Marc T. Sullivan: 66095
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Testberichte Marc T. Sullivan: 66095

 (Taschenbuch)
2.8 von 5
Platz 7 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen- 0 - 9, sonstiges".
Bewertung: Kundenbewertung 2,80 / 5,00 2.8 von 5
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Marc T. Sullivan: 66095 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 2,80 / 5,00 2.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Rasanter Routine-Thriller in reizvoller Kulisse ...
  • Bedrückendes Szenario, klasse Stimmung, sehr spannende Geschichte
Nachteile/Kritik
  • ... der auf Dauer seine Leser für allzu dumm verkauft.
  • Nichts für schwache Nerven und Menschen die unter Klaustrophobie leiden...
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GAWOnline1983

+++ Der Mondstein gefährdet die Erde +++

ein Testbericht von 2005-04-03 19:38:45 vom 03.04.2005
Empfehlung: ja
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Allgemeines
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Mark T. Sullivan ist wieder einmal jener Autoren, die mir bis vor kurzem unbekannt waren. Und hätte ich im Oktober am Flughafen nicht noch soviel Zeit gehabt, wäre ich wohl auch nie über ihn gestolpert. Aber so dauerte es bis zur Landung des Flugzeugs noch etwas und wo kann ich mir schon besser die Zeit vertreiben als in einem Buchladen. Eigentlich war ich fest entschlossen nur ein bisschen zu stöbern und auf keinen Fall Geld auszugeben. Aber ihr dürftet wissen, wie das mit guten Vorsätzen ist. Sie sind schließlich dazu da, sie zu brechen. So war es auch diesmal. Erst hatte ich ein Buch in der Hand, dann zwei. Aber es war immer noch nicht genug. Schließlich fiel mein Blick auf „66095“ von Mark T. Sullivan. „Ein seltsamer Titel“, dachte ich mir. Angezogen wurde ich von dem Buch aber dennoch. Es konnte ja nicht schaden, sich einmal die Inhaltsangabe auf der Rückseite durchzulesen. Eigentlich war das Beschriebene nicht unbedingt das Genre, das ich immer lese, aber Abwechslung kann ja nicht schaden. Interessant klang es nämlich alle mal. So zögerte ich nicht lange und hatte kurze Zeit später ein paar Euro weniger in der Tasche…

Ihr bekommt von mir erst den gewohnten Kurzüberblick über den Inhalt des Buches, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt näher über den Verlauf der Geschichte und die Charaktere informieren könnt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, hoffe euch gefällt mein Bericht und ihr greift eventuell doch zu diesem Buch. Und natürlich freue mich auch wieder auf eure Bewertungen und Kommentare! :)



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Kurzinhalt
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Whitney Burke muss ihre Phobie vor Höhlen schnellstens beendet. Ihr Mann Tom und Tochter Cricket planen eine Expedition, als sie entführt werden. Die Entführer sind hinter einem Mondstein her, der sich tief in eine Höhle verbirgt. Und diese kennt niemand besser als Whitney. Sie ist die einzige, die ihr Leben retten kann – doch dazu muss sie sich ihren Ängsten stellen.



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Inhalt
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Wir schreiben das Jahr 1992, genauer gesagt den 22. April. Die NASA startete eine Expedition auf dem Mond. Von dort sollen einige Gesteinsbrocken mit auf die Erde gebracht werden. Der Astronaut James Elder ist gerade dabei, die Probe Nr. 66095 abzubauen, als mit seinem Körper etwas Seltsames geschieht.
Er stirbt schließlich. Bei der Autopsie stellt sich heraus, dass sich eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Schwermetallen in seiner Hirnrinde befindet. Eine Erklärung finden die Wissenschaftler nicht für dieses Phänomen.

Der Stein Nr. 66095 geriet für lange Zeit in Vergessenheit, bis der Wissenschaftler Robert Gregor seine Studien aufnimmt. Er ist der Meinung, dass diese Mondgesteinsprobe die Energieprobleme der Menschheit lösen könnte. Er wird bei seinen Versuchen jedoch von seinem Vorgesetzen überrascht, der den Ruhm schließlich für sich haben möchte. Gregor bleibt nichts anderes übrig, als ihn umzubringen.
Er wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Den Anziehungskraftes des Steines lässt ihn jedoch nicht los. Er schaffte es, ihn vor seiner Inhaftierung an einer sicheren Ort zu bringen. Letztendlich plant er mit mehreren Gefangenen, denen er Reichtum versprach, seinen Ausbruch.

Whitney Burke, eine erfahrene Höhlenforscherin, schwor sich einst, nie wieder eine dieser zu betreten. Grund dafür ist ihre Assistentin. Diese kam bei einer gemeinsamen Expedition ums Leben. Whitney musste mitansehen, wie diese qualvoll ertrank. Doch nun planen ihr Mann Tom und ihre Tochter Alexandra (genannt "Cricket") eine Tour. Whitney beschloss jedoch daheim zu bleiben.

Die Höhle, die sie sich ausgesucht haben, ist ausgerechnet jene, in die sich auch Gregor & Co. vorwagen wollen. Sie nehmen dabei Tom und Cricket als Geiseln und führen sie immer tiefer in die Höhle hinein. Whitney weiß, dass ihre Liebsten ohne ihre Hilfe rettungslos verloren sind. Sie muss sich also ihren Ängsten stellen und sie überwinden, wenn sie ihre Familie eines Tages wieder um sich haben möchte...



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Meine Meinung
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Wie gesagt, eigentlich gehört das Buch nicht zu derjenigen Sorte, die ich immer lese. Doch der Klappentext zog mich bereits in seinen Bann. Und selbst in einen unbekannten Autor kann man einmal knapp neun Euro investieren. Denn wie viele neue gute Autoren und Autorinnen habe ich schon auf diese Weise entdeckt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Den größten Teil zog mich das Buch auch in seinen Bann, doch im Nachhinein sollte man vielleicht schon etwas kritischer sein.

An Spannung mangelt es in keinem Fall, das kann man Mark T. Sullivan überhaupt nicht vorwerfen. Eine Hetzjagd veranstaltet er mit dem Leser, lässt ihn in Gedanken durch die dunkle, feuchte Höhle mitwandern und ein Ereignis jagt das nächste. Dabei wird man immer wieder mit Whitneys Phobie konfrontiert, aber auch die Ängste insbesondere von Cricket, ihrer Tochter werden nicht außer Acht gelassen. Die Sicherheit, dass den Leser ein Happy-End erwarten wird, gibt der Autor dabei nicht unbedingt. Dazu gibt es nämlich zu viele unvorgesehene Wendungen, die er in seine Geschichte mit einfließen lässt.

Dennoch irgendetwas fehlt im Nachhinein betrachtet. Vielleicht war auch die Verbindung mit dem Überirdischen, die meine Faszination im Nachhinein abkühlen lässt. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass das Buch wirklich nett zu lesen ist. Einen zu hohen Anspruch stellt es dabei nicht. Aber irgendwie wirkt es auch zu überladen und vieles zu weit hergeholt. Zum einen ist da die Verbindung von dem Mondstein Nr. 66095, der für die Staaten von ungeheurer Wichtigkeit ist und der Höhlenexpedition. Ich kann meine Gefühle vielleicht in richtig in Worte fassen, Fakt ist aber, dass vieles daher zu konstruiert wirkte. Laufend musste der Autor mit neuen Überraschungen aufwarten und man wusste am Ende gar nicht mehr, was man glaube sollte. Einfach viel zu viele Zufälle und irgendwie wurden Tom und Cricket auch als zu heldenhaft dargestellt. Immerhin ist Cricket und relativ jung und soll es schließlich schaffen, sich gegen einen bewaffneten und gewalttätigen Erwachsenen durchzusetzen. Naja, wenn man es mag.

Apropos Ende – dazu ist auch noch etwas zu sagen. Ich finde, dass Mark T. Sullivan die Handlung ein paar Seiten vorher hätte abbrechen sollen. Die Fortsetzung der Handlung im Hause der Burkes passte einfach nicht mehr in das Geschehen hinein. Er wollte vielleicht die Geschichte abrunden, meines Erachtens ist ihm aber bloß das Gegenteil gelungen. Ich bin der Meinung, dass es damit viel zu offen wirkt. Hätte man vorher aufgehört, hätte die Geschichte einen wirklichen Schluss gehabt. Vielleicht möchte er auch eine Fortsetzung bezwecken, was ich mir aber ehrlich gesagt auch nicht unbedingt vorstellen mag. Ich möchte natürlich nicht näher auf die Details eingehen, um eventuell interessierten Lesern die Geschichte nicht vorweg zu nehmen. Deswegen müsst ihr euch leider mit diesen Andeutungen begnügen.

Einzugehen ist auch noch auf die Darstellungen der einzelnen Charaktere. Man könnte denken, dass diese besonders plastisch wirken, da einem genügend Informationen mitgeteilt werden. Darüber hinaus auch ihre Gedanken und Gefühle. Im Mittelpunkt steht neben Robert Gregor dabei natürlich die Höhlenforscherin Whitney Burke. Doch trotz allem Informationsfluss vermochte es Mark T. Sullivan in meinen Augen nicht, die Personen zu Menschen aus Fleisch und Blut zu erwecken. Die Charaktere wirkten recht hölzern und ich konnte nicht wirklich mit ihnen warm werden. Einzig vielleicht ein bisschen mit Cricket, dies aber auch nicht so, wie ich es mir erhofft habe. Das erschwert natürlich trotz der spannenden Story etwas das Lesen, denn auf dieses Element lege ich eigentlich sehr viel Wert.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Buch durchaus Unterhaltung bietet und dabei nicht allzu viel Aufmerksamkeit von dem Leser verlangt. Zu den literarisch herausragenden Werken zählt es jedoch auf keinen Fall. Ich gebe dem Werk einmal drei Sterne und eine bedingte Empfehlung ab



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Das Buch
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„66095“ erschien in Deutschland erstmals im Oktober 2004 bei Fischer. Das Buch umfasst 441 Seiten und ist unter der ISBN 3-596-66095-5 für 8,90 Euro im Handel erhältlich.

Unter dem Originaltitel "Labyrinth" erschien das Werk im August 2002 bei Atria Books. Scribner in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde das Ganze von Sonja Schuhmacher und Rita Seuß.



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Der Autor
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Mark T. Sullivan wurde in Framingham (Nähe Boston) geboren. Er studierte ab 1982 Journalismus an der Northwestern University. Anschließend war er mehrere Jahre als Journalist tätig, bevor er sich als freier Schriftsteller versuchte.
(Quelle: www.krimi-couch.de)



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Mehr von Mark T. Sullivan
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1. Die Jägerin
2. Geistertanz
4. 66095



(copyright by Laura Thoma, Januar 2005)
...
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Revan24

Wenn die Erde einen verschluckt....

ein Testbericht von 2010-01-15 21:43:37 vom 15.01.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Bedrückendes Szenario, klasse Stimmung, sehr spannende Geschichte...
Nachteile/Kritik: Nichts für schwache Nerven und Menschen die unter Klaustrophobie leiden...
...dann bekommen viele Menschen Panik. Und genau so ein Gefühl kommt in diesem Buch auf. Der Auto versteht es, eine beklemmende und furchteinflößende Atmosphäre und Stimmung zu verbreiten, so dass man selbst zu Hause auf dem Sofa eine Art "klaustrophobisches" Gefühl bekommt und erstmal die Fenster / Balkontüren aufmacht.

Die Geschichte an sich ist auch nett und spannend erzählt und wird in keiner Weise langweilig, da man schon wissen möchte wie es weitergeht.

Worum geht es eigentlich?

Ein NASA-Astronaut findet auf dem Mond ein Gestein welches die Energieprobleme auf der Erde ein für allemal lösen könnte. Doch dieses Gestein ist leider gefährlich und birgt im NASA-Astronauten schon selbst das 1. Opfer, wie sich nach einer Autopsie heraustellt und mit der Zeit gerät dieses Mondgestein in Vergessenheit.

32 Jahre später kommt ein junger Wissenschaftler wieder auf die Spur dieses Gesteins und erlangt die gleichen Erkenntnisse darüber, wie wertvoll dieses Gestein ist und um seine Chance auf den Nobelpreis nicht in Gefahr zu bringen, wird er zum Mörder und kommt dafür in das Gefängnis. Doch mit Hilfe anderer Insassen schafft er es zu fliehen und macht sich auf die Suche nach diesem Gestein.

In einer Höhle wird er fündig, trifft dort jedoch auf eine NASA-Trainingsgruppe welche sich für eine neue Mondmission "unter Tage" vorbereiten will. Natürlich endet dieses Unternehmen in einem Desaster, in welches es um Leben und Tod geht. Als dann die Höhle droht von riesigen Wassermassen überflutet zu werden, bricht Panik und Chaos aus. Einzig und allein eine ehemalige Höhlen-Expeditionsführerin könnte die rettende Hilfe sein, doch diese kämpft mit ihrer eigenen Vergangenheit mit Höhlen-Erlebnissen....

Es passiert also einiges in dieser Geschichte, man kann eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Buch mit einem guten Gewissen weglagen, so spannend ist es inszeniert. Selten war so eine "Stimmung" zum "anfassen" und man leidet förmlich mit der Expeditionsleiterin mit und spätestens wenn die Wassermassen in Szene treten, hat man fast selber den Eindruck unter Stress und Druck zu stehen irgendwohin fliehen zu müssen.
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Kommentare
raZuuL
raZuuL, 18.01.2010
Guter Bericht, ließ sich flüssig lesen! Weiter so! MFG
cleo1
cleo1, 15.01.2010
Schöner Bericht. Lese immer gern gegen. LG cleo1
morla
morla, 16.01.2010
wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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Hindenbook

Mondstein grillt Forscherhirne: ein Brühwürfel-Bestseller

ein Testbericht von 2004-12-16 23:23:21 vom 16.12.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Rasanter Routine-Thriller in reizvoller Kulisse ......
Nachteile/Kritik: ... der auf Dauer seine Leser für allzu dumm verkauft.
Kurzkritik für Ungeduldige

Ein Expeditionsteam muss unter Tage vor steigendem Wasser und mord(s)lustigen Schwerkriminellen flüchten und dabei zum Wohle der (amerikanischen) Menschheit einen Wunderstein aus dem Weltall in Sicherheit bringen. Die wilde Hatz fordert jede Menge Opfer und zieht sich unter dem Einsatz der zur Kulisse passenden Klischees meist spannend aber anspruchslos in die Länge: „66095" ist ein literarischer Klon jener Wissenschafts-Thriller, die im Gefolge von Crichton, Preston/Child & Co. derzeit die Bestsellerlisten belagern.

Inhalt

Während einer der letzten Mondlandungen (und daher von der Öffentlichkeit unbemerkt) wurde er 1972 gefunden: der seltsame Steinbrocken, dem sein Entdecker die Probennummer „66095" gab. Mysteriöse Strahlen sendet er aus, wenn man ihn unvorsichtig mit Energie „füttert". Für Menschenhirne sind sie nicht bekömmlich, da sie Depressionen und Mordlust fördern. Leider bleibt dies auf Erden unbemerkt, so dass 66095 für Jahrzehnte in einem Laborarchiv versauert. Dann experimentiert der allzu neugierige Forschungsassistent Robert Gregor damit herum, bis er gollumartig dem fatalen Zauber des Steins erliegt, diesen stiehlt und zum mondsüchtig verrückten Mörder mutiert.

Szenenwechsel: Im Jahre 2007 planen die USA ihre Rückkehr auf den Mond. Dort werden supraleitende Erze vermutet, mit deren Hilfe man Alternativen der Energiegewinnung zu realisieren gedenkt, nachdem sich auf Erden die lästigen Burnusträger nicht von ihren Ölquellen vertreiben ließen. Als ideales Training für angehende Luna-Bergleute empfiehlt die NASA aus logisch recht unerfindlichen, für die Dramaturgie dieses Buch jedoch unverzichtbaren Gründen einen unterirdischen Marsch durch die Labyrinth-Höhlen im US- Staat Kentucky.

Mit vielen hundert Kilometern Länge ist dies eines der größten Höhlensysteme der Welt. Der Forscher Tom Burke, ein eisenharter Grottenfex, fühlt sich hier wie zu Hause. Auch sein hübsches Töchterlein Alexandra – „Cricket" gerufen - kraxelt schon tüchtig mit. Das Familienglück wäre perfekt, gäbe es da nicht die vom Schicksal gebeutelte Mutter Whitney. Einst schwang sie sich ebenfalls von Stalagmit zu Stalaktit, aber seit ihr bei einer Höhlentour vor einem Jahr die Assistentin in einem Wasserloch versank, windet sie sich in Albträumen und Seelenqualen.

Jetzt soll der kernige Tom besagte Astronautenanwärter durch das Labyrinth führen und will sogar Cricket mitnehmen! Da hängt der Familiensegen gewaltig schief. Hätten Vater & Tochter bloß auf die von düsteren Vorahnungen geplagte Mutter gehört! Denn prompt beginnt es fürchterlich zu regnen, die Höhlen füllen sich mit Wasser. Außerdem schleicht eine Horde entflohener Schwerstverbrecher – unter ihnen unser Mondsteinanbeter, der den Brocken seines Herzens (natürlich) ausgerechnet im Labyrinth versteckt hat – hinter der Expedition her, die sich schließlich derartig in einer Sackgasse verheddert, dass Rettung nur noch eine Ehefrau & Mutter mit dem Herzen einer Löwin bringen kann. Aber leidet Whitney nicht unter ihrer schlimmen Phobie? Und ob, aber wie durch ein Wunder … und dann in der Dunkelheit … Kampf gegen Kälte, Sturzbäche, Steinschlag & geile Strolche … als schließlich der irre Mörder …

Handlung

Wie kommt man möglichst rasch von der Oberfläche des Mondes in den Schlund einer irdischen Riesenhöhle? Unter großzügiger Umgehend jeglicher Logik - das sollte zumindest für den Fan des aktuellen Hollywood-Katastrophenthrillers à la „The Day after Tomorrow" oder „Sky Captain & the World of Tomorrow" eine einfach zu beantwortende Frage sein. Diese Parallelen werden hier nicht grundlos gezogen, bietet sich „66095" als Vorlage für einen Film geradezu schamlos an. Jedes Kapitel zerfällt bereits in einzelne kurze Sequenzen, spannungsförderliche Szenensprünge sind ebenfalls berücksichtigt. Auch die Darsteller wurden streng nach Blockbuster-Proporz besetzt, aber dazu weiter unten Näheres.

Wissenschafts-Thriller – nicht ganz Krimi, Science Fiction oder Horror, sondern irgendwie dazwischen schwebend – sind „in"; vermischt wird das möglichst laborferne Getümmel gern mit Rätseln aus ferner Vergangenheit. Sind es nicht von übelboldigen Päpsten irgendwo im Vatikan versteckte Zusatz-Evangelien, dann sicherlich Hinterlassenschaften versunkener Uralt-Zivilisationen oder Artefakte missionswilliger Außerirdischer, denen mit Hightech und Lara-Croft-Sprüngen über Stock und Stein nachgejagt wird.

An die bewährten Bestandteile dieser Rezeptur hält sich Autor Mark T. Sullivan mit sklavisch anmutender Gefolgschaftstreue. Er will offenkundig den Erfolg – beim „normalen" Publikum und beim Testleser für potenzielle Drehbücher. Um dies zu erreichen, ist ihm kein Trick zu billig, d. h. kein Klischee zu ausgelaugt. Wir brauchen einen schmissigen Einstieg als Vorspann vor den Titeln? Bitte sehr, lassen wir Brummstein 66095 eben auf dem Mond finden, obwohl der im weiteren Verlauf der Handlung (oder überhaupt) nicht die geringste Rolle spielt!

Ansonsten lasse man sich als Leser/in besser in den Bann der Höhlenwelt ziehen, die Sullivan durchaus eindrucksvoll in Szene setzt. Dann ist es womöglich nicht ganz so störend, dass es hier im nassen Dunkel primär kreuz & quer und dann quer & kreuz geht. Gut und Böse jagen einander um die Tropfsteine, durch Schlupflöcher und Winkel, während ihnen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steigt. Aus dieser einfachen, erprobten (und ausgelutschten …) Konstellation entwickelt der Verfasser sein turbulentes Garn – und mehr ist es nicht. Weil Sullivan – ganz anders als „Kollegen" wie James Rollins, Matthew Reilly oder andere Buchladen-Ärgernisse - wenigstens sein Handwerk als Unterhaltungsautor versteht, nimmt man ihm seinen Schreibdienst nach Vorschrift erst in der Figurenzeichnung wirklich übel.

Personen

Denn hier kommt's knüppeldick – für die Protagonisten, aber auch für die Leser. Dabei sollte Pappkameraden in einer so feuchten Umgebung wie dem Höhlenlabyrinth eigentlich keine lange Lebensdauer beschieden sein … Leider scheint Autor Sullivan das mineralreiche Wasser zu nutzen, um damit seine Instant-Figuren aufzubrühen.

Zwar ist ein Thriller des Kalibers „66095" vor allem oder sogar ausschließlich der reinen Unterhaltung geschuldet. Ein wenig zu einfach macht sich Sullivan seinen Job aber doch. Da ist kaum ein Klischee, das er nicht irgendwann aufgreift. Wie mit der stumpfen Axt aus einem Holzkloben gehauen stehen die Protagonisten vor uns: die taffe, aber in den dramatischen Momenten schwache, natürlich schöne Frau und gute Mutter, die sich selbstverständlich zum Wohle ihrer Lieben exakt dem stellen muss, das sie am meisten fürchtet (Whitney Burke); die verfolgte Unschuld, jugendlich frisch und ungestüm, belauert von geilen Ganoven (Cricket); der überforderte, aber gutwillige und langmütige Geliebte und Vater, an dessen starke Brust sich Gattin und Tochter zuverlässig flüchten können (Tom Burke).

Dann gibt es als offiziellen Repräsentanten des Gesetzes den US-Marshall Damian Finnerty - auch so ein eindimensionaler Gutmensch, der gegen beschränkte Vorgesetzte, eiskalte Polit-Bürokraten, neidische Strolchfänger-Konkurrenz aus den eigenen Reihen und seine eingeschränkte Spermienzahl kämpfen muss. Für eine Weile gesellt sich sogar eine indianische Polizeifrau dazu. (Natürlich gibt es in einer größeren Nebenrolle auch einen dunkelhäutigen Mitspieler - Mr. Sullivan hat an alles gedacht ...)

Auf der anderen Seite stehen der übergeschnappte, brutale, hässliche Finsterling (Gregor) und seine vertierten Kumpane, die sich schier zerreißen, um das gesamte Ausmaß ihrer Tücke offenbar werden zu lassen. So stark übertreibt es Sullivan damit, dass sich der Kenner der jüngeren Filmgeschichte fragt, ob schon wieder ein „Con Air"-Flugzeug mit auf „böse" geschminkten Vorzeige-Schurken abgestürzt ist …

Sullivan weicht niemals ein Jota von diesen Standardcharakterisierungen ab. Die Lektüre ermöglicht es, selbst im Halbschlaf der Handlung zu folgen. Das ist ein bisschen wenig selbst für „leichte" Literatur. Wer es freilich vorzieht sich beim Lesen nicht anzustrengen (z. B. durch Vorstellen oder Nachdenken), der wird sich gut aufgehoben fühlen bei diesem Werk!

Autor

Mark T. Sullivan wurde in Framingham, einer Kleinstadt unweit von Boston im neuenglischen US-Staat Massachusetts geboren. Er schloss das College 1980 ab und arbeitete anschließend für das Friedenscorps in Nordafrika. 1982 kehrte er in die USA zurück und studierte Journalismus an der Northwestern University. Ab 1983 war Sullivan als Reporter für diverse Zeitungen und Nachrichtendienste tätig, Ab 1986 schrieb er eine Reihe Aufsehen erregender Enthüllungsreportagen. Zweimal wurde er für den Pulitzer- Preis nominiert.

In seiner Freizeit versuchte sich Sullivan wie so viele Journalisten als Schriftsteller. Nach einer Reihe veröffentlichter Kurzgeschichten ließ er sich 1990 beurlauben und reiste durch Utah und Wyoming, wo er sich in die dortige Extremski-Sportlerszene mischte. Daraus resultierte der Hintergründe für sein Debütwerk „The Fall Line" (1994).

Inzwischen hatte Sullivan seinen Journalistenjob gekündigt und war freier Schriftsteller geworden und mit seiner Familie nach Vermont gezogen. Hier und ab 1999 in Montana entstanden weitere Thriller, die Sullivan als Unterhaltungsautor mit einem literarischen Ehrgeiz zeigen, der mehr verspricht als er letztlich zu realisieren vermag: Akribisch recherchiert erzählt er rasante, aber durchschnittlich geplottete Abenteuergarne mit hohem Wiedererkennungscharakter. Er reichert sie mit breit ausgewalzten, bierernst dargebotenen „human touch"-Problemchen an, die den Leser eher grinsen oder stöhnen lassen, weil sie tatsächlich nur Seifenoperformat aufweisen. Seinem Erfolg tut das freilich (oder selbstverständlich?) keinen Abbruch.

(Ohne die kritischen Schlussworte Ihres Rezensenten gibt es diese und weitere Details aus dem Leben des Mark T. Sullivan auf dessen Website in Erfahrung zu bringen: http://www.marktsullivan.com)

Impressum

Orig inalausgabe: Labyrinth (New York : Pocket Books, a division of Simon & Schuster, Inc. 2002)
Deutsche Erstausgabe: Oktober 2004 (Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 66095)
Übersetzung: Sonja Schuhmacher u. Rita Seuß
441 S.
EUR 8,90
ISBN 3-596-66095-5


(Copyright 16.12.2004/Dr. Michael Drewniok)
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Kommentare
Greifenklaue
Greifenklaue, 17.12.2004
guter Bericht, macht aber leider nicht Lust auf mehr...
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