Ich möchte euch heute ein Buch beschreiben, das mich ziemlich beeindruckt hat. Es handelt sich um ein Buch, das sich mit einer ganz ungewöhnlichen Thematik beschreibt. Die Geschichte des Buches handelt von einer „Freundschaft“ zwischen zwei heranwachsenden Mädchen, die nicht unseren gängigen Vorstellungen einer Freundschaft entsprechen dürfte.
Das Buch:
Es handelt sich um den Roman „Böses Mädchen“, der von Amélie Nothomb verfasst wurde. Ich habe mir das Buch gekauft, da ich im Moment sehr viel von dieser Autorin lese und ich wurde nicht enttäuscht. Ich besitze die Taschenbuchausgabe des Diogenes-Verlags, die im Jahre 2006 veröffentlicht wurde.
Insgesamt hat das beschriebene Buch 139 Seiten und man kann es unter der ISBN-Nummer 978-3-257-23552-4 bestellen.
Der Inhalt:
Die Geschichte in „Böses Mädchen“ handelt von Blanche und Christa und deren ungewöhnliches Verhältnis. Blanche ist ein schüchternes, sechzehnjähriges Mädchen, das sehr begabt ist, aber bisher ohne Freundinnen durch das Leben ging. Sie fiel nie besonders auf und wurde auch von ihren Eltern nie mit übermäßiger Liebe überschüttet. Mit ihren sechzehn Jahren studiert sie bereits Politikwissenschaften und trifft an der Universität die schöne und unheimlich beliebte Christa. Diese ist ebenfalls sechzehn Jahre alt.
Blanche sehnt sich nach einer Freundin und wünscht sich sehr, mit Christa als Freundin zu haben. Als sie es jedoch schafft, Christa zu sich nach Hause einzuladen, wird sie mit dem wahren Gesicht Christas konfrontiert. Sie muss schmerzhaft erkennen, dass Christa in Wahrheit eine Antichrista ist. Da diese jedoch ihre gesamte Umgebung durch ihren Charme verzauber kann und auch Blanches Eltern für sich eingenommen hat, wird Blanche Christa nicht mehr los. Sie leidet immer mehr unter ihrer angeblichen Freundin. Da Blanche nie echte Freundschaften erleben durfte, fällt es ihr besonders schwer, sich gegen Christa zu wehren, die zudem noch Blanches Eltern auf ihre Seite gezogen hat. Blanche ist in dieser Situation ganz besonders einsam und muss zusehen, wie Christa sich in ihrem Leben breit macht und es zu einer ganz privaten Hölle macht.
Irgendwann schafft es die verschüchterte Blanche, sich aus dem Schatten von Christa zu befreiten. Sie beginnt mit Nachforschungen zu der wahren Herkunft Christas um auch ihre Eltern von dem wahren Charakter Christas überzeugen zu können.
Der Preis:
Man kann das vorgestellte Taschenbuch für 7,90 Euro erwerben. Für mich hat sich jeder Cent des Kaufpreises gelohnt, da ich beim Lesen sehr viel Vergnügen hatte.
Bewertung:
Meiner Meinung nach ist der beschriebene Roman ganz wundervoll geschrieben, auch wenn er von einem abgrundtief bösen Mädchen handelt. Ich vergebe für das Werk von Amélie Nothomb volle fünf Bewertungssterne und möchte eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen.
topfmops, 17.01.2010
Und wiederum bereichern sich einige Leserlinge an Deiner Arbeit und Deinem Wissen, ohne Dir den Dir zustehenden Lohn, sprich Bewertungen, zu zahlen.
Fifima, 18.01.2010
Von mir gibts ein knappes sh heute, denn ich finde Deine Meinung arg kurz, aber sh ist sh, gell? :- LG Maike
Pitflyer, 17.01.2010
toller ausführlicher Bericht, gefällt mir sehr gut!!!
Ich war sechzehn. Ich hatte nichts ... Keine Freunde, keine Liebe und noch nichts erlebt. So beginnt der Roman...
Die junge Blanche studiert an der Universität Brüssel und lebt das Schicksal eines Mauerblümchens, ist mit 16 nach wie vor Jungfrau und himmelt die beliebte Christa an und wünscht sich nichts sehnlicher, als mit ihr befreundet zu sein. Christa stammt aus dem ostbelgischen Malmedy und Blanche bietet ihr spontan an, bei ihr zu übernachten.
Aus einer Übernachtung wird eine Dauerpension. Die Eltern der jungen Blanche sind begeistert von Christa, die in deren Gegenwart die Brave spielt und kostenlos bei ihnen während der Woche unterkommt, aber nichts besseres zu tun hat, als das Zimmer von Blanche nach ihren Vorstellungen umzumodeln und diese auch permanent zu kritisieren.
Blanche fühlt sich mehr und mehr beklommen, denn Christa hat ihre Eltern so eingewickelt, dass sie sich wie die Made im Speck fühlt.
An der Uni indes verhält sich Christa kühl und distanziert, zuhause spielt sie vor den Eltern die beste Freundin von Blanche.
Die Egomanin treibt es weit und weiter. Und selbst, als Blanche vor dem ersten heißen Kuß eines Kommilitonen auf einer Party steht, pfuscht Christa dazwischen.
Dieser bereits Wochen bestehende Zustand wird für Blanche unerträglich. Christa wird für sie zur Antechrista und eines Wochenendes fährt sie heimlich von Brüssel nach Malmedy, um zu schauen, wie ärmlich Christa tatsächlich wohnt und ob der angebliche Freund von ihr wirklich so ein toller Hecht ist.
Zwei Überraschungen erwarten sie: Christa kommt N-I-C-H-T aus armen Verhältnissen und der Vater ist stinkreich. Was Christa nicht davon abhält, dem Vater sein Geld für die angebliche Miete abzuknöpfen...
Und zweitens ist der tolle Hecht von Freund, den Blanche aufspürt, nichts anderes pickeliger und ungepflegter Bursche ohne Manieren.
Als sie diese Erfahrungen mit Antechrista zu Hause bei ihren Eltern offenbart, suchen diese für das nahezu Unglaubliche immer noch Entschuldigungen. Irgendwann, als sie Christa mit den Vorwürfen konfrontieren, öffnet es auch ihnen die Augen...
@@@ Die Autorin @@@
Amélie Nothomb ist eine ferne Verwandte meiner belgischen Freundin Anne-Catherine. So wurde ich auf die Schriftstellerin überhaupt aufmerksam.
Die 1967 im japanischen Kobe geborene Amélie die Tochter eines belgischen Diplomaten. Ihr Kindheit und Jugend verbrachte sie vor allem in Japan und China. Jahre später siedelte sie nach Europa über. Für sie war es ein Kulturschock und nach ihrem Studium ging sie einige Zeit nach Japan zurück.
Später riskierte sie einen neuen Versuch, in Europa Fuß zu fassen und begann zu schreiben. Ihre Bücher wurden erfolgreich über die Grenzen von Belgien und Frankreich hinaus. Amélie Nothomb, die rund 40 Veröffentlichungen seit dem Beginn der 90er vornahm, lebt heute in Brüssel und Paris und gilt als wohl erfolgreichste belgische Autorin.
Diese simple Story der erzählenden Blanche ist spannender als mancher Kriminalromane, und Amélie Nothomb lässt keine einzige Raffinesse aus, um (Ante)Christa zunächst blendend und Blanche recht dumm da stehen zu lassen.
Fast schon erschreckend ist, wie deren Eltern sich so einseifen lassen und ihrer eigenen Tochte diese mit allen Wassern
gewaschene Made im Speck als Vorbild schmackhaft machen wollen. Das ist kein Zickenalarm, das ist schlimmer ...eine unverschämte Raffinesse einer jungen Dame, die eine zurückhaltende und sanftmütige Blanche in eine so defensive Lage bringt, dass sie sich selbst zu Hause nicht mehr wohl fühlt.
Man kann es sich kaum vorstellen, aber unrealistisch ist der Roman an keiner Stelle.
Es ist für den Leser, der unweigerlich die Partei von Blanche beim Lesen ergreift, nahezu eine Erlösung, dass die junge Dame hinter das schäbige Geheimnis der raffinierten Christa kommt und den Spies umdreht...
Ergänzend ist die sehr gute Übersetzung von Brigitte Große aus dem Französischen zu loben, denn die Autorin Amélie Nothomb verliebt sich in ihren Romanen immer wieder gerne in Metaphern, die es auch gelungen ins Deutsche zu übersetzen gilt.
Das Wortspiel Antichrist / Antechrista hat wahrlich nichts mit dem Christentum zu tun, bot sich aber bei diesem Jeu des mots doch blendend an.
Der Stil der Nothomb ist wunderbar und bissig, und die bekannte Autorin liefert mal wieder einen Roman ab, der von der ersten bis zur letzten Seite gelungen ist. Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen, weil mich einfach nicht losließ, wie es wohl enden mag.
Böses Mädchen ist für mich neben Liebessabotage und Metaphysik der Röhren eines der besten Büchern von Amélie Nothomb.
Ich kann diese Mischung aus Frust und später Notwehr nur als eine blendende Geschichte beschreiben, die so clever ist, dass man sie doch hoffentlich eines Tages verfilmen wird. Der Figaro nennt es Eine boshafte Geschichte über die Lüge. Und er behält Recht damit.
Kurz und knapp: ein bösartiger, bissiger, genialer und kurzweiliger Roman !!!