzt nicht unbedingt sagen: Jeder sollte mal dieses Buch gelesen haben, sondern eher: Für die Leute, die ein solches Leseerlebnis möchten oder dieses Werk als Sachbuch verwenden wollen, ist es mit Sicherheit ein sehr geeignetes Werk.
Rym2210, 16.09.2006
ich habe es auch gelesen und fand es ziemlich krass. Aber sowas gibt es nicht in allen arabischen Ländern und sind Einzelfälle. Das Leben ist zwar ganz anders,aber die Frauen leiden nicht, so wie hier im Buch. lg Rym
topfmops, 24.08.2005
uumlber ein tragisches schicksal, aber 039infrastrukturtechnisch nicht an die zivilisation angeschlossenn039? ab und zu mal mit dem buumlgeleisen uumlber die schreibe gehen, bitte.
bolmsoe, 24.08.2005
..., habe aber schon einige andere Buumlcher uumlber Frauen aus islamischen Laumlndern gelesen. Das ist schon alles sehr schlimm.
ein Testbericht von IchLiebeMarco2005-06-20 10:13:50vom 20.06.2005Empfehlung: ja
Vorteile: spannend...Nachteile/Kritik: die schlechten Erlebnisse der Mädchen
Hallo, liebe Leser :)
Vor Jahren habe ich mal einen Bericht im Fernsehen gesehen, bei denen ich eine Tochter gesehen habe, die mit ihrer jüngeren Schwester vom Vater nach Jemen verkauft wurde. Nach jahrelanger harter Arbeit, seelischen Qualen und Vergewaltigungen konnte sie dem entfliehen, musste jedoch ihre Schwester, deren Kinder und ihren eigenen Sohn zurücklassen. Vor ein paar Tagen sprach ich mit meiner Cousine darüber, die das Buch dieser Frau gelesen hatte und gab es mir. Ich war sehr interessiert bezüglich dieses Falles und habe das Buch regelrecht verschlungen. Die Frau
heißt Zana Muhsen und hat ihre ganze Geschichte in acht Jahren Jemen in „Noch einmal meine Mutter sehen“ niedergeschrieben. Es handelt sich um ein Buch aus dem Weltbild Verlag mit 309 Seiten, es ist gebunden und kostet etwa 9€.
Der Inhalt
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Zana und Nadia leben mit ihrer Familie, die aus Vater, Mutter, zwei weiteren Schwestern und einem Bruder besteht in England. Der Vater hatte früher schon zwei ihrer Kinder in den Jemen geschafft und die Mutter konnte nichts tun. Eines Tages treffen mehrere Männer ein, die anbieten jeweils eine Tochter mitzunehmen und die Mädchen sind begeistert, hat man ihnen doch von Jemen als ein Paradies vorgeschwärmt und es wäre ja auch nur ein Urlaub von sechs Wochen. In Wahrheit hat man sie mit den Söhnen der Männer verheiratet ohne ihr Wissen, dies stellt sich jedoch erst später heraus.
Zana ist die erste, die fährt, sie freut sich riesig, aber schon nach wenigen Tagen ist die Freundlichkeit vorbei. Sie muss in einer Felsenwohnung leben und nach wenigen Tagen wird ihr nun ihr Ehemann vorgestellt, er ist 14 Jahre alt und sehr kränklich. Sie wird gezwungen mit ihm zu schlafen und auch die Söhne fürchten sich vor ihren Vätern sehr. Man lässt ihr wenig Zeit sich einzugewöhnen und fordert von ihr Unterordnung und Gehorsam, täglich muss sie schwer arbeiten, oftmals täglich Wasser holen und ihre Schwiegermutter behandelt sie sehr schlecht. Auch Schläge sind nicht unüblich und Drohungen sowieso, man sagt ihr immer, dass keiner etwas tun könne und sie käme nie wieder zurück.
Wenige Tage später trifft Nadia ein und sie muss sich gleich fügen, vom Charakter her ist sie aber die schwächere und Zana fühlt sich als ihr Beschützer. In den Jahren lernen die Mädchen das Arabische, bekommen Kinder und müssen sich anders kleiden, aber besonders Zana hat den Kampf nie aufgegeben. Frauen stehen hier immer unter den Männern, müssen mehr arbeiten und bleiben größten Teils zu Haus und sie müssen vor allem tun was die Männer sagen. Eines Tages trifft Besuch ein, die Mutter der Mädchen kommt, jahrelang wurde der Kontakt durch die Männer unterbunten. Derweil beschäftigt sich die Presse mit dem Fall, es folgen Verhöre und die ganze Welt ist alarmiert, aber die Männer in Jemen wollen die beiden nicht gehen lassen. Zana hat Angst um ihre schwache Schwester, wird sie jemals die Kraft haben nachzukommen? Es bleibt noch so vieles zu sagen, aber ich möchte nicht alles vorwegnehmen. Wer nicht wissen möchte, wie es den beiden heute geht, der sollte den Abschnitt über die Autorin nicht lesen.
Die Autorin
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Dies ist ein realistischer Fall und nicht wurde verändert. Zana ist mittlerweile in England und das schon seit 17 Jahren, sie musste ihren Sohn zurücklassen, da dem Gesetz nach Kinder beim Vater bleiben müssen im Falle einer Scheidung. Nadia hat mittlerweile sechs Kinder und lebt auch heute noch im Jemen. Viele Menschen und auch ihre Mutter kämpfen auch heute noch mit Zana, damit eines Tages Nadia mit ihren Kindern und dem Sohn von Zana nach England zurückkehren kann. Menschen die Nadia gesehen haben, beschreiben sie heute als lebenden Zombie, als letztendlich gebrochenen Mensch. Es gibt eine Internetseite über die Mädchen. Das Besondere ist, dass der Hintergrund Schwarz ist, dieser wird an dem Tag Weiß, an dem Nadia aus dem Jemen nach Hause zurückkehren wird.
Meine Erfahrung
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Ich hatte vor Jahren von dem Fall gehört und konnte es nicht glauben. Die Mädchen hatten beide Staatsbürgerschaften, britisch und jemenitisch, aber die Gesetze außerhalb der arabischen Welt zählen überhaupt nicht, wie kann das sein oder zumindest nicht so, als dass sie was ändern können? Am Ende stellte sich heraus, weil die Mädchen noch minderjährig waren und die Eltern unverheiratet, hätte die Mutter ohnehin vor einer Heirat gefragt werden müssen, aber nichts geschah. Nun müsste man meinen, auf den gefälschten Urkunden, dass die Ehe ungültig wäre, aber nichts geschah. Es werden Schmiergelder gezahlt, Leute bestochen und am Ende kann eine einzelne Frau ohnehin nichts ausrichten. Ich finde das einfach nicht fair, dass andere Gesetze nicht greifen können. Ich finde es schlimm, dass man Frauen so hintergehen muss, damit man sich bei sich behalten kann, freiwillig hätten beide sich nie auf so ein Leben eingelassen.
Zuerst einmal wurden beide Frauen verraten und verkauft für 1300Pfund, sie haben ihre Heimat verloren, sie konnten ihre Mutter nur zweimal in acht Jahren wieder sehen, sie hatten nichts mehr zu sagen, mussten viel härter arbeiten, wurden vergewaltigt. Ist das, das Leben, das man sich für sein Kind wünscht? Sicherlich nicht! Ich kann die Geschichte einfach nicht fassen, wie kann man nur? Am Ende stellte sich heraus, warum gerade die Mädchen diese Männer bekamen, aber das empfinde ich jetzt als nicht so wichtig. Ich versteh nicht, wie man sich freuen kann, dann so eine Ehefrau zu haben. Ich persönlich würde es als Mann und auch als Frau schlimm finden immer mit einem Ja- Sager oder einer Ja- Sagerin verheiratet zu sein. Mein Mann soll später auch einmal seinen Kopf haben, aber am Ende soll es doch Gleichberechtigung geben.
Es ist nicht schön zu wissen, wenn der Partner nicht gern bleibt und einen lieber tot sehe, aber auf solche Werte wird dort anscheinend keinen Wert gelegt, dafür aber andere, die ich nicht verstehen kann. Die Frau muss sich um die Kinder kümmern und den Haushalt versorgen. Man hofft, dass die Frau möglichst bald schwanger wird, damit sie ihres Kindes wegen immer beim Mann bleibt. Ich finde es schlimm, wie stark der Unterschied zur Stellung der Frau und der des Mannes ist. Ich meine, gut, natürlich wächst jeder mit einer anderen Erziehung auf und vielleicht empfindet man es auch später als gar nicht so schlecht. Es ist aber so, dass die beiden Mädchen in einer Gesellschaft aufwuchsen, in der Frau und Mann recht gleichgestellt sind, ich sage auch nicht, dass aus einem objektiven Standpunkt eine Form besser ist. Aus einer subjektiven Sicht, finde ich eine Gleichstellung viel besser und so sollte es auch sein, aber warum zwingt man diese Mädchen in solch ein System rein und merkt, dass sie nach acht Jahren immer noch unglücklich sind? Kann man sie dann nicht aus den Qualen entlassen?
Frauen die damit aufwuchsen, kommen sicherlich besser zurecht, aber Frauen aus der westlichen Welt sicherlich nicht und die beiden Mädchen sind kein Einzelfall. Ich finde es sehr traurig, was für Machtspielchen getrieben werden und, dass sie viele Drohungen bekommen und verschüchtert sind. Ich glaube natürlich, dass es auch Liebesheiraten gibt, dass es auch viele nette Männer gibt, aber zu oft hört man auch von anderen Schicksalen. Ich verstehe es nicht, denn ohne Frauen würde es die Gesellschaft in ihrer Form auch nicht geben. Zana konnte ihren Sohn zurücklassen, da es ihm als Jungen viel besser gehen würde, wie einem Mädchen. Nadia lebt nun immer noch dort und viele kämpfen für ihre Rückkehr, aber ohne die Einwilligung ihres Schwiegervaters und Mannes kann sie das Land nicht verlassen. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass sie eines Tages zurückkehren kann und sie zu ihrem alten Leben zurückkehren kann und zumindest annähernd die Qualen vergessen kann.
Fazit
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Dies ist wirklich ein tolles Produkt, für das ich 5 Sterne vergebe.
Ich danke euch für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Testberichtes. Hoffentlich konnte ich euch auf alles eine Antwort geben, für weitere Fragen stehe ich euch aber jederzeit zur Verfügung.
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1-5 von 5 Testberichten über Zana Muhsen: Noch einmal meine Mutter sehen
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