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The Hours
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Testberichte The Hours

 (VHS) Drama
4.6 von 5
Platz 1161 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 4,70 / 5,00 4.6 von 5
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The Hours Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,70 / 5,00 4.6 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (10/10).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Die Idee und die Verwobenheit der Ereignisse
  • 100 Extra Minuten - die sehr interessant sind Exzellente Darsteller (ausnahmslos) Schöne Musik Gut gefilmt Ein Film der bewegt und den man nicht vergisst Schöne \"Geschichte\"
  • sehr einfühlsam in Idee, Inszenierung und Darstellung, erstklassige Darsteller/Musik/Sound- und Bildqualität
  • sehr gute schauspielerische Leistung
  • man kann lange drüber nachdenken, entdeckt ständig etwas neues, Schauspieler sind excellent
Nachteile/Kritik
  • streckenweise langatmig
  • KEINE
  • 4:3-Format; erfordert ein paar Kenntnisse der biografischen Hintergründe V. und L. Woolfs
  • zieht sich manchmal etwas
  • eigentlich gar nichts, möchte ich meinen
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himmelssurfer

Die innere Zerrissenheit

ein Testbericht von 2005-10-20 19:06:47 vom 20.10.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Die Idee und die Verwobenheit der Ereignisse...
Nachteile/Kritik: streckenweise langatmig
Die innere Zerrissenheit

### Inhalt ###

1921

Virginia Woolf (gespielt von Nicole Kidman) sitzt in einem Landhaus außerhalb Londons und versucht „ihren“ Roman zu schreiben. Täglich quält sie sich mit den Worten herum, nicht in der Lage, ein „normales“ Leben zu führen. Obwohl ihr Mann sich sehr um sie sorgt und stets bemüht ist, es ihr angenehm zu machen, nimmt sie nicht wirklich am Leben teil.
Außerdem mißfällt es ihr außerordentlich, außerhalb Londons leben zu müssen. Auch wenn die Ärzte ihr das wegen psychischer Probleme und vorangegangener Selbstmordversuche sehr empfohlen haben.
Sie liebt ihren Mann und wird auch von ihm geliebt. Trotzdem wählt sie 1943 den Freitod, um ihrem Mann nicht länger zur Last zu fallen.

1951

Laura Brown (gespielt von Julianne Moore) ist glücklich verheiratet und hat einen etwa 6 Jahre alten Sohn. Ein zweites Kind ist unterwegs. Trotzdem merkt sie, daß sie unzufrieden ist. Als der Geburtstag ihres Mannes einmal wieder ansteht, eskaliert ihre innere Situation: Ihre beste Freundin kommt vorbei und erzählt, daß sie ins Krankenhaus muß, um ein Geschwür untersuchen zu lassen. Der Kuchen, den Laura gemeinsam mit ihrem Sohn für den Mann backen will mißlingt. Und überhaupt: vermittelt sie ständig den Eindruck, „neben sich zu stehen“. Und obwohl auch sie von ihrem Mann und ihrem Sohn über alles geliebt wird, stellt sie fest, daß sie Angst davor hat, daß sich in ihrem Leben nie mehr etwas ändern wird. Als sie in dem Buch, welches sie gerade liest, mitbekommt, daß die Protagonistin kurz davor ist, Selbstmord zu begehen, bringt sie ihren Sohn zu einer Kinderfrau und fährt in ein Hotel, um sich ebenfalls das Leben zu nehmen.

2001

Clarissa Vaughan (gespielt von Meryl Streep) ist Lektorin. Ständig eingebunden zwischen ihren vielfältigen Verpflichtungen scheint sie doch glücklich zu sein. Sie lebt in fester Partnerschaft mit einer Frau, hat eine Tochter und kümmert sich aufopferungsvoll um ihren AIDS-kranken Freund Richard, mit dem sie mal einen kurzen Sommer lang zusammen war. Und doch geht auch von ihr eine starke innere Unruhe aus, die man aber zuerst mit ihren vielfältigen Verpflichtungen in Verbindung bringt. Richard jedoch sagt ihr sehr direkt, daß sie sich eigentlich nur ständig mir irgendwelchen Dingen beschäftigt, weil sie sich nicht mit sich selber auseinandersetzen will.
Im Moment nun ist eine große Party auszurichten, da Richard einen Literaturpreis gewonnen hat und das soll angemessen gefeiert werden. Richard aber (gespielt von Ed Harris) will an dieser Welt eigentlich nicht mehr teilhaben. Er ist sowieso stark introvertiert und die schon längst ausgebrochene Krankheit machen das Ganze nicht gerade einfacher. Eigentlich lebt er nur noch, weil er Clarissa nicht enttäuschen will. Als Clarissa ihn dann zur Ehrung abholen will, stürzt er sich aus dem Fenster, um frei zu sein. Und um Clarissa ihre Freiheit wiederzugeben.

### persönliche Eindrücke ###

Nun, um ehrlich zu sein: ich habe lange überlegt, ob ich einen Bericht zu diesem Film verfassen soll oder nicht. Gründe dafür nenne ich im Fazit.

Zunächst: Die Idee zu dem Film ist schlichtweg genial und auch die Umsetzung zeugt davon, daß sich hier jemand intensivst Gedanken gemacht hat.
Zum einen: alle drei Frauen scheinen ein ähnliches Schicksal meistern zu müssen. Jede hat so ihre persönlichen Probleme und der Weg, diese zu lösen, scheint jeweils nur über den Tod zu führen. Auch eine gewisse latente Bisexualität ist zu erkennen, wobei sich jede Frau letztlich dann doch für eine „Richtung“ entschieden hat.
Alle drei Schauspielerinnen beweisen hier einen besonderen Mut zur Häßlichkeit: Nicole Kidman ist als Virgina Woolf nicht wiederzuerkennen, Julianne Moore ist zwar hübsch anzusehen, aber die gedankliche Deformation ist ihr ständig anzusehen und Meryl Streep sieht ständig müde aus und hat graue Haare. Alle zeigen in ihrem Äußeren das Spiegelbild ihrer Seele in einer überzeugenden Intensität.

Desweiteren wurde auch die Handlung geschickt miteinander verwoben. Virgina Woolf als frühester Protagonistin in diesem Triumvirat ist es letztlich doch gelungen, ihren Roman fertigzustellen. Sie nennt ihn „Mrs. Dalloway“. Genau dieses Buch ist es, welches Laura Brown dazu bringt, ihre Situation durch Selbstmord klären zu wollen. Als sie jedoch kurz vor der Ausführung ist, liest sie nochmals in dem Buch und stellt fest, daß Virginia Woolf nicht die Hauptprotagonistin sterben läßt, sondern jemand anderen. Worauf Laura wieder ihre Sachen packt und zur Familie zurückkehrt. Allerdings verläßt sie sie wieder nach der Geburt des zweiten Kindes. Richard wiederum ist nun der Sohn von Laura. Der sich sein Leben lang gemerkt hat, welches Buch da seiner Mutter so zu schaffen machte. Und der Clarissa „Mrs. Dalloway“ nennt. Und hier erfüllt sich der Zusammenhang dann vollends, indem er stirbt, um Clarissa alias „Mrs. Dalloway“ von ihren seelischen Qualen zu erlösen.

### Technicals ###

Der Film dauert etwa 100 Minuten und liegt in Deutsch und Englisch vor, sowohl in Sprache als auch in den Untertiteln incl. Deutsch für Hörgeschädigte.

Sound liegt in Dolby Digital 5.1 vor.
Bild ist 16 : 9.

Es gibt eine weitere CD mit reinem Bonusmaterial, auf die ich hier aber nicht eingehen werde. Da möchte ich meine Zeit denn doch lieber anders nutzen und daher setze ich diesen Bericht auch extra nicht in die DVD-Kategorie. Bitte hier um Verständnis.

Der Film hat einen Oscar und weitere Preise erhalten (2 Golden Globes, 3 Silberne Bären, eine Goldene Lola und 2 Bafta Awards)

### Schauspieler ###

- Nicole Kidman als Virgina Woolf
- Julianne Moore als Laura Brown
- Meryl Streep als Clarissa Vaughan
- Ed Harris als Richard Brown (In 2001)
- Der junge Richard (1951) wird von Jack Rosello gespielt

Weitere Darsteller:

- Toni Colette
- Claire Danes
- Jeff Daniels
- Stephen Dillane
- Allison Janney
- John C. Reilly
- Miranda Richardson

### Fazit ###

Der Film beginnt mit einem stetigen Wechsel der Zeiten, der jeweils Episoden aus dem Leben der drei Frauen zeigt. Dies geschieht relativ flott und obwohl man den Zusammenhang in dem Moment noch nicht recht begreift, macht es Freude, sich diese Dinge anzuschauen. Die Bilder sind schön, die Geschichte ist nicht uninteressant und gespannt wartet man auf die Verbindung.

Dann jedoch setzt eine Phase ein, die man einfach nur langatmig nennen kann. Zwischendurch war ich wirklich kurz davor, den Film auszumachen, da er irgendwie schlicht: langweilig war. Nach einer gewissen Unterbrechung habe ich den Film dann doch zuende geschaut. Und ich muß sagen: die letzte dreiviertel Stunde verging wieder recht flott.

Aber diese gewisse Langatmigkeit im Mittelfeld hat mich lange davon abgehalten, mich zu diesem Film zu äußern. Die Geschichte würde durchaus gewinnen, hätte man sie etwas flotter inszeniert. Trotz alledem ist die Idee, die dahinter steht, schlichtweg genial. Die Parallelität der inneren Empfindungen durch drei verschiedene Leben zu erzählen vermag durchaus zum Nachdenken anzuregen.

Also: der Film ist durchaus zu schauen. Wirklich „spannend“ ist er nicht. Man braucht eine gewisse Ausdauer.

02.11.2004 / 20.11.2005
by Himmelssurfer
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
00flintstone
00flintstone, 29.05.2008
Nicole Kidman in einer Top-Rolle mit Mut zur Hässlichkeit...top Film...top von Dir beschrieben.....Gruss Flint und danke für GL
Connector
Connector, 20.10.2005
super Bericht und LG an Dich!
bambie34
bambie34, 13.06.2008
sehr hilfreich,lg Tanja
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mima007

Die Jahre, Liebster, die Stunden

ein Testbericht von 2005-05-08 16:27:23 vom 08.05.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr einfühlsam in Idee, Inszenierung und Darstellung, erstklassige Darsteller/Musik/Sound- und Bildqualität...
Nachteile/Kritik: 4:3-Format; erfordert ein paar Kenntnisse der biografischen Hintergründe V. und L. Woolfs
Die preisgekrönte Verfilmung des Bestsellers von Michael Cunningham ist sehr gelungen, wie ich finde. Drei Frauenschicksale sind durch die literarische Figur der Mrs. Dalloway eng miteinander verbunden, ohne es zunächst zu ahnen. Doch das Schlusskapitel lässt das Schlimmste befürchten.

Filminfos
°°°°°°°°°°°

O-Titel: The Hours (USA, 2002), DVD: 2003
FSK: ab 12
Länge: ca. 114 Min.
Regisseur: Stephen Daldry
Drehbuch: David Hare
Buchvorlage: Michael Cunningham
Musik: Philip Glass

Darsteller:
Merryl Streep spielt Clarissa Vaughn, New York City 2001
Ed Harris spielt ihren Freund Richard Brown (2001)
Jeff Daniels spielt Clarissas Ex-Freudn Louis Waters, der zuvor Richards Freund war
Claire Danes spielt Julia, Clarissas Tochter
Allison Janney: Clarissas Geliebte Sally Lester
Nicole Kidman spielt Virginia Woolf, ca. 1923, Richmond
Stephen Dillane spiel Leonard Woolf, 1923
Miranda Richardson spielt Vanessa, Virginias Schwester
Julianne Moore spielt Laura Brown, ca. 1951, Los Angeles, und 2001, New York
John C. Reilly spielt Dan Brown, ihren Mann
Jack Rovello spielt Lauras Sohn: Richard, der jetzt Clarissas Freund ist (1951)

Handlung
°°°°°°°°°°°

Durch die nonlineare Schnitttechnik sind die drei Erzählstränge eng miteinander verwoben, und der gemeinsame Nenner ist Mrs Dalloway. Zunächst lediglich eine Figur eines Romans von Virginia Woolf - zudem ein Alter Ego - , avanciert Mrs. Dalloway in den Deckeln eines Buches zu einer Lebensmöglichkeit, um schließlich dann als Verkörperung in Gestalt einer Lektorin quasi zum leben zu erwachen. Diese Entwicklung scheint zunächst zufällig und willkürlich zu sein, doch die Konsequenzen sind sehr ernst, um nicht zu sagen: tödlich. Die Parallelen sind unübersehbar.

Die Erfinderin: Virginia Woolf

Wir verfolgen die letzten Jahre der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf (gespielt von N. Kidman), und zwar in umgekehrter Perspektive: Am Anfang geht sie zum Fluss, um sich dort zu töten. Am Ende, dem Ende des gesamten Filmes bringt sie dieses Vorhaben zur Vollendung. Leonard, ihr Mann und Verleger, kommt zu spät, um die geistig und seelisch Kranke davon abzuhalten. Das ist im Kriegsjahr 1941. Das Schicksal des drohenden Freitodes hängt wie ein Damoklesschwert über dem Leben der beiden Seelenverwandten Virginia Woolfs. (Wer den Film mehrmals, wie empfohlen, anschaut, wird dies umso schmerzlicher bestätigt finden.)

Die Nachahmerin: Laura Brown

Zehn Jahre später liest die einfache Hausfrau und Mutter Laura Brown (Moore) Woolfs Roman "Mrs. Dalloway" und findet darin Grund, ihre Lebenssituation einer Neueinschätzung zu unterziehen. Sie findet wenig, das sie veranlassen würde, mit diesem Leben fortzufahren. Sie ist Mutter eines etwa achtjährigen Sohnes, Richard (der später wieder auftaucht), der sie liebt. Sie ist Ehefrau eines sie ebenfalls liebenden Ex-Soldaten, der in seinem Beruf durchaus erfolgreich ist. Laura ist schwanger und erwartet bald eine Tochter. Ihre Freundin Kitty kommt zu Besuch, mit einer schlechten Nachricht: Sie hat möglicherweise Gebärmutterkrebs. Ähnliche Befürchtungen lassen den Geburtstagskuchen misslingen.

An diesem Morgen beschließt sie daher, Mrs. Dalloways Alternative auszuprobieren und zu versuchen, sich in einem Hotelzimmer das Leben zu nehmen. Ihr Sohn Richard ahnt bereits etwas, kann sie aber nicht zurückhalten...

Die Verkörperung: Clarissa Vaughan

Die New Yorker Lektorin Clarissa (Streep) plant fünfzig Jahre später eine große Party zu Ehren ihres literarischen Schützlings Richard Brown, der mit einem wichtigen Literaturpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden soll. Richard hat AIDS, und das bedrückt sie. Sie war in ihrer Jugend einen Sommer lang seine Freundin, dann lernte er Louis Waters (Daniels) kennen, seine zweite Liebe. Richard nennt Clarissa "Mrs. Dalloway", weil er sich noch sehr gut daran erinnert, dass seine Mutter dieses Buch las, bevor sie für einen Tag verschwand.

Als Waters auftaucht, hat Clarissa einen kleinen Zusammenbruch und dunkle Vorahnungen. Auch ihre Lebensgefährtin Sally Lester und ihre Tochter Julia (entstanden aus einer künstlichen Befruchtung) können sie nicht aufmuntern. Als sie Richard besucht, kommt es zu einer Katastrophe: Er wirft sich aus dem Fenster in die Tiefe.

Ob Clarissa diese Wunde überlebt? Sie bedarf dringend der Erlösung, und die taucht wenig später in Gestalt einer Mrs. Laura Brown auf: Richards "Monstrum"!

Mein Eindruck
°°°°°°°°°°°

Virginia Woolfs Idee ist ebenso einfach wie genial: a day in the life of... = a life in a day. Michael Cunningham, der Autor von "The Hours/Die Stunden", packt noch zwei drauf: Three lives in one day! Und der Film versucht diesen Ansatz adäquat umzusetzen. Daher die ausgefeilte Schnitttechnik, die von einer der drei Hauptfiguren zur nächsten wechselt, um die Parallelen bzw. Unterschiede aufzuzeigen.

Dadurch möchte der Cunningham-Roman ebenso wie Daldrys preisgekrönte Verfilmung (Silberner Bär, Oscar für Kidman) die verketteten Prozesse darstellen, die a) auf die Hauptfiguren einwirken und b) sie mit einander auf verhängnisvolle Weise verknüpfen.

Alle drei Frauen fühlen sich mit ihrer Umgebung nicht im Reinen. Woolf schon gar nicht, wie man an ihrem Verhalten beim Besuch ihrer Schwester Vanessa (Richardson), einer dreifachen Mutter, ablesen kann. Bei der Beerdigung eines toten Vogels legt sie dem Vogel rote Rosen aufs Grab. Das und die Fragen ihrer Nichte Angelica (die Engelhafte) bringt sie auf den Gedanken, dass es für ihre neueste "Heldin", Clarissa Dalloway doch noch eine Erlösung geben muss. Nicht so für Virginia, die ins Wasser geht, um ihren geliebten Gatten Leonard zu erlösen und von ihrer Bürde zu befreien, wie sie behauptet.

Doch woran krankt das Leben Laura Browns? Das Dasein in der kleinen herausgeputzten Vorstadt ist perfekt: Sie wird von Mann und Sohn geliebt, ist werdende Mutter. Doch ihr bietet das Leben keine Perspektiven außer Krankheit (Kittys Krebs und Unfruchtbarkeit) und weitere Kinder. Soll das schon alles gewesen sein? Doch der Tod ist keine Alternative, wie sie im letzten Augenblick erkennt. Ihre Wahl jedoch ist für Richard ebenso schlimm: Das macht sie zu seinem Monstrum. Doch sie hat eine gute Entschuldigung für Clarissa Vaughan.

Richard fragt Clarissa einmal, was sie davon hat, dass sie ihn pflegt, wie eine Mutter es täte. Tut sie das nicht mehr für sich als für ihn? Sie muss auf die harte Tour lernen, den nur einen Sommer lang besessenen Geliebten loszulassen und dennoch zu überleben. Auch bei ihr befindet sich die gesellschaftliche Fassade in krassem Kontrast zum privaten Glück.

In Richards Freitod, eine Parallele zu Woolfs Freitod, ist die Kette des Prozesses, den die Erfindung von Mrs. Dalloway ausgelöst hat, zu ihrem tragischen Ende gekommen. Weil Virginia Dalloway als Alternative erfunden hat, tötete sich Richards Mutter beinahe und verschwand dann, wodurch sie ihn traumatisierte. Seine Existenz definierte wiederum Clarissa Vaughans Leben, wodurch sie Ähnlichkeit mit Mrs. Dalloway annahm: die Verkörperung.

Logischerweise müsste Richards Tod nun zu ihrem Tod fürhren, dieser wieder zu den Leiden von Julia und Sally - die Kette der tödlichen Verwundungen ginge fort und fort. Nur das Auftauchen von Laura Brown kann Erlösung bringen, denn sie hat es geschafft, die Kette zu durchbrechen und zu überleben. Dafür hat sie einen sehr hohen Preis bezahlt. Und daher kann man gut verstehen, warum viele Frauen nicht bereit sind, diesen Preis zu zahlen und in der Kette leidend zu verbleiben.

Jede der drei Frauen probiert eine Alternative: lesbische Liebe. Obwohl tabuisiert oder gar verboten, so darf man doch wie Goethes Faust einen Augenblick -nein: "die Stunden"! - des Glückes stehlen und eine andere Frau küssen: Virginia und Vanessa, Laura und Kitty und schließlich Clarissa und Sally. Die beiden letzteren haben kein Tabu mehr zu fürchten, und erlöst sinken sie einander in die Arme. Ist also die Utopia Virginias endlich Wirklichkeit geworden? Es sieht ganz so aus, doch den Preis mussten Virginia und Laura zahlen.

Die DVD
°°°°°°°°°°°

Technische Infos

Bildformate: 4:3
Tonformate: Deutsch in DD 5.1 und DTS, GB in DD 5.1
Sprachen: D, GB
Untertitel: D

Extras:

- Trailershow:
- Mississippi - Fluss der Hoffnung
- The Hours
- Open Hearts
- Bounce
- No Man's land
- Requiem for a dream
- Miss Daisy und ihr Chauffeur
- Weil es dich gibt (Serendipity)

Mein Eindruck: Die DVD-Versionen
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°


Der Sound ist ausgezeichnet gelungen. Insbesondere die DTS-Qualität, Dolby Digital noch überlegen, versetzt den Zuschauer, der über eine angemessene Anlage verfügt, direkt ins Geschehen - sei es am Fluss, in dem sich Viginia ertränkt, sei es auf dem Bahnhof von Richmond, wo sie nach London fliehen will. Sehr wichtig ist der Sound für die einfühlsame und eigentümliche Minimalist-Misuk von Philip Glass: wunderschön und doch zugleich gewöhnungsbedürftig.

Über das Bild lässt sich streiten. Standardmäßig wird es im 4:3-Format wiedergegeben, und das bedeutet, dass links und rechts einiges abgeschnitten wird. Schon an den Vorspann-Credits ist dies zu erkennen. Links fehlen mindestens drei Buchstaben der eingeblendeten Namen, ebenso natürlich am rechten Rand. Die Bildqualität hingegen ist erstklassig.

Außer den zahlreichen Trailern hat die Leih-DVD kein Bonusmaterial aufzuweisen. Im Unterschied dazu bietet die Kauf-DVD Extras zuhauf:

• The Hours Special: eine Art Making-of
• Darsteller und Crew
• Blick hinter die Kulissen
• TV-Spots USA
• Fotogalerie
Also fehlt auch hier ein Regiekommentar, der uns das Werk in seinem Sinngehalt näherbrächte.

Unterm Strich
°°°°°°°°°°°°°°

"The Hours" ist ein Film, der nicht nur das Auge anspricht, sondern vor allem das Gehör beansprucht. Man muss den Worten der Figuren unbedingt folgen, um sich ausmalen zu können, worum es wirklich geht. Es tritt kein Lehrer oder Weiser auf, der alles erklärt. Das wäre für einen Film über Frauenemanzipation ja wohl auch kaum angemessen. Der Zuschauer muss sich die Befunde, die ihm als Indizien bereitgelegt werden, selbst erklären und zu einem Bild zusammenfügen, das einen Sinn ergibt. Am besten tauscht man seine Untersuchungsergebnisse mit Freunden und Freundinnen aus. Denn auf Anhieb wird man kaum bis zum Grund dieses tiefen Brunnens vorstoßen.

Die DVD ist in der Leihfassung aufgrund des exzellenten Tons und des einwandfreien Bildes eine Freude, sonst aber nicht. Nur die Kaufversion liefert auch die Fülle des Bonusmaterials, das zur Verfügung steht. Das ist eine wirklich bedauerliche Produkt- und Preispolitik des Studios.

Hinweis: Den Angaben, die Amazon.de über die Jahreszahlen der Ereignisse im Film macht, ist nicht zu trauen. Sie weichen alle von meinen eigenen "Befunden" ab...

Michael Matzer (c) 2003ff

Info: www.thehoursmovie.com (ohne gewähr)





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-05-08 16:27:23 mit dem Titel Die Jahre, Liebster, die Stunden

Die preisgekrönte Verfilmung des Bestsellers von Michael Cunningham ist sehr gelungen, wie ich finde. Drei Frauenschicksale sind durch die literarische Figur der Mrs. Dalloway eng miteinander verbunden, ohne es zunächst zu ahnen. Doch das Schlusskapitel lässt das Schlimmste befürchten.

Filminfos
°°°°°°°°°°°

O-Titel: The Hours (USA, 2002)
FSK: ab 12
Länge: ca. 114 Min.
Regisseur: Stephen Daldry
Drehbuch: David Hare
Buchvorlage: Michael Cunningham
Musik: Philip Glass

Darsteller:
Merryl Streep spielt Clarissa Vaughn, New York City 2001
Ed Harris spielt ihren Freund Richard Brown (2001)
Jeff Daniels spielt Clarissas Ex-Freudn Louis Waters, der zuvor Richards Freund war
Claire Danes spielt Julia, Clarissas Tochter
Allison Janney: Clarissas Geliebte Sally Lester
Nicole Kidman spielt Virginia Woolf, ca. 1923, Richmond
Stephen Dillane spiel Leonard Woolf, 1923
Miranda Richardson spielt Vanessa, Virginias Schwester
Julianne Moore spielt Laura Brown, ca. 1951, Los Angeles, und 2001, New York
John C. Reilly spielt Dan Brown, ihren Mann
Jack Rovello spielt Lauras Sohn: Richard, der jetzt Clarissas Freund ist (1951)

Handlung
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Durch die nonlineare Schnitttechnik sind die drei Erzählstränge eng miteinander verwoben, und der gemeinsame Nenner ist Mrs Dalloway. Zunächst lediglich eine Figur eines Romans von Virginia Woolf - zudem ein Alter Ego - , avanciert Mrs. Dalloway in den Deckeln eines Buches zu einer Lebensmöglichkeit, um schließlich dann als Verkörperung in Gestalt einer Lektorin quasi zum leben zu erwachen. Diese Entwicklung scheint zunächst zufällig und willkürlich zu sein, doch die Konsequenzen sind sehr ernst, um nicht zu sagen: tödlich. Die Parallelen sind unübersehbar.

Die Erfinderin: Virginia Woolf

Wir verfolgen die letzten Jahre der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf (gespielt von N. Kidman), und zwar in umgekehrter Perspektive: Am Anfang geht sie zum Fluss, um sich dort zu töten. Am Ende, dem Ende des gesamten Filmes bringt sie dieses Vorhaben zur Vollendung. Leonard, ihr Mann und Verleger, kommt zu spät, um die geistig und seelisch Kranke davon abzuhalten. Das ist im Kriegsjahr 1941. Das Schicksal des drohenden Freitodes hängt wie ein Damoklesschwert über dem Leben der beiden Seelenverwandten Virginia Woolfs. (Wer den Film mehrmals, wie empfohlen, anschaut, wird dies umso schmerzlicher bestätigt finden.)

Die Nachahmerin: Laura Brown

Zehn Jahre später liest die einfache Hausfrau und Mutter Laura Brown (Moore) Woolfs Roman "Mrs. Dalloway" und findet darin Grund, ihre Lebenssituation einer Neueinschätzung zu unterziehen. Sie findet wenig, das sie veranlassen würde, mit diesem Leben fortzufahren. Sie ist Mutter eines etwa achtjährigen Sohnes, Richard (der später wieder auftaucht), der sie liebt. Sie ist Ehefrau eines sie ebenfalls liebenden Ex-Soldaten, der in seinem Beruf durchaus erfolgreich ist. Laura ist schwanger und erwartet bald eine Tochter. Ihre Freundin Kitty kommt zu Besuch, mit einer schlechten Nachricht: Sie hat möglicherweise Gebärmutterkrebs. Ähnliche Befürchtungen lassen den Geburtstagskuchen misslingen.

An diesem Morgen beschließt sie daher, Mrs. Dalloways Alternative auszuprobieren und zu versuchen, sich in einem Hotelzimmer das Leben zu nehmen. Ihr Sohn Richard ahnt bereits etwas, kann sie aber nicht zurückhalten...

Die Verkörperung: Clarissa Vaughan

Die New Yorker Lektorin Clarissa (Streep) plant fünfzig Jahre später eine große Party zu Ehren ihres literarischen Schützlings Richard Brown, der mit einem wichtigen Literaturpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden soll. Richard hat AIDS, und das bedrückt sie. Sie war in ihrer Jugend einen Sommer lang seine Freundin, dann lernte er Louis Waters (Daniels) kennen, seine zweite Liebe. Richard nennt Clarissa "Mrs. Dalloway", weil er sich noch sehr gut daran erinnert, dass seine Mutter dieses Buch las, bevor sie für einen Tag verschwand.

Als Waters auftaucht, hat Clarissa einen kleinen Zusammenbruch und dunkle Vorahnungen. Auch ihre Lebensgefährtin Sally Lester und ihre Tochter Julia (entstanden aus einer künstlichen Befruchtung) können sie nicht aufmuntern. Als sie Richard besucht, kommt es zu einer Katastrophe: Er wirft sich aus dem Fenster in die Tiefe.

Ob Clarissa diese Wunde überlebt? Sie bedarf dringend der Erlösung, und die taucht wenig später in Gestalt einer Mrs. Laura Brown auf: Richards "Monstrum"!

Mein Eindruck
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Virginia Woolfs Idee ist ebenso einfach wie genial: a day in the life of... = a life in a day. Michael Cunningham, der Autor von "The Hours/Die Stunden", packt noch zwei drauf: Three lives in one day! Und der Film versucht diesen Ansatz adäquat umzusetzen. Daher die ausgefeilte Schnitttechnik, die von einer der drei Hauptfiguren zur nächsten wechselt, um die Parallelen bzw. Unterschiede aufzuzeigen.

Dadurch möchte der Cunningham-Roman ebenso wie Daldrys preisgekrönte Verfilmung (Silberner Bär, Oscar für Kidman) die verketteten Prozesse darstellen, die a) auf die Hauptfiguren einwirken und b) sie mit einander auf verhängnisvolle Weise verknüpfen.

Alle drei Frauen fühlen sich mit ihrer Umgebung nicht im Reinen. Woolf schon gar nicht, wie man an ihrem Verhalten beim Besuch ihrer Schwester Vanessa (Richardson), einer dreifachen Mutter, ablesen kann. Bei der Beerdigung eines toten Vogels legt sie dem Vogel rote Rosen aufs Grab. Das und die Fragen ihrer Nichte Angelica (die Engelhafte) bringt sie auf den Gedanken, dass es für ihre neueste "Heldin", Clarissa Dalloway doch noch eine Erlösung geben muss. Nicht so für Virginia, die ins Wasser geht, um ihren geliebten Gatten Leonard zu erlösen und von ihrer Bürde zu befreien, wie sie behauptet.

Doch woran krankt das Leben Laura Browns? Das Dasein in der kleinen herausgeputzten Vorstadt ist perfekt: Sie wird von Mann und Sohn geliebt, ist werdende Mutter. Doch ihr bietet das Leben keine Perspektiven außer Krankheit (Kittys Krebs und Unfruchtbarkeit) und weitere Kinder. Soll das schon alles gewesen sein? Doch der Tod ist keine Alternative, wie sie im letzten Augenblick erkennt. Ihre Wahl jedoch ist für Richard ebenso schlimm: Das macht sie zu seinem Monstrum. Doch sie hat eine gute Entschuldigung für Clarissa Vaughan.

Richard fragt Clarissa einmal, was sie davon hat, dass sie ihn pflegt, wie eine Mutter es täte. Tut sie das nicht mehr für sich als für ihn? Sie muss auf die harte Tour lernen, den nur einen Sommer lang besessenen Geliebten loszulassen und dennoch zu überleben. Auch bei ihr befindet sich die gesellschaftliche Fassade in krassem Kontrast zum privaten Glück.

In Richards Freitod, eine Parallele zu Woolfs Freitod, ist die Kette des Prozesses, den die Erfindung von Mrs. Dalloway ausgelöst hat, zu ihrem tragischen Ende gekommen. Weil Virginia Dalloway als Alternative erfunden hat, tötete sich Richards Mutter beinahe und verschwand dann, wodurch sie ihn traumatisierte. Seine Existenz definierte wiederum Clarissa Vaughans Leben, wodurch sie Ähnlichkeit mit Mrs. Dalloway annahm: die Verkörperung.

Logischerweise müsste Richards Tod nun zu ihrem Tod fürhren, dieser wieder zu den Leiden von Julia und Sally - die Kette der tödlichen Verwundungen ginge fort und fort. Nur das Auftauchen von Laura Brown kann Erlösung bringen, denn sie hat es geschafft, die Kette zu durchbrechen und zu überleben. Dafür hat sie einen sehr hohen Preis bezahlt. Und daher kann man gut verstehen, warum viele Frauen nicht bereit sind, diesen Preis zu zahlen und in der Kette leidend zu verbleiben.

Jede der drei Frauen probiert eine Alternative: lesbische Liebe. Obwohl tabuisiert oder gar verboten, so darf man doch wie Goethes Faust einen Augenblick -nein: "die Stunden"! - des Glückes stehlen und eine andere Frau küssen: Virginia und Vanessa, Laura und Kitty und schließlich Clarissa und Sally. Die beiden letzteren haben kein Tabu mehr zu fürchten, und erlöst sinken sie einander in die Arme. Ist also die Utopia Virginias endlich Wirklichkeit geworden? Es sieht ganz so aus, doch den Preis mussten Virginia und Laura zahlen.

Mein Eindruck: Die VHS
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Der Sound ist ausgezeichnet gelungen. Der Dolby-Digital-Klang versetzt den Zuschauer, der über eine angemessene Anlage verfügt, direkt ins Geschehen - sei es am Fluss, in dem sich Viginia ertränkt, sei es auf dem Bahnhof von Richmond, wo sie nach London fliehen will. Sehr wichtig ist der Sound für die einfühlsame und eigentümliche Minimalist-Misuk von Philip Glass: wunderschön und doch zugleich gewöhnungsbedürftig.

Über das Bild lässt sich streiten. Standardmäßig wird es im 4:3-Format wiedergegeben, und das bedeutet, dass links und rechts einiges abgeschnitten wird. Schon an den Vorspann-Credits ist dies zu erkennen. Links fehlen mindestens drei Buchstaben der eingeblendeten Namen, ebenso natürlich am rechten Rand. Die Bildqualität hingegen ist erstklassig.

Unterm Strich
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"The Hours" ist ein Film, der nicht nur das Auge anspricht, sondern vor allem das Gehör beansprucht. Man muss den Worten der Figuren unbedingt folgen, um sich ausmalen zu können, worum es wirklich geht. Es tritt kein Lehrer oder Weiser auf, der alles erklärt. Das wäre für einen Film über Frauenemanzipation ja wohl auch kaum angemessen. Der Zuschauer muss sich die Befunde, die ihm als Indizien bereitgelegt werden, selbst erklären und zu einem Bild zusammenfügen, das einen Sinn ergibt. Am besten tauscht man seine Untersuchungsergebnisse mit Freunden und Freundinnen aus. Denn auf Anhieb wird man kaum bis zum Grund dieses tiefen Brunnens vorstoßen.

Hinweis: Den Angaben, die Amazon.de über die Jahreszahlen der Ereignisse im Film macht, ist nicht zu trauen. Sie weichen alle von meinen eigenen "Befunden" ab...

Michael Matzer (c) 2005ff

Info: www.thehoursmovie.com (ohne gewähr)
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
sweety179
sweety179, 20.10.2005
super ausfürhlich! Schade, dass es keine bessere Bewertung gibt! Hättest du sofort von mir bekommen! GLG
verletzbar_
verletzbar_, 08.05.2005
sehr ausfuumlhrlich, toller bericht. liebe gruumlszlige.
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Phobia

Emotionen pur

ein Testbericht von 2005-03-31 00:50:37 vom 31.03.2005
Empfehlung: ja
********************************
The Hours – von Ewigkeit zu Ewigkeit
********************************
Bitte verzeiht mir, dass ich mich im folgenden Bericht nur auf inhaltliche Schwerpunkte beziehe, anstatt auf zusätzliche Facts einzugehen.
Da ich persönlich bis auf einige wenige Ausnahmen keinen Wert auf große Namen oder Specials lege, werde ich diese auch, bis auf wenige Angaben, nicht in meinem Bericht aufführen.


**************
Inhalt des Films
**************

The Hours erzählt die Geschichte von 3 Frauen zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten an nur einem Tag dargestellt.

Der Film beginnt mit einer Selbstmordszene 1941 in Sussex/ England.
Die Autorin Virgina Wolf (gespielt von Nicole Kidman, die nicht wiederzuerkennen ist)
ertränkt sich in einem nahe gelegenen Fluss. In Einblendungen wird gezeigt, wie sie einen Abschiedsbrief an ihren Mann verfasst. In diesem spricht die Verfasserin davon, dass sie merke, wie sie wieder verrückt wird. U.a. höre sie erneut Stimmen und wolle ihrem Mann nicht weiterhin zur Last fallen.

Weiterführend werden Szenerien der dynamischen Clarissa (Meryl Streep) im Jahre 2001 in New York und der etwas naiv wirkenden Schwangeren Laura (Julianne Moore) in Los Angeles 1951 als auch das Leben von Virginia Wolf 1921 in Richmond präsentiert.

Diese drei Handlungsstränge scheinen zunächts nichts gemein zu haben, als die Verbindung über Virginia Wolfs Werk „Mrs. Dalloway“.

Während Virginia Wolf verbissen an einem neuen Buch arbeitet und eine Textstelle zitiert,
gibt Laura denselben Satz aus ihrer Bettlektüre „Mrs. Dalloway“ laut wieder. In dem dritten Szenenwechsel spricht Clarissa genau diesen Satz ebenfalls als Information für ihre Lebensgefährtin aus: „Ich glaube, ich werde die Blumen selber kaufen.“

Clarissa, die etwas aufgesetzt fröhlich und doch allgemein angespannt wirkt, plant gerade an diesem Tag eine Dinner-Party für ihren Aids-kranken Freund Richard (Ed Harris). Zum Anlass einer abendlichen Literaturpreisverleihung, in der auch ihr benannter Freund geehrt werden soll.
Aus Gesprächen zwischen dem leicht reizbaren und geschwächten Richard und Clarissa, von ihrem Freund nur Mrs. Dalloway genannt, geht hervor, dass sich Clarissa schon Jahre lang um den schwerkranken Richard kümmert und beide nicht nur Freundschaft, sondern auch eine vergangene Liebesgeschichte verbindet. Beide scheinen immer noch tief miteinander verbunden zu sein. Dementsprechend erscheint es auch nicht allzu verwunderlich, dass Clarissa und ihre Lebensgefährtin Sally eine eher freundschaftliche Liebebeziehung zu führen scheinen.

Die schwangere Laura scheint ganz im Gegensatz zu Clarissa schon mit dem Backen einer einfachen Geburtstagstorte für ihren Ehemann Dan überfordert zu sein.
Sie lebt zusammen mit ihrem liebevollen aber eher unspannenden Ehemann Dan und ihrem kleinen Sohn, den sie bis zum Ende des Filmes nur als „Bärchen“ betitelt.
Laura erscheint im Allgemeinen sehr unsicher aber auch impulsiv. Ihrem kleinen Sohn gegenüber benimmt sie sich grundsätzlich sehr liebevoll, um dann in der nächsten Minute wie mechanisch zu ihm zu sprechen oder ihn plötzlich anzufahren.
Laura wirkt im Großen und Ganzen verschlossen und tieftraurig, gibt sich aber die größte Mühe, sich ihrem Mann und ihrem Sohn gegenüber nichts anmerken zu lassen. Der Grund ihrer tiefen Traurigkeit und Verzweiflung scheint auch ihr selbst ein Rätsel zu sein.

Virginia Wolf lebt hingegen zusammen mit ihrem Mann, der als Verleger arbeitet, und mit den von ihr ungeliebten Bediensteten abgeschottet von der Gesellschaft in Richmond. Sie geht ganz und gar in ihrer Arbeit auf, bzw. scheint regelrecht besessen davon. Ihr Mann und ihre Ärzte umsorgen sie und bestimmen ihr Leben aufgrund ihrer psychischen Verfassung.

Um diese drei Einzelschicksale geht es also in The Hours. Alles scheint wie an einem ganz normalen Tag dieser drei Charakteren abzulaufen, und doch entscheidet sich an diesem einen Tag das weitere Leben der drei Frauen und verändert sich von Grund auf.


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Wirkung des Films
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Dieser Film lebt durch seine tiefen Emotionen, die durch die Filmmusik, die Handlungsstränge, als auch durch die großartigen schaupielerischen Leistungen und die Dialoge konsequent vermittelt werden. Und genau darum halte ich diesen Film für ein wahres Meisterwerk.
In nahezu jeder alltäglichen Handlung, als auch in der Mimik und Gestik und jedem Wort der Darsteller spürt man die unterschiedlichen psychischen Spannungen.
Ich selber kenne leider keinen Film, der dies ebenfalls vollbringt.
Außerdem gefällt mir persönlich sehr der Handlungaufbau von the Hours.
Durch die drei einzelnen Geschichten dieser unterschiedlichen Charakteren kommt es zu schnellen Szenenwechseln, in denen trotz der Unterschiede der drei Frauen oft ähnliche Handlungen dargestellt, bzw. Parallelen aufgezeigt werden.
Zum Ende des Filmes verbinden sich die 3 einzelnen Handlungsstränge, wodurch eine ganz konkrete Verbindungen dieser Geschichten hergestellt wird.

Dieser Film wird wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack treffen und ist mit großer Sicherheit auch nicht die richtige Wahl für einen lockeren Videoabend unter Freunden.
Aber er ist für bestimmte Momente und für Filmfans, die anspruchsvolle bewegende Filme mögen, unbedingt zu empfehlen.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Arcenciel18

und das Schicksal fügt sie zusammen...

ein Testbericht von 2004-08-06 22:18:38 vom 06.08.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr gute schauspielerische Leistung...
Nachteile/Kritik: zieht sich manchmal etwas
Einleitung
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V orsicht! Der Bericht behandelt den ganzen Film!

Die Schauspieler
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Hauptdarsteller:
Nicole Kidman als Virginia Wolf
Julianne Moore als Laura Brown
Meryl Streep als Clarissa Vaughan
Nebendarsteller:
Ed Harris als Aids – kranker Schriftsteller

Hintergründe
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Der Roman „The Hours“ von Michael Cunningham wurde mit dem Pulitzer – Preis ausgezeichnet.

Weiters zum Film
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Regie führt Stephen Daldry
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama
Kinostart: 27. 03. 2003
Filmlänge: 115 Minuten

Die Story im Allgemeinen
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D er Film erzählt von einem Tag im Leben dreier Frauen verschiedener Generationen.

Virginia Woolf lebt im Jahre 1923.
Auf Grund ihrer schlechten psychischen Verfassung ist ihr Mann mit ihr nach Richmond, einem ruhigen Vorort von London, gezogen.
Voll Einsamkeit schreibt sie an ihrem Roman, „Mrs. Dalloway“.
Obwohl ihr Mann bereit ist, mit ihr wieder zurück nach London zu ziehen, da sie das hektische Stadtleben so sehr vermisst, beschließt sie, zu sterben.

Wir schreiben das Jahr 1952. Die schwangere Laura Brown führt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn ein scheinbar perfektes Familienleben.
Eine winzige Kleinigkeit in ihrem Leben passiert, die sie zu einer Entscheidung drängt, dem Leben, oder dem Tod.
Sie entscheidet sich für ihr Leben und verlässt ihre Familie, sobald das zweite Kind geboren wird.

2002, New York City
Clarissa Vaughan ist an diesem Tag damit beschäftigt, eine Party zu Ehren eines AIDS - kranken Schriftstellers zu geben, der Mann, den sie vor langer Zeit liebte.
Der Tag findet sein trauriges Ende, als dieser sich von seinem Fenster aus in den Tod stürzt.
Noch am selben Abend trifft sie auf seine Mutter, die ihn einst verlassen hat…

Hintergründe der Story
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Es gibt vieles, was die drei Frauen verbindet.

Das wichtigste ist jedoch sicher der Roman „Mrs. Dalloway“.
Virginia Woolf ist die Verfasserin des Werkes, Laura Brown las ihn, Clarissa Vaughan wird von ihrem ehemaligen Freund „Mrs. Dalloway“ genannt.

Am Tag im Jahre 1923 kommt die Schwester von Virginia Woolf mit ihren Kindern zu Besuch.
Die kleine Tochter findet im Garten einen toten Vogel.
Als sie ihn begräbt, unterhält sie sich mit ihrer Tante, Virginia Woolf, über den Tod.
Das kleine Mädchen ist niemand anders als Laura Brown.
Clarissa Vaughan trifft an diesem traurigen Abend auf die Mutter des verstorbenen Schriftstellers, Laura Brown.
Die letzte lose Stelle wird verknüpft, ein letztes, klärendes Gespräch findet statt…

Meine Meinung
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Ein Film, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.

Da der Film nur einen Tag im Leben der Frauen beschreibt, ist es natürlich schwer, sich ein genaues Bild von ihrem Leben zu machen.
Die traurige und depressive Stimmung bei der Geschichte von Virginia Woolf geht sofort auf den Zuschauer über.
Der Auslöser für Laura Brown, ein verpatzter Geburtstagskuchen, zeigt, dass es meist die unwichtigen Dinge sind, die große Entscheidungen hervorrufen.

Was ich aber nicht abstreiten kann, ist die Langeweile, die während des Filmes aufkommt.
Obwohl ich die Story an sich wirklich gut fand, musste ich mich doch oft bemühen, die Augen offen zu halten.
Meiner Meinung nach soll die Langeweile aber Teil des Filmes sein, da sie ja auch von der Langeweile im Leben dieser Frauen erzählt.

Die Leistung der Schauspieler
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Nic ole Kidman:
Ungewohnt, komplett ohne Schminke, mit falscher Nase, eine würdige Oscar – Preisträgerin als beste Hauptdarstellerin.
Sie hat Julianne Moore und Meryl Streep zwar in den Schatten gestellt, man darf aber nicht über deren schauspielerische Leistung hinwegsehen.
Es waren drei sehr schwierige Rollen, keine Frage, auf jeden Fall an alle ein großes +.

Fazit
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Hie r traue ich mich fast zu sagen: wohl eher ein Frauenfilm.
Ich glaube, dass sich Frauen eher in die Figuren hineinversetzen können als Männer.
Auf jeden Fall nicht leicht zu verdauen, aber weiterzuempfehlen.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Minnie

Stunden - die verändern

ein Testbericht von 2004-07-02 17:33:15 vom 02.07.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: 100 Extra Minuten - die sehr interessant sind Exzellente Darsteller (ausnahmslos) Schöne Musik Gut gefilmt Ein Film der bewegt und den man nicht vergisst Schöne "Geschichte"...
Nachteile/Kritik: KEINE
The Hours ist ein Film, der (lediglich) einen Tag im Leben dreier Frauen beschreibt, die in verschiedenen Zeitperioden leben und zu Beginn scheinbar nichts miteinander zu tun haben, aber dennoch sind sie eng verbunden.
Zunächst hätten wir Virginia Woolf (wunderbar gespielt von Nicole Kidman), die wohl eine der berühmtesten, weiblichen Schriftstellerin des letzten Jahrhunderts ist. Sie hat eine psychische Erkrankung, aber an diesem Tag geht es ihr gut - sie will ein neues Buch - Mrs. Dalloway - schreiben.
Laura Brown, die Zweite der drei Frauen (ebenfalls sehr gut gespielt von Julianne Moore), ist eine schwangere Hausfrau, die von ihrem Leben gelangweilt ist. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Ihr Mann, der an diesem Tag Geburtstag hat, muss sich am Morgen selbst das Frühstück zubereiten, da seine Frau lieber ihr neues Buch "Mrs. Dalloway" liest. An diesem Tag wird ihr Leben verändert.
Clarissa Vaughan (auch sehr gut gespielt von Meryl Streep), organisiert für ihren AIDS-Kranken Freund Richard (Ed Harris), der ein Dichter ist, eine Party, da dieser mit einem Preis geehrt werden soll. Doch Richard, der Clarissa in "Mrs. Dalloway" nennt, geht es immer schlechter.
Der Film ist meiner Meinung nach einer der Besten, die ich je gesehen habe. Die Schauspieler leisten meines erachtens nach, wunderbares! Jeder von ihnen spielt sehr gut. Besonders Nicole Kidman, die in ihrer Rolle kaum zu erkennen ist.
Neben den oben genannten Schauspielern haben noch: Toni Colette; Claire Danes (Julia); John Reilly; Allison Janney; Jack Rosello (der den kleinen Richard exzellent darstellt); Stephen Dillane; Jeff Daniels und Linda Bassett mitgewirkt.
Am Ende werden alle drei Frauen verändert sein - von einem Buch?!

Die "Zeitsprünge" werden sehr gut überbrückt und man merkt schnell, dass die Hauptdarstellerinnen in einer außergewöhnlichen Verbindung stehen.

Der Film wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet:
2 Golden Globes
3 Silberne Bären
2 Bafta Awards
1 Goldene Lola
1 Oscar (für Nicole Kidman als Beste Hauptdarstellerin)

Als Extras sind enthalten:
The Hours - Special
Darsteller und Crew
Blick hinter die Kulissen
TV-Spots USA
Fotogalerie
Der besondere Filmtipp
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:hilfreich
FilmFreak

Augenblicke,Einblicke,Ausblicke

ein Testbericht von 2003-06-22 19:15:41 vom 22.06.2003
Empfehlung: ja
Virigina Woolf (Nicole Kidman) schreibt ihrem Mann Leonard in einem Abschiedsbrief: "Ich fühle deutlich, dass ich wieder verrückt werde. Ich glaube, wir ertragen eine so schreckliche Zeit nicht noch einmal. Und diesmal werde ich nicht wieder gesund werden. Ich höre Stimmen und ich kann mich nicht konzentrieren. Also tue ich das, was mir in dieser Situation das Beste zu sein scheint. Du hast mir das größtmögliche Glück geschenkt. Du bist mir alles gewesen, was jemand für einen Menschen sein kann. [...]" Dann zieht sie einen Mantel an und eilt zielstrebig zum Fluss. Dort nimmt sie einen großen Stein auf und watet bis zum Hals ins Wasser. Rasch wird sie von der Strömung davongetragen.

Von der Haushälterin Nelly (Linda Bassett) verständnislos beobachtet, sucht Virginia Woolf 1923 nach dem ersten Satz für ihren neuen Roman und kämpft gleichzeitig gegen ihre Depression. Der Roman beginnt mit den Worten: "Mrs Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen." Besorgt stellt ihr Mann Leonard (Stephen Dillane) fest, dass sie sich weigert, zu frühstücken und offenbar auch keinen Appetit auf das Mittagessen verspürt. Er zog eigens mit ihr von London in den Vorort Richmond, in ein Haus mit einem großem Garten, weil ihr das Großstadtleben sehr zu schaffen gemacht hatte. Zweimal schon versuchte sie, sich das Leben zu nehmen. Liebevoll umsorgt Leonard Woolf seine Frau und schützt sie vor Überanstrengung und Aufregung.

Virginia Woolf beneidet ihre Schwester Vanessa Bell (Miranda Richardson), als diese mit ihren drei Kindern am Nachmittag aus London zu Besuch kommt. Abends läuft sie heimlich zum Bahnhof. Kurz bevor der Zug nach London eintrifft, findet Leonard sie. Er muss sich sehr beherrschen, um nicht die Geduld zu verlieren. Nachdem er ihr den Umzug versprochen hat, begleitet sie ihn scheinbar ruhig nach Hause zum Essen.

Laura Brown (Julianne Moore) lebt mit ihrem bieder-liebevollen Mann Dan (John C. Reilly) und ihrem anhänglichen kleinen Sohn Ritchie (Jack Rovello) in einem hübschen Einfamilienhaus in Los Angeles. Sie ist schwanger und will an diesem Morgen im Jahr 1951 nicht aufstehen, obwohl es der Geburtstag ihres Mannes ist. Als sie endlich am Frühstückstisch erscheint, steht ein großer Blumenstrauß auf dem Tisch. Laura macht sich Vorwürfe, weil Dan seine Geburtstagsblumen selbst besorgen musste, aber er zeigt Verständnis und meint, sie müsse sich ohnehin während der Schwangerschaft schonen.

Bevor er abends von der Arbeit nach Hause kommt, will Laura ihm eine Geburtstagstorte backen, und ihr Sohn Ritchie darf ihr dabei helfen. Der erste Kuchen misslingt. Dass Laura nicht backen kann, wundert ihre Freundin Kitty (Toni Collette), die vorbeikommt, um sie zu bitten, in den nächsten Tagen ihren Hund zu füttern, weil sie wegen eines Geschwürs im Unterleib zu einer medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus muss. Laura ist entsetzt über die Nachricht von der Erkrankung ihrer herausgeputzten Freundin, aber die tut mit vorgespielter Selbstsicherheit so, als handele es sich nur um eine Art Routineuntersuchung. Spontan küsst Laura sie leidenschaftlich auf den Mund – und durchbricht damit kurz ihre bürgerliche Fassade.

Sie wirft den missratenen Kuchen weg. Der zweite Versuch gelingt: Sie stellt die bunt verzierte Geburtstagstorte auf den Tisch, packt im Bad ein paar Röhrchen Tabletten in ihre Handtasche und bringt ihren Sohn, der Schlimmes ahnt und sich deshalb schreiend sträubt, zu einem Kindermädchen. Sie habe noch etwas Wichtiges zu erledigen, behauptet Laura und fährt los. In einem Hotelzimmer legt sie sich aufs Bett, holt die Tablettenröhrchen heraus, liest in Virginia Woolfs Roman "Mrs Dalloway" und glaubt zu spüren, wie das Wasser über ihr zusammenschlägt, als ob sie sich ertränkt hätte. Mit einem Ruck richtet sie sich wieder auf und entscheidet sich für das Leben: Sie holt ihren Sohn ab, fährt nach Hause, lässt sich von ihrem Mann für die Torte loben – und sitzt dann heulend auf dem Toilettendeckel, während ihr Mann vom Bett aus nach ihr ruft.

New York 2001. Die Lektorin Clarissa Vaughan (Meryl Streep) beginnt den Tag, indem sie Blumen kauft. Am Abend soll ihrem Freund und früheren Geliebten, dem aidskranken Richard (Ed Harris), ein Literaturpreis verliehen werden. Aus diesem Anlass hat sie zu einer Party eingeladen.

Bevor sie mit den Vorbereitungen beginnt, eilt sie zu Richard in seine schäbige Zwei-Zimmer-Wohnung, um nach ihm zu sehen. Er fühlt sich kaum in der Lage, zu der Preisverleihung zu gehen und eine Party zu besuchen. An seinem Lebensüberdruss droht Clarissa zu zerbrechen. Dabei liebt er sie und sagt es ihr auch. Spaßeshalber pflegt er sie "Mrs Dalloway" zu nennen.

Clarissa kümmert sich nicht nur um Richard, sondern auch um ihre Tochter Julia (Claire Danes) und Sally (Allison Janney), mit der sie seit zehn Jahren in einer lesbischen Beziehung lebt. Dass sie mit diesen vielen selbst auferlegten Pflichten überfordert ist, will sie nicht wahrhaben und lenkt sich mit gesteigerter Aktivität davon ab. Erst als Richards früherer Geliebter Louis (Jeff Daniels) vorzeitig zur Party kommt, bricht sie in der Küche schluchzend zusammen. Aber nach wenigen Minuten nimmt sie sich wieder zusammen und kocht weiter.

Als sie Richard abholen will, reißt dieser gerade die Vorhänge von den Fenstern. Voller Angst schaut Clarissa zu, wie er ein Fenster öffnet und mühsam auf das Fensterbrett klettert. Doch als er scheinbar entspannt sitzen bleibt, beruhigt sie sich wieder ein wenig. Ruhig erklärt Richard, er werde weder zur Preisverleihung noch zur Party kommen. Clarissa beeilt sich, zu beteuern, dass es überhaupt nicht wichtig sei. Er versichert ihr erneut, dass er sie liebe und in dem Jahr ihres Zusammenseins sehr glücklich mit ihr gewesen sei. Dann sagt er leise: "Du musst mich jetzt gehen lassen." Und kippt ins Freie.

Clarissa verständigt Richards Mutter Laura Brown in Kanada. Die nimmt das nächste Flugzeug nach New York und trifft noch am Abend bei Clarissa ein. Lauras Mann und ihre Tochter sind bereits gestorben. Nun hat sie auch ihren Sohn überlebt. Damals drohte sie an der bürgerlichen Idylle zu zerbrechen, an ihrem Bemühen, ihrem Mann und ihrem Sohn gerecht zu werden. Am Geburtstag ihres Mannes im Jahr 1951 nahm sie sich vor, nur noch die Geburt des zweiten Kindes abzuwarten und dann wegzugehen. Dass sie ihren Mann und ihre beiden Kinder verließ, kann sie sich niemals verzeihen.



Kommentar:

Virginia Woolfs Roman "Mrs Dalloway" erschien 1925. Die Handlung spielt an einem einzigen Tag im Juni 1923. Clarissa Dalloway, die Ehefrau eines Parlamentsabgeordneten, bereitet in London eine Abendgesellschaft vor. Da taucht ihre Jugendliebe Peter Walsh auf. Sie erinnert sich an die Zeit, als sie vor der Wahl zwischen ihm und Richard Dalloway stand und fragt sich, ob sie sich richtig entschied. – Ursprünglich wollte Virginia Woolf den Roman mit dem Selbstmord der Protagonistin enden lassen, aber sie änderte den Plan und ließ stattdessen den irre gewordenen Kriegsheimkehrer Septimus Warren Smith durch Suizid sterben. – Clarissa Dalloway erfährt von der Selbsttötung und verwirft daraufhin ihre eigenen Selbstmordgedanken. Auf kunstvolle Weise verknüpft Virginia Woolf die Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen von Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith durch Überblendungen miteinander, obwohl die zwei Romanfiguren sich nie begegnen. Der Fokus richtet sich nicht auf die äußeren Ereignisse, sondern auf die Innenperspektive der Protagonisten ("Stream of consciousness").

Von "Mrs Dalloway" inspiriert, schrieb der 1952 in Cincinnati (Ohio) geborene Amerikaner Michael Cunningham seinen Roman "Die Stunden" ("The Hours", New York 1998) über die Identitätskrise von drei ganz verschiedenen Frauen. Der Dramatiker David Hare und der Theaterregisseur Stephen Daldry wagten sich an die Verfilmung dieses Bestsellers und schufen ein eigenständiges Kunstwerk.

Jede der Frauen liebt und wird geliebt, aber sie fühlen sich eingesperrt, überfordert, unfähig zum Glück, glauben, dass ihnen der Raum zur Selbstentfaltung fehlt. Voller Angst und Verzweiflung denken sie an den Tod. In scheinbar alltäglichen Situationen verbergen sich Wendepunkte in ihrem Leben.

Über Virginia Woolfs Suizid am 28. März 1941 und jeweils einen Tag im Jahr 1923 in einem Vorort von London, 1951 in Los Angeles und 2001 in New York erzählen Stephen Daldry und David Hare in elegant verschachtelten Montagen.

Richard heißen Virginia Woolfs Ehemann und Clarissa Vaughans ehemaliger Geliebter, ein aidskrankes Wrack. Clarissa trägt nicht nur denselben Vornamen wie Virginia Woolfs Romanfigur, sondern wird von Richard auch "Mrs Dalloway" gerufen.

Die eigentlichen Parallelen ergeben sich wie selbstverständlich aus ähnlichen Situationen in den drei Erzählsträngen und den Gefühlslagen der drei Figuren. Auf diese Weise werden die Themen wiederholt, variiert und kontrapunktiert.

"The Hours" ist ebenso ästhetisch wie unaufdringlich fotografiert. Auch die Filmmusik von Philip Glass trägt maßgeblich zu der dichten Atmosphäre bei. Es handelt sich um ein außergewöhnlich sensibles FilmDrama, das sich vorwiegend in den Dialogen und in den von der Kamera bildfüllend gezeigten Gesichtern abspielt. Dabei wird auf jede Effekthascherei verzichtet. Die Darsteller nehmen sich zurück, beschränken sich auf kleine Gesten, sparsame Mimik und bringen dennoch große Gefühle mit einer seltenen Intensität zum Ausdruck. Meryl Streep, Julianne Moore, Nicole Kidman und Ed Harris zeichnen sich durch außerordentliches schauspielerisches Können aus. Es ist mit Abstand die beste Rolle, die Nicole Kidman jemals spielte. Sie wurde dafür mit einem "Oscar" ausgezeichnet. Außerdem erhielten Nicole Kidman, Meryl Streep und Julianne Moore bei den Filmfestspielen in Berlin einen "Silbernen Bären".

Für einen "Oscar" nominiert hatte man auch den Film, David Hare (Drehbuch), Stephen Daldry (Regie), Peter Boyle (Schnitt), Philip Glass (Musik), Ann Roth (Kostüme), Julianne Moore (Nebendarstellerin) und Ed Harris (Nebendarsteller).

MFG,
Karl
...
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DieEine

Stunden vergehen und das Leben zieht dahin

ein Testbericht von 2003-06-02 08:18:24 vom 02.06.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: man kann lange drüber nachdenken, entdeckt ständig etwas neues, Schauspieler sind excellent...
Nachteile/Kritik: -
Ich bin totaler Oscar-Fan und konnte mir natürlich auch die diesjährige Verleihung des Academy Awards nicht entgehen lassen. Nicole Kidman hat dort den Oscar für ihre Rolle in "The Hours" bekommen, den sie kurz nach ihrer Trennung von Tom Cruise drehte und für den sie Mut zur Hässlichkeit bewies.
Eigentlich steh ich mehr auf seichte Hollywood-Unterhaltung und kann mit intellektuellen Filmen leider immer sehr wenig anfangen. „The Hours" wollte ich mir aber trotzdem unbedingt angucken und hab dafür auch die Superspätvorstellung in einem kleinen Programmkino in Kauf genommen.
Ich möchte meinem Bericht vorwegschicken, dass ich hier nur auf den Inhalt des Films und meine Meinung zum Film eingehen werde. Tiefergehende Hintergrundinformationen zur Interpretation des Films kann ich leider nicht geben, da ich mich mit Virginia Woolf nicht auskenne und auch nicht deren Buch "Mrs. Dalloway" (welches eine zentrale Rolle in dem Film spielt) nicht gelesen habe, aber ich habe den Film gesehen und möchte euch meine Erfahrungen ein wenig näher bringen.

* Die Story *
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Die Geschichte ist nicht nur eine Erzählung, sondern hat drei Handlungsstränge, drei Schicksale von Frauen (und deren Männern) zu drei verschiedenen Zeiten.

England in den 20er Jahren: Die Schriftstellerin Virginia Woolf (Nicole Kidman) ist krank, sie leidet unter Wahnvorstellungen und wird nach einigen gescheiterten Selbstmordversuchen von den Ärzten aus dem lebendigen London aufs Land „verbannt". Dort fühlt sie sich noch schlechter als in London, dadurch, dass sie von ihrem Mann, der sie über alles liebt, und den Hausangestellten eingeengt wird und sich absolut begrenzt fühlt. Trotz ihrer schlechten Verfassung schreibt sie dort an ihrem Buch „Mrs. Dalloway".

Dieses Buch liest in den 50er Jahren die Hausfrau Laura Brown (Julianne Moore), die für ihre Umwelt ein perfektes Leben mit einem liebenden Ehemann (John C. Reilly) und dem kleinen Sohn Richard führt. Innerlich fühlt sie sich aber zerrissen. Sie bekommt ihr Leben nicht richtig in den Griff und fühlt sich als Frau und Mutter heillos überfordert, was schließlich in der Absicht sich umzubringen endet.

"Mrs Dalloway" ist der "Spitzname", den die Lektorin Clarissa Vaughan (Meryl Streep) von ihrem alten Freund Richard (Ed Harris) im Sommer ihres Lebens bekam. Mittlerweile ist Richard an Aids erkrankt und vegetiert in seiner Wohnung vor sich hin und wartet auf den Tod. Es ist das Jahr 2001 und Clarissa bereitet zu Ehren von Richards erfolgreichem Roman eine Party für ihn vor und merkt dabei, dass ihr Leben nicht so verläuft wie sie es sich vorgestellt hat. Auch sie ist unglücklich.

*Meine Meinung*
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Ich muss sagen, dass ich, als ich aus dem Kino kam, nicht gerade begeistert von "The Hours" war, aber der Film spukt immer noch in meinem Kopf rum und je länger ich über ihn nachdenke, desto grandioser finde ich ihn.
Der Film ist so tiefgründig und es gibt soviel zu entdecken und er ist an keiner Stelle langweilig, war für mich nur anfangs etwas ungewöhnlich.

Es ist aber schon beeindruckend, wie die Geschichten der drei Frauen verbunden werden. In erster Linie offensichtlich sind sie durch das Buch "Mrs. Dalloway" verbunden. Virginia Woolf schreibt es, Laura Brown liest es und Clarissa Vaughan wird so genannt und lebt auch in gewisser Weise des Leben der Mrs. Dalloway, die ihr eigenes Leben in den Hintergrund, weil gesellschaftliche Perfektion im Vordergrund steht.

Auch haben alle drei Frauen eine Neigung zum gleichen Geschlecht. Virginia Woolf war bisexuell, Clarissa Vaughan lebt seit einigen Jahren mit einer Frau zusammen und Laura Brown hat auch eine lesbische Erfahrung als sie aus Mitgefühl eine kranke Freundin innig küsst.
Alle drei Frauen sind mit Krankheit konfrontiert, alle drei Frauen stecken in Vorbereitungen für ein Fest. Die Liste der Gemeinsamkeiten kann man noch fortsetzen, aber ich möchte hier auch nicht zu viel von dem Film verraten, denn ich bin mir sicher, dass jeder etwas anderes sieht und jedem andere Aspekte auffallen.

Ich jedenfalls bin begeistert von diesem Film und werde ihn mir sicherlich später auf DVD noch mehrmals angucken, um ihn wirklich ganz verstehen zu können.

Ein Wort zu den Schauspielern möchte ich aber noch loswerden. Dass die Damen Kidman, Moore und Streep hervorragende Schauspielerinnen sind, war mir vorher schon klar, aber in "The Hours" ist es mir besonders aufgefallen, obwohl ich sagen muss, dass ich eher Julianne Moore als Nicole Kidman den Oscar verliehen hätte, denn sie spielt die Rolle der zerrissenen Laura wirklich überzeugend, obwohl die Rolle ansich teilweise etwas nervig ist. Das liegt aber vielleicht auch nur daran, dass man nicht weiß, was in Laura vorgeht und was sie als nächstes tun wird.

Wer auf Unterhaltung, von der man dauerhaft etwas hat, Wert legt und genug Leute kennt, mit denen man über Filme diskutieren kann, für den ist "The Hours" ein Muss und auch wer wie ich eher auf seichte Unterhaltung steht, sollte sich den Film ruhig mal ansehen. Für mich ist er jedenfalls definitiv einer der Filme des Jahres.
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Tuvok

Filmkritik und Meinung zu " The Hours - von Ewigkeit zu Ewigkeit "

ein Testbericht von 2003-04-13 00:04:53 vom 13.04.2003
Empfehlung: ja
The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit



Wir schreiben das Jahr 1923, es ist Richmond. VIRGINIA WOOLFE ( Nicole Kidman ) liegt im Bett. Sie hat Eßtörungen. Sie will ein Buch schreiben, sie will es beginnen, sie will mit Ihrem Leben was schönes anfangen. Sie weiß nur noch nicht was. Sie hat starke depressive Neigungen. LEONARD WOOLFE Ihr Ehemann hat wegen Ihr London verlassen. Er war damit nie glücklich. Er soll es auch nicht werden. Wird er sich je daran gewöhnen in einem Kaff zu leben ? Sie ist das Vorstadtleben nicht gewohnt. Sie schickt eines Tages NELLY eines Ihrer Küchenmädchen nach London um was zu holen. Sie will alleine sein. Sie weiß nicht was sie überhaupt in Ihrem Leben will. Die Schwester von VIRGINIA- VANESSA ( Miranda Richardson ) kommt nachmittags zum Tee zu Besuch mit Ihren Kindern. VIRGINIA ist alleine, sie würde auch gerne Mutter sein. LEON ARD hat wegen VIRGINIA eine Buchpresse gekauft, er ist für das Verlegen Ihres noch nicht fertigen Buches verantwortlich. So hat VIRGINIA eine Beschäftigung. Die sinniert über das Leben nach, wer im Roman sterben soll. Die Nichte von VIRGINIA findet einen toten Vogel, keiner will an der Vogelbestattung teilhaben, VIRGINIA schon, für sie hat das eine eigene sarkastisch surreale Bedeutung.
Eines Tages läuft sie weg, sie hält es nicht mehr aus, LEONARD erfährt zu spät davon, wo sie ist weiß er nicht, er ahnt es, er jagt Ihr nach. Ob er sie findet ?
Los Angeles im Jahre 1951. LAURA BROWN ( Julianne Moore ) tut so, als ob sie noch schlafen würde. Sie ist aber gar nicht so müde. Heute hat ihr MANN DAN ( John C. Reilly ) Geburtstag und sie sollte das Frühstück bereiten. Sie weiß nicht mal was sie ihm bereiten soll. Alles was sie tut ist ein langer Akt des Nachdenkens. Aber LAURA liegt wie gelähmt, möchte lieber noch ein paar Seiten lesen in ihrer Lektüre " Mrs. Dalloway ". Sie will einen Kuchen backen, sie schafft das noch gerade. Ihr Sohn sieht Ihr dabei zu.
Ihre beste Freundin KITTY ( Toni Collette ) kommt hereingeplatzt. Sie erzählt Ihr von einem Tumor in der Gebärmutter und der Sehnsucht ein Kind zu kriegen. LAURA setzt Ihren Sohn bei einer Nachbarin ab. Sie hält das Leben hier nicht mehr aus. Sie will Selbstmord begehen.
New York 2001. Es wird eine große Party, die CLARISSA VAUGHAN ( Meryl Streep ) für ihren alten Freund RICHARD ( Ed Harris ) ausrichtet. Sie leidet an Stress. Sie hat so viel zu tun und weiß nicht was sie wo beginnen soll. Endlich hat der begabte Dichter eine Auszeichnung für sein Werk erhalten. Nach so vielen Versuchen. Und die Verleihung des Preises will CLARISSA nutzen, um RICHARD die Gelegenheit zu geben, möglichst viele Freunde seines Lebens noch einmal zu sehen die er schon lange nicht sah, sie nicht mal kontaktierte, weil er die ganze Zeit eingesperrt ist in der Wohnung und nicht rausgeht, und sogar das Tageslicht scheut.
RICHARD leidet an AIDS im Endstadium und seine Monate sind gezählt. Er hat keine Lust zum Leben, CLARISSA will es aber schon, das er Lust hat, sie hat Lust darauf. Auf dem Weg zu seiner Wohnung kauft CLARISSA noch Blumen in ihrem Stammgeschäft. Wie immer begrüßt Richard sie mit " Mrs. Dalloway ", jenem Spitznamen, den er ihr vor langen Jahren verliehen hatte. Zu Hause versucht Clarissas Lebensgefährtin SALLY sie aufzumuntern, ein bisschen mit Ihr zu flirten und Spaß zu haben. Aber es will ihr nicht recht gelingen. Als SALLY weg ist, steht plötzlich LOUIS ( Jeff Daniels ) vor der Tür. Er ist der Freund von RICHARD. Der Exschwule Freund von RICHARD. Er mag CLARISSA, mit Ihr kann er gut reden. Sie mit ihm auch, er ist so feinfühlig. Tochter JULIA ( Claire Danes ) kommt plötzlich heim, sie will die Mutter überraschen. Alles soll aber im Chaos enden, Zeitüberschneidend.
Das ganze ist ein 114 Min. Drama, von Frauen für Frauen, irgendwie kommt mir der Film so vor. Er ist mehr als hervorragend von allen gespielt, und eigentlich sollte jeder einen Oscar für Ihre Leistungen kriegen, und das ist nicht übertrieben, denn sie haben alle sehr gut gepasst. Alleine jede Mimik der Frauen, der 3 Hauptakteure, ist schon einen Kinobesuch wert. Kidman hat sich sogar die Nase verunstalten lassen. Alle 3 spielen die kranken, geistesgestörten vom Leben gezeichneten depressiven Frauen sehr gut und allen sieht man es an, sie spielen nicht nur, sie sind es. Der Film ist eine 9 Osacarnominierungsmischung von
„ In the Bedroom „ paart sich mit „ Amores Perros „ während „ American Beauty „ bei „ Iris „ auf den Gasherd aufpasst. Der Film ist nach einem Roman verfilmt worden der als unverfilmbar galt, wie so ca. 80 % der Romane der Weltliteratur, Comics ausgenommen. Er ist eine Art Selbstverwirklichungsstunde für Psychologiestudenten die nicht genug damit haben das überall Krieg in der Welt ist und sich mit der Hohen sozialen Struktur der Schizophrenie auseinandersetzen wollen um darüber eine Diplomarbeit zu schreiben, wie ein Obdachloser überlegt ob er sich mit dem Handschuh der linken Hand die Arschspalte auswischen soll, oder mit einer gestohlenen Tageszeitung. Was halt weicher ist. Jedenfalls kann man den Film jedem empfehlen und zwar jedem der an einem schönen Tag ins Kino gehen möchte und hochanspruchsvolle Filme ansehen will, damit er sieht wie schön sein Leben im Gegensatz zu beschissenen anderen Leben ist, oder für Leute die intelligent sind, Studiert haben und Filmkritiker werden wollen, ein aussterbender höchst unwirtschaftlicher uninteressanter Posten außer man ist bei einer sehr großen Tageszeitung beschäftigt. Nun die Schauspieler sind alle sehr gut, alles ist bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt, es erinnert mich an die Filme von Robert Altman, und im Endeffekt muss ich sagen. Ich habe mich fast noch nie bei einem Film so gelangweilt, auch wenn er gut ist, wie bei diesem. Jedenfalls nicht im Kino. Außer vielleicht so 10 – 20 x in den letzten Monaten. Der Film war der absolute Schwache Schrott, stinkfade bis zum geht nicht mehr, 2 Stunden sieht man langweilig agierende, dauernd herumquakende Weiber die gestört sind, und noch dazu lesbisch, man sieht die ganze Zeit immer das selbe, nichts neues, und meine Freundin wollte aufstehen im Kino wie 5 Leute vor uns und gehen, ich habe sie zurückgehalten und Ihr den Mund mit 2 Kg Zuckermais aus den Dosen gestopft damit sie eine Ruhe gibt, und sie damit gezwungen den Film bis zu Ende zu sehen. Der Film ist anstrengend und langweilig, ja das ist er. Ein Film der zwar gut besetzt ist, eine gute Aussage hat, die ich noch suchen muß, meine Freundin hat mich mit Stricknadeln akupunktiert und so konnte ich mich nicht bewegen, musste eine Ruhe geben und konnte nicht mal sprechen um mich über den Film zu beschweren.
Man sagt der Film bietet viele Emotionen, ja die das ich den Kinovorführer erschlagen wollte, das ich ihn erwürgen wollte. Eine neuer Folter für Saddam Hussein wäre es sich den Film 10 x anzuschauen, mit Stummfilmuntertiteln für Gehörlose Aborigenes, und in Schwarzweiß. Der Film lebt zwar von seinen Großartigen Darstellern nur ist er Literarisch langweilig und eigentlich ein Film für den Videoabend wo man nicht einschlafen kann und ein Valium braucht oder vielleicht einer Holzhammermethode umgehen möchte und sich mit dem Film eigentlich gut bedient zur Ruhe legen möchte. Der Film ist sicher was im Bereich der analytischen Valiumianischen Selbstverwirklichung, sicher was für Angehende Suizidopfer und für Vegetarische Fleischhackerlehrlinge, die in einem Sadomasobordell arbeiten um dort gegen Unterdrückung zu demonstrieren. Ein Film der zwar gut gespielt ist aber saufade.

Ich bin ehrlich, er ist super gespielt, er hat viel emotionelles das ich noch suchen muß, er ist spitze gespielt, spitze besetzt bis in die kleinste Nebenrolle, er hat gute Landschaftsaufnahmen die ich noch suchen muß und eine gute Geschichte die ich nicht kenne, er ist stinkfade, hochpsychoanalytisch, wie das Liebesleben von Karottenbäumen. Er ist was für angehende Studenten und Psychofreaks.

Von der Schauspielerleistung her 93 von 100
Von der Idee her – 60 von 100
Von der Umsetzung des Buches her – 80 von 100
Von der Idee das ,das ganze echt sein könnte – 60 von 100
Von den ganzen Rollen her – 90 von 100
Von Gefühl, Emotion usw. her in echt nicht von mir aus – 86 von 100
Von meinem Gefühl her – 50 von 100
Von der Ähnlichkeit der 3 Geschichten zueinander – 79 von 100

Im Ganzen meine persönliche Wertung – 50 von 100 und ein beschissener Kinoabend

Kritikermäßige Wertung – 90 von 100
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wildheart

Schuld und Sühne, Liebe und Tod

ein Testbericht von 2003-03-28 08:12:59 vom 28.03.2003
Empfehlung: ja
Was ist für einen Menschen noch erträglich und was nicht mehr? Nein, die Frage bezieht sich nicht auf eine sozusagen punktuelle Unerträglichkeit im Leben. Es geht um chronisches Leiden, um Leiden, das durch Konventionen zusätzlich erschwert wird, weil ein Ausstieg aus dem dauerhaften Schmerz innerhalb einer sozialen Struktur hart bestraft werden könnte und mit Gewissensbissen verbunden wäre. Aber in „The Hours“ geht es noch um mehr – um die Beziehung zwischen Liebe und Tod, zwischen dem Ewigen und dem Begrenzten, dem Möglichen und dem absolut Unmöglichen, zwischen Erfolg und Scheitern, zwischen notwendigen Entscheidungen für sich selbst und deren Folgen für andere. Drei Frauen stehen im Zentrum dieses Leidens und dieser Leidenschaften, drei Frauen aus drei Jahrzehnten: Virginia Woolf (eine verdiente Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman), Laura Brown (zum zweiten Mal nach „Far From Heaven“ eine wunderbare Julianne Moore) und Clarissa Vaughan (eine in jeder Hinsicht exzellente Meryl Streep, die schon kurz zuvor in „Adaptation“ überzeugen konnte). „The Hours“ ist trotzdem kein „Frauenfilm“. Denn auch drei Männer stehen im Zentrum des Schicksals – der Maler Richard Brown (Ed Harris in einer Paraderolle), Virginias Ehemann Leonard (Stephen Dillane, überzeugend) und Lauras Ehemann Dan (John C. Reilly).

„The Hours“ ist das zweite Melodrama nach „Far From Heaven“, in dem diesmal Stephen Daldry Rekurs auf die großen klassischen Filme der 50er und frühen 60er Jahre Bezug nimmt, ein Film, der die Bedeutung des Melodramas in bezug auf seine Verbundenheit und Verbindung zur Realität unserer sozialen Netzwerke hervorhebt und damit das Melodrama von seinem ihm zugesagten Vorurteil befreit, es sei ein Betrug, ein Trugschluss, eine Täuschung, gar eine Verfälschung des realen Kontextes.

Inhalt
Die Schriftstellerin Virginia Woolf wird von Ärzten und ihrem Mann Leonard dazu veranlasst, von London aufs Land zu ziehen. Die Hektik der Großstadt bekomme ihr nicht. Virginia leidet an Wahnvorstellungen. Sie arbeitet an dem Roman „Mrs. Dalloway“, der 1925 erscheinen wird. Obwohl sich ihr Gesundheitszustand verbessert, fühlt die Schriftstellerin sich nicht wohl. Sie vermisst das geschäftige Treiben in London und will zurück. Doch unter der Aufsicht ihres liebevollen Mannes, der Ärzte und der Haushälterinnen, die jeden ihrer Schritte kontrollieren, hat sie offenbar keine Chance, dem freudlosen Leben zu entrinnen.

Im Los Angeles Anfang der 50er Jahre führt Laura Brown ein nach außen sorgloses Leben. Ihr Mann Dan liebt Laura. Beide haben einen kleinen Sohn, Richard (Jack Rovello), der seiner Mutter sehr zugewandt ist. Laura jedoch ist unzufrieden. Sie spürt, dass das Leben, das Dan immer wollte, nicht ihr Leben ist. Alles sieht perfekt und sauber aus: Das Haus, der Vorgarten, selbst der kleine Richard wirkt auf sie wie ein perfekter Sohn. Als sie beginnt, „Mrs. Dalloway“ zu lesen, wird ihr klar, dass sie entweder alles hinter sich lassen oder das Schicksal der Romanfigur teilen muss.

New York, 2001. Die Verlagslektorin Clarissa Vaughan (Meryl Streep) bereitet eine Party für den Schriftsteller Richard (Ed Harris) vor, der für seinen letzten Roman einen Literaturpreis bekommen soll. Clarissa trägt nicht nur den gleichen Vornamen wie Virginias Romanfigur; Richard nennt sie „Mrs. Dalloway“. Richard ist an AIDS erkrankt, vegetiert in seinem Loft vor sich hin. Seit Jahren versorgt Clarissa den Todkranken, mit dem sie vor langen Jahren eine Beziehung hatte. Jetzt lebt sie in einer lesbischen Beziehung mit Sally (Allison Janney). Ihr einziger Trost scheint ihre Tochter Julia (Claire Danes) zu sein. Auch Clarissa ist zutiefst unzufrieden mit ihrem Leben.

Inszenierung
Stephen Daldry erzählt die Geschichte dreier Frauen, die sehr viel gemeinsam zu haben scheinen. Alle denken an Selbstmord oder sind damit konfrontiert, alle drei haben sexuelle Neigungen zu Frauen. Als Lauras Nachbarin Kitty (Toni Collette) erzählt, sie müsse ins Krankenhaus wegen einer Gebärmutteroperation, hat Laura Mitleid mit Kitty. Als sie sich von ihr verabschiedet, küsst sie sie innig wie eine Geliebte. Virginia Woolf, die bisexuell war, ist in einer Szene mit ihrer Schwester Vanessa (Miranda Richardson) zu sehen, von der sie sich ebenfalls mit einem innigen Kuss verabschiedet. Alle drei Frauen eint die Zerrissenheit zwischen einem nach außen komfortablen Leben und einer lebensbedrohlichen inneren Unzufriedenheit. Alle drei Frauen werden mit Krankheit konfrontiert: Clarissa mit Richards AIDS, Virginia mit ihren eigenen Wahnvorstellungen, Laura mit der Unterleibsoperation ihrer Nachbarin, die ein Kind will und keines bekommen kann, während Laura schwanger ist. In allen drei Geschichten werden Feiern vorbereitet: Virginia erwartet ihre Schwester und deren Kinder; die Haushälterinnen bereiten Pasteten u.a. vor. Laura backt mit ihrem Sohn einen Kuchen zum Geburtstag ihres Mannes. Clarissa bereitet ein Fest für Richard vor. All diese Vorbereitungen scheitern: Lauras erster Kuchen misslingt, Clarissa bricht während eines Besuchs des Ex-Freundes des homosexuellen Richard bei der Vorbereitung des Essens zusammen. Virginia kann es kaum ertragen, als sie sieht, wie die Haushälterinnen das Fleisch anlässlich des bevorstehenden Besuchs der Schwester zubereiten.

Daldry zieht diese Verbindungslinien aber weniger in einen direkten Vergleich der drei Frauen. Clarissa, Virginia und Laura eint viel, aber sie sind trotzdem völlig unterschiedliche Charaktere. Der tiefere Sinn des Films erschließt sich über einen Satz, den Laura im Alter an einer Stelle des Films sagt: Das entscheidende im Leben sei, was man ertragen und was man nicht mehr ertragen kann. Laura hatte nach der Geburt ihrer Tochter die Familie verlassen, war einfach in einen Bus gestiegen und nach Kanada ausgewandert. Virginia flüchtet aus dem Haus auf dem Land und verlangt von Leonard, endlich wieder nach London zurückzukehren. Clarissa muss dem Tod im wahrsten Sinn des Wortes ins Auge sehen, bevor sie zu einer Entscheidung gegen ihre Seelenqualen finden kann.

Liebe und Tod sind zentrale Momente von „The Hours“. Die Stunden des Unerträglichen, das sind die Stunden, in denen alle drei Frauen durch äußere Umstände oder andere dazu veranlasst wurden, ein Leben zu führen, das sie letztlich selbst nicht wünschen. Warum tun sie es trotzdem? Weil diese Stunden auch die des Unbewussten, der Unklarheit darüber sind, wie ihr Leben aussehen könnte, damit sie Stunden des Glücks empfinden können. Virginias Roman steht sozusagen als fiktives „Begleitbuch“, das gerade im Entstehen ist, als Protokoll des Leides und nicht gelebter Leidenschaften über den drei Frauen; es verbindet ihr Schicksal, während Virginia daran schreibt. Die Zeitebenen (20er, 50er Jahre, 2001) verschwimmen, werden unbedeutend. Manchmal wirkt der Film, als würde eine invisible hand das Schicksal der Frauen verknüpfen. Doch die drei Frauen eint nicht nur viel. Der Gedanke an Selbstmord hat durchaus unterschiedliche Motive. Laura denkt daran aus Verzweiflung, Virginia kann mit ihren Wahnvorstellungen nicht mehr leben und geht ins Wasser. Richard kann seine Krankheit nicht mehr ertragen und stürzt sich aus dem Fenster. Clarissa glaubt bis zum Schluss, Richard, den sie mütterlich umsorgt, retten zu können. Sie will nicht wahrhaben, dass Richard dem Tod geweiht ist.

Aber noch von anderem erzählt „The Hours“ – von Entscheidungen für das eigene Leben, die man nur selbst treffen kann, Entscheidungen, mit denen man selbst einen Akt der Befreiung aus dem Unerträglichen vollzieht, die jedoch zugleich für andere ein Akt der Verzweiflung bedeuten können. Damit kommt die Frage der Schuld ins Spiel: Verantwortung für sich selbst kann Schuld gegenüber anderen bedeuten. Bei Laura wird dies am deutlichsten, als sie ihre Familie verlässt. Schon zu Anfang des Films sieht man Virginia – Nicole Kidman in einer bedrückenden, großartigen Szene – ins Wasser gehen. Sie watet, erhobenen Hauptes, langsam in den Fluss, taucht unter, verliert ihre Schuhe, treibt unter Wasser in den Tod. Sie hinterlässt einen Mann, der sie liebte und den sie liebte. In ihrem Abschiedsbrief schreibt sie Leonard über die Stunden des Glücks zwischen beiden, die ewig dauern würden, die nichts zerstören könnte, nicht einmal der Tod. Doch der Tod sei notwendig, nicht nur in ihrem Roman, in dem ihrer Meinung nach jemand sterben muss, damit die anderen wieder leben können und wissen, was es heißt zu leben. Clarissa, die zusehen muss, wie Richard sich aus dem Fenster stürzt, kann die Unerträglichkeit ihres Lebens erst jetzt abschütteln.

Fazit
„The Hours“ ist nach „Far From Heaven“ das zweite große Melodrama dieses Jahres, ein bedrückender, tiefsinniger, nie lehrhafter, erzählender, zeitloser Film über Liebe, Tod, Verantwortung und Schuld, ein modernes „klassisches“ Drama, das jedoch nicht in depressive Endzeitstimmungen verfällt, sondern – ohne dass dies pathetisch gemeint sein soll – wirklich dem Leben und der Liebe gewidmet ist, so sehr der Tod in das Leben der Figuren auch einbricht. „The Hours“ ist ein unausgesprochenes Plädoyer für die Freiheit und gegen strukturelle Zwänge und Konventionen, die Menschen oft davon abhalten, ihr Leben so zu führen, wie sie es innerlich wünschen. Der Film ist trotzdem nicht unrealistisch, weil er die unabdingbare Verknüpfung zwischen Entscheidungen für das eigene Leben und den damit verbundenen Folgen für das Leben anderer thematisiert.

Wertung: 10 von 10 Punkten.

The Hours
(The Hours)
USA 2002, 115 Minuten
Regie: Stephen Daldry

Drehbuch: David Hare, nach dem Roman von Michael Cunningham
Musik: Philip Glass
Director of Photography: Seamus McGarvey
Schnitt: Peter Boyle
Produktionsdesign: Maria Djurkovic, Mark Raggett, Judy Rhee
Hauptdarsteller: Nicole Kidman (Virginia Woolf), Julianne Moore (Laura Brown), Meryl Streep (Clarissa Vaughan), Stephen Dillane (Leonard Woolf), Ed Harris (Richard Brown), Miranda Richardson (Vanessa Bell), George Loftus (Quentin Bell), Charley Ramm (Julian Bell), Sophie Wyburd (Angelica Bell), Lyndsey Marshal (Lottie Hope), Linda Bassett (Nelly Boxall), Christian Coulson (Ralph Partridge), Michael Culkin (Doktor), John C. Reilly (Dan Brown), Jack Rovello (der junge Richard Brown), Tony Collette (Kitty Barlowe), Claire Danes (Julia), Jeff Daniels (Louis), Allison Janney (Sally), Margo Martindale (Mrs. Latch)

Offizielle Homepage: http://www.thehours.de
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0274558

Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_revie ws/2002/12/122702.html

„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/h/hours.html


© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 28.09.2010
ein so schön geschriebener bericht, wobei ich jetzt nicht weiß, ob ich den film nun wirklich schon gesehen habe, oder deinen bericht auf einer anderen plattform schonmal gelesen hab. dieser film entspricht voll meiner kragenweite. bw und ganz liebe grüße
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Kool_Kat

3 Frauen

ein Testbericht von 2003-03-26 10:43:35 vom 26.03.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: recht viel, wie mir scheint...
Nachteile/Kritik: eigentlich gar nichts, möchte ich meinen
Über die Jahrzehnte und Kontinente hinweg erzählt THE HOURS seine Geschichte: Die Schriftstellerin Virginia Woolf (Nicole Kidman, überzeugend wie selten zuvor!) schreibt im England des 19. Jahrhunderts in steter Auseinandersetzung mit ihren Neurosen, ihren Suizidgedanken und ihrer latenten Schizophrenie die Geschichte von Mrs. Dalloway. 50 Jahre später liest Linda Brown (Julianne Moore), selbst schwerkrank und unter einem so harmoniesüchtigen wie unsensiblen Gatten leidend, in Los Angeles diesen Roman, erkennt sich selbst in diesem romantischen, todessehnsuechtigen Werk wieder und fasst einen folgenschweren Entschluss. Weitere 50 Jahre später lebt Clarissa Vaughan (Merryl Streep) im New York der Jahrtausendwende und plant eine Party für einen AIDS-kranken Freund, einen Schriftsteller, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden soll. Seit Studententagen nennt er sie liebevoll immer nur Mrs. Dalloway ...

Nicht nur die eliptische Musik von Philip Glass stellt diese drei parallel erzählten Geschichten zueinander in Bezug. Auch auffällig häufige Parallelmontagen, die uns von ähnlichen Lebensumständen, der stets praesenten Auseinandersetzung mit der eigenen Homosexualität bis hin von gleichen Tagesabläufen der Frauen erzählen, vereinen die historisch wie geographisch losgelösten Schicksale zu einer dramatischen Fuge, evozieren also einen universellen Stoff: Einen Tag im Leben einer Frau möchte Virginia Woolf in ihrem Roman verarbeiten, einen Tag, der jedoch das gesamte Leben beinhaltet, an dessen Ende sich Mrs. Dalloway selbiges nimmt. Dreimal scheint sich der Roman zu wiederholen, doch bleibt bis zuletzt im Unklaren, wer der drei Frauen denn nun die Mrs. Dalloway aus dem Buch ist, wer sich am Ende umbringen wird, wen - so darf man es ruhig schreiben - am Ende das Buch in den Tod treiben wird. Denn dass am Ende ein Tod stehen muss, dass steht für Virginia ausser Frage. Es ist dieser Kontrast, den die Geschichte verlangt, der den anderen, den Überlebenden, den Mut zum Weiterleben gibt, ihnen zeigt, was es ist, was man - bei allem Weltschmerz - zu verlieren gedenkt.

THE HOURS ist, kurz zusammengefasst, grosses Kino, das seine ungemein spannende wie intelligente Geschichte geschickt zu entfalten versteht und die zunächst atomisierten, wenn auch scheinbar mythisch verbunden wirkenden Einzelschicksale durch immer detailliertere, erhellendere narrative Elipsen zu einem großen Panorama über die Grenzen von Zeit und Raum hinweg zu verschmelzen weiß. Genau wie das im übrigen auch die herausragenden Darbietungen der Schauspielerinnen, des Regisseurs, des Cutters und - nicht zuletzt - des Komponisten tun: mit Leichtigkeit und Eleganz verbindet sich alles mit allem zu einem großen, geschlossenen Ganzen, das weit mehr ist als bloß die Summe der einzelnen Teile. Eleganz pur, filmisch umgesetzt.

Ein erster richtig großer Favorit für den goldenen Bären also, vom Oscar ganz zu schweigen? In jedem Falle aber ein herausragendes und ohne Abstriche begeisterndes Stück Filmkunst.

Thomas Groh, 2003

The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit
( The Hours, UK 2002 )
Regie: Stephen Daldry
Drehbuch:
Kamera:
Schnitt:
Darsteller: Nicole Kidman, Julianne Moore, Meryl Streep, John C. Reilly, u.v.a.


Internet Moviedatabase
http://us.imdb.com/Details?0274558

Kritikensammlung (US) bei Rottentomatoes
http://www.rottentomatoes.com/m/TheHours-1117128/

Linkliste bei filmz.de
http://www.filmz.de/film_2003/the_hours_von_ewigkeit_zu_ewigkeit/links.htm

Disclaimer:
Diese Kritik erschien zuerst online im Rahmen der Berlinale-Berichterstattung der Zeitschrift "F.LM - Texte zum Film" ( www.f-lm.de ).
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