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Testberichte Long Walk Home

 (DVD) Drama
5.0 von 5
Platz 413 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
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Long Walk Home Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • wahre Geschichte, schauspielerische Leistung, authentisch, einfach Alles
Nachteile/Kritik
  • Nichts
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Vorhangauf

**** Ein grandioser Film über ein dunkles Kapitel in der australischen Geschichte ****

ein Testbericht von 2010-01-13 09:58:47 vom 13.01.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: wahre Geschichte, schauspielerische Leistung, authentisch, einfach Alles...
Nachteile/Kritik: Nichts
Liebe Yopi-Gemeinde,
liebe Leser,





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Vorwort
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Die sen Film sahen wir als Werbe-Trailer auf einer anderen DVD. Und da es sich um eine wahre, traurige Geschichte handelt, macht den Film für mich um so interessanter. Vor ein paar Jahren, also sehr spät, hat sich die australische Regierung bei den Ureinwohnern Australiens - den Aboriginies - für deren Greueltaten entschuldigt. Dieser Film erzählt nur eine von vielen Tausend traurigen Schicksalen in der australischen Geschichte:





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Die Vorgeschichte zum Film
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Bis 1970 wurden in Australien Mischlingskinder zwischen den eigentlichen Einwohnern Australiens, den Aboriginies, und den Weissen den Familien entrissen, um sie z.B. in Erziehungslager oder Heime zu stecken. Die rassistische Gesetzesgebung dieses Landes sah in dieser Zeit kaum Rechte für die Aboriginies vor und es gab in jedem Bezirk Australiens eine Behörde, die sich damit beschäftigte und dieses lt. Gesetz auch durfte. Long Walk Home beruht auf eine wahre Geschichte dreier Aboriginie-Mädchen, die in Westaustralien im Jahre 1930 von weissen Australiern
der Familie entrissen und in ein Lager für Mischlingskinder gesteckt wurden. Der Film entstand 2004 und die älteste der damaligen Mädchen ist Molly Craig. Sie war 1930 vierzehn Jahre alt, als sie, ihre Schwester Daisy (damals acht) und Gracie (damals zwölf) verschleppt wurden. Molly und ihre Schwester Daisy haben sich nach der Flucht in der Wüste jahrelang versteckt. Später heiratete Molly und brachte zwei Mädchen auf die Welt, die auch Mischlingskinder waren. Daraufhin wurden Molly und ihre Mädchen, Annabelle und Doris, ebenfalls verschleppt und somit landete Molly ein zweites Mal im Lager Camp River Moore. Molly gelang die Flucht mit der kleinsten Tochter Annabelle. Ihre ältere Tochter Doris blieb bis zum 18. Lebensjahr im Camp, damit ihr die Chancen für eine Ausbildung zur Hilfs-Krankenschwester in einem Krankenhaus in Perth nicht genommen wurden. Doris heiratete später und bekam sechs Kinder. Heute hat sie 29 Enkelkinder. Doris schrieb 1996 das Buch: "Follow the Rabbit-Proof Fence", was grob übersetzt heisst: Folgt dem Kaninchen-Zaun. Übrigens Doris Pilkingtons eigentlicher Aboriginie-Name ist Nugi Garimari. Dieses Buch ist also die Vorlage zum Film und in vielen australischen Schulen heute eine Pflichtlektüre. Das Buch erscheint in Deutschland im Rowohlt Verlag unter der Nummer: rororo 23504 und es kostet Euro 7,90.

Doris: "Im Leben einer jungen Aboriginie-Frau gibt es nichts Wichtigeres als ihre Mutter. Und im hohen Alter nichts Wichtigeres als ihre Kinder !!!"





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Der Film
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Jigalong im Jahre 1930. Im Outback spielen drei Mädchen am Kaninchen-Zaun, der in Westaustralien sich von Nord nach Süd tausende von Meilen durchs Land zieht, um den fruchtbaren Teil des Landes vor den Kaninchen zu schützen, damit die in der Steppe bleiben. Die Szenen wechseln zwischen dem authentischen Leben der drei Mädchen Molly, Gracie und Daisy und der Mutter von Molly und Daisy, deren Grossmutter und anderen Aboriginie-Frauen mit der in einer Beamtenstube in Perth, in der beschlossen wird, die Mädchen der Frauen-Gruppe wegzureissen und in dasberüchtigte Camp River Moore zu stecken. Hintergrund dafür ist, dass man die Mischlingskinder zwingen will, einen Weissen zu heiraten, damit deren Kinder nur noch einen Anteil von 25% Aboriginie-Anteil haben usw. bis irgendwann Jahrzehnte später aus den Abo`s so richtige Weisse geworden sind. Christentum, Gehorsam, Pflichtbewusstsein usw. stehen im Camp auf dem Stundenplan sowie ganz gross natürlich: Unterwürfigkeit der weissen "Rasse" gegenüber. Ist das nicht grausam? Die drei Mädchen werden den anderen Frauen weggerissen, als diese gerade ihre Essensrationen abgeholt haben. Das Schreien, das Weinen, die Blicke der Mutter und der Grossmutter gehen dem Zuschauer sehr nahe. Die Grossmutter fängt an vor Trauer sich mit einem Stein selbst gegen den Kopf zu schlagen. Im Camp herrscht Zucht und Ordnung und noch nie hat es ein Mädchen
oder Junge geschaft nach dem Ausreissen nicht wieder gefangen zu werden. Speziell deswegen gibt es im Camp den "Spurensucher", ein älterer Aboriginie, deren Tochter auch im Camp wohnt. Dieser Mann hat bislang alle Ausreisser gefangen. An einem Sonntag Morgen, als das gesamte Camp in der Kirche zum Gottesdienst versammelt ist, reissen die drei Mädchen spontan aus. Die mittlere, also Gracie zögert etwas, kommt dann aber doch mit. Hintergrund des Zögerns ist, dass die anderen beiden Mädchen immer den Wunsch geäussert haben, wieder zu ihrer
Mutter zurückzulaufen. Gracies Mutter ist jedoch tot und ihr Wunsch aus dem Camp zu fliehen war daher nicht so gross. Sie ist in der Frauen-Gruppe mit aufgewachsen, ohne leibliche Eltern. Die Flucht geht los und die Mädchen laufen durch Wald, Steppe und Wüste. Auf dem Weg zurück nach Jigalong begegnen den Mädchen hilfsbereite Aboriginies und auch ein paar Weisse, gnadenlos verfolgt vom Spurensucher aus dem Camp. Dieser bekommt auch Unterstützung aus Perth seitens der Behörden. Ein Weisser verrät die drei Mädchen an die Verfolger und nachdem sich Gracie (deren Mutter tot ist) von den beiden Schwestern Molly und Daisy auf der Flucht getrennt hat, wird Gracie von Polizisten und dem Verräter geschnappt. Es ist eine sehr ergreifende Szene, weil die beiden Schwestern gerade
Gracie wiedergefunden haben und nur einige Meter von mir entfernt waren, als das Polizeiauto kam. Tage später, nach neuen Wochen insgesamt und über 1000 Meilen Fussmarsch, treffen die beiden Schwestern in Jigalong ein. Das Wiedersehen ist erneut sehr ergreifend und lässt den Einen oder Anderen Zuschauer zum Taschentuch greifen. Der Film ist ein Film, in dem nicht viel gesprochen wird. Viel mehr sind es die Blicke, die wunderschönen Bilder und nicht zuletzt die Untermalung durch Aboriginie-Gesang. Ausserdem ist der Hintergrund eine wahre Geschichte und macht
sehr Nachdenklich darüber, was wir Menschen anderen Menschen angetan haben und immer noch antun. Ob aus religiöser oder rassistischer Motivation heraus, es ist grausaum und krank und dieser Film hält uns diese Grausamkeit authentisch vor Augen.


Die Hauptdarstellerinnen:

Molly: Everylyn Sampi
Daisy: Tianna Sainsbury
Gracie: Laura Monaghan





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Dreh buchautorin/Produzentin
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Christine Olsen wurde in Neuseeland geboren und lebt seit 1985 in Australien. Zwischen 1979 und 1985 arbeitete sie in Hong Kong als Produzentin für den Radio- und Fernsehsender Hong Kong. 1985 fing sie mit Dokumentationen
an und zu den grösseren Erfolgen gehört z.B. der Film "The White Monkey". Die hat bis heute mehrere Awards erhalten und bleibt den Dokumentarfilm treu und produziert momentan einen Film über den indonesischen Präsidenten Wahid.





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Was noch ??
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Bis ca. 1970 wurden schätzungsweise 100.000 Kinder den Familien entrissen, es war so gut wie jede Familie davon betroffen. Die Sprache ist sogar teilweise verboten worden. Auf jeden Fall durfte in den Camps, Behörden und in der Öffentlichkeit nur Englisch geredet werden. Diese Kinder werden heute "The stolen generation" genannt und die Australische Regierung zahlt hohe Summen an Entschädigungen. Aber alles Geld der Welt kann die verlorene Kindheit nicht zurückholen und die seelischen Schäden nicht reparieren. Noch heute kann man Teile des Zaunes gegen die Kaninchenplage von 1900/1901 erkennen. Nach Fertigstellung des Zaunes im Jahre 1907 war es der längste Zaun der Welt. Dieser Zaun dient im Film als Orientierung für die drei Mädchen, dessen zu Hause an einem Teil des Zaunes ist.





*****
Fazit
*****

Der Film ist voller Gefühl und er hat einen authentischen, traurigen Hintergrund. Die Schauspieler sind Laien und spielen trotz des teilweise kindlichen Alters sehr, sehr gut diese Rollen. Ich konnte leider in der Eile nicht viel
über die Schauspieler finden und der Film ist auch schon wieder in der Videothek. Am Ende des Films werden noch kurz die beiden Schwestern Molly und Daisy gezeigt, wie sie im Jahre 2004 aussehen.




Ich bedanke mich fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten.



Euer Vorhangauf (Thomas).



P.S. Dieser Bericht erschien auch bei dooyoo und dort schreibe ich als Tutti69.
...
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Kommentare
g0ldfish
g0ldfish, 13.01.2010
Lieber Thomas, ein wirklich sehr interessanter Bericht. Unglaublich, dass dies bis 1970 gängige Praxis war. Was für eine Barbarei. Dein Bericht macht wirklich Lust auf den Film bzw. auf das Buch. bw, was sonst! Lieben Gruß
mima007
mima007, 14.01.2010
Ist das jetzt der Film von Philip Noyce oder nicht? Du sagst nicht, wer als Regisseur gearbeitet hat, nennst Produzentin und Autorin...
kawe
kawe, 16.01.2010
Wir haben den Film damals im Englischunterricht gesehen, auf Englisch natürlich. Ein wirklich einprägender Film. sh und lg
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templerthomas

Die Zerstörung einer Gesellschaft durch die Entführung der Kinder...und ein Ausbruch daraus

ein Testbericht von 2011-05-16 15:07:24 vom 16.05.2011
Empfehlung: ja
Vorteile: s.Bericht...
Nachteile/Kritik: s.Bericht
Rabbit-Proof Fence ist ein Film über ein unglaublich grausames und düsteres Kapitel der australischen Geschichte. Im Rahmen des General Child Welfare Law (grob übersetzt sowas wie Allgemeines Kinderfürsorgegesetz) von 1910 bis 1976 wurden Aborigine Kinder und Aborigine/Weiße Mischlinge ihren Eltern weggenommen und in Erziehungscamps gesteckt. Dort galt es dann aus den "Wilden" "zivilisierte" Menschen zu machen. Unglaublich aber wahr. Bis 1976 galt dieses unmenschliche Gesetz.

100.000 Aborigine-Kinder waren davon betroffen!

Wer sich wunderte warum die Aborigines in solch einem erbärmlichen Zustand sind (Alkoholismus an der Tagesordnung, häusliche Gewalt etc.) sollte sich unbedingt diesen Film ansehen. Laut der australischen Kommission für Menschenrechte und Gleichberechtigung (HREOC) steckt in der Praxis die Kinder ihren Eltern wegzunehmen und sie einer brutalen Erziehung auszusetzen der Grund für das heutige Elend der Ureinwohner Australiens.

Nach diesem Film erscheint mir dies durchaus glaubwürdig.

Er basiert auf den wahren Erlebnissen von Molly Craig. Sie und ihre Schwester Daisy Craig waren sogenannte Mischlingskinder. Väterlich weiß, mütterlich Aborigine galten sie nach dem rassistischen Gesetz Australiens als Wilde. Darum kamen sie in ein Erziehungsheim nahe Perth. Über 1000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

Das es nie darum ging die Aborigines als gleichwertig zu assimilieren wird auch klar. Es war noch schlimmer. Sie sollten nur zu braven Dienern der weißen Oberschicht getrimmt werden. Dies ist das erklärte Ziel des Chief Protector of Aborigines A. O. Neville, der im Film auch eine tragende Rolle spielt.

Die Mädchen und ihre Cousinin die ebenfalls interniert wurde beschließen zu fliehen. Dies entlang des Rabbit-Proof Fence - des Zauns der quer durch Australien ging um Kaninchen fernzuhalten - und so wieder heimfinden. Die Mädchen werden von einem Häscher des Heims und der Polizei gejagt. Molly gelingt es aber immer wieder die Spuren zu verwischen. Aber wird ihnen die Flucht gelingen?

Der Film zeigt eindringlich das Leid der Aborigines aber auch den unbändigen Willen der Mädchen zu ihrer Familie zurückzukehren. Das hier reale Erlebnisse verfilmt wurden macht den Film noch spannender. Dazu überzeugen die Darstellerinnen auf ganzer Linie und auch Kenneth Branagh als bigotter, verlogener Neville spielt sehr gut. Hervorragend ist auch die Filmmusik von Peter Gabriel (von wem auch sonst? ;-)
Zudem ist der Schluss erstklassig. Die Idee hier nochmals die wahren Protagonistinnen vorzustellen war goldrichtig.
Schlecht ist nur das der Film immer wieder zu sehr Tempo rausnimmt und fast verebbt. Auch die Rolle der Mutter ist zu minimal ausgestaltet. Das sind aber Minipunkte einer ansonsten nicht vorhandenen Kritik von mir.

Generell ist der Film aber ein lohnenswerter Geheimtipp, vor allem für alle die sich für Australien interessieren.
Nach dem Film versteht man die Aborigines definitiv besser und sieht das wahre Gesicht der australischen Vergangenheit. Daher 5 Sterne.



Daten:
Darsteller: Kenneth Branagh, Everlyn Sampi, Laura Monaghan
Regisseur(e): Phillip Noyce
Komponist: Peter Gabriel
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 5. April 2004
Produktionsjahr: 2002
Spieldauer: 90 Minuten
Extras: Audiokommentar (gelungen), Dokumentation Geschichte & Hintergründe (die mir dann doch etwas zu oberflächlich geraten sind - hier hätte ich mir mehr Infos gewünscht), Kino-Trailer, Cast & Crew, Bildergalerie
Preis: 9,88 Euro

PS: 2008 gab es die erste Entschuldigung einer australischen Regierung
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Lanch999
Lanch999, 16.05.2011
Schöner Bericht! LG von Lanch999
Würd mich freuen wenn du bei meinen
Berichten vorbeischaust! :D
Volker111
Volker111, 17.05.2011
YOPI kommt bei mir zu kurz, außer für auf CIAO unvergütete Buchberichte
Luna2010
Luna2010, 29.05.2011
Ich lese gegen. Schönen Sonntag noch! :p
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