Pro:
interessante Idee gut verwirklicht, sehr gute Effekte, wirkt realistisch, gute Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität
Kontra:
Sehr amerikanisiert und heroisch
Empfehlung:
Ja
Zu meiner großen Freude gab es gestern ganz neu hereingekommen schon den Film The Day After Tomorrow auf DVD. Es handelt sich hier zwar nur um die normale DVD-Version, also um die DVD in der Kinoversion mit nur einer DVD, aber dennoch war ich begeistert genug, um mir diesen Film auf DVD direkt mitzunehmen.
============
VORWORT
============
Bei dem Film "The Day After Tomorrow" hat man sich entschieden, zwei verschiedene Versionen herauszubringen. Die eine Version nennt sich nur "The Day after Tomorrow" oder aber "The Day After Tomorrow Kinoversion", die andere Version ist die Special Edition. Die Special Edition ist teurer als die Normaledition, wie ich sie mal nenne, dafür weist sie auch mehr Zusatzfeatures auf. Wer sich nur für den Film selbst interessiert und ihn eben in DVD-Güte haben möchte, für diesen Personenkreis ist auch die Einer-DVD geeignet, wie ich mit meinem Beitrag hier auch darlegen möchte.
============
INHALT
============
Der amerikanische Klimaforscher Jack Hall warnt schon seit Jahren vor einer Klima-Katastrophe. Als angesehener Wissenschaftler wird er bei vielen Klimakonferenzen angehört. Allerdings weisen ihn diejenigen, die das Sagen haben, immer wieder zurück. Denn wie Jack Hall selbst sagt, man kann nicht genau sagen, wann es zu einer Klima-Katastrophe kommen kann, er geht von einem Zeitraum von mindestens hundert Jahren aus, vielleicht sogar von mehr als tausend Jahren. Der amerikanische Vizepräsident ist dabei sein stärkster Gegner. Denn er hält es nicht für notwendig, diese Thesen Ernst zu nehmen. Und wenn doch, dann geschieht ja sowieso alles nicht mehr zu seiner Zeit. Er ist auch nicht der Einzige, der so denkt. Und so handelt natürlich niemand.
Jack Halls These ist diejenige, dass eine globale Erwärmung zu einer neuen Eiszeit führen wird. Diese hört sich zwar unlogisch an, wird aber logisch erklärt. So bestimmen eben nur sehr komplexes Klimafaktoren unser derzeitiges Klima. Und wir Menschen greifen ja nicht gerade unwesentlich auf diese Klimafaktoren ein. Eine dieser Faktoren ist es, dass der warme Golfstrom dafür sorgt, dass unser Klima (nördliche Erdhalbkugel) stabil bleibt. Sollte allerdings durch die globale Erwärmung die Arktis beispielsweise stark schmilzen, so könnte die Temperatur des Golfstromes extrem sinken. Und mit dieser Temperatursenkung kommt es dann zu einer Instabilität unseres Klimas. Eine der Möglichkeiten dadurch wäre eine neue Eiszeit.
Bei einem Versuch, eine Bohrprobe der Antarktis zu entnehmen, kommt es fast zu einer Katastrophe für Jack Hall und sein Wissenschaftlerteam. Denn während der Bohrung bricht eine riesige Platte durch, auf der sich das Team gerade befindet. Mit Mühe und unter Einsatz seines Lebens gelingt es Jack, einige der Proben zu retten.
Privat gibt es in Jacks Leben eher Negatives zu berichten. Er ist zwar verheiratet und hat einen intelligenten Sohn, aber durch seinen Beruf hat Jack so gut wie nie Kontakt zu seiner Frau bzw. seinem selbst schon fast erwachsenen Sohn. Alles, was wichtig für die Familie ist, hat Jack für seinen Beruf und seine Besessenheit, die These zu beweisen, aufgegeben.
Aber schon kurze Zeit, nachdem Jack sich während einer Klimakonferenz mit dem uneinsichtigen Vizepräsidenten angelegt hat, beginnt das Unfassbare. Plötzlich beginnt die Temperatur des Golf-Stromes zu kippen. Eine Meßstation in Schottland überwacht die Temperatur des Golfstromes mittels moderner Bojen. Als die erste Boje plötzlich eine Temperaturabsenkung von über 10 Prozent anzeigt, geht man von einem Fehler an der Boje aus. Kurz darauf allerdings zeigen noch zwei weitere Bojen hohe Temperaturstürze des Golfstromes an. Der schottische Professor, selbst angesehener Klimatologe, ist einer der wenigen, der Jacks Thesen unterstützt hat bzw. sie nicht direkt als nichtig erklärt hat. Er setzt sich sofort mit dem Amerikanischen Forscher in Verbindung.
Während dessen zeigt das Klima aber auch schon Auswirkungen auf diese Änderung. In Japan fängt alles mit fast Ballgroßen Hagelkörnern an, die für viele Menschen den Tod bedeuten. Die Stürme in Australien und anderen südlichen Gebieten verstärken sich extrem. Alles natürlich erst einmal nicht so wichtig für die Amerikaner. Denn man ist ja weit weg von diesen Gebieten. Für Jack Hall und andere Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern sind es aber die ersten Vorzeichen der von Jack vorher gesagten Klima-Katastrophe. Nur tritt diese jetzt weit aus früher ein, als erwartet. Schnell versuchen die Wissenschaftler zu ermitteln, was genau zu erwarten ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Während sich die Stürme auch schon über Nordamerika zusammenziehen, fliegt Jacks Sohn Sam zusammen mit anderen Schülern zu einer Wissens-Meisterschaft nach New York. Trotz einiger starker Störungen kommen die Jugendlichen heil in New York an. Dort hat es schon vor kurzem stark zu regnen begonnen. Es schüttet regelrecht und sieht nicht danach aus, als ob der Regen bald aufhört. Aber der Regen ist nicht alles, was die Jugendlichen erwartet. Denn kurze Zeit später bilden sich über Los Angeles mehrere Tornados, die sich zu einem vereinen und einen Großteil der Stadt mit allem Leben direkt zerstören. Kurze Zeit später bildet sich eine riesige zerstörerische Welle und dringt bis tief nach New York ein. Sam und seine Mitschüler, darunter auch die hübsche Laura, in die er sich verliebt hat, gelingt es, sich in eine große Bücherei zu retten. Aber was sie nicht wissen, die wahre Katastrophe, wird noch auf sie zukommen.
Eine Raumstation meldet drei riesige Wirbel über dem Festland, von denen sich eine über Nordamerika, einer über Asien und einer über Europa gebildet hat. Und nach den Berechnungen der Wissenschaftler werden diese Wirbel so katastrophal sein, dass sie zu einem extremen Temperaturabfall auf ca. Minus 100 Grad Celsius sorgen und es nach dieser extremen Absenkung zwar zu einer Stabilisierung der Temperatur aber eher auf der Höhe der letzten Eiszeitperiode kommen wird.
Erst nach vielen Versuchen gelingt es Jack und anderen Wissenschaftlern den amerikanischen Präsidenten und seinen Stab davon zu überzeugen, dass die Katastrophe schon jetzt begonnen hat und es keine Möglichkeiten gibt, dieses "Wetter" noch zu stoppen. Da es jetzt schon so spät ist, gibt es nur noch Rettungsmöglichkeiten für einen Teil der amerikanischen Bevölkerung. Für sämtliche Bewohner der nördlichen Hälfte besteht keine Überlebensmöglichkeit bei einer Flucht während sich Nordamerikaner im südlicheren Teil noch retten können. Jetzt haben der Präsident und seine Fachleute die Entscheidung darüber zu treffen, ob sie überhaupt reagieren und wenn ja - wie sie reagieren. Denn nach Mexiko zu fliehen ist nicht gerade im Sinne der Politik der USA.
Jack, der genau weiß, dass sein Sohn sich in der "Todeszone" befindet, trifft eine mutige aber wahnwitzige Idee, nach dem er erfährt, dass sein Sohn die Überschwemmungskatastrophe überlebt hat. Er will seinen Sohn retten und endlich mal für den Menschen da sein, für den er wohl mit die wenigste Zeit seines Lebens investiert hat. Während überall Menschen fliehen und die Katastrophe immer größere Ausmaße ausnimmt, machen sich Jack und seine beiden Team-Mitglieder auf den Weg, wohl wissend, dass sie kaum Chancen haben....
==========================
REGIE UND SCHAUSPIELER
==========================
1. REGIE
Roland Emmerich
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Filme: Das Arche-Noah Prinzip, Godzilla, Independence Day, Joey, Der Patreot u.a.
2. SCHAUSPIELER
Jack Hall (Dennis Quaid)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Filme: D.O.A. - bei Ankunft Mord, Dragonheart, Dreamscape, Enemy Mine - Geliebter Feind u.a.
Jake Gyllenhaal - Sam
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Filme: Donnie Darko, Moonlight Mile, October Sky, Bubble Boy, The Day After Tomorrow
Emmie Rossum - Laura
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Filme: The Day After Tomorrow
Kenneth Welsh - Vizepräsident
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Filme: Crocodile Dundee II, Freshman, Hit Man, Das Haus in der Carrol Street u.a.
========================
MEINUNG ZUM FILM
========================
The Day After Tomorrow ist einer der besten und eindruckvollsten Katastrophen-Filme, die ich seit langem gesehen habe.
Ich bin normalerweise kein Freund dieser Katastrophenfilme aber hier gab es mehrere Aspekte für mich. Zum einen ist es das Wissen, dass es auf der Erde immer wieder zu Eiszeiten und auch zu Klimaverschiebungen kommt. Als weiteres bin ich auch durch Fachliteratur der Ansicht, dass diese Theorie gar nicht so unlogisch ist, wie sie von vielen betitelt wird. Ich möchte mich mit niemandem hier herum streiten, ob so etwas passieren kann oder nicht, aber dass es zu gravierenden Auswirkungen kommen kann, wenn wir weiter so mit der "Umwelt" umgehen, das wird hoffentlich niemand bestreiten. Schon als der Film bekannt wurde, somit ins Kino kam, habe ich mir das Buch zum Film gekauft, das aber in einigen Punkten auch etwas von dem Film abweicht. Somit war ich schon darauf gefasst, was mich in diesem Roland Emmerich Film erwartet.
The Day After Tomorrow ist ein Film, der sehr actionreich und durchgängig spannend ist. Dabei verliert er aber nie den menschlichen/zwischenmenschlichen Aspekt. Ich empfinde den Film gleichzeitig als äußerst bedrohlich, da er durchaus realistisch wirkt und als nerven-zehrend. The Day After Tomorrow ist in der Hinsicht ein typischer Emmerich-Film, weil er spektakuläre Filmszenen zeigt. In einigen Stellen kommt durchaus der Vergleich zu Indepencence Day durch aber immer weicht der Film schon alleine durch seine andersartige Handlung von dem bekannten Vorgänger ab. Ich selbst möchte beide Filme auch nicht mit einander vergleichen. Aber wer Independence Day gesehen hat, der weiß um diese weitreichenden Zerstörungszenen, die sehr realistisch wirken.
Im Film wird die Spannung schon von Anfang an aufgebaut, da man selbst mit erlebt, wie sich die Situation zusammenzieht und man als Zuschauer hier eben auch leicht die Zusammenhänge zwischen Vorfällen in Japan, Europa und Amerika erkennt. Und selbst wenn man (wie ich) weiß, was hier alles passieren wird, so ist man im Moment des Geschehens doch geschockt. Denn vieles wird hier anhand von Einzelschicksalen gezeigt. Damit meine ich auch einige der Menschen, die hier durch diese extreme Katastrophe ums Leben kommen. Man sieht einen Menschen lachen, sich amüsieren - und im nächsten Moment ist er schon tot.
Gut gemacht finde ich, dass der Film auf drei Ebenen abspielt. Zum einen wird die Situation in New York anhand des Schicksals von Sam und seinen Freunden gezeigt. Auf der anderen Seite sieht man die Menschen in dem Part Amerikas, in dem noch eine Flucht/Überlebensmöglichkeit besteht, zu diesen Menschen gehört auch Jacks Ehefrau. Den dritten Hauptpart bildet Jack, zuerst mit seinen vergeblichen Bemühungen, die Regierungen zu warnen und später bei seinem selbstmörderischen Versuch, seinen Sohn aus New York zu retten. Dazwischen bekommt man aber auch viele andere Menschen und ihre Reaktionen zu sehen.
Typisch Amerikanisch finde ich, dass hier fast nur auf Amerika und dann noch ein wenig auf England/Schottland eingegangen ist. Während im Buch zum Film wenigstens manchmal noch Frankreich oder Deutschland erwähnt werden, fällt dieses im Film ganz weg. Wie immer dominiert bei einem Weltweiten Katastrophenfilm - leider auch bei Emmerich - hier Amerika und natürlich der Überlebenswille der Amerikaner. Natürlich, es ist ein amerikanischer Film, und wenn man mehr Europa ins Spiel bringen würde, dann würde das wohl weniger Amerikaner anlocken. Aber generell finde ich es sehr schade, wenn in einer Weltklimakatastrophe fast nur einseitig auf Amerika eingegangen wird.
Sehr gut finde ich auch dass es Roland Emmerichs Anliegen war, hier vor Augen zu führen, was bei einer Klimakatastrophe passieren kann. Dazu hat sich der Regisseur ja auch schon im Fernsehen oft genug geäußert. Und etwas, was man krass gezeigt bekommt, bewirkt vielleicht doch mehr, als wenn man nur sagt, das oder das könne geschehen.
Realistisch finde ich hier durchaus, wie die Politiker - hier der Amerikanische Präsident und der Vizepräsident - mit dem Thema Klimakatastrophe umgehen. Das könnte ich mir bei den jetzigen Politikern durchaus genauso vorstellen. Gerade der Vizepräsident zeigt hier krass, wie sehr sich Politische Ideen und Kleingeistliches Denken auswirken können. Denn im Film ist er der Verantwortliche, der diesen störenden Wissenschaftler immer wieder behindert und gar nicht beachtet. Im Buch selbst ist übrigens der Präsident nicht besser. Das wollte man im Film so den amerikanischen Bürgern wohl nicht antun. Ich fand es eben nur so extrem und daher auch erwähnenswert.
Leider kommt sehr vieles von der Ironie, die im Buch zum Film (was ja fast identisch sein sollte) hier nicht so heraus. Aber ich gebe zu, dass dieses nicht so einfach zu realisieren ist. Andererseits hat man - wie im Falle des uninteressierten Präsidenten - hier einfach solche sehr ironischen Szenen einfach herausgelassen. Wir dürfen ja nie vergessen, dass der Amerikanische Präsident der Gute ist (Achtung, Ironie!!) Als Ignorant darf da höchstens der Vizepräsident herhalten. Aber auch nur, wenn er sich wie hier vom Saulus zum Paulus wandelt.
Ich möchte hier keinen Abgleich zwischen Film und Buch machen, aber einige Auffälligkeiten muss ich einfach nennen, weil sie dem Film einen noch interessanteren Aspekt gezeigt hätten. So wird insgesamt doch auf die eigentliche Katastrophe und den Umgang der Menschen vor Ort umgegangen. Helden gibt es hier mehr als Feiglinge, zu mindestens konzentriert man sich mehr auf diese. Einige der Schlüsselfiguren aus dem Buch werden hier nur am Rande erwähnt und man wundert sich im Film höchstens, weshalb man gerade diesen oder jenen Menschen präsentierte.
Als gelungen und auch eine gewisse Ironie finde ich die Situation, dass plötzlich US-Amerikaner nach Mexiko auswandern möchte. Und (wie sonst anders herum) machen diese ihre Grenze zu, da plötzlich eine Massen-Invasion von US-Amerikanern erscheint. Und so sieht man jetzt eben mal US-Amerikaner ihr Hab und Gut zurücklassend, über den Rio Grande ins rettende Mexiko zu gelangen. Leider kam im Film auch nur (wenn man sehr gut aufpasst) am Rande heraus, wie schwer es dem Präsidenten gefallen ist, Mexiko zu bewegen, die Grenzen zu öffnen.
Etwas merkwürdig und selten ist es, dass mal in einem Katastrophenfilm auf Plünderungen und Ausschreitungen verzichtet wird. Nicht, dass sich hier alle Menschen diszipliniert verhalten. Aber es scheint eher so zu sein, dass Roland Emmerich einfach keinen Wert auf diesen Aspekt gelegt hat.
Etwas störend empfand ich es, dass sich alle drei Familienmitglieder der Familie Hall als die Helden erweisen. Es ist in meinen Augen ziemlich unrealistisch, aber das Heldentum muss ja gefördert werden. Und wenn schon einer in der Familie ein Superheld ist, warum dann auch nicht alle anderen? Hier hätte man auch ein paar andere Menschen mit einbauen können, wie das im Film ja nur am Rande in Form von J.D. oder dem Penner mit seinem Hund geschieht.
Persönlich geärgert habe ich mich mal wieder um die typische Wolfsgeschichte. Gerade in Zeiten, wo man sich bemüht, mehr Verständnis für diese fast ausgerotteten Tiere zu entwickeln, die ja auch nach Deutschland zurück kehren. Gerade da hat Emmerich keine bessere Idee, als gerade die Wölfe die Jagd auf unsere heldenhaften Jungs machen zu lassen. Wo wären wir denn ohne die "guten" alten Ideen für einen spannenden Film.
Sehr schön empfand ich die kleine Liebesgeschichte zwischen Sam und Laura. Sie gibt dem Film etwas noch persönlicheres und irgendwie auch noch etwas mehr Hoffnung in all dem Grauen, das man hier zu sehen bekommt.
Beeindruckend waren die vielen zerstörerischen und äußerst realistisch wirkenden Szenen. Sehr gut arbeitete Emmerich hier mit psychologischen Mitteln. So hat man entweder keine Hintergrundmusik oder eine bestimmte bedrohliche Art von Musik, die dann erscheint, wenn es zu extremen Szenen kommt. Fasziniert war ich selbst von diesen äußerlichen Veränderungen die Eintraten, wenn diese extreme Kälte auf die Erde traf. Die brechenden Glasscheiben halte ich aber für fragwürdig. Ich denke, das waren eher Effekt-Verstärkungen. Denn seltsame brachen nicht in allen Gebäuden die Gläser, wenn es so extrem kalt wurde. Phantastisch war aber schon die farbliche Veränderung, die die plötzliche Vereisung anzeigte.
Nur durch das Buch wusste ich beispielsweise, dass Wind nur unter bestimmten Bedingungen erzeugt wird und bei einer Minus-Temperatur von 100 Grad beispielsweise auch kein Wind mehr weht. Daher habe ich hier auch schon ein Schaudern bekommen, wenn man das Eintreten der Kälte auch daran zeigte, dass ein Flagge normal weht und dann plötzlich starr wird.
Auch wenn ich den Film in einigen Punkten hier ziemlich kritisiert habe, empfinde ich den Film "The Day After Tomorrow" als äußerst gelungenen Katastrophenfilm. Selbst beim Zweiten oder Dritten Ansehen ist dieses ungute Gefühl noch vorhanden und man bangt mit den Menschen mit. Der Film schafft es, zu mindestens mich schnell in seinen Bann zu ziehen. Er ist erschreckend und anziehend zugleich durch seine Handlung. Anziehend ist er für mich dadurch, dass man mit den Menschen hier mit bangt und mit erlebt wie einige Fehlentscheidungen treffen, die sich dann gravierend auswirken. Aber gerade die Gruppe um Sam herum hat mich auch gebannt. Denn hier hatte man es mit den Menschen zu tun, die versuchen, das beste aus einer scheinbar ausweglosen Situation zu machen und die Hoffnung nie aufgeben zu überleben.
Effekte (sehr viele Computeranimationen), Musik und Geschichte sind hier passend in einander gewoben. Und auch einen gewissen Anspruch will ich The Day After Tomorrow nicht absprechen, auch wenn er natürlich auf den ersten Blick durch die Katastrophen-Szenen dominiert. Man muss hier einfach auch mal auf Kleinigkeiten achten. Und einige der ironischen Aspekte sind doch auch wieder im Film zu finden. (Bücher sind nicht nur zum verbrennen gut, beispielsweise!) Es lohnt sich, den Film konzentriert anzusehen. Denn einige Punkte zum Lächeln findet man hier auch. Dennoch ist The Day After Tomorrow nicht als humorvoller Film zu bezeichnen, denn schon alleine das verfilmte Thema stimmt eher nachdenklich oder beängstigend.
Freigegeben ist The Day After Tomorrow schon für Kinder ab 12 Jahre. Ganz im Ernst, einen Zwölfjährigen würde ich diesen Film nicht alleine ansehen lassen. Denn gerade durch die realistische Wirkung ist der Film härter als es eine Einzel-Beurteilung verschiedener Szenen erwarten lässt.
====================================
MEINUNG ZU DEN SCHAUSPIELERN
====================================
Irgendwie verbinde ich Dennis Quaid auch heute noch mit dem ulkigen Science Fiction "Die Reise ins ich". Auf der anderen Seite habe ich ihn aber auch als interessanten Schauspieler in Enemy Mine - geliebter Feind kennen lernen können. Die Rolle eines Wissenschaftlers ist in meinen Augen auch etwas vollkommen anderes. Aber so wie er die Rolle spielt, ist sie hier auch glaubhaft. Ich kann mir so richtig diesen Vater vorstellen, der endlich einmal etwas für seinen Sohn tun will, ehe es zu spät ist. Er wirkt hier genauso besessenhaft, wie der Wissenschaftler es im Film auch sein sollte. Insofern war er zwar ungewöhnlich für mich, passte aber doch ganz gut herein. Den Standard-Wissenschaftler spielt er ja auch nicht, insofern passt auch wieder das Draufgängerische, was ich mit Dennis Quaid in Verbindung bringe.
Jake Gyllenhaal hat meiner Ansicht nach die zweite bedeutende Rolle in diesem Film, wenn es nicht doch die eigentliche Hauptrolle ist. Er spielt den Wissenschaftler-Sohn Sam, der nicht viel von seinem Vater hatte und als das Gegenteil von einem Draufgänger erscheint. Jake Gyllenhaal ist mir selbst durch den Film Donny Darko bekannt, über den ich heute noch nach grüble. Irgendwie bringe ich daher auch das Düstere mit dem Jung-Schauspieler in Verbindung. Dabei ist er das hier in The Day After Tomorrow eigentlich gar nicht. Denn er spielt sehr gut diesen etwas schüchternen jungen Mann, der sich durchaus der kritischen Situation bewusst ist und der dennoch die Hoffnung nicht aufgeben will. Ihn fand ich persönlich im Film noch am Beeindruckendsten.
Gut gefielen mir aber auch die anderen Schauspieler der Gruppe um Sam. Gerade J.D., dieser scheinbar so snobistische Sohn eines reichen Mannes hat eine sehr interessante Rolle, die er auch äußerst gut spielt. Mir hat es gut gefallen, dass er hier auch öfters die Gelegenheit bekommt zu zeigen, wie gut er spielt. Seine Änderung im Film vom Snob zum Helfer hin war glaubhaft und gut gespielt.
Die weiblichen Schauspieler waren hier (wie so oft in Katastrophenfilm) meiner Ansicht nach eher untergeordnet. Selbst im Buch hat beispielsweise laura noch eine größere Rolle im Film und agiert besser als hier. Bis auf wenige Momente ist sie doch eher nur die Frau, die dann wieder beschützt wird. Sela Ward, die Sams Mutter spielt, finde ich ein wenig unglaubwürdig, als sie sich wegen eines fremden Jungen fast aufopfert. Aber das ist vielleicht auch nur mein Verdruß, den ich eben geäußert habe - jeder in der Familie muss wohl ein Held sein.
Kenneth Welsh, obwohl überall als Hauptdarsteller genannt, hat insgesamt gesehen eigentlich eine Rolle, die nur aus wenigen Film-Minuten besteht. Er gefiel mir in der Rolle sehr gut, obwohl ich diese Idee von Roland Emmerich zu seiner Wandlung nicht gut finde und zu extrem finde. Aber so ist es nun mal in einem Film, der doch noch eine Heile-Welt-Atmosphäre herüber bringen muss. Der wahre Amerikaner erkennt seine Fehler und natürlich ist auch er derjenige, der darauf hinweist, in Zukunft besser mit der Umwelt umzugehen. (Wer wünscht sich so etwas nicht, endlich mal einsichtige Politiker die wirklich etwas ändern wollen?) Also von der Realitätsnöhe bzw. der unglaubwürdigen End-Rede abgesehen, spielt Kenneth Welsh den an sich selbst denkenden Vize-Präsidenten sehr gut.
========================
MEINUNG ZUR DVD
========================
1. Allgemein
Nachdem man sich hier durch die "Nicht-Kopier-Filme" durchgekämpft hat, "Zumindestens in der Leihversion gibt es ein voreingeblendetes Filmchen, das man nicht verhindern kann) beginnt dann endlich das Hauptmenü.
Das Menü ist lobenswert gut gestaltet. Wie bei einem neueren Emmerich-Film zu erwarten war, wurde hier nicht gespart sondern Wert auf etwas eindrucksvolles gelegt.
DAs Hauptmenü startet mein einem Fester, das mir das Gefühl gibt, in der Raumstation zu sitzen, und dann immer näher an die Erde heran zu zoomen. Man erkennt in den äußeren Bereichen die Erdkugel, während im Inneren Teil - dem Blickfenster der Station - einige Filmszenen, natürlich Effektvolle Szenen - zu sehen sind. Die Musik dabei ist düster und wiederholt sich in kurzen Abständen. Donnergrollen und andere Nebengeräusche verheißen schon nichts Gutes.
Anwählen kann man:
- Film starten
- Sprachauswahl
- Szenenauswahl
- Sonderausstattung
- Inside Look
An Sprachen werden in dieser Version Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1 sowie Deutsch noch einmal in 5.1 DTS angeboten. Untertigel gibt es für die Sprachen Englisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Deutscher Text zum Kommentar und Türkisch. Natürlich kann man auch "aus" anwählen, was bei mir am häufigsten vorkommt. Der Text zum Kommentar ist hier sehr wichtig, weil gleich zwei verschiedene Kommentar-Versionen angeboten werden, diese allerdings in englischer Sprache. Die Kommentarauswahl kann man entweder hier vornehmen oder aber im Punkt Sonderausstattung, auf den ich gleich noch eingehen werden.
Bei der Szenenauswahl handelt es sich um ein musikalisch untermaltes Menü mit einem Szenenbild, da aber nicht weiter kommentiert ist. Also hier hat man nur den Standard, da habe ich schon ganz anderes erlebt.
2. Bild und Ton
Hier haben mich Roland Emmerich und ein Team überzeugen können. Das Surround Feeling war optimal und sämtliche Lautsprecher durften ihren Dienst versehen. Ob es sich nun um Hintergrundmusik oder effektvolle Einlagen hatte, auch die hinteren Lautsprecher hatten gut zu tun. Die Klänge kommen klar und gut herüber, auch die Stimmen sind im Verhältnis zur Hintergrudnmusik immer gut zu verstehen. Das Mittendrin-Gefühl macht sich in sehr vielen Szenen extrem bemerkbar. Manchmal wünscht man sich bei diesem Film schon, es sei nicht so, nur um etwas mehr Distanz zu wahren. Ich gehöre ja zu den Menschen, die sich voll und ganz in einen Film hereinversetzen und dann schon mal einen regelrechten Schock haben, wenn dieser extrem ausgeht. Auf alle Fälle ist hier alles sehr gut realisiert worden und man fühlt sich so mitten im Sturm bzw. restlichen Geschehen.
Die Bildqualität ist ebenfalls hervorragend. Auf der einen Seite sollte man das bei einem neuen Film auch erwarten. Aber in der Hinsicht bin ich auch schon des öfteren Enttäuscht worden. Alles ist immer klar und deutlich zu sehen, seien es durch die Gegend fliegende Wagen und Häuserteile oder aber auch die etwas dunkleren gehaltenen Filmszenen in der Bücherei. Bildrauschen war keinerlei vorhanden, die Farben werden klar und kontrastreich von meiner Anlage wieder gegegeben.
Von mir somit Bestnote sowohl für Bild- als auch für Tonqualität.
3. Extras
Bei einer abgespeckteren Version, die nur eine DVD enthält und dafür weniger kostet, darf man natürlich nicht so viele Extras erwarten. Und so gibt es auch im Bereich der Sonderausstattung nur die Punkte:
- Kommentar von Regisseur/Co-Autor Roland Emmerich und Produzent Mark Gordon
- Kommentar von Co-Autor Jeffrey Nachmanoff, Kameramann Ueli Steiger, Cutter David Brenner und Ausstatter Barry Chusid
- Special: Roland Emmerich über The Day After Tomorrow
- Zusätzlich gibt es noch den Part Inside Look
1. Kommentare
~~~~~~~~~~~
Für die sogenannte Günstig-Version bin ich sehr angetan von den Extras Kommentarfunktion der DVD. Denn somit kann man sich The Day After Tomorrow nicht nur als normalen Film sondern auch mit zwei verschiedenen Kommentarmöglichkeiten ansehen. Da erfährt man schon sehr viel mehr über diesen Film. Man muss sich eben nur die Ruhe nehmen und den Film auch mit den Kommentaren ansehen. Bei 119 Minuten Filmlaufzeit schon einige Zeit, die man dabei investiert. Ich kann es aber nur empfehlen. Gerade dadurch, dass in beiden Kommentarversionen nicht nur eine Person kommentiert, wird alles interessanter und es kommt auch keine Langeweile auf. Automatisch bekommt man auch die deutschen Untertitel zu beiden Kommentarvarianten eingeblendet. Auch das ist schon lobenswert.
2. Special Roland Emmerich über The Day After Tomorrow
~~~~~~~~~~~~~~~
Das Special mit Roland Emmerich über The Day After Tomorrow hat mir hervorragend gefallen. Ungewohnt war es - aber natürlich auch gut - dass man hier alles auf Deutsch erklärt bekommt. Roland Emmerich erzählt hier vieles über den Film, über seine Ideen und bestimmte Umsetzungen. Aber man bekommt auch einen Einblick in die Dreharbeiten und immer wieder Filmszenen gezeigt. Dieses Special geht knapp 15 Minuten und ist äußerst informativ.
3. Inside Look
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
In Inside Look bekommt man gezeigt, wie die Figuren zu dem neuen Alien vs. Predator Film entstehen. Es geht hier darum, wie man welche der Aliens entwickelte und warum. Nicht jeder Leser meines Beitrages weiß es vielleicht. Es gibt ja mehrere Filme Predator (Teil 1 war mit Arnold Schwarzenegger), einer gefährlichen außerirdischen Spezies, die gerne Menschen jagt. Weiterhin gibt ja auch noch die bekannten Alien-Filme. Jetzt hat man sich überlegt, einen neuen Film zu drehen, in dem sich diese beiden "netten" Aliens bejagen. Der Ort der Geschehens ist dann zum Leidwesen der Menschen leider die Erde. Hier wird somit Reklame für diesen Film gemacht und gezeigt, wie die Figuren entstehen.
============
DATEN
============
Titel: The Day after Tomorrow
DVD: The Day after Tomorrow (Kinoversion)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Roland Emmerich
Musik: Harald Kloser
Schauspieler:
Dennis Quaid
Jake Gyllenhaal
Emmie Rossum
Kenneth Welsh
Format: Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
Studio: Twentieth Century Fox Home Entert.
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
• Laufzeit: 119 Minuten
DVD Erscheinungstermin (Kauf DVD): 7. Oktober 2004
Produktion: 2004
Features:
- Kommentar von Regisseur/Co-Autor Roland Emmerich und Produzent Mark Gordon
- Kommentar von Co-Autor Jeffrey Nachmanoff, Kameramann Ueli Steiger, Cutter David Brenner und Ausstatter Barry Chusid
- Special: Roland Emmerich über The Day After Tomorrow
- Inside Look
Preis: 19,99 Euro bei Amazon
==============
FAZIT
==============
The Day After Tomorrow ist ein excellent gemachter Katastrophen-Film, der mich sehr erschüttert hat, obwohl ich schon das Buch zum Film kannte. Trotz einiger Schwächen ist es ein überzeugender Film, den man sich nicht nur hinsichtlich der sehr guten Effekt-Szenen ansehen sollte. Die Kinoversions-DVD, die ich hier gesehen habe, kann ich sehr empfehlen. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann sich den Film ja selbst schon auf DVD ausleihen.
Liebe Grüße - Miara weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben