Der Schrecken der Medusa
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Testberichte Der Schrecken der Medusa

 (DVD) Science Fiction Film
4.9 von 5
Platz 23 in der Kategorie "Science Fiction Filme".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 4.9 von 5
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Der Schrecken der Medusa Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 4.9 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Story, schauspielerische Leistung.
  • Spannungsaufbau, Richard Burton, das Thema an sich, glaubwürdig erzählte Story
Nachteile/Kritik
  • Lee Remick als Psychiaterin Dr . Zonfeld
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Kater

***Ein Psychohorror der Extraklasse***

ein Testbericht von 2004-05-18 18:52:23 vom 18.05.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Story, schauspielerische Leistung....
Nachteile/Kritik: -
Hallo ihr Lieben! Heute berichte ich über einen Psychohorrorfilm, dessen Titel ,,Der Schrecken der Medusa" heißt. Ein Medusa tauchte zum ersten Mal in der griechischen Mythologie auf. Sie hat Schlangen statt Haare auf dem Kopf und wer sie ansieht versteinert auf der Stelle. Sie ist jedoch überhaupt nicht die Person, um die es im Film geht, sondern wird nur ein-zweimal erwähnt. Ihr werdet sehen..

Der Plott:

Der Autor Morlar wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. Jemand hat ihn erschlagen. Inspektor Brunel denkt sich zunächst, dass es wieder mal nur ein Routinefall ist, jedoch ist Morlar nur scheintot, sein Gehirn arbeitet weiter. Alle Nachbarn und sonstige Zeugen werden von Inspektor Brunel verhört, doch eine erste wirkliche Spur führt ihn zu Dr. Zonfeld. Morlar war ein Patient der Psychologin.

Inspektor Brunel beschließt Dr. Zonfeld einen Besuch abzustatten. Beim Gespräch mit ihr, erfährt er, dass Morlar die Fähigkeit besitzt telekinetisch Katastrophen auszulösen. Seine Kindheit verbrachte er teils in einem Kloster, wo ihn abends eine Nonne immerzu mit Geschichten, die von der Hölle handelten, quälte, teils auch bei seinen Eltern. Seine Mutter hasste ihn und betrachtete ihn ganz und gar nicht als ihren Sohn. Als er mit seinen Eltern einen Ausflug machte und diese gerade an einer Klippe standen und aufs Meer schauten, ließ Morlar telekinetisch den Wagen auf sie zu rollen..

Am nächsten Tag geht Brunel ins Krankenhaus um nach Morlar zu sehen. Sein Gehirn ist eigenartiger Weise noch sehr aktiv, während sein Puls schwach ist. Brunel's Vorgesetzte drängen darauf, dass er nun doch bald den Mörder schnappen soll, doch zunächst studiert Brunel Morlar's Bücher, die allesamt von Jesus, der Apokalypse und seinen Fähigkeiten handeln. Beim zweiten Verhör mit Dr. Zonfeld findet Brunel heraus, dass Morlar sich in der Schule mit seinem Lehrer anlegte, dem Morlars Intelligenz Angst machte und er sich untergeordnet ihm gegenüber fühlte. Zur Strafe sollte er auf dem Schulhof über tausend Blätter sammeln und sie ihm anschließend in sein Büro bringen. Da sie aber noch nass vom Regen waren, sagte der Lehrer, er solle sie trocknen. Morlar warf ihm einen bösen Blick zu, ging in den Keller und verbrannte die Blätter im Ofen. Mit den Blättern verbrannten auch die Schule, der Lehrer und vier Jungen...

Meine Meinung:

Mal eine Frage: Gibt es derzeit lebende Menschen, die telekinetische Fähigkeiten haben? Wenn ja, besäßen sie unglaublich viel Macht. Macht zu besitzen heißt viel Verantwortung tragen zu können. Man kann Macht zu guten, aber auch zu bösen Zwecken nutzen. In diesem Fall nutzt Morlar sie, um sich bei seiner Familie, der Kirche und den anderen Menschen, die er eh noch nie in seinem Leben leiden konnte, zu rächen. Er hat gespenstische Augen, die einem den Eindruck vermitteln, er sei besessen. Augen sagen viel über den Menschen aus. Man sagt ja auch, die Augen seien der Spiegel der Seele. Bei Morlars Augen finde ich das sehr beängstigend.

Krass finde ich, wie der Arzt im Krankenhaus so vorschnell meint über Morlar urteilen zu können, indem er sagt, ,,ach, der ist reine Zeitverschwendung, wir brauchen das Bett für einen anderen Patienten!" Ich meine, stellt euch doch mal vor, ihr währet scheintot und eure Atmung etc. hängt nur noch von Maschinen ab. Wie ermutigend würdet ihr es finden, wenn ein Arzt so etwas in eurem Beisein sagen würde?

Und hier weils so schön war noch ein Zitat, bzw. einen kurzen Dialog aus dem Film:

Morlars Frau:,,Daddy hatte recht, was du auf die Welt bringst kann ja nur eine Missgeburt werden!"

Morlars Augen glühen förmlich.

Morlars Frau:,,Glaub' nicht, dass ich wiederkommen werde."

Morlars:,,Ich werde nicht dran zweifeln...!"

Dies natürlich ohne jegliche Hintergedanken Morlars..
Krass oder? Da fragt man sich glatt, was seine Frau denn zuerst so toll an ihm gefunden hat, wenn er doch anscheinend immer so drauf ist.

Der Filmtitel bezieht sich zum einen auf ein kleines Bild, dass Morlar in seinem Zimmer hängen hat, zum anderen auf einen Satz, den Dr. Zonfeld in einer Szene sagt. Von herumschleichenden Medusen ist in diesem Film gar nicht die Rede von. In meiner Fernsehzeitung stand, dass der Film ab 12 Jahren sei. Bevor ich den aufgenommen Film aber sah, kam eine kurze Einblendung, dass der Film ab 16 Jahren sei. Also suchts euch aus, ich weiß jetzt nicht was stimmt. Ich vergebe dem Film die volle Punktzahl, also 5 Sterne, weil mich die Story und die glaubhafte schauspielerische Leistung wirklich überzeugt haben.

Darsteller: Richard Burton alias Morlar,
Lino Ventura alias Inspektor Brunel,
Lee Remick alias Dr. Zonfeld.

Regie: Jack Gold.

Lauflänge: 105 Minuten.

Drehort: England/Frankreich, 1977.

By Kater ;-)

Für Caio und Yopi
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Zzaldo
Zzaldo, 03.10.2008
liebe Grüße sendet dir Stephan
Striker1981
Striker1981, 12.11.2008
SH und Liebe Grüße vom STRIKER
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DukeNukem

Wenn aus Opfer Täter wird

ein Testbericht von 2010-09-30 20:16:44 vom 30.09.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Spannungsaufbau, Richard Burton, das Thema an sich, glaubwürdig erzählte Story...
Nachteile/Kritik: Lee Remick als Psychiaterin Dr . Zonfeld
Es gibt auf der ganzen Welt verteilt viele Filmfans, deren Wissen und „Jagd“ nach neuem und altem Material vergleichbar ist mit dem eines Quentin Tarantino, oder als Light-Version betrachtet wie bei einem Robert Rodriguez.

Warum gerade die beiden Regie-Genies?
Nun, weil sie mit Vorliebe die sogenannten Klassiker mit ihren Augen verschlingen, die gute 10, 20, 30, 40 oder gar 50 Jahre alt sind. Und eben bei Filmen von diesen beiden durchgedrehten Typen werden sie sogar gewürdigt in Form einer audiovisuellen Hommage, sei es Rollennamen, Gespräche über Filme, Filmposter im Hintergrund oder zum Beispiel Gastrollen. (Anmerkung: Vor einigen Tagen lief, leider zu später Stunde, auf dem Fernsehsender ARTE der Film „Piz Palü“, der unter Anderem in Quentin Tarantino’s „Inglourious Basterds“ erwähnt wird)

Warum sind gerade Klassiker von vor Jahren so beliebt bei Leuten wie uns?
Ganz einfache Antwort. Ohne die Klassiker von damals gebe es wohl kaum die Filme von heute und morgen. Mal ehrlich, die heute betitelten „alten Knacker“ hatten sehr viele Ideen für Filmstories, die mussten niemals von anderen klauen. Nicht so wie in den 2000ern, nein, den jungen Spunden gehen leider die geschichtlichen Illusionen aus, und als einzigen Ausweg fällt ihnen nur mehr ein, die vom Volksmund verbal beschimpften Schinken herzunehmen und ein Remake daraus zu machen. Gut, auch eine Möglichkeit einen etwas älteren Streifen für die heutige Generation gefügig zu machen, aber leider ist das Ergebnis dessen schlecht umgesetzt, da zu knallig bunt und laut.

Mein Vater ist zwar nicht so ein Filmnerd wie ich, aber er kennt sich mit Klassikern aus, verständlich, er ist schließlich mit ihnen aufgewachsen. Als ich noch viel jünger war, und das Medium Film erst kennen lernte, war auch ich der Meinung, dass nur die laufenden Bilder, welche zu meiner jugendlichen Zeit produziert und gedreht wurden, das einzig wahre sind. Und daher habe ich nie auf ihn gehört. Erst mit späterer Zeit, und der Suche nach dem Verständnis von Quentin Tarantino’s Insiderwitzen, wusste ich, dass ich falsch lag.

Die oben erwähnten Absätze fielen mir nach dem Ansehen des Spielfilmes „Schrecken der Medusa“ ein, worüber ich einen Erfahrungsbericht schreiben möchte, um ihn euch näher zu bringen.

Der Film stammt aus den 70er Jahren. Zu dieser Epoche steckten die Deutschen so voller Ideen und Tatendrang, dass sie neben den gesprochenen Worten auch die Titel übersetzten. Hierbei kam manches Mal interessantes und faszinierendes zum Vorschein. Auch bei diesem Streifen, in der Literatur wird er betitelt als „Der Schrecken der Medusa“, in der Anfangssequenz selber als „Die Schrecken der Medusa“. Meiner Meinung nach ist Letzteres treffender, aber ich bevorzuge die ungeschlechtliche Schreibmethode, also das Weglassen des Artikels.

Worum geht es eigentlich?
Der Schriftsteller John Morlar ist einem Mordanschlag zum Verhängnis geworden. Im Zuge eines Austauschprojektes ermittelt ein französischer Detektiv in England, dessen Suche nach dem Täter ihn langsam an seinem Verstand verzweifeln lässt. Wenige Minuten nach Beginn der Inspektion des Tatortes wird das Opfer Morlar wieder lebenig. Im Krankenhaus auf der Intensivstation angeschlossen an eine Maschine, die für ihn atmet, stellt der Arzt fest, dass er laut seinem Herzschlag eigentlich tot sein müsste, aber sein Gehirn dagegen ankämpft. Die Ermittlungen führen den Detektiv zu der Psychiaterin des Schriftstellers, die einige merkwürdige Dinge über das Opfer zu erzählen hat, die anfangs wie Zufälle in Verbindung mit Wahnvorstellungen aussehen, nach und nach aber immer glaubwürdiger werden. Leider scheint diese Erkenntnis zu spät, denn die nächste Katastrophe bahnt sich, ausgelöst durch Morlar’s Macht, bereits an.

Erzählstil
Der Film wird, ähnlich wie Stanley Kubrick’s „Die Rechnung ging nicht auf“, in Rückblenden erzählt. In diesem Fall helfen die Flashbacks allerdings, das Monster Morlar besser kennen zu lernen, und die Tat seines Mörders zu verstehen und akzeptieren. Der Titel wurde bestens ausgewählt, denn bei Medusa handelt es sich um ein Geschöpf aus der griechischen Mythologie, bei deren Anblick man sich zu Stein verwandelt. Wenn du in Morlar’s Augen blickst, dann erstarrst du vor lauter Schrecken zu solch einem Fels.

Auf wikipedia habe ich gelesen, dass einige Kritiker einige Längen bemängelten. Dem kann ich aber nicht zustimmen, als ich diese Mischung aus Krimi, Thriller, Horror und Katastrophenfilm sah, verging die Zeit sehr schnell, denn ich fieberte richtig mit. Also Spannung geht kein einziges Mal verloren. Im Gegenteil, der Bogen bleibt hierbei immer gespannt.

Amüsant finde ich die damaligen Jugendschützer, denn „Schrecken der Medusa“ war früher ab 16 Jahren freigegeben, und nach mehreren vergangenen Jahren stufte man dies herab auf 12. Damals war man halt noch prüder, nicht so wie heute. *ggg*
Der Film selber bietet keinerlei böse Aussprachen oder blutige oder sexuell anzügliche Bilder. Sauber also gehalten, bis auf den Inhalt selber, denn der ist „teuflisch“ (wer den Film kennt, der versteht).

Die Besetzung
Über die Darsteller kann ich leider nicht so viel schreiben, denn dieser sind mir eigentlich komplett unbekannt. Sie alle spielen aber durch die Bank weg sehr gut und glaubwürdig, mit Ausnahme vielleicht von Lee Remick, die die Psychiaterin Dr. Zonfeld spielt. Sie wirkt für mich etwas zu aufgesetzt, und damit uninteressant.

Richard Burton ist mir allerdings schon ein Begriff.
Und in die Rolle des Schriftsteller John Morlar passt er einfach perfekt. So wie heute ein Edward Norton aus „Zwielicht“ oder ein Sir Anthony Hopkins als „Dr. Hannibal Lecter“ beherrscht es auch dieser Schauspieler, die Mimik gekonnt ins Szene zu setzen.

Der Regisseur
trägt den Namen Jack Gold, mir ebenfalls unbekannt.
Ich überfolg auf imdb kurz seine Filmografie als Regisseur, fungierte bei den meisten seiner Machwerke auch gleichzeitig als Produzent – war damals so üblich anscheinend, und da las ich zum Beispiel „Der kleine Lord“. Also, meiner Meinung nach versteht dieser Mann sein Handwerk, er weiß, wie man Figuren präsentiert und Spannung aufbaut. Ein toller Geschichtenerzähler.

Fazit:
Ein Film, oder besser gesagt eine DVD, die man als Liebhaber der laufenden Bilder zuhause sein Eigen nennen muss.

Wie ich immer sage:
Die Klassiker von damals sind immer noch die besten!!!
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Kommentare
Lanch999
Lanch999, 30.09.2010
Schöner Bericht! LG von Lanch999
Freue mich über Gegenlesung von dir :D
Zalu
Zalu, 30.09.2010
Schöner Bericht, Gegenbewertung wäre klasse. Vielen Gruß Dennis
Baby1
Baby1, 30.09.2010
.: :. Liebe Grüße Anita .: :.
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wildheart

I have a gift for disaster

ein Testbericht von 2004-08-15 20:24:14 vom 15.08.2004
Empfehlung: ja
Nach einem Roman von Peter van Greenaway drehte Jack Gold 1978 die Geschichte um einen mysteriösen Mann, der von sich behauptet, Katastrophen herbeiführen zu können – nur mit seinem Willen. Das Erschreckende, das dieser Film erzeugt, ergibt sich aus einer völlig normalen Umgebung, in der nur ein Mensch unnormal erscheint – John Morlar, gespielt von Richard Burton, der vor 20 Jahren, am 5. August 1984, verstarb.

Inhalt
Inspektor Brunel (Lino Ventura) ist Gast bei Scotland Yard. Im Austausch mit einem britischen Kollegen, der zeitweise bei der Sûreté arbeitet, ermittelt Brunel in einem außergewöhnlichen Mordfall. Der Schriftsteller John Morlar wurde erschlagen. Als Brunel und sein englischer Kollege Duff den Tatort besichtigen, beobachten Sie plötzlich, dass sich Morlars Brustkorb bewegt. Im Krankenhaus wird Morlar an ein EEG angeschlossen. Sein Gehirn ist tätig, und es scheint, als wehre er sich dagegen zu sterben. Für Dr. Johnson (Gordon Jackson) ist es nur eine Frage der Zeit, dass Morlar stirbt. Sein Kopf wurde durch mehrere Schläge mit einem äußerst harten Gegenstand so sehr verletzt, dass ein Überleben Morlars unmöglich erscheint.

Brunel verhört Morlars Nachbarn, Mr. Pennington (Robert Lang), der behauptet, er habe Morlar so gut wie gar nicht gekannt, obwohl die Wände dünn sind und man von Morlars Wohnung aus deutlich den Fernseher in Penningtons Wohnung hören kann. Morlar schien ein einsamer Mensch gewesen zu sein. Er habe keine Freunde gehabt und sei nie besucht worden. In seinem Tagebuch findet Brunel rätselhafte Einträge: Den Namen Zonfeld etwa, oder die Frage „Wo bist Du, L.” – und die Erwähnung einer geheimnisvollen „Westfassade” – alles Dinge, mit denen Brunel zunächst nichts anfangen kann.

Dann allerdings stößt er auf den Namen Zonfeld im Telefonbuch. Wie sich zeigt, handelt es sich um Dr. Zonfeld, eine Psychiaterin, bei der Morlar in Behandlung war.

Dr. Zonfeld (Lee Remick) erzählt Brunel von Wahnvorstellungen Morlars. Er habe ihr erzählt, er könne nur durch seinen Willen Katastrophen herbeiführen. Er habe sich verantwortlich gefühlt für den Tod seiner Eltern, die er nicht mochte und die durch ihr eigenes Auto angefahren von einer Klippe in den Tod gestürzt seien; ebenso für den Tod eines Lehrers, der ihn damit gequält hatte, 1.068 Blätter im Park zu sammeln, als Strafe für ein zu loses Mundwerk; und für den Tod des religiös-fanatischen Kindermädchens, dessen Gerede er nicht mehr hören konnte.

Ein Anwalt erzählt Brunel, Morlar sei eine Zeitlang Verteidiger gewesen. In einem Prozess gegen einen Mann, dem Aufruf zur Gewalt vorgeworfen wurde, habe Morlar eine flammende Verteidigungsrede gehalten und den britischen Militarismus kritisiert. Richter McKinley (Robert Flemyng) habe den Mann zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt. Alle im Gerichtssaal hätten gesehen, wie Morlar ihm daraufhin in die Augen geschaut habe und McKinley bleich vor Entsetzen geworden sei. Eine Stunde später sei er in seinem Zimmer im Gerichtsgebäude an einer Herzattacke gestorben.

Brunel ist ratlos. Hatte Morlar übersinnliche Kräfte? Er schaut sich Berichte über Telekinese an, befragt nochmals Dr. Zonfeld, die ihm offenbar nicht alles erzählt hat. Inzwischen misst das EEG verstärkte Gehirnaktivität bei Morlar. Brunels Londoner Vorgesetzter (Harry Andrews) kann an den Spuk, den ihm Brunel berichtet, nicht glauben. Doch dann erzählt Dr. Zonfeld von weiteren Ereignissen, die Brunel zu denken geben: Nachdem Morlars Frau Patricia (Marie-Christine Barrault) sich von ihm ab- und einem anderen Mann zugewandt hatte, kamen beide kurze Zeit später bei einem Autounfall ums Leben. Morlar fühlte sich auch für diesen Unfall verantwortlich und behauptet weiter steif und fest, solche Katastrophen nur mit seinem Willen herbeiführen zu können. Er habe ihr, Dr. Zonfeld, auch verzweifelt berichtet, dass er durch diese Gabe offenbar nur Schreckliches auslösen könne, nichts Gutes.

Und schließlich berichtet Dr. Zonfeld über ein Ereignis, das sie zutiefst erschüttert habe. Sie sei selbst Zeuge einer solchen Katastrophe geworden – in Anwesenheit Morlars ...

Inszenierung
Jack Gold, der nach „The Medusa Touch” fast ausschließlich noch TV-Filme inszenierte, führt uns in eine völlig „normale”, das heißt für sich genommen alltägliche Welt, in der ein Mord passiert, in der ein Jumbo-Jet abstürzt, in der eine Mondlandung schief geht und auch ansonsten Katastrophen geschehen, über die tagtäglich im Fernsehen berichtet wird. In diese Welt setzt er einen Mann, der behauptet, er habe zwar nicht alle, aber einige dieser Katastrophen verursacht, weil er es wollte. Wir sehen ihn als kleinen Jungen, der mit seinen Eltern, die ihn nicht sehr mochten, an die Küste fährt. Während die Eltern an die Klippe gehen, sieht man den kleinen John in das Auto steigen, wieder aussteigen und in den Felsen zurückgehen. Er hat an dem Fahrzeug nicht manipuliert. Trotzdem setzt es sich in Bewegung, auf die Eltern zu, die dies zu spät bemerken und samt dem Fahrzeug in die Tiefe stürzen.

Ähnliches passiert an der Schule, als der Lehrer, der John bestrafte, im Feuer umkommt, und mit dem Kindermädchen, später mit anderen, u.a. auch der Frau seines Nachbarn, die aus dem Fenster springt. Nie hat Morlar seine Finger im Spiel. Und lange Zeit weiß man nicht, ob es sich nur um eine „Verkettung unglücklicher Umstände” – wie es so schön heißt – handelt, also um einen Unglücksraben, der daran zu verzweifeln beginnt, dass er offenbar Katastrophen anzieht, oder um einen Psychopathen, der tatsächlich in irgendeiner Weise an diesen Katastrophen beteiligt ist.

Richard Burton spielt diesen John Morlar wie einen gewöhnlichen Mann, der Hilfe in der Psychologie sucht, der Dr. Zonfeld inständig bittet, ihm zu glauben und aus dieser Situation heraus zu helfen, während die Psychologin lange Zeit an Wahnvorstellungen glaubt, die man behandeln müsse. Morlar jedoch lässt ihr dazu gar keine Gelegenheit. An den Einbruch des Schicksalhaften, des Bösen in Gestalt dieses Mannes wagt man zunächst nicht zu glauben. Und tatsächlich bleibt bis zum Schluss unklar, ob Morlar diese Fähigkeit, durch seinen Willen Katastrophen auszulösen, bewusst einsetzt oder ob ein innerer Zwang ihn dazu treibt, gegen den er sich nicht wehren kann.

Insgesamt gesehen allerdings fügen sich die Puzzle-Steine immer deutlicher zusammen: Zu den Toten zählen seine Eltern, die ihn ablehnten, ein Lehrer, der ihn quälte, ein Kindermädchen, die eine religiöse Fanatikerin war, ein Richter, der einen Kritiker des englischen Militarismus hart bestrafte, eine Nachbarin, die an ihrem Mann nichts Gutes ließ – und ganz zum Schluss schickt sich Morlar an, den Repräsentanten der britischen Gesellschaft den Garaus zu machen: Kirche, Staat, Kleinbürgertum und ein blinder Fortschrittsglaube – das scheinen die Ziele des Hasses Morlars zu sein. Trotzdem scheint das, was er auslöst, eher durch einen inneren Zwang erwirkt, denn durch eine bewusste Tat seines Verstandes.

Wüssten Brunel und Dr. Zonfeld nicht, warum bestimmte Dinge passiert waren, würden sie all diese Katastrophen eben für „normale” Katastrophen halten. Lino Ventura spielt das, was er oft spielte, einen abgefeimten, misstrauischen und schlauen Polizisten, der sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen lässt. Lee Remick überzeugt in der Rolle einer Psychologin, der man anfangs nicht anmerkt, dass sie etwas zu verheimlichen hat, mehr über Morlar weiß, als sie Brunel erzählt.

Fazit
Insgesamt ein mysteriöser Film, der mit einem spannenden Showdown, einem Wettlauf mit der Zeit endet; und an diesem Ende steht einer, der nicht aufzugeben scheint oder es nicht kann. „Sucht den Mann mit der Macht, Katastrophen heraufzubeschwören.”

DVD
Die deutsche Ausgabe der DVD enthält keinerlei Zusatzmaterial und ist lediglich mit einer deutschen Tonspur versehen. Das ist betrüblich. Denn gerade ein solcher Film gewinnt meistens dadurch, dass man ihn in der Originalsprache ansehen kann. Die Bildqualität ist für einen Film aus den 70er Jahren mehr als passabel.

Wertung: 8 von 10 Punkten.

Der Schrecken der Medusa
(The Medusa Touch)
Frankreich, Großbritannien 1978, 105 Minuten
Regie: Jack Gold

Drehbuch: John Briley, nach einem Roman von Peter van Greenaway
Musik: Michael J. Lewis
Director of Photography: Arthur Ibbetson
Schnitt: Ian Crafford
Produktionsdesign: Peter Mullins
Darsteller: Richard Burton (John Morlar), Lino Ventura (Brunel), Lee Remick (Dr. Zonfeld), Harry Andrews (Kommissar), Alan Badel (Barrister), Marie-Christine Barrault (Patricia), Jeremy Brett (Edward Parrish), Michael Hordern (Atropos), Gordon Jackson (Dr. Johnson), Michael Byrne (Duff), Derek Jacobi (Townley), Robert Lang (Pennington), Avril Elgar (Mrs. Pennington), John Normington (Schulmeister), Robert Flemyng (Richter McKinley)

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0077921


© Ulrich Behrens 2004
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 16.09.2011
davon gehört hab ich schon, jedoch den film hab ich noch nicht gesehen. hört sich aber recht spannend und auch interessant an. bw für den exellenten bericht und ganz liebe grüße
catmother
catmother, 01.12.2004
Einer meiner Lieblingsfilme aus der alten Zeit.
blackangel63
blackangel63, 20.12.2008
Lg...............................AnJa
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