ein Testbericht von Ikarus182003-06-27 23:48:50vom 27.06.2003Empfehlung: ja
Vorteile: günstig, sehr gute Story, ein ernster Jim Carrey
...Nachteile/Kritik: -
Ab und an streife ich durch die örtliche Videothek, um Ausschau nach ausgemusterten DVDs zu halten. Meistens habe ich auch Glück und kann mir eine fast neue DVD für ein Drittel des Neupreises kaufen. So fiel mir auch "The Majestic" in die Hände.
Jim Carrey spielt den Drehbuchautor aus Hollywood Peter Appleton, der gerade mit seinem ersten großen Film Debut feiert: "Wüstenpiraten der Sahara". Wir befinden uns in der Zeit des Kalten Krieges und der Kommunistenverfolgung in den USA. Peter war während seines Studiums bei einer kummunistischen Veranstaltung um seiner damaligen Freundin zu imponieren. Da er sich dort in die Anwesenheitsliste eingetragen hatte, wird er nun mit dem "Feind" in Verbindung gebracht.
Appleton wird gefeuert. Er muss weg, einfach weg. Er beschleißt erstmal eine Spazierfahrt zu machen, von der er aber nie zurück kommt. Auf einer Holzbrücke will er einem Tier ausweichen und durchbricht darauf hin das Geländer der Brücke und stürzt mit seinem Wagen in den Fluss. Er kann sich zwar aus dem Auto befreien, schlägt dann aber mit dem Kopf gegen einen Brückenpfeiler und verliert das Bewusstsein.
Er wacht an einem Strand wieder auf, kann sich aber an nichts mehr erinnern, er weiß nicht mal wie er heißt und wo er her kommt. Der Mann der ihn gefunden hat, bringt ihn in seine Kleinstadt. Dort angekommen trauen die Einwohner ihren Augen kaum. Sie halten Peter für den seit Jahren vermissten Soldaten Luke.
Appleton der sich an nichts erinnern kann, nimmt ohne es zu wissen den Platz von Luke ein. Lukes schöne Freundin Adele (Laurie Holden) macht es ihm noch leichter mit seiner neuen "Identität" zu leben. Doch wie wir alle wissen haben Lügen kurze Beine...
Auf Verleih-DVDs sind normalerweise nicht viele oder gar keine Extras enthalten. Bei dieser DVD sind zum Glück Extras dabei:
-Die komplette Szene aus dem Film im Film "Wüstenpiraten der Sahara"
-Zusätzliche Szenen
-Interaktive Menüs
-Szenenwahl
-Trailer
Die Interaktiven Menüs, die Szenenwahl und den Trailer zu "the Majestic" lasse ich mal aussen vor, weil sie zum Standart jeder DVD gehören und damit keine Extras sind.
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Wüstenpirat en der Sahara:
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Dieser Filmausschnitt taucht im Film immer wieder auf und ist auch dafür verantwortlich, dass Peter sich wieder an alles erinnert. Der Ausschnitt ist natürlich in schwarz-weiß, weil es damals nur schwarz- weiß gab. Ist doch ganz einfach. In diesem Filmausschnitt sieht man die Finale Kampfszene, Gut gegen Böse.
Der Filmaussschnitt ist zwar auf Englisch, aber man kann es sehr gut verstehen, weil die beide Kämpfer mit Akzent sprechen. Zur Unterstützung kann man natürlich auch den deutschen Untertitel an schalten, um wirklich alles zu verstehen. Ich finde es gut, dass sie diese Szene mit auf die DVD gepackt haben, weil man so die volle Szene sehen kann, ohne dass irgendjemand dazwischen labert.
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Zusätzlic he Szenen:
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Bei diesen Szenen hadelt es sich um entfallene Szene aus dem Film. Man kann sie leider nicht über ein Menü einzeln anwählen, sondern man muss sich alle Teile hintereinanderweg anschauen. Vor jeder Szene erscheint auf dem Bildschirm ein kurzer Titel der Szene und woher sie stammt. Die gelöschten Parts sind natürlich alle auf Englisch und sollten um am besten
verstanden zu werden, mit deutschen Untertitel angeschaut werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schauspieler einige Worte verschlucken und es so ziemlich schwierig für einen nicht-Engländer/Amerikaner ist alles zu verstehen.
Die gelöschten Szenen haben mir sehr gut gefallen, weil sie manche Szenen und damit den Inhalt des Filmes ausführlicher darstellen. So erfährt man zum Beispiel nur in den gelöschten Szenen, dass Peters Freundin mit ihm schluss gemacht hat oder in einer anderen Szene sieht man, wie es Adele ans Herz geht, als sie von ihrem Vater erfährt, dass Luke wieder da ist.
Alles in allem haben mir die Extras sehr gut gefallen und ich kann jedem empfehlen, sie sich NACH dem Film einmal anzusehen.
Wie schon gesagt habe ich mir die DVD in einer Videothek gekauft. Sie wurde als "gebraucht" verkauft, aber als ich mir die DVD von unten angesehen habe, konnte ich zu meiner Freude keine Kratzer entdecken. Damit waren die super günstigen 9€, die ich für den Film bezahlen musste, bestens angelegt. Im hintergedanken hatte ich immer, dass ich die DVD bei ebay mit mindestens 50% Gewinn wieder verkaufen kann, falls sie mir nicht gefällt. Da mir der Film aber gefallen hat, gehört dieser tolle Film nun mit zu meiner DVD Sammlung.
Jim Carrey finde ich schon seit seinem Durchbruch in Ace Ventura einfach spitze. Was der für Grimassen schneiden kann, WOW. Ich dachte mir also, okay wenn Carrey dabei ist, wirds bestimmt auch lustig. Da lag ich aber falsch, denn Carrey spielt eine sehr ernste Rolle, die er, wie ich finde, sehr gut und überzeugen rüber bringt. Ich war also nicht entäuscht sondern sehr positiv überrascht, dass Jim auch ernste Rollen sehr gut spielen kann.
Von den anderen, eher unbekannten Schauspielern war ich auch sehr begeistert, weil sie ihre Sache sehr gut machen und damit den Film zu einem Meisterwerk vollenden. Musikalische Elemente dürfen natürlich auch nicht fehlen und so sieht man Jim Carrey, wie er Klavier spielend sich dem Jazz hin gibt, einfach schön.
Ich bin zwar bei dem Film fast eingeschlafen und musste ihn am nächsten Tag weiter gucken, aber das hat bei mir gar nichts zu bedeuten und vorallem nicht, dass der Film langweilig ist. Es war schon 22.00 Uhr als ich den Film begonnen habe zu gucken und mit seinen 146 min gehört er auch nicht zu den kürzsten Filmen. Wenn ich gemütlich liege und es schon nach 23.00 Uhr ist, neige ich immer, egal bei welchem Film, dazu einzuschlafen.
Die Story des Filmes hat mir sehr gut gefallen. Besonders erfreulich war, dass sie zu keiner Zeit durchschaubar war. Es war natürlich von vornherein klar, das Peter sein Gedächtniss wieder bekommt und es damit zu einem Konflikt kommt, aber das "wie" und "wann" und das "danach", waren mir die ganze Zeit ein Rätsel und haben mich an den Film gefesselt. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen, aber ich möchte hier nicht zu viel verraten.
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Kurz gesagt:
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Wenn ihr zufällig günstig an die DVD kommt, kann ich sie euch nur empfehlen. Ich gebe dem Film sowie der DVD eine glatte 1, weil der Film tolle Schauspieler und eine sehr gute Story hat.
Vielen Dank für´s Lesen und Kommentieren.
LG Ikarus.
PS: diesen Bericht habe ich auch bei Ciao veröffentlicht
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ein Testbericht von Realjackass2006-05-06 09:36:03vom 06.05.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Jim Carrey & Martin Landau, viel Emotion und Tiefgang, unterhaltsam, wenn man bereit ist, sich auf den Film einzulassen...Nachteile/Kritik: Ab und an etwas kitschig
Für gewisse Schauspieler ist man gerne dazu bereit, stets ein wachsames Auge auf deren neueste Filme zu werfen. Ein Akteur, der bei mir dieses Privileg genießt, ist Jim Carrey. Obwohl ich nun schon einige meiner Leser leise Aufstöhnen höre, sehe ich keinen Grund, deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben, da ich den begnadeten Komödianten schon von kleinauf sehr gerne sehe. "The Majestic" aus dem Jahre 2001 ist komischerweise bislang immer völlig an mir vorübergezogen, so dass ich erst vor kurzem von der Existenz dieses Films in Kenntnis gesetzt wurde. Um so schneller war die DVD dann gekauft, und zu meiner Freude kann ich nun berichten, dass "The Majestic" definitiv zu den anspruchsvolleren Filmen Carrey's gehört, auf den durchaus auch mal dessen Hasser einen Blick werfen können. Mehr dazu aber im eigentlichen Bericht, kommen wir nun zuerst zur
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+STORY+
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1951: Peter Appleton (Jim Carrey) ist ein Drehbuchschreiber aus Hollywood, dessen Leben sehr gut verläuft. Sein erstes Drehbuch wurde kürzlich erst verfilmt, für das Zweite laufen schon die ersten Vorbereitungen. Da gerät Peter allerdings ins Visier des FBI, die im Zuge der McCarthy-Kommunistenjagd gegen ihn ermitteln, da Peter in seiner Jugend an kommunistischen Vereinigungen teilgenommen haben soll. Ehe er es sich versieht, steht Peter auf den gefürchteten schwarzen Listen und verliert so natürlich auch seinen Job. Gerade als Peter meint, den Tiefpunkt seines Lebens erreicht zu haben, kommt es zu einem tragischen Zwischenfall: In einer regnerischen Nacht verliert Peter die Kontrolle über seinen Wagen und stürzt in einen reissenden Fluss. Durch die schweren Erschütterungen erleidet er einen Gedächtnisverlust und wird wenig später an den Ufern des kleinen Örtchens Lawson angespült.
Ohne jedwede Erinnerung wird der vom FBI gesuchte Mann von den Bewohnern der Stadt mehr als freundlich aufgenommen. Die Freundlichkeit der Bürger Lawson's hat einen bestimmten Grund, da sie meinen, in Peter den seit mehr als neun Jahren vermissten Kriegshelden Luke Trimble wiederkannt zu haben. Als dessen Vater Harry Trimble (Martin Landau) Peter begegnet, ist er ebenfalls felsenfest davon überzeugt, dass er niemand anders als sein Sohn sei. Die Ganze Stadt ist in heller Aufruhr und feiert die Rückkehr "Luke's" gebührend. Durch seinen Gedächtnisverlust beginnt Peter sogar selbst zu glauben, dieser Luke zu sein und lebt so dessen Leben weiter. Peter/Luke zieht in Harry's Wohnung über einem alten Kino, dem Majestic ein und lernt Adele Stanton (Laurie Holden) kennen, die einstige Verlobte Luke's. So geht das Leben seinen Gang: Nicht nur, dass Peter und Adele einander mit der Zeit näher kommen, auch das Majestic wird mit vereinten Kräften wieder renoviert und in Betrieb genommen. Das Leben in Lawson ist die reinste Idylle für Peter, bis plötzlich das FBI auftaucht und zudem seine Erinnerung wiederkehrt..
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+DATEN ZUM FILM+
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Originaltitel: The Majestic
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Laufzeit: ca.146 Min.
Freigabe: FSK 6
Indiziert: Nein
Regie: Frank Darabont
Buch: Michael Sloane
Produzent: Frank Darabont
Kamera: David Tattersall
Schnitt: Jim Page
Originalmusik: Mark Isham, Erich Wolfgang Korngold
Casting: Deborah Aquila
Darsteller:
Jim Carrey.....Peter Appleton
Martin Landau.....Harry Trimble
Laurie Holden.....Adele Stanton
Allen Garfield.....Leo Kubelsky
Jeffrey DeMunn.....Ernie Cole
David Ogden Stiers.....Dr. Stanton
Ron Rifkin.....Kevin Bannerman
Bob Balaban.....Elvin Clyde
uvm.
Die Deutsche DVD des Films von Warner Home Video präsentiert sich leider als Snapper, ist aber
ansonsten voll und ganz zu empfehlen, zumal man die Scheibe vielerorts bereits für unter 5 € nachgeschmissen bekommt. An Bild und Tonqualität gibt es nichts zu meckern, wohl aber an den Extras, da ein Making Of eventuell sehr interessant gewesen wäre. Als Erstatz kann man dafür aber auf zusätzliche Szenen, den Trailer und die komplette Szene aus dem Film "Wüstenpiraten der Sahara" zurückgreifen, dem im Hauptfilm selbst auch eine tragende Rolle zuteil wird.
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+KRITIK+
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Es steht außer Frage, dass die meisten Leute bei dem Namen Jim Carrey an einen dauergrinsenden, überdrehten, grimassenschneidenden Kasper denken. Auch wenn dies durch zahlreiche seiner Filme durchaus einen gewissen Grad an Berechtigung hat, sollte man sich zumindest mal die Mühe machen, auch die ruhigeren Streifen Carrey's zu sichten, bevor man sich voll und ganz auf dieser Behauptung verankert. Mit "Die Truman Show", "Vergiss mein nicht!" und eben "The Majestic" hat Carrey mittlerweile fast schon einen festen Fuß im Genre des Dramas gefasst. Während "Die Truman Show" damals eine sarkastische, zugleich aber auch ergreifende Mediensatire, und "Vergiss mein nicht!" ein überaus trauriges Liebesdrama war, kommt "The Majestic" als eine über weite Strecken hinweg sehr unterhaltsame Gut-Mensch-Fabel daher, die nicht nur mit Versatzstücken des Dramas hantiert, sondern auch ein außerordentlich positives Gefühl beim Zuschauer hinterlässt.
Mit etwa 146 Minuten erscheint die Laufzeit auf den ersten Blick etwas lang, doch diese Annahme trügt, denn Frank Darabont, der bereits mit "Die Verurteilten" und "The Green Mile" zwei hervorragende, tiefgründige Filme schuf, gelingt es wunderbar, das Interesse des Zuschauers an "The Majestic" stets aufrecht zu erhalten. Alles beginnt mit einem aufschlussreichen Einblick in das Leben Peter Appleton's, der sich und seinen Alltag zuerst selbst vorstellt, bis er dann die Erzählung in die Hand der Bilder legt. Der Einstand hat mir hier bereits sehr gefallen. Da die Handlung ins Amerika der 50er verlegt wurde, sieht alles dementsprechend aus, und macht auf eine hübsche Art und Weise einen alten Eindruck. Auch Hollywood wurde gut eingefangen und vermittelt diese typische Atmosphäre irgendwo zwischen Glamour und Urlaubsfeeling. Inmitten all dessen lebt ein zufriedener Peter Appleton, mit dem es das Leben scheinbar gut gemeint hat. Gerade erst läuft der Film "Wüstenpiraten der Sahara" im Kino an, für den er das Drehbuch geschrieben hat, und die Verhandlungen für sein nächstes Script "Ashes to Ashes" laufen bereits auf Hochtouren. Da schlägt das Schicksal allerdings gnadenlos zu: Peter wird vorgeworfen, als Jugendlicher kommunistische Versammlungen aufgesucht zu haben. Wer allerdings nun auf eine Abrechung mit der McCarthy-Ära hofftt, derer damals viele Drehbuchschreiber zum Opfer fielen, setzt auf den falschen Film, da sich "The Majestic" nur am Rande an dieser Thematik festhält und dies quasi als Leitfaden für die noch folgenden Ereignisse benutzt.
Damit, was nämlich noch passieren soll, würde man, wenn man die Inhaltsangabe nicht kennt, niemals im Leben rechnen, da hier fast schon ein kompletter Handlungsumbruch vollzogen wird. Mit dem Sturz von einer Brücke und einem daraus resultierenden Gedächtnisverlust, endet auch der eben umschriebene Part des Films vorerst vollständig und führt uns in die Geschichte des kleinen Städtchens Lawson ein. Deren Einwohner haben in den letzten beiden Weltkriegen viele ihrer Söhne verloren und meinen nun, in Peter den Kriegshelden Luke Trimble wieder zu erkennen, der einst im Zweiten Weltkrieg spurlos verschwand, nachdem er vieler seiner Kameraden das Leben rettete und dafür mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde. Außnahmslos jeder in Lawson hält Peter nun für Luke, selbst für dessen Vater Harry Trimble gibt es keinen Zweifel, dass nach vielen Jahren der Ungewissheit endlich sein Sohn wieder vor ihm steht.
Frank Darabont lässt sich von nun an sehr viel Zeit, die verschiedenen Charaktere einzuführen, was ihm hoch anzurechnen ist, da die Geschichte so sehr viel symphatischer daherkommt und man das Gefühl entwickelt, jeden der Einwohner Lawson's persönlich zu kennen. Durch seinen schweren Unfall ist Peter selbst davon überzeugt, Luke zu sein, der ihm tatsächlich bis aufs Haar gleicht und lebt sich so in dessen ehemaliges Leben ein. Mehr und mehr vertieft er sich in das geruhsame Kleinstadtleben, kommt so Adele Stanton näher, und hilft zudem Harry bei der Renovierung des Majestic. Dieser Aspekt spielt eine tragende Rolle im Film, da man darin auch die sich langsam aufbauende Freundschaft zwischen Peter und Harry wiedererkennen könnte. Als das Kino nach mühsamer Arbeit wieder in all seinem Glanz erstrahlt, hat sich auch zwischen den beiden Männern eine tiefe Freunschaft, wenn nicht sogar eine Vater-Sohn Beziehung entwickelt. Dass jedoch ist der Zeitpunkt, als Peter's Erinnerung zurückkehrt und sein neues Leben in Harmonie mit den Fehlern seiner Vergangenheit konfrontiert werden.
An der Aufmachung dieser fast schon märchenhaften Erzählung, deren Kernpunkte Freundschaft und Vertrauen ist, gibt es absolut nichts zu meckern. Frank Darabont hat einen nicht zu leugnenden Sinn für Ästhetik und lässt so des öfteren wunderschöne, prachtvolle Bilder einfließen, erzählt seine Geschichte ruhig und ohne die für Hollywood typische Hektik. Das ist auch der Grund, wieso "The Majestic" nicht für jeden geeignet ist. Man muss sich Zeit nehmen und den Streifen auf sich wirken lassen, andernfalls kann er nicht ankommen und wird schlimmstenfalls als langweilig aufgefasst.
Es gibt allgemein nicht viel zu kritisieren an diesem Film, da alles zusammen ein in sich geschlossenes, harmonierendes Gesamtwerk ergibt, von dem man mit Sicherheit ein überaus glückliches Gefühl mitnehmen wird. Einzig und allein als störend könnten hin und wieder die Anflüge von überflüssigem Kitsch empfunden werden, die man leider nicht leugnen kann, und die vor allem gegen Ende sehr ausgeprägt sind.
Die Schauspieler haben mir ausnahmslos absolut zugesagt und wussten zu überzeugen. Jim Carrey, an den ich leider nicht unbeeinflusst herangehen kann, da eine bestimmte Symphatie für ihn immer vorhanden ist, zeigt sich von einer ungewohnten Seite und verzichtet beinahe komplett auf die Stilmittel, die ihn als Komiker derart berühmt gemacht haben. Ich kann mich an keine einzige Grimasse erinnern und muss wohl auch sonstige Blödeleien vergessen haben, sollten diese vorhanden gewesen sein. Soll heißen, dass auch die mal einen oder mehrere Blicke riskieren dürfen, die sonst eine abgrundtiefe Abneigung gegen Carrey verspüren.
Als Harry Trimble ist ein herrlich gefühlvoll agierender Martin Landau zu sehen, der seiner Darstellung genau den richtigen Grad an Tiefgang und Emotionen verleiht, um einen Vater, der seinen Sohn nach mehr als neun Jahren wieder sieht, glaubhaft rüberzubringen.
++++++
+FAZIT+
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Etwas Kitsch hin oder her, "The Majestic" ist alles in allem ein hervorragender Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Jim Carrey zeigt sich von seiner eher ungewohnten Seite und liefert somit auch seinen Hassern einen driftigen Grund, sich einen großen Schritt auf diesen Streifen hinzu zu bewegen. So lange man sich von einer 146 minütigen Laufzeit nämlich nicht abgeschreckt fühlt, und auch gegen etwas Anspruch und Emotionen nichts einzuwenden hat, ist "The Majestic" ein Film, mit dem man auf der richtigen Seite ist. Zwar geht Darabont etwas oberflächlich mit der McCarthy-Thematik um, doch dies sollte angesichts des restlichen Gesamtwerks nicht als Negativpunkt betrachtet werden. Als Meisterwerk möchte ich "The Majestic" zwar nicht bezeichnen, doch für einen geruhsamen Abend mit viel Gefühl reicht es allemal. Die intelligent erzählte Geschichte hebt garantiert jede noch so angeschlagene Stimmung und wird sicherlich von niemandem mehr so schnell vergessen werden.
Ich vergebe sehr gute 8 von 10 Punkten und eine Empfehlung.
ein Testbericht von Marc122004-01-27 17:43:01vom 27.01.2004Empfehlung: nein
- - - Z u m F i l m - - -
Peter Appleton hat es in Hollywood der 50er Jahre geschafft. Er ist auf dem Weg an die Spitze der Drehbuchautoren. Der erste Film mit seinem Namen auf den Plakat läuft gerade in den Kinos, als die amerikanischen Kommunistenjäger auf ihn aufmerksam werden. Die Vorwürfe sind absolut grundlos, da Peter völlig unpolitisch eingestellt ist. Dennoch verliert er alles – seine Freundin, seine Job und seine Zukunft. Peter stillt seine Wut im Alkohol, steigt ins Auto und verunglückt. Am
nächsten Morgen wacht er wieder auf und findet sich nahe dem Provinznest Lawson wieder. Seine Erinnerungen sind völlig weg. Er kann sich an nichts erinnern, nicht mal an seinen Namen. In Lawson lernt er Harry Trimble kennen. Er meint, daß Peter sein Sohn Luke ist, der im Krieg verschollen ist. Peter akzeptiert diese Aussage und fügt sich langsam in seine neue Rolle ein. Als Luke erobert Pete schnell die Herzen der Kleinstadtbewohner. Auch Lukes Jugendliebe Adele beginnt langsam eine Beziehung mit ihm. Mit seinem neuen Vater eröffnet er das heruntergekommene Kino „The Majestic“ wieder. Doch seine Vergangenheit als Pete hohle ihn wieder ein. Die Kommunistenjäger finden ihn und ziehen ihn vor Gericht. Wie wird die Kleinstadt auf seine vermeindliche Lüge reagieren und vor allem wie wird sich Adele verhalten.
- - - D a r s t e l l e r - - -
Jim Carrey – Peter / Luke
Martin Landau – Harry Trimble
Laurie Holden – Adele Stanton
David Ogden Stiers – Doc Stanton
James Whitmore – Stan Keller
- - - F i l m s t a b - - -
Regie: Frank Darabont
Produzent: Frank Darabont
Drehbuch: Michael Sloane
Musik: Mark Isham
- - - w e i t e r e I n f o s - - -
Genre: Tragikomödie
Land: USA
Jahr: 2000
Länge: 152 Minuten
Anbieter: Warner Brothers
- - - M e i n e M e i n u n g - - -
Kann man Jim Carrey eigentlich ernst nehmen? Vor allem will man das überhaupt? Ist dieser Mann nicht viel zu schade für das dramatische Fach unter den Filmen?
Als Komiker ist mit Jim zwar oftmals etwas zu schräg, doch wartet man doch jeden Film, daß er sein Gesicht wieder zu lustigen Grimassen verzieht. Darauf müssen wir in „The Majestic“ leider verzichten. Jim will jetzt wohl richtig erst genommen werden. Na gut, geben wir ihm mal eine Chance.
Regisseur Frank Darabont steht auf etwas längere Werke. Einen seiner Filme sollte man einfach schon mal gesehen haben. „The Green Mile“ nach einem Buch von Stephen King war ein absolutes Meisterwerk. Mit „The Majestic“ konnte er diesen Erfolg leider nicht fortsetzen. Viele Charaktere wollen in diesem Film untergebracht werden. Leider bleiben sie fast alle blass. Man wird kaum warm mit den Personen. Sie sind allesamt sehr hölzern und klischeehaft dagestellt. Mag zwar auch viel an den Schauspielern liegen, doch für das Werk ist immer noch der Regisseur verantwortlich.
Was man für ein Drama braucht, ist zwar alles vertreten – feindselige Rivalen, ein verbitterter Vater und natürlich eine Traumfrau – doch überraschen kann uns dies alles nun wahrlich nicht mehr. Man erhofft sich immer wieder eine überraschende Wendung, doch hofft man vergebens.
Ist zwar alles ganz schön ins Bild gesetzt und nicht mal die länge des Films ist das große Problem, auch nicht der Unterhaltungswert, vielmehr stört die Naivität des Films. Gerade die Verhandlung vor Gericht wird sehr naiv dagestellt.
Wirklich überzeugen kann dieser Film nicht. Er ist zwar nicht ein absoluter Flop, doch hätte diese Gesichte mehr verdient. Es geht um ein ansprechendes Thema, doch ist die Umsetzung nicht so recht gelungen. Wer Jim Carrey lustig mag, der kann diesen Film getrost vergessen.
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ein Testbericht von olaiaga2002-12-01 21:06:28vom 01.12.2002Empfehlung: ja
Wer kennt ihn nicht, den lustigen Jim Carrey, der seit Jahren, bei dem einen im Kino, bei dem anderen vom Fernseher, zahlreiche Lachanfälle verursacht, wahrscheinlich jeder.
Kein Wunder, dass ein Grinsen mir durchs Gesicht ging, als ich den neuen Film des Komikers „The Majestic“ in unserer Videothek entdeckte. Ohne die Zusammenfassung aus dem Cover gelesen zu haben, nahm ich den Filmschlüssel, ging an die Theke und freute mich bereits im Vorfeld auf einen unterhaltsamen Samstagabend. Ich besorgte mir noch schnell im Penny Markt gegenüber eine Packung Taschentücher, um ein Mittel gegen
Lachtrennen in greifbaren Nähe zu haben. Der Abend war perfekt, unsere kleine schlief schnell ein und bereits einige Sekunden später, saßen wir zusammen mit meinem Mann vor dem Fernseher. Wir merkten gar nicht, wie die 146 Minuten des Filmes vergingen. Als ich danach unseren DVD Gerät ausmachte, fiel mir auf, dass meine Taschentücher unbenutzt auf dem Tisch lagen. Merkwürdig, dachte ich mir, ich lachte höchstens zwei Mal und war trotzdem nicht enttäuscht, darüber musste ich einfach einen Beitrag schreiben, das Ergebnis steht euch heute zu Verfügung.
Die Story:
Der Film versetzt uns nach Hollywood in die 50er- Jahren, Jim spielt Peter Appleton, einen Drehbuchautor, der gerade dabei ist, das erste Drehbuch für eine große Produktion zu schreiben. Sein Leben scheint prima zu laufen, ein dickes Cabrio vor dem Haus, eine bildhübsche Freundin (Amanda Detmar) an der Seite und eine große Kariere in greifbaren Nähe, da kann doch nichts mehr schief gehen, doch es wird anderes. Zu dieser Zeit findet in Amerika eine richtige Hexenjagd statt, die USA-Regierung sucht nach Kommunisten, die sich überall verstecken sollen, ein Verdacht fällt auf Peter, der 1945 während seines Studiums eine kommunistische Veranstaltung besucht haben sollte, es ist zwar Quatsch, denn Peter ist total apolitisch, der Verdacht reicht aber dafür, dass sein Leben in die Brüche geht, alle Bekannten zeigen ihm den Rücken, um selbst nicht in Schwierigkeiten zu geraten und sogar der Filmproduzent kündigt Peter den Drehbuchvertrag. Peter ist am Ende. Er geht zu seiner Stammkneipe, um dort seine Probleme im Alkohol zu ertrinken, steigt danach stark alkoholisiert in sein tolles Cabrio ein, baut einen Umfall auf einer schmalen Brücke, fällt letztendlich mit seinem Wagen in ein Fluss hinein.
Dies alles geschieht in den ersten 15 Minuten des Filmes, ab da fängt der eigentliche Film an.
Peter überlebt durch ein Wunder den Umfall, er kommt an einem einsamen Strand zu sich, doch kann sich an nichts mehr erinnern, nicht mal sein Namen ist ihm bewusst. Die Hilfe kommt ganz unerwartet von einem älteren Mann, der ihn in ein nah gelegenes Städtchen, namens Lawson begleitet. Dort wird Peter vom Harry Trimble (Martin Landau) erkannt, doch nicht als Peter Appelton, sondern als Luke Trimble, Harry’s Sohn, der vor neun Jahren, während des zweiten Weltkrieges, angeblich ums Leben kam. Die Freude ist riesig, es freuen sich alle Bürger der kleinen Ortschaft, denn viele haben ihre Söhne im Krieg verloren und einer ist anscheint doch zurückgekehrt. Peter mit seiner neuen Identität als Luke wird wie ein Held gefeiert, es stellt sich sogar heraus, dass die Liebe eines hübschen Mädchens Adele (Laurie Holden) durch die Jahre nicht erlosch. Luke genießt etwas verzweifelt die allgemeine Euphorie, denn er kann sich weiterhin an nichts erinnern. Sein „Vater“ überredet ihn dazu, ein heruntergekommenes Kino „The Majestic“ wieder aufzubauen, damit die Freude dauerhaft in das kleine Städtchen zurückkehrt, mit Hilfe allen Mitbürger wird das Kino bald zur alten Pracht gebracht und Luke scheint sich glücklich in seine neue Umwelt integriert zu haben.......doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los.
Um nicht alles zu verraten, endet hier meine Inhaltwiedergabe, den Rest müsst ihr euch schon selbst anschauen.
Fazit:
Bevor ich diesen Beitrag schrieb, habe ich ein wenig rumgelesen, damit ich mehr Einzelheiten und Hintergründe erfahre. Mich hat es gewundert, dass sehr viele Filmkritiker den Film als eher schlecht und langatmig bezeichneten. Mir persönlich hat der Film prima gefallen (meinem Mann übrigens auch), gut es ist zwar kein gewöhnlicher Film mit Jim Carrey, in dem er ununterbrochen 90 Min. lang den Zuschauer zu lachen bringen würde, er ist halt etwas ganz anderes. In dem Streifen zeigt Jim, dass man ihn nicht in eine Schublade stecken darf, denn eine ernste Rolle, in einer ernsten Geschichte, im genau so gut gelingen kann. Das zeichnet doch einen tollen Schauspieler aus, zu denen spätestens nach diesem Film, auch Jim gehört. Für sein tolles Schauspiel kriegt er von mir auf alle Fälle die volle Punktzahl.
Die Story ist allerdings nicht sehr atemberaubend, doch es ist schon erstaunlich, was ein guter Regisseur (Frank Darabont) mit der Hilfe professioneller Darsteller draus machen kann, denn obwohl der Film über zwei Stunden läuft, ist er keinesfalls langweilig. Viele Filmkritiker suchten nach einem tieferen Hintergrund, für mich aber, bittet der Film eine gute Unterhaltung, in welchem die Geschichte Amerikas nur als Stütze genutzt wird, um einwenig patriotische Inhalte zu vermittelt. Nicht jeder Film muss eine große Moral haben und sehr ambitiös realisiert worden sein, oft suchen wir doch im Kino eine Ablenkung von dem Alltag und bestehen nicht unbedingt auf ein hohes Niveau und kompliziertes Schema. Der also, der die Zeit gemütlich vor dem Fernseher verbringen möchte und mal für etwa zwei Stunden Entspannung sucht, ist mit dem Streifen bestens bedient. Es gibt kaum spezial Effekte, die eure Lautsprecher besonderes beanspruchen werden, auch fesselnde Aktion ist nicht vorhanden, eine einfache Story die von toller Musik aus der 50-gen unterstützt wird. Ich werde keinen hier zwingen den Film zu kaufen (kostet bei Amazon als DVD 24,99€ ) aber ich kann sicherlich empfehlen sich ihn mal in der Videothek auszuleihen, ich garantiere euch eine nette Unterhaltung, ohne besonderen Höhepunkten, wofür ein Punkt abgezogen wird.
Der offizielle Teil:
Originaltitel: The Majestic
Regie: Frank Darabont
Produktion: Frank Darabont
Musik: Mark Isham
Freigabe: -
Besetzung:
Peter Appleton: Jim Carrey
Harry Trimble: Martin Landau
Adele Stanton: Laurie Holden
I ch hoffe bei der zukünftigen Suche nach einem passenden Film etwas geholfen zu haben und freue mich über jegliche Bewertung, vielleicht auch einen Kommentar?
Gruß „olaiaga“
PS. Alle Fehler die Ihr findet, dürfen nicht kopiert oder wiederverwendet werden, sie gehören mir, es war nämlich keine einfache Aufgabe, sie in der großen Vielfalt, in so kurzen Text, alle zu packen. *ggg*
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Engagierter Darabont, fabelhafter Carrey, schwache DVD
ein Testbericht von mima0072002-11-30 11:17:29vom 30.11.2002Empfehlung: ja
Für diesen Film sollte Jim Carrey den Oscar bekommen. Er legt hier sein Filmkasper-Image ab und trägt eine engagierte Filmhandlung inklusive der Botschaft von Regisseur und Produzent Frank Darabont ("Die Verurteilten", "The Green Mile"). Dass man dem Film Darabonts Appell an den US-Zuschauer so stark ansieht, sorgt aber auch für Probleme.
Filminfos
FSK: 12 Jahre
Länge: 146 Minuten inkl. Abspann
Produzent/Regisseur: Frank Darabont (The Green Mile, Die Verurteilten, Hearts in Atlantis)
Drehbuch: Michael Sloane
Musik: Mark Isham (sowie Nat King Cole u.v.a.)
Darsteller: Jim Carrey, Martin Landau, Laurie Holden, Ron Rifkin, Bob Balaban, Hal Holbrook u.a.
Handlung
Prolog, 1.
Teil: Skriptbesprechung im Studio des Drehbuchautors . Der Autor, Peter Appleton alias Jim Carrey, hört schweigend den zahlreichen, zunehmend absurder werdenden Änderungen an seinem Drehbuch zu. Er scheint in Erinnerungen versunken, während er unsichtbaren Männern lauscht, die Vorschläge für Änderungen machen. Die Sprecher sieht man nur als Schemen und Schatten. Diese Situation ist analog zu Appletons eigenem Leben: Es ist fremdbestimmt und zensiert. Höchste Zeit also, das Drehbuch seines Lebens umzuschreiben. Als die Dunkelmänner den Skriptautor Appleton gnädigerweise nach seiner Meinung fragen, meint er nur geistesabwesend: "Amazing" (verblüffend, nicht etwa "Wahnsinn", wie die dt. Fassung übersetzt).
Diese Szene findet ihre zweite Entsprechung in der Kongressanhörung Appletons, in der er vor dem McCarthy-Ausschuss "für unamerikanische Umtriebe" aussagen muss. Hier sitzen die Dunkelmänner über Peter zu gericht. Die Szene findet ein Gegengewicht in Prolog 2. Teil. Somit bilden diese Szenen eine Rahmenhandlung. Es ist gut möglich, sich vorzustellen, dass die gesamte Haupthandlung nur als Erinnerungsprozess in Appletons Kopf während der Drehbuchsitzung stattfindet - in der Literatur nichts Neues, in der Filmgeschichte nur selten anzutreffen. Die haupthandlung erhält dadurch den Anschein einer Illusion, gar eines Traumes. Und wie eine Räuberpistole fängt sie auch an.
Haupthandlung, 1. Teil
Unser aufstrebender Hollywood-Autor hat bislang nur einen Film der B-Kategorie (für Matineen etc.) namens "Sand Pirates of the Sahara" verfasst. Die Indiana-Jones-Story strotzt nur so vor Klischees. (Kurioses am Rande: Der ältliche Professor, der für etwa 2 Nanosekunden zu sehen ist, wird von Drehbuchautor von "Majestic", Michael Sloane, selbst gespielt.)
Hoffnungsfroh betritt Peter das Studio, um sich ans Werk für den nächsten Film zu machen. Leide wurde er jedoch als Kommunist denunziert: Niemand darf mit ihm arbeiten oder gar sprechen. Über Nacht ist er in Hollywood ein Aussätziger. Wie Robinson und Gulliver ist er gestrandet ode vielmehr über Bord geworfen.
Studio-Anwalt und sein Agent raten ihm zu Wohlverhalten, was allerdings die Denunziation weiterer Filmschaffender voraussetzt. Peter, der durchaus dazu bereit ist, besäuft sich erst einmal und setzt sich in sein schickes Sportauto, um auf einer Spazierfahrt nach Norden einen klaren Kopf zu bekommen. Seine Affenpuppe ist sein einziger Gefährte, denn seine Freundin hat ihm sofort den Laufpass gegeben - Aussatz ist ja bekanntlich sehr ansteckend.
Als er versucht, auf einer Holzbrücke einem Opossum auszuweichen, steuert er seinen Wagen gegen das Seitengeländer. Es gelingt ihm nicht, sich aus dem abstürzenden Auto rechtzeitig zu befreien. Sein in die Tür eingeklemmter Mantel droht ihn mit in die Tiefe des Flusses zu ziehen. Peter streift das Kleidungsstück in letzter Sekunde ab, dort darin befinden sich seine Ausweispapiere. Bei der Kollision seines Schädels mit einem brückenpfeiler verliert er das Bewusstsein, ertrinkt aber nicht.
Wie weiland Odysseus, Gulliver und Robinson erwacht er an fremdem Gestade. Allerdings weckt ihn ein mechanisches Geräusch. Es stellt sich als Hecheln eines Hundes heraus. Dessen besitzer bringt Peter in das nächste Dorf Lawson, um ihn zu verarzten. Peter ist wie ein Alien gelandet.
Haupthandlung, 2. Teil
Die Gemeinde Lawson wirkt wie ausgestorben, denn sie hat im 2. Weltkrieg, der erst neun Jahre vergangen ist, über 60 junge Männer verloren - ein hoher Blutzoll für fast jede Familie der Stadt (verdeutlicht bei der Einweihung des Kriegerdenkmals). Unter den Verlorenen befand sich auch ein Albert Lucas Trimble, genannt "Luke". Er war der Sohn des lokalen Kinobesitzers Harry Trimble (Martin Landau), aber auch der Verlobte der Arzttochter Adele (Laurie Holden).
Adeles Vater versorgt Peters Kopfwunde im lokalen Restaurant. Allen Besuchern kommt der noch benommene Peter bekannt vor, und als er an Harry Trimble vorbeischwankt, trifft diesen fast der Schlag: Er meint in Peter den als vermisst geltenden Sohn wiederzuerkennen, der posthum als Kriegsheld ausgezeichnet wurde.
Diese Rückbesinnung auf eine vergangene, mit den jungen Männern abgeschnittene Identität tritt bei fast allen auf, die Peter treffen, außer einem: Bob, dem Koch, der mit einer Armprothese aus dem Krieg zurückgekehrt war. Bob sagt Peter unter vier Augen, der wahre Luke sei ganz anders gewesen.
Harry Trimble nimmt Peter an Sohnes Statt auf. Diesem bleibt nicht anderes übrig, da er sein Gedächtnis verloren hat. Da ist jede Identität so gut wie jede andere. Nun ist er selbst der Spieler einer von anderen ihm zugedachten Rolle. Allmählich merkt er, wie sich ein Schauspieler fühlen muss. Er kann auch nicht beweisen, dass er jemand anderes ist, da seine Papiere weg sind.
Nachdem er mit Adele (sprich: a'dell) ein "Wiedersehen" gefeiert hat - eine witzige Szene, in der Adeles nervöser Schluckauf nur durch einen Kuss geheilt werden kann - erweckt Peter auch das alte Kino "The Majestic" wieder zu neuem Leben. Dies ist der Wunsch- und Lebenstraum seines Pflegevaters Harry Trimble. Die Gemeinde hilft mit Sachspenden mit, und neue Hoffnung keimt auf: auf persönlicher, zwischenmenschlicher und nun auch auf lokaler Ebene.
Haupthandlung, 3. Teil
Doch die Tage des Triumphes der Auferstehung sind gezählt, und die Wahrheit über Peter kommt ans Licht. Peters Wagen und seine Papiere wurden gefunden. Das Unheil nähert sich mit einem ominösen Brummen, das wohl eines der UFOs verursachen könnte, das einem der paranoiden Science Fiction-Filme der fünfziger Jahre entstammt, die Peter im "Majestic" zeigt: "Der Tag, an dem die Erde stillstand" (1951) ist sowohl der Tag, als Harry Trimble nach einem Herzinfarkt zu Grabe getragen wird, als auch der Tag, an dem Peter Adele seine wahre Identität gesteht. Seine Erinnerung war ihm ausgerechnet beim Ansehen seines Films "Sand Pirates of the Sahara" zurückgekehrt. Ist es Zufall, dass Harry Trimble ausgerechnet bei diesem Film einen Infarkt erlitt?
Das erwähnte Brummen wird von einer Armada schwarzer Wagen erzeugt, die auf die Hauptstraße Lawsons wie bei einer Invasion einbiegen. Die Außerirdischen vom FBI sind gelandet: Peter wird vor den Kongressausschuss der Kommunistenjäger zitiert - bei Strafe für Nichterscheinen. Ihm bleibt noch eine Nacht und ein Morgen, um von seinem Traum- und Filmleben Abschied zu nehmen. Nicht nur Adele, auch die Gemeindemitglieder wenden sich enttäuscht von Peter ab: Der Film hat das falsche Ende, er hat sich als Illusion entpuppt.
Am Bahnsteig übergibt ihm Adeles Vater - sie selbst ist nicht erschienen - ein Geschenk von ihr: die Verfassung der Vereinigten Staaten. In dem Büchlein findet Peter eine Widmung und einen Abschiedsbrief des wahren Luke an seine Verlobte. Es ist sehr bewegender Brief, in dem Luke festhält, warum er in den Krieg gezogen ist: um die Freiheit und die Werte Amerikas zu verteidigen. Und was ist daraus geworden?
Haupthandlung, 4. Teil
Als Peter den Saal des Ausschusses betritt, ist alles für ein Tribunal, quasi eine öffentliche Hinrichtung, bereit: Presse und Fernsehen sind präsent, ein parteiischer Richter und schließlich der Kommunistenjäger als "Beisitzer". Dieser stellt ihm Fragen nach seiner "kommunistischen Vergangenheit", die Peter ins Lächerliche zu ziehen weiß. Als man gespannt auf die vorbereitete Erklärung Peters wartet, die einer Entschuldigung und Denunziation gleichkommt, gibt es eine handfeste Überraschung.
Prolog 2. Teil:
Wieder sitzen die Dunkelmänner mit dem Autor Appleton zusammen; die Kamera zeigt nur sein Gesicht mit beredtem Mienenspiel. Man nimmt sein Drehbuch auseinander und fragt ihn nach seiner Meinung. Seine Antwort lautet diesmal ganz anders: "Das ist das Dämlichste, was ich je gehört habe. Ich habe einen anderen Einfall..." Spricht's und fährt zurück nach Lawson.
Epilog
Peter wollte eiegntlich nur Adele sprechen, um sich zu entschuldigen und alles zu erklären. Statt dessen erhält er einen triumphalen Empfang! Seine Erlösung? Jahre später sehen wir ihn am Kinoeingang. Im "Majestic" wird heute ein weiterer Invasionsstreifen gezeigt, aber beileibe nicht der letzte: "Invasion der Körperfresser" von 1956...
Die DVD
Bildformate: ?
Tonformate: DD 5.1, DTS, SDDS
Sprachen: Engl., Dt., Spanisch
Untertitel: Engl., Dt., Spanisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugiesisch, Hebräisch, Frz., Ital., Kroatisch, Poln., Griech., Tschechisch, Türk., Ungar., Slowenisch/Islenska
Extras:
Cast & Crew
Kino-Trailer
Geschnittene Szenen (meist Füllsel)
Die vollständige Sequenz des Films im Film "Sand Pirates of the Sahara" mit dem kompletten Fechtduell und der Musik von Erich Wolfgang Korngold
Mein Eindruck
A: Der Film
In der deutschen Fassung hat mir der Streifen gar nicht zugesagt. Zu wenig bringt die deutsche Synchronisation vom Lokalkolorit Lawsons und von der Eigenart der Figuren herüber. Jim Carrey steht oft da wie ein stummer Fisch, der nichts weiß, was er hier soll. In der Originalfassung macht er hingegen durchaus passende Äußerungen, und die ihn umgebenden Figuren gehen darauf auf glaubwürdig wirkende, sympathische Weise ein. Der ganze Sound der Originalfassung ist anders als die deutsche Version. Ich kann daher nur die Originalfassung gelten lassen und besprechen.
Frank Darabonts Film beschwört wie bereits in "Hearts in Atlantis" das Dilemma der amerikanischen Fünfziger: Hier die bösen Dunkelmänner und Kommunistenhetzer vom FBI auf nationaler Ebene, dort die sich gerade noch behauptenden, aber stark verunsicherten Durchschnittsamerikaner aus der Kleinstadt. Die Musik (Mark isham) kontrastiert die zwei Ebenen/Welten wieder einmal recht expressiv: Piano in der Kleinstadt, grummelnde Celli und Bässe vor Gericht.
Aber Darabonts traut sich, ein in Hollywood heißes Eisen anzupacken: die McCarthy-"Schauprozesse", in denen u.a. Filmgrößen wie Elia Kazan geradezu vernichtet werden sollten. Man hat die Kontroverse wiederaufleben sehen, als Kazan ein Ehren-OSCAR verliehen wurde. Darabont klagt die Fünfziger-Jahre-Paranoia an, aber nicht mit erhobendem Finger, sondern mit einem Lachen.
Doch so wie sich Peter Appleton vor Gericht gegen die Un-Amerikaner (= Aliens) McCarthys behauptet, so muss auch Kleinstadt-Amerika wieder zu sich selbst und zurück zu seinen Idealen finden. Das lässt sich nicht auf einer Lüge oder einer Film-Illusion gründen, sondern nur auf der Wahrheit und der Bereitschaft, für die Freiheit der Meinung und der politischen Ansicht (1. Verfassungszusatz) zu kämpfen.
Und was hat das mit der Gegenwart zu tun? Wieder einmal ist eine konservative US-Regierung im Amt, die sich mit Andersdenkenden auseinandersetzen muss, nämlich gewaltbereiten Islamisten (al-Kaida). Wieder werden subversive Elemente gesucht, verfolgt und eingesperrt, statt zu versuchen, das Problem politisch anzugehen. Im Gegenteil: Pentagon und Geheimdienste verstärken die elektronische Überwachung jedes Jahr mehr. Steht dies in direktem Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Amokläufern? Wofür sterben und kämpfen die US-Truppen in Afghanistan? Warum kehren sie als Psychopathen zurück - in eine Gesellschaft, die zunehemnd entmutigt und verwirrt ist (= Lawson)?
In den gezeigten Schundfilmen der fünfziger Jahre spiegelet sich, wie Darabont zeigt, nicht nur die Paranoia der Regierung wider, sondern auch, wie sie die Filmschaffenden vergewaltigte und zu ihren Werkzeugen machte. Science Fiction-Filme als antikommunistische Propaganda: Die Aliens sind finstere Eroberer à la Rote Armee. Das einzige Gegenbeispiel: der Alien Klaatu in "Der Tag, als die Erde stillstand". Natürlich wird er verkannt und erledigt. So wie Peter Appleton?
Die Darsteller
Jim Carrey ist nur in der Originalfassung glaubwürdig, seine Mitdarsteller sehen in beiden Fassungen gut aus. Der farbige Angestellte des "Majestic", der dem armen Süden entstammt, bringt aber in der Originalfassung eine so glaubwürdige Blues-Stimmung herüber, dass man direkt überrascht ist. Seine Kollegin, eine Klavierlehrerin, ist der größte denkbare Gegensatz, denn sie stamnmt aus der gebildeten weißen Mittelschicht Lawsons. Wenn also der unechte "Luke" plötzlich anfängt, einen astreinen Boogie-Woogie und dann einen Roadhouse Blues zu spielen, so ist dies eine Offenbarung: Der echte Luke war nämlich ein Schüler der Klavierlehrerin. Musik als Klassen- und Rassenidentität.
B: Die DVD
Von der Silberscheibe hatte ich wesentlich mehr erwartet. Doch weder Interviews noch Making-of finden sich auf der Leihversion. Statt dessen stellen Texttafen Darsteller & Filmschaffende vor, ergänzt vom obligatorischen Kino-Trailer. Die geschnittenen Szenen sind meist Füllsel, auf die man in der Mehrzahl hätte verzichten können.
Ein Schmankerl für Cineasten mag ja die vollständige Sequenz des Films im Film "Sand Pirates of the Sahara" sein, die mit dem kompletten Fechtduell und der Musik des bekannten Hollywood-Komponisten Erich Wolfgang Korngold aufwartet (wo sie die wohl her hatten?). Da aber die Sequenz bereits zweimal im Film gezeigt wird, könnte man auch darauf verzichten.
Unterm Strich
Ein ausgezeichneter, Darabont-typischer Film um die großen amerikanischen Themen, in der Originalfassung kompetent (ich will nicht sagen "ausgezeichnet") gespielt von einer eingespielten Darabont-Crew, zu der nun endlich auch Carrey als ziemlich unwahrscheinlicher Kandidat gestoßen ist. Hier legt er das Image des Filmkaspers ab.
Die Leih-DVD verdient lediglich drei von fünf Sternen, der Film hingegen vier Sterne. Eigentlich sollte ich also 3,5 Sterne verleihen. Da dies aber nicht geht, gebe ich wg. Jim Carreys Leistung einen Bonus und komme so auf vier Sterne.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: The Majestic, 2001, DVD: 10/2002
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