Es war einmal in Amerika
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Testberichte Es war einmal in Amerika

 (VHS) Drama
5.0 von 5
Platz 1194 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
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Es war einmal in Amerika Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
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  • nur auszug aus der doku
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Heyzl

ES WAR EINMAL IN AMERIKA - DAS EPOS (DVD)

ein Testbericht von 2003-10-30 14:17:10 vom 30.10.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: alles...
Nachteile/Kritik: nur auszug aus der doku
ONCE UPON A TIME IN AMERICA (Es War Einmal In Amerika) - Special Edition 2-Disc Set

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EINLEITUNG:
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Nu r wenige Filme unserer Zeit verdienen das Prädikat Meisterwerk. Es war einmal in Amerika verdient es. Sergio Leone hat ein unerreichtes Meisterwerk geschaffen, das heute Kultstatus hält und unvergessen bleibt. Ein Meilenstein der Filmgeschichte, der Leone's Leben beeinflusst hat und leider einen etwas unrühmlichen Werdegang erleiden musste.
Nach vielen vielen Jahren kommt dieser Film endlich auf DVD in seiner Originalfassung. Ich kannte den Film bis dato nur in seiner verstümmelten (bzw unbeholfen möchte-gern restaurierten) Fassung aus dem Fernsehen. Doch auch so hatte mich der Film schon begeistert. Ihn endlich in seinem Original zu sehen war für mich wie Weihnachten und ich habe dem Film einen ganzen Sonntag nachmittag geopfert, und ich war danach wie verzaubert.


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HANDLUNG:
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Ohne zu viele Details zu verraten (was ich oft mache), will ich hier nochmal kurz die Handlung schildern. Der Film profitiert von der detaillierten Schilderung des Lebens verschiedener Menschen, deshalb gebe ich hier eine Übersicht, und nicht alle Details, sonst ist es nicht mehr so spannend.

Noodles und seine Freunde leben in Brooklyn anfang der 20er Jahre. Sie schlagen sich auf den Straßen mit kleinen Gaunereien durch, erleben zusammen ihre ersten sexuellen Abenteuer, lernen die Welt kennen und erfahren, was es heisst, sich behaupten zu können. Die Jungs arbeiten sich in ihrem viertel hoch, und kommen so in den Konflikt zu rivalisierenden Banden. Der erste bedeutende Einschnitt des Films handelt davon, wie ihr Hauptrivale Bugsy einen von Noodles' Freunden erschiesst, woraufhin Noodles Bugsy ersticht, zusammen mit einem einschreitenden Polizisten. Noodles kommt daraufhin ins Gefängnis. Noch ein paar Dinge zum Leben der Jungs: Noodles ist in das Mädchen Deborah verliebt, dass auf eine Schauspielerkarriere hinarbeitet. Die Jungs teilen ihr erwirtschaftetes Gaunergeld auf und legen 50% davon in einen Safe am Bahnhof.
Jahre später. Noodles (jetzt Robert DeNiro) ist erwachsen, es sind die 30er Jahre. Er kommt aus dem Knast frei, und stellt fest, dass sein Freund Max (James Woods) inzwischen mit den anderen ein kleines Syndikat aufgebaut hat, mit Alkoholschmuggel (es ist die Zeit der Prohibition) und Bars. Der Profit lockt, und die Freunde, jetzt wieder vereint, steigen immer weiter auf. Arbeiten sich hoch, werden reicher, rücksichtsloser und politischer. Deborah ist mittlerweile ein Star, und will nach Hollywood gehen. Die Prohibition geht seinem Ende zu, die Dinge überschlagen sich. Rivalitäten, korrupte Politiker, korrupte Polizisten, und ein übermütig geplanter Überfall auf die National Reserve Bank fürhen dazu, dass Noodles alleine dasteht, und untertauchen muss. Jahre später, will er die Wahrheit rausfinden, das Geld einstecken, ein neues Leben beginnen. Doch es kommt alles anders.....

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DIE GESCHICHTE DES FILMS:
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Dieser Film hat eine lange und unwürdige Geschichte hinter sich.

Als er das erste mal in Cannes in seiner Ur-Fassung aufgeführt wurde, wurde er als bester Film des Jahrhunderst gefeiert. Da war der Film noch 235 Minuten lange und in seiner absoluten Originalfassung. Doch für die Landesweite veröffentlichung in den USA hatte man ohne Einverständnis des Regisseurs den Film auf 135 Minuten gekürzt und den Film so verändert dass er chronologisch war. Eine absolute Kathastrophe. Diese Fassung war eine absolute Schande.
Als man Jahre später einegesehen hatte was man angerichtet hatte, wurde versucht, das ganze Rückgängig zu machen, mit dann 195 Minuten, doch die Urfassung erreichte man nicht. Erst heute hat man den Film in seine Ursprüngliche FAssung von 225 Minuten gebracht, ca 10 Minuten kürzer als die Italienische Urfassung, aber immerhin die Fassung, die der Regisseur wollte. (Minutenangaben kann man nie genau machen, da sich zB PAL und NTSC in der Laufzeit unterscheiden, weshalb weiter unten auch 220 Minuten angegeben sind, und oft mit oder ohne Abspann gezählt wird).

Man muss hinzufügen, dass die hier vorliegende Version zwar das beste und längste Darstellt aber warscheinlich nicht 100% das Darstellt, was Leone fertiggestellt hätte, wenn alles an Filmmaterial und Tonaufnahmen noch zur verfügung gestanden werden. In einer Perfekten Welt würden wir warscheinlich 250 Minuten zu sehen kriegen.

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INFOS ZUM FILM:
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USA 1984
Regie: Sergio Leone
Musik: Ennio Morricone u. Georghe Zamfir
Darsteller: James Woods (Max), Robert De Niro (Noodles), Elizabeth McGovern (Deborah), Joe Pesci (Frankie), Burt Young (Joe), Tuesday Weld (Carol), Treat Williams (Jimmy O'Donnell)
Warner Brothers Verleih, Regency Production
FSK 16
ca 220 Minuten

imdb.com link:
http://www.imdb.com/title/tt0087843/combine d

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KRITIK und KOMMENTAR:
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Wow. Diese drei Buchstaben fassen den Film recht gut zusammen. Dieser Film ist ein Meisterwerk. Doch wo fange ich zum lobpreisen an?

1. Darsteller: Sowohl die Kids als auch die Erwachsenen Darsteller geben ihr bestes. Noch heute wenn man DeNiro oder Woods nach ihrer Karriere fragt bekommt man diesen Film als Antwort wenn es um das wichtigste künstlerische Erlebnis geht. Die Darsteller bieten eine realtistische und emotionall eindrucksvolle Darbietung, die sicherlich nicht einfach war, wenn man die Länge und den Umfangreichtum des Films berücksichtigt. Klasse DeNiro.

2. Story: Der Film befasst sich mit dem ganzen Leben von Noodles und Co, da grenzt es an Meisterleistung der 5 oder mehr Drehbuchautoren, die dieses Epos einen Rahmen gegeben haben. Jedoch fällt auf, dass gegen Ende des Films das Werk an Detailverliebtheit verliert was dazu führt dass man sich wünscht, der Film würde wieder in die 30er zurückspringen, was mich zu

3. Kamera und Regie, bringt: Wieder eine Meisterleistung. Nicht nur, weil Leone kein Wort Englisch konnte, sondern auch, weil hier eine Welt geschaffen wurde, die den Zuschauer in die damalige Zeit versetzt. Vom Szenenbild über die Lichtkomposition bis zur Ausstattung und Kostümen ist dieser Film brachial.

4. Musik: Sowohl Meisterkomponist Ennio MOrricone als auch Georghe Zamfir (die Panflöten Melodie) trugen hier zum Feel des Films bei. Die Musik gliedert sich sehr gut in den Film ein und trägt zur unvergesslichkeit dieses Meisterwerks bei.

NEGATIVE KRITIK:
Wie schon erwähnt, verliert der Film gegen Ende seine Magie. Das mag an der länge liegen, oder an der Panik, den Film zu vollenden oder an der Liebe der Macher für die 30er aber nicht für die spätere Zeit. Auch das Ende ist etwas bizarr, und man muss schon scharf kombinieren um den geheimnisvollen Story-Feinheiten gegen Ende folgen zu können, was ich aber wiederholt auf Oberflächlichkeit zurückführe. Ich liebe diesen Film, doch man darf die Umstände nicht vergessen, und wenn ich jetzt persönlich da einige Macken hineininterpretiere ist das meine Ansicht und ich denke ich liege da nicht ganz falsch.

Insgesamt absolut das beste was man in letzter Zeit in Sachen Neuauflagen auf DVD zu sehen bekommt. Ein Film, der seinen Platz in den Hallen der unvergesslichen Meisterw
erke ehrlich verdient hat und Leone zum Filmheiligen machte.

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DIE DVD:
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Warner Brothers hat sich hier um die restauration der Originalfassung bemüht, die nach langem langem warten endlich auf DVD erschienen ist und mit einem 2-Disc Set im Digipak auch noch Sammler anspricht.

Verpackung:
Das in schwarz/gold gehaltene Digipak ist von mittelmäßiger Qualität und durchschnittlichem Design und kann nicht mit der schönheit des "Spiel mir das Lied vom Tod" (ebenfalls von Sergio Leone) Digipaks verglichen werden. Dieser Film hätte eine schönere Verpackung verdient. Lediglich der Aufdruck auf den Discs selbst ist künstlerisch wertvoll.

BILD:
Hier wurde schön restauriert. Besser kann man diesen Film wohl nicht sehen, von Anfang bis Ende ein überzeugendes Bild dieser DVD. Der Kontrast ist recht hoch, das Bild scharf wie nie und relativ frei von Dreck oder Schäden. Lediglich ein leichter Schleier trübt stellenweise den sehr guten Eindruck. Urteil: Sehr gut in Anbetracht des Alters und des Schicksals des Films (siehe oben).

Bildformat: 1,85:1 anamorphes widescreen, Originalformat.

TON:
Warner hat sich für einen 5.1er Upmix entschieden. Dies kommt dem Film zwar sehr zu gute, jedoch wurden die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Die postitive Seite: Dialoge sind (abgesehen von Dialekten und murmelnder Aussprache verschiedener Schauspieler) gut verständlich; Die Soundkulisse von vorne ist dynamisch, laut und klar; Die Musik erzeugt gute Athmosphäre; Stellenweise nutzung der Rücklautsprecher. Die negative Seite: Weder Bass noch Rücklautspreche werden aktiv genutzt, man hat sich hier auf eine qualitative Umsetzung beschränkt und - warscheinlich aus nostalgischen Gründen - keine Aufwendige neuabmischung des Sounds in Erwägung gezogen. Deshalb leider wenig Bass und wenig Surround Sound.

Tonspuren:
Deutsch und Englisch (getestet) Dolby Digital 5.1
Audiokommentar in Stereo

Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch, Norwegisch und Schwedisch.

Kommentar: Wo bleiben Untertitel in Französisch, Spanisch, Türkisch...? Diese Untertitelpolitik ist etwas undurchschaubar.

Untertitel für Hörgeschädigte in Deutsch und Englisch.

EXTRAS:
Auszug aus der Dokumentation "Once Upon A Time: Sergio Leone" (Disc 2)
Das ist wohl das mieseste was Warner hat abziehen können. Sie packen lediglich einen Auszug dieser Dokumentation auf die Scheibe, was wohl der Kern wäre. Absolut schlecht sowas. Gerade solch eine Dokumentation hätte in voller länge rauf gehört (oder eventuell auf eine dritte Scheibe)!

Trailer (Disc 2)
Der Kinotrailer von damals.

Fotogalerie (Disc 2)
Eine Gallerie schöner Bilder aus dem Film und von der Produktion, einige nette Zeitdokumente und gute Quellen für Leute die sich daraus Hintergrundbilder für den PC basteln wollen.

Audiokommentar von Filmkritiker Richard Schickel (Disc 1+2)
Leone lebt ja nicht mehr, sonst hätte Schickel wohl den Hut genommen und das Mikro an den Großmeister persönlich übergeben. Dieser Audiokommentar beschränkt sich im wesentlichen auf Fakten und Einschätzungen bzw Interpretationen und kann im großen und ganzen als recht informativ beschrieben werden. Für Fans des Films oder Interessierte allgemein auf jedenfall ein Muss, für den durchschnittlichen Filmegucker nicht empfehlenswert, da nicht unterhaltsam und eben fast 4 Stunden lang.

Menüs und Szenenauswahl aus 59 Kapiteln (34 auf Disc 1 und der Rest auf Disc 2)


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FAZIT:
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Das geniale Epos von Sergio Leone endlich in der ursprünglichen, wenn auch nicht italienischen, Fassung so wie es schon immer hätte sein sollen. Ein fast 4 stündiges Meisterwerk der Filmgeschichte auf einer technisch würdigen DVD, die leider mit Extras geizt und die Intermission nicht nützt (aus technischen Gründen). Ein absolutes Muss für jeden Filmfan, wenn auch die Dokumentation nicht ganz enthalten ist, leider. Prädikat: Genial.

Gute Unterhaltung!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
wildheart

Cineastisches Meisterwerk

ein Testbericht von 2003-09-05 17:59:16 vom 05.09.2003
Empfehlung: ja
Die Filmgeschichte kennt einige mehr oder weniger große epische Erzählungen, Geschichten, die von mehr erzählen als einem Thema, die die Handlung nicht auf einen relativ engen Zeitraum fokussieren, sondern in die Breite gehen, die wirklich etwas zu sagen haben und in denen man – je nach Geschmack, Einfühlungsvermögen, emotionalem Zugang usw. – immer wieder neue Gesichtspunkte zu entdecken vermag, je öfter man sie in sich aufnimmt. Die Trilogie „Der Pate“ gehört zu diesen Epen, aber auch „kleinere“ Filme wie Scorseses „Goodfellas“ und Leones „Once Upon a Time in America“, der auf DVD in einer 220-Minuten-Fassung zu erwerben ist – unzerstückelt beispielsweise gegenüber der amerikanischen Kinofassung, die „nur“ zwei Stunden lang war und von allen tatsächlichen oder vermeintlichen „antiamerikanischen“ Szenen befreit gewesen sein soll, und auch kohärenter als die deutsche Kinofassung. Leone soll sein Werk ursprünglich in zwei Teilen auf rund sechs Stunden geplant haben. Doch da machten Produktions- und Verleihfirma nicht mit.

Der Film beruht auf dem autobiografischen Roman „The Hoods“ von Harry Grey, der tagebuchähnlich in Ich-Form die Geschichte eines Gangsters erzählt.

Inhalt
„Es war einmal ...“ – Was sich wie der Anfang eines Märchens anhört, gestaltet sich im Laufe der immerhin 220 Minuten tatsächlich als eine Mixtur aus realistisch und phantastisch erscheinenden Begebenheiten, Erinnerungen eines alten Mannes, der 35 Jahre nach dem Tod eines seiner Jugendfreunde nach New York an die Schauplätze seiner Jugend und seines frühen Erwachsenenlebens zurückkehrt. David Aaronson (Robert De Niro), genannt Noodles, besucht einen seiner vier Freunde, Fat Moe Gelly (Larry Rapp), offenbar der einzige Überlebende neben ihm. Denn Maximilian „Max“ Bercovisz (James Woods), Philip „Cockeye“ Stein (William Forsythe) und Patrick „Patsy“ Goldberg (James Hayden) wurden 1933 bei einem Polizeieinsatz erschossen. Eine Gedenkstätte auf einem New Yorker Friedhof, die Noodles gestiftet hat, erinnert an seine Freunde.

Die vier wachsen Ende der 20er Jahre in der Lower East Side auf. Schon früh nehmen sie sich vor, nicht ihr Leben lang arm zu bleiben und wie ihre Eltern tagein tagaus für nichts zu schuften. Kleine Gaunereien sind die ersten Vergehen der Jugendbande. Als sie mit der Gang von Bugsy (James Russo) zusammenstoßen, will der die Konkurrenz aus dem Weg räumen. Er erschießt den jungen Dominic (Noah Moazezi), der in den Armen von Noodles mit den Worten stirbt „Ich kann nicht mehr“. Noodles ersticht Bugsy und einen der beiden herbeieilenden Polizisten. Zehn Jahre muss er dafür ins Gefängnis.

Als Max Noodles nach dieser Zeit aus dem Gefängnis abholt, zeigt er ihm stolz, wie sich die anderen in der Zwischenzeit eine gut funktionierende Organisation aufgebaut haben: Bar, Restaurant, Spielhölle – das sind die Orte, von denen aus Max und die anderen operieren, auch und vor allem im Alkoholgeschäft während der Prohibition. Als sie von den Minaldi-Brüdern (Joe Pesci, Burt Young) aus Chicago den Auftrag erhalten, Diamanten zu stehlen, nehmen sie nicht nur den Auftrag an; sie beseitigen bei der Übergabe der wertvollen Beute auch gleich ihre Auftraggeber.

In Konkurrenz zu anderen Gangs unterstützen sie streikende Arbeiter unter Leitung von James O’Donnell (Treat Williams) – für eine angemessene Bezahlung durch die Gewerkschaften selbstverständlich. Um den Polizeichef, der auf seiten der Arbeitgeber steht und Streikbrecher gegen die Arbeiter unterstützt, zu neutralisieren, tauschen sie im Krankenhaus das gerade geborene Baby des Polizisten gegen ein anderes aus, versuchen ihn zu erpressen.

Die Geschäfte gehen gut. Für Noodles allerdings bleibt ein Wunsch unerfüllt. Seit seiner Jugend ist er in die Schwester Fat Moes, Deborah (Elizabeth McGovern), verliebt, die seine Gefühle auch jetzt zwar erwidert, sich aber dafür entscheidet, nach Hollywood zu gehen, um Schauspielerin zu werden. Während Noodles mit der Situation im Milieu nicht mehr fertig zu werden scheint, versucht Max, der immer skrupelloser wird, durch den Coup seines Lebens zu Reichtum zu kommen. Gemeinsam mit Max Freundin Carol (Tuesday Weld) versucht Noodles, Max an der Durchführung des halsbrecherischen Einbruchs zu hindern. Er informiert die Polizei, um seinen Freund vor dem Schlimmsten zu bewahren. Die Polizei allerdings erschießt Max, Cockeye und Patsy. Als Noodles dies erfährt, taucht er unter. Erst 35 Jahre später kehrt er nach New York zurück, findet auf dem Friedhof am Grab seiner Freunde einen Schließfachschlüssel, der ihn zu einem längst verloren geglaubtem Koffer mit Geld führt, und erhält eine merkwürdige Einladung zu einer Party eines gewissen Senator Bailey, der jetzt mit Deborah zusammenlebt ...

Inszenierung
Der amerikanische Filmkritiker Richard Schickel vom Time Magazin meint, Leones „Once Upon a Time ...“ sei kaum als realistischer Rückblick eines alten Mannes auf seine Vergangenheit zu bewerten. Der Film sei eine einzige Phantasie, Noodles Phantasie über sein Leben. Schickel kann sich dabei durchaus auf Momente des Films stützen, etwa, dass er mit Noodles Aufenthalt in einer Opiumhölle in Chinatown beginnt und endet. Ich bin etwas anderer Meinung. Leone lässt den Film in einer Mischung aus Rückblenden und Gegenwartshandlung aus der Erzählperspektive Noodles abspielen. Eine ganze Reihe von Haupt- und Nebenhandlungen fügt Leone zu einem reichen, intensiven, oft prallen Bild einer Epoche zusammen, ohne dass der Film – wie in der amerikanischen Kinofassung – zerstückelt wirken würde. Der Film erscheint tatsächlich teilweise als Traum, als Phantasie, ist dann aber wiederum etwa bei der Schilderung der Jugend der Gangmitglieder, bei ihren späteren Geschäften in der Zeit der Prohibition und auch während der Besuche Noodles als alter Mann an den Stätten der Vergangenheit durchaus realistisch.

Der Film handelt von Erinnerungen, von der Bedeutung von Erinnerungen für die Subjektivität eines Menschen (Noodles), von der Bewertung des eigenen Lebens, und auch und vor allem von Schuld und Sühne, von Liebe und Gewalt, von Hass und Scheitern, von Erfolg und Enttäuschung, von Menschen, die als Kinder und Jugendliche eng befreundet waren, sich dann nach und nach, erst fast unmerklich, dann deutlich sichtbar auseinander entwickeln. Während für Max Freundschaft z.B. immer mehr zu einem taktischen Instrument verkommt, versucht Noodles – im Bewusstsein der Tragik der Entscheidungen, die Max trifft – seinem Freund das Leben zu retten, indem er ihn an die Polizei verrät. Er und Carol sind sich einig, dass ein paar Jahre Gefängnis nicht so schlimm sind wie der Tod. Was an Noodles Erinnerungen real und was möglicherweise eher der Phantasie entspringt, kann man kaum ausmachen, ist aber meines Erachtens auch unwichtig. Denn über die „nackten Fakten“ hinaus blickt jeder auf sein Leben durch die „Brille“ der Erinnerung, und das heißt der Bewertung der für ihn oder sie bedeutsamen Ereignisse – im positiven wie negativen Sinn. „Es war einmal ...“ veranschaulicht auf eine erschütternde und zugleich überzeugende Art und Weise, wie sich jeder Mensch „seine Welt“ baut, in bezug auf sich selbst wie auf andere. Insofern ist die Frage nach Phantasie und Realität geradezu eine Fangfrage.

Die Haupthandlung des Films ist die Verbrecherkarriere von fünf Freunden und ihr Scheitern. Aber daneben handelt „Es war einmal ...“ auch von anderem, vor allem von emotionalen Beziehungen. Dazu zählen die unerfüllte Liebe Noodles zu Deborah, die Karriere von Max nach seinem „Tod“ (Noodles irrte nämlich in der Annahme, Max sei bei dem Polizeieinsatz ums Leben gekommen), von der Wandlung eines ethisch einwandfreien Gewerkschaftsführers zu einem Mann, der die Dienste einer Verbrecherbande in Anspruch nimmt, von der Wandlung einer unreifen Frau, Carol, zu einer liebenden und verantwortungsbewussten Person, die Max um alles in der Welt vor dem schlimmsten bewahren will – und so weiter.

Dabei sparte Leone nicht mit einem subtilen Schuss Ironie, aber auch nicht mit Symbolik, etwa wenn minutenlang ein Telefon klingelt, das in gewisser Weise „das Schicksal“ repräsentiert. Durch das Telefon kündigen sich Tragik und Wendungen im Leben an. Ironie – das bedeutet sowohl Ironie des Schicksals (etwa der Irrtum Noodles, Max sei 1933 verbrannt), als auch etwa ein leichter Seitenhieb Leones auf das Genre selbst, wenn er z.B. den Beatles-Song „Yesterday“ als sarkastische Einlage spielen lässt.

Fazit
„Es war einmal ...“ deutet auch – um auf Richard Schickels Bewertung noch einmal zurückzukommen – auf etwas anderes: auf die Sicht des Kinos in den Augen eines Regisseurs, der vor allem durch sog. „Spaghetti“-Western bekannt wurde. Denn die großen Erzählungen der Filmgeschichte, die vorgeben, das Leben filmisch zu dramatisieren, unterliegen natürlich wie alles andere auch der Kritik, der Satire und dem selbstironischen Blick eines großen Regisseurs. Man kann und darf das jedenfalls; und Leones Epos ist eben auch von solch unterschwelligem Zweifel bezüglich des Pathos, das das Kino unweigerlich erzeugt. Hier findet die Erinnerung Noodles noch eine andere Bedeutung, und zwar im Sinne einer sozusagen darüber sich wölbenden Erinnerung eines Regisseurs an das Kino des 20. Jahrhunderts. Man könnte „Es war einmal ...“ lesen sowohl in Parallele zu (eben als Film neben anderen), als auch als cineastischen, leicht ironischen Kommentar (eben von Regisseur zu Regisseur) zu Coppolas Paten-Trilogie oder anderen Epen dieser Art.

Für mich gehört dieser phantastische und zugleich doch auch knallhart realistische Film Leones zu den anfangs, 1984, verkannten Meisterstücken der Filmgeschichte, ein Streifen, der – das ist selten genug – bei jedem erneuten Sehen neue Gesichtspunkte aufwirft, der bewegt, so oft man ihn auch sieht.

Wertung: 10 von 10 Punkten.
Prädikat: Besonders wertvoll.
(Platz 136 in den Top-250 der Internet Movie Database, Stand: 29.8.2003)

Es war einmal in Amerika
(Once Upon a Time in America)
USA, Italien 1984, 220 Minuten (DVD-Fassung)
Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Leonardo Benvenuti, nach dem Roman von Harry Grey
Musik: Ennio Morricone
Director of Photography: Tonino Delli Colli
Schnitt: Nino Baragli
Produktionsdesign: Carlo Simi
Hauptdarsteller: Robert De Niro (David „Noodles“ Aaronson), James Woods (Maximilian „Max“ Bercovisz), Elizabeth McGovern (Deborah Gelly), Treat Williams (James Conway O’Donnell), Tuesday Weld (Carol), Joe Pesci (Frankie Minaldi), Burt Young (Joe Minaldi), Danny Aiello (Polizeichef Vincent Aiello), William Forsythe (Philip „Cockeye“ Stein), James Hayden (Patrick „Patsy“ Goldberg), Darlenne Fluegel (Eve), Larry Rapp (Fat Moe Gelly), Dutch Miller (Van Linden), Robert Harper (Sharkey), Amy Ryder (Peggy), Scott Tiler (der junge Noodles), Rusty Jacobs (der junge Max / David Bailey), Brian Bloom (der junge Patsy), Adrian Curran (der junge Cockeye), Mike Monetti (der junge Fat Moe), Noah Moazezi (Dominic), James Russo (Bugsy), Julie Cohen (die junge Peggy), Jennifer Connelly (die junge Deborah)

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/Title?0087843


© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de
...
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 24.10.2010
wär eventuell auch ein film der mir gefallen könnte. bw und ganz liebe grüße
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micha05

Straßenkinder und Mafia

ein Testbericht von 2002-04-13 13:42:24 vom 13.04.2002
Empfehlung: ja
Der Film ´Es war einmal in Amerika´ handelt von der Zeit der Prohibition in den USA.
Die Hauptpersonen Max und Noodles, zwei jüdische Straßenkinder, verdienen zu dieser Zeit ihr Geld mit Alkoholschmuggel. Nachdem jedoch ein Mitglied ihrer Bande ermordet wird, rächt sich Noodles und landet dafür im Gefängnis.
Als er nach vielen Jahren entlassen wird, hat Max schon ein großes Imperium mit Glücksspiel und Schmuggel aufgebaut. Dieses zerfällt jedoch mit dem Ende der Prohibition, und Max sucht neue Wege, um seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Noodles will ihn vor einer Dummheit bewahren und verrät ihn bei der Polizei, bei deren Einsatz Max ums Leben kommt.
Doch viele Jahre später erfährt Noodles, daß alles doch ganz anders war...

Mehr möchte ich hier nicht verraten, um die Spannung zu erhalten.

Dieser Film ist wirklich ein Meisterstück, den man sich nicht oft genug ansehen kann. Durch die genaue Darstellung der Charaktere kann man sich sehr gut in dieses Werk von Sergio Leone hineinversetzen. Zu keiner Zeit des doch ziemlich langen Films kommt Langeweile auf, da immer neue überraschende Situationen entstehen.

Einige allgemeine Daten:

Orig. : Once Upon a Time in America (1984)
Regie : Sergio Leone
Musik : Ennio Morricone
Darst.: Robert De Niro, James Woods


Und noch etwas Nebensächliches:

Ich habe den Film vor vielen Jahren aus dem damaligen DDR-Fernsehen auf Video aufgenommen, wo gezeigt werden sollte, wie kriminell und schlecht doch die Geschichte der USA ist.

Also, wenn der Film das nächste mal im Fernshen läuft, ist er ein ganz heißer Tip. Und am besten gleich aufnehmen, da man ihn sich bestimmt noch einmal anschauen möchte. Außerdem ist die Handlung doch recht komplex, so daß man manches erst beim zweiten Mal richtig versteht.

Euer Micha
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1-3 von 3 Testberichten über Es war einmal in Amerika
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