Das kleine Oderbruchdorf Friedrichsaue hat es in den letzten Jahren zu regionaler Berühmtheit gebracht. Schuld sind die alle zwei Jahre stattfindenden Bulldogtreffen. Nicht um Kampfhunde geht es dabei, sondern um stählerne Arbeitstiere. In der ersten Jahrhunderthälfte waren die robusten Traktoren der Marke Lanz Bulldog auf allen Feldern Deutschlands zu Hause. Heute rollen die Bauern in satellitengesteuerten vollklimatisierten Stereoanlagen über die Felder. Zum alten Bulldog jedenfalls hatten die Leute meist ein sehr persönliches Verhältnis. Und manche pflegen dies noch immer...
Am 23. Juli war es nun wieder mal so weit. Rund 5500 Zuschauer zog es an diesen Sonnabend ins Oderbruch zum 4. Ostbrandenburgischen Bulldogtreffen. Ich war einer davon. Rund 150 selbst fahrende historische Landmaschinen waren zu bestaunen, zu beklettern und zu fahren. Obwohl Petrus am Tag zuvor Unmengen an Regen runter geschickt hat und der Festplatz einer Schlammwüste glich, ließ sich keiner davon abhalten. Viele kamen vernünftiger Weise gleich mit Gummistiefeln. Die vereinzelten Sonntagsausflügler, die mit feinen Schuhen und hellen Hosen ankamen, haben dies sicher ganz schnell bereut. Keiner beschwerte sich darüber, die meisten lachten darüber. Ich habe Gott sei Dank auf meinen Mann gehört und mir eine dunkle Jeans und dunkle robuste Schuhe angezogen. Wie recht er doch hatte. Als wir am Vormittag um 10 Uhr in Friedrichsaue ankamen, waren die Wiesen ja noch erkennbar. Aber je dichter man an die Traktoren kamen, um so mehr Matsch war da...
Angereist waren die Teilnehmer ja bereits schon einen Tag vorher. Mit einer Disko am Abend wurde der Auftakt gefeiert. Richtig los ging es dann am Samstag früh. Bis halb Zehn sind dann auch die letzten Teilnehmer mit ihren Traktoren und Oldtimern angelassen. Ja, auch Oldtimer waren dort vertreten. Tolle alte Motorräder und Jeeps waren zu bewundern. Zusammen mit den alten Traktoren versetzten sie jeden Gast zurück in die Vergangenheit.
Um 10 Uhr wurde dann das Bulldogtreffen offiziell eröffnet und die Traktoren und Oldtimer angeheizt. Bei dem Lanz-Bulldog ist dies eine recht komplizierte Angelegenheit. Mit einer Lunte oder einem Brenner wird vorgeglüht. Ist die Temperatur dann erreicht, wird mit dem Lenkrad der Motor angekurbelt. Dazu nimmt man das Lenkrad aus der Lenkvorrichtung heraus und steckt es auf die Vorrichtung zum Kurbeln. Bei neueren Modellen gab es dann dafür schon eine extra Kurbel. Es verlangt so oder so sehr viel Geschick und Fachwissen, diese alten Traktoren zum Laufen zu bringen.
Als dann alle Motoren laut knatterten, wurden die Verdampfermotoren zum Einsatz gebracht. Überall fuhren die Traktoren herum und zeigten sich stolz. Viele von ihnen wurden von ihren Besitzern aus Wracks in liebevoller Kleinarbeit zu wahren Schmuckstücken gemacht. Wichtig ist ihnen dabei neben originalgetreuen Aussehen vor allem die Funktionalität. Einige von ihnen arbeiten noch heute auf ihren Feldern damit. Kaum zu glauben, dass so alte Technik derart langlebig ist. Das älteste Modell, das ich gesehen habe, war Baujahr 1932. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: ein Traktor, der 63 Jahre alt ist und auch noch funktioniert!
Am Nachmittag sollte es eigentlich auch noch eine Erntevorführung mit
Dreschkasten, Getreidequetsche und Strohschneider im Einsatz geben, aber durch die nasse Witterung wurde dieses leider abgesagt. Eine kleine Entschädigung bot das Schaupflügen am Nachmittag. Alle Traktoren, die mit einem Pflug angereist waren, durften dort ihr Können zeigen. Wie durch Butter liefen die Pflüge hinter den laut knatternden Motoren. Unter den Gästen waren einige Großbauern aus dem Oderbruch. Allesamt zogen sie den Hut vor den alten Maschinen. Besser können es die neuen Hightech-Traktoren auch nicht.
Der weithin bekannte Lanz-Bulldog begann seinen Erfolgszug 1921. Er war weltweit der erste Schlepper, der mit billigem Schweröl betrieben werden konnte. Der Einsatz eines Verbrennungsmotors in der Landwirtschaft war damals revolutionierend. Allerdings konnte erst zwei Jahre später ein Lanz angeboten werden, der auch ackertauglich war. Dieses Modell hatte Allradantrieb und Knicklenkung. Ein Schaltgetriebe gab es noch nicht, und so musste zur Rückwärtsfahrt der Motor umgesteuert werden. Der Preis lag damals bei etwa 7000 Mark.
Ab 1929 wurde die Verdampfungskühlung durch eine Kühlung nach dem Konvektorprinzip ersetzt. Zu dieser Zeit gab es dann auch schon ein Schaltgetriebe mit einem Rückwärtsgang. Nachdem die schwierige Zeit der Weltwirtschaftkrise überwunden war, entwickelte sich die Lanz AG Mitte der 30er Jahre wieder zum erfolgreichstem Schlepperproduzenten in Deutschland. Dem Lanz-Bulldog folgten über die Jahre viele verschiedene Exemplare. Mit ca. 200.000 verkauften Bulldogs war der Lanz über lange Zeit der erfolgreichste Schlepper auf dem Markt. 1960 wurde die Produktion der Bulldogs eingestellt.
Gerade deshalb ist der Lanz Bulldog auch heute heiß begehrt. Er verkörpert eine Generation heile Welt. Das Knattern der Motoren übt eine große Anziehungskraft auf viele aus. So auch auf mich. Ich bin zwar in der Landwirtschaft aufgewachsen und Traktoren gehören für mich zum Alltag. Aber trotzdem - oder gerade deshalb - bin ich fasziniert von diesen alten Traktoren. Der ohrenbetäubende Lärm und der Dieselgeruch in der Luft betören meine Sinne komplett. Ich merke gar nicht, wie ich mit meinen Schuhen im Schlamm versinke. Egal!
Neben den Traktoren gab es auch noch ein Rahmenprogramm. Dabei wurde an alle gedacht. Neben Diskothek und nächtlichem Feuerwerk zeigte ein Zauberer sein Können, trällerte eine Berliner Göre Altberliner Melodien, bliesen die Ziltendorfer Blasmusikanten kräftig in ihre Instrumente und entführte eine Countrysängerin ins amerikanische. Kinderunterhaltung mit Hüpfburg, Bungee-Run, Zuckerwatte, Glücksrad, Bastelstraße, Kinderschminken und vieles mehr säumte die Bühne. Außerdem gab es Unmengen von Imbissständen, die neben Ochse und Schwein am Spieß, Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Würstchen und Steak vom Grill auch exotische Gerichte anboten. Kaffee und Kuchen gab es auch, außerdem Zuckerwatte, Eis und Süßes für die Kleinen. Trödelmarkt gab es auch. Dort konnte eigentlich alles angeboten werden. So konnte man dort mit Sicherheit einen Kotflügel für ein altes Motorrad oder einen Keilriemen für den Traktor zu Hause bekommen. Spielzeug, Gewürze und Honigspezialitäten gab´s auch.
Das nächste Bulldogtreffen wird es im Juli 2007 geben. Wer interessiert ist, wird den genauen Termin auf entsprechenden Seiten im Internet finden. Friedrichsaue ist recht einfach zu finden. Wer von Berlin kommt, fährt auf der B1 bis zur Ortsabfahrt Golzow und dann nach links durch Golzow auf der L 33. Man kann den kleinen Ort Friedrichsaue dann gar nicht verfehlen. Wer von Frankfurt/Oder aus nach Friedrichsaue fahren will, fährt auf der B 112 bis Manschnow und fährt dann einfach geradeaus auf die L 33. In Gorgast bleibt man dann auf der Hauptstraße und kommt so geradewegs nach Friedrichsaue. Von Bad Freienwalde aus fährt man bis Wriezen auf der B 167 und biegt dann auf die L 33, die wieder geradewegs nach Friedrichsaue führt. Eigentlich zum Bulldogtreffen kaum zu verfehlen. An normalen Tagen aber leicht zu übersehen, denn dieser kleine Ort hat nur ca. 250 Einwohner.
Mein Fazit
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Wer wie ich von alter Technik fasziniert ist, darf das Lanz-Bulldog-Treffen in Friedrichsaue auf keinen Fall verpassen. Man muss es einfach selbst erlebt haben, um meine Begeisterung verstehen zu können. Ich vergebe auf jeden Fall volle Punktzahl und eine unbedingte Empfehlung für jedermann und natürlich auch jederfrau. Aber zieht euch am besten Gummistiefel an. Wer das Oderbruch kennt, weiß warum....
Der Eintritt kostete übrigens regulär 3 Euro. Ein kleiner Preis, verglichen mit dem, was man geboten bekommt.
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Ackerschlepper aus früheren Zeiten...
ein Testbericht von Torre2010-04-11 15:26:48vom 11.04.2010Empfehlung: ja
Vorteile: stabile und robustes Spielzeug, funktionierende Lenkung, viel Zubehör...Nachteile/Kritik: Detailtreue schwindet etwas für die funktionierende Lenkung
Zu den bekanntesten Schleppern auf den Äckern der Bauern wird wohl immer der Lanz Bulldog gehören. Dieser Ackerschlepper scheint gegenüber dem Aussehen heutiger moderner Traktor aus einer Zeit zu kommen, die kurz nach Beginn der Landwirtschaft liegen muss.
Dieses auch damals schon merkwürdige Aussehen verschaffte dem Lanz den Namen Bulldog. Der Lanz hatte gegenüber anderen Traktoren der damaligen Zeit erhebliche Vorteile, denn er war zum einen sehr einfach, aber zum anderen auch sehr robust. Seine Zuverlässigkeit gegenüber benzingetriebenen Motoren, machte ihn auch mit Erscheinen der ersten Dieselschlepper zu einer beliebten Zugmaschine in der Landwirtschaft.
Der Einzylindermotor hatte dabei einen unvergesslichen Klang und lässt auf jeder Traktor oder Oldtimershow die Mengen aufhorchen. Mit einem Hubraum von über sechs Litern und unter 500 Umdrehungen pro Minute (320 später 420 U/min) sorgt der Motor auch heute noch für akustischen Hochgenuss.
Bevor die Traktoren jedoch einsatzbereit waren, mussten die Motoren mit einer Lötlampe vorgeglüht werden, um den Selbstzünder zum Laufen zu bringen. Lief der Motor dann erst einmal, konnte ihn nichts aufhalten und sagenhafte 12 PS versetzten den Schlepper mehr oder weniger in Bewegung. Erst in späteren Modellen gab es eine Schaltung, die es erlaubte auch rückwärts zu fahren. Die ersten Modelle wurden noch rückwärts gefahren, indem die Drehrichtung des Motors geändert wurde.
Das typische Bulldog Aussehen kam es mit späteren Modellen der Serie HR. Neuere Motoren mit Halbdiesel oder Volldieseltechnik steigerten die Leistung bis zu 750 Umdrehungen pro Minute brachten es auf eine Leistung mit bis zu 55 PS.
Über die verschiedenen Modellvarianten ist aber immer eines gleich geblieben und so wurde der Name Bulldog zu einen Synonym für Robustheit...
1956 wurde das Unternehmen Heinrich Lanz AG auch die Marke Lanz von der amerikanischen Firma John Deere übernommen
(Quelle: Wikipedia)
Siku 3459 - Lanz Bulldog
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Unter der Artikelnummer 3459 ist der Lanz Bulldog als Modell im Maßstab 1:32 bei Siku erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Modell aus der Serie Farmer Classic liegt bei 13,99 Euro. In zahlreichen Internetshops gibt es den Lanz aber etwas billiger...
Dafür erhält man ein Modell eines klassischen Ackerschleppers. Das im Wesentlichen aus Zinkdruckguß bestehende Modell ist dabei in einem genauso klassischen bläulichen Look, wie einst das Original. Nur wenige Teile bestehen bei diesem Modell aus Kunststoff und so scheint das doch kleine Modell recht schwer. Da die Modelle von Siku eigentlich als Spielzeug gedacht waren, wurde dies Modell mit einer funktionierenden Lenkung ausgestattet, was ein wenig die Detailtreue beeinflusst.
Hersteller:
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Sieper GmbH
Schlittenbacher Straße 60
58511 Lüdenscheid
http://www.Siku.de/
Sieper - Siku?
Siku ist abgeleitet von Sieper Kunststoffe. Die Firma wurde 1921 gegründet, jedoch begann die Herstellung von Spielzeug erst im Jahre 1954. Die Serie Farmer wurde 1983 eingeführt und wurde eine der erfolgreichsten Siku-Serien. 2002 wurde mit der Serie Farmer Classic die Produktpalette um klassische Traktoren erweitert. Eine weitere Steigerung kam 2004 mit Siku Control, einer ferngesteuerten Serie von Traktoren. Alle Farmer Artikel sind im gleichen Maßstab 1:32 und somit untereinander kombinierbar.
(Quelle: http://www.siku.de/)
Meine Meinung:
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Wie ich bereits oben beschrieben habe stimmt es
nicht hundertprozentig mit der Detailtreue. Trotzdem gebe ich dem Modell die volle Anzahl an Sternen.
Das Modell wurde für Kinderhände gebaut und nicht für Sammler, die es inzwischen zuhauf gibt. Inzwischen werden viele Modelle von Siku für Spitzenpreise an Sammler verkauft und durch zahlreiche Sondereditionen zu weiteren Käufen animiert.
Der Lanz Bulldog gehört noch zu den Modellen, die es Kindern ermöglichen zu spielen. Es gibt zahlreiches Zubehör im gleichen Maßstab, so dass man tatsächlich die Sandkiste umpflügen kann. Dabei ist eine funktionierende Lenkung wichtiger als Detailtreue. Das bei schweren Landarbeiten in der Sandkiste auch mal etwas kaputt geht, ist selbstverständlich, aber dieses Modell scheint mir wie das Original sehr zuverlässig und stabil zu sein.
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Der Lanz Bulldog von Siku, ein Muss in jeder Traktorsammlung
ein Testbericht von Janne00332010-02-16 11:27:55vom 16.02.2010Empfehlung: ja
Vorteile: Gute Verarbeitung, detaitreue...Nachteile/Kritik: -
Zum Valentinstag habe meinem Mann ein Modell Unimog von Siku geschenkt. Bereits zu Weihnachten, hatte ich ihm das Modell Lanz Bulldog im Maßstab 1 : 30 geschenkt. Dieser Traktor ist eine Legende und sollte in jeder Modellsammlung vorhanden sein. Der Lanz ist der Inbegriff des Traktors und Modellsammlers. Er ist so etwas wie der Urtraktor.
Siku hat hier ein absolut detailgetreue Nachbildung des Originals geschaffen. Ich habe das restuarierte Original bereits einmal gesehen bei einer Traktorschau. Einfach spitze kann ich nur sagen. Mein Mann hat sich auch sehr über sein Weihnachtsgeschenk
gefreut.
Die Farbgebung des Traktors ist Orginal in Lanzgrau, die Felgen in rot und die Dartsellung im Maßstab 1 : 30 passt super in die Sammlung meines Mannes. Ein muss für jeden Sammler, solch einen Traktor zu besitzen.
Das Schwungrad des Lanz ist gut abgebildet, die Heizbirne im vorderen Teil des Motors kann man genau erkennen und man sieht auf den ersten Blick, dass es sich um die Treckerlegende Lanz handelt.
Im Sortiment von Siku gibt es noch einige Modelle der Lanzbaureihe.
Ich möchte noch ein wenig von der Modellausführung 3459 Lanz Bulldog berichten. Die filigranen Teile, wie z. B. die Dachstützen sind detailgetreu gestaltet. Das Modell ist überwiegend aus Metallspritzguß, pulverbeschichtet. Wenn man das Modell in die Hand nimmt hat man einen richtigen robusten Gegenstand in der Hand.
Ich kann nur wieder mal schwärmen, von der Qualität bei Siku. Dies ist auch ein Modell was Siku bereits vor 40 Jahren einmal im Programm hatte. Mein Mann hat mir erzählt, dass er als Kind schon einmal einen solchen Traktor hatte. Er ist ebenfalls von der Qualität bei Siku voll überzeugt. Jeder Modellsammler, sollte so ein Modell in seiner Sammlung haben. Die Verpackung ist auch qualitativ hochwertig. Ein absolute Kaufempfehelung für jeden Sammler. Natürlich kann man dieses Modell auch Kindern zum spielen empfehlen. Man auch Diorahmen gestalten mit diesen Modellen. Szenen aus der Landwirtschaft, natürlich muss man sich beim Bau dann auch die detailtreue halten und darauf achten, daß alles im Maßstab 1 : 30 ist. Ich kann nur zum Kauf raten. Viel Spaß beim sammeln und spielen.
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