Kathy Reichs: Lasst Knochen sprechen Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung 3.9 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (6/6).
Bewertungsverteilung:
Humor:
wenig humorvoll
Spannung:
hoch
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Aufmachung:
schön
Zielgruppe:
Erwachsene
Wie ergreifend ist die Story?:
ergreifend
Seitenzahl:
300-400
Stil:
neutral
Vorteile
Die Detailverliebtheit der Autorin
unterhaltsam, spannend
spannend und realistisch
spannend, interessant, lehrreich
Realistische Geschichte, Spannung, viele Informationen
Nachteile/Kritik
Die Detailverliebtheit der Autorin
Hektisches Ende
teilweise zu persönlich --> Ablenkung von der Handlung
nichts für schwache Nerven
die französischen Begriffe
Knochen lügen nicht
ein Testbericht von Araxas2003-09-12 22:18:15vom 12.09.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Die Detailverliebtheit der Autorin...Nachteile/Kritik: Die Detailverliebtheit der Autorin
Kurzer Inhaltsanriss
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Dass ist nun ein diskussionswürdiger Punkt. Mein Motto dazu: " So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig." Weitere diffuse Hinweise zur Handlung findet man unter den nachfolgenden Überschriften .
Rockerkrieg in Kanada. Verfeindete Charter(1) der Hell's Angels und der Outlaws kämpfen um die Vorherrschaft im Drogenhandel. Im Laufe dieser Auseinandersetzungen kommt die neunjährige Emily Anne Toussaint zu Tode. Bei einer Schießerei zwischen den verfeindeten Gangs wird das kleine Mädchen, mitten auf der Straße, von zwei Kugeln, im Kopf getroffen.
Die forensische Anthropologin Tempe Brennan ist tief betroffen und empört über den sinnlosen Tod des Mädchens. Ihre überragenden Fähigkeiten sind eigentlich diesem Routinefall nicht angemessen. Aber sie bringt ihren Vorgesetzten dazu sie in die Ermittlungen mit einzubeziehen. So steht sie denn auch den Ermittlungsbehörden mit Rat und Tat zur Seite. Aufgrund ihrer emotionalen Betroffenheit macht es ihr nichts aus ihre, ohnehin karg bemessene Zeit, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
Ein Informant aus der Biker Szene, der seinen dreckigen Hals retten will, führt das Ermittlungsteam zu einer Stelle auf dem Clubgelände der "Vipers" ( Charter der Hell's ) wo zwei Opfer früherer Auseinandersetzungen der Erzfeinde verbuddelt wurden.
Das ist natürlich ein Job für Ms. Brennan. Der Informant weiß nicht wo genau denn nun die Leichen verscharrt wurden. So dass Tempe, in ihrer streng wissenschaftlichen Arbeitsweise, ein großräumiges Gebiet um den vermeintlichen Fundort untersuchen lässt.
Die angekündigten Leichen werden zwar gefunden. Aber auch bestimmte Knochen einer dritten Leiche die nicht zugeordnet werden können.
Diese dritte Leiche fällt nun wieder in den Zuständigkeitsbereich der Protagonistin. Die Knochenreste der weiblichen Person sind nicht vollständig ( ein Schädel und zwei Beinknochen ) und weitere Recherchen führen in den Süden der USA.
Tempe hat sich da einiges zugemutet. Der Fall, in dem sie eigentlich nur beratend mitwirken wollte, hat sich zu etwas entwickelt dass ihr Fachgebiet unmittelbar berührt.
Als ob dass denn nicht schon genug Stress wäre, geht es in ihrem privaten Bereich drunter und drüber. Ihr Lover der Polizist Andrew Ryan steht unter dem Verdacht mit Drogen gedealt zu haben. Auch Tempes Neffe Kit, ein leidenschaftlicher Harley-Fan, gerät in den Dunstkreis der Biker - und wozu diese finsteren Typen fähig sind, weiß Tempe nur allzu gut.
Exkurs: Forensische Anthropologie
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Die folgenden Ausführungen kann man getrost überlesen.
Mich hat's jedenfalls interessiert. Bei einer genaueren Recherche wird schnell klar dass diese Bezeichnung nicht eindeutig definiert ist. Viele Rezensenten benutzen diesen Begriff so als müsste einfach jeder halbwegs gebildete Mensch wissen was denn genau dahintersteckt.
Forensische Anthropologin, der Beruf von Tempe Brennan. Ich konnte mit dieser Bezeichnung nicht allzu viel anfangen, und nahm zuerst an es wäre Synonym für einen Pathologen der bei einer Strafverfolgungsbehörde angestellt ist. Beim Lesen des Romans ist mir klargeworden dass dem nicht so ist.
Anthropologie ist die Lehre vom Menschen. Das Spezialgebiet der biologischen Anthropologie (ein wichtiger Forschungsgegenstand ist die anatomische Ausprägung des menschlichen Körpers, die mit Hilfe der Anthropometrie erfasst wird) liefert eine Teilerklärung.
Bei der Forensik scheiden sich die Geister, („Forensisch“ heißt eigentlich vor Gericht/für das Gericht ). Diese Bedeutung war in Deutschland unerwünscht. Als Anglizismus ist das Wort aber über
TV und Kino in seiner unrichtigen Bedeutung wieder nach Europa gelangt.
Unter Forensik könnte man eine, sich gegenseitig verstärkende, Zusammenarbeit von
Kriminalistik, Rechtsmedizin und Naturwissenschaften verstehen.
Link zum Thema: http://www.benecke.com/wasist.html
Kathys Arbeit setzt genau dort ein wo alle Spezialisten mit ihrem Latein am Ende sind. Wobei ihre Methoden interdisziplinär sind.
Persönliches
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Tempe ist keine Spezialistin oder doch eine Spezialistin die die Erkenntnisse der "Fachidioten" in einem größeren Zusammenhang interpretiert. Ich kann die Faszination die, die Autorin für ihre Arbeit empfindet, in höchstem Maße nachvollziehen.
Genau diese Orientierung ist meine höchst persönliche Vorstellung davon, wie man die Zeit, die man dem "Broterwerb" opfern muss, sinnvoll ausfüllt.
Pro und Kontra
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Ja, ich gebe es zu. Tempe und damit Kathy sind mir außerordentlich sympathisch. Die enge Verquickung von Autorin und Protagonistin gefällt mir. Wobei ich mir durchaus im Klaren bin dass die Autorin ein geschöntes Abbild ihrer Selbst darstellt.
Ich bin der Autorin gegenüber eindeutig wohlwollend eingestellt. Dass beeinflusst natürlich mein Urteilsvermögen. Der Roman hat einige Schwachpunkte, ich konnte darüber hinwegsehen, versuche aber trotzdem einmal einem potentiellen Leser diese Punkte aufzuzeigen.
Tempe wirkt sehr menschlich. Sie sorgt sich einerseits über ihre Frisur, und andererseits hat ihre Tätigkeit als "Knochensortierer" ihre Emotionen noch nicht abgeschliffen. Sie ist, je nach Stimmung, ungehalten und reagiert oft ungerecht. Ihr ist dies vollkommen klar und sie versucht es im nachhinein zu relativieren.
Die Autorin begeht nicht den Fehler ihre Figur, mit Gewalt, in den Vordergrund zu rücken. Ihre Arbeit trägt zwar entscheidend zur Aufklärung des Verbrechens bei. Aber sie ist halt nur eine externe Beraterin die die wahren Kriminalisten bei ihrer Arbeit unterstützt.
Die Verwicklungen die ihren Freund und Geliebten Andrew Ryan betreffen sind wohl doch ziemlich abgedroschen und vorhersehbar. Wenn so ein integerer, muskulöser und gut aussehender Polizist plötzlich im Untergrund verschwindet dann kann nur er doch nur ein Undercover Agent sein, oder ?
Und der Neffe, der so ganz unschuldig, in das böse, böse Bikermilieu abrutscht wirkt doch schon arg konstruiert.
Die Akribie die für ihre Arbeit notwendig ist überträgt sich eindeutig auf ihre Schreibe. Die Detailverliebtheit der Autorin führt dazu, dass relativ unwichtige Dinge so genau beschrieben, und gewiss auch realistisch dargestellt werden, dass der Leser am Ende verwirrter ist als vorher.
Negativ – Beispiel: Tempe erklärt die Strukturen der Organisation für die sie arbeitet bis ins kleinste Detail und nennt auch gleich die Namen auf englisch und französisch. Wollte man dies ernstnehmen dann müsste man, auf einem extra Blatt Papier, die Strukturen der einzelnen Organisationen aufzeichnen. Es interessiert mich nicht wirklich dass Agent XY der u-ten Unterabteilung ( Bezeichnung auf englisch und französisch mit Erklärung der jeweiligen Kürzel ) des FBI's angehört. Die Information, dass er zur "Firma" gehört reicht vollkommen aus.
Diese Akribie treibt seltsame Blüten. Für das Verständnis der Handlung ist es nun wirklich unerheblich, bis in die letzte Einzelheit, die Organisation der Rockerbanden zu erklären. Dass Charter der Hell's mit Chaptern anderer Gangs im Clinch liegen hätte durchaus ausgereicht. Aber nein, Reichs erklärt uns dass die "Vipers" nur Anwärter ( Prospects (2)) auf die Mitgliedschaft bei den Hell's sind. und dass die "Outlaws" unter dem Namen "Rock Maschine" in Kanada operieren. Tatsächlich sind "Rock Maschine" und ihre Prospects aber nur Anwärter auf die Mitgliedschaft bei den "Bandidos". Wenn jetzt Sonny Barger solche Zusammenhänge aufgedeckt hätte dann wäre dass ja noch in Ordnung.
Die Information dass Hell's und Bandidos sich gegenseitig auf die Ohren hauen hätte durchaus ausgereicht.
Als Positiv – Beispiel werte ich die Erklärungen der Autorin zu kriminalistischen und medizinischen Fragestellungen. Ich liebe so etwas, eine wissenschaftliche untermauerte Fragestellung, weckt mein Interesse . Es reizt mich ungemein wenn Kathy, medizinische oder physikalische Sachverhalte bis ins letzte Detail erklärt.
Quickwater ist einer der ermittelnden FBI Beamten, Kathy kann sich auf sein seltsames Verhalten keinen Reim machen und reagiert recht ungehalten auf ihn. Die Erklärung, warum Quickwater sich so verhält und warum er trotzdem zurechtkommt ist so an den Haaren herbeigezogen dass es schon fast weh tut, Aua.
Der Ekelfaktor ist zuweilen recht hoch. Ihre wohldosierten Unappetitlichkeiten bei der Beschreibung ihrer Arbeit haben mich begeistert. Alleine schon die Erklärung warum die Leichenteile der unbekannten Toten von South Carolina nach Kanada gebracht wurden, ist "hammerhart". Perfekt !
Die Autorin
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Kathy Reichs, 1950 in Chicago geboren, arbeitet u.a. als forensische Anthropologin an den gerichtsmedizinischen Instituten in Montreal und Charlotte, als Gutachterin für die Vereinten Nationen und das US – Verteidigungsministerium und unterrichtet an der FBI – Akademie in Quantico, Virginia.
http://www.kathyreichs.com = Homepage von Kathy Reichs. Die Seite sollte man sich unbedingt anschauen, auch wenn man die englische Sprache nicht beherrscht. Dort erfährt man z.B., dass Frau Dr. Kathleen Reichs bei der Identifizierung der Opfer des 11. Septembers mitgeholfen hat.
Das Buch:
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Titel: Lasst Knochen sprechen
Autorin: Kathy Reichs
ISBN: 3-442-35923-6
Seiten: ca. 340 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: Mai 2003
Übersetzer: Klaus Berr
Preis: 6,00 EURO fürs TB
Glossar
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(1) Charter
(wörtlich: Lizenz) Ableger eines Clubs in weiteren Städten oder Gegenden. Fährt unter dem Namen und Logo des Mutterclubs, führt aber eine lokale Selbstverwaltung. Bei allen anderen Clubs ( die nicht zu den Hell's Angels gehören ) heißt es übrigens "Chapter" ( Ortsgruppe ) Bei den amerikanischen Outlaw – Gangs werden die Begriffe nicht sorgfältig unterschieden, wohl aber in Deutschland.
(2) Prospect
Anwärter für die Mitgliedschaft in einem Club. Er trägt i.d.R. keinen vollständigen Rückenaufnäher, sondern nur Teile davon. Auch ganze Clubs können als " Prospect – Charter " Anwärter auf die Mitgliedschaft im Hell's Angels MC sein.
Fazit
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Endlich einmal ein Thriller von einer Frau, mit einer weiblichen Heldin, bei der die Autorin nicht einfach nur ihre männlichen Kollegen kopiert hat. Ich habe das Buch gerne gelesen und konnte über einige Schwächen hinwegsehen. Die Detailverliebtheit der Autorin ist stellenweise ziemlich nervig. Jedenfalls ist das Buch kein "08/15 - Frau in Gefahr – Thriller".
ein Testbericht von leflole2010-02-20 00:46:11vom 20.02.2010Empfehlung: ja
Vorteile: Spannend mit vielen Hintergrundinformationen...Nachteile/Kritik: Teilweise etwas verwirrend
Nun hab ich endlich das nächste Buch aus der Bücherei ausgelesen. Dies hab ich mir auf Grund der guten Berichte ausgeliehen…
Über die Autorin steht im Buch:
Kathy Reichs wurde in Chicago geboren. Sie unterrichtet an der University of North Carolina und ist eine von nur fünfzig zugelassenen forensischen Anthropologen in Kanada und den USA.
Ihre Romane „Tote lügen nicht“ und „Knochenarbeit“ erklommen alle Bestsellerlisten und wurden auch in Deutschland zu großen Erfolgen.
Klappentext:
Ein heißer Sommer in Montreal. Nach einem Überfall auf offener Straße, bei dem auch ein kleines Mädchen zu Tode kam, dreht sich im Bandenkrieg zwischen den Heathens und den Vipers, zwei konkurrierende Motorradgangs, die Schraube der Gewalt immer weiter. Zwei Mitglieder der Heathens haben sich mit einer selbst gebastelten Bombe auf das Clubgelände ihrer Erzfeinde geschlichen, wurden aber erwischt, erschossen und von ihrer eigenen Sprengladung in Kleinstteile zerfetzt. Die forensische Anthropologin Tempe Brennan soll die Opfer identifizieren und bekommt im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, denn die schwergewichtigen Brüder waren eineiige Zwillinge. Doch am Tatort wartet noch eine weitere Überraschung auf sie: Im Garten des Clubs liegen zwei skelettierte Leichen – und daneben der Schädel und die Oberschenkelknochen eines jungen Mädchens. Bei näherer Untersuchung entdeckt Tempe ein seltsames Detail an dem Schädel: ein kleines Bohrloch, das darauf schließen lässt, dass das Mädchen einen Hydrozephalus, einen Wasserkopf, hatte. Alles andere also als die übliche rockerbraut – wie kam das junge Mädchen in Kontakt mit den harten Jungs der Gang? Und wo ist das übrige Skelett?
Kein leichter Fall für Tempe, zumal es nicht nur für sie brenzlig wird. Ihr Neffe Kit, der ein verhängnisvolles Faible für Motorräder hat und in den Dunstkreis der Biker gerät, ist in großer Gefahr…
Meine Meinung:
Für dieses Buch habe ich relativ lange gebraucht, da die vielen, für mich ähnlich klingenden Namen bei mir für etwas Verwirrung sorgten. Ich lese selten mal eine längere Zeit am Stück, sondern mal hier 15 Minuten und mal da 20 Minuten. Da fiel es mir nicht so leicht, wieder voll rein zu kommen in die Story und ich musste öfters mal etwas zurückblättern.
Die Namen der Kollegen von Tempe waren sich teilweise sehr ähnlich und dann auch noch die verschiedenen Motorradgangs. Die einen waren die Untergruppe von dieser… die hatten aber noch mal irgendeine andere als Handlanger-Gruppe usw.
Ich glaube, bei so simplen Namen wie Franz, Peter und Johannes oder so, hätte ich den besseren Durchblick gehabt.
Schwierig waren manchmal auch die verschiedenen Tatorte bzw. Fundorte… da konnte man beim Lesen so manches verwechseln.
Die Story an sich ist sehr gut und spannend. Zu Tempes beruflichen Herausforderungen gesellen sich eben noch die privaten Probleme mit ihrem Neffen, der vorübergehend bei ihr wohnt und außerdem wird ihr Freund Ryan, der selbst Polizist ist, wegen Drogenhandels festgenommen… Das macht sie zunächst fassungslos. Doch sie kämpft für Gerechtigkeit und gibt nicht auf, nachzuforschen!
Sehr interessant sind hier die vielen Hintergrundinformationen zur forensischen Anthropologie. Es wird bis in kleinste Details sehr gut erklärt, wie man z.B. aus den beiden komplett zerfetzten
Zwillingsbrüdern doch die Eintelgewebsteile so sortieren kann, dass man weiß, welches zu wem gehört.
Dies hab ich sehr gern gelesen und weiß mit absoluter Sicherheit: dieser Beruf wäre nie etwas für mich!!!
Als Film könnte ich mir diese Story sehr gut vorstellen, allerdings wären da wohl einige Gruppen sehr aufgebracht, da die Handlung in vielen Dingen den typischen Klischees und Vorbehalten entspricht…
Ich vergebe für dieses Buch 3 Sterne und kann es guten Gewissens empfehlen, allerdings ist es hilfreich, wenn man sich beim Lesen gut konzentrieren kann…
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ein Testbericht von Ritzilein2004-05-18 05:51:42vom 18.05.2004Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, interessant, lehrreich...Nachteile/Kritik: nichts für schwache Nerven
Der dritte Roman meiner Lieblingsautorin Kathy Reichs sprach mich vom Thema her überhaupt nicht an. Trotzdem musste ich ihn lesen, weil ich wissen wollte, wie es mit ihrer Titelheldin und deren Freund Ryan weiterging. Nachdem ich mich dann durch die ersten zehn Seiten durchgequält hatte, war ich schlagartig doch begeistert vom Thema.
Der deutsche Titel ist meiner Meinung nach total blöde gewählt, denn er sagt eigentlich gar nichts über das Buch aus. Der Titel: "Laßt Knochen sprechen".
Die Story:
Alles beginnt damit, dass es einen offenen Krieg zwischen zwei verfeindeten
Motorradgangs in Montreal gibt. Bei einer Bombenexplosion kommen Zwillinge ums Leben, dessen Überreste die Protagonistin Tempe Brennan identifizieren soll. Zudem kommen noch ein ermordetes kleines Mädchen und der Schädel einer jungen Frau hinzu, die körperliche Behinderungen aufwies.
Tempe Brennan beginnt zu recherchieren und schafft es tatsächlich einen Zusammenhang der Motorradgangs und der Mädchen herzustellen.
Zudem macht das Verhalten ihres Neffen Kit ihr sorgen, der sie gerade in Kanada besucht. Auch er entwickelt sich zu einem Motorrad Fan und beginnt mit Leuten umherzuziehen, die Tempe in der Sparte der Gangmitglieder vermutet.
Als dann noch ihr ehemaliger Freund Ryan auf dem Gelände der Motorarradgang auftaucht, wird Tempe immer nervöser und will das Geheimnis lüften und ihre Freunde und Familie in Sicherheit bringen.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über die Story verraten, denn das Buch soll ja für jeden, der es lesen will auf jeden Fall noch spannend bleiben.
Die Autorin:
Ich habe bereits in meinem letzten Bericht ein paar Infos zu Kathy Reichs gegeben, werde aber diese hier noch einmal widerholen.
Kathy Reichs ist eine von 50 zugelassenen Antropologinnen der USA, die sich einen sehr guten ruf unter den Fachleuten gemacht hat. Sie lebt wie ihre Titelheldin Tempe Brennan abwechselnd i n Kanada und den USA, wird für besonders brisante Fälle zu Rate gezogen und lehrt außerdem noch an der FBI-Akademie in Quantico.
Kathy hat in den USA gerade ihr fünftes Buch veröffentlich, das sich ebenfalls wieder um die Arbeit von Temperance Brennan dreht.
Mein Fazit:
Nachdem ich ja das Thema Motorradgangs anfangs gar nicht so mochte, fand ich es schließlich total interessant, weil ich es auch für sehr realistisch halte. Das Buch ist äußerst unterhaltsam und auch lehrreich geschrieben. Ich kann es nur empfehlen. Allerdings ist es für Menschen die etwas sensiblerer Natur sind sicherlich nicht so gut geeignet.
Das Buch:
Erscheinen ist das Buch im Blanvalet TB-Verlag, München. Es umfaßt 345 Seiten und ist so ziemlich in all Buchläden erhältlich. Bei BOL kostet es 8,90 Euro.
Die ISBN-Nr lautet: ISBN: 3442355907
Ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Einblick in diese Geschichte geben, ohne zu viel zu verraten. Ich möchte das Buch allen Krimifans ans Herz legen, denn es ist echt klasse.
ein Testbericht von T_Goose2004-05-13 19:25:01vom 13.05.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Realistische Geschichte, Spannung, viele Informationen ...Nachteile/Kritik: die französischen Begriffe
Hallo liebe Community. Da ich im Moment ständig am Lesen bin, gibt es auch zahlreiche Bücher, über die ich euch hier berichten kann. Heute geht es um ein Buch, welches schon vor ein paar Jahren in Deutschland erschienen ist. Dabei handelt es sich um den Thriller „Lasst Knochen sprechen“ von Kathy Reichs. Ich hatte das Buch beim Aufräumen in einem Regal entdeckt und da ich es noch nicht gelesen hatte, musste ich dies schnellstmöglich nachholen.
.:: Story ::.
Es ist einer heißer Sommer in der kanadische Stadt Montreal. Bei einem Bombenanschlag
komme zwei Mitglieder eine Motorrad-Gang um Leben. Dr. Tempe Brennan arbeitet am anthropologischen Institut von Montreal und hat nun als Gutachterin die Aufgabe, die Leichenteile, wobei das größte gerade mal 10 Pfund wiegt, dem jeweiligen Opfer zuzuordnen.
Bei einer weiteren Schießerei, die offensichtlich Racheakt für den Bombenanschlag ist, kommen neben Rockern auch noch ein 10jähriges Mädchen ums Leben. Für viele ist sie nur ein tragisches Opfer, was sich zur falschen Zeit am falschen ort aufgehalten hat. Doch Tempe Brennan kommt schnell zu dem Entschuss, dass sie die Täter finden will.
Bei ihren Ermittlungsarbeiten kommt sie schrecklichen Entdeckungen auf die Spur, und ehe sie sich versieht, spielt sie selbst eine Rolle im herrschenden Bandenkrieg. Zu allem Überfluss taucht auch noch plötzlich ihr 19jähriger Neffe bei ihr auf, der sich für die nächsten Tage einnistet. Sein großes Interesse für Motorad-Gangs und ihre heißen Öfen, stößt bei ihr nicht gerade auf viel Gegenliebe. Und zu allem Überfluss meldet sich ihr Freund Ryan nicht mehr und er schient vom Erdboden verschluckt...
.:: Meinung ::.
Die Aufmachung des Buches finde ich für den Titel sehr passend. Auf dem Vorderseite des Taschenbuchs ist eine Wäscheleine gespannt, an der verschiedene Knochen hängen. Unter dem Namen der Autorin „Kathy Reichs“ steht der dazu passende Titel „Lasst Knochen sprechen“. Damit verbinde ich sofort, dass es in dem Buch zu einigen Funden von Knochen kommt, und auch ansonsten muss der Inhalt sehr stark etwas damit zu tun haben. Und es hat mich auch nicht überrascht, als dies dann auch eingetreten ist.
Die Geschichte finde ich zu Beginn verwirrend und ich wusste auch nach den ersten Seiten nicht, um was es überhaupt geht. Das lag zum großen Teil daran, dass in dem Buch stellenweise französische Fragmente zu entnehmen sind, was auf Grund der geografischen Lage von Montreal logisch erscheint. Auch haben mich die Bezeichnungen der Behörden durcheinander gebracht, die ebenfalls in französisch genannt waren. Später gab es dafür allerdings nur noch Abkürzungen, womit ich dann gar nicht mehr wusste, um was für eine Art von Behörde es sich denn nun handelt.
Mit dieser Art der Schreibweise, wollte Kathy Reichs sicherlich eine deutliche Spur Authensität in ihr Buch bringen, was auch bestimmt eine gute Idee ist, aber mich hat es doch mehr verwirrt, als begeistert.
Im weiteren Verlauf ist die Geschichte dann aber deutlich verständlicher geworden und ich hatte auch schnell einen guten Überblick. So kam schnell Lesefreude auf und ich habe ein Kapitel nach dem anderen gelesen. Die Spannung wurde von Seite zu Seite höher und ich war wirklich gespannt, wie sich der Fall denn nun auflösen wird. Ich hatte zwar schnell eine Vermutung wer denn der Täter ist, aber diese wurde dann nicht bestätigt. Das finde ich immer wieder gut, wenn ich lange auf einer Spur bin, diese dann aber doch nicht zutrifft. Am besten ist es dann aber, wenn dies erst auf den letzten Seiten geschieht, so wie es hier der Fall ist. Darunter erfreut sich die Spannung!
Kathy Reichs hat meiner Meinung nach einer hervorragende Recherche betrieben und gibt diese Infos auch sehr gut an den Leser weiter. Ich muss zugeben, von der Tätigkeit als Anthropologe hatte ich bisher keine große Ahnung und auch was die Untersuchungen an den Knochen angeht, habe ich sehr viele interessante Dinge gelesen. Aber auch die restlichen Ermittlungsarbeiten am Tatort habe ich mit Freude gelesen und fand diesen Einblick sehr lohnenswert. Teilweise war es schon mit einem leichten Schauer zu lesen, wenn wieder ein paar Knochen untersucht wurden und was man so alles aus denen herauslesen kann. Einfach phänomenal!
Wegen dieser Beschreibungen finde ich auch, dass das Buch eher für Erwachsene geeignet ist, da manchen Dinge doch einfach zu grausam sind und nicht für jedermann gedacht sind.
Auch im Beug auf den Bandenkrieg der einzelnen Motorad-Clubs, hat sie ganze Arbeit geleistet. Mir waren zwar Begriffe wie Hells Angels ein Begriff, allerdings war das dann auch schon alles. In dem Buch wird aber auch einiges über diese Clubs erzählt und man bekommt einen sehr guten Einblick, in das Leben einer solchen Gang. Das ist meiner Meinung nach auch von großer Bedeutung, da man ansonsten nicht versteht, warum es schließlich zu den zahlreichen Morden und Toten gekommen ist.
Die einzelnen Charaktere gefallen mir sehr gut und sie werden einem auch recht schnell vorgestellt. Es war mein erster Roman von Kathy Reichs, doch trotzdem waren mir die Figuren schnell einigermaßen vertraut. Gut gefallen hat mir die Figur der Tempe Brennan, der die taffe Anthropologin verkörpert. Sie schien unerschütterbar und ein Fels in der Brandung zu sein, nichts konnte sie aus der Ruhe bringen und sie war immer mit vollem Einsatz bei ihrer Arbeit. Doch trotzdem ist sie in ihrem Privatleben eine Frau, die sich nach einem Partner und Geborgenheit sehnt.
Noch besser fand ich allerdings den Charakter ihres Neffen Kit. Der 19jährige ist aufgeschlossen und stürzt sich dank seines Alters in alles, was Spaß macht. Damit trifft er zwar nicht immer den Geschmack seiner Tante, doch dies bringt viel Spannung in die Geschichte. Auch finde ich ihn mit seinen ständigen Fragen für den Verlauf der Story sehr nützlich.
.:: Daten zum Buch ::.
Autor : Kathy Reichs
Titel : Lasst Knochen sprechen ( Original : Deadly Decisions )
Jahr : Original 2000, deutsche Übersetzung 2001
Übersetzung : Klaus Berr
Richtung : Thriller
Seiten : 345
Verlag : Blanvalet
ISBN : 3-442-35590-7
Preis : Taschenbuch 8,90 €
Mehr Infos unter
.:: Fazit :..
„Lasst Knochen sprechen“ ist ein guter Thriller, der spannend und unterhaltsam geschrieben ist. Die Geschichte ist logisch und wirkt auf mich sehr realistisch. Die Recherche ist hervorragend und man bekommt einiges interessantes an Wissen geboten. Lediglich der Beginn hat mir nicht gefallen, da dort zahlreiche französische Begriffe umherschwirrten. Das hat auch für den Abzug bei der Benotung geführt.
Daher vergebe ich 4 Sterne und möchte das Buch empfehlen.
ein Testbericht von BabyT242004-01-06 18:47:36vom 06.01.2004Empfehlung: ja
Vorteile: spannend und realistisch...Nachteile/Kritik: teilweise zu persönlich --> Ablenkung von der Handlung
Hallo liebe Yopileser und -leserinnen,
Ich war heute gerade so in einem Schwung des Schreibens drin, also dachte ich mir, dann kann ich den Bericht zum dritten Buch von Kathy Reichs auch gleich noch schreiben. Ich hoffe er ist so gut geworden wie die vorherigen und wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen.
_<<< Charaktere >>>_
Dr. Temperance Brennan - von den meisten Kollegen wird sie nur kurz Tempe genannt, sie hat eine Tochter und ist geschieden; seit nunmehr einem Jahr arbeitet sie am gerichtsmedizinischen Institut von Quebec, eine französischsprachige Insel
in der Provinz von Kanada als forensische Anthropologin
Kit – ist der Neffe von Tempe, der reiche Eltern hat und sich daher so einiges leisten kann
Pierre LaManche - Leiter des Laboratoire de Médicine Légale (gerichtsmedizinisches Institut), also der Vorgesetze von Tempe
Andrew Ryan - Mitarbeiter der Séction des homicides (Morddezernat)
Lyle Crease – ist Reporter, aus dem man allerdings nicht so wirklich schlau wird und auch nicht so ganz weiß, was er bezweckt.
_<<< Inhalt >>>_
Die Geschichte des Buches beginnt mit dem Tot eines 9-jährigen Mädchens, dass durch Zufall zwischen die Fronten eines Bikerkrieges geriet, die im ganzen Lande kursieren. Dabei sprengen sich Biker rivalisierender Clubs in die Luft, erstechen sich oder erschießen sich gegenseitig.
Durch solche einen Vorfall muss Tempe ein Seminar abbrechen um zwei Biker zu identifizieren, die in die Luft gesprengt wurden. Die zerfetzten Bandenmitglieder sind Zwillinge und können nur noch anhand einer DNS-Analyse identifiziert werden. Und auch das kleine Mädchen hat Tempe auf dem Autopsietisch, was in ihr den Wunsch weckt, an der Aufklärung des Falles zu helfen. Diesen Wunsch trägt sie ihrem Chef zu, der sie in das extra dafür aufgestellte Team schickt. Dort arbeitet sie als Vermittlerin zwischen dem Leichenschauhaus und den Ermittlungsbehörden.
Und dann passiert etwas, dass Tempe vollkommen aus der Bahn wirft, denn Ryan wird verhaftet. Man wirft ihm Besitz von Drogen und Handel illegaler Substanzen vor. Tempe kann es nicht glauben. Aber trotz dass Ryan wieder auf freien Fuß kommt, meldet er sich nicht bei ihr um es zu erklären. Tempe bekommt Zweifel an der Unschuld Ryans und auch an der gerade angefangenen Beziehung zu ihm.
Doch lange hat sie keine Zeit sich mit Ryan zu befassen, denn sie muss bei der Einheit gegen die Bandenkriege mithelfen. Hier erfährt sie alles über die Historie der Biker und der Bildung der Clubs. Sie erfährt, dass ein Mann verhaftet wurde, der als Handlanger beim Club der Vipers war. Dieser will der Polizei die Gräber zweier Opfern zeigen. Und tatsächlich sind an diesem Ort auch zwei Leichen vergraben, aber es sind nicht die einzigen Leichen die Tempe und das Team finden. Jedoch fehlen von der dritten Leiche einige Teile.
Die zwei Leichen der erwarteten Opfer sind schnell identifiziert. Die dritte gefundene Leiche ist die eines Mädchens, dass zwischen 14 und 19 Jahre alt ist und ein operatives Implantat im Kopf hat. Dieses Implantat bekommt man eingesetzt, wenn man einen so genannten Wasserkopf hat, damit das überschüssige Wasser aus dem Hirnstamm in den Magen abtransportiert werden kann. Die Suche nach einem vermissten Mädchen beginnt und schon bald steht fest, dass es sich um die 16-jährige Savannah Claire Osprey handelt, die eines Tages spurlos aus Myrtle Beach verschwunden ist. Gott sei Dank gibt es dort aber die fehlenden Teile des Skelettes. Also macht sich Tempe auf dem Weg dorthin um die Teile miteinander zu vergleichen. Der Täter konnte damals nie ermittelt werden.
Mitten in den Untersuchungen taucht plötzlich Tempes Neffe Kit auf. Mit diesem geht sie auf ein Essen einer Freundin, auf der auch ein Reporter namens Lyle Crease auftaucht. Hat dieser Reporter vielleicht nur eins im Sinn? Eine Story, egal was es koste? Und was hat ein Auge in einem braunen Umschlag an Tempes Wagen zu suchen? Auf jeden Fall interessiert sich dieser Reporter recht intensiv für Kit und unternimmt in der nächsten Zeit sehr viel mit ihm. Auch führt er ihn in die Kreise der Biker ein, was Tempe natürlich gar nicht Recht ist.
Doch es kommt noch besser, denn eines Tages wird in einem Appartement ein Toter gefunden, der durch einen Kopfschuss getötet und dann verbrannt wurde. Der Tote war früher ein Mitglied eines Bikerclubs. War er also nun zu einem Opfer gerade dieser geworden? Schnell steht zumindest ein Verdächtiger fest, auf dessen Jacke Blut des Opfers gefunden wird. Doch etwas passt nicht ins Bild. Was ist es? Und dann bekommt Tempe überraschend einen Anruf des Verdächtigen, der ihr sagt, dass es kein Bandenmord war. Woraufhin sie diesen im Gefängnis besucht. Was sie dort erfährt verrate ich an dieser Stelle aber nicht :-)
Als Tempe wieder im Leichenschauhaus erscheint, wird ihr mitgeteilt, dass LaManche bei einer Autopsie einen Herzinfarkt erlitten hat. Kurz darauf erfährt sie, dass das Opfer des Appartements nicht durch den Kopfschuss getötet wurde, sondern zuvor brutal erschlagen wurde.
Doch wie hängt dann alles zusammen? Was hat es mit dem gefunden Mädchen auf sich? Wird Lyle Kit so sehr beeinflussen, dass Kit ins Bikermilieu abrutscht? Und werden jemals die Verantwortlichen für die Morde bestraft. Was ist mit Ryan? Wird seine Unschuld bewiesen und werden Tempe und er wieder ein Paar?
Das alles könnt ihr natürlich in dem Buch nachlesen :-)
_<<< Autorin >>>_
Kathy Reichs wurde 1950 in Chicago geboren und unterrichtet Anthropologie an der Universität von North Carolina. Wie auch die Hauptfigur des Buches arbeitet sie als forensische Anthropologin im gerichtsmedizinischen Institut in Montreal. Insgesamt hat Kathy Reichs schon 5 Bücher herausgebracht, die allesamt Erfolge geworden sind.
_<<< Schreibstil >>>_
Auch in diesem Buch schafft es Kathy ihre Leser zu fesseln und ihre Geschichte glaubhaft rüberzubringen. Fachbezogene Gespräche sind leicht nachzuvollziehen und werden eigentlich nicht langweilig, bis auf das Gespräch über Blutspritzer, dass meiner Meinung nach dann doch etwas zu sehr in die Fachrichtung ging. Man fiebert mit der Hauptperson mit und macht sich wie sie Gedanken um die Opfer und die Zusammenhänge. Man erfährt in dem Buch viel über das Leben von Tempe und hat dadurch das Gefühl, man kennt sie persönlich. Man fiebert mit Tempe mit, als Ryan verhaftet wird und fragt sich wie sie, ob es wirklich sein kann und wie Tempe nie etwas davon merken konnte.
Kathy schreibt aus der Sicht der Hauptperson, aber nicht Ich-bezogen, so dass man das Gefühl hat man würde Tempe von oben betrachten und jeden Schritt einzeln nachgehen, jeden Gedanken mit ihr denken. Man fragt sich wer die Drahtzieher sind und stellt dabei seine eigenen Vermutungen an. Man fiebert mit, wenn sich die Heldin in Gefahr begibt. Man kann es partout nicht schaffen, dass Buch aus der Hand zu legen und so liest man ein Kapitel nach dem anderen. Kathy schafft diese Spannung unter anderem auch, indem sie am Ende eines Kapitels dem Leser einen Happen zuwirft, der besagt, wenn du weiter liest, verrat ich dir den Rest.
_<<< Die Buchreihe >>>_
Dieses Buch ist das dritte Buch mit der Hauptperson Temperance Brennan. Die Bücher sind insgesamt in sich abgeschlossen, so dass es nicht nötig ist, das vorhergehende Buch zu kennen. Dennoch merkt man beim Lesen, dass sich ein leicht roter Faden durch das ganze Buch zieht, der im ersten Buch gespannt wird. Dies merkt man vor allem bei den Beziehungen zwischen den Personen. Dies habe ich allerdings nicht als besonders schlimm empfunden.
_<<< Fazit >>>_
Das Buch ist spannend und logisch geschrieben und man hatte zu jeder Zeit das Gefühl an der Seite der Hauptfigur zu sein. Man empfindet wie sie Trauer, Schmerz und Verzweiflung über die nächsten Opfer. Genauso wie Freude und Glück, wenn wieder ein Puzzelsteinchen gefunden und in den Rahmen gesetzt wurde. Keine Handlung erscheint abwegig und das kommt wahrscheinlich daher, dass das Buch sehr an die Wirklichkeit angelehnt ist und Kathy viele Erfahrungen aus ihrem wirklichen Leben einfließen lässt. Dennoch zieht sich dieses Buch etwas hin, zumal diesmal sehr viel persönliches ins Buch einfliest, was meiner Meinung nach an einigen Stellen zu dick aufgetragen wurde und dadurch etwas von der Story ablenkt.
Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und Mitfiebern.
Gruß BT
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ein Testbericht von fuerstklaas2003-08-02 20:00:16vom 02.08.2003Empfehlung: ja
Vorteile: unterhaltsam, spannend...Nachteile/Kritik: Hektisches Ende
1. Vorbemerkung
Kathy Reichs hat bislang 5 Bücher geschrieben, in denen Temperance Brennan die Hauptfigur ist. 3 davon habe ich gelesen, und vielleicht hätte es sich angeboten, daraus eine Serie in chronologischer Reihenfolge zu machen. „Lasst Knochen sprechen“ ist die Nr. 3 (vorher erschienen die Titel „Tote lügen nicht“ und „Knochenarbeit“), aber ich hab´s gerade fertig gelesen, die Eindrücke sind noch frisch (ich hätte nun auch zugeben können, dass ich mir so was auch nie wirklich lange merken kann), und deshalb schreibe ich über dieses Buch. Keine Ahnung, ob ich mir
die anderen auch noch vornehme.
2. Die Autorin
Kathy Reichs, die Autorin dieses Buches, ist tatsächlich eine Fachfrau. Sie schreibt über Dinge, die Teil Ihres beruflichen Alltags sind, denn sie arbeitet neben Ihrer Autorentätigkeit als forensische Anthropologin an den gerichtsmedizinischen Instituten in Montreal, Kanada und Charlotte, USA. Für diejenigen, die nicht wissen, was eine forensische Anthropologin ist: Sie untersucht Leichen, um Todesursache, Todeszeitpunkt und andere Begleitumstände zu ermitteln. Die Bücher von Kathy Reichs ranken sich rund um dieses Thema, und spätestens seit uns der ältliche und etwas verschrobene (und mir komplett am A... vorbeigehende) Quincy auf dem Bildschirm bewiesen hat, dass man neben einem Fulltime-Job als forensischer Anthropologe auch noch klasse Detektiv spielen kann, ist auch das unstrittig.
2. Das Buch
Heldin der Bücher von Kathy Reichs ist Temperance Brennan (ihre Freunde nennen Sie „Tempe“), eine ... na, wer rät es? ... Richtig, eine forensische Anthropologin, die, wie der Zufall so spielt, in Montreal am „Laboratoire de Sciences Judiciaires et de Médicine Légale“, dem Institut für Forensik und Gerichtsmedizin arbeitet, und zwar im Rahmen eines Fakultätsaustausches zwischen der dortigen McGill- und ihrer Heimatuniversität in ? .. Charlotte, genau.
Frau Brennan plagen durch alle Bücher hindurch 3 Probleme:
- Sie hat keinen Mann,
- der Stress macht sie eines Tages noch fertig,
- sie muss ihre Nase überall reinstecken.
Okay, es gibt da zwar eine sich durch alle „Brennan“-Bücher ziehende Lovestory mit Andrew Ryan, dem blauäugigsten Polizisten der Welt, aber irgendwie kriegen die beiden nichts auf die Reihe. A propos: Der Reihe nach.
In „Lasst Knochen sprechen“ geht es um einen Bandenkrieg zwischen rivalisierenden Motorradgangs. Auf der einen Seite sind da die Hells-Angels und ihre Handlanger, auf der anderen Seite steht die „Rock-Machine“, ebenfalls verstärkt durch eine Horde willfähriger Hilfsknechte. Bei einem Anschlag auf einen dieser bösen Onkels (genannt „Die Spinne“) wurde versehentlich die 9-jährige Emily Anne Toussaint getötet. Temperance Brennan weigert sich, diesen Tod als „Collateral Damage“ einfach hinzunehmen und meldet sich zu der Sonderkommission „Carcajou“, die die Fälle im Zusammenhang mit den Kriegen der Motorradbanden untersucht. Und während Tempe immer neue Leichen aufgetischt werden und sie immer mehr von den Abscheulichkeiten im Umfeld der Biker-Gangs erfährt, taucht ihr 19-jähriger Neffe Kit bei ihr auf, der zu allem Übel auch noch eine unselige Affinität zu den Rockern hat. Temperance steht nun vor dem ehrgeizigen Unterfangen, einerseits die Mörder der kleinen Emily Anne dingfest zu machen, wobei sie selbst andererseits immer mehr ins Schussfeld (wörtlich) der Gangs rückt, denen es natürlich nicht gefällt, wenn da jemand unbequeme Fragen stellt, und andererseits sich selbst und ihre Lieben dabei nicht in Gefahr zu bringen. Und als wäre das nicht schon anstrengend genug, läuft gegen Andrew Ryan, ihren einzigen Anker, auch noch ein Verfahren wegen Drogenhandels und Hehlerei. Blöd, so als Polizist.
343 Seiten (Danksagung nicht mitgerechnet), Paperback, erschienen im Blanvalet-Verlag (www.blanvalet-verlag.de), ISBN 3-442-35590-7, für 8,90 €.
3. Die Meinung
Grundsätzlich: Wer die Wortgewalt eines Günter Grass oder eine Vielzahl von parallelen Handlungssträngen braucht, um ein Buch gut zu finden, der ist hier falsch. Die Bücher von Kathy Reichs sind einfache, gute Unterhaltung. Das gilt auch für dieses hier. Und auch, wenn es nur einen Handlungsstrang gibt, so bin ich doch am Ende jedes Kapitels gespannt, wie es im nächsten weitergeht. Nur am Ende des Buches, da wird die Handlung plötzlich etwas zu sehr beschleunigt, als ob jemand gesagt hätte: „So, Leute, fertig werden, 343 Seiten (Danksagung nicht mitgerechnet) sind gleich erreicht, macht hin!“
Dass Kathy Reichs eine Fachfrau ist, ist nicht unbedingt schädlich. Sie wirft nicht unkontrolliert mit Fachbegriffen um sich, sie führt die Leser vorher an das Thema heran, z.B. bei der Interpretation von Blutspritzermustern, indem sie ihre Heldin einen Experten aufsuchen lässt, der das Thema in verständlichen Worten erklärt.
Die Autorin verfügt zudem über eine sehr lässige, sehr natürliche Schreibe, die Freunde gestelzter Worte werden hier nicht fündig werden.
Nicht so gut gefällt mir, dass die Nebencharaktere oft sehr farblos bleiben. Das betrifft den Angebeteten Andrew Ryan, von dem man in diesem Buch nur etwas über die Augenfarbe erfährt (hier hilft Insiderwissen aus vorangegangenen Bänden, das Bild zu vervollkommnen: Er soll auch über einen ansehnlichen Knackarsch verfügen, sagt man...), ihre Schwester Harry und auch ihren Neffen Kit, obwohl der in diesem Buch recht häufig vorkommt.
4. Fazit
Lesenswert! Ich war vorher nicht wirklich Fan von Kriminalromanen, bin es durch Kathy Reichs auch nicht geworden, aber ich werde mir mit Sicherheit auch ihr viertes Buch „Durch Mark und Bein“ sowie die Nr. 5 "Knochenlese" zu Gemüte führen. Die Frage ist immer, was man von einem Buch erwartet. Ich erwarte in erster Linie, auf irgendeine Art unterhalten zu werden. Und genau das schafft Kathy Reichs bei mir jedes Mal. Klare Empfehlung, die paar Schwachpunkte ändern daran nichts.