Requiem for a Dream Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung 4.7 von 5
von 92% aller Autoren empfohlen (12/13).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
Schauspieler, Kameraführung, Regisseur, Story
Verstörend... Nachdenklich stimmend... Grandiose Inszenierungsart... Phantastische Darsteller... Bilder, die einen nicht loslassen...
Soundtrack, Schauspieler, Inszenierung, Story
perfekt, beklemmend
Symphatische Schauspieler, beeindruckende Bilder und Musik, Aussage, ein wichtiger Film
Nachteile/Kritik
Die erste DVD, Premium Edition wird bestimmt besser werden
Verstörend... Nachdenklich stimmend... Leider wohl für die Masse zu depressiv und krass in seiner Darstellung... Und "Trainspotting" ist immer noch eine Nuance besser...
zu linearer Aufbau
*würg*
Eigentlich nichts
Requiem for a Dream (DVD) Drama am günstigsten bei:
Vorab sei gesagt, dass Filme rund um Drogenkonsumenten es bei mir generell schwer haben. Mir „fehlt“ da einfach ein Gen, um die Protagonisten in ihren Entzugserscheinungen zu bedauern, eben weil meiner herablassenden Beurteilung nach jene an ihrem Zustand – zumindest in den meisten Fällen – quasi selbst Schuld sind. Wenn ich wollte, könnte ich mich den betreffenden Seelenzustand hineinfühlen ~ ich will es aber schlicht und ergreifend einfach nicht. Dass ich im weiteren Kontext nicht einen Deut Verständnis dafür habe, dass jemand überhaupt zum Pulver und / oder Nadel greift, sorgt naturgemäß dafür, dass
===“Requiem for a dream“=== mich persönlich innerlich kälter lässt, als es womöglich bei anderen Guckern der Fall sein wird. So wundert es kaum, dass ich in der ersten halben Stunde fast schon ein wenig gelangweilt auf das Dreiergespann Harry (Jared Leto), Tyrone ( Marlon Wayans) und Marion (Jennifer Connelly) blickte, deren Masterplan vorsieht, Drogen zu kaufen, diese zu strecken, wieder zu verkaufen, neue, bessere Drogen zu kaufen, diese zu strecken... etc. blabla. Irgendwo schon niedlich, dass Harry seiner Marion mittels diesem Geldes einen eigenes Geschäft finanzieren möchte ~ allerdings ahnt der halbwegs intelligente Zuschauer bereits, dass aus dieser Traumfabrik schon im Prinzip nichts werden kann.
Besonders hervorzuheben bereits an dieser Stelle die Rolle von Harrys Mutter, Sara Goldfarb (Ellen Burstyn), die samt ihrer Schar berenteten Freundinnen oftmals wie auf der Hühnerstange vor dem Haus sitzt und einfach amüsant zu betrachten, respektive zu belauschen ist. Die Dialoge der gealterten Damen sind hier und dort einfach großartig, schlagfertig und liebenswert frech, während ich bereits an dieser Stelle nicht so ganz verstand, was es mit der steten laufenden TV-Show auf sich hat, deren Showmaster kurioserweise (oder eher: dämlicherweise) sogar zu Sara persönlich zu sprechen scheint.
Jenes soll wohl dahingehend gemeint sein, dass Sara völlig in ihrer TV-Welt aufgeht, sich oftmals hineinträumt, leidet diese laut ihrem Sohn doch an einer Art Fernsehsucht, was dem Umstand, dass Harry in regelmäßigen Abständen ihr TV-Gerät zum Pfandleier bringt, um sich Geld für Drogen zu verschaffen, nur noch dramatischer macht. Sara löst den Fernseher jedoch ohne zu murren immer wieder aus, scheinbar die Augen davor verschließend, wozu ihr Sohn das Geld dringend zu brauchen meint.
Im weiteren Verlauf schloss ich für meinen Teil Sara Goldfarb immer mehr ins Herz, eben weil ihre Geschichte an für sich die dramatischste ist. Nach einem Anruf eines Fernsehsenders fiebert sie ihrem vermeintlichen Show-Auftritt entgegen, versucht sich an einer Grapefruit & Ei Diät, da sie unbedingt in ihr rotes Kleid reinpassen möchte. Als dies nicht fruchtet, rät ihr eine Freundin zu einem Doktor, der gerne Schlankheitspillen verschreibt. Jene schlagen an, sorgen jedoch gleichermaßen für eine Persönlichkeitsveränderung wie auch Abhängigkeit. Die gegenüber Harry geäußerte Erklärung, warum es ausgerechnet dieses Kleid sein muss, geht wahnsinnig unter die Haut, berührt gleichermaßen wie ihre sinngemäße Äußerung
„Das ist immerhin ein Grund für mich, morgens aufzustehen. Dein Vater ist tot, du bist nicht hier... ich habe niemanden, um den ich mich kümmern kann.“
Die Frage, warum Harry ihr sodann lediglich ein paar Besuche extra
verspricht und ihr überdies statt einem Haustier einen neuen Fernseher schenkt, stellt sich der Zuschauer sodann allerdings alleine.
Generell überzeugt die Rolle Saras durch die Bank am ehesten, was allerdings nicht heißen soll, dass man den anderen ihre Darbietungen nicht abnimmt. Möglicherweise liegt diese Interpretation schlicht und ergreifend daran, dass ich mich in diese Entwicklung am ehesten hineinfühlen konnte, eben weil Sara absolut unwissend und somit versehentlich süchtig wurde. Ein Thema, dem nach wie vor völlig andere Aufmerksamkeit geschenkt wird als den anderen Süchten, während ich darüberhinaus ja auch an mir selbst erkenne, dass ich die „Schuldfrage“ hier ganz anders festlege.
Darüber nachdenkenswertes involviert _“Requiem for a dream“_ also durchaus.
Tragischerweise geht mir in diesem Fall der eigentümliche Kamerastil, der gepaart mit schnellen Schnitten vermutlich irgendwo fetzig sein soll, derartig auf die Nerven, dass ich immer wieder aus der dramaturgischen Atmosphäre herausgerissen werde.
Der beinahe hauptsächliche Schwerpunkt wandert immer wieder zurück zu der großen Problematik, wie sehr Harry, Tyrone und Marion zwischenzeitlich unter Entzugserscheinungen leiden. Nachdem Marion nicht nur dem Zuschauer, sondern irgendwann auch ihrem Freund gehörig auf die Nerven geht, weist dieser sie an, sie möge sich doch gefälligst selbst um die Heranschaffung neuer Drogen sorgen. Wie in etwa sich dieses gestaltet, mag man sich binnen Sekunden vorstellen können.
Und so läuft es dann auch ab.
Also alles wie immer also.
Soll heißen: sonderlich überraschend gestaltet sich _„Requiem for a dream“_ meines Erachtens nach nicht und haut mich somit noch weniger vom Hocker als ähnlich gestrickte Werke, in denen man zumindest einen der Süchtigen besonders sympathisch fand. Obschon sich die Macher eindeutig Mühe gaben, das Trio einfühlsam als Menschen mit gewissen Träumen und Sehnsüchten darzustellen. Der Wunsch seitens Marian, sich mit ihren Entwürfen eine Existenz aufzubauen, stellt hier zwar durchaus einen gelungenen Ansatz dar, dementgegen geht alles, was nichts mit Drogen zu tun hat, jedoch viel zu sehr unter. Man sieht zwar ab und an Harry und Marian händchenhaltend über den Strand laufen, erfährt, dass Harry sich um seine Mutter sorgt... aber sonst... nada. Nur Drogen, Drogen, Drogen. Und ja, mir fehlt da eine weitere Tiefe, eine Information darüber, ob und was die Junkies sonst eigentlich noch so machen, wie, von was und vielleicht sogar wozu sie leben.
Einsamkeit, der Wunsch nach Anerkennung und eine gewisser Art Sinnsuche ist das, was die 4 Protagonisten genauso verbindet, wie schlussendlich ihr jeweiliger Untergang. Am härtesten traf mich, wie bereits mehrfach erwähnt, der Verlauf von Sara. Der Moment, in dem ihre Freundinnen schließlich auch erkennen, was mit ihr geschehen ist und sich weinend in die Arme fallen, geht wahnsinnig nahe, während ich mit den anderen dreien nur schwer mitleiden kann. Unabstreitbar gibt es eine wirklich fiese definitiv-ultimative Ekelszene, die schon ein wenig Mitgefühl auslöst... jenes jedoch im nächsten Moment, in dem Harry stoisch die nächste Spritze ansetzt, in einem Kopfschütteln endet.
===Summa summarum=== weiß ich immer noch nicht so recht, was ich nun von _“Requiem for a dream“_ halten soll. An für sich hätte ich mir gewünscht, dass man aus Saras Geschichte quasi einen eigenen Film gemacht und / oder zumindest ihren Sohn mitsamt seinen Kumpanen nicht ebenfalls als Süchtigen verbucht hätte. Auf der einen Seite mag es durchaus interessant sein, die verschiedenen Arten der Süchte und deren Entwicklungen zu folgen; auf der anderen Seite hätte man hier dann auch Nägel mit Köpfen machen und jedem der Darsteller seine eigene Sucht gönnen können. Wodurch der Film dann allerdings wieder etwas überladen wirken könnte.
Nichtsdestotrotz wundert mich immer noch, dass _“Requiem for a dream“ auf die obskure Liste der ,,25 gefährlichsten Filme" gesetzt wurde. Welche Filme ebenfalls dortig vertreten sind, entzieht sich meiner Kenntnis ~ und ist mir, offen gesagt, auch völlig egal.
Dass Drogen doof sind, weiß man entweder schon vor diesem Film oder lässt jene Weisheit weiterhin an sich abprallen. Die Moral wird Generation zugedrogt somit egal sein, was im Grunde das eigentliche Drama an dem Ganzen darstellt.
Somit bleibt's bei 3 soliden Sternen sowie einer wer-will-nochmal-wer-hat-noch-nicht Neutralitätsempfehlung.
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Eine echt abgedrehte Drogengeschichte
ein Testbericht von DukeNukem2010-04-18 07:48:38vom 18.04.2010Empfehlung: ja
Vorteile: Schauspieler, Kameraführung, Regisseur, Story...Nachteile/Kritik: Die erste DVD, Premium Edition wird bestimmt besser werden
Harry, ein kleiner Dealer in Brooklyn, sein Freund Tyrone, seine Freundin Marion und Harrys Mutter.
Alle vier Personen spielen die Hauptrolle in Darren Aronofsky’s total abgedrehter Drogengeschichte „Requiem for a dream“.
Extra zum Start der Premium-DVD-Edition am 28. April 2005 dachte ich mir, ich schreibe einen Kommentar über die alte Version, die vor ungefähr 2 Jahren im Handel erschien. Es gibt nämlich einen guten Grund die neue DVD-Version zu kaufen, aber bevor ich mich der DVD widme, beschäftige ich mich mit dem Film selber.
Eigentlich ist die Geschichte dieses Films schnell erzählt:
Harry und sein Freund Tyrone wollen sich als Drogendealer versuchen, um so ans große Geld zu kommen. Harry’s Freundin, Marion, unterstützt das Vorhaben der Beiden, allerdings hilft sie ihnen nicht, sie konsumiert eher die Waren, als sie zu verticken. Anfangs lief auch alles glatt über die Bühne, doch als plötzlich einige Geschäftsleute von Tyrone vor seinen Augen erschossen werden, geht auf einmal alles schief. Sie haben keine Drogen mehr und die drogensüchtige Maion will auch nichts mehr von Harry wissen. Harry und Tyrone fahren eines Tages mit dem Auto weg, um in einem anderen Bundesstaat Drogen zu kaufen. Seit einiger Zeit hat Harry an seinem linken Arm immer an der gleichen Stelle gestochen. Diese hat sich mittlerweile entzündet und so kommt es dann, dass sein linker Arm amputiert werden muss, während Tyrone im Gefängnis landet.
Harrys Mutter ist ein TV-Junkie und hat wahrscheinlich schon alles gesehen, was es im Fernsehen zu sehen gab. Eines Tages wird sie sehr glücklich, als sie plötzlich einen Anruf von einem Produzenten einer Fernsehshow bekommt, der ihr mit Freuden mitteilt, dass sie demnächst im Fernsehen zu sehen sein wird. Vor lauter Freude rennt sie sofort zu ihrem Kleiderschrank um sich das beste Kleid für diesen Auftritt anzuziehen. Sie hat eines gefunden, dieses hatte sie aber schon seit Jahren nicht mehr an. Logischerweise passt das Kleid auch nicht mehr. Sie ist bedrückt darüber. Sie denkt, sie habe zugenommen, also entscheidet sie sich für eine Diät. Anfangs macht sie eine normale Grapefruit-Diät, was bedeutet, dass sie morgens, mittags und abends eine Grapefruit essen muss. Da die gewünschte Kilos nicht so schnell purzeln wie sie möchte, entscheidet sie sich für einen Arztbesuch. Der Arzt soll ihr Tabletten verschreiben, welche schneller wirken sollen. Auch dies klappt anfangs, aber sie wird immer verrückter und schluckt statt eine Pille plötzlich eine ganze Packung und landet anschließend in einer Irrenanstalt.
Harry, Tyrone und Harry’s Mutter hatten zu Beginn des Films ein wunderbares Leben, welches im Laufe des Films aber immer mehr zu scheitern droht, bis es schließlich zur ernüchternden Erkenntnis kommt, dass das Leben doch nicht so leicht zu meistern ist, wie es alle denken.
Einzig Marion scheint es angeblich gut zu gehen. Das finde ich aber nicht, wenn man bedenkt, dass sie sich für ihre Drogensucht prostituiert.
Dieser Film ist so spannend wie das verdammte Leben selber. Dieser Film ist für alle Leute die glauben, dass das ganze Leben nur ein einziger Spaß ist.
Zu eurer Information: DAS STIMMT NICHT!!!
Zugegeben, anfangs läuft es gut, aber irgendwann stürzen alle
in den realen Abgrund, so wie es auch bei unseren vier Hauptdarstellern in diesem Film ist.
Eigentlich wollte ich mir diesen Film nicht ansehen. Ich wusste zwar von seiner Existenz und habe mir auch die Homepage angesehen, welche wie der Film einfach nur abgedreht ist. Auf die Idee, mir diesen Film reinzuziehen, bin ich erst durch einen Freund gekommen, der mir mehrmals sagte, dass ich ihn mir ansehen sollte.
Ein Glück, denn ohne ihn wäre ich nie auf einen so genialen Film gestoßen. Noch nie habe ich in einem Film Menschen so abstürzen sehen. Einfach nur geil!!!
Was mir vor allem imponiert hat waren neben dem Absturz der Hauptdarsteller und die Hauptdarsteller selber vor allem die geniale Kameraführung. Anhand der Kamerabilder merkt man, dass der Film anscheinend nicht viel gekostet haben muss, da er mit Handkameras gedreht wurde. Aber es gibt auch Szenen, welche mit normalen Filmkameras gedreht und sogar bei der PostProduction noch verbessert wurden. Es gibt jede Menge Szenen die im Zeitraffer ablaufen.
Ein großes Lob bekommt besonders der Cutter von mir. Einfach genial wie er die Idee des Regisseurs umgesetzt hat. Diese Szenen sind für mich ein absoluter Must-See-Moment. Immer wenn sich einer der drei Jugendlichen Drogen in die Venen spritzt, oder wenn Harrys Mutter Diät-Pillen einschmeißt, dann sieht man die Einnahme und die Wirkung im Inneren des Körpers in kurzen Schnitten zusammengefügt. Jeder Schnitt dauert, was weiß ich, ungefähr 0,5 Sekunden würde ich sagen. Einfach genial.
Der Regisseur dieses Films heißt Darren Aronofsky. Ich habe diesen Namen zwar schon öfters gelesen bzw. gehört, habe aber nie einen Film von ihm gesehen. Nach diesem Filmkunstwerk, werde ich dies aber sofort ändern. Er hat unter anderem auch den Film „Pi“ gedreht.
So klein und billig der Film zu sein scheint, wundert man sich trotzdem über dieses große Staraufgebot.
Jared Leto spielt Harry. Er hat noch nie eine Hauptrolle gehabt, bis jetzt. Man kennt ihn aus David Fincher Filmen. In „Fight Club“ spielt er beispielsweise einen blonden Schönling, der von Edward Norton krankenhausreif geprügelt wird.
Harrys Freund Tyrone wird von Marlon Wayans gespielt. Diese Rolle von ihm hat mich am meisten gewundert. Normalerweise kennt man ihn ja aus blöde Komödien wie zum Beispiel „Scary Movie 1 und 2“, wo er einen Kiffer spielt.
Jennifer Connelly spielt Harrys Freundin Marion. Sie ist für mich die beste in diesem Film. Sie spielt einfach grandios. Sie hat zwar erst mit ihrer Schauspielerkarierre begonnen, aber ich bin der felsenfesten Meinung, dass wir noch einiges von ihr zu sehen bekommen. Ich möchte auf jeden Fall mehr von ihr sehen. Demnächst erscheint der Film „Dark Water“ im Kino, in dem sie die Hauptrolle spielt.
Ellen Burstyn spielt Harrys Mutter. Eine ausgezeichnete Schauspielerin.
Alle vier spielen ihre Rollen dermaßen überzeugend, dass man glauben könnte, dieser Film wäre eine Biografie der Beteiligten.
So, kommen wir jetzt zu dem negativen Aspekt dieses Films und zwar die DVD, auf die dieses Kunstwerk gepresst wurde.
Obwohl die DVD ein schönes Bild mit einigen Schwächen hat und der Ton absolut überzeugen kann (Deutsch Dolby Digital 5.1 oder 2.0), gibt es dennoch gar keine Extras, ausser ein paar Trailern, welche aber schon Standard auf jeder Scheibe sind, und leider keinen englischen Originalton.
Das mit dem englischen Originalton kann man dann mit der Premium Edition nachholen. Neben dem englischen Ton bekommt man den deutschen aber noch einmal aufgepeppt. Laut amazon.de gibt es ihn sogar mit DTS.
Im Gegensatz zur ersten DVD, hat die Premium Edition auch Extras. Diesmal ist es übrigens sogar ein 2-DVD-Set. Audiokommentare, Making-of und, und und. Leider kann man im Internet nicht mehr über die Extras erfahren.
Ich hoffe nur, dass neben Extras und Ton das Bild auch noch mal verbessert wurde, dann ist es wirklich ein Meisterwerk auf einer würdevoll ausgestatteten DVD.
Fazit: Dieser Film ist ein Kunstwerk, gemacht vom vielleicht besten Regisseur aller Zeiten.
Wenn die Premium Edition dass hält, was sie verspricht, dann ist dies die beste DVD des Jahres!
...
Shirty1980, 18.04.2010
Sehr schön geschrieben. Ein schönes und sonniges Rest Wochenende wünsche ich. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. LG Shirty1980
Bunny84, 18.04.2010
Toller Bericht. Wünsche dir einen sonnigen Sonntag. LG BUNNY84
PS: Freue mich über Gegenlesungen meiner letzten 3 aktuellen Berichte.
cleo1, 18.04.2010
Danke für das Lesen meiner Berichte. Du warst bei mir, ich komme zu Dir. Einen schönen Sonntag und LG claudia
ein Testbericht von Queenia2008-03-24 16:16:01vom 24.03.2008Empfehlung: ja
Vorteile: Story, Schauspieler, Musik...Nachteile/Kritik: .
Mein nächster amazon Gutschein war da und ich musste mich für eine DVD entscheiden, um die gesamte Bestellung abschicken zu können. Obwohl meine Wunschliste über zwei Seiten ging, entschied ich mich spontan für einen Film, der nicht auf dieser Liste stand, den ich irgendwie per Zufall entdeckt hatte und dessen Namen mir schon einige Male unter die Augen gekommen ist. Schnell las ich mir den Inhalt durch und entschied mich zum Kauf.
Inzwischen habe ich ihn schon einige Male gesehen und werde nun etwas darüber schreiben.
+++Inhalt+++
Der Film beginnt, indem er einen
jungen Mann zeigt, der den Fernseher seiner Mutter klauen will. Diese hat ihn jedoch angekettet und sich selbst in ein Zimmer eingeschlossen. Durch etwas überreden, bekommt der junge Mann den Schlüssel für das Schloss und zieht mit dem Fernseher und seinem Freund zum nächsten Pfandleiher. Von diesem Geld besorgen sich die Beiden Stoff, was genau, erfährt man allerdings nie.
Bei dem jungen Mann handelt es sich um Harry, ein kleiner Dealer aus Brooklyn. Sein Freund heißt Tyrone und mit ihm raucht er gelegentlich einen Joint, aber auch mal härtere Drogen wie Heroin oder Kokain. Genau wie seine Freundin Marion, die aus gutem Hause stammt, mit ihren Eltern aber nichts mehr zu tun haben will. Um ihren Traum zu verwirklichen, eine kleine Modeboutique zu besitzen, besorgen sich Harry und Tyson Stoff, strecken es und verkaufen es weiter. Das Geschäft scheint gut zu laufen, doch dann wird Tyson Zeuge eines Mordes und Harry muss das gesparte Geld nutzen, um Tyson aus dem Gefängnis zu holen.
Aus dem gelegentlichen Konsumieren ist inzwischen Abhängigkeit geworden und die drei müssen sich überlegen, wo sie den nächsten Schuss herbekommen. Als eine Übergabe nicht stattfinden kann, überlegen sich Harry und Tyson nach Florida zu fahren um sich dort etwas zu besorgen. Doch als Harry ins Krankenhaus muss und sofort eine Wunde identifiziert wird, die nur durch den Gebrauch von Drogen zu Stande kommen kann, rückt die Polizei an...
Währenddessen wird Harrys Mutter gezeigt, wie sie in eine Quizsendung eingeladen wird. Fernsehen ist ihr Leben und die Teilnahme einer ihrer größten Wünsche. Sie hat sich schon genau überlegt, was sie bei ihrem großen Auftritt tragen wird, nämlich das rote Kleid, was sie auch damals beim Abschluss ihres Sohnes trug. Doch dieses Kleid ist ihr inzwischen viel zu eng geworden und sie beschließt eine Diät zu machen. Auf ihre geliebten Pralinen kann sie jedoch nicht verzichten und so rät ihr eine Freundin einen bestimmten Arzt aufzusuchen, der einem Pillen verschreibt und man so ganz einfach Gewicht verliert.
In den ersten Wochen klappt alles wunderbar, sie fühlt sich wohl, energiegeladen und verliert tatsächlich wie im Schlaf an Gewicht. Doch irgendwann lässt das Gefühl nach, sie bekommt Panikattacken und ihre Wahrnehmung wird getrübt. Durch vermehrte Tabletteneinnahme kann sie dies jedoch verändern und bemerkt gar nicht, dass sie schon lange abhängig ist...
Marion ist zu Hause geblieben und wartet verzweifelt auf Harrys Rückkehr. Als sich dieser nicht meldet, ruft sie bei dem einzigen Dealer an, der noch Stoff besorgen könnte, ihn aber jedoch nur an Frauen verkauft und als Zahlungsmittel andere Dinge als Geld erwartet...
+++meine Meinung+++
Als der Abspann lief, saß ich einige Minuten geschockt vor meinem Fernseher ehe ich die DVD aus dem DVD-Player rausholte und ins Regal zurückstellen konnte. Auch Stunden später spukten die Bilder in meinem Kopf herum. Noch Tage später erinnerte ich mich an einige Stellen aus dem Film und dachte immer nur "so etwas Schlimmes gibt es wirklich?".
Dieser Film zeigt die grausame Wahrheit die Drogenabhängigen passieren kann. Er zeigt die Entwicklung vom gelegentlichen Konsum, der so ausartet und schließlich in einer kompletten Abhängigkeit endet und die Protagonisten Stück für Stück zerstört. Aber nicht nur die Geschichte sorgt dafür, dass sich dieser Film ins Gedächtnis einbrennt, nein auch die Leistung der Schauspieler, die Musik und vor allem die Bildeffekte sind dafür verantwortlich.
Besonders die Leistung von Ellen Burstyn ist beeindruckend. Sie spielt die Mutter von Harry, die alleine in einer kleinen Wohnung lebt und nichts hat, außer ihren Fernseher. Gelegentlich trifft sie sich mit ihren Freundinnen, doch seit dem Tod ihres Mannes und dem Auszug ihres Sohnes hat sie eigentlich nichts mehr. Umso mehr will sie die Teilnahme an der Quiz-Sendung und tut alles dafür, um in ihr altes Kleid zu passen, was ihr Mann so gerne mochte.
Ellen Burstyn spielt die einsame Witwe, die besorgte und enttäuschte Mutter, die langsam verrückt werdende und zuletzt "den Fall für die Psychiatrie" perfekt. Man nimmt ihr jede einzelne Rolle ab, empfindet zunächst Mitleid und zum Schluss Entsetzen über die Entwicklung der einst so normalen und liebenswürdigen Frau. Nicht umsonst heimste sie für diese Leistung eine Oscarnominierung ein.
Jared Leto, der Frontsänger der Band "30 Seconds to Mars", spielt hier den Harry. Eigentlich ist er ein absolut negativer Charakter, denn er hat es im Leben zu nichts gebracht, bestiehlt seine Mutter und ist auch noch drogenabhängig. Das einzig positive an ihm ist die Liebe zu Marion, die im Laufe des Films jedoch auf die Probe gestellt wird. Jared Leto ist eigentlich durch sein unglaublich gutes Aussehen bekannt geworden und man kann sich am Anfang gar nicht vorstellen, dass er die Rolle des verwahrlosten Junkies spielen kann. Aber er schafft es. Besonders durch seinen intensiven Blick, zeigt er den Zuschauern, wie die Rolle des Harrys immer weiter zerfällt.
Auch Jennifer Connelly und Marlon Wayans, die Marion und Tyrone spielen, bringen die Wandlung und auch die vollkommene Abhängigkeit wunderbar rüber.
Man kann sich in jede einzelne Person hineinversetzen und lebt diese krasse Entwicklung mit.
Die Musik ist minimalistisch gehalten. Ab und zu erklingt immer und immer wieder dasselbe Instrumentalstück, was sich ins Gedächtnis der Zuschauer einbrennt. Es unterstreicht die ganze negative Atmosphäre im Film wunderbar.
Auch die Kameraführung und eingesetzten Bildeffekte können überzeugen. Durch rasche Wechsel oder Einblendungen von Bildern, die eine Tat darstellen sollen, wie zum Beispiel den Drogenkonsum, kann der Zuschauer dem ganzen Geschehen noch besser folgen, vor allem gegen Ende, wenn die Bilder vom Drogenkonsum immer öfters auftauchen und man so erahnen kann, dass sich nun eine Abhängigkeit gebildet hat.
+++Filminfos+++
Originaltitel: Requiem for a Dream
Genre: Drama
Regie: Darren Aronofsky
Land, Jahr: USA 2000
FSK: 16
Länge: 97min.
+++DVD+++
Die DVD ist nicht weiter erwähnenswert, es gibt nicht mal die Originalfassung darauf, jedoch gibt es auch eine weitere DVD Edition, die Extras beinhaltet, aber die besitze ich nicht.
+++Fazit+++
Ein Film, welcher einen wohl noch Tage lang danach beschäftigen wird, nicht, weil man darüber nachdenken muss, um den Inhalt zu verstehen, sondern weil man verstehen muss, wie Leute sich freiwillig so etwas antun können.
Für so einen gnadenlos ehrlichen und zugleich schockierenden Film 5 von 5 Sterne.
ein Testbericht von BelgiumKing2006-04-30 19:33:00vom 30.04.2006Empfehlung: ja
Der Titel dieses amerikanischen Streifens lädt zunächst zu dem Gedanken ein, traumhafte Welten stürzen auf den Zuschauer ein. Doch wer den Film gesehen hat bzw. in später auf VHS oder DVD gekauft hat, wird schnell eines Besseren belehrt.
Es reicht bereit ein Blick auf die Rückseite der DVD-Cover, um festzustellen, dass es sich um ein Drogen-Drama handeln wird. Auch die Front - Porträts der vier Hauptdarsteller und ein Abbild einer aufgerissenen Pupille wirken beklemmend. Teile des Berichtes entsprechen meiner ursprünglichen Filmrezension, die hier in die Beurteilung der DVD einfließt.
@@@ QUICKFACTS FILM
& DVD @@@
Titel: REQUIEM FOR A DREAM
Land: USA
Jahr: 2000
Regie: Darren Aronofsky
Hauptdarsteller: Jared Leto, Ellen Burstyn, Marlons Wayans, Jennifer Connelly
Sprache: deutsch
Ländercode: 2 / PAL
Tonformat: Dolby Digital 5.1 Multikanal u. Dolby Digital 2.0 Surround
Bildformat: 1,78:1 / 16:9 anamorph
Laufzeit: 97 min
Menü: Hautpmenü, Kapitelauswahl
FSK: ab 16 Jahre
Preis Februar 2004: Euro 14,99
@@@ STORY @@@
Dieser Film erzählt die dramatische und beklemmende Geschichte von drei drogenabhängigen jungen Leuten. Sie sind ständig auf der Suche nach Glück. Ihr tägliches Glück sind aber mittlerweile die Drogen, von denen sie nicht mehr ablassen können. Ohne Geld, schlicht mittellos, repräsentieren die die Schattenseite des Lebens.
Doch Süchte haben auch ein anderes Gesicht: die Mutter von Junkie Harry (Jared Leto) ist fernsehsüchtig und lebt für Talkshows. Sie träumt, selbst dort zu sitzen, der Mittelpunkt zu sein und die Fragen des Quizmaster zu beantworten. Harry's Mutter Sarah Goldfrab wird von Ellen Burstyn dargestellt.
Das Verhältnis zwischen der Mutter und dem Sohn ist absurd, ja, nahezu grotesk. Ohne Gewaltanwendung, aber mit enormen seelischen Druck macht er ihr ein schlechtes Gewissen und nimmt ihren geliebten Fernseher mit, um ihn beim Pfandleiher gegen ein paar Dollars einzutauschen. Sarah, seine Mutter, löst das TV-Gerät dann wieder gegen eine Gebühr aus. Dieser absurde Unfug wiederholt sich regelmäßig und hat keine Komik.
Sarah, die nur davon träumt, einmal in ihrer liebsten Game-Show Gast zu sein, wird irgendwann ausgelost und dreht dann quasi ab. Pillenmissbrauch und der Verlust von Realität machen die alte Dame ebenfalls so desolat, wie ihr Sohn Harry es bereits ist und zudem tief und tiefer rutscht. Verwirrt ist sie auf ihr schönes rotes Kleid aus jungen Tagen fixiert und stopft noch mehr Pillen in sich rein, um wieder in dieses Kleid zu passen. Sie ist nichts mehr und wird im Laufe des tragischen Films immer mehr ein Schatten ihrer selbst. Beide - Mutter und Sohn - sind sich gegenseitig keine Hilfe und Harry konzentriert sich vor allem auf seine Freundin Maryann (gespielt von Jennifer Connelly) und seinen besten Freund, Tyron, den der schwarze Darsteller Marlons Wayans darstellt.
Tyron, Maryann und Harry sinken immer mehr in ihren eigenen Strudel aus Sucht und Suche nach Geld, um an Heroin zu kommen. Harry ist so abhängig, dass es ihn nicht einmal Überwindung kostet, die Nadel in seine zunehmend abfaulende Armbeuge zu jagen...
@@@ EINDRÜCKE & MEDIUM DVD @@@
Selten habe ich einen so fasziniert inszenierten als doch zugleich deprimierenden Film gesehen. Das Nervenkostüm der Zuschauer hat Regisseur Aronofsky mitten im Visier, wenn im Laufe der Geschichte die ganz und endgültig der Realität entschwundene Sarah mit Elektroschocks in Großaufnahme behandelt wird und die Geräuschkulisse etwas so bedrohlich wie das Geräusch einer Kreissäge ist.
Der Regisseur verschont uns auch nicht, wenn wir Harry und seinen immer mehr abfaulenden Arm betrachten, der von Fixen so verrottet ist, dass - zumindest dies sei verraten - Harry seinen Arm verlieren wird.
Spannung reißt keinen Augenblick ab, zarte und schöne Momente sind selten. Von Romantik kann keine Rede sein. Träume sind Schäume, Träume sind Luxus, die sich mit Verfall durch Drogenkonsum nicht realisieren lassen.
Es geht hier nicht nur um ein paar Junkies und vorgelebte Vorurteile, sondern um Schicksale. Es ist mehr als ein Drogenfilm, und es ist auch eine viel intensivere Geschichte, als die Verfilmung von Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Wäre es einfach nur ein Drogenfilm, dann könnte man den nach üblichem Baukastenprinzip basteln. Doch das ganz anders gelagerte Schicksal der Mutter Sarah gibt dem Film noch ganz andere Dramen und Perspektiven.
Vor allem ist die Rolle der Ellen Burstyn - die Oscar-würdig ist - die Betrachtung ganz anderer Süchte. Ihr Verfall in ihre TV-Welt, der Wahn des Abnehmens und des Jungseins zeigen eine andere Form von Sucht auf, die in der Gesellschaft irgendwie weniger oder gar nicht wahrgenommen wird.
Die Vorgeschichte kennt man nicht. Nichts lässt ergründen, warum Harry, Maryann und Tyrone heroinsüchtig wurden. Und irgendwie steht man während des fast 100 Minuten langen Film auf deren Seite und hofft auf ein Happy End, welches es in dieser endgültigen Form nicht geben wird. Das wäre auch kitschig und anstelle eines Happy End, ist ein relativ offenes Ende mit Schadensbegrenzung das einzig realistische, wie es Aronofsky gelungen umsetzte.
Da ich den Film bereits englischsprachig kannte und zwischen Schrecken und Faszination für die cineastische Umsetzung schwankte, habe ich mir die DVD letztlich auch in deutscher Sprache gekauft.
Die DVD als Medium bedarf der Hervorhebung einer außerordentlichen Kritik und Schwäche: es wird ausschließlich die deutsche Sprache angeboten. Das ist maßlos enttäuschend, denn das englischsprachige Original ist noch viel intensiver. Für heutige Verhältnisse - und unabhängig vom Preis - erwarte ich eigentlich, dass wenigstens die Original-Sprachspur Teil der DVD ist.
Die Bildqualität ist einwandfrei, und vor allem der Klang ist von bester Güte. Dies ist besonders wichtig und bei Anschluß des DVD-Player über die HiFi-Anlage o.ä. von besonderer Faszination, wenn die dramaturgisch unterstreichende Musik einsetzt, die sich nahezu wie ein Faustschlag in den Magen anfühlt.
Auch wenn zu bemängeln ist, dass nur die deutsche Fassung auf der DVD präsent ist, darf wenigsten der deutschen Synchronisation ein besonderes Lob ausgesprochen werden. Die Stimmen passen zu den jeweiligen Personen.
Da die Bild- und Tonqualität sehr gut ist, bleibt nur der Wermutstropfen einer einzigen Sprache, und auch fehlende Untertitel für Hörgeschädigte sind ein klares Manko der DVD-Ausstattung.
Leichte Kost ist das jedenfalls nicht. Die DVD aber ist ihren Preis wert, denn diesen Film wird man immer wieder einlegen und anschauen, weil er von genialer Schauspielkunst geprägt ist.
Eine FSK ab 16 Jahren finde ich grenzwertig und hätte eher eine FSK ab 18 gefordert. Anderseits, so muss ich zugeben, wird mit jungen Leuten ab 16 Jahren unter Umständen eine Zielgruppe erreicht, die die Finger von Drogen lassen wird, nachdem dieser Film geschaut wurde. Aber wie TV-Spots wie Keine Macht den Drogen nichts bewirken, hätte ich auch daran Zweifel.
ein Testbericht von sunnyblack2006-01-24 12:15:31vom 24.01.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Soundtrack, Schauspieler, Inszenierung, Story...Nachteile/Kritik: zu linearer Aufbau
"We have a Winner!" Die völlig verschwitze 60-Jährige Frau in ihrem roten Kleid mit den vollkommen zerzausten Haaren steht vor dem Fernseher Mit den Zähnen knirschend halluziniert sie, dass sie in der Fernsehshow einen Auftritt hat. Ein kleiner Blick von ihr nach links und sie erblickt den Kühlschrank. Wie eine tickende Zeitbombe springt der Kühlschrank hin und her und jagt der alten Frau, deren Augen schon mehr Ringe bekommen haben, als Muhammed Ali in seinem Leben Ringe bestiegen hat. Das nervöse Wrack genannt Sarah Goldfarb versucht den Kühlschrank zum Schweigen
zu bringen, indem sie fünf ihrer farbigen Pillen schluckt. Das Leben scheint ein angenehmer- ein Hinterbleibsel für einen Traum:
REQUIEM FOR A DREAM.
Darren Aronofsky, Videoclip Regisseur- hier sein Kinodebut, schuf mit Requiem For A Dream eines der beeindruckendsten Drogendramen der Weltgeschichte. Die Story ist rasch erzählt:
Der junge Harry, seine attraktive Freundin Marion und ihr schwarzer Freund Tyrone fangen an Drogen zu verticken, um sich ein Modeatelier zu kaufen. Harry, der seine Mutter Sarah wegen seinem Vorhaben, das Modeatelier zu eröffnen im Stich ließ erhält von einer Fernsehshow das Angebot bei einer mitzumachen. Ihr Vorhaben in ihr altes rotes Kleid zu passen scheitert an ihrem Gewicht. Eine rasche Lösung muss her. Sie besucht einen Arzt, der ihr von einer Freundin empfohlen wurde. Alles scheint perfekt, doch die grausame Wendung für alle kommt plötzlich…
Requiem For A Dream erzählt das Schicksal der 4 genannten Figuren: Harry, Sarah, Marion und Tyrone… Alle 4 Hauptfiguren haben vor, ihre Ziele mit/ über Drogen zu erreichen und scheitern gleichzeitig auch wieder an denselben. Dabei schildert der Film das Schicksal seiner Figuren mit aller Härte, von ihrem glorreichen Anfang bis hin zu ihrem tragischen Ende, unweigerlich durch den Konsum ihrer Drogen hervorgerufen. Das dritte Drittel schildert den Absturz der Figuren mit aller schonungslosen Härte…
Dieses Ende des Films gehört zu dem emotional Anstrengendsten, was ich je in meinem Leben auf dem Bildschirm betrachten durfte. Aronofsky und sein Drehbuchautor Hubert Selby Jr., von dem die gleichnamige Novelle stammt zeigen keine Schonung- die Bilder die sie einem anmuten stellen keine Brutalität dar und sind dennoch so schockierend und verstörend wie das Bild einer Leiche aus dem Irakkrieg.
Nahezu kein Blut fließt, fast niemand wird getötet und trotzdem ist RFAD das Härteste und psychologisch Gewalttätigste, was ich je im Kino erleben durfte. Die mitreißende Story, der kongeniale Stil des Films, der nahezu reflexiv die Lebenseinstellung seiner Protagonisten widerspiegelt, die Schnitttechnik, der absolut grandiose Soundtrack von Clint Mansell und dem Kronos Quartett, der im Kopf noch lange Zeit nachhallt, die hervorragenden schauspielerischen Leistungen der Darsteller: Jared Leto, Jennifer Conelly, (grandios) Ellen Burstyn und Marlon Wayans (aus Scream)... alles vermischt sich zu einem unverwechselbaren Drama, das durch die Schicksale seiner Charaktere das Verhängnis von menschlichen Abhängigkeiten nach Drogen zeigt. Dabei hebt der Film keineswegs seinen "moralischen Zeigefinger", sondern schildert uns das Schicksal gewöhnlicher Menschen, die durch unglückliche Umstände sich in einen Sog aus Tragik verlieren, wobei jedoch unweigerlich auch sie selbst einen großen Anteil an ihrem Zugrundegehen haben…
Am Ende des Films schaut man mit offenem Mund auf den Bildschirm und schaltet mit mulmigem Gefühl den Fernseher ab. Die einen werden sagen: Gut zu wissen, dass mir so was nie passieren wird… Die anderen schweigen, und wissen, was sie mit der kleinen Tüte Kokain machen werden, die sie vielleicht erdealt hatten…
FAZIT:
Eines der hevorragendsten, aber härtesten Dramen der Filmgeschichte.
Originaltitel: Requiem For A Dream
Jahr: 2000
Dauer: 102 min
Genre: Drama
Regisseur: Darren Aronofsky
Schauspieler: Jared Leto, Ellen Burstyn, Jennifer Conelly, Marlon Wayans
Drehbuch: Hubert Selby Jr.
Land: USA
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ein Testbericht von Realjackass2005-07-26 21:00:01vom 26.07.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Symphatische Schauspieler, beeindruckende Bilder und Musik, Aussage, ein wichtiger Film...Nachteile/Kritik: Eigentlich nichts
Mein heutiger Bericht handelt von einem nicht ganz alltäglichen - aber auf jeden Fall sehr wichtigem - Drama mit dem Namen "Requiem for a Dream". An dieser Stelle möchte ich noch kurz anmerken, dass ich es, bevor ich den Film gesehen hatte, beeindruckend fand, wieviele Berichte bei ciao.de über den Film existierten und dass JEDER den Film mit der Höchstwertung bewertet hat. Also wenn das kein Film ist, den man sich mal näher ansehen sollte, dann weiß ich auch nicht. Meine Erwartungen waren natürlich dementsprechend hoch und ob ich letztendlich
enttäuscht oder überrascht war, erfahrt ihr jetzt.
Story
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Der Film verknüpft geschickt die Geschichte und Schicksale vierer armer Seelen zu einer großen, bewegenden Story:
Sara Goldfrab ist Ende 50 und lebt in einer kleinen Wohnung in absoluter Einsamkeit. Ihr Mann starb schon vor einigen Jahren und ihr Sohn Harry besucht sie nur noch sehr selten, um dann ihren Fernseher beim Pfandleiher gegen Geld einzutauschen, um sich so denn nächsten Schuß setzen zu können. Apropo Fernseher: Das ist Saras einziges Hobby: Sie sitzt tagein, tagaus vor ihrem Fernseher, um sich die "Tappy Tibbons Show" anzusehen. Als dann eines Tages Bewerbungsformulare dieser Show zu ihr geschickt werden, wird für die nette alte Dame ein Traum wahr. Allerdings möchte sie bei ihrem Fernsehauftritt gut aussehen und das rote Kleid anziehen, das sie auch bei Harry´s Schulabschluss trug. Mittlerweile hat Sara allerdings ein paar Kilo zugelegt und so greift sie zu Tabletten, um wieder in das Kleid zu passen. Die Sucht beginnt...
Der zweite Leidensweg ist der von Harry, wie eben schon gesagt Saras Sohn. Er besucht sie sehr selten und wenn, um so wieder an Stoff zu kommen. Diesen hat er auch nötig, denn er, seine hübsche Freundin Marion und sein Kumpel Tyron sind allesamt im Anfangsstadium der Drogensucht. So kommt man eines Tages auf die Idee, aus der Sucht anderer selbst Kapital zu schlagen und so fangen die drei an, mit Drogen zu dealen. Zwar nur im kleinen Stil, aber immerhin. Dann allerdings der Anfang vom Ende: Tyron landet im Knast und fast die gesamte Kohle geht für die Kaution drauf. Nun steht man wieder am Anfang, mit dem kleinen Unterschied, dass die eigene Sucht nun voll da ist. Von nun an geht es mit jedem der drei langsam aber sicher bergab..
Schauspieler
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Hier werde ich versuchen, auf jeden der vier Hauptakteure kurz und aussagekräftig einzugehen.
Harry Goldfrab wird gespielt von Jared Leto, ein recht bekannter Schauspieler. So war er doch schon in Streifen wie "American Psycho", "Panic Room" und auch "Alexander" zu sehen. Natürlich waren das nicht alle, aber wohl mal die bekanntesten. Was einem an diesem Mensch eindeutig als erstes auffällt, ist dass er rein optisch einiges hermacht. Das ist selbst mir als rein heterosexuellem Kerl gleich aufgefallen. Was aber noch wichtiger ist: Jared Leto hat es keinesfalls nötig, sich nur auf sein Aussehen reduzieren zu lassen, denn auch schauspielerisch leistet der Mann unglaubliches: Vom jungen Kerl mit einer Freundin, mit der zusammen man den Traum vom großen Geld hat, hin zum absoluten Wrack, einem Drogenopfer, das schließlich und letztendlich nur noch vor sich hin verreckt. Natürlich hätte die Rolle des Harry noch von vielen anderen gespielt werden können, aber Jared Leto war auf jeden Fall eine sehr gute Wahl und überzeugt voll und ganz.
Ähnliches lässt sich auch von Ellen Burstyn in der Rolle der Sara Goldfrab behaupten. Auch sie ist eine recht bekannte Schauspielerin, die ich persönlich noch aus "Der Exorzist" in Erinnerung hatte. Beeindruckend zu sehen, mit welcher intensität sie die absolut einsame Frau spielt, die nichts anderes mehr im Leben hat, als ihren Fernseher. Deswegen weiß man als Zuschauer nie so richtig, ob die Bewerbungsformulare wirklich gekommen sind, oder ob sich Sara das nur eingeredet hat. Und als die Frau dann anfängt, drei Mal am Tag zu Tabletten zu greifen, um auf ihr Wunschgewicht zu kommen, ist klar, wie das enden wird.. Zugegeben: Ich hätte nicht gedacht, dass der Schluß des ganzen dermaßen heftig ist, aber naja, darauf komme ich später zu sprechen. Ellen Burstyn passt deshalb so gut in diese Rolle, weil sie eine ganz normale Frau ist, eine der Sorte, der man morgens auch beim Bäcker begegnen könnte. Aus diesem Grund kann man sich auch gut mit ihr identifizieren.
Marion, gespielt von Jennifer Connelly und Tyron, gespielt von Marlon Wayans sind ebenfalls zwei sehr wichtige Charaktere, die aber nicht ganz die Präsenz von Harry oder Sara haben. Was vor allem bei Tyron auffällt, ist dass er eigentlich genau der Typ ist, der in anderen Filmen als der fröhliche Kiffer dargestellt wird (in Scary Movie hat dieser Schauspieler sogar einen gespielt!), hier wiederum erfährt er das ganze Leid des Drogenkonsums. Ganz nebenbei vermisst Tyron auch seine Mutter, mit der er viele schöne Erinnerungen hat. Marion hingegen möchte zu jedem Preis bei Harry bleiben, deshalb begann sie einst auch damit, Drogen zu nehmen. Nun, ich muss sagen, Jennifer Conelly spielt diesen Part zwar überzeugend, aber nicht weiter auffallend. So: Vier ziemlich gute Schauspieler, die es allesamt schaffen, sowohl anfängliche Unbeschwingtheit, als auch letztendlich das genau Gegenteil davon zu zeigen.
Daten zum Film
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Originalti tel: Requiem for a Dream
Alternativtitel: Delusion Over Addiction
Land: USA (2000)
Regie: Darren Aronofsky
Länge: ca. 97:04 Min
Freigabe: FSK 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
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Insges amt sind in Good Old Germany 2 Versionen erschienen, die beide von dem recht bekannten Label Highlight vertrieben werden. Zum Einen haben wir da eine obligatorische Single Disc Edition, auf der nur ein paar Trailer enthalten sind. Schon weitaus vollgestopfter fällt da die "Premium Edition" aus, also wer es immer größer und besser haben muss, sollte für höchstens 5 Euro mehr zu dieser Version greifen.
Kritik
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Manche Filme sind Standartstreifen, die es in dieser Form zig-Mal gibt, andere dienen einzig und allein der Unterhaltung, was sie aber recht gut schaffen, wiederum andere sind weitaus mehr als ein Film, da sie ihre Botschaft mit drastischen, dafür aber einprägsamen Bildern liefern. Zu dieser Sorte lässt sich ohne Frage auch "Requiem for a Dream" zählen, wahrscheinlich einer der schonungslosesten Filme zum Thema Drogen aller Zeiten. Während Streifen wie "Fear and Loathing in Las Vegas" den Drogenkonsum fast schon als etwas hinstellen, das absolut ok ist, ist dieser Film hier das absolute Gegenteil dazu, Drogen haben in diesem Film nichts, aber auch garnichts positives. Sie sind nur Mittel und Weg dazu, das eigene Leben absolut zu ruinieren, zu zerstören, dazu noch seine Freunde, Bekannte und allgemein alle Menschen, die einem etwas bedeuten. Das äußert sich darin, dass Harry, Sara, Marion und Tyron auch mal glücklich waren. Ok, Sara seit langer Zeit nichtmehr, aber auf jeden Fall erfreute sie sich ihrer Gesundheit. Doch dann kamen für alle die Drogen und mit diesen das unausweichliche Ende. Harry muss der Arm amputiert werden, außerdem wird er seine Geliebte Marion nie wieder sehen, stattdessen verottet er in einem tristen, dunklen Zimmer vor sich hin. Marion hingegen verkauft sich auf einer Sexorgie. Um an ein bisschen Stoff zu kommen, treibt sie es vor den Augen dutzender sabbernder Männer mit einer anderen Frau. Tyron, Harrys Kumpel, landet in einem Knast, in dem er von den sadistischen Wärtern nur verprügelt und erniedrigt wird. Er bereut sein Leben und will zurück zu seiner Mutter. Die bemitleidenswerteste Person aber ist Sara, die eher unfreiwillig in die Sucht geraten ist, alles nur, um der Einsamkeit zu entkommen. Letztendlich liegt auch sie in einer Psychatrie, bekommt nicht einmal mehr normale Sätze zustande und wird mit Elektroschocks therapiert. Soviel dazu, dass Drogen nichts schlimmes sein sollen.. Und achja, dass ich das Ende verraten habe tut bei "Requiem for a Dream" nichts zur Sache, da es ab einem gewissen Zeitpunkt eh klar ist, wie das ganze ausgeht.
Darren Aronofsky ist sicherlich kein Regisseur, wie es ihn an jeder Straßenecke gibt. Das hat er schon 1998 mit seinem Werk "Pi" bewiesen, welcher in seiner Aufmachung zwar sehr gewöhnungsbedürftig, dafür aber einzigartig war. Ähnliches lässt sich auch von "Requiem for a Dream" sagen. Die teilweise kalte Umgebung in der sich das ganze abspielt, vermischt sich mit wirren Drogenhalluznationen, Spielereien des Regisseurs, der stets umwerfenden Musik und und und.. Das alles fügt sich in ein beeindruckendes Gesamtbild. Zwar habe ich nun schon ein paar Filme gesehen, die sich, was die Aufmachung angeht, quasi vom Mainstream wegbewegen, aber ich finde es immer wieder aufs Neue faszinierend.
Wofür man den Film auch loben muss, ist dass er es schafft, den Zuschauer und die darin auftauchenden Personen auf die gleiche Ebene zu stellen. Klar, die meisten von "uns" nehmen keine Drogen, aber dadurch, dass die Schauspieler ziemlich symphatisch und im Fall von Sara auch extrem authentisch sind, entsteht eine gewisse Beziehung, die man nur aufbauen kann, wenn der Regisseur sein Handwerk versteht. Um so grausamer dann die letzten 10 Minuten, die von den Bildern und auch von der Musik her das zugleich faszinierendste, aber auch traurigste ist, was ich seit langem gesehen habe.
Fazit
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"Requ iem for a Dream" ist sicherlich kein Film, den man sich mal nebenher mit ein paar Freunden ansieht, während man ein Bier nach dem anderen leert. Nein, eher das Gegenteil ist der Fall, man sollte den Film allein "genießen", damit sich seine volle Wirkung entfalten kann, damit man seine Aussage versteht und voll in die Geschichte eintauchen kann. Was auch noch zu erwähnen ist: Der Film macht eigentlich nie den Fehler, kitschig zu wirken, oder Szenen zu bringen, die für Dramen Standard sind.. Geniale Bilder, geniale Musik, beeindruckend und tiefgehend, genau das ist "Requiem for a Dream" und wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird den Kauf sicherlich nicht bereuen.. Ein Film der lange, lange in Erinnerung bleibt und genau das ist auch gut so!
ein Testbericht von Die_böse_Maus2005-07-08 21:56:36vom 08.07.2005Empfehlung: ja
Vorteile: beeindruckende Bilder / Sequenzen / Thematik / Darsteller / spannend und verstörend...Nachteile/Kritik: nichts
Willkommen bei der bösen Maus
Heute erwartet Euch mal wieder eine Filmkritik von mir und zwar zu einem nicht ganz so bekannten Film, der Anfang 2002 in den Kinos war und den ich leider erst jetzt gesehen habe:
"REQUIEM FOR A DREAM"
+++ Randdaten +++
"Requiem for a dream"
Kinostart Deutschland: 03.01.2002
Drama
USA 2000, ca. 101 min.
FSK: ab 16
$ 4,5 Mio. Budget
Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Hubert Selby Jr., Darren Aronofsky
Buch: Hubert Selby Jr.
mit Ellen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Connelly, Marlon Wayans, Christopher McDonald und anderen
"Requiem for a dream" stellt das Schicksal von
vier Menschen in den Vordergrund, die sich alle von einer oder mehreren Drogen abhängig machen. Während die Witwe Sara Goldfarb (Ellen Burstyn) fernsehsüchtig ist und nach einer gescheiterten Diät dann zu Abnehmpillen greift, um wieder in ihr geliebtes rotes Kleid zu passen, möchte ihr Sohn Harry (Jared Leto) sich gemeinsam mit seiner Freundin Marian (Jennifer Connelly) und seinem Freund Tyron (Marlon Wayans)ein Drogenimperium aufbauen: Stoff kaufen, ihn strecken und wieder verkaufen. Natürlich sollte man den Stoff vorher einmal selbst testen...die Katastrophe bahnt sich an...
+++ Schauspieler / innen +++
Mit Ausnahme von Jared Leto, der hier den eher nachdenklichen Harry spielt, war mir keiner der Schauspieler/innen bekannt. Jared Leto wirkt als Harry den ganzen viel über sehr still. Er ist ein sich gekehrter Typ, der sich aber gern an anderen festkrallt, um Halt zu gewinnen. Er liebt aufrichtig, kann aber den Drogen auch nicht widerstehen.
Jenniffer Connelly alias Harrys große Liebe Marian wandelt sich von der wohlerzogenen Tochter aus reichem Haus, die brav den Therapeuten aufsucht und keine Geldsorgen hat, in einen heruntergekommenen Junkie, der den eigenen Körper verkauft, um Drogen besorgen zu können. Jenniffer Connelly zeigt die körperlichen und seelischen Qualen, die Marian durchlebt einfach grandios.
Marlon Wayans alias Tyron überzeugt als cooler Hip Hopper, der mit den Drogen das ganz große Geld machen möchte, aber dann auch mit in den tödlichen Strudel hineingezogen wird. Der Verlust seiner Coolheit wird klasse dargestellt.
Neben den jungen Charakteren Tyron, Marian und Harry hat mich Ellen Burstyn als Sara Goldfarb einfach am meisten überzeugt. Ihre Verwandlung von der liebevollen Mutter, deren Fernsehsucht man als Ausdruck von Einsamkeit toleriert in die abgemagerte Frau, die sich in ihre Wahnvorstellungen verrennt ist grandios gespielt, Kostüm und Make Up haben ihren Beitrag noch dazu geleistet.
+++ Test und Bewertung +++
Basierend auf dem Roman von Hubert Selby Jr. hat Regisseur Darren Aronofsky einen Film über die Drogensucht, die Zerstörung jeglicher Hoffnungen, den totalen Abstieg geschaffen: "Requiem for a dream":
Am beeindruckendsten fand ich die Bilder, mit denen eine Situation, eine Szene eingeleitet wurde: das Schlucken von Tabletten, die schlank machen sollen oder das Einschmeissen von Kokain, was zum absoluten Höhenflug führt im Schnelldurchlauf. Der Drogenkonsum wird furchtbar schnell gezeigt, so als hätten diese wenigen Sekunden keine Bedeutung im Leben dieser Menschen, doch sie sind es die die Katastrophe einleiten. Harry (Jared Leto) plant sich zusammen mit seiner Freundin Marian und seinem Freund Tyron (Marlon Wayans) ins Glück katapultieren zu können, in dem sie Drogen kaufen, diese strecken und weiter verkaufen, doch sie werden selbst abhängig...
Die Liebesbeziehung zwischen Harry (Jared Leto) und Marian (Jennifer Connelly) ist anfangs von viel Romantik und jugendlicher Lebensfreude geprägt. Die beiden hatten sogar einen gemeinsamen Traum: Sie wollten zusammen einen Laden eröffnen. Doch je mehr sie in die Drogenabhängigkeit geraten, um so sehr nimmt die Aggressivität beider zu. Schliesslich schläft Marian mit anderen Männer, um Geld für die Sucht aufzutreiben.
Harrys Mutter Sara (Ellen Burstyn) ist die für mich faszinierendste Figur, da sie den größtmöglichen Absturz erlebt und ihre Suchtkarriere sich gravierend von der der anderen unterscheidet. Sie erscheint zunächst als liebenswürdige, ältere Dame, die nach dem Tod ihres Mannes einsam ist und die Tage vor dem Fernseher verbringt. Eine Gewinn-Show hat es ihr angetan. Eines Tages erhält sie einen Anruf, man habe sie als Kandidatin ausgesucht und von nun an geht es für Sara nur noch bergab: Die Fernsehsucht, eine Ersatzhandlung für mangelnde soziale Kontakte, geht in die Geltungssucht über. Sara möchte anerkannt, gemocht und bewundert werden, sie möchte ihren "Freundinnen" aus der Nachbarschaft beweisen, dass sie jemand ist. Um dieser Geltungssucht gerecht zu werden möchte sie schön und schlank sein. Sinnbild dessen wird das rote Kleid, in das sie einmal passte als Harry (Jared Leto) seinen High School Abschluss machte und in dem ihr verstorbener Mann sie so anziehend fand. Als ihre Diätversuche scheitern, verschreibt ihr ein Arzt leichtfertig Appetitszügler, die sich als Speed entpuppen. Man stelle sich vor, man vertraue einem Arzt sein Gewichtsproblem an und bekommt unwissentlich Drogen verschrieben...Mit den Kilos schwindet auch ihr Sinn für die Realität. Der Kühlschrank wird zu ihrer größen Bedrohung, der Auftritt in dieser Sendung zu ihrem einzigen Lebensinhalt...
Tyron (Marlon Wayans) bewegt sich gemessen an den anderen Charakteren auf dem niedrigsten Niveau, sprachlich und sozial. Er möchte nach aussen hin nicht als Junkie erscheinen, ist aber derjenige der das Geschäft ins Rollen bringt, der die Kontakte herstellt, der die kriminellen Energien aufweist. Nicht umsonst ist er derjenige, der gefasst wird und im Gefängnis landet.
"Requiem for a dream" greift auf, dass Menschen bei dem Begriff Drogen immer nur an Heroin, Haschisch, Kokain, XTC usw. denken und zeigt auf, dass der Mensch von sehr viel mehr abhängig werden kann. Die Fernsehsucht und die Eßstörungen, die Sara (Ellen Burstyn) an den Tag legt, sind in den USA weitverbreitet, der Drogendealer mit dem Marian schläft erscheint süchtig nach Sex. Das Leben dieser Menschen wird durch ihre Sucht dominiert, sie unterwerfen sich ihr völlig und stehen letztlich vor den Trümmern ihrer Träume. Ich habe keinerlei Erfahrungen mit Drogen, habe folglich auch Probleme nachzuempfinden, was so ein Schuss Heroin auslöst, doch die Jagd nach dem Glück und die verzweifelten Versuche, die der Mensch dafür auf sich zu nehmen bereit ist, die kenne ich.
Mit eindrucksvollen Bildern, einer brisanten Thematik, der nervösen Musikuntermalung und grandiosen Schauspieler wurde Darren Aronofsky's "Requiem for a dream" für mich zu einem Film, den man gesehen haben muss. Er konstruiert eine Story, die aus dem Leben gegriffen sein könnte und einen verstört zurück läßt. Er liefert kaum tiefenpsychologischen Erklärungsansätze aus der Biographie für die Sucht dieser Menschen und auch die Gesellschaftskritik schwingt nur latent mit (Game Shows im TV, das propagierte Schönheitsideal "schlank und schön"), sondern zeigt als primäre Message die schonungslose Realität, den Verfall von Menschen, die sich abhängig gemacht haben von der Droge. Die Charaktere sind unterschiedlich, sie bergen keine Stereotypen, es bleibt Raum für Intepretationen (besonders bei dem stillen Harry). Ich habe von anderen gehört, dass der Streifen sie unglaublich depressiv machte. Das kann ich nicht bestätigen. Mich hat er einfach schockiert und verstört. Der Spruch, der hier am besten passt ist: "Willkommen im Leben Deiner Wahl."
Es gibt eine Wahl und die Figuren in "Requiem for a dream" haben sich durch die Sucht indirekt auch das Leben ihrer Wahl konstruiert, bei dem der der Zuschauer das Ende schon voraussehen kann...
Dem Horror werden Bilder verliehen. Bilder, die die volle Sternenzahl (5) verdienen! Eine Empfehlung gibt es natürlich auch, klar!
Vielen Dank für Eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare
ein Testbericht von ZordanBodiak2005-04-21 22:10:50vom 21.04.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Verstörend... Nachdenklich stimmend... Grandiose Inszenierungsart... Phantastische Darsteller... Bilder, die einen nicht loslassen......Nachteile/Kritik: Verstörend... Nachdenklich stimmend... Leider wohl für die Masse zu depressiv und krass in seiner Darstellung... Und "Trainspotting" ist immer noch eine Nuance besser...
Gute Filme über Drogen sind rar. Wenn sich mal ein Regisseur an ein derartiges Werk setzt, verdammt er zumeist das Handeln seiner Figuren. Erhebt ohne Umschweifen den Zeigefinger und versucht den Zuschauer so vor den verheerenden Folgen des Drogenkonsums zu wahren. Dass diese Werk für den mitdenkenden Zuschauer jedoch zeitweise viel zu plakativ wirken und auch nur bedingt abschrecken - weil nicht konsequent genug in der Darstellung -, sollte nicht verwundern. Und so schaffte erst Danny Boyle mit seinem brillant-dynamischen "Trainspotting" die Gratwanderung zwischen satirischen Momenten und dem harten Drogenalltag.
Der Weg war frei für eine neue Dimension des tripartigen Filmes - doch es dauerte geschlagene vier Jahre bis Darren Aronofsky mit "requiem for a dream" einen vergleichbaren Weg einschlug. Zwar unter Verzicht der humoristischen Elemente - dafür aber eine depressivstimmende Demontage des "American dream" inklusive.
Aronofskys Werk hatte jedoch einen schweren Gang vor sich. An den Kinokassen gänzlich untergegangen - trotz eines Jubelsturms der Kritiker -, konnte er in den USA noch nicht einmal die Produktionskosten von mickrigen 4 Milliönchen einspielen. So musste erst die Mund-zu-Mund-Propaganda im Internet herhalten, um "Requiem for a dream" den verdienten Erfolg zu bescheren.
Der Inhalt - No red meat
Sara Goldfrab ist gefangen in der Einsamkeit. Ihr Mann ist verstorben und ihr drogensüchtiger Sohn kommt immerzu nur vorbei um den Fernseher abzuholen, um diesen beim Pfandleiher gegen Geld für den nächsten Schuss zu tauschen. Der einzige Ausweg aus dieser Einöde: Der stetige Fernsehkonsum - der durch das ewige Zurückholen des Apparates vom Pfandleiher erschwert wird - und die Hoffnung einmal in der "Tappy Tibbons Show" aufzutreten. Wie eine Erlösung erscheint da der Anruf ihrer Lieblingsshow, sie soll Bewerbungsunterlagen zugeschickt bekommen. Ein Traum wird Wirklichkeit.
Jedoch will Sara bis zu ihrem Auftritt vor laufender Kamera wieder in ihr geliebtes rotes Kleid passen. Die ersten Diätversuche schlagen fehl, der Magen knurrt stetig - Sara sieht in dem Tipp einer Nachbarin den einzigen Ausweg: von einem vertrauenswürdigen Doktor verschriebene Diät-Pillen! Und so sitzt Sara die nächsten Wochen vor ihrem Fernseher, konsumiert weiterhin "Tappy Tibbons", schmeißt sich morgens eine lila, mittags eine blaue und abends eine orange Pille ein. Sie scheint glücklich, wartet gespannt auf die Bestätigung ihrer Bewerbung - doch die Abfahrt in der (Pillen-)Suchtspirale zeigt eindeutig nach unten...
Harry - der Junkie-Sohn von Sara - hegt hingegen mit seiner hübschen Freundin Marion und seinem besten Freund Tyron einen Plan: Sie wollen aus der Drogenhölle heraus. Und wieso nicht mit der Sucht der anderen Kohle machen? Also wird mit dem Dealen angefangen. Zunächst noch im kleinen Stile - doch für die Erfüllung der großen Träume müssen immer größere Drogenmengen an den Mann gebracht werden. Bis dann der Super-Gau eintritt und Tyron im Gefängnis landet. Fast das ganze Ersparte geht für die Kaution drauf. Erneut sind sie gefangen in Coney Island, in ihrer beschissenen Umgebung. Geld muss her - Drogen müssen gekauft werden - Geld muss her - Drogen müssen konsumiert werden - Geld muss her - Drogen müssen verkauft werden - Geld muss her - ein Teufelskreis, aus dem es wohl kein Entrinnen geben wird...
Die Inszenierung - No refined sugar
Eigentlich implizieren wir mit dem Wort "Traum" etwas Schönes oder zumindest etwas Surreales. Zwar erscheinen einige Szenen in "Requiem for a dream" äußerst surreal - schön sind sie aber bei weitem nicht. Eher gleichen sie einem Albtraum. Dem Albtraum der Drogensucht. Darren Aronofsky macht keinen Halt, lässt seine Figuren in ein Fass ohne Boden stürzen. Immer tiefer in die Sucht bis sie zu guter letzt nur noch ein Wrack ihrer selbst sind.
Schon zu Beginn macht die Geschichte klar, dass Harry eigentlich keine liebenswerte Person sein kann. Er und Ty holen den Fernseher ab und zwischen Harry und seiner Mutter fängt ein heftiger Streit an. Sie hatte den TV-Wagen an der Heizung angekettet, schließt sich nun selber in einem Zimmer ein, um ihrem aufbrausenden Sohn zu entkommen. Wütend redet er auf sie ein - bis sie letztlich nachgibt und den Schlüssel unter der Tür hindurch schiebt. Mit sich selbst redend rechtfertigt sie ihr Handeln. Stellt dar, dass Harry doch ihr einziger Sohn sei und das letzte was sie habe.
Scheinbar will es einem das Drehbuch leicht machen, den Drogen-Junkie und seine Taten zu hassen - doch weit gefehlt. Nicht nur im Verhältnis zu seiner Freundin Marion ist Harry zuvorkommend, auch durch den aufkommenden Erfolg als Drogendealer bessert sich sein Verhalten zu seiner Mutter. Will sie gar von ihrer aufkommenden Pillensucht abbringen. Er wandelt sich - zwingt so dem Zuschauer eine gewisse Sympathie ab.
Ähnlich ergeht es diesem mit den anderen Figuren. Sie scheinen eigentlich gar nicht in das Bild der üblichen Süchtigen zu passen. Sind schon im Rentenalter, haben ihre Träume und sind auf der Suche nach Zuneigung - eigentlich Menschen, denen man den Missbrauch von Drogen nicht ansehen möchte.
Dass es aber für die Charaktere wohl keinen Ausweg aus ihrem Dilemma geben wird, erkennt man spätestens nach der Exposition. Aronofsky unterteilt wie auch schon Hubert Selby Jr. - der auch einen Gastauftritt hat - den zugrundeliegenden Roman in Akte. Benennt diese nach den Jahreszeiten. Beginnend im "Sommer" scheint das Leben der Figuren noch gänzlich im Lot, sie haben ihre Träume - und können diese scheinbar auch verwirklichen. Doch schon im "Herbst" ziehen dunkle Wolken auf. Die Süchte werden stärker, die Träume rücken in weite Ferne. Noch steht ihnen jedoch mindestens der "Winter" bevor - ob es für die vier noch einen "Frühling" geben wird?
SPOILER Ohne das Geschehen des Schlussaktes aufbauschen zu wollen, muss man wohl gestehen, dass die finalen Momente eine enorme psychische Stärke erfordern. In vier Teile splittet sich das Geschehen. Harrys linker Arm entzündet sich, muss letztlich amputiert werden. Tyrone landet im Knast, wird von den Gefängnisaufsehern fertiggemacht. Sara verliert endgültig ihren Halt in der Realität, landet in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses, wird künstlich ernährt, spricht nur noch wirre Sätze vor sich. Marion letztlich verkauft ihren Körper, ist eine der Attraktionen auf einer Sex-Party. Treibt es vor den geifernden Augen zahlloser Männer mit einer anderen Frau.
Gerade die Bebilderung des Finales ist in ihrer drastischen Wirkung kaum zu überbieten. Es wird zwischen den Personen hin- und hergeschnitten. Alles untermalt von der dramatisch-verstörenden Musik des Kronos Quartets. Eine Säge schneidet in Harrys Arm. Blut spritzt. Man sieht die Anwendung eines Doppeldildos. Die brutale Elektroschock-Therapie an Sara. Tyron, wie er sich übergibt. Wild und in einer für das normale Auge kaum verfolgbaren Geschwindigkeit, wechseln die Szenen. Es wird (nahezu) kein Detail ausgelassen. Alles muss der Zuschauer miterleben. Eine schwere Herausforderung - die brillanter nicht sein kann.
Doch gerade mit dieser harten Darstellung der Folgen hätte Aronofsky sich sein eigenes Grab schaufeln können. Hätte seinen Film als einen Lehrfilm der übelsten Sorte ausklingen lassen können. Doch nach dieser Tortur ist der Film noch nicht beendet. In kurzen Szenen sieht man die vier Charaktere, wie sie alleine in ihrem Bett liegen. Auf der Suche nach Schutz ziehen sie ihrer Beine an. Liegen in der Fötusstellung. Verloren. Zuneigung und Geborgenheit in weite Ferne gerückt. Unsere Gesellschaft ist abgestumpft, eiskalt - scheinbar sind Drogen für viele Mitmenschen so nur noch der Ausweg. Ein Ausweg in eine scheinbar bessere Welt.
Während die drei anderen Charaktere in diesen finalen "Bettszenen" in gewisser Weise von ihrer Sucht entkommen (Sara durch die Zwangstherapie; Tyrone durch den Knastaufenthalt; Harry durch die Amputation seines Armes) zu sein scheinen, stürzt Marion noch tiefer. Sie hat ihren Körper verkauft und konnte sich so ihre nächsten Drogen kaufen. Mit einem zufriedenen Lächeln liegt sie auf ihrer Couch, presst ihren Stoff an ihre Brust, zieht ihre Beine an. Sie hat ihren Seelenfrieden gefunden. Drogen bieten ihr Geborgenheit, Schutz.
Sara driftet hingegen bei dieser "Schlafszene" in einen abschließenden Traum ab. Einen Traum, in dem sie umjubelt in ihrer heißgeliebten Fernsehshow auftritt. Sie lächelt zufrieden in ihrem Krankenbett liegend. Und zur Krönung findet auch Harry den Weg in die Show - mit einem penetranten Seitenscheitel auf erfolgreichen Sohnemann getrimmt. Das Fernsehen gaukelt uns ein weiteres Mal eine heile und glückliche Familie vor. Willkommen in der "realen Welt". SPOILER-ENDE
Nicht nur auf inhaltlicher Seite ist Aronofskys Abrechnung mit unserer seelenlosen Gesellschaft eine wahre Offenbarung. Vor allem visuell katapultiert sich "requiem for a dream" in ungeahnte Dimensionen. Mit über 2000 Schnitten [ein normaler Film dürfte mit 600 bis 700 Schnitten auskommen] und einer agil von Matthew Libatique geführten Kamera ist der Film wahrlich die Perfektion der Videoclip-Ästhetik. Besonders genial hierbei die immer wiederkehrende Visualisierung des Drogenkonsums: Schnell zusammengeschnitten sieht man das Streuen einer Kokain-Linie. Das Zusammenrollen eines Geldscheines. Das Schniefen. Die Erweiterung der Pupillen. Oder das Aufmachen der Pillendose. Die Pille auf der Hand. Das "Einwerfen" der Pille in den Mund. Das Verschließen der Pillendose. Oder das Aufreißen des Heroin-Päkchens. Das Aufwärmen des Stoffes. Ein angespannter Arm. Die Erweiterung der Pupillen. Kurze Bilderabfolgen, die während des gesamten Filmes immer wieder auftauchen - und von einer brillanten Soundkulisse untermalt werden. Man hört das "Aufploppen" der Pillendose. Das Schniefen des Kokses. Ein zufriedenes Seufzen wenn die Wirkung einsetzt. Sound- und Bildeffekte, die schon ihre Wirkung auf nachfolgende Drogenfilme gezeigt haben - und im letzten Jahr von Jonas Åkerlund in seiner Drogensatire "Spun" kopiert worden sind.
Ansonsten führt "Requiem for a dream" die von Danny Boyle in "Trainspotting" begründete Bebilderung konsequent weiter - und wächst dabei über sich hinaus. Ein Fall wird durch eine Kamera, die an einem Bungee-Seil befestigt worden ist und dem Erdboden entgegenrast, visualisiert. 180°-Drehungen beleben die Dialoge der Akteure. Immer wieder ermöglichen Split-Screens zusätzliche Einblicke. Und zur zusätzlichen Dramatisierung wird bei jedem der vier Hauptfiguren in einer Szene eine Bauchkamera (snorry-cam) eingesetzt. Direkt ist diese entweder auf ihr Gesicht gerichtet oder bietet einen Einblick aus der wackeligen Ego-Perspektive. So sieht der Betrachter letztlich jegliche Emotionen und muss zwangsweise feststellen, dass aus dieser Sichtweise einige Einzelheiten noch viel verstörender wirken.
Die eingesetzte Musik unterstützt den bizarren Charakter des Filmes ebenso. Schrille Saiteninstrumente - gespielt vom Kronos Quartet - gepaart mit düsteren Elektrokompositionen. Clint Mansell kreiert nach seiner Arbeit für Aronofskys Debütwerk "Pi" erneut eine Score, die aufwühlender nicht sein könnte. Vor allem im Finale zehrt das Kronos Quartet mit seinen Instrumenten derartig an den Nerven des Zuschauers, dass man - in Kombination mit den Bildern - wie die Figuren psychisch zu zerbrechen droht.
Die Schauspieler - No orgasm
Dass eine derartig bitterböse und desillusionierende Story bei den Preisverleihern zumeist auf wenig Gegenliebe stößt, sollte nicht verwundern - dass aber auch noch die brillant agierenden Darsteller gänzlich übersehen worden sind, ist wahrlich nicht nachzuvollziehen. Im Golden Globe- bzw. Oscar-Rennen hielten es die Jurys nur für notwendig eine der Darstellerinnen für eine mögliche Auszeichnung zu nominieren. Eine Frechheit! Dass aber Ellen Burstyn (Oscar-honoriert für "Alice doesn't live here anymore / Alice lebt hier nicht mehr"; ansonsten: "the exorcist / der Exorzist") auch noch leer ausgegangen ist - gänzlich unverständlich. Zwar war Julia Roberts als "Erin Brokovich" brillant, aber von Ellen Burstyn wird sie noch in die Tasche gesteckt. Diese spielt sich die Seele als pillensüchtige Sara Goldfrab aus dem Leib. Verwirrt blickt sie in die Kamera, verliert immer mehr den Halt - lächelt geistesabwesend vor sich hin, ist fast schon zu glaubhaft als Drogensüchtige. Doch ihr größter Moment ist ein Monolog, in dem sie über die Einsamkeit im Alter redet. Kraftvoll gibt sie die Zerbrechlichkeit Saras wieder. Eine Szene, die bedrückt ohne falsche Emotionen zu schüren.
Die größte Überraschung ist jedoch Marlon Wayans, den man eigentlich nur als dauerbekifften Volldeppen aus "Scary Movie" kannte. Nie hätte man es für möglich gehalten, dass er sich nicht durch einen Film grimassiert. Nie hätte man auch nur annähernd vermutet, dass er ein Funken Talent besitzen würde. Doch als Ty widerlegt er alle Mutmaßungen - er ist eine Wucht! Ungewohnt zurückhaltend, mit den Augen agierend. Glaubwürdig, fernab jeder überzogenen Grimasse. Und wenn er in Panik und blutüberströmt vor den Folgen einer beigewohnten Schießerei flüchtet, dann erkennt man in seinem Gesicht (das von einer snorry cam gefilmt wurde) wahrlich die Panik. Als wäre all dies kein Kunstblut, sondern Wirklichkeit. Unbeschreiblich brillant!
Und auch Jared Leto (Harry; u.a. "Fight Club" und die TV-Serie "my so-called live / Willkommen im Leben") und die spätere Oscar-Gewinnerin Jennifer Connelly (Marion; Oscar für "a beautiful mind"; ansonsten: "Hulk") stehen dem in nichts nach. Leto vollführt eine hervorragende Gratwandlung zwischen Widerling und Sympathiefigur. Connelly verfallt erschreckend glaubhaft ihrer Sucht. Bietet vor allem im "winterlichen Finale" eine grandiose Vorstellung.
Obendrein fallen auch die Nebendarsteller nicht negativ auf. Runden das hervorragende Gesamtbild des Ensembles ab. Besonders interessant fällt hierbei Sean Gullettes (der Hauptdarsteller aus "Pi") Auftritt als Widerling Arnold auf. Er teilt insgesamt zwei Szenen mit Jennifer Connelly vor der Kamera. Doch diese Momente reichen gänzlich aus, um den Hass des Zuschauers auf sich zu ziehen. Er ist schmierig, nutzt die Hilflosigkeit Connellys zur Befriedigung seines sexuellen Triebes aus. Abstoßend gespielt - und ein sehr gutes Zeugnis für einen Akteur, der hoffentlich auch bald von weiteren Regisseuren entdeckt wird.
Fazit - Fear and loathing in Coney Island
"Requiem for a dream" macht süchtig. Die "Exposition" spielt zwar mit surrealen Momenten, die scheinbar in ihrer Abgedrehtheit nur auf einem erstklassigen Drogentrip passieren können. Doch dann muss der Betrachter notgedrungen aufwachen. Die Figuren verlieren sich immer mehr in ihrer Sucht, verkaufen sich nur um den nächsten Höhepunkt in greifbare Nähe zu bekommen. Verlieren den Halt in der "Realität". Darren Aronofsky macht dabei keinerlei Kompromisse, Hoffnung oder ein Auskommen gibt es nicht. Pessimismus herrscht. Es geht immer tiefer - abwärts.
Aber trotz aller Schwarzmalerei ist "requiem for a dream" mehr als nur ein simpler Lehrfilm über Drogen - er demontiert den "American dream" aufs Gründlichste. Er lässt keinen Stein mehr auf dem anderen, hält der gefühls- und teilnahmslosen Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht, spart nicht an erschreckenden Bildern.
So dürfte verständlich sein, dass Aronofskys Zweitwerk kein Film für die Masse ist. Zu verstört wird man aus dem Albtraum der Drogensucht wieder weggestoßen. "Requiem for a dream" ist eine Bilderflut die einem zeitweise den Magen umkehren kann. In Kombination mit den hervorragend (verstörend) aufspielenden Schauspielern und der nervösmachender Musik sorgt die drastischer Geschichte so dafür, dass "Requiem for a dream" in den Filmolymp aufsteigt. Vermutlich von vielen aufgrund der Ausweglosigkeit gehasst - an dem Status eines Meisterwerks, das gänzlich bei den wichtigen Preisverleihungen übergangen worden ist, kann diese Spaltung der Masse aber nichts ändern. Brillanter und schwerverdaulicher Pflichtstoff.
Wertung: Die Höchstwertung von 10 halluzinierenden Punkten Internet: http://www.requiemforadream.com/
In der Bestenliste der imdb.com rangiert "Requiem for a dream" derzeitig (27. Februar 2005) auf Platz 55!
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Ob jedoch die FSK mit der Freigabe ab 16 einen derartig gelungenen Zug getätigt hat, erscheint mehr als fraglich. Sicherlich schreckt "Requiem for a dream" vor dem Drogenkonsum ab - aber gerade das Finale dürfte wohl von einem Großteil der Sechzehnjährigen noch nicht verarbeitet werden können.
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Abschließend nur ein paar flüchtige Worte zur DVD: Die deutsche Variante ist äußerst lieblos zusammengestellt worden, bietet weder Extras noch Original-Ton - hingegen ist die britische Version eine kleine Offenbarung. Sehr gute Bild- [Format: 2.35:1] und Tonqualität [Dolby Digital 5.1]. Qualitativ hochwertige Extras im Überfluss [Cut-Scenes, Audiokommentar von Darren Aronofsky, Making-of, Interviews (etc.)], verständlicherweise aber keine deutsche Synchronisation. Wer aber dem Englischen mächtig ist (notfalls gibt es zur Unterstützung noch eine englische Untertitel-Spur), sollte zugreifen - und der zeitweise äußerst niedrige Preis bei cd-wow lädt dazu natürlich ein!
Als erfreulich ist jedoch zu erwähnen, dass für den deutschen Markt eine Premium-Edition [VÖ: Ende April 2005] geplant ist, welche mit einer Bonus-DVD ausgestattet, dem Film durchaus gerecht werden könnte. Bisher konnten aber noch keine näheren Angaben zu dieser geplanten Veröffentlichung gesammelt werden.
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ein Testbericht von wildheart2004-10-31 19:49:28vom 31.10.2004Empfehlung: ja
1998 überraschte Darren Aronofsky mit seinem Spielfilmdebut „Pi”, in der er die Geschichte des soziopathischen Wissenschaftler Mac Cohen erzählte, eines Wissenschaftlers, der abgeschottet von der Außenwelt nach der Weltformel sucht. In „Requiem for a dream” widmet sich Aronofsky vier Menschen, die sich in einer ganz ähnlichen Situation wie Cohen befinden, ohne dass dies ihnen allerdings bewusst wird.
Die neue Klassengesellschaft ...
... hier das drogenabhängige Mittelstandskind Harry (Jared Leto), dessen Mittelstandsideologie und -praxis längst verfallen sind, seine Mutter Sara (Ellen Burstyn), die sich auf den Konsum einer billigen TV-Game-Show mit Moderator Tappy
Tibbons (Christopher McDonald), Harrys aus reichem Elternhaus stammende Freundin Marion (Jennifer Connolly), deren einzige Verbindung zu ihrem Elternhaus in Geld besteht, das ihr die Eltern u.a. für eine Therapie und für den Lebensunterhalt bezahlen, und schließlich der schwarze Tyrone (Marlon Wayans), dessen einzige Erinnerung – die an seine Mutter und deren Liebe – immer wieder blitzartig in sein Bewusstsein dringt.
... dort mehr oder weniger kriminelle Geschäftsleute wie Big Tim (Keith David), Psychiater, Ärzte, Gefängniswärter, Drogendealer und ähnliche Herrschaften.
Erinnerung ist überhaupt das, was den vier Hauptpersonen des Films in jeder Hinsicht fehlt. Nur Bruchstücke von Erlebtem, starr gewordene Erinnerungsfetzen tauchen ab und an bei ihnen auf. Alle vier leben so sehr in den Fallen ihrer Sucht, das sie dieses Leben mit einem des carpe diem verwechseln. Geschichte, Tradition, Erinnerung – all das spielt für sie keine Rolle.
Aronofsky zeigt anfangs des Films vier Leute, über die man teilweise noch lachen oder lächeln kann. Sara, dick geworden um die Hüften, schaut ihre TV-Show und stopft in sich hinein. Die drei jungen Leute vertreiben sich die Zeit mit Partys und Drogen, also nichts Außergewöhnliches. Regelmäßig schieben Harry und Tyrone den alten Fernseher von Sara zum Pfandleiher, um ein bisschen Geld für Drogen zu bekommen. Und kurze Zeit später holt Sara sich die Kiste wieder ab. Vor ihrem Haus sitzen die Damen des Blocks in ihren Stühlen und sonnen sich, quatschen und harren der Dinge, die da kommen oder auch nicht. Fast wie eine Komödie mutet das Spiel an, das Aronofsky uns präsentiert – aber nur, um später um so härter zuzuschlagen: uns mitten ins Gesicht oder besser ausgedrückt direkt in unsere Herzen, Seelen und vielleicht aus unser Gewissen.
Dabei ist „Requiem for a dream” keineswegs ein lehrmeisterliches Stück, kein 10-Gebote-Film, keine Ansammlung von gut gemeinten Ratschlägen. Nie und nimmer. Aronofsky nimmt seine Figuren ernst. Ernst nimmt er aber auch eine Gesellschaft, in der im buchstäblichen Sinn der eine den anderen nicht mehr wahrnimmt, nicht einmal aus Desinteresse oder Hartherzigkeit, sondern weil man es so gelernt hat.
Die Katastrophe beginnt, als Harry und Tyrone beschließen, ins Drogengeschäft einzusteigen. Sie wollen reinen Stoff kaufen, strecken und dann teurer verkaufen. Und für Sara geht’s bergab, als ihr über Telefon die Teilnahme an der TV-Show angekündigt wird. Sie versucht, in ein rotes Kleid zu schlüpfen, das ihr aber inzwischen zu klein ist, um in der Show gut auszusehen. Da eine Diät nicht schnell genug hilft, verschreibt ihr ein Arzt Appetitzügler, von denen sie langsam aber sicher abhängig wird.
Aronofsky kennt kein Pardon. Er zeigt mit Hilfe von Split-Screens, Zeitraffer, schnellen Schnittfolgen, untermalt durch die Musik Clint Mansells und des Kronos-Quartetts (die manchmal ähnlich Peitschenhieben auf einen niederprasselt) in eindrucksvollen Bildern den sozialen, psychischen und körperlichen Verfall der vier Hauptpersonen. Dass dieser Film kein glückliches Ende findet, wird spätestens nach einer Dreiviertelstunde jedem bewusst. Dabei ist „Requiem for a dream” kein Anti-Drogen-Film im konventionellen Sinn, eher ein Anti-Sucht-Film, und die Süchte (hier Drogen und Fernsehen) sind durchaus austauschbar. Die Totenmesse für die Träume von vier Personen zeigt den gnadenlosen Absturz von Menschen, die ihre Träume nur innerhalb ihres Suchtverhaltens finden können: Drogenkarriere oder TV-Auftritt.
Eine zentrale Stelle des Films zeigt Sara und Harry im Gespräch miteinander. Sara rennt hin und her, als ihr Sohn sie nach Wochen einmal wieder besucht, aufgeputscht durch die Tabletten. Harry merkt, dass sie durch die Appetitzügler süchtig geworden ist. Sara will das nicht wahrhaben und Harry merkt nur, dass seine Mutter süchtig ist, nicht aber er selbst. Weinend verlässt er sein Elternhaus, das inzwischen nach außen abgedunkelt und abgeschottet ist, ein Elternhaus, in dem kleinbürgerliche Utensilien schon lange Platz gegriffen haben, die für Sara allerdings längst keine Bedeutung mehr haben. Sie bewegt sich zwischen ihrem Fernseher und dem „aufmüpfig” gewordenen Kühlschrank, der sich in ihren durch die Tablettensucht ausgelösten Wahnvorstellungen bewegt, ebenso, wie eines Tages Tappy Tibbons samt Kandidatin und Publikum plötzlich in Saras Wohnzimmer stehen und sie auslachen.
Harry weint nicht lange. Längst ist er wieder mit sich selbst beschäftigt. Der Drogenhandel endet wie er begann: bargeldlos. Dafür ist die Abhängigkeit gestiegen, die Beziehung zu Marion verwandelt sich in eine Suchtbeziehung, Marion prostituiert sich und Harry und Tyrone versuchen in Florida vergeblich ihr Glück.
Selten sieht man einen Film, in dem das Spiel der Mimen, die Musik, die Bilder, die Entwicklung der Geschichte eine derart homogene Einheit bilden. „Requiem for a dream”, für gerade mal 4,5 Mio. Dollar gedreht, beweist, dass mit relativ wenig Geld und viel Phantasie – vor allem, wenn ein Regisseur freie Hand hat und keine Produktionsfirma in die Inszenierung pfuscht – Maximales herausgeholt werden kann. Ellen Burstyn, bekannt geworden vor allem als Chris McNeil in Friedkins „Der Exorzist” (1973), ist schlicht überwältigend, etwa wenn sie verzweifelt in der Wohnung herumgeht und sich bemüht, den Kühlschrank nicht zu öffnen. Und auch Jared Leto und vor allem Jennifer Connelly können in ihren Rollen überzeugen. Connelly ist beispielsweise in einer Szene zu sehen, in der Marion ihre gesamte Wohnung auf den Kopf stellt, um Geld, Drogen zu finden. Kaum hat man je Entzug in einem Film überzeugender dargestellt gesehen.
Der Einsatz bestimmter visueller Techniken ist kein Selbstzweck, sondern auf das Thema des Films bezogen und der eingeschränkten Wahrnehmung der Personen in ihrer Sucht angepasst – etwa wenn Sara eine Diät anfängt. Man sieht auf dem Tisch in Form eines Dreiecks angeordnet eine Orange, ein Ei und eine Tasse Kaffe – Schnitt – Orange ausgelöffelt – Schnitt – Eierschalen – Schnitt – Tasse leer. Ebenso verfährt der Film des öfteren mit der Vorbereitung des Schusses, was mit Worten schwer zu beschreiben ist, als Stilmittel aber visuell voll überzeugt: ein maschineller, routinierter Vorgang. Demgegenüber verwendet Aronofsky den Split-Screen z.B. in einer Szene zu Anfang des Films, in der Harry und Marion im Bett liegen und sich ihre Liebe erklären. Hier herrscht noch Nähe oder der Wunsch nach Nähe, der Split-Screen rückt beide zugleich zusammen, wie er sie trennt.
„Requiem for a dream” gehört zu den Meisterwerken der Filmkunst der letzten Jahre. Er mutet – insbesondere dann auch gegen Schluss – dem Zuschauer viel zu. Der Film zeigt auch und vor allem ein Stück Gesellschaftskritik, ohne ins Analytische zu verfallen. Denn Aronofsky versteht es, zu zeigen, statt zu predigen. Gerade in diesem Film wird deutlich, was Kino eigentlich sein kann und sollte: ein Bilderreigen, der in sich stimmig ist und in dem die Bilder das Wichtigste sind – unter Verzicht auf Theatralik, Zeigefinger und demonstrative Gesten. Die Unfähigkeit und / oder Unwilligkeit von Ärzten, Therapeuten, Polizei usw., mit solchen Situationen umzugehen, wird durch die Bilder generiert, nicht durch verbale oder theatralische Anklagen.
Man darf auf Aronofskys nächsten Film, der sich in der Pre-Production befindet und „The Fountain” heißen wird, gespannt sein. Er soll 2005 in die Kinos kommen.
Wertung: 10 von 10 Punkten.
Prädikat: Besonders wertvoll.
Requiem for a dream
(Requiem for a dream)
USA 2000, 102 Minuten
Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Darren Aronofsky, Hubert Selby Jr., nach dem Roman von Hubert Selby Jr.
Musik: Clint Mansell, gespielt vom Kronos-Quartett
Director of Photography: Matthew Libatique
Montage: Jay Rabinowitz
Produktionsdesign: James Chinlund
Darsteller: Ellen Burstyn (Sara Goldfarb), Jared Leto (Harry Goldfarb), Jennifer Connelly (Marion Silver) Marlon Wayans (Tyrone C. Love), Christopher McDonald (Tappy Tibbons), Louise Lasser (Ada), Marcia Jean Kurtz (Rae), Janet Sarno (Mrs. Pearlman), Suzanne Shepherd (Mrs. Scarlini), Joanne Gordon (Mrs. Ovadia), Charlotte Aronofsky (Mrs. Miles), Mark Margolis (Mr. Rabinovitz), Sean Gullette (Arnold), Aliya Campbell (Alice), Keith David (Big Tim)
Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0180093
ein Testbericht von Selbsthilfegruppe2004-07-26 02:24:25vom 26.07.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Realistisch, in seiner Wirkung unerreicht, Schauspieler......Nachteile/Kritik: Verstörend
"Requiem for A Dream"
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Dieser Bericht enthält viele Spoiler zum Film!
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***Einleitung/Produkt***
Guten Abend liebe LeserInnen!
Heute möchte ich einen Bericht zum Film "Requiem for A Dream" schreiben, was sich teilweise als schwer, teilweise als leicht erweisen dürfte. Denn dieser Film gehört definitiv zu den erdrückensten Filmen die ich kenne, wenn es nicht sogar DER beklemmendste ist. Warum ich über diesen Film schreibe? Das ist gar nicht schwer zu begründen, denn zu diesem Streifen fällt mir vieles ein: Gedanken, Gefühle und vor allen Dingen jede Menge Nachdenklichkeit. Thematisch
ist der Film nicht nur hochgradig intelligent sondern in seiner Art und Weise der Darstellung von Sucht und ihren Folgen auch noch ein Unikat. An sich ist das ja ein ausgelutschtes Thema in der Filmindustrie (man denke an "Trainspotting") und wurde auch schon öfters eher schlecht als recht verfilmt, doch "Requiem for A Dream" ist da anders. Und zwar gänzlich.
Nun erstmal einige Fakten zur DVD:
"Requiem for A Dream" (2000)
Genre: Drama/Anti-Drogenfilm
-Bildformat: 16:9
-Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo, Dolby Digital 5.1)
-Format: Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound, PAL
-Laufzeit: 97 Minuten
-FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Extras fehlen bis auf ein paar mickrige Trailer eigentlich völlig, und warum sie nicht wenigstens eine englische Tonspur draufgetan haben ist mir nicht erklärlich - einen Kauf ist die DVD aber allein für den Film völlig wert. Bei Amazon gibt es die DVD für 14,99€, was in meinen Augen noch akzeptabel ist, da man soviel Geld für diesen Hightlight-Streifen ruhig ausgeben kann. Hoffen tue ich auf eine Special Edition oder Neuauflage, da auf der englischen DVD ja Extras vorhanden sind die auch interessieren und vielleicht noch mehr für den Kontext des Filmes tun.
Nun, was die Regie angeht, weiß ich immer nicht sehr viel zu sagen. Trotzdem möchte ich mich dazu äußern: Die Regie in diesem Film ist eine Glanzleistung. Das, was der Sache an sich (Sucht; Drogenkonsum) an Schönheit fehlt wird in diesem Film durch eine gewisse Perfektion in der Darstellung heftig inszeniert. Bei den Dreharbeiten wurden schätze ich kaum oder gar keine Improvisationen mit eingezogen, da die Regie und der Stil des Films ausreichen, um die schockierende und geradezu betäubende Wirkung zu erzielen. Sparen tut Aronofsky mit blanker Wahrheit nicht, er zeigt dem Zuschauer nur eins: Wie es aussieht. Wie es aussieht, ein Junkie zu werden. Wie es aussieht, Träume zu haben, die in einem Schreckensszenario der Realität enden.
Weitere Filme:
-"Pi" (1998)
-"Protozoa" (1993)
-"Supermarkt Sweep" (1991)
~~Drehbuch: Hubert Selby Jr.~~
Einen Einblick in das Drehbuch an sich bekommt man natürlich nicht. Nichtsdestrotrotz kann ich ja doch was dazu sagen, nämlich dass es genial ist. Sicher hätten Aronofsky und die Schauspielertruppe aus dem Film was machen können wenn ein anderes Drehbuch vorgelegen hätte, aber nur so konnte "Requiem for A Dream" zu dem Meisterwerk werden, dass es ohne Zweifel ist. Die Dialoge sind intelligent und nicht überzogen - ich habe bemerkt, dass die Sprache natürlich der Situation angepasst wurde, aber ein gewisses Niveau ist trotzdem immer vorhanden. Über die Storyline schreibe ich zu späterem Zeitpunkt noch mehr, ich kann erstmal nur soviel sagen: Die Handlung ist ein Reigen der Dramatik.
Weitere Drehbücher zu:
-"Fear X" (2003)
-"Letzte Ausfahrt Brooklyn" (1993)
Das sind für mich die beiden wichtigsten Cast-Persönlichkeiten, solche Dinge wie Produzenten etc. möchte ich hier nicht weiter aufzählen.
~~Ellen Burstyn als Sara Goldfarb~~
Sie spielt eine der vier Schlüsselrollen in diesem Film. Als Sara Goldfarb verkörpert Ellen Burstyn eine ganz spezielle Süchtige: Sie nämlich ist nicht nur nach einer Sache süchtig sondern gleich für mehreres anfällig. Zum Einen wäre da ein Problem was wohl auch eher die Jugend betrifft. Sara Goldfarb hat ihren Mann verloren und ihr Sohn ist kaum noch da, weshalb sie sich fast den ganzen Tag vor den Fernseher setzt und sich immer nur Gewinnshows und Diätsendungen anschaut. Als sie meint, in eine Fernsehshow eingeladen zu sein, will sie unbedingt ihr altes rotes Kleid anziehen, was sie auch beim Highschoolabschluss ihres Sohnes getragen hat. Jedoch passt es ihr nicht mehr - sie muss abnehmen. Ihre erste Eier-Grapefruit-Diät gefällt ihr nicht mehr, weshalb sie auf Tabletten, die ihr flüchtig von einem Arzt verschrieben wurden um. Man erfährt im Film, dass es sich bei diesen Diät-Pillen, die den Appetit mindern sollen, um Speed handelt. Sara wird logischerweise süchtig von den Dingern und verfällt in den totalen Wahnsinn, der sie immer weiter anspornt, noch mehr Tabletten in sich reinzustopfen. Die Sucht nimmt katastrophale Ausmaße an und man darf mitverfolgen, wie Wahnanhfälle, Schizophrenie und Paranoia langsam aber sicher Sara's Gehirn zermadern.
Über die schauspielerische Leistung braucht man sich nicht zu streiten: Ellen Burstyn verschafft der Sara Goldfarb anfänglich die nötige Substanz, um sie als einen liebenswürdigen Charakter mit dem typischen Oma-Charme erscheinen zu lassen. Ihr weiteres Spiel demonstriert die Entwicklung zu einer verrückten alten Frau mit einer Intensität, die kaum ein Schauspieler der heutigen Zeit auf die Beine stellt. Ich habe eigentlich keine Sekunde darüber nachgedacht beim Sehen, dass sie ihre Sache gut macht - ich habe es von Anfang an mitbekommen und ihre fantastische Arbeit abgekauft, und dass, obwohl ich normalerweise schon darüber grüble ob ich die Verkörperung einer Rolle jetzt gut fand oder nicht. Für mich ist das ein Zeichen, dass Ellen Burstyn zumindest in diesem Film über jeden Zweifel erhaben ist.
Ein Auszug aus der langen Filmographie:
-"Cross the Line" (2002)
-"Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern" (2002)
-"Ein amerikanischer Quilt" (1995)
-"Traum einer Leidenschaft" (1975)
Und hier ihre vielleicht wichtigste Rolle:
-"Der Exorzist" (1973)
~~Jared Leto als Harry Goldfarb~~
Jared Leto spielt den Sohn von Sara Goldfarb und steht gleich am Anfang im Zentrum des Films. Er klaut seiner Mutter nämlich laufend den Fernseher, bringt ihn zu einem Pfandleiher, kassiert Geld - dann kauft seine Mutter ihn zurück und so weiter. Was kauft sich Harry von dem Geld? Drogen. Natürlich erstmal nur so zum Spaß. Es ist ja nicht so, dass Harry keine Träume von einem schönen Leben hat, jedoch benötigt er erstmal Geld um seinen Träumen Leben einzuhauchen. Was tut er dafür? Er plant mit seiner Freundin Marion und seinem besten Kumpel Tyrone, sich Stoff zu kaufen und diesen dann zu strecken um ihn dann für massig Geld unters Volk zu bringen. Wofür ist das Geld? Für die Träume, die die vier haben. Harry's Charakter definiert sich mir als ein auch liebenswerter aber recht verschlossener Typ, im Film erfährt man über seine Gedanken meiner Meinung nach am Wenigsten, was aber auch seinen Reiz hat, umso mehr wird die Nachdenklichkeit gefördert. Harry liebt seine Mutter, liebt seine Freundin und liebt seinen besten Kumpel - wie zu erwarten machen die Drogen aber alles kaputt.
Für mich war Jared Leto vor diesem Film immer ein guter Schauspieler, der solide Leistungen bringt, aber nicht unbedingt allzu sehr auffällt. In "Requiem for A Dream" fällt aber auch er auf und beweist, dass er die ganze Palette draufhat: Die Euphorie der Hoffnung, die Liebe vor dem Fall, die Angst und der Schmerz beim Fall, die Hoffnungslosigkeit nach dem Fall. Ich finde seine schauspielerische Leistung die er in diesem Film erbringt beeindruckend und würde sagen, dass er noch öfters solche Rollen spielen sollte, da ihm das liegt.
Weitere Filme (Auszug)
-"Panic Room" (2002)
-"American Psycho" (2000)
-"Düstere Legenden" (1999)
~~Jennifer Connelly als Marion Silver~~
Marion ist die Freundin von Harry und hat Tyrone ebenfalls als besten Kumpel. Sie ist diejenige, über deren Ziel man am meisten erfährt: Zusammen mit Harry kommt sie nämlich auf den Gedanken, mit ihren Modeentwürfen einen Laden aufzumachen, das sie Talent hat, wird ihr regelmäßig bestätigt. Marion hat anfangs noch Kontakt mit ihren Eltern, jedoch verliert sie diesen, als sie immer tiefer abrutscht. Als Harry feststellt, dass kein Geld mehr da ist, muss Marion ihren Körper verkaufen. Dieses setzt sie später immer weiter fort, bis sie vollends im Prostitutionssumpf landet und sich vor etlichen notgeilen Männern zur Schau stellen muss.
Jennifer Connelly's Schauspieltalent ist umstritten. Manche halten sie für eine grandiose Schauspielerin, die anderen sehen in ihr den Hollywood-Stereotyp. Ich gestehe dass dieses der erste Film ist, wo mir bewusst klar war, dass sie mitspielt, doch wie eigentlich alle Hauptdarsteller von "Requiem for A Dream" weiß auch sie die bedrückende Atmosphäre zu unterstreichen. Als Marion steht sie besonders für die Entzugserscheinungen von Drogen, da sie diejenige ist, die nichts anderes mehr hat um an Stoff zu kommen als ihren Körper - den sie wie gesagt auch verkauft. In der letzten Szene von ihr sieht man sie verkrampft lachen - ein Lachen, dass für alles steht. Nur nicht für Freude, Glück und erst recht nicht Spaß. Jennifer Connelly wurde bereits mit einem Oscar ausgezeichnet für ihre Nebenrolle in "A Beautiful Mind".
Weitere Filme (Auszug):
-"House of Sand and Fog" (2003)
-"Hulk" (2003)
-"A Beautiful Mind" (2001)
~~Marlon Wayans als Tyrone C. Love~~
Die für mich definitiv am krassesten beeindruckendste Rolle war diese, auch wenn sie schauspielerisch nicht die beste war. Marlon Wayans ist nämlich kein Geringerer als der Miterfinder von "Scary Movie" und in diesen Filmen Shorty. Wer die Filme kennt, weiß, dass man ihm vielleicht nicht so großes dramatisches Talent zutraut. Voilá: In "Requiem for A Dream" ist er das Aushängeschild für den Insider-Junkie. Er hat die 'Connections' in der Szene und weiß eigentlich immer, wo es weiteren Stoff gibt. Als er mit Harry nach Florida fährt, weil es in ihrer Heimatstadt kaum noch Stoff gibt, muss er wegen Harry's Arm ins Krankenhaus und wartet dort. Er schaut sich regelmäßig um, weil er schon bemerkt hat, dass er beobachtet wird - schließlich nimmt ihn die Polizei fest und er muss ein hartes Leben im Knast führen, wo er ununterbrochen angestachelt wird. Von den vier Fokuscharakteren ist er aber immer noch derjenige der das beste Los zieht...
Mein Vorurteil nach seiner "Scary Movie" - Rolle war nicht so groß, ich hatte nur nicht erwartet, dass Marlon Wayans eine Rolle in einem solch ernsten Filmen so gut rüberbringen könne. Für mich steht er jetzt in einem anderen Licht und bringt wenigstens etwas Humor in den Film, wo es ja insgesamt höchstens am Anfang mal was zu lachen gibt.
Weitere Filme (Auszug):
-"Scary Movie 2" (2001)
-"Dungeons and Dragons" (2000)
-"Senseless" (1998)
Diese vier Rollen werden hier fast ausschließlich gezeigt, nur sehr selten sieht man andere Charaktere die auch eine Bedeutung für den Film haben. Alle vier genannten Schauspieler haben mich in diesem Film überzeugt und bringen glaube ich mit maximaler Kraftaufwendung maximale Wirkung. Wie schon gesagt - kaum ein Film hat mich je so verstört und das soll bei der Menge Filme, die ich schon gesehen habe, was heißen. Natürlich sind auch die restlichen Darsteller sehr gut (zum Beispiel der Psychiater von Marion wurde als schleimiges Ekelpaket prima rübergebracht). Alles in allem würde ich sagen, dass Aronofsky sein Team perfekt ausgewählt hat - Schachzug Nummero 1 für ein Glanzstück der Filmgeschichte.
Nicht nur Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler benötigt man, um einen guten Film zu machen, auch wenn das schon eine wesentliche Aufgabe übernimmt. Um das Thema und die Thesen, die ein Film aufstellt, realistisch zu demonstrieren bedarf es mehr. So ist es unter anderem die geniale Kameraführung, die die Spannung der einzelnen Szenen noch mehr hervorhebt. So zum Beispiel finde ich es genial, wie Sara von vorne gezeigt wird, wenn sie einen ihrer Ausbrüche hat oder wie Marion gezeigt wird als sie sich ihr Geld von ihrem Psychiater 'besorgt' hat. Hinzu kommen diese interessanten immer wiederkehrenden Situationen, z.B. die Vergrößerung der Pupillen nach einem Schuss oder wie Sara den Fernseher an- und ausstellt oder ihre Pillen nimmt. Die größte Auswirkung auf die Atmosphäre hatte für mich aber eindeutig die Musik.
Verantwortlich dafür zeichnet sich Clint Mansell, der für den Soundtrack Kronos Quartett zusammenarbeitete. Auf dem Soundtrack, den es bei Amazon für 17,99€ zu erstehen gibt, finden sich die ganzen Kompositionen wieder, die wie der Film auch in 4 Teile aufgegliedert sind: Sommer (welcher für die anfängliche Vorfreude steht), der Fall (welcher für den Abstieg steht) und der Winter (welcher für das symbolische Ende aller Tage steht). Die verschiedenen szenenangepassten Stücke klingen spannend und bringen immer noch mehr Elektrizität in die Szenen als ohnehin schon vorhanden ist. Clint Mansell zeichnet sich übrigens auch für die Titelmusik von Aronofsky's "Pi" verantwortlich.
Die wichtigsten Orte im Film sind ebenso wenig wie es Hauptrollen gibt: Sara Goldfarb sieht man sogut wie immer in ihrer Wohnung, in der sie ihren Verstand verliert. Harry, Marion und Tyrone sieht man meistens in ihren Wohnungen, zum Ende hin wechseln dann alle ihre Zentren: Sara in die Irrenanstalt, Harry ins Krankenhaus, Marion zu ihrem neuen Dauerfreier und seinen Freunden und Tyrone ins Gefängnis. Die Orte an denen sich die 4 meistens aufhalten machen die Veränderungen natürlich auch mit: Sara's Wohnung verkümmert immer mehr, bei Harry und Marion sieht es auch mit der Zeit immer schlimmer aus. Ein Spiel mit den Farben ist vorhanden, am Anfang wird viel Sonne gezeigt, bis sich fast alles nur noch in der Dunkelheit abspielt. Bei Marion's entscheidender Endszene besteht die Beleuchtung sogar nur noch aus Taschenlampenlicht. Wie die helle Beleuchtung bei Sara am Ende zu deuten ist, kann ich mir nur so erklären: Vielleicht wollte Aronofsky noch ein letztes Mal zeigen, dass es irgendwo noch Hoffnung gibt, für alle die, die einer Sucht verfallen und Opfer der Folgen werden.
Nun möchte ich aber mal direkt auf den Inhalt zu sprechen kommen, denn dieser hat es in sich. Die folgenden Sätze verraten übrigens wie es ausgeht, also nur weiterlesen, wenn euch das egal ist oder ihr den Film kennt! Womit der Film mänlich arbeitet um eine Abschreckung zu erzeugen:
-das Verrücktwerden
-Sex
-die Zerstörung des Körpers (siehe was mit Harry passiert)
-Gefängnis
Ich habe bis auf ab und zu ein wenig Alkohol mein Leben bisher ohne jede Droge überstanden und habe das auch weiterhin vor, aber nach diesem Film ist es mir wirklich 100% vergangen. Selbst jede noch so fröhliche Junkieparty könnte man denke ich mit dem Streifen sprengen, denn die simple Grausamkeit der Bilder bleibne einem noch Stunden nach dem Anschauen im Gedächtnis haben. Bei mir ist die Wirkung erst nach Tagen einigermaßen verflogen, bis dahin musste ich sehr häufig an den Film denken und habe mich auch in meiner Freizeit viel damit auseinandergesetzt (tue ich ja mit diesem Bericht auch). Leider sind es ja eher wenige, die in den filmischen Genuss und den seelischen und geistigen Masochismus dieses Filmes gekommen sind, was ich persönlich schade finde. Jemand, mit dem ich den Film gesehen habe, meinte: "Diesen Film sollte man in Schulklassen mit 13-jährigen zeigen" - so unrecht hat derjenige meiner Meinung nach nicht. Die Szenen würden dann vielleicht nur schwer verarbeitet werden, aber ich wette, dass das bei potenziellen Suchtopfern eine positive Auswirkung hätte.
Ohnehin ist es fraglich, ob dieser Film schlecht für Jüngere ist. Gewiss, etliche jüngere Personen könnten an dem knallharten Stoff hart zu knabbern haben, aber letzten Endes zeigt der Film nichts anderes als die Wahrheit, die viele nicht wahrhaben wollen. Täglich laufen in den Nachrichten Kriegsgeschichten, Morde, Vergewaltigunsnachrichten. Ob ein Anti-Drogen-Film da was ändert? Wer weiß.
Ich bin, wie einige sicher bemerkt haben, begeistert von dem Film. Die Schauspieler, die Musik, die Stimmung. All das hat hier zusammengepasst und eine letztendlich perfekte Wirkung hervorgerufen. Aronofsky und alle anderen die an diesem Film mitgewirkt haben, haben nämlich eine Regel beachtet, die wohl in 80% der Filmindustrie missachtet wird: Filme sind nicht nur dazu da, um zu unterhalten. Mainstream ist gelegentlich ganz ok, aber nicht wenn solche Filmperlen wie "Requiem for A Dream" dabei so unter den Tisch fallen. Jeder sollte den Film mal gesehen haben und sich dann selbst davon überzeugen, dass dies erste Klasse ist. Viel besser kann man es nicht machen.
Da ich einige Stunden für diesen Bericht gebraucht habe freue ich mich natürlich fürs Lesen, Bewerten und Kommentare bekommen. Danke!
---Dieser Bericht ist auch bei Ciao existent, stellt allerdings mein geistiges Eigentum dar.---
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