ein Testbericht von Vince2010-02-03 18:02:10vom 03.02.2010Empfehlung: ja
Vorteile: Die Roboter - Verwandlung, Das fliegen des Raumschiffs, Story...Nachteile/Kritik: Zäher Spielfluss, Kaum Nebenquests
Inhalt
In Scrapland auf jedenfall, allerdings nur im wörtlichen Sinne.
Der Planet wurde vollständig aus Metallschrott aufgebaut und von seinen Bewohnern könnte man mit böser Zunge das Selbe behaupten. Einzig und allein Roboter leben auf diesem Planeten und die organischen Lebensformen sind nicht nur unerwünscht, sondern regelrecht gefürchtet.
Doch eigentlich muss sich niemand Sorgen, den der Planet hat eine ganz besondere Maschine: Die Große Datenbank.
In ihr befinden sich die exakten Daten jedes Bewohners und sollte einer von ihnen aus irgendeinem Grund "sterben", wird er umgehend und ohne bleibende Schäden -sehen wir einmal von den Geldkosten eines Ersatzlebens ab- wiederbelebt.
Einen gewissen Leichtsinn im Umgang mit seinem Leben verursacht dies zwar schon, aber es ermöglicht allen ein sorgenfreies (Über)leben.
Hochtechnologiesiert und mit einem vorhandenen Rechts-, Finanz-, Große-Datenbank-Religions- und Regierungssystem, könnte man es auf den ersten Blick als das Paradies aller Schrotthau... -Pardon- Roboter bezeichnen.
Doch auch Roboter sind nicht fehlerfrei und haben ihre seelischen Abgründe und dunklen Geheimnisse, wie der Roboter D-Tritus schon bald erfahren muss, als er auf dem Planeten landet und direkt in das System eingebunden wird.
Mit einer Kopie in der Datenbank und einem Job in der Presseagentur des Planeten beginnt sein Abenteuer...
Kurz nach seiner Ankunft ereignet sich ein Mordfall, ein wahrer, da selbst die Kopie des Opfers gestohlen würde, ein Skandall. Als Reporter bleibt ihm keine Wahl, als dem nachzugehen.
Gameplay
Der Planet der Roboter mutet vielleicht ein wenig seltsam an, genau wie seine Bewohner, aber dies verleiht dem Spiel auch seinen gewissen Charme, den man nicht oft findet.
Die Geschichte der wahren Mordfälle in einer Maschinenwelt die keinen Tod kennt fügt sich dabei perfekt in das Bild der Seltsamkeit ein.
Der Spieler kann sich sowohl in den Gebäuden, als auch außerhalb von diesen im Stadttrubel bewegen. Für die Außenwelt hat er sein eigenes Raumschiff, welches er im Laufe der Geschichte zusammenbasteln, umbauen, oder aufrüsten kann.
Um seine Aufgaben erfüllen sie können, hat D-Tritus von seiner Reporterkamera -die zu alt für ihre Aufgabe geworden ist- die Fähigkeit des Fotografierens und ganz nebenbei die Eigenschaft sich in die Große Datenbank zu hacken und die Gestalt -fast- aller Roboter anzunehmen, erhalten.
Diese beiden Aspekte sorgen für ein wenig Abwechslung in der Spielmechanik und können sogar abseits ihres eigentlichen Sinnes wirklich Spaß machen.
Die Nachforschungen selbst machen durchaus Spaß und erzeugen eine Atmosphäre, die fesseln kann, aber leider wird das Gesamtbild dieser großen Aufgabe durch etwas getrübt, was wohl am ehsten als "der Weg ist das Ziel" zu beschreiben ist.
Für die einfachsten Gefallen, oder Informationen, muss der Hauptheld schwer schuften. Als Beispiel das Gewinnen eines mehrteiligen Rennens, um einen Schreibtisch zu bekommen in dem etwas ist, was man braucht. Der andere Aspekt von "der Weg ist das Ziel" ist das fast komplette fehlen von Nebenaufgaben, wenn man von ein paar "irren Wetten" absieht, in denen es als Beispiel darum geht drei Rennen gegen Polizisten zu gewinnen, oder fünf Heftmaschinen zu töten -ja, auch Heftmaschinen sind Mitroboter, auch wenn sie schon seit Jahrhunderten kein Papier mehr zum Heften haben. So wird die eigentlich interessante Geschichte ziemlich gestreckt und zäh.
Features
Hacken:
Einmal in die Große Datenbank
gehackt und schon stehen einem fast alle Roboter zur Verfügung, deren Gestalt der Hauptheld annehmen kann, mitsamt ihren Fähigkeiten.
Dies ist für einige Missionen notwendig, kann aber jederzeit benutzt werden.
Der Gestaltwechsel sorgt für viel Abwechslung und mit den Fähigkeiten lässt sich einiges Anfangen.
Geldsorgen? Schnell ein Banker werden und den Mitrobotern den letzten Credit aus den Taschen ziehen. Probleme mit Polizeidrohnen? Der Bürgermeister hält die betäubensten Reden des Planeten. Langeweile? Werdet zur Botendrohne und balgt euch mit den anderen um die Informationsröhren, oder beschuldigt als Polizeidrohne andere und schaut zu, wie sich die Roboter gegenseitig auseinandernehmen.
Innovativ und schön umgesetzt.
Raumschiffe:
Mit dem Raumschiff fliegt man durch die Stadt, wenn man den Röhrentransport nicht mag, erledigt Aufgaben, oder verdient sich in nicht ganz legalen Rennen und Kämpfen seinen Lebensunterhalt. Da will man natürlich mit einem schicken Flieger haben und nicht das Ersatzmodell. Während des Spielsverlaufs kann man Entwürfe für Raumschiffe, Motoren und Waffen finden, welche sich gegen einen gewissen Preis zusammenschrauben lassen.
Damit fliegt es sich doch gleich viel schöner.
Grafik und Sound:
Die Grafik ist ansehnlich und schön, es gibt keine Patzer an welche ich mich erinnern könnte und allgemein passt sie sehr gut zu dem Spiel.
Der Sound schließt sich meiner Beschreibung der Grafik an.
Kaufenswert: Ja!
Fazit: Wie ein innovativer Kaugummi. Das Spiel ist spieltechnisch abwechslungsreich, spaßig, hat gute Ideen, sowie eine interessante Story, doch leider wird es etwas zäh im Spielverlauf und bietet neben der Hauptstory kaum Aufgaben.
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Scrapland
ein Testbericht von mauzi1002005-07-23 16:44:38vom 23.07.2005Empfehlung: ja
Das Spiel ist ein munterer Genremix aus Action-, Knobel- und Rennspielen, welcher mit einigen innovativen Ideen bereichert wurde. Wichtigstes Merkmal ist z.B. die Tatsache, dass Ihr nicht nur in der Haut von D-Tritus spielt. Dank der GDB könnt ihr nämlich das aussehen zahlreicher anderer Roboter und auch deren Fähigkeiten übernehmen. Es ergeben sich also unzählige Spielvariationen, theoretisch.
Leider wurde dieser Schritt im Spiel nur für das Eindringen in bestimmte Gebäude oder das Vortäuschen einer bestimmten Kastenzugehörigkeit verwendet. Da diese Ziele sich regelmäßig wiederholen wirkt das gesamte Spiel künstlich in die Länge gezogen.
Hinzu kommt noch, dass das eigentliche Spielziel, nämlich das Aufklären der Mordfälle, immer wieder in den Hintergrund rückt. Um beispielswei-se Informationen zu erhalten müsst Ihr zahlreiche Miniaufgaben erfüllen, die Euch dann etwa nach drei Missionen zu einem möglichen Informanten führen, dies bremst den Spiel-fluß natürlich aus.
Das Spiel hat aber auch viele positive Aspekte, die zwisch-endurch immer wieder neuen Antrieb geben. So gehören z.B. die Rennmissionen zu wahrlich Highlights im Spiel. In einer futuristischen Außenwelt, die an "das fünfte Element" erinnert müsst Ihr
Euch im selbstgebastelten Raumschiff mit anderen Piloten messen. Dabei wird
mit allen Waffen gekämpft, die Euch zur Verfügung stehen. Im weiteren Spielver-lauf wird Euer Arsenal in diesem Bereich recht stattlich werden. In der Werkstatt könnt Ihr dann immer wieder Euer Schiff verändern, es stärker oder wendiger, größer oder kleiner machen und das Aussehen in vielfältiger Weise neu gestalten.
Die Innenmissionen verlangen sehr häufig die Transformation in einen anderen Roboter, mit dessen Fähigkeiten Ihr dann das Missionsziel erreichen sollt. Allerdings gehört das Tarnen zu einer sehr ungern gesehen Aktion, so dass Ihr bei Entdeckung mit heftiger Gegenwehr rechnen müsst. Zumindest solange Ihr in Reichweite der Gesetzeshüter seid, verlasst Ihr deren Einflußbereich habt Ihr wieder Ruhe.
Abschließend lässt sich sagen, dass wir hier einige ordentliche Ansätze finden, die aber etwas umfangreicher hätten genutzt werden können, was dem Spiel eine deutlich höhere Wertung gegeben hätte.
Grafik
Die Außenareale sind schön gestaltet und vermitteln ein-en sehr futuristischen Eindruck. Auch die Innenlevels sind gut geworden, was vor allem an den vielen unterschiedlichen Robotertypen liegt. In dieser Hinsicht gibt
es also keine Kritikpunkte.
Sound
Die Musik ist abwechslungsreich und passt zum zukunftsorientierten Spielgeschehen. Allerdings hätte die deutsche Synchronisation besser sein können. Die Sprecher machen Ihren Job zwar gut, aber irgendwie fehlt der letzte Schliff, auch wiederholen sich die Stimmen bei verschiedenen Figuren zu häufig.
Steuerung
Mit einfachen Befehlen per Maus lässt sich das ganze Spiel problemlos steuern.
Nach kurzer Eingewöhnungs-phase also kein Problem mehr.
Meine Meinung
Scrapland hat einen wirklich guten Ansatz, der leider nicht konsequent genug verfolgt worden ist. Trotzdem handelt es sich hier um ein gelungenes Spiel, das geduldige Naturen sicher gut unterhalten kann. Etwas mehr Abwechslung im Missionsdesign und der Nutzung der Möglichkeiten wäre aber wünschenswert gewesen.
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ein Testbericht von ocirnes2005-03-28 12:24:57vom 28.03.2005Empfehlung: nein
D-Tritus, ein Roboter, baute sich selbst auf einem Schrottplatz nach einem sehr menschlichen Schönheitsideal zusammen und machte sich auf, die große, weite Welt zu erkunden, was ihn zwangsweise nach Scrapland führte, einem Asteroiden, der gänzlich in der Hand von Robotern liegt und wie sollte es auch sein, wurden diese Roboter auch ihren ehemaligen Schöpfern, den "viskosen Lebensformen", mehr als ähnlich. Und so gab es auf Scrapland ebensolche Strukturen, wie auf der Erde. Korrupte Politiker, gierige Banker, Söldner, die für einen Krug Quecksilber alles tun, schöne Büroassistentinnen, dumme Laufburschen, einen übersättigten
Klerus, storygeile Presseleute, Industrieviertel, Vergnügungszentren, Tempel und zu guter Letzt das Wichtigste in "Robotertown": die große Datenbank. In ihr werden 1:1 Kopien von allen Robotern angelegt und sollten sie, was in Scrapland häufiger als im schlimmsten Viertel der Bronx vorkommen mag, zum letzten Mal den Hochgenuss von Elektronenfluss in ihren Kondensatoren spüren, erlaubt es die Datenbank, eine vorhandene Matrix und ein Freileben vorausgesetzt, dass sie sich wieder materialisieren. Unnötig zu sagen, dass man Freileben nur bei den Bischöfen kaufen kann. Und im Land der ungegrenzten Möglichkeiten findet auch unser Neuankömmling D-Tritus sogleich einen Job bei der Zeitung und wird mit der Aufgabe betraut, den Erzbischof zu interviewen. Doch dazu soll es nicht mehr kommen, denn der Erzbischof wird Opfer eines brutalen Mordes, während er erholsam in einem heißen Ölbad seine eingerosteten Glieder schmieren wollte. Zu allem Übel deuten die Spuren am Tatort eindeutig darauf hin, dass der Mörder eines dieser viskosen Geschöpfe ist. Aber D-Tritus macht sich schon auf, das Geheimnis um den rätselhaften Mord zu lösen.
Um etwas "Unterstützung" und einen bekannten Branchennamen mit ins Spiel zu bringen, "klebte" man auch sodann gleich den Namen von "American McGee" mit dem Zusatz "presents" vor den Titel, obwohl es eher darin begründet liegt, weil American McGee beim US Publisher des Games (Enlight) als kreativer Berater angestellt ist und eher weniger mit der eigentlichen Entwicklung von Scrapland involviert war. Wobei ich den Nutzen dieses "Namenfranchising" nicht ganz nachempfinden kann, denn soviel Kreativität wie andere "Designerlegenden" kann American McGee sicher noch nicht nachweisen, hat er es "alleine" doch bisher nur auf ein Spiel "gebracht" (American McGee's Alice). Ob Entwickler Mercury Steam dennoch ein stimmiges und spannendes Spiel abliefern konnte, soll unser Review zeigen.
Technik:
Die eigenentwickelte Engine von Mercury Steam leistet Großartiges. Die Welt von Scrapland sieht phantastisch aus. Riesige Städte, Industrieanlagen, Vergnügungszentren oder Schrottplätze sehen aus, wie aus einem aktuellen Science Fiction Film. Überall leuchten Reklameschilder oder Hologramme, Dampf oder Rauch strömt aus Industrieanlagen, die Zukunftshighways werden durch grelle Neonleuchten erhellt und Hunderte von Flugobjekten beleben den Verkehr. Ganz so, wie man es aus "Blade Runner" oder "Das 5. Element" kennt. Dabei ist alles höchst detailliert und abwechslungsreich gestaltet, egal, ob man mit seinem Raumgleiter die Außenlevel bereist oder sich als D-Tritus in den unterschiedlichen Innenarealen aufhält. Eindrucksvoll und sehr futuristisch durchgestylt, werden die Bereiche wie das Pressezentrum, die Polizeiwache, die Spelunke vom "Irren Spieler" oder aber auch die Bank und der Tempel in Szene gesetzt. So findet man in der Bank große Statuen von den Bankern oder in der großen Datenbank riesige elektronische Anlagen, an denen die Daten nur so hin und her wirbeln. Viel Detailarbeit hat man bei den einzelnen Charakteren geleistet, auch wenn sie dann im Spiel alle identisch aussehen. Jeder Banker sieht gleich aus, jeder Polizeiroboter usw. Hier hat man eher das Gefühl, bereits im Klon-Krieg zu kämpfen :-) Dennoch ist die Gestaltung höchst liebevoll und fast auch schon parodistisch umgesetzt. Banker sehen schon von ihrem Bewegungen mehr als hinterlistig und gierig aus, wenn sie mit ihren langen Klauen den anderen Robotern das Geld aus der Tasche ziehen. Bischöfe wirken rund und genährt und zu allem Hohn können sich Beamte, wenn sie es dann wollen, mit annähernd Lichtgeschwindigkeit bewegen. D-Tritus sieht fast aus, wie ein Held aus der griechischen Sagenwelt, groß, athletisch und mit dunklem Pferdeschwanz aus Kabelstrippen, ein echter Held eben, dem auch die nette und sexy Bürogehilfin Betty gut zur Seite steht. Besonders gelungen ist auch ein kleiner Photoapparat, der seine Eigenschaften an D-Tritus per "Programmupdate" weitergegeben hat, damit er Beweisphotos für seine Recherche und später auch zur Industriespionage einsetzen kann. Bei der Robotergestaltung haben die Designer echte Glanzleistungen vollbracht, ebenso wie bei der Animation, die für jeden Roboter einen höchst eigenen Stil besitzt. Mit Spezialeffekten wird ebenso wenig gespart. So sieht es mehr als eindrucksvoll aus, wenn die Raumschiffe ihre Treibwerke starten und sich der Screen vom Hitzeflimmern vernebelt, wenn riesige Explosionen ganze Horden von Gegnern in Schutt und Asche verwandeln oder Energieblitze ihnen zu schaffen machen. Auch in den Roboterpassagen gibt es viel zu staunen, besonders wenn die verschiedenen Modelle ihre Fähigkeiten nutzen. So erscheint D-Tritus Attacke wie ein "geölter Blitz", der sich durch die Gegner schneidet oder der "Geschwindigkeitsrausch" des Beamten das Umfeld in Zeitlupe ganz "Matrix-Like" verschwimmen lässt und er sich darin in Normalzeit bewegt. Die Engine bringt alles ohne Probleme und Performanceeinbrüche höchst akkurat auf den Screen, auch wenn sich Massen an Gegnern oder Objekten auf dem Bildschirm tummeln, was gut und gerne alleine schon mal bei den Gegnern und dem "üblichen Verkehr" locker über 50 tendiert.
Der Sound hängt der grafischen Präsentation leider hinterher. Unproblematisch sind hier noch die Geräuscheffekte, die das Geschehen angemessen und stimmig begleiten. So scheppert und kracht es aus allen Rohren, wenn D-Tritus in seinem Gleiter auf Ganovenjagd geht. Die Sprachausgabe ist jedoch in der Qualität sehr durchwachsen. So gibt es wirklich gute Sprecher, die auch einigermaßen betont versuchen, die Story voranzutreiben. Allen voran hier eine Stimme, die sehr an Herbert Feuerstein erinnert und dem Robotertypus gut zu Blech steht. Auch der Hauptchartakter ist nicht wirklich schlecht, jedoch weit davon entfernt, seine Sache wirklich gut zu machen. So verwundert es nicht, wenn er selbst wiederholende Wörter wie "Banker" einmal in der amerikanischen Sprachvariante spricht, dann aber auch mal wieder in Urdeutsch. So kommt es häufiger vor, dass Charaktere ihre Heimat einmal als "Scrähplähnd" und dann wieder als "Skrabland" aussprechen. Hier hätte mehr Sorgfalt vom Synchronregisseur walten müssen. Insgesamt ist die Synchronarbeit vom Gesamteindruck aber nicht als gelungen zu bezeichnen, zu viele unmotiviert ausgesprochene Dialoge und vor allem auch ständige Wiederholungen. Roboter besitzen scheinabr generell nur einen Wortschatz von ein paar Sätzen, die sie im Kampf und Dialogen immer wieder zum Besten geben. Nach kurzer Zeit kennt man sie auswendig.
Ebenso durchwachsen bis hin zum Nervtöten ist die Musik. Im Kampf oder Actionpassagen bekommt man noch eine stimmige Musikuntermalung, doch in den "normalen" und wie wir später sehen werden mehr als zeitraubenden Reisepassagen, dudelt eine so einfach gestrickte "Mucke", für die das Wort Melodie schon eine Übertreibung wäre. Furchtbar! Es erinnert an das erste Gedudel der Computerspielursprünge.
Die Steuerung ist eingängig und kann auch selbst konfiguriert werden. Scrapland lässt sich gut mit der Kombination Maus & Tastatur spielen, ist jedoch auch Gamepads gegenüber nicht abgeneigt. Die Raumschiffe wie auch die Figuren lassen sich problemlos und exakt steuern.
Das Spiel ist frei von merkbaren Bugs und lief während der Testphase absolut absturz- und problemfrei. Jedoch hat sich dennoch ein kleiner Fehler eingeschlichen. So konnte man bestimmte Bonuspläne für neue Raumschiffe aufnehmen, bzw. sie abphotographieren, um sie beim Schrotthändler des Vertrauens nachbauen zu lassen. Hier zeigte jedoch das Infofeld nicht an, für welchen Schiffstyp er gedacht war, obwohl dieser bereits bekannt war. So konnte man nur "Motor für Schiff " lesen, was auf einen Übersetzungsfehler oder fehlende Daten/Zuweisung bei den Variablen/Strings schließen lässt.
Gespeichert werden kann jederzeit, wobei bei Neustart jeweils am Leveleintrittspunkt begonnen wird.
Es stehen drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, die auch im laufenden Spiel beliebig geändert werden können. Der normale Schwierigkeitsgrad ist auch für Vielspieler herausfordernd genug.
Gameplay/Kritik:
Liest man die Features, die das Spiel bieten soll, ist man zuerst einmal erstaunt und auch der erste Eindruck lässt Gutes hoffen. Man kann in unterschiedliche Roboter schlüpfen, um "Rätsel" und Aufgaben zu bewerkstelligen, actiongeladene Kämpfe sollen das Adrenalin hochbringen, große Handlungsfreiheit soll für Abwechslung sorgen und Bastler werden mit der Option beglückt, sich ihre eigenen Raumschiffe bauen zu können. Hört sich nach viel an, ist es auch, ob aber alle Zutaten für eine gelungene Mischung sorgen können? Doch der Reihe nach.
Scrapland spielt sich in zwei Perspektiven. So darf man in der 3rd Person Ansicht als Roboter durch die unterschiedlichen Szenarien wandeln oder im eigenen (oder gestohlenen) Raumgleiter ins Gefecht ziehen. Doch bei all den Möglichkeiten, die die Designer den Spielern zur Verfügung stellen wollten, haben sie eines dabei vergessen: alles zu einem einheitlich nachvollziehbaren Ganzen zu verbinden.
Haben anfangs die Aufgaben noch ein wenig Spaß gemacht, tendierten sie aber schnell zu einer leidlichen Pflicht und sorgten eher für Langeweile, statt Unterhaltung. Leider findet man auch bei den Action-Raumschiffpassagen ein ähnliches Bild, auch wenn hier die Kampfszenarien noch weitaus mehr Spaß gemacht haben. Jedoch gibt es hier durchweg den selben Tenor. Bis auf die Aufgabenstellung, einen bestimmten Gegner zu erledigen, hin und wieder einmal Geleitschutz zu geben oder gegen Ende des Games Kommunikatorbojen zu zerstören, wird nicht viel Abwechslung geboten. Da bieten die Superwetten oder die zum Kampf oder Rennen herausgeforderten Gegner schon mehr Abwechslung, trifft man hier doch auf verschiedene an Multiplay Gefechte angelegte Spielprinzipe. So muss man in Rennen bestehen, Team Deathmatch oder auch in Varianten von Capture the Flag seinen Roboter stehen, um den Sieg und die Belohnung in Form von Credits oder Sonderausrüstung für das Raumschiff davon zu tragen. Die Kämpfe machen eindeutig Spaß, jedoch ist die zu spielende und geforderten Anzahl für meinen Geschmack zu hoch, da zu wenig Neues geboten wird. Die Taktik liegt hier eindeutig in der Nutzung des Umfeldes und auch das gezielte Aufnehmen von Repair- und Munitionspacks an Respawnpunkten, bevor der Gegner es schafft. Die KI der Raumschiffgegner ist da ausgesprochen gelungen und sie kennen ihr Umfeld und auch die Respawnpunkte sehr genau, auch nutzen sie bei Rennen gerne die Beschleunigungsfelder, um einen nicht zu verachtenden Vorsprung zu erzielen.
Im Prinzip aber leidet das Gameplay ähnlich wie auch schon in den Robotersequenzen zu sehr an Wiederholung. Nach dem zehnten Mal kennt man es auswendig und man kann sich bei Scrapland darauf verlassen, dass es auch danach noch nicht "gegessen" ist. Selbst das Finale wurde so unendlich in die Länge gezogen, dass man schon das Interesse daran verloren hat, den Mordfall aufzuklären, wenn man überhaupt nach den ganzen unwichtigen Nebenquests noch das eigentliche Ziel kennt.
Multiplay:
Scrapland bietet einen Muliplaypart, der per Lan oder Internet gespielt werden kann. Man trifft hier auf aus dem Hauptprogramm bekannte Maps und Spielmodi, die auch durchaus Spaß bringen und zum Teil auch an alte "Forsaken" Duelle erinnern. Die gute Waffenauswahl ermöglicht hier schon einige Techniken und Strategien. Geboten werden Varianten von Deathmatch, One Flag, Flag Hunt und entsprechende Team Varianten. Leider sind verfügbare Internet-Spiele sehr rar und wenn man drei Server gleichzeitig online sieht, ist das schon viel.
Fazit:
Alles hätte so schön sein können. Eine mehr als stimmige Technik und ein scheinbar auf dem Papier gut aussehendes Spielkonzept. Leider ist aber daraus nichts geworden. Es scheint, als ob die Designer unter all den Ideen, die sie mit einbringen wollten, das eigentlich Spiel vergessen haben und es so eher den Eindruck erweckt, gegen eine Aneinanderreihung von Minispielchen und Bonusaufgaben anzutreten. Es scheint, dass man erst eine einwandfreie Technik und Spielfiguren kreiert hat und sich erst danach Gedanken darüber gemacht hat, diese Locations auch mit Leben und vor allem Gameplay zu füllen. So findet man maßlos mit Robotern überfüllte Räume, die sich ans Eingemachte machen und es wirkt alles zu chaotisch und unüberlegt, zumal die Figuren zumeist reine Makulatur sind und nichts mit dem eigentlichen Spielprinzip zu tun haben, es sei denn, man steht auf "Massenvernichtung" zur Geldbeschaffung, was mich vom Konzept sehr gestört hat, auch wenn es sich "nur" um Roboter handelt. Ich habe selten in einem Spiel soviel Killaufträge erhalten, wie in Scrapland, da ist selbst Hitman ein Waisenknabe. Bei den Kämpfen mit den Raumschiffen macht die "Überbevölkerung" ja noch Sinn, aber in den "Adventureparts" erweckt es den Eindruck, als ob man nicht wusste, wie man diese Szenarien mit Spielspass füllt, ganz zu schweigen von einem sinnvolleren Einsatz der verschiedenen Robotermodelle, deren Einsatz viel zu willkürlich und konzeptlos erscheint. Die Ansätze zur Spielidee sind ja durchaus gelungen, nur haben sie sich in der ganzen Menge an Nebenquests irgendwo verloren, auch wenn die teilweise gelungenen Gags, Storyelemente, Dialoge und zum Teil gute Kämpfe noch einiges rausreißen. Scrapland ist jedoch ein Spiel, das mit seinen ca. 18 Stunden Spielzeit viel zu sehr durch dauernd wiederholende Aufgaben in die Länge gezogen wurde und dessen Hauptplot dadurch so verwässert wird, dass man die Lust daran verliert. Ich mag lange Spiele, wenn sie es schaffen, mich in den Bann zu ziehen, aber Scrapland hätte es nichts geschadet, wenn es nur 10 Stunden Spieldauer hätte. Es gehört an vielen Stellen gestrafft und begradigt, damit unnötige Laufarbeit und Hin-und Her-Gefahre nicht der künstlichen Spielzeitverlängerung dient. So hat es nämlich genau das bewirkt, was ein Spiel niemals tun sollte. Gelangweilt. Ich hoffe sehr, dass niemand von den Designern noch auf die Idee kommt, dazu eine "Special Extended Edition" auf den Markt zu bringen. Hätte ich das Spiel nicht für das Review komplett durchspielen "müssen", hätte ich bei der Hälfte aufgehört. Es ist wirklich schade, dass ein technisch so rundes und vom Charakterdesign so liebevoll umgesetztes Programm im Bereich Gameplay so hinterher hinkt und damit schmerzt eine schlechte Benotung umso mehr. American McGee hat sich jedoch keinen Gefallen damit getan, seinen Namen davor zu kleben.