1992 sorgte ein Film für Aufsehen und gilt als einer der heißesten, wenn nicht sogar der heißeste Erotik Thriller der Filmgeschichte. Durch diesen Film wurde die Schauspielerin Sharon Stone, die zuvor meist in Nebenrollen zu sehen war, berühmt.
Film:
Originaltitel: Basic Instinct
Jahr: 1992
FSK: 16
Laufzeit: ca. 122 Minuten
Regie: Paul Verhoeven
Darsteller: Michael Douglas, Sharon Stone, Jeanne Tripplehorn, George Dzundza
Story:
Ein Mann wird während des Geschlechtsaktes mit einem Eispickel brutal ermordet. Der Polizist Nick Curran (Michael Douglas) stößt bei seinen Ermittlungen auf die Schriftstellerin Catherine Tramell (Sharon Stone), da der Mord nach einem ihrer Bücher begangen worden ist. Tramell ist eine undurchsichtige Frau und schon bald hat sie Nick um den Finger gewickelt und er beginnt eine Affäre mit ihr. Aber ist sie eine Mörderin oder eine unschuldige Frau?
Schauspieler:
Michael Douglas spielte an der Seite von Karl Malden in der Erfolgsserie "Die Straßen von San Francisco" und war auch zu sehen in "Der Rosenkrieg", "Black Rain", "The Game", "Falling Down" oder "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten". Er ist der Sohn der Hollywood Legende Kirk Douglas.
Sharon Stone war in den Filmen "Above the law", oder auch in "Total Recall" zu sehen. Sie spielte auch in "Basic Instinct 2" die Hauptrolle.
Jeanne Tripplehorn ist mir nur aus "Waterworld" bekannt.
George Dzundza war zu sehen in "No way out" oder "Crimson Tide".
Regie:
Paul Verhoeven wurde bekannt durch den Film "Robocop" mit Peter Weller in der Hauptrolle. Mit Arnold Schwarzenegger drehte er "Total Recall" und führte auch Regie bei "Showgirls", "Starship Troopers" oder "Hollow Man".
Meinung:
Eigentlich bin ich ja kein Fan von Erotik Thrillern, aber bei dem Film ist es mal eine Ausnahme. Schon der Anfang ist hart. Ein Mann und eine Frau haben Spaß miteinander und man denkt sich vielleicht noch "Der Glückliche", bis sie dann plötzlich einen Eispickel zieht und auf ihn einsticht. Verhoeven hat dies hart und schonungslos inszeniert und es trifft den Zuschauer unerwartet.
Bleiben wir mal bei der Erotik. Bis Douglas und Stone miteinander rummachen, dauert es eine Weile. Wer nur auf diese Szene wartet, muss sich extrem gedulden. Aber es kommt keine Langeweile auf, jedenfalls bei mir nicht. Es ist interessant zu sehen, wie die Verdächtige kühl bleibt und sich nichts anmerken lässt und jeden um den Finger wickelt. Insbesondere bleibt einem die Verhörszene im Gedächtnis, die wohl bekannteste Szene des Filmes. Und auch so bleibt einem dem ganzen Film die Frage, ob sie es nun war oder nicht.
Was Action angeht, da gibt es nicht viel. Verhoeven hat ja zuvor ordentlich Action in seinen Filmen geboten, hier bleibt es aber meist beim Eispickel. Aber es geht hier ja auch nicht um die Action.
Bezüglich des Ende des Filmes, so hätte ich mir ein anderes gewünscht. Das Ende des Filmes ist nicht schlecht, aber auch nicht daß, was man erwartet hat bzw. der Zuschauer sich gewünscht hätte.
Schauspielerisch ist der Film top. Douglas spielt routiniert wie immer und Sharon Stone zeigt, daß auch sie schauspielern kann und es ist auch bewundernswert, daß sie sich sehr freizügig im Film gibt. Sie gibt den Charakter kühl und undurchsichtig wieder. Jeanne Tripplehorn hat zu
wenig Screentime, um gegen die anderen Schauspieler agieren zu können und der Gute George Dzundza lockert den Film mit seinen Sprüchen etwas auf, allerdings ohne auch nur eine Sekunde lang einem auf die Nerven zu gehen.
Musikalisch kann der Film auch punkten, was keine Überraschung ist, denn Jerry Goldsmith hat einen sehr ruhigen und passenden Score komponiert, der zugleich auch mysteriös und geheimnisvoll klingt.
Ich kann den Film nur empfehlen, denn die Spannung kann sich von Anfang bis Ende halten. Die Fortsetzung kann ich nicht empfehlen. Sharon Stone sieht da gut aus, aber das war es auch schon. Lieber nur den ersten Teil schauen. Empfehlenswert.
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Kategorie extrem schlechter Porno
ein Testbericht von try_or_die872006-01-04 13:25:22vom 04.01.2006Empfehlung: nein
Hallo Liebe Leserinnen und Leser der Yopi - Community. In diesem Testbericht geht es um den Film " Basic Instinct ", den ich vor längerer Zeit mal auf DVD gesehen habe und ihn hier nun mal vorstelle.
*** Handlung ***
Ein Mann stirbt einen grauenvollen Tod: ans Bett gefesselt, von einem Eismeißel mehrfach durchbohrt.
Bei den Ermittlungen gerät der abgebrühte Cop Nick Curran in den Bann von Catherine Tramell, Bestseller-Autorin, Geliebte des Opfers, Hauptverdächtige --ihre fiktiven Kriminalstories werden auf makabre Weise Wirklichkeit: Im Bett werden Männer im verwundbarsten Moment getötet. So auch in ihrem neuesten Krimi, in dem ein Cop das Opfer wird.
Von ihrer unbändigen Erotik leidenschaftlich angezogen, verfällt Nick der eiskalten Blondinen. Er ist fest davon überzeugt, alles im Griff zu haben. Doch sein Leben gerät außer Kontrolle.
Der Versuch, seinen Pflichten in diesem Mordfall nachzukommen, scheitert an Catherines aggressiver und besitzergreifender Sexualität. Obwohl der Profi ahnt, dass auch er ihr Opfer werden könnte, setzt er alles auf's Spiel...
*** Allgemeine Infos ***
Der Erotik-Thriller war in den USA umstritten: Neben den ausführlich gezeigten Sexszenen (inkl. Michael Douglas' kleinem Hintern) sahen amerikanische Homosexuellen-Verbände in der Darstellung der bisexuellen Catherine eine Diffamierung von lesbischen, bzw. bisexuellen Frauen. Frauenverbände kritisierten die "Quasi-Vergewaltigung" in einer Szene.
Für die Kamera zeichnet Jan De Bont verantwortlich, der später mit eigenen Filmen ("Speed", "Speed 2: Cruise Control", "Das Geisterschloss") erfolgreich wurde.
Paul Verhoeven, geboren in Amsterdam, erhielt 1973 für "Türkische Früchte" eine OSCAR-Nominierung für den "Besten fremdsprachigen Film". Zu seinen größten Kinoerfolgen gehören der Film-Noir-Schocker "Der vierte Mann" (1983) und die Science-Fiction-Thriller "RoboCop" (1987) und "Die totale Erinnerung - Total Recall" (1990).
Michael Douglas (geb. am 25. September 1944 in New Brunswick, New Jersey) avancierte als Polizeiinspektor in der TV-Serie "Die Straßen von San Franzisco" zum Star. 1975 produzierte er das OSCAR-gekrönte Drama "Einer flog über das Kuckucksnest"; auch für seine Darstellung in "Wall Street" erhielt er 1987 einen OSCAR. Weitere Kinofilme: "Auf der Jagd nach dem Grünen Diamanten" (1984), "A Chorus Line" (1985), "Eine verhängnisvolle Affaire" (1987), "Der Rosenkrieg" (1990).
Sharon Stone (geb 1958 in Pennsylvania) hat Woody Allen ihren ersten Filmauftritt (in "Stardust Memories", 1980) zu verdanken. Zu ihren weiteren Filmen gehören "Extase" (1983), "Police Academy 4 ... und jetzt geht's rund" (1987) sowie Paul Verhoevens "Die totale Erinnerung - Total Recall" (1990), wo sie die böse Ehefrau von Arnold Schwarzenegger gab. Mit "Basic Instinct" erhielt ihre Karriere einen beachtlichen Aufschwung. Natürlich wurden ihr auch beständig einschlägige, an "Instinct" angelehnte Rollen angeboten, wie etwa in "Sliver", was dazu führte, dass Stone eine Zeit lang bei jeder Gelegenheit ihren Intelligenzquotienten von 140 betonte.
*** Infos zum Film ***
Regie : Paul Verhoeven
Darsteller :
George Dzundza ... Gus
Jeanne Tripplehorn ... Beth Garner
Michael Douglas ... Nick Curran
Sharon Stone ... Catherine Tramell
außerdem :
Bruce A. Young, Chelcie Ross, Denis Arndt, Dorothy Malone, Leilani Sarelle, Wayne Knight
Genre : Thriller
Filmlänge : ca. 124 Minuten
Vertrieb : Kinowelt
Entstehungsland / - jahr : USA / 1992
FSK : freigegeben ab 16 Jahren
Preis : ca. 10 €
*** Infos zur DVD ***
Sprache : Deutsch, Englisch, Spanisch (
alles in DD 5.1 )
Features : Making of, mehrere Audiokommentare, Beitrag der amerikanischen Frauenrechtlerin Camilla Paglia, Fotogalerien, Trailer, Vergleich der unzensierten Kino-Fassung mit der gekürzten, amerikanischen TV-Version ( " Cleaning up Basic Instinct " )
*** Meine Meinung ***
a) Inhalt & Story
Nach Betrachtung des Films wusste ich lange nicht, was ich von ihm halten sollte, doch ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass sie Story des Films eigentlich totaler Schrott ist und, dass keinerlei Verknüpfungen zur Realität im Bezug auf die Geschehnisse und die Charaktere zu machen sind. Meiner Meinung nach ist der Film außerdem in keinster Weise spannend sondern ziemlich langatmig und langweilig. Wegen dem Mangel an Idee hat Verhoeven Sharon Stone als Männervergschlingenden
Vamp eingesetzt und den Film zusätzlich mit langweiligen Sexszenen gespickt, die alle nach dem selben Schema ablaufen und wahrscheinlich eher für " notgeile " Personen als Leute, die einfach einen guten Film sehen wollen, geeignet ist.
b) Darsteller
Ich finde Sharon Stone und Michael Douglas eigentlich ganz gut, aber ich bin echt enttäuscht, dass sie bei so einem Mist mitspielen. Sie sind zwar gute Schauspieler, aber die Schauspieler können noch so gut sein, wenn die Story einfach zum wegwerfen ist. Meiner Meinung nach kann man keine genau Angabe über die Schauspielerischen Leistungen geben, daman bei so einem Film einfach nur schlecht aussehen kann.
c) Extras
Das Bonusmaterial war das einzige an der ganzen DVD das mich überraschen konnte, denn die Extras sind wirklich alles andere als schlecht. Es sind 7 verschiedene Extras enthalten, die alle auf ihre eigene Art und Weise überzeugen können. Meiner Ansicht nach sind die Extras das einzig gute an der ganzen DVD, können den verkorksten Film allerdings auch nicht retten.
*** Fazit ***
Ich denke der Film ist alles andere als zu empfehlen und sollte eher in die Kategorie, extrem schlechter Porno, genommen werden. Mich konnten einzig und allein die Extras auf der DVD überzeugen, das andere ist jedoch leider alles Schrott und eine Zumutung für den Betrachter.
Insgesamt gibt wegen den Extras noch einen Gnadenpunkt, aber auch nicht mehr.
campimo, 04.01.2006
Sehr schöner Bericht! Habe den Film auch mal vor Ewigkeiten gesehen, und als relativ schlecht befunden. Dazu gibt es auch einen Buch, welches den Eindruck macht, nach dem Film entstanden zu sein. Dieses Buch ist besser als der Film, weil man seiner Vorstel
sindimindi, 09.01.2006
Der Film scheidet wohl die Geister...ich fand ihn auch nicht prickelnd - aber die Amis haben eben einen eigenen schlechtenfg Geschmack...-
Contact62, 11.02.2006
Der Film ist von 1982, also was wird hier erwartet?
Und wer bitte spricht in dem Zusammenhang von Porno...?
Wat039n Unsinn!!
ein Testbericht von P_Horch2002-08-28 16:38:19vom 28.08.2002Empfehlung: ja
Basic Instinct ist einer der wohl bekanntesten Thriller der 90-er Jahre.
Zur Story :
Detective Nick Curran muss sich in San Francisco mit einem grausamen Mord befassen: Eine Frau bringt beim Liebesakt ihre Liebhaber um, in dem Sie ihn mit einem Seidentuch fesselt und dann mehrfach mit einem Eispickel auf ihn einsticht.
Die Spur führt schnell zu der eher freizügigen Buchautorin Catherine Tramell, der Curran schon bald verfällt. Verschiedene Spuren deuten immer wieder auf die Autorin hin, und als auch noch die Ex-Frau von Curran (gespielt von Anne Archer) in
die Affäre gezogen wird, verliert dieser die Übersicht und weiß nicht mehr, wem er vertrauen soll, da sich die Frauen mit gegenseitigen Darstellungen widersprechen.
Darsteller :
Michael Douglaas Nick Curran
Sharon Stone Catherine Tramell
Regie : Paul Verhoeven (u.a. Striptease)
Basic Instinct ist nicht umsonst einer der Million-Seller des letzten Jahrzehnts. Die Story ist sehr spannend mit einem überraschenden Ende, wieder einmal vertraut der Regisseur Verhoeven dem guten alten Hollywood-Motto : Sex sells ..., aber diesmal mit Erfolg. Die knisternde Spannung, die in diesem Film aufgebaut wird, habe ich in keinem anderem Film bisher so gesehen.
...
ein Testbericht von wildheart2002-08-27 15:59:02vom 27.08.2002Empfehlung: ja
Verhoevens „Erotik-Thriller“ erregte schon während der Dreharbeiten die Gemüter. Homosexuellengruppen protestierten gegen die ihrer Ansicht nach verletzende Darstellung, in der in „Basic Instinct“ lesbische bzw. bisexuelle Charaktere vorgeführt würden. Amerikanische konservative Kreise mokierten sich über die Sex-Szenen. Andere sahen in dem Film ein Zeichen für die angeblich zunehmende Verherrlichung von Menschenverachtung und Brutalität im US-amerikanischen Film. Anders die ernst zu nehmende Filmkritik: Roger Ebert fühlte sich manipuliert: Das Ende des Films käme den Marketing-Experten gerade recht. „The audience likes the heroine? Make her innocent. The hate her? Make her the
killer.“ Rita Kempley von der „Washington Post“ konstatierte – jenseits der Angriffe homosexueller bzw. lesbischer Organisationen gegen den Streifen – in „Basic Instinct“ vor allem eine falsche bzw. klischeehafte Wahrnehmung weiblicher Sexualität. Die lesbischen Liebesszenen trügen wenig dazu bei, den Charakter der Frauen zu entwickeln, viel mehr aber dazu, die Erregung der Männer zu demonstrieren.
Inhalt
Ein Mann und eine blonde Frau im Bett. Man rate, was sie dort machen. Er liegt unten, sie sitzt auf ihm. Sie fesselt seine Hände mit einem Seidenschal ans Bett. Im Moment ihres Orgasmus sticht sie mit einem Eispickel mehrfach in seinen Körper, bis er tot ist.
Catherine Tramell (Sharon Stone) war die Sexpartnerin des Ermordeten. Sie hat Psychologie und Literatur studiert, ein Buch geschrieben, in dem der Mord detailliert beschrieben wurde. Catherine bestreitet den Mord, obwohl Detective Curran (Michael Douglas) sie für die Mörderin hält. Er schließt aus, dass jemand anderes – so die Theorie der Psychologen – Catherine durch den Mord schaden wollte. Sie hat kein Alibi. Ein Motiv ist für Curran, seinen Kollegen und Freund Gus (George Dzundza) und die anderen Mitglieder des Morddezernats der Polizei von San Francisco jedoch nicht ersichtlich – es sei denn, die Tramell wäre eine Psychopathin.
Dann allerdings tauchen gegen Catherine weitere Verdachtsmomente auf. Ihre Eltern waren bei einem Bootsunfall gestorben, weil die Benzinleitung undicht war und das Boot explodierte. Während ihres Studiums an der Universität wurde einer ihrer Lehrer ermordet. Nicht zuletzt pflegt Catherine die Freundschaft mit Hazel Dobkins (Dorothy Malone), die im Gefängnis saß, weil sie ihren Mann und ihre Kinder ermordet hatte.
Currans Ex-Freundin, die Polizeipsychologin Beth (Jeanne Tripplehorn), warnt ihn vor der Skrupellosigkeit Catherines. Was sie ihm jedoch verheimlicht, ist, dass sie nicht nur zusammen mit Catherine studiert, sondern mit ihr während dieser Zeit auch eine Affäre hatte. Catherine schläft mit Männern und Frauen, nur der Lust wegen, ohne eine emotionale Beziehung zu ihren Partnern aufzubauen. Curran, selbst in größeren Schwierigkeiten wegen Alkohol- und Drogenkonsums, ist von dieser Frau fasziniert, begehrt sie. Und sie nutzt dies aus. Sie scheint alles über Curran zu wissen, alles, was nur jemand wissen kann, der seine Polizeiakte kennt. Nachdem Curran einen Kollegen verdächtigt, der Tramell diese Akte verschafft zu haben, wird dieser eines nachts erschossen in seinem Wagen aufgefunden.
Weil Curran, der kurz zuvor eine tätliche Auseinandersetzung mit dem ermordeten Kollegen hatte, selbst in Verdacht kommt und suspendiert wird, nutzt Catherine die Chance: Sie schläft mit Curran. Der ist immer weniger von ihrer Schuld überzeugt. Statt dessen erhärten sich Verdachtsmomente gegen Beth ...
Inszenierung
„Basic Instinct“ ist eine typische Mischung aus typischem Polizeifilm und typischem „Sex and Crime“ – zu „typisch“, um wirklich überzeugend zu sein. Verhoeven setzte voll und ganz auf Effekte und vermied jeglichen inhaltlichen Realismus sowie überzeugende Charaktere. Wie oft sieht man in einem anderen Film derart häufig fast exakt gleiche Szenen? Der Eispickel, das Mordwerkzeug, dient nicht nur in der Eingangszene als „Aufhänger“ der Geschichte; mehrmals sieht man Sharon Stone mit einem solchen Gerät Eis zerkleinern. Etwas ähnliches gilt für die – mehr oder weniger – „freizügigen“ Sex-Szenen, die sich in dramaturgischer Monotonie wiederholen. Ohne diese Szenen hätte die – durch allerlei psychologisches Wirrwarr gekennzeichnete – Geschichte nicht mehr gelitten. Doch Verhoeven war wohl der Meinung, man müsse die kühle Blonde in ihrem ganzen Femme-fatale-Klischee auf die Leinwand bringen.
Sharon Stones Catherine ist – darauf ist immer wieder hingewiesen worden – der männerverschlingende Vamp, die femme fatale in extenso, skrupellos, dominant, kalt und kaltschnäuzig – jedenfalls unterstellt dies die Inszenierung. Bezeichnend für diese Typisierung ist z.B. die Szene zu Anfang des Films, als Catherine in einem neonbeleuchteten, fensterlosen, kalten Raum von vier oder fünf Polizeibeamten vernommen werden soll. Sie raucht, einer der Polizisten verbietet es ihr. Sie meint: „Werden Sie mich etwa einsperren, weil ich hier verbotenerweise rauche?“ – und raucht weiter. Sie sitzt den Männern in „gebührendem Abstand“ gegenüber, die Beine übergeschlagen, ohne Slip, in kurzem Rock. Sie beherrscht die Szene. Sie soll vernommen werden, aber sie führt Regie. Als sie auf die Frage zu ihrem Verhältnis zu dem Ermordeten äußert: „Ich mag Männer, die meine Lust befriedigen; er verstand es, mich zu befriedigen“, so dass jedem mehr als deutlich wird, dass Catherine kein Bedürfnis nach Emotionalität, sondern ausschließlich nach „gutem“ Sex hat, nimmt sie ihr linkes Bein vom rechten, spreizt leicht beide Beine, so dass für die Beamten sichtbar wird, was sichtbar werden soll. Um diesen Eindruck der Figur der Catherine noch zu verstärken, muss Sharon Stone des öfteren das Wort „ficken“ in den Mund nehmen.
Verhoeven setzt auf Wirkung, nicht auf Entwicklung von Inhalt, auf das Ergebnis, nicht auf sein Zustandekommen, auf das Ist, nicht auf Geschichte oder biografische Details, auf Maske, nicht auf Persönlichkeit. Sicher, Sharon Stone füllt diese typisierte Figur voll aus; sie kann das und sie macht das jedenfalls sehr gut. Sie spielt ein weibliches Monster, nur, dieses Monster ist kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern eine aufgezogene Plastikfigur. Ihre „Intimität“, sei es mit Roxy, sei es mit Michael Douglas Curran wirkt künstlich, stilisiert; die Sex-Szenen, die manche als sehr freizügig empfinden, wirkten auf mich weder freizügig, noch erotisch – eher schon langweilig und ermüdend, sichtbar konstruiert, so, dass man Verhoeven ganz in der Nähe vermutet. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass er den Film wegen dieser Szenen und der damit beabsichtigten Wirkung auf das Publikum gedreht hat und nicht wegen einer spannenden Story.
Auch Michael Douglas treibt sich hier fast schlechter „in den Straßen von San Francisco“ herum als in der bekannten Fernsehserie mit Karl Malden. Lediglich die Szenen mit seinem Buddy Gus lassen erahnen, dass er auch besser spielen kann. Die Beziehung zu seiner Ex-Freundin Beth schwankt unvermittelt zwischen aggressivem Verhalten und deutlich gespielter Emotion. Für Jeanne Tripplehorn eine unlösbare Aufgabe: Sie wird von Curran zu seiner aggressiven Art von Sex gezwungen, er schreit sie mehrfach an, er schmeißt sie aus seiner Wohnung usw. und sie hat – Verständnis! Sind Psychologen keine Menschen sondern alles verstehende und verzeihende Wesen?
Die Geschichte selbst leidet aber nicht nur unter der fast völlig fehlenden charakterlichen Feinzeichnung und der plumpen „Offenherzigkeit“, es fehlt ihr auch an logischer Strenge. Curran, erfahrener und abgebrühter Polizist, geht mit einer Frau, die sehr schnell als eiskalter Engel in Verdacht gerät, ins Bett, lässt sich von ihr sogar fesseln. Ist der Mann lebensmüde? Etwa nach dem Motto: Nur einmal mit ihr schlafen und dann sterben? Hinzu kommen die psychologischen Andeutungen über die Vergangenheit von Catherine und Beth, die nun wirklich so gut wie gar nichts über diese beiden Figuren aussagen – außer dass sie beide Monster sein könnten. Alle vier Frauen im Film sind mehr oder weniger Monster, auch Roxy, die aus Eifersucht versucht, Curran zu überfahren, und die Familienmörderin Hazel. Die Männer sind hormongesteuert, vielleicht bis auf Gus; man könnte sie sogar obendrein noch als Opfer der Vamps sehen, die den Film beherrschen – jedenfalls wird dieser Eindruck vermittelt. Dann plötzlich zeigt Catherine Gefühle (oder spielt sie nur?) gegenüber Curran. Absolutes Wirrwarr!
Die Schlussszene lässt den Film endgültig zur Bastelkiste werden: Man suche sich doch bitte schön selbst aus, wer denn nun wen getötet, wer welchen Eispickel zu was benutzt hat und wer wie einzuschätzen ist. Auf der Strecke bleiben ein Ex-Rockstar, zwei Polizisten, eine eifersüchtige Roxy – und last but not least: das gute Kino.
Nein, nein, die Vergleiche zwischen Sharon Stone hier und den blonden Frauen in Hitchcocks Filmen hinken nicht nur, sie sind falsch und verfälschend. Tippi Hedren, Grace Kelly oder Kim Novak waren keine Marionetten eines schlechten Drehbuchs und einer ebenso schlechten Inszenierung.
Fazit
„Basic Instinct“ ist teilweise durchaus spannend gemacht. Aber das ist nicht der Suspense eines Hitchcock, eine Michael Mann, eines Oliver Stone, eines Stanley Kubrick usw. usf. Das ist Suspense um des Suspense willen, und deshalb keiner. Um nochmals Roger Ebert zu zitieren: Der Film sei wie ein Kreuzworträtsel. Er halte einen bei der Stange, bis man es löse. Danach sei er nur noch wertloses Papier, bei dem die freien Stellen gefüllt seien.
Das ZDF zeigte den Film am 26.8.2002.
Basic Instinct
(Basic Instinct)
USA 1992, 123 Minuten
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: Joe Eszterhas
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Jan de Bont
Schnitt: Frank J. Urioste
Spezialeffekte: John Frazier
Hauptdarsteller: Michael Douglas (Detective Nick Curran), Sharon Stone (Catherine Tramell), George Dzundza (Gus), Jeanne Tripplehorn (Dr. Elisabeth „Beth“ Garner), Denis Arndt (Lt. Walker), Leilani Sarelle (Roxy), Bruce A. Young (Andrews), Chelcie Ross (Captain Talcott), Dorothy Malone (Hazel Dobkins), Wayne Knight (John Correli), Daniel van Bargen (Lt. Marty Nilsen), Stephen Tobolowsky (Dr. Lamott), Benjamin Mouton (Harrigan)
Offizielle Homepage: –
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0103772
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_revie ws/1992/03/746912.html
„Washington Post (Rita Kempley):
http://www.washingtonpost.com/wp-srv/style/longterm/movies/videos/basicinstinctrkempley_a0a2a8.htm
XXLALF, 05.01.2010
dieser filmbericht ist sehr schön zu lesen, wobei ich dennoch einen blick hineinriskieren würde, wenn er mal wieder im fernsehen gezeigt wird. ein bw und ganz liebe grüße