Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön
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Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön
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Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön

Testberichte Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön

 (Taschenbuch)
4.2 von 5
Platz 132 in der Kategorie "Bücher Krimis - D, E, F".
Bewertung: Kundenbewertung 4,20 / 5,00 4.2 von 5
Meinungen:
Ihre Meinung?  2 Meinungen
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Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,20 / 5,00 4.2 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Humor:  wenig humorvoll
Spannung:  sehr hoch
Niveau:  anspruchsvoll
Unterhaltungswert:  hoch
Aufmachung:  
Zielgruppe:
Wie ergreifend ist die Story?: ergreifend
Seitenzahl: über 400
Stil: ausschmückend
Vorteile
  • Spannung, interessante Charaktere
Nachteile/Kritik
  • Kleinigkeiten
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Miss_Piper

Friedhof, nicht nur für Kuscheltiere

ein Testbericht von 2010-02-28 17:02:24 vom 28.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Spannung, interessante Charaktere...
Nachteile/Kritik: Kleinigkeiten
1) Produktinfos
2) Der Autor
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit


1) Produktinfos:

Der Roman erschien 1989 bei Diogenes. Die Taschenbuchausgabe kostet 11,90 Euro und umfasst 468 Seiten.
ISBN-13: 9783257224177


2) Die Autorin:

Barbara Vine ist das Pseudonym von Ruth Rendell. Rendell wurde 1930 in London geboren und arbeitete zunächst als Journalistin, ehe sie in ihrer Ehe nach dem ersten Kind mit dem literarischen Schreiben begann. Ihr Debüt war "Alles Liebe vom Tod", der erste Roman der Inspektor-Wexford-Reihe, die inzwischen über 20 Bände umfasst. Unter dem Pseudonym Barbara Vine verfasst sie Psychothriller. Sie gilt als einer der wichtigsten Vertreter des psychologischen Krimis und erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den Edgar-Allan-Poe-Award und den Gold Dagger. Weitere Werke sind u.a.: "Haus der Stufen", "Astas Tagebuch", "Schwefelhochzeit" und "Aus der Welt".


3) Inhalt:

Ein heißer Sommer im Jahr 1976: Völlig überraschend erbt der neunzehnjährige Adam das Anwesen seines Großonkels in Suffolk. Da er weder Geld noch Lust dazu hat, das Haus und das Grundstück zu unterhalten, will er das Anwesen bald verkaufen. Vorher aber verbringt er mit einer Handvoll Freunde dort einen kurzen Sommerurlaub. Mit dabei sind sein bester Freund, der Medizinstudent Rufus, der indischstämmige Shiva, dessen spirituelle Freundin Vivien und die kindliche Zosie.

Die Freunde leben zuammen als sorglose Kommune. Sie trinken viel Alkohol, leben gemütlich in den Tag hinein und Nesthäkchen Zosie wird erst Rufus' und später Adams Geliebte. Am Ende des Aufenthalts geschieht jedoch etwas, das ihr aller Leben von Grund auf ändert. Anschließend gehen sie auseinander, ohne den Kontakt zu halten und versuchen, das Geschehene zu verdrängen.

Zehn Jahre später: Der neue Besitzers des Anwesens begräbt seinen eingeschläferten Hund auf dem alten Tierfriedhof auf seinem Grundstück. Beim Ausgraben stößt er auf zwei Skelette - das eines Säuglings und das einer jungen Frau. Die Untersuchungen ergeben, dass beide Personen vor neun bis zwölf Jahren gestorben sein müssen. Die Polizei wendet sich an Adam - der jetzt von seiner Vergangenheit eingeholt wird ...


4) Bewertung:

Barbara Vine alias Ruth Rendell wird nicht umsonst gerne mit Patricia Highsmith verglichen, denn genau wie jene Autoren stellt sie gerne die Abgründe der menschlichen Seele in den Vordergrund.

~ Spannung bis zum Schluss ~

Die Handlung wird parallel auf zwei Ebenen erzählt und fesselt sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Der Leser weiß anfangs nur, dass Adam und seine Freunde in den Tod der jungen Frau und des Säuglings verwickelt sind - und mehr auch nicht. Erst Stück für Stück enthüllt sich in Rückblicken, was alles in jenem heißen Sommer des Jahres 1976 auf dem Anwesen Wyvis Hall geschehen ist. Der personale Erzähler greift dabei vor allem Adams Perspektive auf, wechselt aber auch zu Rufus und Shiva und fügt ihre düsteren Erinnerungen zu einem verstörenden Bild zusammen. In der Gegenwart dreht sich alles um die Frage, ob die Polizei bei ihren Ermittlungen die Identität der Toten feststellen kann und vor allem, ob sie die Hintergründe aufklären werden. Adam als ehemaliger Hausbesitzer wird natürlich als erstes befragt und er spielt seinen Aufenthalt auf ein bis zwei Wochen herunter, die er allein auf Wyvis Hall verbracht haben will, um nicht widersprüchliche Aussagen durch seine ehemaligen Freunde zu riskieren. Tatsächlich aber fallen ihm nach und nach immer mehr Leute ein, die damals mitbekommen haben müssten, dass er nicht allein dort gewohnt hat, sei es die Postbotin, der Gärtner, der Antiquitätenhändler im Dorf, den sie mehrfach aufsuchten, oder der Kammerjäger. Wie gut sich diese Leute noch an die Bewohner von Wyvis Hall erinnern können, ist fraglich, für Adam aber eine stete Gefahr. Bis zu den letzten Seiten bleibt die Spannung erhalten, denn Wendungen sind jederzeit möglich und noch in den letzten Sätzen liegt eine kleine Pointe.

~ Gelungene Charaktere ~

Es gelingt der Autorin gut, die drückende Atmosphäre des heißen Sommers einzufangen. Die Bewohner von Wyvis Hall sind sich zunächst fast alle fremd, eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft mit grundverschiedenen Charakteren, die im Laufe der Zeit auch einige Konflikte durchleben. Da ist einmal Adam, dessen Vater ihm nie verzeihen konnte, dass Adam das Anwesen erbte, offenbar eine Art Rache des hinterlistigen Onkels, dem es widerstrebte, Adams unterwürfigen Vater zu beerben. Heute führt Adam zwar nach außen hin ein solides Familienleben, doch die Fassade bröckelt. Mit seiner Frau Anne kommt es immer häufiger zu Streitigkeiten, seine kleine Tochter Abigail fürchtet er ständig zu verlieren, was sich zu einer Panikstörung manifestiert hat.

Sein ehemals bester Freund Rufus ist heute ein erfolgreicher Gynäkologe, der seit der Skelettfunde um seine Karriere fürchtet und um jeden Preis aus der Sache rausgehalten werden will. In den Rückblicken erscheint Rufus als durchtriebener Charakter, der sich weit weniger kameradschaftlich zeigt als von Adam erhofft. Dann sind da noch Shiva und seine neue Freundin, die spirituell interessierte Vivien. Der indischstämmige Shiva ist vom Lotterleben auf Wyvis Hall peinlich berührt und verkörpert lange Zeit die Vernunftseite, ehe er ungewollt eine Schuld auf sich lädt, die er nie mehr los wird. Die Letzte im Bunde ist die junge Zosie, eine Kindfrau voller Geheimnisse. Sie erzählt wirre Geschichten über ihre Vergangenheit, verhält sich mal trotzig wie ein Kleinkind und ist mal willenlose Geliebte. Sie klammert sich an Adam, der ihr vorzeitig seine Liebe erklärt und sorgt mit ihren psychischen Aussetzern dafür, dass die Misere ihren Anfang nimmt.

~ Kaum Schwächen ~

Zu den ganz wenigen Schwachpunkten des Romans gehört, dass Shivas Schicksal etwas enttäuschend verläuft und eine Wendung nimmt, die etwas zu weit von der eigentlichen Handlung wegführt. Fraglich ist auch, weshalb es ihn so sehr wundert, dass weder Adam noch Rufus ihn kontaktieren, da beide seinen Nachnamen nicht mehr wissen und das Shiva sich eigentlich denken könnte - schließlich hatten sie bis auf die kurze Zeit in Wyvis Hall nichts mit ihm zu tun und sich von Anfang an nur mit den Vornamen angesprochen, zumal Shiva als Inder einen komplizierten Namen trägt. Die Pointe ganz zum Schluss ist zwar geschickt, wird aber schon ein paar Seiten zuvor erahnt. Vor allem jedoch bleibt offen, wie eine Person es über all die Jahre geschafft hat, so viel darf verraten werden, ihre Identität zu verschleiern.


5) Fazit:

Ein gelungener Thriller, der auf zwei Handlungsebenen von Anfang bis Ende fesselt. Das Thema ist interessant, die Charaktere überzeugen und es gibt nur kleine Schwächen, die sich gegen Ende einschleichen, die den Gesamteindruck aber kaum trüben.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 2,0 wenig humorvoll
Zielgruppe:Erwachsene
Niveau:Niveau von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 4,0 anspruchsvoll
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 4,0 hoch
Spannung:Spannung von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 5,0 sehr hoch
Wie ergreifend ist die Story?:berührt ein wenig
Aufmachung:Aufmachung von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 5,0 sehr schön
Seitenzahl:über 400
Stil:neutral
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Kommentare
cleo1
cleo1, 28.02.2010
Schöner Bericht. Einen schönen Sonntag noch und LG cleo1
Danke auch für Deine zahlreichen Gegenlesungen.
Bunny84
Bunny84, 28.02.2010
Klasse Bericht. Wünsche dir einen schönen Sonntag. LG BUNNY84
PS: Freue mich über Gegenlesungen
Hot_Rider
Hot_Rider, 01.03.2010
Liebe Grüße von Teresa und Markus. Ein Besuch bei unseren Berichten wäre cool. DANKE !
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LilithIbi

Aber dessen müde, wünscht ich tot zu sein

ein Testbericht von 2010-06-20 11:22:11 vom 20.06.2010
Empfehlung: ja
Seit Anbeginn des entsprechenden TV-Trailers hatte ich geplant, mir am gestrigen Abend „Insomnia“ anzuschauen. Dass daraus nix wurde, verdanke ich dem unglaublich fesselnden Schreibstil, den Barbara Vine in ihrem Roman

==Es scheint die Sonne noch so schön==

zu Tage brachte. Zugegeben; der Titel, vor allem in der Kombi mit der optischen Gestaltung sowie den recht fragwürdigen Klappentextausführungen, ließ mein innerstes nichts Gutes erahnen. Zu tief saß darüber hinaus noch die eher abschreckende Erfahrung, die ich anhand „Sprich nicht mit Fremden“ mit der Autorin sammelte. Wer auch immer für die Eindeutschung des Titels verantwortlich gewesen sein mag, der möge mir bitte mal sein Übersetzerbüchlein zeigen ~ „A fatal Inversion“ klingt meines Erachtens nach zumindest mehr nach dem, was dem Leser hier erwartet.

Wie dem aber auch sei; „Es scheint die Sonne noch so schön“ wusste mich im Gegenzug zum zuvor gelesenen Stoff von der ersten Zeile an in seinen Bann zu ziehen, so dass ich das Buch nichteinmal mehr zu meiner abendlichen Fütterung aus der Hand legte, sondern die 468 Seiten komplett in (fast) einem durch las.

Meiner Erfahrung nach zeichnen sich gelungene Bücher oder Filme oftmals dadurch aus, dass man die _Handlung in einem Satz zusammenfassen kann. Dass dem auch hier so ist, stützt diese einmal gehörte und als richtig empfundene These erneut, was nicht bedeuten soll, dass die Beschreibung an sich nicht schon von einer gewissen Tiefe zeugen muss. Fakt ist, dass Barbara Vine in ihrem Buch rückblickend aus der Gegenwart – 1986 - die Ereignisse eines zehn Jahre zurückliegenden Sommers beschreibt, in dem der junge Adam überraschend ein Haus erbte und sodann beschließt, ein paar Monate mitsamt seiner Freunde dort zu verbringen; nicht ahnend, dass es schlussendlich gilt, zwei Tode zu vertuschen....

==Die Umsetzung==

Von Anfang an finden sich hier spannende Eckpfeiler wie Knackpunkte, die faszinieren, fesseln und – im speziellen Sinne – vorfreudig auf das nachfolgende stimmen. Bereits auf S. 23 weiß der Leser anhand eines kurzen Dialogs im Groben, was geschehen ist ~ und wartet mit schierer Ungeduld wie die beiden Entwicklungsstränge schlussendlich zusammenfinden werden.

Wer den Film „The Hole“ kennt und jene Erzählart schätzt, wird sich mit diesem Buch rasch anfreunden können. Obschon sich in dem Buch zwangsweise mannigfaltige Zeitsprünge tummeln, wirken sich diese absolut unstörend aus; schaffen es vielmehr tatsächlich einmal, die Spannung ins Extreme zu erhöhen. Ein wenig (!) erinnert die Geschichte an „Der Zementgarten“, weist jedoch mehr Handlungsstränge und einzelne Personenentwicklungen auf, als es bei Ian McEwan's Werk der Fall war.

Nach und nach spitzt sich die Situation zu, bestechenderweise zeitgleich in der bereits vergangenen Epoche wie auch in dem, was aktuell geschieht. Ich persönlich richtete mein Hauptaugenmerk tatsächlich mehr auf die große Frage „was ist in diesem Sommer in der Kommune nun eigentlich geschehen? Wessen Säugling wurde begraben?“ als darauf, wie die Ermittlungen seitens der Polizei voranschritten, was womöglich dadurch unterstützt wird, dass das Buch selbst zum Großteil jene Thematik behandelt und eher zurückhaltend von der dortigen Gegenwart berichtet.
Ein wenig kurios ist es schon, dass von dem Paar, welches im ersten Kapitel zufällig auf die skelettierten Leichen stößt, so gut wie nichts mehr zu hören oder zu sehen ist ~ doch offen gestanden macht man sich um eben jenen Umstand auch keine tieferen Gedanken mehr.

Viel zu sehr beschäftigt man sich mit den eigenen Schlüssen, Erkenntnissen und Charakterisierungen der damaligen „Bewohner“, spürt vielfach die Enttäuschung, die vor allem in Vivien und Shiva aufgekeimt sein muss, als sie feststellte, dass die Kommune nichts mit dem gemein hatte, was sie sich von dieser erhofft hatte. Ebenso nachempfindbar der langsam aufkeimende Besitzerstolz seitens Adam, die Wehmut, mit der er nach und nach mehr Einrichtungsgegenstände verkauft, um den Lebensstil der beherbergten Personen finanzieren zu können. Nicht weniger interessant Rufus, der als Mensch mehr Fragen aufwirft, als er je würde beantworten können; Zosie als fast zentrale Figur, die den Sommer auf ihre spezielle Art fast im Alleingang mehr oder minder eskalieren lässt.

Bedauerlich ein wenig der Umstand, dass weitere Nebenfiguren zu blass bleiben, um sich im späteren Verlauf noch mit dem nötigen Erinnerungsvermögen in jene Befürchtungen hineinzuversetzen, die Adam hegt. Ich will nicht sagen, dass mir hier eine viel weiterführende Vorstellung betreffender Personen gefehlt hätte; vielmehr ist es so, dass dieses den Rahmen womöglich sogar gesprengt hätte ~ doch wenn man als Autor auf bestimmte Dinge zurückkommen möchte, dann... ja, irgendwas fehlte mir hierfür. Im Minimum.

Dementgegen besticht die Lektüre mit hochwertigem Gedankengut, eingeflochtenen klugen Sätzen, die sich noch lange Zeit im meinigen Gedächtnis halten werden:

„Nach dem Schlimmsten, so denkst du, gibt es gar nichts mehr, das Unvorstellbare ist geschehen, dahinter liegen Tod, Zerstörung, das Ende. Doch nun geschieht das Schlimmste, du schwankst, du taumelst, der Schock ist ungeheuerlich – und schon setzt die Genesung ein. Du fängst dich wieder, du stehst, du stellst dich. Schon nach einer Stunde machst du neue Pläne. Denn du begreifst, dass das, was geschehen ist, nicht das Schlimmste war, dass dieses Schlimmste möglicherweise noch vor dir liegt oder auch nie eintreten wird, denn du würdest es ja erkennen, es wäre Realität, und dann würde dir nichts anderes übrig bleiben als dich umzubringen.“
_(Zitat; S. 87)

Richtig baff stimmten mich die Geschehnisse, die sich ab ca. S. 270 mehr und mehr zuspitzten. Obschon mir hier stellenweise der Mund offen stand, vor allem auch aufgrund des Umstandes, dass die sog. „Kommune“ keinerlei Konsequenzen zog, hätte ich selbst nicht sagen können, wie ich an Rufus's Stele reagiert hätte.

„Es scheint die Sonne noch so schön“ strotzt nur so von Überraschungen, Offenbarungen und Entwicklungen, die der Leser ~ und erst recht nicht die teilweise arg naiven Protagonisten ~ nicht hätte kommen sehen können; völlig egal, dass jener bereits zu Buchbeginn weiß, das auf dem anliegenden Tierfriedhof zwei Menschen begraben wurden.

Ohnehin besticht die Lektüre desweiteren dadurch, dass Babara Vine ihre Figuren rückblickend den Kopf über ihre blauäugigen Verhaltens- und Denkweisen schütteln lässt. Somit wirft sie selbst jene Fragen in den Raum, die vereinzelte überkritische Leser sich würden stellen können, und nimmt jener potentiellen Kritik den Wind aus den Segeln.

==Summa summarum==

hat mich „Es scheint die Sonne noch so schön“ weitaus mehr begeistert, angesprochen und überzeugt, als ich es je vermutet hätte.

Unabstreitbar jedoch liegt hier der Umstand vor, dass die abschließende Auflösung an sich einerseits zwar zweifellos raffiniert ist und nochmal so richtig gen „Knaller!“ rufen animiert, andererseits gleichzeitig jedoch nicht wirklich „rund“ ist. Genauer gesagt tendiert jene abschließende Entwicklung Richtung Unmöglichkeit ~ was mich selbst bezeichnenderweise allerdings nicht einmal wirklich störte; einfach weil das Gesamtwerk so absolut genial ist.

So genial, dass ich inzwischen sogar aufgehört habe, über die „Zeitproblematik“ nachzudenken ~ vereinzelt erscheint einem die Dauer des Aufenthaltes „zu kurz“, um all jenes erlebt, getan, gelassen zu haben; andererstellig jedoch im Bezug auf weitere Dinge als „zu lang“.

Doch wie gesagt: sei's drum. „Es scheint die Sonne noch so schön“ wuppt nur deswegen so wunderbarst, eben weil alles so ist, wie die Autorin es niederschrieb, so dass ich hier allzu gerne über die genannten Abschwächungen hinwegsehe und mich mit einer absolutigsten Empfehlung ans nächste Barbara Vine Buch begebe.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 2,0 wenig humorvoll
Zielgruppe:jedermann
Niveau:Niveau von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 4,0 anspruchsvoll
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 4,0 hoch
Spannung:Spannung von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 5,0 sehr hoch
Wie ergreifend ist die Story?:ergreifend
Aufmachung:Aufmachung von Barbara Vine: Es scheint die Sonne noch so schön  (Taschenbuch): 2,0 mäßig
Seitenzahl:über 400
Stil:ausschmückend
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Kommentare
derwarentester
derwarentester, 20.06.2010
Deinen Bericht finde ich sehr gut! Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag. Viele Grüße vom Warentester!
Janosch89
Janosch89, 20.06.2010
Toller Bericht.
Würde mich über Gegenlesungen freuen.
Kaddy
Kaddy, 20.06.2010
Freue mich über Gegenlesungen!
Liebe Grüße, Kaddy
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