Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen
Abbildung vergrößern: Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen
Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen
Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen
Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen

Testberichte Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen

 (gebundene Ausgabe)
4.8 von 5
Platz 139 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - Der".
Bewertung: Kundenbewertung 4,80 / 5,00 4.8 von 5
Meinungen:
Ihre Meinung?  3 Meinungen
Preisvergleich: 15,00 € - 15,00 €
Bester Preis: 15,00 € bei Buch24 ¹

Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,80 / 5,00 4.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Eindrucksvolle Geschichte eines Jugendlichen und dessen Probleme
  • Ein Begriff der Rebellion
Nachteile/Kritik
  • Nichts
  • 1951 veröffentlicht, etwas ältlich
Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen (gebundene Ausgabe) am günstigsten bei:
Fänger im Roggen.
15,00 € ¹
Versand: 3,00 €
Gesamtpreis: 18,00 €
VisaMastercardAmerican ExpressBankeinzug
Alle Preise anzeigen
Herr_Tom

Eine interessante Thematik, die an Aktualität nie verliert!

ein Testbericht von 2007-12-02 15:59:07 vom 02.12.2007
Empfehlung: ja
Vorteile: Eindrucksvolle Geschichte eines Jugendlichen und dessen Probleme...
Nachteile/Kritik: Nichts
Bei dem Buch "Der Fänger im Roggen“ (1954) in der Original-Version "The Catcher in the Rye“ (1951) handelt es sich um das wichtigste Buch, das sich mit der Problematik des Erwachsenwerdens auseinandersetzt.
Es hat eine ganze Generation beeinflusst und wurde gewissermaßen zu einem Kultbuch, mit dem sich die jungen Leute der 50er Jahre identifizierten.
Das Buch mit 269 Seiten, im Original von J.D. Salinger, erschien in der neuen deutschen Fassung von Eike Schönfeld und wurde vom Verlag Kiepenheuer & Witsch herausgegeben. Bei Amazon ist es unter anderem erhältlich, wo man dafür 15 Euro bezahlt, die sich lohnen.


- Kurzinfo zum Autor -:

Geschrieben wurde der Fänger im Roggen von Jerome David Salinger, der 1919 in New York als Sohn eines jüdischen Vaters und einer irisch-schottischen Mutter geboren wurde.
Neben einem Studium, das er ohne Abschluss beendete, schrieb er Filmkritiken und Kurzgeschichten. 1942 ging er zur Armee. Danach schrieb er einen Roman und insgesamt 35 Kurgeschichten, wobei die Jahre 1948 bis 1959 als der Höhepunkt seiner Karriere anzusehen sind. Diese Zeit wird auch die Ära Salinger bezeichnet.
Er gilt als einer der bekanntesten amerikanischen Erzähler, der die Adoleszenz zum Schwerpunkt seines Schaffens machte.
Eingeschlossen sind dabei nicht nur die Schwierigkeiten bei der Identität, sondern auch die mit dem jeweiligen Umfeld der Erwachsenen.
Als Vater von zwei Kindern hat Salinger seit 1965 nichts mehr veröffentlicht.


- Inhalt von "Der Fänger im Roggen“ -:

Im Mittelpunkt steht der junge 16-jährige Holden Caulfield, der in einer Mixtur von teilweise schockierender Spontanität und Unterhaltung von seinen Erlebnissen dieser Lebensphase berichtet.
Dass er zum Erwachsenen wird, ist dem Helden des Romans durchaus bewusst, nur hat er dabei das Problem ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden und damit irgendwie auch kein richtiger Mensch mehr darzustellen.
Nachdem er zum vierten Mal aus der Schule fliegt, traut er sich nicht nach Hause und verbringt daraufhin einige Tage in New York, wo es schließlich zum Höhepunkt seiner Krise kommt.
Er versucht sich eine Art Schutzschild zu schaffen, indem er einen vulgären Slang verwendet, allerdings fühlt er sich letztendlich trotzdem ziemlich verlassen in mitten dieser hektischen Großstadt. Auch der Versuch jemanden zu finden, indem er ehemalige Freunde anruft, er unter anderem Taxi fährt, sich in Kinos, Bars oder Hotels aufhält, ändert nichts daran.
Nirgendwo findet er jemanden, der seine Probleme und Ideen versteht, weil jeder mit sich selbst beschäftigt ist.
Es zieht ihn immer mehr runter und macht ihn immer verwirrter, was schon allein die Aussage widerspiegelt, dass er ein Pferd mit einem Menschen gleichsetzt.
Die einzige Medizin in solch einer Situation sieht die Gesellschaft in einem Besuch beim Psychoanalytiker.
Bevor er nach seiner Rückkehr zu seinen Eltern von diesen dorthin geschickt wird, kommt es zu einem Gespräch mit seiner geliebten Schwester Phoebe, die er als einzige liebt und die für ihn ein Idol darstellt. Ihr gegenüber erwähnt er das Gedicht der Fänger im Roggen, in welchem seine aktuelle Lebensinterpretation gewissermaßen widergespiegelt wird. Nach der wird die Kindheit, die Zeit des Glückseins, zerstört und das Erwachsensein, die Welt der Depression und Einsamkeit, gestaltet sich als das Schlimmste auf Erden. Holden’s Traum besteht darin als Fänger im Roggen die Kinder davor zu bewahren, die Klippe herunterzufallen, wenn diese im Roggenfeld spielen und damit im übertragenen Sinn keine Erwachsene zu werden, die er ja alle als böse bezeichnet.


- Schlussbemerkung -:

Meiner Meinung nach hat das Buch, das bereits 1951 geschrieben wurde, an Aktualität nicht verloren, denn die Krisen, in die heranwachsende Jugendliche geraten können, sind heute nach wie vor präsent, wenn nicht sogar noch brisanter durch die zahlreichen Einflüsse, denen sie heute ausgesetzt sind.
Zur damaligen Zeit wurde der Autor Salinger mit seinem Werk durchaus auch kritisiert, indem man seinen Helden als einen modernen Huckleburry Finn bezeichnete.
Allerdings stimmt das so nicht unbedingt, da man Holden nicht als Rebell bezeichnen kann, sondern es sich lediglich um jemanden handelt, der sein Unwohlsein mit dem Treiben seiner Umwelt in entsprechender Sprache zum Ausdruck bringt und wie für ihn sich alles darstellt.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Neue Informationen zum Produkt automatisch per E-Mail erhalten
Missbrauch melden
Kommentare
Markusgeiger86
Markusgeiger86, 02.12.2007
Sehr schön beschrieben! Der Bericht hat mich neugierig gemacht, hatte bisher immer nur mal wieder den Titel gehört, mir aber nichts darunter vorstellen können.
MarpeX
MarpeX, 16.12.2007
Sehr hilfreicher Testbericht. Ich freue mich auf deine 1 zu 1 Gegenlesungen. Viele Grüße, MarpeX.
Volker111
Volker111, 02.12.2007
Und noch ein Klassiker der Weltliteratur, vor vielen Jahren gelesen. -
Alle Kommentare anzeigen
Bericht bewerten und eigenen Kommentar schreiben
Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen kaufen
Fänger im Roggen.
15,00 € ¹
versandkostenfrei
15,00 € ¹
versandkostenfrei
Fänger im Roggen / Salinger, Jerome D.
15,00 € ¹
Versand: ab 2,50 €
Gesamtpreis: 17,50 €
Der Fänger im Roggen
15,00 € ¹
versandkostenfrei
15,00 € ¹
versandkostenfrei
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
topfmops

"One-Hit-Wonder"

ein Testbericht von 2010-01-31 17:33:50 vom 31.01.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Ein Begriff der Rebellion...
Nachteile/Kritik: 1951 veröffentlicht, etwas ältlich
Sicher ist dieser Ausdruck ‚One-Hit-Wonder’ im Bereich der Musik weiter verbreitet als in der Literatur.
Dennoch gibt es auch in der Literatur solche Phänomene, die sich dann – wie der örtliche Meinungsmacher NOZ behauptet – zu einem ‚Kultbuch’ auswachsen.
Ein mehr als klassisches Beispiel ist:
DER FÄNGER IM ROGGEN
von Jerome D. Salinger, denn außer dem ‘Catcher in the Rye’ hat er nichts veröffentlicht, wenn von einigen Kurzgeschichten mal abgesehen wird. Ins Deutsche übersetzt hat Eike Schönfeldt.
Die technischen Daten sind:
· Taschenbuch: 269 Seiten
· Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 9 (2. Januar 2004)
· Sprache: Deutsch
· ISBN-10: 3499235390
· ISBN-13: 978-3499235399
· Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 2,2 cm
Bei amazon.de kostet diese Ausgabe € 8,95.
Schon der ‚verzweifelte’ Versuch einen Nachzieher mit
FRANNY & ZOOEY
zu schreiben, war zum Scheitern verurteilt. Zumindest in Deutschland, denn hier verdient sich Schönfeldt die Note „Eine uninspirierte Übersetzung“.
Dass er ‚Cheeseburger’ konsequent mit ‚Käsebrot’ übersetzt, sei nur am Rande und als vorläufiger Beweis erwähnt.
Wer es sich dennoch zu Gemüte führen möchte, die technischen Daten sind
· Broschiert: 240 Seiten
· Verlag: Rowohlt Tb. (1. Februar 2008)
· Sprache: Deutsch
· ISBN-10: 3499245582
· ISBN-13: 978-3499245589
· Originaltitel: Fanny and Zooey
· Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,8 x 2 cm
und kostet wegen der Buchpreisbindung fast überall auch € 8,95, allerdings habe ich im Netz schon ‚gebrauchte’ Exemplare für € 3,19 gesehen.
Eine wie auch immer geartete Wertigkeit ist vielleicht auch in der Hitliste von amazon.de zu erkennen, bei denen ‚Der Fänger’ auf Platz 1, ‚Franny’ jedoch erst auf Platz 526 derselben Kategorie steht
J.D. Salinger ist am letzten Mittwoch dem 27.01.2010 in seinem Haus in Cornish, New Hampshire, gestorben, in dem er in den letzten Jahrzehnten lebte.
Salinger wurde als Sohn des polnisch-jüdischen Vaters Solomon Salinger und einer Mutter schottisch-irischer Abstammung geboren. Die Familie des Vaters kam aus Litauen, der Großvater, der Rabbiner Simon F. Salinger, wurde 1860 in Tauroggen geboren. Die Mutter Marie Jillich war vor der Heirat als Miriam Jillich zum Judentum übergetreten.
In meinem Leib- und Magenhelferlein ‚wikipedia’ steht ein exzellente Biografie auf der Seite
http://de.wikipedia.org/wiki/J._D._Salinger,
bei der ich mich nicht entblöde, sie abzuschreiben..
Demzufolge soll dies eher ein Nekrolog werden.
Die alten Römer meinen dazu „De mortuis nisi nihil bene“
Für Nicht-Latriner: „Über die Toten nichts als Gutes“.
Wollen sehen, ob mir das gelingt, denn ich habe starke Vorbehalte gegen Salinger.
Es ist kein Wunder, wenn ‚Der Fänger im Roggen’ im Nachkriegs-Amerika verpönt und angefeindet wird, teilweise sogar verboten. Erschien er doch 1951 in einer konservativen USA. Dennoch wurde er zum ‚Kultbuch’ einer Generation.
Ja, sicher nur einer, denn nachfolgende Generationen trauten sich schon nicht mehr, sich so zu benehmen oder solche Ausdrücke zu benutzen, kommt doch das Wort ‚verdammt’ einige hundertmal vor und der Leser ist auch vor einigen Dutzend ‚fuck’ nicht gefeit oder geschützt.
Sicher, ‚Der Fänger’ artikuliert Rebellion, lange Jahre bevor James Dean seine Filme drehte, Jahrzehnte vor den Vietnam-Demonstrationen oder den Rolling Stones, mit denen einige der Gebrechlichen unter uns ihre akademische Karriere ruinierten. Dennoch oder gerade deswegen wurde der einzige Roman Salingers ein Welterfolg.
Am 01.01.1919 erblickte Salinger das Licht der Welt.
1937 bereiste er einige Monate Europa, wo er nicht nur den Wurzeln seines Vaters nach ging, sondern in Wien auch ein Praktikum in einem Schlachtbetrieb absolvierte, um das väterliche Importgeschäft übernehmen zu können, und Deutsch lernte.
Doch seine Leidenschaft waren die Worte.
Er schrieb schon als Kadett in der Valley Forge Military Academy in Wayne, Pennsylvania Filmkritiken für die Schülerzeitschriften, Kurzgeschichten als Student und machte in seiner Zeit als Soldat in Frankreich einfach weiter.
Hier wurde ihm von einem Kriegsberichterstatter in Paris ein „verdammtes Talent“ bescheinigt und der sollte es eigentlich wissen – es war Ernest Hemingway..
Salinger arbeitete noch einige Zeit für amerikanische Behörden in Deutschland.
In den USA waren ein Auto und/oder ein Fernseher Statussymbole des Mittelstandes, in Europa gab es wieder genug zu essen, da wird Salingers ‚Der Fänger’ veröffentlicht.
Erzählt wird von 16-jährigen Holden Caulfield, der sich vor der Heimkehr ins Elternhaus fürchtet, denn er ist vom Internat geflogen.
Ein Wochenende und den folgenden Montag drückt er sich New York herum und schlägt die Zeit tot.
Manchmal erscheint seine Handlungsweise wie eine ‚Drei-Tage-Pubertät’, denn er rebelliert vor allem gegen die Welt der Erwachsenen, an deren Anerkennung ihm doch so viel liegt.
Er wendet sich vehement gegen das Heuchlerische, das Spießige, gegen das ‚Normale’.
Wobei eine immerwährende Frage der Jugend nicht erklärt wird:
Was ist das eigentlich, das ;Normale’?
Sind das nicht in Wirklichkeit tradierte Gewohnheiten, die sich irgendwann mal als praktisch gezeigt haben??
Jugend hat nun mal das Vorrecht, zu rebellieren, nein, eigentlich sogar die Pflicht.
Wenn ich Zahlen der Verlage trauen darf, geht ‚Der Fänger’ heutzutage noch mehr als 200.000 Mal im Jahr über den Tresen der Buchhandlungen.
In den ersten drei Jahre wurde er mehr als zehn Millionen Mal verkauft
Selbst mit Goethes „Werther“ wurde er verglichen und sprach vor allem extreme Charaktere an.
Dafür kann ein Roman nichts, jedoch hat er eine seltsame Gefolgschaft:
Charles Manson hatte ein Exemplar, genau wie der Terrorist Theodore Kaczynski, als UNA-Bomber bekannt geworden, oder der Reagan-Attentäter John Hinckley.
Als John Lennon 1980 von Mark David Chapman erschossen wurde, trug dieser – also Chapman – sogar eine Ausgabe bei sich.
Aber Salinger äußerte sich zu solchen ‚Vorfällen’ kaum. Seit über 57 Jahren lebte er im stillen New Hampshire hinter hohen Zäunen in Cornish.
Anfangs schrieb er noch einige Kurzgeschichten, deren letzte vor etwa 45 Jahren erschienen sind.
Ein letztes Lebenszeichen gab er vor etwa einem halben Jahr in der Öffentlichkeit von sich als er eine Fortsetzung seines Romans verbieten ließ.
Und um noch eine Note zu vergeben: „well done“!!
Seine Tochter Margret beschreibt in einer Szene ihres Buches ‚The Dream Catcher’ ihren berühmten Vater als liebevoll, aber auch als pathologisch selbstsüchtig.
Das nehme ich als Außenstehender auch hin.
Sie hat sein Schlaf- und sein Arbeitszimmer „Vielleicht zweimal in meinem Leben“ betreten dürfen.
Er schrieb immer noch, auch viel, doch alles nur für sich, denn wie die Tochter erläuterte „aus Angst vor jeder Kritik“.
Vielleicht erleben wir ja einen neuen Max Brod, der gegen den erklärten Willen von Franz Kafka dessen Lebenswerk doch noch veröffentlichte.
Wer sich in die Lebenswelt der US-Amerikaner um die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts vertiefen möchte, dem sei ‚Der Fänger im Roggen’ sehr empfohlen.
Ob er mit seinem Anspruch noch das Erleben der heutigen Jugend trifft, das mag jeder für sich selbst und allein entscheiden.
Und auch diesmal weise ich darauf hin, dass dieser Artikel auch auf anderen Plattformen, auch unter dem Namen des mir ehelich anvertrauten Weibs – cunda - erscheinen wird. Ebenfalls – auszugsweise und umformuliert - in etlichen Tageszeitungen,.
Anderslautende Meinungen werden – wie üblich – respektiert, jedoch weitgehend ignoriert.
topfmops bedankt sich fürs Lesen und Bewerten, freut sich auf viele, lesenswerte Kommentare und hofft, Euch eine kleine Anregung gegeben zu haben.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Neue Informationen zum Produkt automatisch per E-Mail erhalten
Missbrauch melden
Kommentare
lara03
lara03, 31.01.2010
Mir hat der Fänger im Roggen gut gefallen, obwohl schon vor über zwanzig Jahren gelesen freiwillig ist mir das Buch noch in positiver Erinnerung und ich kann es nur empfehlen-lG lara
AChristoteles
AChristoteles, 03.03.2010
Cheesburger Käsebrot. Autsch! Um meinen Chef zu zitieren: Nee nee, lass mi mol ran doa auf Deutsch: Lass das lieber mich machen. LG Chris
Steve2512
Steve2512, 02.02.2010
Toller Testbericht, sehr hilfreich !

Freue mich über Gegenlesungen :-

LG
Steve2512
Alle Kommentare anzeigen
Bericht bewerten und eigenen Kommentar schreiben
Das Mitglied ist nicht mehr auf Yopi.de aktiv.

Über die Schwierigkeit der Selbstfindung.

ein Testbericht von 2009-08-24 17:07:40 vom 24.08.2009
Empfehlung: ja
Der Fänger im Roggen – J.D.Salinger


Über die Schwierigkeit der Selbstfindung.



Einführung:

In den Semesterferien habe ich mir vorgenommen, einen Großteil der Bücher zu lesen, die ich mir auf diversen Literaturwunschlisten bei amazon und sonst wo vermerkt habe. Darunter war auch „Der Fänger im Roggen“, das zu den meistinterpretierten Werken an US-amerikanischen Schulen und Universitäten des 20. Jahrhunderts zählt.
Ich wollte mich ganz unbefangen dem Werk nähern und es unvoreingenommen lesen – und analysieren.



Um was geht es?

Holden Caulfields Name erinnert an einen affektierten, mit gepflegten, blonden Haaren ausgestatteten und versnobten Eliteschüler aus einem elitären Familienbaum.
Doch der Schein trügt. Tatsächlich ist Holden der Sohn einer wohlhabenden Familie, doch er selbst fällt aus dem Bild. Er ist nicht dumm, aber gnadenlos faul, und wird dank seiner schlechten Noten schließlich der Schule verwiesen – kein Einzelfall.
Da seine Eltern keine Ahnung von seinem Rausschmiss wissen und ihn erst drei Tage später erwarten, irrt er in New York herum, bis der Tag des Wiedersehens kommt...

In dieser Zeit steigt er in einem mittelmäßigen Hotel ab, in dem sich merkwürdige Dinge abspielen und er vom Hotelpagen an eine Prostituierte vermittelt wird, mit der er dann doch nicht schlafen will. Der Hotelpage verprügelt ihn und er verlässt verängstigt das Hotel, um weiterzuwandern, auf dem Weg zu weiteren desillusionierenden Begegnungen mit einer ehemaligen Schulfreundin und Schulkameraden und einem ehemaligen Lehrer...



Schreibstil und Aufbau:

Die Geschichte erscheint simpel, der Protagonist wie ein ganz normaler Jugendlicher, mit den typischen Problemen: Schule, Liebe, und der Frage danach, was man mit seinem späteren Leben anstellen sollte.
Genauso simpel ist auch der Schreibstil, denn die Geschichte wird aus den Augen des 16-jährigen Holden Caulfields erzählt. Die Illusion der Jugendmemoiren aus der Hand eines zerstreuten Jugendlichen ist perfekt. Man scheint in einem Tagebuch zu lesen. Die Geschichte erscheint manchmal etwas willkürlich, ebenso die Sprache.
Holden wendet bei seiner Schildung im Rahmen einer Therapie in einem amerikanischen Sanatorium keinen großen Wortschatz an, er bedient sich zumeist der Umgangssprache. Daher wiederholen sich oft das Wort „verdammt“ als Adjektiv zur Beschreibung anderer Nomen, oder „und so“ am Ende eines Satzes. Manchmal kann das einem auf die Nerven gehen. Aber das macht die Erzählung so jugendlich, und die Geschichte an sich so authentisch.



Der Autor:

J.D. Salinger wurde am 1.1.1919 geboren und war US-amerikanischer Schriftsteller. Der Fänger im Roggen war eines der vier Bücher, die Salinger verfasste. Gleichzeitig zählte es als sein bedeutendstes Werk und als eine Art „Bibel“ für Generationen von Jugendlichen nach erscheinen des Buches 1951. Er lebt abgeschieden, aber weiterhin schreibend in Cornish, New Hampshire.



Leseprobe:

Kapitel 22, S.219:
[...] „Kennst du das Lied ’Wenn einer einen andern fängt, der durch den Roggen läuft’? Ich wäre gern -“
„Es heißt ‚Wenn einer einen andern trifft, der durch den Roggen läuft’!“, sagte Phoebe. „Das ist ein Gedicht von Robert Burns.“
„Das weiß ich auch, dass es ein Gedicht von Robert Burns ist.“
Sie hatte aber ganz recht. Es heißt ‚Wenn einer einen andern trifft, der durch den Roggen läuft’. Damals wusste ich das allerdings noch nicht.
„Ich dachte, es hieße ‚Wenn einer einen andern fängt’“, sagte ich. „Aber jedenfalls stelle ich mir immer kleine Kinder vor, die in einem Roggenfeld ein Spiel machen. Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in der Nähe – kein Erwachsener, meine ich – außer mir. Und ich würde am Rand einer verrückten Klippe stehen. Ich müsste alle festhalten, die über die Klippe hinauslaufen wollen – ich meine, wenn sie nicht Acht geben, wohin sie rennen, müsste ich vorspringen und sie fangen. Das wäre alles, was ich den ganzen Tag tun würde. Ich wäre einfach ein Fänger im Roggen. Ich weiß schon, dass das verrückt ist, aber das ist das einzige, was ich wirklich gern wäre. Ich weiß natürlich, dass das verrückt ist.“
Phoebe sagte lange nichts. Schließlich sagte sie nur: „Dad bringt dich um.“ [...]




Meine Meinung:

Der Autor lässt seinen Hauptprotagonisten erzählen wie ein ganz normaler Jugendlicher... die Illusion ist perfekt.
Die Geschichte ist einzigartig, und – wenn man alle sich wiederholenden Worte und das zu-viel an Umgangssprache ausblendet, dann ist sie auch sehr spannend, ergreifend... und alles, was ein gutes Buch ausmacht.
Doch diese Umgangssprache, das daher-erzählen der Geschichte, macht das Buch so authentisch als Ganzes. Vielleicht ist auch das ein Grund für den Erfolg den es bei Generationen von Jugendlichen erzielte...

Die Geschichte, erzählt aus der Perspektive von Holden Caulfield geht sehr nahe. Mit einer versnobten Familie, einem elendigen Dasein in einem Eliteinternat, aus dem er schließlich hinausgeworfen wird, mit einem gestorbenen Bruder, den er sehr gern hatte (überdies eine der Personen die er überhaupt liebte), einer sehr geliebten Freundin die nun von seinem sexbesessenen Mitschüler ausgenutzt wird, und einem wutentbrannten Innern, zerrissen zwischen sich selbst und seiner Umwelt, ohne gefühlte Zugehörigkeit, immer auf der Suche nach dem eigenen Ich, der eigenen Identität, und dem Glück, das er nicht findet.

„Der Fänger im Roggen“ wurde in einer Kultursendung im Radio als DAS Buch der jungen Generationen angepriesen. Dabei nahezu zeitlos, weil es die Probleme Jugendlicher verdeutlicht: Liebe, Generationenkonflikt, die eigene Unwissenheit über Gegenwärtiges, das Zukünftige und das eigene Leben und dieses Gefühl von ständiger Wut über die eigene Umwelt. Als Buch der jungen Generation kann auch ich dieses Buch, nach der Lektüre, bezeichnen.
Holden Caulfield, der 16-jährige Hauptprotagonist passt perfekt in dieses Schema des jungen, visionslosen, zukunftsunsicheren Jungen. Und mit seiner naiven, aber doch direkten Art erklärt er geradezu unwillkürlich diese Welt in der er wohnt, mit Weihnachts-Kitsch und Konsum-Wahn, gelangweilten Ivy-League Studenten, reichen Kindern die alles haben und sich dennoch gegenseitig bestehlen, Vorzeige-Reichtum und Möchtegern-Intellektualismus. Diese Welt, die so verlogen, lieblos und oberflächlich ist.




Fazit:

Lesenswertes Buch.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Neue Informationen zum Produkt automatisch per E-Mail erhalten
Missbrauch melden
Kommentare
Michaela2015
Michaela2015, 29.09.2009
guter bericht, vielen dank für deine lesung bei mir! da komm ich auch gern wieder zu dir :D lg michi
sigrid9979
sigrid9979, 24.08.2009
SH -- Würde mich sehr freuen über deine Gegenlesungen .Lg Sigi
Gozo-Bernie
Gozo-Bernie, 25.08.2009
vorweihnachtlicher Gruss aus der
Heimat von telestrada.it
Alle Kommentare anzeigen
Bericht bewerten und eigenen Kommentar schreiben
1-3 von 3 Testberichten über Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR
Home > Bücher > Bücher Belletristik > Belletristik Romane & Erzählungen > Belletristik Romane & Erzählungen - Der > Salinger Jerome D.: Der Fänger im Roggen > Testberichte