ein Testbericht von templerthomas2008-06-06 22:37:51vom 06.06.2008Empfehlung: ja
Vorteile: genialer Film, perfekte DVD mit vielen Extras, günstig, ...Nachteile/Kritik: nichts
===Vorwort:===
Das erste Mal als ich Spartacus ansah war ich noch ein Kind.
Schon damals löste der Film bei mir Begeisterung aus und schafft dies auch heute noch.
Der Film funktioniert als ActionFilm, als Drama, auch als Liebesfilm und natürlich als Historienfilm.
Dieser Film verdient die Bezeichnung Meisterwerk und ist ein zeitloser Geniestreich.
Daten
Besetzung: Kirk Douglas, Laurence Olivier, Jean Simmons, Charles Laughton, Peter Ustinov, John Gavin, Nina Foch, John Ireland, Tony Curtis
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Dalton Trumbo
Kamera: Russell Metty, Clifford Stine
Produktion: Edward Lewis (I), Kirk Douglas
Komponist: Alex North
FSK: ab 12 Jahren
Komponist: Alex North
Format: Dolby, DTS, PAL, Special Edition, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 2
Studio: Universal/DVD
Produktionsjahr: 2000
Spieldauer: 189 Minuten
DVD Features
besonders diese DVD ist einen Kauf wert. So gibt es nun die geschnittene Szene in der Crassus Antoninus verführen will.
Homosexualität/Bisexualität war damals noch ein Tabuthema.
zwei Interviews mit Ustinov und Simmons, ein neueres Interview mit Ustinov aus den 90er Jahren, eine sehr sehenswerte Dokumentation über die Auswirkungen der McCarthy-Ära in Hollywood (mehr dazu unten), deleted scenes, Trailer, Storyboards, Audiokommentare, Einzelszenenanalysen, Werbematerial - umfangreicher geht es nicht!!
ASIN: B000M05UGW
Preis: 9,95
Inhalt und eigene Meinung:
Spartacus, dt. Spartakus, (geboren in Thrakien, gestorben 71 v. Chr. im römischen Reich) war ein Sklave und Gladiator, der im Jahr 73 v. Chr. aus der Gladiatorenschule des Gaius Cornelius Lentulus Batiatus in Capua floh und in Folge den größten Sklavenaufstand der Antike anzettelte und anführte.
Der Film wird der historischen Figur des Spartacus mehr als gerecht. Kirk Douglas ist die absolute Idealbesetzung. Der Film beginnt mit Spartacus Dasein als Sklave im Bergbau, seinem Verkauf an eine Gladiatorenschule und seiner Ausbildung zum Gladiator. Von Anfang an bezieht der Film eine Anti-Sklaverei Position, die den damaligen Römern freilich fremd war, und zeigt die Unmenschlichkeit der Sklaverei. Die angehenden Gladiatoren werden wie Tiere bestenfalls wie ein lohnendes Investment angesehen aber nicht als Menschen betrachtet.
Hier beginnt auch die fiktive Liebesgeschichte zwischen Spartacus und der Sklavin Varinia die er als Trophäe für eine Nacht erhält. Spartacus wird wütend und schreit in Richtung der Aufseher er sei kein Tier. Varinia sagt "ich auch nicht".
Die Liebesszene zwischen Varinia ist sowohl glaubhaft als auch sehr gelungen. Es wirkt realistisch dass sich in Varinia und Spartacus zwei Seelenverwandte getroffen haben.
Der Alltag lässt jedoch keine Zeit für Romantik.
Als der Besitzer der Gladiatorenschule zur Unterhaltung seines edlen Gastes Crassus (hier schon verbindet der Film die Geschichte von Crassus und Spartacus) einen afrikanischen Sklaven und Spartacus gegeneinander antreten lässt unterliegt Spartacus, der afrikanische Sklave weigert sich jedoch Spartacus zu töten und schleudert den Speer gegen Crassus. Daraufhin töten die Aufseher den afrikanischen Gladiator.
Als Spartacus erfährt das Varinia verkauft wurde entfesselt er einen Aufstand in der Gladiatorenschule der sich schnell zu einem Sklavenaufstand steigert.
Der reale Spartacus hat hingegen wohl nur aus einem Grund den Aufstand begonnen - Freiheit.
Spartacus war eine Ausnahmeerscheinung in der Antike, so soll er laut römischem Historiker Appian von Alexandria zu den
anderen Gladiatoren gesagt haben: "Man darf das Leben nicht für Schauspiele einsetzen, sondern nur für die Freiheit."
Spartacus untersagte seinen Anhängern sinnlose Plündereien, bezahlte der ländlichen Bevölkerung jegliche Waren (so schlossen sich auch viele verarmte "Freie" dem Aufstand an) und bestand auf vollkommene Gleichheit aller befreiten Sklaven. Sein Ziel war die erfolgreiche Flucht und Freiheit. Besonders beeindruckend ist das Spartacus den Aufstand hervorragend organisierte und die größte sowie brutalste Militärmacht der Antike an den Rand einer totalen Niederlage brachte.
Dieser Spartacus kommt im Film sehr gut rüber.
Ebenso wird der politische Zweikampf zwischen dem Anhänger der Diktatur, dem Patrizier Crassus und dem republikanisch-demokratischen (Demokratie wohlweislich im Sinne der Antike) Gracchus sehr gut dargestellt.
Die militärischen Erfolge von Spartacus werden im Film durch Monumentalschlachten gebührend dargestellt.
Im Film schließen sich neben tausenden anderer Sklaven (der historische Aufstand soll unglaubliche 200 000 Menschen erfasst haben) Crassus' Leibsklave Antoninus sowie Spartacus Geliebte Varinia an.
Den militärischen Erfolgen folgt eine verhängnisvolle Entscheidung - nicht über die Alpen zu fliehen sondern mithilfe von Piraten über See zu fliehen.
Dieser Plan scheiterte da die von Spartacus bereits bezahlten kilikischen Piraten von den Römern bestochen worden waren.
Folglich wurden die freien Sklaven von römischen Truppen eingekreist: Aus dem Osten kam Lucullus, aus dem Westen Marcus Licinius Crassus und aus dem Norden Pompeius.
Die alles entscheidende Schlacht verlieren die Anhänger von Spartacus.
Spartacus selbst starb damals in der Schlacht.
Laut römischen Geschichtsschreibern soll Spartacus bereits verletzt noch versucht haben Crassus in einen Zweikampf auf Leben und Tod zu verwickeln und dabei von der Leibgarde Crassus getötet worden sein.
Nur 6.000 der befreiten Sklaven überlebten das Gemetzel in der auch für die Römer sehr verlustreichen Schlacht und ergaben sich. Crassus ließ alle Gefangenen entlang der Via Appia kreuzigen.
Der Film wählt eine andere Variante. Im Film bietet Crassus den Anhänger von Spartacus das Leben sollten sie Spartacus ausliefern. Auf diese Aussage folgt die unvergessliche, geniale Szene in der ein Anhänger Spartacus nach dem anderen aufsteht und Crassus entgegenschreit "ich bin Spartacus!".
Crassus lässt die Sklaven gegeneinander kämpfen, die Sieger lässt er (wie in der Geschichte) kreuzigen.
Spartacus und Antoninus treten dabei gegeneinander an; Spartacus tötet seinen Freund um ihm die Qualen der Kreuzigung zu ersparen. Varinia nimmt Crassus zu sich.
Gracchus verhilft ihr jedoch zur Flucht (mit ihrem Kind von Spartacus) und sie kann dem gekreuzigten Spartacus ihr Kind zeigen welches in Freiheit aufwachsen wird.
Der Film bewegt sich trotz diesbezüglicher Kritik größtenteils historisch korrekt.
Auch wenn Cäsar die römische Garde befiehlt (was er nie tat) oder auch wenn er etwa das Zerwürfnis zwischen Spartacus und Crixus nicht zeigt (in der Realität spaltete sich Crixus mit 20 000 Kämpfern ab und wurde 72 v. Christus von römischen Einheiten vernichtend geschlagen, worauf Spartacus bei der Beerdigung seines alten Freundes hunderte römische Kriegsgefangene als Gladiatoren gegeneinander antreten lassen. Im Grunde das einzige Kriegsverbrechen von Spartacus).
Die Schlachten sind fantastisch, monumental und realistisch - kein Vergleich zu dem Computereinheitsbrei heutiger historischer Filme. Vor allem aber überzeugen die Schauspieler :
Peter Ustinov als Gladiatorenbesitzer grandios, unvergessen Charles Laughton als Sempronius Gracchus - eine der besten schauspielerischen Leistungen die ich jemals sah. Kirk Douglas in der Rolle seines Lebens, Laurence Olivier als Crassus wie immer souverän, Jean Simmons als Varinia mit nicht allzuviel Text dafür viel Leidenschaft und Tony Curtis als Antonius.
Douglas der auch Produzent war zeigte Mut als er den noch unbedeutenden Stanley Kubrick zum Regisseur machte und den in der McCarthy Ära zu Unrecht verurteilten Drehbuchautor Dalton Trumbo engagierte. Zweifelssohne das ideale Duo für solch einen Film.
frankensteins, 07.06.2008
nix für mich, ich finde alles in dem gemetztelt wird furchtbar, auch wenn es Geschichte ist. da wird bei mir abgeschaltet. lg werner
morla, 06.06.2008
ich wünsche dir ein schönes sonniges wochenende lg. petra
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Monumentalfilm gegen das Großkapital
ein Testbericht von jimmy11382006-03-15 18:15:13vom 15.03.2006Empfehlung: ja
Vorteile: episches Meisterwerk
DVD Ausstattung...Nachteile/Kritik: Etwas zu sehr Starvehikel
Inhalt:
Der Sklave Spartacus (Kirk Douglas) wird von unmenschlicher Arbeit in den Minen an die Gladiatorenschule des Lentulus Bataitus (Peter Ustinov) in Capua in Süditalien verkauft. Die Ausbildung ist geprägt von der Erniedrigung durch den Chefausbilder und eine sich anbahnende Romanze mit der in der Küche arbeitenden Sklavin Varinia. Mit dem Besuch des mächtigen Senators Crassus erfährt das Leben von Spartacus eine dramatische Wende.
Zur Feier des tages möchte Crassus (Sir laurence Olivier) nämlich einen Kampf auf Leben und Tod sehen, sehr zum Mißfallen von Lentulus Bataitus, der keinen seiner wertvollen Kämpfer verlieren möchte, doch durch eine enorme Summe umgestimmt wird. Spartacus tritt gegen den Afrikaner Draba an, der siegreich bleibt, aber sich weigert, Spartacus zu töten und sich sogar gegen die noblen Herrschaften aus Rom wendet - Spartacus muß schließlich ansehen, wie Crassus Draba tötet. Obendrein wird Varinia an Crassus verkauft, genug für Spartacus sich gegen seinen Peiniger, den Chefausbilder aufzulehnen, und damit eine Revolte in der Gladiatorenschule anzuzetteln.
Den gut ausgebildeten Gladiatoren gelingt es, ihre Bewacher in kürzester Zeit zu überrennen und die nahe Garnison zu besiegen, rasch vergrößert sich die Gruppe um befreite Sklaven und bildet einen größeren Menschenzug, dem sich neben Varinia, die fliehen konnte, auch ein ehemaliger Sklave vonm Crassus namens Antoninus (Tony Curtis) anschließt. Als ein stümerhafter Versuch, das Sklavenheer zu stoppen, scheitert - der obendrein Crassus, dessen Protege verantwortlich dafür war, zum Rückzug aus der Politik führt, und auch weitere Heere der Römer von Spartacus geschlagen werden, während dieser große Mengen an Beute zusammenrafft, um sich bei Piraten die Überfahrt aus Italien zu erkaufen, beschließt der Senat, Crassus beinahe diktatorische Vollmachten zu verleihen, um dem Spuk ein Ende zu machen.
Er stellt Spartacus eine Falle, fest entschlossen ihn nicht nur zu besiegen, sondern seinen Mythos auszulöschen.
Kritik:
Regiesseur Stanley Kubrick war mit Spartacus nicht unbedingt zufrieden, strich den Film sogar aus seiner Filmographie. Zu eingeschränkt in seiner Kreativität durch Kirk Douglas als dominiertende Kraft in dem Projekt (so setzte dieser einen - damals mit Berufsverbot belegten - Drehbuchautor gegen den Willen des Regiesseurs durch) mag er sich wohl gefühlt haben. Trotzdem ist Spartacus alles andere als ein schlechter Film.
Was zuerst ins Auge sticht ist natürlich der hervorragende Cast. Von Kirk Douglas als heroischer Spartacus über Peter ustinov als verschlagener Gladiatorenschulenbesitzer, der öfter die Seiten wechselt, als man sehen kann, bis zu Laurence Olivier (als herrlich sinistrer Crassus) und Charles Laughton als dessen ebenso durchtriebener Gegenspieler Crassus. Bei solch grandiosen Darstellern geht auch ein Tony Curtis (auch eher Story-bedingt) mit einer guten Darbietung ein wenig unter.
Von der Bildsprache und vom Schnitt her ist der Film (v.a. wenn ein Kubrick im Regiesessel sitzt) auch top, wie bei Monumentalfilmen gewohnt überzeugt er durch epische Einstellungen - auch die Massenszenen bei den Schlachten sind imposant. Eine mMn vom Schnitt her besonders gelungene Sequenz ist, als Crassus und Spartacus parallel zu ihren Truppen reden halten, der Fokus geht dabei hin und her, wobei die zwei Kontrahenten konträre Standpunkte vertreten.
Überhaupt ist der Gegensatz der einfachen nur auf das Erreichen von ein wenig Glück konzentrierten Welt
des Spartacus und seiner Gefolgsleute und der imposanten Welt des Alten Roms mit seiner Dekadenz (in der vorligenden Fassung ist eine Szene mit homoerotischem Touch wieder drinnen) und seinen Machtintrigen ein dominierendes Thema, wobei der Charakter des Antoninus, der zuerst andeutungsweise der Lustknabe des Crassus und dann der Männerfreund des Spartacus ist, ein ideales Bindeglied darstellt. Spartacus ist so gesehen auch als Film gegen die reiche Oberschicht (repräsentiert durch Rom und die römischen Adeligen) zu verstehen, immerhin ist die Spartacusgeschichte auch unter Linksbewegungen beliebt (Namensgebung für den Spartakusbund etwa), maßgebliche Mitarbeiter am Film wurden jahre zuvor in der McCarthy Ära wegen angeblicher kommunistischer Aktivitäten verfolgt.
DVD:
Bei der vorliegenden Special Edition ist der Film auf zwei Discs verteilt, neben dem Film finden sich einige interessante Extras (insbesondere auch über jene Filmschaffende Hollywoods, die durch die Verfolgung in der McCarthy Ära mit Berufsverbot belegt waren). Die Bild- und Tonqualität ist für einen Streifen seines Alters meiner subjektiven Beurteilung nach (ohne über Top-Equipment zu verfügen) ziemlich gut.
Die Menüs der DVD sind aufwenig animiert - aber immer gleich und gehen mit der Zeit etwas auf den Nerv. (Persönlcih hab ich's lieber wenn ich schnell durch die DVD durchnavigiere, lange Intros und Menüübergänge sind nicht meins).
...
ein Testbericht von wildheart2002-10-10 07:49:49vom 10.10.2002Empfehlung: ja
Ein „Sandalenfilm“ von Stanley Kubrick? Der damals 31jährige Regisseur hat wohl nie vorher und nach „Spartacus“ einen Film gedreht, in dem derart wenige Ideen von ihm selbst realisiert wurden – heißt es zumindest in einigen Filmkritiken. Sicherlich: Die Handschriften Dalton Trumbos, der das Drehbuch schrieb, und Kirk Douglas, der den Streifen produzierte, sind deutlich zu erkennen. „Spartacus“ war Kubricks einzige Auftragsarbeit. Nichtsdestoweniger geht Kubrick in „Spartacus“ dem Thema „Freiheit und Individuum“ in ähnlicher Weise nach wie viel später in „Barry Lyndon“.
Douglas hatte Trumbo (*1905, † 1976) übrigens unter einem Pseudonym
als Drehbuchautor verpflichtet. Trumbo stand auf der sog. „Schwarzen Liste“, weil er im Zuge der McCarthy-Verfolgungen „unamerikanischer Umtriebe“ bezichtigt wurde. Trumbo hatte das „Verbrechen“ begangen, vor dem entsprechenden Ausschuss, dem auch Richard Nixon angehörte, auf die Frage, ob er Mitglied der kommunistischen Partei sei, nicht zu antworten. Zwischen 1943 und 1948 war Trumbo Kommunist. Ein Jahr Haft und zwölf Jahre auf der „Schwarzen Liste“ waren die Folgen. 1971 führte er selbst Regie, als er seinen eigenen Antikriegsroman „Johnny Got His Gun“ inszenierte. Bis heute ist nicht vollständig bekannt, für welche Filme Trumbo Drehbücher geschrieben hat (1). Trumbo hatte dazu auch später nichts verlauten lassen, um die Autoren, die formal mit ihrem Namen zeichneten, nicht zu gefährden oder in Misskredit zu bringen.
Trumbo trug jedenfalls mit zu Kubricks internationalem Durchbruch bei.
Die auf DVD erhältliche Version des Films ist eine überarbeitete Fassung, in der u.a. auch eine Szene, in der Crassus gegenüber seinem Sklaven Antoninus seine Bisexualität offenbart („Ich mag Austern und Schnecken“), wieder aufgenommen wurde. Robert E. Harris rekonstruierte den Film so, wie Kubrick ihn wollte, aus Originalmaterial.
Inhalt
Rom im ersten Jahrhundert vor Christi. In Thrakien muss der Sklave Spartacus (Kirk Douglas) in einem Steinbruch arbeiten. Batiatus (Peter Ustinov), der vom Verkauf von Gladiatoren für die römischen Arenenkämpfe in Capua lebt, kauft Spartacus, der eigentlich getötet werden soll, weil er einen römischen Aufseher ins Bein gebissen hatte. Mit etlichen anderen Sklaven erhält er eine Ausbildung durch Batiatus Oberausbilder Marcellus (Charles McGraw). Den Sklaven, die nachts in von oben einsehbaren Einzelzellen eingesperrt werden, werden regelmäßig Sklavinnen zugeführt. Spartacus lernt so die schöne Varinia (Jean Simmons) kennen, schläft nicht mit ihr, verliebt sich aber unsterblich in sie.
Als der römische Senator und Patrizier Crassus (Laurence Olivier) mit seinem Gefolge – dem Kohortenführer Glabrus (John Dall), Helena Glabrus (Nina Foch) und Claudia Marius (Joanna Barnes) – bei Batiatus erscheint, wünschen besonders die Frauen, einen Gladiatorenkampf zu sehen. Spartacus muss gegen den Äthiopier Draba (Woody Strode) antreten. Als er schon besiegt scheint, weigert sich Draba, Spartacus zu töten. Statt dessen geht er auf Crassus und sein Gefolge los und wird vom Speer eines Soldaten getötet.
Als der sadistisch veranlagte Marcellus Spartacus einmal wieder provoziert, geht Spartacus auf ihn los und ertränkt ihn in einem Essenstopf. Die anderen Gladiatoren schließen sich dem Widerstand an und können die Soldaten besiegen. Batiatus entkommt im letzten Augenblick mit Varinia, die Crassus von ihm gekauft hat, Richtung Rom.
Spartacus und die anderen entflohenen Sklaven ziehen plündernd durchs Land und befreien etliche Sklaven. Viele Sklaven fliehen und schließen sich dem Aufstand an.
In Rom versucht Crassus, den Sklavenaufstand für seine Ziele zu nutzen. Er will die Herrschaft des „Pöbels“ beseitigen und sich zum Diktator machen. Ihm gegenüber steht der Anführer des „Volkes“, Gracchus (Charles Laughton), der auf geschickte Weise dafür sorgt, dass Crassus Vertrauter vom Senat zum Heerführer über sechs Kohorten erwählt wird, die den Sklavenaufstand beenden sollen. Die verbleibenden Kohorten werden einem anderen Vertrauten Gracchus unterstellt: Julius Cäsar (John Gavin).
Spartacus sorgt zur gleichen Zeit dafür, dass seine Gefolgsleute sich nicht dadurch an den Römern rächen, dass sie diese in tödliche Gladiatorenkämpfe schicken. Auf dem Zug der Sklaven Richtung Süden trifft Spartacus Varinia wieder, die dem unbeholfenen Batiatus entfliehen konnte. Sie liebt Spartacus wie er sie. Als Varinia ihn fragt, was er vor hat, erzählt ihr Spartacus, er wolle an die Küste nach Brundisium (Brindisi), damit alle Sklaven mit Hilfe von Piraten, die ebenfalls gegen Rom kämpfen, in ihre Heimat zurück können. Er will nicht mehr kämpfen müssen. „Wer hat schon den Wunsch zu kämpfen. Auch ein Tier kämpft nur, wenn es muss.“ Er sei jetzt frei. Aber was wisse er schon, er könne nicht einmal lesen. Er wisse nichts. Aber ab jetzt möchte er alles wissen. Warum die Sonne untergeht und woher der Wind komme. Und er wolle wissen, warum Varinias Herz schlage und warum sie atme. Für kurze Zeit herrscht ein sanfter Frieden im Lage der entflohenen Sklaven.
Der Unterhändler der Piraten, Tigranes Levantus (Herbert Lom), mit dem Spartacus über den Verkauf von Schiffen verhandelt, äußert Zweifel, ob Spartacus und seine Leute jemals Rom entkommen könnten. Wenn er in eine Kristallkugel schauen könne und sehen würde, wie er und seine Anhänger von den römischen Soldaten niedergemetzelt würden, würde er dann immer noch planen, Rom zu entkommen, fragt ihn Levantus. Spartacus antwortet:
„Was verlieren Sklaven? Alle Menschen verlieren, wenn sie sterben, und alle Menschen sterben. Nur dass ein Sklave beim Tod etwas anderes verliert als ein freier Mensch.“
Levantus: „Beide verlieren das Leben.“
Spartacus: „Wenn ein freier Mensch stirbt, verliert er die Freude am Leben. Ein Sklave verliert den Schmerz. Der Tod ist für einen Sklaven der Weg in die Freiheit. Deshalb ist er ohne Furcht vor ihm. Und deshalb werden wir gewinnen.“
Spartacus und seine Männer schlagen die von Rom entsandten sechs Kohorten und nehmen Glabrus gefangen. Spartacus lässt Glabrus nach Rom zurückkehren, um dem Senat zu melden, dass die Sklaven nichts von Rom fordern – außer ihre Freiheit.
Glabrus wird vom Senat wegen der Schande der Niederlage verbannt. Crassus hingegen, der vortäuscht, sich ins Privatleben zurückziehen zu wollen, plant, die Führung des Kampfes gegen Spartacus zu übernehmen. Doch dafür verlangt er Vollmachten, deren Durchsetzung der Diktatur gleichkommen würde, die er immer anstrebte. Der schlaue Gracchus durchschaut seinen Widersacher und nimmt heimlich Kontakt mit den Piraten auf. Die sollen Spartacus ruhig helfen. Sind die Sklaven erst einmal auf dem Meer, kann er Crassus Pläne durchkreuzen.
Crassus hingegen besticht die Piraten, die sich mit ihren Schiffen aufs Meer zurückziehen. Die Heerführer Pompeius und Lucullus nähern sich mit ihren Kohorten von Sizilien bzw. vom Meer aus, so dass Spartacus gezwungen wird, um nicht zwischen beiden aufgerieben zu werden, Richtung Rom zu ziehen. Es kommt zur Entscheidungsschlacht. Was Spartacus nicht weiß: Crassus hat Pompeius und Lucullus befohlen, auf geheimen Wegen durch die Apenninen sich mit seinem Heer zu vereinigen. Gegen diese Übermacht haben Spartacus Kämpfer keine Chance. Nur ca. 5.000 seiner Männer, Frauen und Kinder überleben die blutige Schlacht. Crassus Erfolg verhilft ihm endlich zu dem, was er schon immer wollte: Er lässt sich zum ersten Konsul ernennen und entmachtet Gracchus. Die Via Apia säumen die gekreuzigten Sklaven. Batiatus, dem versprochen war, die überlebenden Sklaven verkaufen zu dürfen, wird von Crassus aus dem Lager gepeitscht. Varinia, die ihren Sohn geboren hat, wird von Crassus in sein Haus gebracht. Batiatus und Gracchus schwören Rache. Batiatus soll Varinia entführen. Dafür erhält er von Gracchus zwei Millionen Sesterzen.
Inzwischen hat Crassus Spartacus und Antoninus, seinen ehemaligen Sklaven, gefunden. Er zwingt sie, im Schwertkampf gegeneinander zu kämpfen. Der Überlebende soll gekreuzigt werden. Beide wollen dem anderen das Leid der Kreuzigung ersparen. Spartacus tötet Antoninus und wird ans Kreuz geschlagen. Er soll nicht begraben, sondern verbrannt, seine Asche in alle Himmelsrichtungen verstreut werden.
Gracchus besorgt Varinia, ihrem Sohn und Batiatus Passierscheine, mit denen sie Crassus Zugriff entfliehen können. Er entlässt Varinia und ihren Sohn aus der Sklaverei. Als sie mit Batiatus Rom verlässt, sieht sie Spartacus am Kreuz. Der sieht zum ersten Mal seinen Sohn. Varinia verspricht Spartacus, ihrem Sohn über seinen Vater alles zu berichten. Der Schmerz und der Tod trennt die Liebenden für immer.
Inszenierung
Ein „Sandalenfilm“? Die äußeren Merkmale weisen darauf deutlich hin. Die Frisuren der weiblichen Darsteller entsprechen sicherlich nicht der Realität. Varinia sieht des öfteren aus, als käme sie gerade vom Friseur in der 5th Avenue. Auch etliche Szenenabfolgen erinnern an andere Filme, die in der Antike spielen. Doch von diesen Dingen einmal abgesehen, ist Kubricks großes Thema – Freiheit, Individuum, Zivilisation – auch in „Spartacus“ deutlich zu erkennen. Für Spartacus und alle Sklaven ist der Tod der Verlust des Schmerzes, für einen freien Menschen dagegen der Verlust der Freude. Er fürchtet sich vor dem Tod nicht mehr als vor dem Leben als Sklave, sagt er Antoninus kurz vor beider Tod.
Kubrick setzt der Figur des Spartacus zwei Charaktere entgegen: Crassus, den hintertriebenen Schurken im blendenden Gewand des römischen Patriziers, der nach der Diktatur strebt, und Gracchus, ebenfalls hintertrieben, aber mehr von den Verhältnissen dazu getrieben, den Vertreter des römischen Volkes, des „Pöbels“, wie Crassus die einfachen Leute nennt, Gracchus, der die Lebensfreude repräsentiert. In einem übertragenen Sinn steht Crassus für den Typ Mensch, der seine Allmachtsphantasien mit allen Mitteln realisieren will, Gracchus für den Pluralismus des „Leben und Leben lassen“. Um diese drei Figuren gruppiert Kubrick die Handlung, die insofern mehr mit der Gegenwart als mit römischer Geschichte zu tun hat.
Spartacus hatte eine Entscheidung getroffen, als er sich in das „Zwischenreich“ zwischen Sklaverei und Freiheit begab: Nie wieder Gladiatorenkämpfe. Das reicht ihm jedoch nicht. Als Mensch will er wissen, „Wissen“ nicht in einem technizistischen, ökonomisierten, sondern in einem eher existenziellen Sinn. Er will wissen, was das Leben ist, was es ausmacht, er will erfahren. Er will nicht so sehr wissen, wozu er lebt, zu welchem Zweck. Denn eines hat Spartacus längst akzeptiert, was Crassus nie akzeptieren könnte: Der einzige Sinn des Lebens, die einzige absolute Sicherheit im Leben ist der Tod. Crassus will über den Tod hinaus, den Tod besiegen. Er ist der erbärmliche, feige und seine Feigheit hinter der Macht der Kohorten, der Intrige, der Skrupellosigkeit versteckende Mörder, der den Tod überwinden will, indem er andere tötet. Er fragt Varinia, was sie an Spartacus fasziniere. In diesem Moment spürt Crassus selbst, das etwas existiert, das er nie begreifen wird und vor dem er Angst hat: das Leben vor dem Tod.
Als sein entflohener Sklave Antoninus im Lager der Sklaven Gedichte vorträgt und zaubert, ist Spartacus fasziniert. Für ihn ist dies der Beginn des Lebens als einer transzendenten (vielleicht auch religiösen), philosophischen Erfahrung. Das Leben als „Kunst“ des Lebens, als „Genuss“, als sinnliche Erfahrung.
Hier manifestiert sich das Gespür Kubricks, seine Idee vom „einfachen“ Leben, nicht im Sinn eines irgendwie gearteten „Zurück zu ...“, einer abstrakten Sinnfrage oder Träumen vom Paradies. Spartacus weiß, dass der Mensch längst den paradiesischen Zustand der Unschuld verlassen hat. Er fragt nach den Bedingungen von Sinnlichkeit und Freiheit. Crassus liebt nicht das Leben, sondern die Macht, also den Tod. Gracchus liebt das Leben, ist aber Gefangener im Gefüge des römischen Staates. Als er Varinia und ihrem Sohn die Freiheit schenkt, ist dies nicht nur ein Gnadenakt, nicht nur eine Verbeugung vor Spartacus. Es ist das Gespür dafür, was Spartacus trieb.
Die Idee der Freiheit und des Lebens als Sinnlichkeit, als Genuss sind eine Art „Gegenkonzept“ zum „Konzept“ der Zivilisation, eine Utopie gegen den „realistischen Realismus“. Kubricks Idee ist verwundbar, angreifbar, weil sie die Idee des Lebens offen hält für die Chancen, die sich damit auftun. Die Perspektive eines „realistischen Realismus“ liegt im Sollen dessen, was ist, in der geforderten Fortschreibung dessen, was festgehalten werden soll – gegen alle Einsicht, dass das Leben im stetigen Fluss ist und sich nicht aufhalten lässt. Crassus repräsentiert diesen lebensfeindlichen Realismus. Die Perspektive der Utopie ist das Aufspüren der Freiheit und des Genusses in dem, was ist.
Ich muss essen, weil ich sonst sterbe. Ich will essen, weil es ein Genuss ist (oder jedenfalls sein kann). Beides ist möglich und notwendig. Aber was macht den Menschen aus, was ist für das Menschsein primär: die biologische oder die kulturelle Notwendigkeit? Hier liegt die Frage der Freiheit begründet. Für einen Sklaven ist das Leben und alles, was dazu gehört, eine Qual und der Tod die Erlösung vom Schmerz. Was für das Essen als kulturellem Genuss gilt, als Teil des sinnlichen Lebens für uns hier im Norden der Erdkugel in der Regel möglich geworden ist, ist für Millionen andere eine nackte existenzielle Frage. Sie sind auf ihre Biologie zurückgeworfen (worden).
Fazit
Die Utopie des „Spartacus“ ist keine abstrakte Wunschvorstellung. Sie sucht in dem, was ist, nach Anhaltspunkten und Möglichkeiten der Freiheit, dem, was sein soll. Sie beruht nicht auf abstrakten, hehren Grundsätzen, sondern auf der Erfahrung des Lebens selbst. Sie ist ein universelles „Konzept“, das entweder für alle gelten muss oder für niemand gelten kann, eine Vorstellung, die in jedem Menschen auch die Idee des Menschen und damit die Menschheit umfasst. Spartacus hält seine Anhänger davon ab, römische Soldaten als Gladiatoren gegeneinander zu hetzen. Das ist Universalität.
Der „realistische Realismus“ (heutzutage die neoliberale Weltordnung und die Ideologie des Neoliberalismus) ist auch ein universelles Konzept der Fixierung dessen, was äußerlich „ist“,und dessen Fortschreibung – leider. We are all living in the best of all possible worlds.
Die Besetzung des Films ist hervorragend gewählt. Douglas, Olivier, Laughton, Ustinov, Simmons und auch Curtis waren in dieser Hinsicht Glücksfälle für Kubrick.
Ich beschließe mit „Spartacus“ meine Reihe von Besprechungen der Filme Kubricks zwischen „The Killing“ (1956) und seinem letzten Film „Eyes Wide Shut“ (1999) und hoffe, auch Euch hat es – trotz der Länge manches Berichts – ein bisschen Spaß gemacht.
(1) Trumbo schrieb u.a. die Drehbücher zu „Exodus“ (1960, R: Otto Preminger), „The Last Sunset“ (1961, R: Robert Aldrich), „The Sandpiper“ (1965, R: Vincente Minelli), „The Fixer“ (1968, R: John Frankenheimer), „The Horsemen“ (1971, R: John Frankenheimer) und „Papillon“ (1973, R: Franklin J. Schaffner).
Zur historischen Figur des Spartacus vgl. u.a.:
http://www.jop-kriegskunst.de/spcus.htm
http://home.t-online.de/home/aschern/spartacus.h tm
http://menschnorbi.de/top10/top10_Spartacus.htm
Spartacus
(Spartacus)
USA 1960, 189 Minuten
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Dalton Trumbo, nach dem Roman von Howard Fast
Musik: Alex North
Kamera: Russell Metty, Clifford Stine
Schnitt: Robert Lawrence
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Kirk Douglas (Spartacus), Sir Laurence Olivier (Marcus Licinius Crassus), Jean Simmons (Varinia), Charles Laughton (Sempronius Gracchus), Peter Ustinov (Lentulus Batiatus), John Gavin (Julius Cäsar), Nina Foch (Helena Glabrus), John Ireland (Crixus), Herbert Lom (Tigranes Levantus), John Dall (Marcus Publius Glabrus), Charles McGraw (Marcellus), Joanna Barnes (Claudius Marius), Harold Stone (David, jüdischer Gladiator), Woody Strode (Draba, äthiopischer Gladiator), Peter Brocco (Ramon), Tony Curtis (Antoninus)
Offizielle Homepage: –
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0054331
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_revie ws/1991/05/647968.html