Rufmord - Jenseits der Moral
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Testberichte Rufmord - Jenseits der Moral

 (VHS) Drama
3.5 von 5
Platz 1215 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 3,50 / 5,00 3.5 von 5
Meinungen:
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Rufmord - Jenseits der Moral Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,50 / 5,00 3.5 von 5
von 80% aller Autoren empfohlen (4/5).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • sehr gute Schauspieler
Nachteile/Kritik
  • letztendlich unglaubwürdig
Rufmord - Jenseits der Moral (VHS) Drama am günstigsten bei:
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akison

Rufmord - wie kriminell kann Politik sein ??

ein Testbericht von 2002-07-19 22:38:09 vom 19.07.2002
Empfehlung: ja
=== Zur Story ===

Gouverneur Jack Hathaway sitzt mit einem Reporter angelnd an einem See, als plötzlich ein Auto durch die Leitplanken bricht und ins Wasser stürzt. Kurz entschlossen springt Jack Hathaway in die Fluten, um zu helfen, kann das eingeschlossene Mädchen aber nicht mehr retten…!

Während dessen sitzt man im Weißen Haus vor einem größeren Problem. Der Vizepräsident ist verstorben und Präsident Jackson Evans ist auf der Suche nach einem Nachfolger. Obwohl Hathaway durch sein beherztes Vorgehen in der Presse gelobt und bewundert wird und eigentlich kurz vor der Ernennung stand, lehnt der Präsident ihn ab.

So setzt er sich mit seinem Stabschef Kermit Newman und dem Pressesprecher Jerry Tolliver zusammen und sie einigen sich darauf, als I-Tüpfelchen in der amerikanischen Geschichte, erstmalig eine Frau als Vizepräsidenten zu ernennen, Senatorin Laine Hanson.

Laine Hanson ist Mutter eines sechsjährigen Sohnes und ihr Mann William hatte Laines Wahlkampf für ihren Senatorenposten organisiert.

Diese Ernennung muss allerdings durch den republikanischen Chairman Sheldon Runyon, ehemaliger Präsidentschafts-Konkurrent, bestätigt werden, der gewisse Abneigungen gegen Senatorin Laine Hanson hat, da sie vor kurzem von den Republikanern zu den Demokraten „übergelaufen“ ist.
Gemeinsam mit dem Abgeordneten Reginald Webster versucht er, seine Ablehnung gegen Laine Hanson durchzusetzen und schreckt auch vor Rufmord nicht zurück!

So fördert er eine Geschichte aus der College-Zeit von Laine Hanson zutage, die sich seltsamerweise am nächsten Tag im Internet mit Photos bestückt wieder finden lässt.

Hierbei handelt es sich um den Skandal schlechthin, auf den Photos soll man Laine Hanson beim Sex mit zwei Männern erkennen.

Natürlich wird Laine vor dem Anhörungsausschuss zu diesem Vorfall befragt, aber sie schweigt vehement dazu und stellt klar, dass sie sich gerne zu allen gestellten politischen Fragen äußern wird, aber weder vor der Presse noch vor diesem Ausschuss Aussagen zu ihrem Privatleben abgeben wird!

Doch Runyon lässt nicht locker! So lässt er die Ex-Frau von William Hanson, Cynthia Lee, vor dem Ausschuss aussagen und man erfährt, dass Laine mit William schon ein Verhältnis hatte, als dieser noch mit Cynthia Lee verheiratet war! So versucht er, Laine Hanson als unglaubwürdig darzustellen, da sie in einer vorangegangenen Befragung ausgesagt hatte, niemals Ehebruch begangen zu haben!

Der Präsident bekommt Zweifel: War Laine Hanson eine gute Wahl, kann sie diesen Druck auf Dauer aushalten?

Sollte man doch Jack Hathaway wieder in Betracht für die Rolle des Vizepräsidenten ziehen?

Welche Intrigen wird Chairman Sheldon Runyon noch spinnen können?

Wer wird letztendlich Vizepräsident der USA?


=== Schauspieler ===

Präsident Jackson Evans - Jeff Bridges
(Arlington Road, The Big Lebowski)
Verkörpert den etwas flapsigen Präsidenten, der eher darauf bedacht zu sein scheint, seine Gäste stets mit einem gelungen Mahl zu verköstigen, als wirklich Partei zu ergreifen.

Senatorin Laine Hanson - Joan Allen
(Pleasantville, Face/Off)
Bleibt stark! Obwohl sie alleine durch das Ausgraben einer solch heiklen Geschichte hart von dem Ausschuss bedrängt wird, sieht man sie als starke Frau, die es nicht nötig hat, mit den gleichen intriganten Waffen zurückzuschlagen, aber zuweilen doch mit sich hadert, ob sie die an ihre Person gestellten Erwartungen erfüllen kann.

Chairman Sheldon Runyon - Gary Oldman
(Air Force One, Lost in Space)
Ich habe eine ganze Weile überlegen müssen, wer dieser fiese, intrigante Kerl eigentlich ist! So böse, so durchtrieben. Gary Oldman legt eine Glanzleistung ab!

Stabschef Kermit Newman - Sam Elliott
(Wir waren Helden, Tombstone, Gettysburg)
Unauffällig, aber sachlich!

Reginald Webster - Christian Slater
(Operation Broken Arrow, Das Rosenbett, Crime is King)
Nun ja, wenn man in den Rechtsausschuss will, muss man einiges dafür tun! So ist er Helfershelfer von Runyon, ändert aber im Laufe der Zeit seine Meinung zu Runyon und Hanson.

Gouverneur Jack Hathaway – William L. Petersen
(Blutmond, Serie C.S.I.)
Bekommt er eine neue Chance oder hat er auch Dreck am Stecken?

=== Meine Meinung ===

Wer hier einen Thriller erwartet hat liegt falsch, ich würde es eher in der Richtung Drama sehen.

Ich habe mir schon Gedanken um die Position von Senatorin Laine Hanson gemacht! Natürlich ist es so, dass jeder Präsident, jeder Gouverneur, jeder Senator eine „weiße“ Weste haben sollte, aber hat nicht jeder von uns Fehler, auch wenn es in unseren Augen noch nicht mal Fehler waren, gemacht?

Stimmt die Geschichte, die man über sie ausgegraben hat, überhaupt?

Wer gibt dem hinterhältigen Chairman Runyon das Recht, sie so zu traktieren, sie mit solchen Geschichten zu konfrontieren und befriedigt er sich im Grunde genommen mit dem Ausgraben solcher „ekelhaften“ Vorkommnisse nicht selber?

Welchen Sinn und Zweck sollen solche politischen Schlammschlachten – und sogar Rufmord - eigentlich haben?

Hier sieht man mal wieder, dass es einigen Leuten einfach Spaß macht, eine Person fertig zu machen und selbst vor Rufmord nicht zurückschrecken, nur um ihr Ziel durchzusetzen! Und die Leute sind meist die, die das „dickere Päckchen“ zu tragen haben.

Der Film an sich war spannend, die Dialoge scharf, aber doch zeitweilig etwas zäh.
Wer sich mit dem amerikanischen Verfahren zur Wahl des Präsidenten bzw. Vizepräsidenten nicht so gut auskennt, wird hier eventuell leichte Schwierigkeiten bekommen, den Film und die Handlung zu verstehen!

Hier wird die amerikanische Regierung kritisiert, da Frauen zwar Senatorinnen werden „dürfen“, aber doch wohl nie „weiter“ kommen sollen; also die Diskriminierung von Frauen in Machtpositionen!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
TokeiIhto

RUFMORD

ein Testbericht von 2004-05-15 05:10:50 vom 15.05.2004
Empfehlung: nein
Vorteile: sehr gute Schauspieler...
Nachteile/Kritik: letztendlich unglaubwürdig
Im Dezember 2003 lief auf Premiere ein sehr interessant klingender Hollywood Film mit erstklassigen Darstellern an. Ein bissiger Politthriller sollte es sein, ein Film, der im Zuge der Clinton/Lewinsky Affäre gedreht wurde. Die Rede ist von dem im Jahre 2000 entstandenen Streifen:


********RUFMORD - Jenseits der Moral********
(Originaltitel: "The Contender")


°°°Die Schauspieler°°°

Hauptrollen:
Joan Allen als Senatorin Laine Hanson
Gary Oldman als Kongressabgeordneter Runyon
Jeff Bridges als Präsident Evans

Nebenrollen:
Sam Elliott
Christian Slater
William L. Petersen
Philip Baker Hall

Joan Allen wurde für ihre Leistung für den Oscar nominiert.

Das hört sich vielversprechend an und ich komme jetzt, natürlich ohne das genaue Ende des Filmes zu verraten, zur


°°°Handlung°°°

Washington - Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten ist gestorben und Präsident Evans (Demokratische Partei) ist auf der Suche nach einem Nachfolger. In Betracht kommen insgesamt drei Kandidaten. Zwei Senatoren aus dem Lager der Demokraten und die erst kürzlich von den Republikanern konvertierte Senatorin Laine Hanson. Besonders wichtig ist die Nominierung zum Vizepräsidenten deshalb, da der Präsident keine weitere Amtszeit mehr vor sich hat. Geplant ist, dass der/die Vizepräsident/in für das höchste Amt bei der nächsten Wahl kandidieren wird.

Der Präsident möchte sich ein Denkmal setzen und Senatorin Hanson als erste Frau überhaupt in dieses Amt hieven. Dies stößt bei einigen Parteifreunden auf Widerstand. Besonders der wieselgleiche Kongressabgeordnete Runyon hält dagegen und plant, Mrs. Hanson bei einer Anhörung bloßzustellen. Zu Collegezeiten soll sie an einer Gruppensexorgie teilgenommen haben. Dies belegt Runyon mit Fotos und Augenzeugen. Die Senatorin weigert sich bei der Anhörung, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Eine Schlammschlacht mit unsicherem Ausgang nimmt ihren Anfang......


°°°Regie, Drehbuch und Schauspielerleistungen°°°

Der Film ist bis in die letzte Nebenrolle vorzüglich besetzt. Joan Allens Leistung fällt dabei besonders positiv auf. Überlegenes Auftreten, Betroffenheit und Überraschung zeigen und dann doch immer wieder zur Selbstbeherrschung zurückfinden, das alles spielt sie sehr überzeugend.

Jeff Bridges brilliert in der Rolle des selbstsicheren US Präsidenten derart überzeugend, dass man meint, er sei es tatsächlich. Ebenso Gary Oldman, der den fiesen und verbitterten Runyon vortrefflich rüberbringt.

Der Regisseur und Drehbuchautor dieses Filmes ist Rod Lurie. Mit seinem politischen Hintergrundwissen gelang es ihm, einen zu Anfang sehr realistischen Film mit dichter Atmosphäre zu drehen - doch dazu später mehr.


°°°Meinung zum Film°°°

Regisseur Rod Lurie gelingt es von Anfang an, die Zuschauer durch den logischen Aufbau des Filmes zu fesseln. Sehr geschickt wird aufgezeigt, was Politik zu dem macht was es ist. Es geht nicht um die Durchsetzung idealistischer Ziele oder darum, dem Volk die Wahrheit zu erzählen. Vielmehr taktiert man und lässt nur das nach außen dringen, was den größtmöglichen Nutzen bringen könnte. Lurie setzt die Politiker wie Schachfiguren in Szene, die nur auf die passende Gelegenheit warten, um den vorteilbringenden Zug auszuführen.
Er zeigt auf, dass hier vor wirklich gar nichts Halt gemacht wird. Es ist schockierend mitzuerleben, wie Senatorin Hanson systematisch von ihren politischen Gegnern denunziert und öffentlich erniedrigt wird. Dies geschieht freilich, so wird offiziell erklärt, nur im Interesse des amerikanischen Volkes. Eine sehr realistische Darstellung, bis dahin.

Und dann geschieht das Unfassbare - aus heiterem Himmel wechselt der Streifen in den letzten 20 Minuten vollkommen die Richtung. Machtgierige Politiker wandeln sich der "Guten Seite der Macht" zu. Zweifler werden überzeugt, Bösewichte und Lügen enttarnt und schließlich und endlich wird noch das Loblied der perfekten amerikanischen Demokratie gesungen. Der Film nimmt einen fast märchenhaften Ausgang, der mehr an Cinderella als an einen realistischen Politthriller erinnert. Zu allem Überfluss wird am Ende noch reichlich mit schier unerträglichem Patriotismus gewürzt.

Mir ist vollkommen schleierhaft, warum der Drehbuchautor und Regisseur Rod Lurie trotz seines Insiderwissens diesen vollkommen unrealistischen Schluss inszeniert hat.

Dieser Film erhebt den Anspruch, ein realistischer Politthriller zu sein und hat das Prädikat "besonders wertvoll" erhalten. Meiner Meinung nach macht dieses Finale den Film zu einer Farce. Sehr, sehr schade, denn wie bereits erwähnt, der Film hat ganz hervorragend und sehr glaubhaft begonnen.


°°°Fazit°°°

Empfehlenswert ist dieser Film vor allem für Joan Allen und Jeff Bridges Fans, die beide in ihren Rollen brillieren. Auch Leute, die schon immer der Überzeugung waren, in den Vereinigten Staaten die Wiege der Demokratie zu finden, werden begeistert sein. Als kurzweiliger Zeitvertreib mit anschließender lebhafter Diskussion eignet sich der Film allemal.

Alle, die Wert darauf legen, die Ware zu erhalten die auf der Verpackung angepriesen wird, sollten einen weiten Bogen um "Rufmord" machen. Ein realistischer Film ist das auf jeden Fall nicht.


°°°Bewertung und Empfehlung°°°

3 Sterne bekommt der Film vor allem wegen der sehr guten Schauspieler und des Unterhaltungswertes (hier meine ich die Diskussionen nach dem Film)

Eine Empfehlung kann ich aber leider nicht aussprechen, da der Streifen nicht hält was er verspricht.



°°°°°°°Vielen Dank fürs lesen, bewerten und kommentieren°°°°°°°


© TokeiIhto/TschetanSapa
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Sven79

Intrigen im weißen Haus

ein Testbericht von 2002-07-01 20:27:28 vom 01.07.2002
Empfehlung: ja
Der Präsident der Vereinigten Staaten braucht einen neuen Vizepräsident. Unter mehreren Kandidaten wählt er die Senatorin Laine Hanson. Sie ist jung, sieht gut aus und erst vor kurzem von den Republikanern zu den Demokraten übergelaufen. Der Haken an der Sache ist aber, dass sie erst von einem Rechtsausschuss bestätigt werden muss. Dem aber steht der Republikaner Shelly Runyon vor, der mit allen Mitteln die Ernennung Hansons verhindern will. Unterstützt wird er dabei sogar von Demokraten, die einen anderen aus ihrer Partei der „Überläuferin“ vorziehen. Als schließlich Fotos auftauchen, die die Senatorin beim Gruppensex zeigen, glaubt Runyon leichtes Spiel zu haben, wobei er aber die Kampfkraft der Senatorin unterschätzt hat. Eisern schweigt sie zu den Vorwürfen, weil sie der Meinung ist, dass ihre Privatsphäre den Ausschuss nichts angeht. Aber so leicht gibt sich aber auch Runyon nicht geschlagen und strickt eifrig weitere kleine miese Intrigen.

„Rufmord“ ist ein Sittenbild der (amerikanischen) Politik. In seiner Art erinnert der Film an den hervorragenden ZDF-Mehrteiler „Die Affäre-Semmeling“. Politik ist der Kampf um Macht, in dem Menschen umhergeschoben werden wie Schachfiguren, nur um die eigene Macht zu vergrößern. Dabei werden nicht nur die politischen Ziele außer acht gelassen, sondern auch die Zerstörung einer Karriere in Kauf genommen. Senatorin Hanson scheint die Bigotterie Amerikas zum Verhältnis zu werden, nur weil sie in ihrer Jugend ein wenig über die Strenge geschlagen hat und obwohl ihre politischen Taten überall Bewunderung hervorrufen. Nun gibt es schon einige Filme über Amerikas Bigotterie und auch Intrigen- und Ränkespiele im weißen Haus sind für Hollywood nichts Neues mehr, aber „Rufmord“ von Rod Lurie überzeugt mit Realismus, scharfzüngigen Dialogen und einem großartigen Ensemble.

Lloyd Bridges brilliert in der Rolle des Präsidenten: Keine Frage wem dieser Präsident nachempfunden ist. Mit seiner jovialen, manchmal fast schmierigen Art erinnert er an den Vollblutpolitiker Bill Clinton. Nur ob Bills Hunger so groß gewesen ist, wie der des „Rufmord“-Präsident kann ich nicht sagen. Im Film aber ist es ein Running-Gag, dass der Präsident zu den unmöglichsten Zeiten, die seltsamsten und teuersten Gerichte bestellt. Natürlich ist das dekadent, so bemerkt ein persönlicher Berater im Film, dass wenn das Volk wüsste wie viel die Regierung für Bankette rausschmeißt, es die Herren hochkant aus dem Land jagen würde.

Noch besser allerdings ist Gary Oldman als Shelly Runyon. Perfekt gibt er den intriganten, vom Hass auf Laine Hanson und alle Liberalen zerfressenen Republikaner, der sein Leben dem Kampf gegen den Verfall der menschlichen Moral gewidmet hat. Er wettert gegen Abtreibung, Sex und alle gottlosen. Aber irgendwie bringt er es so rüber, dass man ihn fast ein wenig sympathisch findet, denn immerhin kämpft er für seine Ideale, denn auch im wahren Leben scheint er wirklich ein nach seinen Maßstäben absolut moralisches Leben zu führen. Das war sicherlich auch Oldmans Ziel, denn schließlich ist er auch im wahren Leben bekennender Republikaner. Rein optisch erinnert er als Runyon übrigens stark an Woody Allen. Seine Sprüche manchmal auch: „Maggie Thatcher wurde nur akzeptiert, weil man wusste, dass sie auf Reagan hört.“

Zwischen Brigdes und Oldman darf man aber auch Joan Allen als Senatorin Hanson nicht vergessen. Sicherlich ist auch ihr Spiel der äußerlich starken, aber innerlich verzweifelnden Frau gelungen, allerdings wird ihr eine kleine Drehbuchschwäche zum Verhängnis, denn ihr Spiel während des Films passt so gar nicht zu der Auflösung des Ganzen. Außerdem sind ihre politischen Ziele so gar nicht republikanisch und für eine Demokratin schon ziemlich weit links, ihr Überlaufen wird somit ziemlich unglaubwürdig, aber somit hat der Film wenigstens eine Identifikationsfigur, denn Laine Hanson scheint die einzige wirkliche komplett ehrliche Person in den Reihen der hohen Politiker. Manch ein Kritiker hat das bemängelt, weil dies die genau wie das Ende des Films die Aussage verweichliche. Dazu kann man stehen wie man will, mich hat es jedenfalls nicht gestört.

Fazit: „Rufmord“ ist ein spannender, fesselnder, lehrreicher und bisweilen sogar witziger Politthriller, der in seinen besten Momenten sogar als Satire durchgeht. Alle Actionfans seien allerdings gewarnt: Der Film besteht zum Großteil aus geschliffenen Dialogen und Monologen. Man sollte also schon ein bisschen Spaß am gesprochenen Wort mitbringen.

Vorteile: scharfzüngige Dialoge, Spannung, Ensemble

Nachteile: wird kein großes Publikum finden, kleine Drehbuchschwächen bei der Figur der Senatorin

__________
Diesen Bericht habe ich auf doyoo als "Littlechef" und auf ciao als "Sven792" eingestellt.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
wildheart

»In manchen Dingen muss man kleinlich sein ...

ein Testbericht von 2002-06-30 10:00:04 vom 30.06.2002
Empfehlung: ja
.. in anderen wahre Größe zeigen«, äußert im Film Präsident Evans. Rod Luries Streifen über die Schlammschlacht gegen eine Senatorin, die zur Vizepräsidentin auserkoren werden soll, kam kurz vor den letzten Präsidentschaftswahlen in die amerikanischen Kinos und war sicherlich ein deutlicher, Position beziehender Beitrag zu diesem Wahlkampf. Die Sympathie für Clinton ist eindeutig, aber auch ehrlich – sowohl was ihn als Präsidenten, als auch was die Umstände in bezug auf die Levinsky-Affäre angeht, ohne dass die Geschichte darauf direkt Bezug nimmt. Ironie der Geschichte: Gary Oldman, überzeugter Republikaner, kritisierte die Produktionsfirma DreamWorks, sie habe Lurie gezwungen, dem Film eine anti-republikanische Richtung zu geben – durch entsprechende Schnitte. »Wenn man Spielberg, Katzenberg und Geffen [die Chefs von DreamWorks] heißt, kann man keinen Republikaner-freundlichen Film am 13. Oktober herausbringen«, setzte Oldman-Manager Urbanski noch eins drauf – drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen und Oldman nennt den Film ein »Demokraten-Märchen«, Urbanski gar ein »Goebbels-ähnliches Stück Propaganda«. Wie Spielberg & Co. Lurie dazu gezwungen haben sollten, über den Schnitt des Films eine parteipolitische Richtung einzuschlagen, bleibt unerfindlich, zumal der Schluss des Streifens mit einer eher versöhnlichen Geste endet (1).

Inhalt
Präsident Jackson Evans (Jeff Bridges) sucht nach dem Tod seines Vizepräsidenten für den Rest seiner Amtszeit einen geeigneten Nachfolger. Als aussichtsreicher Kandidat wird der demokratische Gouverneur Jack Hathaway (William Petersen) gehandelt. Der sitzt gerade in seinem Ruderboot beim Angeln, als von der Brücke über ihm ein Pkw ins Wasser stürzt. Ohne zu zögern springt Hathaway ins kalte Nass und versucht, die Frau hinter dem Steuer zu retten. Vergeblich, sie ertrinkt.

Evans jedoch erklärt Hathaway in einem Gespräch, dass der zwar eine heldenhafte Tat vollbracht habe, dies aber eher schaden könne, weil sein Verhalten zu sehr an Ted Kennedys Autounfall 1969 in Chappaquiddick erinnere und die Republikaner diese Assoziation gegen ihn ausspielen könnten. In einem Gespräch mit Stabschef Kermit Newman (Sam Elliott) und Pressesprecher Jerry Tolliver (Saul Rubinek) wird die Senatorin Laine Hanson (Joan Allen) als neue Vizepräsidentin auserkoren. Deren Vater Oscar Billings (Philip Baker Hall) war einst republikanischer Gouverneur von Ohio, ihr Mann William (Robin Thomas) hatte Laines Wahlkampf für den Senatorenposten organisiert.

Der Vorsitzende des verfassungsmäßig vorgeschriebenen Komitees zur Überprüfung der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, der Republikaner Shelly Runyon (Gary Oldman) ist überhaupt nicht davon begeistert, dass eine Frau, noch dazu eine, die mal bei den Republikanern war und zu den Demokraten übergetreten ist (was er als »Verrat« beurteilt), dieses Amt bekleidet. Runyon beschließt mit einer Horde von Schnüfflern, Laine Hanson auszuschalten. Behilflich dabei ist ihm der junge demokratische Abgeordnete Reginald Webster (Christian Slater), der unbedingt Komitee-Mitglied werden will. Wenige Zeit später erhält Laines Pressesprecher Lewis Hollis (Mike Binder) ein Dossier zugespielt, das Fotos enthält, auf denen angeblich Laine während einer sexuellen Orgie während ihrer College-Zeit zu sehen ist: beim Gruppensex.

Laine ist erschüttert. Aber sie erklärt dem aufgebrachten Kermit Newman und auch Präsident Evans, dass es unter ihrer Würde sei, darauf in irgendeiner Weise einzugehen. »Mein privates Sexualleben geht niemanden etwas an.«

Vor dem Komitee wird Laine hart attackiert. Aber sie weigert sich, auf diese Fotos in irgendeiner Weise einzugehen. »Wenn ich ein Mann wäre, hätten meine sexuellen Kontakte als Student heute keinerlei Bedeutung. Deshalb sollten sie auch in meinem Fall keine Rolle spielen.« Doch Runyon eröffnet das Feuer. Er lässt die Ex-Frau von Mr. Hanson vorladen und bezichtigt Laine Hanson des Ehebruchs, weil sie mit ihrem Mann bereits sexuellen Kontakt hatte, als er noch mit Cynthia Lee (Mariel Hemingway) verheiratet gewesen sei. Runyon attackiert weiter: Sie haben den Eid auf die Verfassung abgelegt mit den Worten: »So wahr mir Gott helfe.« Wie stimme das überein mit ihrer Forderung nach der Trennung von Kirche und Staat? Sie sei für die Straffreiheit bei Abtreibung. Wenn die Zahl der Abtreibungen in den USA weiter zunehme und auch noch die Fristenlösung eingeführt werde, käme dies einem Holocaust-ähnlichen Verbrechen nahe – und so weiter.

Laine bleibt hart. Sie sagt nichts zu den Vorkommnissen in ihrer College-Zeit. Aber sie ist so erschüttert, dass sie die Bewerbung für das Amt aufgeben will. Präsident Evans jedoch hält an ihrer Nominierung fest. Und inzwischen hat Kermit Newman Informationen beschaffen lassen, um Runyon das Handwerk zu legen ...

Inszenierung
Das Thema des Films ist zweifellos realistisch. Schlammschlachten gegen politische Gegner zum Zwecke ihrer Diffamierung sind – nicht nur in den USA – an der Tagesordnung. Auch ist es noch immer eine Tatsache, dass Frauen, die für ein Amt kandidieren, aufgrund anderer Kriterien beurteilt werden als Männer. Auch die Geschichte, die Lurie zeigt, ist durchaus vorstellbar. Zudem ist es Unsinn zu behaupten, es gehe in diesem Film einseitig gegen die Republikaner. Der demokratische Gouverneur Hathaway und der junge demokratische Abgeordnete Reginald Webster, der Runyon unterstützt, stehen nicht gerade in einem positiven Licht.

Die Scheidelinie, die Lurie zieht, verläuft nicht so sehr zwischen den beiden Parteien, sondern zwischen der Basis des erzkonservativen (teilweise faschistoiden) christlichen Fundamentalismus und der eines aufgeklärten Liberalismus, und das heißt auch zwischen grundlegenden Positionen in der amerikanischen Gesellschaft. Hier bezieht der Film eindeutig Position, ohne allerdings in Feindbild-Schemata zu verfallen. Runyon wird nicht als der teuflische Bösewicht in die Ecke der Verdammnis gestellt. Präsident Evans ist nicht der absolute politische Saubermann, den man auf den Sockel stellen müsste.

Luries Film ist ein politisches Drama, das durch die Darstellung seiner Figuren und vor allem durch eine überraschende Wendung am Schluss immer spannend bleibt. Zudem geht Lurie der Frage nach, wie ein Mensch das Treibhausklima der Verunglimpfung ertragen kann. Laine Hanson lässt sich in ihrer Haltung, ihr Privatleben nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren, nicht beirren, ist aber zugleich derart unter Druck und verletzt, dass sie bereit ist, das Handtuch zu werfen. Joan Allen spielt diese Rolle weder zu sensibel, noch zu unterkühlt; sie findet das richtige Mittelmaß.

Lurie schildert im übrigen auch eindrücklich die mediengesteuerten und mediensteuernden Mechanismen zwischen der politischen Klasse und der Öffentlichkeit. Runyons Schlammschlacht konterkariert Stabschef Newman mit geheim gehaltenen Ermittlungen, über die ich hier nichts weiter verraten will. Darf man mit den gleichen oder ähnlichen Mitteln zurückschlagen?

Präsident Evans, der stets ans Essen denkt, ist einer der aufgeklärten Liberalen, doch zugleich ein Fuchs, der taktiert, laviert, intrigiert – natürlich nur »for the best« und im Interesse der Nation. Jeff Bridges spielt einen gewieften Präsidenten, doch zugleich auch den – mal schwachen, mal starken – Menschen der sich hinter dieser Funktion verbirgt.

Auch Gary Oldman und Christian Slater mimen keine Feindbilder, wie Oldman dies (wie oben zitiert) kurz vor Anlauf des Films kommentiert. Runyon ist ein von seinen Prinzipien überzeugter Politiker, der allerdings längst das Maß an wirklicher, überzeugender und ehrlicher political correctness verloren hat und nach dem Grundsatz handelt: Der Zweck heiligt die Mittel.

In einer meinem Gefühl nach zentralen Szene, in der Runyon sich mit Laine Hanson zum Essen trifft, fordert sie ihn auf, die Schlammschlacht zu unterlassen. Runyon sagt ihr, er sei entschlossen, ihre »abwegigen Sexualpraktiken« an die Öffentlichkeit zu bringen. Verächtlich hält er ihr entgegen: »Man muss nicht unbedingt ein Kennedy oder Lincoln sein, um dieses Amt zu übernehmen. Aber man muss zumindest das Potential solcher Größe mitbringen. Und das haben sie wahrlich nicht.« Unterhalb dieses verbalen Schlagabtauschs zeigt Lurie noch etwas anderes. Als Hanson etwas zu spät zum Lunch kommt, ist Runyon bereits dabei, gierig sein Fleisch zu essen. Er sagt dem Kellner, er solle Hanson das gleiche bringen. Doch die lehnt ab, will kein Fleisch essen. Runyon versucht es noch einmal. Hanson bestellt etwas Vegetarisches. Runyon gibt auf, doch schlingt umso gieriger sein Fleisch, spricht mit vollem Mund. Runyon hasst das Liberale, das Aufgeklärte, das auch noch von einer Frau vertreten wird. Aber in diesem Hass steckt zugleich Neid. Wenn er sein Essen hinunterschlingt, dann drückt sich darin der Wunsch aus, Laine Hanson gleichzeitig zu vernichten und zu besitzen. Runyon, das ist der Repräsentant einer Doppelmoral, der nach außen den Anspruch erhebt, Sittenwächter der Nation zu sein, aber im Innern von seinen Begierden geplagt wird, zu denen er sich nicht öffentlich bekennen kann, vom Neid, dass andere zu ihren Begierden und Bedürfnissen stehen. Hier bekommt das Verhältnis zwischen Privatleben und Öffentlichkeit noch eine andere Seite, die des Verklemmten, Versteckten, Verborgenen. Wenn dieses Verdrängte aber an die Öffentlichkeit gerät, muss es bis in alle Ewigkeit verdammt werden. Das ist ungefähr so wie in der katholischen Kirche: Es gab und gibt zahlreiche Priester, deren Verhältnis zu ihrer »Haushälterin« auch den Vorgesetzten bekannt ist. Es wird geduldet, solange es nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

Der Schluss des Films – eine Rede Präsident Evans – ist sicherlich (mal wieder) ein typisch amerikanischer Schluss. Trotzdem hält sich aber das Pathos, auch dank Jeff Bridges und seiner Schlussbemerkung hinter vorgehaltener Hand, in Grenzen.

Fazit
»The Contender« bezieht Stellung. Lurie will es nicht allen recht machen. So wird der Film auch nicht allen gefallen (haben), besonders nicht in den Vereinigten Staaten. Immerhin bezieht er eindeutig Position für Liberalismus und Aufklärung, gegen jenen beschämenden, reaktionären Fundamentalismus, der eine ganze Gesellschaft in einen als höhere Moral apostrophierten, aber umso erbärmlicheren, destruktiven Sumpf ziehen will.

Man könnte den Film auch auf andere Weise kritisieren, nämlich unter dem Vorbehalt der amerikanischen Außen- wie Innenpolitik. Aber dieses Kriterium anzulegen, hieße, sich mit den wirklichen und wirkenden Mechanismen einer Gesellschaft nicht zu befassen. Allerdings wünscht man sich sozusagen als Ergänzung einen weiteren Streifen, der sich mit den Ambivalenzen derjenigen befasst, die sich zwar als aufgeklärte Liberale verstehen, bei denen der Hang zu political correctness allerdings die Formen einer neuen Ideologie annimmt.

(1) Vgl. http://www.cinezone.de/zone

Rufmord – Jenseits der Moral
(The Contender)
USA 2000, 126 Minuten
Regie: Rod Lurie
Drehbuch: Rod Lurie
Musik: Larry Groupé
Kamera: Denis Maloney
Schnitt: Michael Jablow
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Gary Oldman (Rep. Sheldon »Shelly« Runyon), Joan Allen (Sen. Laine Hanson), Jeff Bridges (Präsident Jackson Evans), Christian Slater (Rep. Reginald Webster), Sam Elliott (Kermit Newman), William L. Petersen (Gov. Jack Hathaway), Saul Rubinek (Jerry Tolliver), Philip Baker Hall (Oscar Billings), Mike Binder (Lewis Hollis), Robin Thomas (William Hanson), Mariel Hemingway (Cynthia Charlton Lee), Kathryn Morris (Special Agent Paige Willomina), Kristen Shaw (Fiona Hathaway), Douglas Urbanski (Makerowitz), Noah Fryrear (Timmy)
Offizielle Homepage: http://www.rtl2.de/rufmord/index.html
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0208874
Weitere Filmkritik in »Chicago Sun-Times« (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert_reviews/200 0/10/101306.html


© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 22.12.2007
dein bericht ist genauso super wie der film, bw und ganz liebe grüße
wir_2
wir_2, 09.05.2008
ich bin ebenfalls der Meinung dass dieser Film sehr sehenswert ist!
Baby1
Baby1, 16.08.2007
.: :. Liebe Grüße Anita .: :.
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Kuschelwuschel

Schlammschlacht auf amerikanisch

ein Testbericht von 2002-06-21 16:35:35 vom 21.06.2002
Empfehlung: ja
Und wieder war ich im Kinopolis um mir eine Preview anzusehen. Start war am Montag um 23:15 Uhr. Gezeigt wurde der Film „Rufmord - Jenseits der Moral“. Dieser Film läuft am Donnerstag, den 27.06.2002 in den deutschen Kinos an. Mehr zu dem Film in meinem nachfolgenden Bericht!


Allgemeines:

Rufmord - Jenseits der Moral
Politdrama, USA 2000
ca. 126 Minuten
Start: 27.06.2002
FSK ab 12 Jahre


Regie: Rod Lurie

Darsteller: Joan Allen, Gary Oldman, Jeff Bridges, Sam Elliott, Christian Slater, William L. Petersen, Philip Baker Hall, Saul Rubinek, Mike Binder, David Cureton, Mariel Hemingway, Amit Mehta


Drehbuch: Rod Lurie
Kamera: Denis Maloney
Produzenten: Marc Frydman, Douglas Urbanski, Willi Baer
Schnitt: Michael Jablow
Musik: Larry Groupe
Ton: Jay Meagher


Inhalt:

Gouverneur Jack Hathaway (William L. Petersen) und ein Fotoreporter sitzen in einem Boot auf einem Fluß und halten ihre Angeln ins Wasser, als plötzlich ein Auto über die Brücke über ihnen durch das Geländer bricht und in den Fluß stürzt. Kurz entschlossen springt der Gouverneur in das Wasser und versucht vergebens die junge Frau hinter dem Steuer zu retten. Bis es ihm allerdings gelingt die Tür zu öffnen, ist die Frau ertrunken. Von der Presse und der Öffentlichkeit wird er aufgrund seines Mutes und Einsatzes bewundert und gelobt.

Aufgrund des Todes vom amerikanischen Vizepräsident sucht das Weisse Haus und der Präsident Jackson Evans (Jeff Bridges) einen Nachfolger. Obwohl viele, gerade jetzt nach diesem heroischen Einsatz, auf Jack Hathaway setzen – wird dieser vom Präsidenten und seinem Stab abgelehnt. Der Präsident bevorzugt die demokratische Senatorin Laine Hanson (Joan Allen). Eine Vizepräsidentin wäre ein Novum in der amerikanischen Geschichte.

Dies passt allerdings dem republikanischen Kongressabgeordneten und ehemaligen Präsidentschafts Konkurrenten Sheldon B. Runyon (Gary Oldman) überhaupt nicht und er sucht mit dem Abgeordneten Reginald Webster (Christian Slater) nach Gründen um Laine Hanson als Vizepräsidentin abzulehnen. Nach einigen Recherchen fördert Runyon Bilder von einer Gruppensexorgie aus der Studienzeit der Senatorin zutage. Auf diesen Bildern soll die alkoholisierte Laine eindeutige Sexualakte mit zwei Männer machen. Trotz dieser schwerwiegenden Vorwürfe äußerst sie sich weder vor dem Anhörungsauschuss, noch vor dem Präsidenten oder dem Volk zu ihrem Privatleben. Obwohl sie alle anderen politische Fragen sehr gut pariert, baut sich ein enormer Druck seitens der Öffentlichkeit auf. Nicht nur der Präsident und sein engster Mitarbeiter Kermit Newman (Sam Elliott), auch alle anderen und Laine selbst denken über einen Verzicht auf dieses Amt nach. Scheinbar der einzige, der wirklich zu ihr steht ist ihr Mann.

Im Hintergrund zu dieser Affäre laufen weitere Ermittlungen ab, zum einem um die Vorwürfe zu entkräften, zum anderen um eventuell Schmutz der Gegner zu finden.


Wie geht es weiter? Gelingt es Laine die Vorwürfe zu entkräften? Äußert sie sich endlich zu diesem Thema oder schweigt sie weiterhin? Was fördern die Untersuchungen noch zutage? Wie verhält sich der Präsident? Was führt Runyon noch im Schilde?


Rollen:

Senator Laine Hanson - Joan Allen
Sheldon B. Runyon - Gary Oldman
President Jackson Evans - Jeff Bridges
Kermit Newman - Sam Elliott
Reginald Webster - Christian Slater
Gouverneur Jack Hathaway – William L. Petersen
Oscar Billings - Philip Baker Hall
Jerry Tolliver - Saul Rubinek
Lewis Hollis - Mike Binder
Cynthia Lee - Mariel Hemingway
White House Reporter - Amit Mehta
Fed - Kathryn Morris
Fiona Hathaway - Kristen Shaw


Hintergrund Infos:

Nach zweijähriger Verspätung schafft es nun dieser Film auch in die deutschen Kinos. Vor den US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 kritisierte der Darsteller und bekennende Republikaner Gary Oldman die Produzenten von Dreamworks , indem er behauptete, die pro-demokratische Führungsebene um Spielberg habe Regisseur Lurie zu einer Schnittfassung genötigt, die die Republikaner diffamiere und den Film zu einem "Goebbels-würdigen Propagandastück" mache.

Joan Allen wurde für die beste weibliche Hauptrolle und Jeff Bridges für den besten männlichen Nebendarsteller für einen Oscar nominiert, den sie dann aber nicht gewonnen hat!


Zum Film:

Im Gegensatz zu der ersten Vermutung, dass dieser Film aus dem Lewinsky Skandal entstanden sein könnte, dient dem Regisseur und Drehbuch Autor Rod Lurie der Skandal um einen Richter namens Clarence Thomas und Anita Hill.

Durchweg spielen alle Darsteller ihre Rolle gut. Am meisten hat mich aber neben den guten Schauspielern Jeff Bridges und Gary Oldman vor allem Joan Allen überzeugt. Sie spielt die Rolle von Laine und deren verschiedenen Facetten (stark, schwach, entschlossen, zweifelnd, intelligent, mitfühlen, beherrscht und weiblich) wirklich klasse. Und trotz eventueller moralischer Bedenken (vor allem aus amerikanischer Sicht) findet man, dass sie es schaffen sollte und diese Schlammschlacht nicht verdient hat. Gary Oldman spielt sein Rolle des taktierenden, hinterhältigen, moralpredigten Abgeordneten gewohnt gekonnt und erscheint wirklich fies und demütigend. Abgesehen davon erkennt man Gary Oldman kaum in der Maske von Runyon. Jeff Bridges wiederum passt die Rolle des Lebemanns, der bei jeder Gelegenheit mit speziellen Essenswünschen seine präsendiale Küche auf trapp hält.

Neben der Frage nach dem Sinn solcher Wahl-Schlammschlachten und der (berechtigten) Kritik am systematischen Rufmord einer Person, wird auch nebenbei noch auf die Todesstrafe, Gleichberechtigung und auf die Abtreibungsrechte einer Frau eingegangen.

Gezeigt werden meist viele Innenaufnahmen aus dem Weissen Haus und dem Anhörungssaal.

Gestört haben mich vor allem Tonschwächen bei diesem Film.

Infos, Trailer usw. über „Rufmord“ findet ihr auf der folgenden Internetseite: www.rufmord-jenseitsdermoral.de/



Kuschelwuschel‘s Fazit:

„Rufmord“ ist (im Gegensatz zu der Bezeichnung einiger Filmzeitschrift) ein Politdrama (und kein Politikthriller) um den es keinesfalls um Action oder um Special Effects geht. Nein, im Vordergrund steht auf jeden Fall die Politik mit all seinen unschönen Seiten. Es wird taktiert, gewühlt und gegraben, solange bis der Ruf einer Person total zerstört ist und die Person völlig unglaubwürdig wird. Erst dann ist das Ziel erreicht und es kann ein anderer nachrücken der hoffentlich etwas weniger Dreck am Stecken hat. Obwohl der Film doch recht interessant war, haben mich die mehr als zwei Stunden (gerade auch um diese Uhrzeit) sehr angestrengt. Trotz der guten Dialoge und der guten Schauspieler, wird dieser Film sicherlich kein Publikumsmagnet bei uns in Deutschland / Europa werden. Die Dialoge sind anspruchsvoll und die ganzen Feinheiten, den Witz und die Seitenhiebe versteht man sicherlich nur, wenn man sich mit der amerikanischen Politik der letzten 40 Jahre ein wenig auskennt. Von daher empfiehlt sich dieser Film neben Liebhabern von guten (politischen) Dialogen und amerikanischen Politik Kenntnissen, allenfalls denjenigen – die mal wieder einen Film ohne Action Spektakel oder Blut sehen möchte, oder vielleicht gymnasialen Schulklassen. Sicherlich um ein vielfaches spannender als eine Bundestagsdebatte, aber trotzdem an ein paar Stellen genauso zäh. Zuletzt darf auch der durchaus typisch-amerikanische patriotische Anstrich (leider) nicht fehlen!

Obwohl anscheinend noch nicht sicher ist, ab welchem Alter dieser Film freigegeben wird (es gibt zwar kein Blut, aber dafür viel f*** und b*** Worte), ist dies sowieso kein Film, den Kinder verstehen bzw. sich gerne ansehen würden. Unter 16 Jahren lohnt es sich meiner Meinung nach überhaupt nicht, sich diesen Film anzusehen.

Ein empfehlenswerter Film, da man aber für gute Dialoge nicht unbedingt eine große Leinwand oder ein THX Sound System benötigt, reicht es vollkommen aus, diesen Film auf die günstigste Variante zu sehen (kleines Programmkino, Kinotag, usw.).

Ich finde dieser Film ist etwa 4 Euro Wert und man kann ruhigen Gewissens darauf warten, bis er in die Videothek kommt oder er im Fernsehen gezeigt wird.


Viel Spaß beim Ansehen, wünscht euch Kuschelwuschel! ;)
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Kommentare
dreamweb
dreamweb, 08.06.2002
gefaumlllt mir sehr gut, Gruszlig Miara
tr.o.p.
tr.o.p., 19.08.2002
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1-5 von 5 Testberichten über Rufmord - Jenseits der Moral
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