Ben Schott: Schotts Sammelsurium Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung 3.4 von 5
von 67% aller Autoren empfohlen (2/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
Lustig!
Wahnsinnig informativ, wohl einzigartig und sehr unterhaltend.
nette Aufmachung
Nachteile/Kritik
Kein Kontra!
Das Buch könnte noch mehr Infos vertragen. Aber inhaltlich ist nichts zu beanstanden.
Ich kenne vergleichbare Bücher, deren Anschaffung ich als lohnenswerter empfunden habe als die des Sammelsuriums, das ich mit einem Preis von € 16,00 recht teuer finde .
Ben Schott: Schotts Sammelsurium (gebundene Ausgabe) am günstigsten bei:
Auf die Frage, welche Bücher ein jeder unbedingt besitzen sollte, wird wohl kaum jemand eine Antwort finden, was aber nicht weiter schlimm ist, weil eine solche Frage eher selten gestellt wird. Aber man kann ja mal ein wenig grübeln. Na welche!? Vielleicht die Bibel … mmmh … vielleicht auch nicht. Der allseits überschätzte Literaturnörgler Reich-Ranicki nennt als ein solches Werk das deutschlandsweite Faxverzeichnis, was einen kaum verwundert, wenn man sich sein Antlitz mal kurz vergegenwärtigt. Ich persönlich komme nach einigen Minuten Nachdenkens auf zwei Bücher. „100 Beste Bücher“ von John Cowper Powys und „Der Fall Bienlein“ von Hergé. Zwei Stück waren es also bis vor kurzem. Seit dem 26.09.2004 sind es aber drei, denn da trat ein Druckerzeugnis in mein Leben, welches es sich redlich verdient hat, mit in diese Liste aufgenommen zu werden:
Schotts Sammelsurium von Ben Schott.
Schon der erste Blick auf das Büchlein löst ein kleines Strahlen aus, denn man verzichtete darauf, auf falsch verstandenen Anglizismen auszurutschen und somit heißt es wirklich Schotts und nicht Schott’s Sammelsurium. Das streichelt die Seele desjenigen, der hin und wieder ungläubig auf Schilder mit der Aufschrift „Asia-Imbiss, nächste recht’s“ blicken muß.
Nein, das Buch kommt sehr bescheiden und dezent daher, ein mit Fäden sorgsam gebundenes Taschenbuch (wenigstens vom Format her). Ein kleiner roter Druck liegt in der Mitte, der Einband ist in cremeweiß gewandet. Klappentext und Rückseite wurden für Glücksausrufe auf das Werk verwendet.
Aber was sind schon Äußerlichkeiten? Was steht denn drin? Das ist nicht so ganz einfach zu erklären, denn auf 158 Seiten kämpfen unzählige Informationen um die Gunst des Lesers. Sehr schnell fällt auf, dass eben diese Informationen vollkommen unstrukturiert dargestellt werden. Es handelt sich hiermit um eine Art Lexikon der besonderen Art, dem die Forderung in Hinsicht auf Einteilung nach Themen oder alphabetischer Reihenfolge offenbar den Buckel herunterrutschen kann. Dieses Buch enthält wirklich alles, was man wissen kann, aber nicht unbedingt wissen muss. Alle Informationen, von denen man vielleicht mal bruchstückhaft etwas gehört hat, die aber von Standardlexika brüsk ignoriert werden, erhalten hier Asyl.
Fangen wir mal an zu blättern. Was haben wohl die Zahl -2 mit einem Adler zu tun? Das erklärt uns eine knappe Aufstellung aller professionell ausgeführten Golfschlage (sechs an der Zahl). Warum darunter ein kurzer Aufsatz zur britischen Hutsteuer (1784 bis 1811) zu finden ist, grenzt eher an die Logik der Chaostheorie. Auf der nächsten Seite kann sich der Leser Gedanken darüber machen, ob es nicht doch mehr als 24 deutsche Redenarten gibt, die alle mit „Man kann nicht …“ beginnen. Hier kann sich übrigens der oben geschmähte, doppelnamige Schwallkörper ein paar Pluspunkte einheimsen, denn er formte den Ausspruch: „Man kann nicht mit allen Frauen auf der Welt schlafen, aber man muss danach streben!“ (Aufzählung dieser Redensarten auf Seite elf).
Blättern wir einfach mal weiter. Oh, eine zeichnerische Anleitung zum Binden einer Fliege und direkt darüber eine Aufzählung aller Länder, in denen links gefahren wird. Daneben lernen mir, welche Sushi-Sorten es gibt und danach, welche Krankheiten in Deutschland meldepflichtig sind. Besonders gut gefällt mir die Liste auf Seite
19. Stellt Euch vor, Ihr hört jemanden auf einer Party folgenden Satz sagen: “Also, ich finde, dass Tiffany Case in Goldfinger überhaupt nicht zu Roger Moore passte!“ Keine Ahnung, der Typ, denn das Bond-Girl in Goldfinger heißt, wie wir jetzt wissen, Pussy Galore und der Bond-Darsteller ist Sean Connery. Der Schurke heißt Blofeld, gedreht wurde im Jahre 1964 und Bond fährt hier einen Aston Martin DB5. Es sind auf dieser Seite also alle Bond-Filme aufgelistet und zwar nach Titel. Drehjahr, 007-Darsteller, Name des Schurken, Bond-Girl und Bond-Auto. Erschreckend ist jedoch die Information, dass Bond tatsächlich einmal einen Reiskocher fuhr (Toyota 2000 GT in „Man lebt nur zweimal“).
Pardon, aber ich kann nicht alle Seiten beschreiben, also greife ich mal wahllos hinein. Seite 26 lehrt uns die Länder mit Wahlpflicht und bringt uns darunter die Kardinaltugenden näher (Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Besonnenheit), Seite 27 sagt uns, wann und wo die Fußballweltmeisterschaften stattfanden und wer mit welchem Ergebnis im Endspiel stand. Wer in Biologie geschlafen hat, der kann auf Seite 29 erfahren, dass ein Organismus nur dann als lebend bezeichnet werden kann, wenn er über folgende Eigenschaften verfügt: Bewegung, Atmung, Reizbarkeit, Wachstum, Fortpflanzung, Ausscheidung und Ernährung.
Auf Seite 57 finden wir eine Aufzählung aller Phobien, die es so gibt und formen unser neues Wissen unter Berücksichtigung der Liste auf Seite 49 (Amerikanischer Diner-Slang) zu einer Rätselfrage.
Warum wird jemand, der an Medomalacuphobie leidet, wohl niemals Adam’n Eve bestellen?
Dem Gewinner stelle ich ein Glas Bier in das Gästebuch.
So geht es in einem fort. Brauchte man nicht schon immer ein Nachschlagewerk, in dem steht wie die Mainzelmännchen heißen (Anton, Berti, Conni, Det, Edi, Fritzchen) und gibt es eigentlich bekannte Dänen. Oh ja, die gibt es: Lars Ulrich (Maler), Karen Blixen (Schriftstellerin), Niels Bohr (Physiker), Tycho Brahe (Astronom), Sören Kierkegaard (Philosoph), Viggo Mortensen (Schauspieler), Lars von Trier (Regisseur), Greta Garbo (Filmdiva).
So, jetzt wisst Ihr es!
Wer will sich nicht einen schnellen Überblick über Bleistifthärtegrade verschaffen und über die Stationen Jesu Christi auf seinem Kreuzweg. Wie mixt man einen Martini, was bedeuten die E-Nummern, was steckt hinter verschiedenen Ballettbegriffen, was ist die Glasgow-Koma-Skala, wie lauten die Ländercodes, welche Eier-Gewichtsklassen gibt es, wer gewann den Nobelpreis mehrmals, wie heißt der elftlängste Fluss oder die elftgrößte Stadt und was waren bislang die Unwörter des Jahres (Von 1991 bis 2002: Ausländerfrei, Ethnische Säuberung, Überfremdung, Peanuts, Diätenanpassung, Rentnerschwemme, Wohlstandsmüll, sozialverträgliches Frühableben, Kollateralschaden, national befreite Zone, Gotteskrieger, Ich-AG)?????
Es ist, wie ja auch schon der Titel sagt, ein wirkliches Sammelsurium. Bereits im Klappentext steht die Warnung:
„Es ist unmöglich, Schotts Sammelsurium in einem Rutsch durchzulesen, aber gleichzeitig kann man das Buch nicht aus der Hand legen!“
Kaum zu glauben, dass es derart viele Trivialitäten gibt.
Erschienen ist Schotts Sammelsurium bei Bloomsbury, Berlin (2002), ISBN-3-827-0546-9, der Buchhändler Eures Vertrauen wird es für € 14,-- herausrücken
………und die sieben Zwerge heißen in der Disney-Version Brummbär, Chef, Happy, Hatschi, Pimpi, Schlafmütz und Seppi (Seite 142).
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Wissen, was man nicht wissen muss
ein Testbericht von Gemeinwesen2006-03-07 23:13:24vom 07.03.2006Empfehlung: ja
Vorteile: nette Aufmachung
...Nachteile/Kritik: Ich kenne vergleichbare Bücher, deren Anschaffung ich als lohnenswerter empfunden habe als die des Sammelsuriums, das ich mit einem Preis von € 16,00 recht teuer finde .
„Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden,
Als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.“ (Hamlet, Fünfte Szene)
Was muss man eigentlich wissen – und was nicht? Spätestens seitdem „Wer wird Millionär?“ auch in deutsche Wohnstuben flackert, werden Fragen, die die längste Zeit nur in Elfenbeintürmen und Kultusministerkonferenzen diskutiert wurden, auch an Küchentisch und Kneipentheke gestellt. Laut einer seit Generationen tradierten Pennälerweisheit müsse man vor allem eines wissen: wo’s steht. Will sagen: Wo man eines Nachschlagewerkes habhaft werden kann und wie man selbiges mit Gewinn für sich nutzen kann.
Um das nachzuschlagen, was laut einer stillschweigenden Übereinkunft gemeinhin als Wissenswertes gelten darf, gibt es eine Reihe von Nachschlagewerken, die in verschiedensten Wissensbereichen den jeweiligen Standard setzen und somit schon fast selbst eine Art Maßeinheit bilden: Die Distanz zwischen gänzlicher Unbelecktheit etwa in Fragen der Orthographie und Zeichensetzung und der kompletten Beherrschung beider beträgt ziemlich genau einen Duden; das durch Nachschlag potenziell verfügbare Wissen, das einem Haushalt auch bei Stromausfall noch zur Verfügung steht, lässt sich in Brockhaus messen: ab etwa 0,5 Brockhaus darf ein Haushalt als halbwegs vernünftig mit Recherche-Ressourcen ausgestattet gelten.
Wie aber ist das mit jener Art von Wissen, die gemeinhin als nutzloses Wissen betrachtet wird? Wo kann man die Dinge nachschlagen, die man nicht wissen muss? Dass man sie irgendwo nachschlagen können sollte, steht ja ganz außer Frage, denn nutzlos ist Wissen wohl wirklich nur, solange man es nicht braucht. Nutzlos – oder nicht nutzlos? Im Zweifelsfalle liegen dazwischen nicht Welten, sondern 500, 1000 oder gar 500 000 Euro: Spätestens wenn man beim Millionen-Quiz an der Frage nach dem Namen des vierten Teletubbie oder dem Preis der Schlossallee auf dem Monopolybrett scheitert, wird man sich eingestehen müssen: zuweilen kann es nutzbringend sein, auch solche Dinge zu wissen, die man nach landläufigem Verständnis nicht unbedingt wissen muss.
In der letzten Zeit scheinen auch deutsche Verlage entdeckt zu haben, dass da eine Marktlücke klafft und bemühen sich nun zusehends, selbige mit mehr oder minder sorgfältig bzw. willkürlich zusammengestellten Wissens-Sammlungen zu füllen. In der Regel handelt es sich dabei um Bücher, deren Autoren bzw. Herausgeber zunächst diverse Listen oder einfach nur einzelne Fakten zusammengetragen und sie dann unter einem mehr („Das listenreiche Buch der Wahrheit“) oder weniger („Brockhaus! Was so nicht im Lexikon steht) neckischen Titel veröffentlicht haben. Das kürzlich im Berlin Verlag erschienene Büchlein mit dem Titel „Schotts Sammelsurium“ ist die jüngste dieser Listen-Sammlungen – und obwohl „Die Zeit“-Rezensent Steffen Kopetzky das Sammelsurium etwas verschwurbelt als ein Buch bezeichnet, „das einem unter den Fingern aufblüht, als stamme es aus einer Potterschen Zauberbibliothek oder der Fantasie eines Jorge Luis Borges“, finde ich Schotts Sammelsurium vergleichsweise durchschnittlich.
„Sammelsurium“ sei ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine „angesammelte Menge verschiedenartigster Dinge“, steht in meinem Rechtschreibe-Duden.
Insofern wird das, was Herr Schott, bei dem es sich übrigens um einen Untertanen Ihrer Majestät Elizabeth II. handelt, zusammengetragen und unter seinem Namen veröffentlich hat, seinem Namen durchaus gerecht. Auf 160 Seiten findet sich eine Menge von Informationen – und die sind so verschiedenartig, wie es das sprichwörtliche Kraut und die nicht minder sprichwörtlichen
Rüben sind, an die ich mich beim Durchblättern unwillkürlich erinnert gefühlt habe.
Durchblättern? Ja, „durchblättern“ – denn Schotts Sammelsurium ist sicherlich kein Buch, das man an einem Stück lesen wird. Vielmehr schon so ein Buch, auf das auch das zutrifft, was Mama Gump ihrem Sohn Forrest über das Leben erzählt hat, das angeblich einer Schachtel Pralinen nicht unähnlich sei: Bei der wisse man ja auch nie so richtig, was einen als nächstes erwarte. Das ist im Schott’schen Sammelsurium ganz ähnlich, und ich kann mir für das kleine Büchlein auch einen ähnlichen Verwendungszweck vorstellen wie für eine Schachtel Konfekt: „Schöne Ausstattung – mit Lesebändchen“ rief mir ein Aufkleber auf der Folie entgegen, aus der ich das Buch befreite, nachdem amazon.de geliefert hatte – nur zwei Tage, nachdem ich durch eine Anzeige im Spiegel spezial „Bücher“ auf das Buch aus dem Berlin Verlag aufmerksam geworden war.
Ich kann mir nämlich vorstellen, dass sich „Schotts Sammelsurium“ ganz wunderbar als Mitbringesel für nette Menschen eignet, die einen gut genug kennen, als dass sie einen, zum Beispiel, zum Kaffeetrinken oder zum Abendessen zu sich nach Hause einladen, die man selbst aber nicht gut genug kennt, als dass man wüsste, ob sie gern Bücher lesen – geschweige denn, welche Art von Büchern sie gern lesen.
Auf besagten 160 Seiten, die sich bequem im Laufe eines im Lehnstuhl verbrachten Leseabends querlesen lassen, finden wir Listen, die Titel wie „Merkwürdige Tode einiger burmesischer Könige“ tragen neben Listen, die sämtliche der Kinoabenteuer von Geheimagent James Bond 007 anführen (inklusive Angaben zu den Autos, die Ihrer Majestät bester Spion im jeweiligen Film lenken darf und zu den Damen, die er becircen darf). Dabei wird im Vorwort übrigens darauf hingewiesen, dass einige der Anspielungen und Wortspiele der englischen Originalausgabe nicht ins Deutsche übertragen werden konnten, dass man sich aber darum bemüht habe, deutsche Entsprechungen zu finden.
Wo Texte, und seien es nur die in Listen, von einer Sprache in eine andere übertragen werden, bleiben auch Fehler nicht aus – weshalb die deutschen Herausgeber auch gleich eine Email-Adresse (schott@berlinverlag.de) angegeben haben, an die Korrekturen gerichtet werden können. Ich bin mal gespannt, ob ich Antwort auf meine Anmerkung erhalte, dass zwei der Zwerge in Disneys Schneewittchen nicht etwa „Seppi“ und „Pimpi“ heißen, sondern „Seppl“ und „Pimpel“ – oder ob man das, wenn vielleicht auch stillschweigend, wenigstens in der nächsten Auflage korrigiert hat. Andere Patzer sind mir noch nicht aufgefallen – aber das liegt wohl auch daran, dass meine Aufmerksamkeit schnell ermüdet ist: „Schotts Sammelsurium“ ist nett – sehr viel mehr aber ist es in meinen Augen nicht, und dafür, dass mir bereits auf den ersten Blick inhaltliche Schnitzer aufgefallen sind, ist es mir mit einem Preis von 16 Euro auch einfach ein bisschen zu teuer. Auf die Folgebände, die fraglos erscheinen werden (Neben dem englischen Original “Schott’s Miscellany“ gibt es nämlich noch ein paar andere Bände, die der Übersetzung harren), werde ich also wohl verzichten – es sei denn, ich bin demnächst mal wieder bei netten Leuten eingeladen, die ich gut, aber nicht gut genug kenne, um ihr Verhältnis zu Büchern beurteilen zu können.
R e s ü m e e
Ja, „Schotts Sammelsurium“ ist nett aufgemacht. Hübsch eingebunden. Mit Lesebändchen versehen. Aber wie sagt man im Heimatland des Herrn Schott so schön? “Don’t judge a book by its cover“. Wer ein originelles Mitbringsel sucht, das eine Abwechslung zu Blumen, Wein oder Pralinen bietet, liegt mit „Schotts Sammelsurium“ sicher nicht verkehrt. So ist das halt mit manchen Büchern, die wie Pralinenschachteln sind: Man weiß nicht, was einen erwartet – aber man ahnt, dass das letzte Häppchen das Verlangen nach mehr nicht stillen können wird. Und ist enttäuscht, wenn’s dann keinen Nachschlag gibt.
Wer aber ein Buch für den eigenen Bücherschrank sucht, das wirkliche Aha- und Oho-Erlebnisse bietet, dem möchte ich an dieser Stelle Barbara Ann Kipfers großartiges Nachschlagewerk “The Order of Things: How Everything in the World is Organized Into Hierarchies, Structures, and Pecking Orders” ans Herz legen. Das ist nämlich wirklich weniger kurios als famos, weit weniger willkürlich als vielmehr mit Sachverstand und einem Sinn für Ordnung zusammengestellt – und dabei keinen Deut weniger unterhaltsam als das Schottische Sammelsurium und viele andere Listen-Bücher.
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ein Testbericht von JHetfield2006-01-31 17:25:31vom 31.01.2006Empfehlung: nein
Vorteile: Wahnsinnig informativ, wohl einzigartig und sehr unterhaltend....Nachteile/Kritik: Das Buch könnte noch mehr Infos vertragen. Aber inhaltlich ist nichts zu beanstanden.
Hallo miteinander,
heute berichte ich mal über ein Buch, sogar ein Sachbuch, aber kein langweiliges, sondern „Schotts Sammelsurium“ von Ben Schott.
Das Buch ist jetzt seit mehr als einem Jahr in meinem Besitz und ich sehe immer noch mal rein um mit meinem Wissen „angeben“ zu können. ;-) Übrigens bin ich nicht durch Stöbern im Buchhandel oder eine Empfehlung auf das Buch gestoßen, sondern durch die Veröffentlichung einzelner Seiten im Magazin „Stern“. Dadurch war mein Interesse geweckt und ich lies mir das Buch schenken.
Autor:
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Über den Briten Ben Schott ist nur wenig bekannt
und selbst das Internet gibt nur wenig über ihn preis. Was ich über ihn sagen kann ist, dass er Brite ist und in London wohnt. Für sein Buch durchforstete der studierte Sozialwissenschaftler, abgebrochene Werbeexperte und erfolgreiche Fotograf die britische Nationalbibliothek und fing bei seiner Recherche manchmal im Lesesaal laut zu lachen.
Inhalt:
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Ich habe ja anfangs schon angekündigt, dass es ein Sachbuch ist, aber es ist bezieht sich nicht auf ein Thema, sondern auf Sachen, die man schon mal gehört hat, aber dann vergisst, weil sie so unbedeutend sind. Das Buch ist einfach eine Ansammlung von Fakten, wie man sie sonst nirgendwo findet.
Um mal etwas Systematik in meinen Bereich reinzubringen, erkläre ich am besten gleich mal, dass es kein Inhaltsverzeichnis gibt, sondern nur ein Register mit den Stichwörtern und dazugehörigen Seitenzahlen.
„Schotts Sammelsurium“ ist eine Art Fundgrube von Daten, die man in der Schule nicht lernt über Fakten, die man brauchen kann um bei Günther Jauch 1 Million Euro zu gewinnen, bis hin zu Dingen, über die man sich noch nie Gedanken gemacht und man einfach nur drüber staunen/schmunzeln kann.
Immer noch nicht alles verstanden?
Ben Schotts Ziel war es nicht ein Lexikon zu erstellen, sondern die Leser zu überraschen und zu unterhalten. Man kann durchaus das Buch an einem Abend lesen, aber man sollte es besser lassen und genießen. Die Informationen sind auch nicht geordnet, sondern man stößt immer wieder auf Überraschungen.
Ich gebe jetzt mal ein paar kurze Beispiele, was man in dem Buch finden kann, dann versteht ihr sicher, worum es geht:
Eigenschaften lebender Organismen:
Bewegung, Atmung, Reizbarkeit, Wachstum, Fortpflanzung, Ausscheidung, Ernährung (Hat man in der Schule mal gelernt, aber wer weiß so was später noch?)
Thomas Manns Kinder:
Erika (19005 - 1969), Klaus (1906 - 1949), Gottfried (Golo) (1909 - 1994), Monika (1910 - 1992), Elisabeth (1918 - 2002), Michael (1919 - 1977)
Mehrfache Nobelpreisträger, wer auf den Dollarnoten abgebildet ist, die Bleistifthärtegrade, Eiergewichtsklassen, unzeitige Tode von Popstars mit Todesursache, alle James Bond Filme usw. Besonders makaber sind die „merkwürdigen Tode einiger burmesischer Könige“, so lachte sich einer zu Tode, 2 wurden von Elefanten getötet und einer wurde von einem Bauern getötet, dessen Gurken er gegessen hatte. Übrigens wurde dieser Bauer später König! Da sage noch einer, das Verbrechen sich nicht lohnt.
Aber mehr will ich nicht verraten, seht und staunt!
Umschlag und Gestaltung:
+++++++++++++++++++
Das Buch selber ist rot und in goldenen Lettern steht auf dem Buchrücken der Titel und Autor. Auf dem schlichten weißen Schutzumschlag sieht man auf der Vorderseite auch nur Titel, Autor und eine Illustration von verschiedenen Gegenständen. Auf der Rückseite findet man noch einige Zitate über Bücher und eine Kritik der „Welt“ zu diesem Buch, die mich auch zu dieser Überschrift geradezu genötigt hat. „Es ist ein Schweizermesser in Buchform. Wer es einmal besitzt, möchte es nie wieder missen, immer dabei haben.“
Das Papier ist schön dick und reißfest und die Seiten sehr übersichtlich gestaltet, da immer am Ende jedes Abschnittes etwas Platz gelassen wird. Der rote Buchzeiger (Nicht aus Papier, sondern ein dicker Faden, der am Buch befestigt ist) ist durchaus nützlich, wenn man gerade nichts zur Hand hat.
Preis:
€€€€€
Zwar ein Geschenk, aber trotzdem weiß ich, dass es 16,00 € sind.
ISBN 3-8270-0546-9 (Selbst diese Nummer ist im Buch erklärt. Außerdem auch die technischen Details des Buches.)
Seiten: 158
Bloomsbury Verlag, Berlin Verlag GmbH
Beurteilung:
???????????
Mir war schon nach dem lesen der ersten Seite im „Stern“ klar, dass ich dieses Buch haben wollte und ich bereue es nicht. Man findet hier so viele Dinge kompakt, die man in einem Lexikon so nicht findet oder bei denen selbst das Internet keine geeignete Hilfe ist. Sicherlich ist Schotts Buch auch eine Hilfe, dass manche Informationen nicht so einfach vergessen werden, beziehungsweise altes Wissen auch verstanden wird.
Für mich gibt es keinen Kritikpunkt, auch wenn ich noch einige Stunden überlegen würde. Es gibt mittlerweile auch eine Fortsetzung von Schott mit dem Titel „Schotts Sammelsurium Essen & Trinken“.
5 Sterne und eine dicke Empfehlung von mir für das Buch, es ist sehr kurzweilig und man versteht die Inhalte sehr leicht.
Dann lasst es euch mal gut gehen und Grüße besonders an meine Vertrauten.