ein Testbericht von Bjoern.Becher2003-06-01 13:33:54vom 01.06.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Film, Darsteller, Regie, Kamera, Bild und deutscher Ton der DVD...Nachteile/Kritik: stellenweise asynchroner Originalton, relativ wenig Extras
Basierend auf einem Artikel aus dem Magazin „Vanity Fair“ schuf Michael Mann (u.a. „Heat“, „Ali“) im Jahr 1999 den Film „The Insider“, der Dank seiner interessanten Story und den zwei hervorragenden Hauptdarstellern Russell Crowe und Al Pacino (und natürlich vor allem auch Dank Michael Mann selbst) es auf sieben Oscar-Nominierungen brachte, aber trotzdem leer ausging. Die Konkurrenz mit „American Beauty“ (schnappte „The Insider“ vier Oscars weg) und Matrix (schnappte „The Insider“ zwei Oscars weg) war in diesem Jahr einfach zu stark.
I N H A L T
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Lowell Bergman (Al Pacino) ist der Mann hinter einer der erfolgreichsten Nachrichtensendungen Amerikas. Er besorgt dem in der Öffentlichkeit stehendem Moderator Mike Wallace (Christoph Plummer) die Storys und Interviews.
In einer dieser Storys soll es um die Zigarettenindustrie gehen. Bergman hat brisantes Material bezüglich der Verletzung der Brandschutzbestimmungen bei Phillip Morris zugespielt bekommen und braucht nun einen Insider, der ihm die unverständlichen Termini der Unterlagen erklären kann. Dabei stößt er auf den Wissenschaftler Dr. Jeffrey Wigand (Russell Crowe), der kürzlich beim Tabakhersteller Brown & Williamson, gefeuert wurde. Doch, für Bergman völlig unverständlich, weigert sich Wigand zu Beginn mit ihm zu reden. Erst langsam kann er ihn dazu bringen, wenige Dinge zu erklären, doch der Nachrichtenprofi merkt schnell: Wigand weiß mehr, Wigand belastet etwas anderes.
Darüber möchte diese aber nicht sprechen, hat er doch beim Ausscheiden aus der Firma eine Verschwiegenheitsklausel zu allen Vorgängen bei seinem ehemaligen Arbeitgeber unterzeichnet und wird von diesen nun unter Druck gesetzt, da man dort von seinen Treffen mit Bergman Wind bekommen hat. Die Tabakindustrie bedroht sogar seine Familie.
Derart in die Ecke gedrängt, beschließt Wigand auszusagen, erst vor Gericht und dann in einem Interview mit Wallace: Er sagt aus, dass die Zigarettenhersteller gesundheitsschädliche Stoffe, in die Zigaretten mischen, welche die Wirkung des Nikotins erhöhen und damit den Konsumenten leichter süchtig werden lassen.
Diese Aussage lässt die Tabakindustrie nicht auf sich sitzen. Sie schlägt zurück: Der Insider Wigand wird öffentlich in Verruf gebracht. Alles negative aus seiner Vergangenheit wird ausgegraben. Seine Frau Liane (Diane Venora) verlässt ihn. Und auch auf Bergmanns Sender CBS wird Druck verübt, so dass dieser eine Ausstrahlung des Interviews mit Wigand unterlässt. Das läst Bergmann sich aber nicht gefallen. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um Wigand zu rehabilitieren, und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch dazu muss er erst einmal das Vertrauen von Wigand wieder erlangen, da der Bergman die Schuld an seinem zerstören Leben gibt.
M E I N U N G
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„The Insider“ ist ein typischer Michael Mann-Film, den man entweder lieben muss oder langweilig finden wird, denn beides kann man zu diesem Film vertreten, ohne dass ein anderer etwas dagegen sagen kann. Den Michael Manns Film geht über eine Länge von 157 Minuten und kommt fast über ist die gesamte Länge ohne Action aus. Stattdessen setzt Mann auf viele Dialoge und die Macht der Bilder, für welche Dante Spinotti (Oscarnominiert für diesen Film, aber gegen Conrad L. Hall mit „American Beauty“ unterlegen) sich auszeichnet. Die Bilder sind etwas besonderes, vor allem die Farben, die sehr kühl wirken, oft einen Blau- oder Grünton haben. Gerade diese eher ungewöhnlichen Bilder und
die sehr langsame bedächtige Erzählweise werden vielleicht einige Zuschauer langweilen, dabei hat der Film über die gesamten 157 Minuten seine eigene Action und sein eigenes Tempo, seinen eigene Erzählstil, den Erzählstil des Michael Mann, und diesen muss man halt mögen, um den Film lieben zu können!
Unstreitig großartig agieren aber die beiden Hauptdarsteller, allen voran Russell Crowe (Oscarnominiert für diesen Film, aber gegen Kevin Spacey mit „American Beauty“ unterlegen) als etwas übergewichtiger weißhaariger Wissenschaftler, der einen großen Konflikt überwinden muss. Auf der einen Seite steht seine Familie mit seiner kranken Tochter, für deren Behandlung er das Geld braucht, welches ihm die Firma auch nach der Entlassung weiterzahlt, auf der anderen Seite steht die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Gesundheit der Bevölkerung. Crowe drückt dem Film vor allem im ersten Teil den Stempel mit seiner Darbietung auf, vor allem die Darstellung des Konflikts in welchem Wigand sich befindet und auch die „schlechten“ Seiten von Wigand sind sehr gut dargestellt.
Nicht minder großartig agiert Pacino, dessen Kampf um Gerechtigkeit und um die Freiheit und Unabhängigkeit der Medien größtenteils die zweite Hälfte des Films ausmacht und nicht minder sehenswert ist. Bergman ist ein Kämpfer für die Pressefreiheit und als er diese gefährdet sieht, schlägt er zurück und scheut sich dabei auch nicht, seine Umgebung zu manipulieren und zu benutzen.
Manns Film ist damit nicht nur die Schilderung eines großen Skandals in der jüngeren amerikanischen Geschichte, sondern auch ein kleines Plädoyer für die Wahrheit, die Pressefreiheit und Kritik an den amerikanischen Konzernen, die denken sich mit Geld alles kaufen zu können, auch das Gewissen und die Verschwiegenheit ihrer (ehemaligen) Mitarbeiter.
Ankreiden kann man dem Film allerhöchstens vielleicht, dass die ein oder andere Szene vielleicht doch überflüssig wirkt, das man sie hätte weglassen können und so den 157 Minuten langen Film etwas hätte kürzen können, aber hätte man das wirklich? Michael Manns Filme sind immer Gesamtkunstwerke, und so ist auch „The Insider“ eins. Mann wird sich bei jeder Szene des Films was gedacht haben, und bei vielen Szenen erschließt sich diese geringe Aussage, die jede Szene hat (oft auch nur im Gesamtbild des Films gesehen), erst nach und nach dem Zuschauer und genau deswegen ist in diesem Film jede Szene wichtig und keine hätte fehlen dürfen, auch wenn der Film dadurch ganz kleine Längen hat.
D V D
°°°°°°°°°° Technische Informationen:
Bildformat: 2.35:1 (anamorph)
Tonformate: DD 5.1, Stereo
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras:
- Kinotrailer
- Making Of
- Inside a scene
- Produktionsnotizen
- Filmografien
Bei Filmen von Michael Mann ist die Bild- und Tonqualität oft sehr wichtig und hier kann die DVD größtenteils punkten. Vor allem die Bildqualität ist spitze und die von Mann eingesetzten Farben entfalten voll ihre gewünschte Wirkung.
Auch der deutsche Ton kann da sowohl im Dolby Digital 5.1-Format als auch in Stereo mithalten, wobei vor allem die Musik sehr gut zur Geltung kommt. Im übrigen ist der Film recht dialoglastig, so dass es natürlich keine großen Special Effects gibt, welche eine Surround-Anlage beanspruchen würden.
Negativ fällt einzig und allein dabei auf, dass er englische Ton (auch DD 5.1) teilweise asynchron ist.
Von den Extras auf der DVD ist neben dem sehr gut gemachten Kino-Trailer, vor allem das Making Of erwähnenswert. In diesem kommen neben Al Pacino, Russell Crowe und Michael Mann auch die „echten“ Personen Jeffrey Wigand und Lowell Bergmann zu Wort. Das Making Of ist in Englisch mit deutschen Untertiteln.
Die Produktionsnotizen sind normale Standardkost, die Filmografien (von Russell Crowe, Al Pacino, Christoph Plummer und Michael Mann) sind recht umfangreich und führen alle wichtigen Filme des jeweiligen Akteurs an (und nicht nur eine Auswahl).
Auffällig ist noch, dass der Film in achtzehn Kapitel unterteilt ist, man aber aus der Szenenauswahl nur fünfzehn der achtzehn Kapitel anwählen kann.
F A Z I T
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Der Film ist nicht nur Dank der beiden hervorragenden Hauptdarsteller großartig und auf jeden Fall sehenswert. Die DVD hätte ruhig ein paar mehr Extras aufweisen können, immerhin sind aber das Bild und der deutsche Ton sehr gut und das ist doch das wichtigste.
Film: 9,5 von 10 Punkten!
DVD: 3,5 von 5 Punkten!
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Gesamt: 9 Insider-Punkte auf meiner 10er Skala!
D A T E N
°°°°°°°°°° Titel Deutschland: Insider
Originaltitel: The Insider
Genre: Thriller
USA 2000, FSK 6, Laufzeit: 157 Minuten
Darsteller: Al Pacino (Lowell Bergman), Russell Crowe (Jeffrey Wigand), Christopher Plummer (Mike Wallace), Diane Venora (Liane Wigand), Philip Baker Hall (Don Hewitt), Lindsay Crouse (Sharon Tiller), Debi Mazar (Debbie de Luca), Stephen Tobolowsky (Eric Kluster), Colm Feore (Richard Scruggs), Bruce McGill (Ron Motley), Gina Gershon (Helen Caperelli), Michael Gambon (Thomas Sandefur), Rip Torn (John Scanlon), Wings Hauser (Rechtsanwalt)
Regie: Michael Mann
Produzenten: Michael Mann, Pieter Jan Brugge
Drehbuch: Eric Roth, Michael Mann nach dem Artikel "The Man Who Knew Too Much" in der Zeitschrift Vanity Fair von Marie Brenner
Musik: Lisa Gerrard, Pieter Bourke
Kamera: Dante Spinotti
Ausstattung: Brian Morris
Schnitt: William Goldenberg
Kostüme: Anna Sheppard
Make Up: John Caglione jr.
Ton: Andy Nelson
O S C A R S
°°°°°°°°°°° Oscar-Nominierung für 1999 für "The Insider" (Bester Film)
Oscar-Nominierung für 1999 für Michael Mann (Regie)
Oscar-Nominierung für 1999 für Russell Crowe (Hauptdarsteller)
Oscar-Nominierung für 1999 für Dante Spinotti (Kamera)
Oscar-Nominierung für 1999 für Eric Roth, Michael Mann (Drehbuch-Adaption)
Oscar-Nominierung für 1999 für William Goldenberg (Schnitt)
Oscar-Nominierung für 1999 für Andy Nelson (Ton)
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
°°°°°°°°°°° Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0140352
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Zwei Mann gegen einen Tabakriesen!
ein Testbericht von Prisca2004-10-02 21:57:21vom 02.10.2004Empfehlung: ja
Vorteile: auf seine Art durchaus spannend...Nachteile/Kritik: man muss sich schon drauf konzentrieren - es ist KEIN Thriller!
Heute geht's mal wieder um eine DVD. Der Film ist schon etwas älter, nämlich aus dem Jahr 1999. Aber deswegen ist er nicht weniger interessant, zumal er auf einer wahren Begebenheit beruht., die Dinge ins Rollen gebracht hat, die noch heute nachwirken. Aber ich will euch gar nicht lange mit geheimnisvollen Andeutungen auf die Folter spannen. Es soll um den Film
** INSIDER **
gehen. Wie, der Titel sagt euch nichts? Garnichts? Um ehrlich zu sein, wundert mich das nicht, denn dieser Film hat sich trotz einer Topbesetzung ( Al Pacino und Russel Crowe) an der Kinokasse als echter Flop erwiesen: ein Einspielergebnis von knapp 30 Millionen Dollar - und das bei SIEBEN Oscarnominierungen!!! - in den USA ist wirklich nicht gerade berauschend!
Gerade dieser Widerspruch macht den Film aber für mich interessant, wie kann das sein, das er von den Kritikern so hoch angesehen wird, das er gleich für sieben Oscars nominiert ist (auch wenn er keinen bekommen hat, die Konkurrenz im Jahr 2000 war einfach zu groß) und das Publikum sich trotzdem kaum dafür interessiert?!
Ich werde einfach mal mit der
** INHALTSANGABE **
beginnen und versuchen, euch diesen Film so etwas näher zu bringen, nachher erfahrt ihr dann noch mehr von meinen ganz persönlichen Eindrücken!
Lowell Bergman ist Journalist - ein erfolgreicher Journalist, der seine Berichte für das TV Nachrichtenmagazin " 60 Minutes" schreibt. Er gilt als gewissenhaft, beinahe besessen - für eine gute Story würde er fast alles tun.
Es Tages lernt er durch Zufall Jeffrey Wigand kennen: Familienvater, Chemiker. Er wurde gerade von seinem Arbeitgeber Brown & Williamson (ein großer Zigarettenkonzern) entlassen, weil er ein wenig unbequem geworden ist. Weil er Fragen stellt, wo man besser den Mund halten sollte! Weil er leicht mal aufbraust, wenn er sich im Recht glaubt!
Jeffrey könnte so einiges erzählen über die Machenschaften der Tabakindustrie, aber da gibt es eine Verschwiegenheitsklausel, die ihn an den großen Konzern bindet. Als Lowell Bergmann wegen einer kleinen Nachfrage zu einem Bericht mit ihm Kontakt aufnimmt, ist er zunächst nicht bereit mehr als 08/15 Auskünfte zu geben.
Aber bei Brown & Williamson schlagen alle Alarmglocken, als sie von diesem Kontakt erfahren. Sie versuchen, Wigand unter Druck zu setzen: wenn er die Verschwiegenheitsklausel bricht, werden sie seine Abfindung streichen, die Krankenkassenbeiträge nicht mehr weiterzahlen! Wigand ist Familienvater, seine kleine Tochter leidet unter schwerem Asthma, er ist angewiesen auf das Geld ...
... also schweigt er! Aber er wird auch wütend, denn er lässt sich nicht gern so unter Druck setzen!
Lowell Bergman spürt mit dem Instinkt des (Nachrichten)Jägers, das Wigand eine interessante Geschichte erzählen könnte und er lässt nicht locker ... bis Wigand schließlich nachgibt und zu erzählen beginnt ....
Wie sich die Geschichte weiter entwickelt - ob Brown & Williamson schließlich doch am längeren Hebel sitzen oder ob es zu einem Interview mit Jeffrey Wiegand kommt .... ja, das müsst ihr euch schon selber ansehen ... oder einfach weiterlesen, ich verrate euch jetzt nämlich einiges über meine
** GEDANKEN UND GEFÜHLE **
zu diesem Film ... und es kann gut sein, das ihr daraus noch
ein wenig mehr über die weitere Handlung erfahrt!
Zunächst einmal ist wohl festzustellen, das sich die Handlung nicht so spannend liest wie man es für einen Thriller erwartet (und genau diesem Genre wird dieser Film zugeordnet!). In meinen Augen ist er das auch nicht wirklich, es gibt nur sehr wenige Szenen, die ich dem Thrillergenre zuordnen würde. Ansonsten ist der Film sehr erzählerisch, sehr ruhig, sehr dialoglastig ... spannend ist er aber trotzdem auf seine Art. Allerdings muss man am Ball bleiben - man kann nicht einfach mal zwischendurch abschalten (was man bei einem echten Thriller ja durchaus ab und an mal kann). Die Spannung in diesem Film liegt eindeutig in der Geschichte selbst und die lebt in den Dialogen! Wenn man hier nicht wirklich zuhört, dann verpasst man wohlmöglich gerade die Schlüsselsätze, die die nächsten Szenen dann für den Zuschauer so spannend rüberkommen lassen.
Da dieser Film eine Lauflänge von über zwei Stunden hat, ist das nicht immer ganz einfach - zumal es durchaus Szenen gibt, bei denen man allein von den Bildern her gern abschalten möchte. Da kommt es schon mal vor, das fünf Minuten lang ein Konferenzzimmer gezeigt wird, in dem eigentlich nichts geschieht. Da sitzen ein paar Menschen um einen Tisch und sie reden und reden und reden ... Allein von der Szene her ganz klar etwas zum gähnen ... WENN man nicht richtig zuhört! Denn in den Gesprächen liegt die eigentliche Story des Films.
Ich denke, gerade diese Machart des Films (und vielleicht auch die in meinen Augen falsche Einordnung in das Thrillergenre) hat mit dazu beigetragen, das dieser Film nicht die Zuschauer bekommen hat, die er eigentlich verdient hätte. Man geht mit einer gewissen Erwartung in diesen Film - und muss dann feststellen, das hier etwas ganz anderes geboten wird! Etwas ungewöhnliches! Etwas, das mir sehr gut gefallen hat - aber wie gesagt, es kann sich vielleicht nicht jeder auf diese Art Film einlassen und ich verstehe es durchaus, das manche diesen Film einfach als gähnend langweilig bezeichnen ... handlungsmüßig passiert wirklich nicht so viel!
Trotzdem: ICH war von diesem Film begeistert! Wenn man genau hinsieht (hinhört!) dann wird man feststellen, das er eigentlich sogar zwei Geschichten erzählt, jede für sich sehr interessant! Da ist einmal die (wahre) Geschichte um Jeffrey Wigand, der sich mit einem großen Tabakkonzern anlegt - der erste Fall in der Geschichte der Tabakindustrie, der einen Tabakriesen richtig in die Bedrängnis brachte (es sollten noch viele folgen ... und wenn ihr die aktuellen Nachrichten verfolgt, dann werdet ihr feststellen, das es diese Fälle HEUTE noch immer gibt)
Zum anderen wird aber auch die Geschichte der Medien erzählt, wie beschafft sich ein Reporter seine Informationen, wie weit steht er hinter seinen Informanten ... oder lässt er sie gar fallen, wenn das Eisen dann doch zu heiß wird?! Am Anfang des Filmes wird diese Geschichte mehr angerissen, da steht ganz klar der Fall Jeffrey Wiegand im Vordergrund. Zum Ende hin sind aber beide Geschichten sehr eng miteinander verbunden und man schaut mal so richtig hinter die Kulissen eines großen Nachrichtensenders!
Wie schon erwähnt, dieser Fall beruht auf einer wahren Begebenheit - trotzdem muss man dazu sagen, das im Film (besonders im letzten Drittel) doch einiges verändert wurde, um die Geschichte medienwirksam ausschlachten zu können. Ich finde nicht, das es der Grundgeschichte geschadet hat - im Gegenteil - wir haben hier einen rundherum fesselnden, realistisch wirkenden Film!
Wenn ich über diesen Film schreibe, komme ich nicht daran vorbei, auch ein paar Worte zu den
** SCHAUSPIELERN **
zu verlieren.
Der Film steht und fällt mit zwei Hauptcharakteren:
Al Pacino als Lowell Bergman. Einfach genial! Nun mag ich Al Pacino sowieso, er spielt nie die Superhelden, seine Figuren sind immer ein wenig zerrissen, ein wenig haltlos, es sind die Kämpfer, die schließlich doch oft verlieren. Genauso so eine Figur ist Lowell Bergman. Ein Einzelkämpfer - immer auf der Suche nach einer guten Story, für die er fast alles tun würde. Dabei wirkt er ein wenig rücksichtslos und zu allem entschlossen ... trotzdem besitzt er eine gewisse Ethik, niemals würde er einen Informanten verraten!
Diese Figur ist wie geschaffen für Al Pacino. Wieder mal eine Rolle, die er nicht einfach nur zu spielen scheint, nein, er verschmilzt förmlich mit seinem Charakter.
Ihm zur Seite steht in diesem Film Russel Crowe als Jeffery Wigand. Ein noch recht unbekannter Russel Crowe (Der Gladiator erschien erst ein Jahr später) der aber schon hier zeigt, was in ihm steckt. Nämlich ein Vollblutschauspieler, der sich jeder Rolle anzupassen vermag.
Er spielt den Wissenschaftler Wigand einfach nur gekonnt. Gerade in einem solchen Film, der so wenig an Handlung aufzuweisen hat kommt es sehr auf die kleinen Gesten, auf die Mimik an. Wenn das nicht stimmt, dann wirkt die ganze Rolle und damit der komplette Film unecht, gestellt. Da ich diesen Film sehr gut fand könnt ihr euch vielleicht denken, das Gestik und Mimik bei Russel Crowe stimmen! Man nimmt ihm Jeffrey Wigand einfach ab: seine Ängste in Bezug auf seine Familie, seinen Zorn, weil er sich von Brown & Williamson so unter Druck gesetzt sieht, die Entschlossenheit mit der er schließlich an die Öffentlichkeit geht ....
Es gibt noch einige kleine Rollen in diesen Film: Christopher Plummer als Mike Wallace (Freund und Mentor von Lowell bergman) - Diane Venora als Liane Wigand (Wigands Frau) - weiterhin Namen wie: Gina Gershon, Michael Gambon, Richard Scruggs ... unbekannte Namen, ja! Und es sind nur kleine Rollen, aber sie sind wichtig, um diesen Film komplett zu machen! Sie sind durchweg sehr lebendig und realistisch besetzt, da wirkt nichts hölzern oder unecht! Da spielt es keine Rolle mehr, ob die Namen nun bekannt sind oder nicht! Das (Zusammen)Spiel stimmt! Der Film stimmt! Was will man mehr?!
Kommen wir jetzt zu den
** FAKTEN **
rund um Film und DVD.
Gedreht wurde der Film 1999, 2003 ist er auf DVD erschienen.
Regie: Michael Mann
Lauflänge: 151 Minuten
FSK: 6 Jahre - na ja - darüber kann man streiten. Ganz sicher ist dieser Film nichts für Sechsjährige, ich würde sogar mal sagen, selbst mit 12 Jahren wird man sich bei diesem Film einfach nur langweilen! Das hat aber weniger mit brutaler Darstellung (die gibt es einfach nicht) als mit dem Film selbst zu tun, darum ist im Grunde gegen diese Altersfreigabe nichts zu sagen!
Und jetzt die Angaben zur DVD:
Preis: zwischen 6,-- Euro und 10,-- Euro habe ich den Film im Internet gefunden. Umgucken lohnt sich, bevor man zuschlägt!
Sprachen: deutsch und englisch, beides liegt in dolby digital 5.1 vor
Untertitel: deutsch
Bildformat: 16:9, 2.35:1
Bild und Ton sind eigentlich ganz in Ordnung. das Bild weist an einigen Stellen kleinere Schwächen auf (was aber auch an meiner Verleihversion liegen kann). Der Ton kommt klar und deutlich rüber - die Musik unterstützt den Film, überlagert aber die Dialoge nicht, was ich gerade in einem so dialoglastigen Film für wichtig halte!
Und jetzt die Extras. Tcha, ein wenig traurig ist das ja schon, was man uns da anbietet.
Der obligatorische Kinotrailer ist vorhanden, ebenso Filmographien von Al Pacino, Russel Crowe, Christopher Plummer und Michael Mann. Hier von sollte man sich aber nicht allzu viel versprechen, es handelt sich hier einfach um Listen mit den gedrehten Filmen!
Es folgt ein Making of, das immerhin ganze sechs Minuten lang ist. Es ist ein wenig oberflächlich und wenig informativ, interessant höchstens die kurzen Interviews mit den realen Lowell Bergman und Jeffrey Wigand, aber diese Szenen sind wirklich verschwindend klein!
Hinter "Produktionsnotizen" verstecken sich lediglich zwei Seiten mit recht lieblos dahin geschriebenen Hintergrundinfos - das hätte man sich fast schenken können ...
ebenso wie "Behind a scene" - hier wird in wenigen Minuten eine Szene des Films näher beleuchtet ... na ja!
Alles in allem ein wenig mager, was man uns hier als Extras verkaufen will. Gerade wo es sich doch um eine reale Begebenheit handelt sollte man doch dazu in der Lage sein, einiges mehr an Extras bieten zu können!
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung zum DVD Cover: es erweckt den Anschein, als hätte der Film sieben Oscars bekommen, was aber so nicht stimmt! Es waren "nur" sieben Oscar Nominierungen, bekommen hat er leider keinen davon!
** MEIN FAZIT **
Ein Film, der in meinen Augen in dem Genre "Thriller" an der völlig falschen Stelle steht! Dadurch werden Erwartungen geweckt, die er dann nicht zu erfüllen vermag und die Zuschauer sind enttäuscht!
Schade, denn dieser Film ist es eigentlich wert, das man ihn sich mal ansieht! Er besitzt einiges an Tiefe - die Darsteller geben wirklich alles .... das sich Michael Mann hier nicht immer an die Realität gehalten hat, tut dem Film meiner Meinung nach keinen Abbruch! Interessant bleibt die Geschichte allemal!
Ein wenig enttäuscht hat mich die DVD mit ihren wenigen Extras - dafür gibt es dann auch den Punktabzug! Den Film selbst kann ich euch für eine stille Stunde (oder auch für zweieinhalb **gg**) nur empfehlen!
@ Prisca - September 2004 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo
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ein Testbericht von wildheart2003-04-30 18:11:36vom 30.04.2003Empfehlung: ja
Ein Geständnis zu Anfang: Michael Manns Filme, darunter „The Insider“, „Manhunter“ (1986), die erste filmische Adaption des Romans „Roter Drache“ von Thomas Harris, „Heat“ (1995), und zuletzt „Ali“ (2001) gehören zu meinen Lieblingsfilmen. Das liegt v.a. an der besonderen Art von Mann zu filmen, seinen Schnitten, seiner Musikauswahl, der spezifischen Atmosphäre, die seine Inszenierungen erzeugen.
„The Insider“ beruht auf einem Artikel der amerikanischen Journalistin Marie Brenner in der Zeitschrift „Vanity Fair“ mit dem Titel „The Man Who Knew Too Much“ über den ehemaligen Forschungsleiter des amerikanischen Zigarettenkonzerns Brown & Williamson, Dr.
Jeffrey Wigand (Russell Crowe), der gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber aussagte, weil der mit unlauteren Mitteln die Wirkung des Nikotins in Zigaretten und damit die Suchtwirkung beträchtlich erhöhte.
Inhalt
Dr. Wigand wird entlassen. Er hatte gegen die heimliche Beimischung chemischer Substanzen im Tabak, um die Wirkung des Nikotins zu erhöhen, in einem Memorandum an den Firmenchef von Brown & Williamson, Sandefur (Michael Gambon), protestiert. Vor einem Ausschuss des Kongresses hatten Sandefur und die Direktoren anderer Zigarettenfirmen unter Eid ausgesagt, Nikotin mache nicht abhängig, so dass die Firmen auch nicht für gesundheitliche Schäden haftbar gemacht werden könnten. Wigand ist durch eine arbeitsvertragliche Vereinbarung gezwungen, über die dubiosen Praktiken auch nach seiner Entlassung zu schweigen.
Lowell Bergman (Al Pacino) von der Nachrichtensendung „60 Minutes“ (CBS) kontaktiert – gerade aus dem Iran zurück – Wigand, um Informationen zu ihm zugespielten Material zu bekommen, das er nicht versteht. Dabei bemerkt er, dass Wigand offensichtlich mehr weiß, als er sagen will. Doch Bergman lässt nicht locker. Er verdeutlicht Wigand die Alternative, entweder alles zu sagen, was er weiß, oder für immer zu schweigen. Er bietet ihm an, mit dem Anwalt Richard Scruggs (Colm Feore) zusammenzuarbeiten, der in Mississippi einen Prozess gegen die Tabakkonzerne vorbereitet, um für Opfer der Nikotinsucht Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Wigand, der anfangs zögert, zumal sich seine Frau Liane (Diane Venora) von ihm abwendet, die nicht versteht, wie ihr Mann die Existenz ihrer Familie aufs Spiel setzt, fasst Vertrauen zu Bergman, der offensichtlich ehrliche Absichten hat.
In einer nicht öffentlichen Anhörung vor einem Gericht in Mississippi sagt Wigand aus. Auch die Drohungen der Anwälte der Tabakindustrie, die eine einstweilige Verfügung gegen Wigand in der Hand hat, die ihm bei Strafe untersagt, seine Verschwiegenheitspflicht zu verletzen, können ihn jetzt nicht mehr daran hindern. Bergmans langjähriger Kollege Mike Wallace (Christopher Plummer) interviewt Wigand für „60 Minutes“.
Doch für Wigand hat seine Aussage dramatische Konsequenzen. Er und seine Familie werden bedroht. Die Tabakindustrie kramt in seiner Vergangenheit und entfacht eine Schmutzkampagne gegen den Wissenschaftler. Wigands Frau, die dem Druck nicht mehr standhält, verlässt ihren Mann und reicht die Scheidung ein. Wigand denkt an Selbstmord. Und dann wird Bergman von der CBS-Rechtsabteilung erklärt, man könne das Interview mit Wigand nicht ausstrahlen, weil man einen Prozess von Brown & Williamson befürchten müsse. Wallace und der Leiter von „60 Minutes“ Hewitt (Philip Baker Hall) machen einen Rückzieher. Bergman steht allein da. Die Sache scheint auf ganzer Linie gescheitert. Und Wigand gibt Bergman die Schuld an den persönlichen Konsequenzen, die seine Aussage für ihn und seine Familie hatte ...
Inszenierung
Michael Mann hielt sich in seiner Adaption nicht immer an die Fakten. So hatte der wirkliche Hewitt sich durch den Druck der CBS-Führung nicht auf deren Seite geschlagen, sondern war nur machtlos. Wigand wurde von der Tabakindustrie auch nicht bedroht. Und es war nicht Bergman, der das Wall Street Journal manipulierte (so schreibt es jedenfalls Roger Ebert in seiner Besprechung des Films).
Doch diese Abweichung von den Fakten ändert nichts daran, dass „The Insider“ in einer exzellenten Art und Weise in einer Mischung aus Thriller und Drama die Geschichte zweier Männer erzählt, die gegen alle Versuche der Vertuschung, des Betrugs, gegen alle Risiken und Konsequenzen für die eigene Zukunft standhaft bleiben. Sind Wigand und Bergman Helden? Mann stellt sie nicht als Helden dar. Russell Crowe, der mit Bauchansatz und grauem Haar eine im Vergleich zu seinen sonstigen Rollen ungewöhnliche Figur darstellt, und Al Pacino als nicht korrumpierbarer Journalist gehen eine schwierige Symbiose ein, wobei für beide nicht klar ist, welche Richtung die ganze Sache nehmen wird. Sie spekulieren, wägen ab, geraten sich in die Haare, Wigand steht oft am Rande der Verzweiflung. Was beide jedoch eint, ist ein tief sitzendes Gefühl, das widerwärtige Spiel der Tabakindustrie, mit chemischen Zusatzstoffen die Nikotinsucht zu verstärken, nicht widerstandslos hinzunehmen. Bergman kann es zudem nicht ertragen, dass sein eigener Sender wegen Verkaufsabsichten der CBS-Führung die Ausstrahlung des Interviews mit Wigand blockieren will.
Vieles an dieser Geschichte erinnert an Pakulas „Die Unbestechlichen“ (1976) über die beiden Journalisten der „Washington Post“, Woodward und Bernstein, die den Watergate-Skandal aufdeckten. Mann zeichnet seine beiden Hauptfiguren nicht als Helden bzw. Bergman als penetrant-skrupellosen Journalisten, der nicht locker lässt. Beide sind nicht integer aufgrund irgendeines (konstruierten) Heldenmuts. Crowe und Pacino spielen sie überzeugend als Menschen, die gar nicht anders handeln können – trotz aller Konsequenzen, die das möglicherweise nach sich zieht –, weil ihr Innerstes sie daran hindert.
Der Look des Films – überzeugend ergänzt durch die ihm eigene Auswahl an Filmmusik – ist typisch Michael Mann. Altmeister Dante Spinotti taucht die Bilder entweder in eine fast pop-moderne Atmosphäre, in ein farbenfrohes, helles Licht, oder er stellt die Figuren in eine neongetränkte düstere Umgebung, etwa wenn Wigand in seinem Hotelzimmer stumm und unbeweglich, verzweifelt an seine Kinder (und an Selbstmord) denkt.
Gefahrensituationen inszeniert Mann hier nicht über actiongeladene Abläufe. Typisch dafür ist etwa eine Szene, in der Wigand abends auf dem Golfplatz unter Scheinwerferlicht übt und ein Mann, der ihn offenbar beobachtet, ca. 50 Meter hinter ihm im Anzug den Golfball schlägt. Die Situation ist ungewiss. Wird der Mann im Anzug ihn überfallen, beobachtet er Wigand nur oder hat er mit der Sache nichts zu tun? Für Mann ist Stille ein zusätzliches Mittel, um Spannung zu erzeugen, und manchmal erinnert das an Hitchcock. Die Gegenseite, der Tabakkonzern und seine Vertreter, bleiben fast völlig im Hintergrund, werden nicht sichtbar gemacht, es sei denn über Spekulationen, die Wigand in bezug auf Verfolger hat. Es bleibt allerdings auch hier immer unklar, ob Wigand sich dies nur einbildet oder er tatsächlich observiert wird.
Pacino und Crowe stehen im Mittelpunkt dieses Thrillers, der zugleich Drama ist, und werden durch eine Reihe hervorragender Darsteller in Nebenrollen überzeugend unterstützt. Zu nennen sind hier insbesondere Christopher Plummer, der zwei, drei ausgezeichnete Auftritte absolviert, Diane Venora als Wigands Frau, Philip Baker Hall und Bruce McGill, der als weiterer Anwalt bei der Anhörung Wigands glänzt. Ein ...
Fazit
... erübrigt sich angesichts solcher Begeisterung, oder? Allerdings muss man Michael Manns Art des Filmens wirklich mögen. Auch sein „Manhunter“ (1986) stieß auf ein geteiltes Echo, und seit Ratners „Roter Drache“ (2002) streiten sich die Gelehrten, welche Adaption des Harris-Stoffs denn nun besser ist. „The Insider“ ist spannend und Mann bleibt strikt bei der Devise: Geschichte und Personen sind das wichtigste, das Technische hat beiden zu dienen. Crowe und Pacino sind jeder auf seine Weise einmalig, so dass ich jedenfalls die 157 Minuten nicht als irgendwie strapaziös empfunden habe.
In der „Internet Movie Data Base“ rangiert der Film übrigens derzeit auf Platz 143 der 250 besten Filme.
Wertung: 10 von 10 Punkten.
The Insider
(The Insider)
USA 1999, 157 Minuten
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Eric Roth, Michael Mann, nach einem Artikel von Marie Brenner in „Vanity Fair“
Musik: Lisa Gerrard, Pieter Bourke
Director of Photography: Dante Spinotti
Schnitt: William C. Goldenberg, Paul Rubell, David Rosenbloom
Produktionsdesign: Brian Morris, James E. Tocci, John Kasarda, Avi Avivi
Hauptdarsteller: Al Pacino (Lowell Bergman), Russell Crowe (Dr. Jeffrey Wigand), Christopher Plummer (Mike Wallace), Diane Venora (Liane Wigand), Philip Baker Hall (Don Hewitt), Lindsay Crouse (Sharon Tiller), Debi Mazar (Debbie De Luca), Stephen Tobolowsky (Eric Kluster), Colm Feore (Richard Scruggs), Bruce McGill (Ron Motley), Gina Gershon (Helen Caparelli), Michael Gambon (Thomas Sandefur), Rip Torn (John Scanlon),
Offizielle Homepage: –
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0140352
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_revie ws/1999/11/110506.html
XXLALF, 27.06.2010
ich glaub die dvd hab ich in der bücherei schon mal gesehen. bei meinem nächsten besuch werde ich mal danach suchen, zumal sich die ganze geschichte sehr interessant anhört. bw und ganz liebe sonnige sonntagsgrüße
ein Testbericht von catmother2003-02-10 19:47:02vom 10.02.2003Empfehlung: ja
So lautet der Schluß, den man aus diesem brillanten Film ziehen kann, der auf einer wahren und äußerst brisanten Geschichte beruht und 2000 immerhin 7 Oscarnominierungen bekam, wenn auch (völlig unverdient, wie ich finde) keine der begehrten Trophäen.
Jetzt habe ich allerdings ein Problem: Da der Film so lang und seine Handlung so komplex ist, muß ich die Inhaltsangabe sehr ausführlich gestalten. Wer vorher nicht soviel erfahren will, sollte also nur bis zu der gekennzeichneten Stelle lesen.
** Die Story **
Der Wissenschaftler und Abteilungsleiter beim Tabakhersteller Brown & Williamson Jeffrey S. Wigand
(Russel Crowe) wurde gerade gefeuert. Im Gegenzug für eine Verschwiegenheitsklausel in seiner Kündigung erhält er eine großzügige Abfindung. Als seine Frau Liane (Diane Venora) dies mitbekommt, hat sie nichts anders im Kopf als ihr Haus in Louisville, die Krankenversicherung für die beiden Töchter und dabei vor allem die Kosten für die Behandlung der asthmakranken Deborah.
Lowell Bergman (Al Pacino) ist der Macher unter den Journalisten des Senders CBS. Er gestaltet zusammen mit seinem genialen Kollegen Mike Wallace (Christopher Plummer) maßgeblich das TV Nachrichtenmagazin „60 Minutes“, das Zugpferd des Senders mit hervorragendem Ruf und guten Einschaltquoten.
Eines Tages wird ein Paket an Bergmans Tür abgegeben. Mit der Brandsicherheits-Produktstudie des Tabakkonzerns Phillip Morris kann der Journalist nichts richtiges anfangen. Über einen Kontakt kommt er an die Telefonnummer von Wigand, bittet ihn um Hilfe und ist einigermaßen erstaunt, daß der sich so abweisend zeigt, obwohl er noch garnicht wissen kann, worum es geht.
Wigands Weigerung weckt die Neugier und das Interesse von Bergman. Nach viel Überredung kommt es doch zu einem ersten, fast konspirativen Treffen zwischen den beiden. Der Wissenschaftler verspricht zumindest, sich das Material anzusehen. Über alles andere (was auch immer) weigert er sich zu reden, das betont er immer wieder.
Aber der Schnüffler in Bergman fühlt, daß mehr dahinter steckt und daß der Mann eigentlich über etwas reden will.
Kurz danach wird Wigand zur Geschäftsleitung zitiert und noch einmal mit einer versteckten Drohung scharf auf seine Verschwiegenheitsklausel hingewiesen. Es ärgert den Wissenschaftler zutiefst, daß man seine Loyalität anzweifelt. Und er ist sauer, weil theoretisch nur Bergman ihn verraten haben könnte. Doch der ist unschuldig, das merkt Jeffrey selbst, als er mitbekommt, wie man ihn offensichtlich beschattet. Und nun bedarf es nur noch eines kleinen Anstoßes, um einen kleinen Teil der Geschichte aus ihm herauszulocken: Wie sich herausstellt, hat Wigand in der Forschungsabteilung des Tabakkonzerns gearbeitet und damit genauen Einblick in einige Vorgänge gewonnen, die das Unternehmen gern unter den Teppich kehren und unter Verschluß halten würde. Es geht um die Suchtgefahr von Tabak. Die sieben Bosse von Big Tobacco haben vor dem Kongreß ausgesagt, daß Nikotin nicht süchtig macht. Wigand dagegen kennt die Art und Weise, wie in der Nikotinverabreichungsbranche, wie er es nennt, Umsatz gemacht wird: durch die Zugabe von chemischen Substanzen wie z.B. Ammoniak oder das karzinogene Kumarin wird der Tabak manipuliert und der Nikotineffekt verstärkt . So wird das Nikotin schneller in der Lunge absorbiert und die Wirkung auf Hirn und Zentralnervensystem verstärkt.
Als Lowell diese mögliche Story bei CBS erwähnt, zweifeln die anderen Kollegen an deren Erfolg. Jeder weiß ja schließlich, daß noch kein großer Konzern, der in irgendeiner Weise ein schädliches Produkt auf dem Markt hatte, je einen Schadensersatzprozeß verloren hat. Denn hier zählt vor allem das Geld, mit dem man die cleversten Anwälte kaufen kann. Im Vordergrund steht aber die Frage, ob Wigand wirklich dieses Risiko eingehen will und sich auf einen langwierigen Kampf mit der Tabakindustrie einlassen wird.
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Nun jedoch beginnt ein wahrer Psychoterror gegen Wigand: jemand schleicht nachts im Garten der Wigands herum, sie bekommen Anrufe und Emails mit Todesdrohungen, jemand legt eine Gewehrpatrone in ihren Briefkasten. Allein das FBI glaubt ihm nicht, verdächtigt Wigand sogar selbst.
Da kommt den beiden ein anderer Fall zu Hilfe: mehrere Anwälte haben im Namen des Staates Mississippi Klage gegen die Tabakindustrie erhoben. Lowell schlägt vor, Wigand als Zeugen zu laden, damit dessen Aussage in einem Gerichtsprotokoll steht und so möglicherweise die Verschwiegenheitsklausel umgangen werden kann.
Nach dem Vorfall mit dem FBI ist Wigand noch mehr bereit, sogar gegen den Willen seiner Frau, CBS ein Interview zu geben. Mehr noch, er sagt nach einigem Zögern und trotz einer einstweiligen Verfügung seines Staates Kentucky sogar vor dem Gericht in Mississippi aus, obwohl ihm damit bei seiner Heimkehr die Gefängnisstrafe droht.
Als er wie befreit nach Hause kommt, hat seine Frau ihn verlassen, die Gegenpartei sämtlichen Schmutz aus seiner Vergangenheit, egal ob wahr oder nicht, ausgegraben und ist dabei, seinen Ruf durch eine Veröffentlichung zu ruinieren.
Zusätzlich spielt Big Tobacco seine ganze Macht aus und übt Druck auf die Firmenleitung von CBS aus. Und der Sender kneift. Eine große Rolle spielt dabei, daß der Verkauf von CBS an die Westinghaus Corporation bevorsteht und der Deal platzen könnte, wenn dem Sender eine Milliardendollar-Klage wegen sogenannter unlauterer Einmischung von Brown & Williamson droht.
Als Bergman deshalb auf die Barrikaden geht, kneift selbst sein Freund Mike Wallace und opfert die Freundschaft der Sicherheit seines Jobs.
Nun steht Lowell Bergman ganz allein in seinem Kampf um die Wahrheit, für sich und seinen Ruf als Journalist und für seinen Informanten.
** Die Darsteller **
Getragen wird der Film im Wesentlichen von Al Pacino und Russel Crowe.
Pacino habe ich mal gehaßt, weil ich ihn einen Menschen mit der Kettensäge habe quälen sehen – gottseidank sind seine Rollen im Laufe der Jahre besser geworden und spätestens seit „Der Duft der Frauen“ oder „Heat“ zählt er für mich zu einem der überzeugendsten Darsteller Hollywoods. Hier übertrifft er sich allerdings selbst. Die Figur des loyalen, integeren Journalisten, der die Wahrheit, seinen Ruf und den Schutz seines Informanten über die Interessen des eigenen Senders stellt, strahlt hier soviel Überzeugungskraft aus, daß er fast wie eine Fackel im ganzen amerikanischen Pressesumpf leuchtet. Alles sicher sehr idealistisch, aber wäre es nicht schön, gäbe es tatsächlich mehr dieser Wahrheitsfanatiker? Es macht zumindest Mut, finde ich, zu seinen Überzeugungen zu stehen und dafür auch etwas zu riskieren.
Russel Crowe hat sich im Gegensatz zu seiner wohl prominentesten Rolle in Gladiator äußerlich sehr verändert. Hier ist er der unsichere, weichliche, ängstliche Wissenschaftler, der erst dann zur Gegenwehr ansetzt, als seine Ehre, seine Integrität und seine Würde als Mensch angetastet werden. Und alles, was er für diesen Mut erntet, ist Verrat, Entwürdigung, Demütigung und der Verlust von allem, was er liebt. Doch für einen Augenblick ist er auch Stolz auf sich, stolz, sich gewehrt und Zivilcourage gezeigt zu haben, auch wenn es vielleicht nicht viel einbringt.
Für mich ist das eine der dramatischsten und überzeugendsten Figuren menschlichen Handelns in den letzten Jahren. Schade, daß er den Oscar nicht bekommen hat.
Zu erwähnen sind noch Diane Venora als negative Figur der Frau Wigands und Christopher Plummer als genialer, aber auch egoistischer und auf Sicherheit spielender Journalist.
** Filmkritik **
Ich weiß nicht mehr, was den Anstoß gab, mir den Film auf Premiere anzusehen. Jedenfalls habe ich es nicht bereut, halte ich dieses Drama doch für eine außerordentliche Dokumentation von Recht und Unrecht, von Loyalität und Wahrhaftigkeit im Journalismus und natürlich von der ungeheuren Macht der Tabakkonzerne in den USA.
Er zeigt ganz deutlich und desillusionierend, daß es oftmals nicht geht darum, ob jemand die Wahrheit sagt, sonder darum, was jemand daraus machen kann, wenn er die nötige Macht und Einfluß besitzt.
Man kann den Film nicht in eine bestimmte Sparte einordnen: Drama steht in der Fernsehzeitung, ein Thriller oder Psychothriller könnte er jedoch auch sein. Dann allerdings ein Thriller, in dem nicht ein einziger Schuß fällt, der seine Spannung aus der Visualisierung von Gedanken und Gefühlen erzeugt. Zusätzlich vermittelt die wacklige Kameraführung den Eindruck journalistischer Authentizität, so als sei man am Ort des Geschehens.
Die streckenweise blaugraue Färbung des Films gibt Stimmungen sehr intensiv wider, so wie auch die eindringliche Musik (Gitarrensolo oder eine Art liturgischer Gesang) vor allem in den Szenen, wo die innerliche Anspannung der Hauptdarsteller besonders groß ist.
Dann sitzt man als Zuschauer atemlos da und fragt sich, wie man wohl in der Haut des Wigand steckend entschieden hätte.
Unlogische Szenen:
Ein paar Dinge sind mir eingefallen, die nicht so ganz mit der stringenten Inszenierung des Filmes zusammenpassen und will sie hier nur erwähnen.
Bergman bat seinen Kontakt um jemanden aus der Gesundheitsbehörde für die Interpretation des Philip Morris Materials. Wieso hat man ihm die Nummer von Wigand gegeben? Wer hat ihm das Zeug geschickt und was ist daraus geworden? Wie ist dieser jemand in New York auf einen Wissenschaftler in Louisville gekommen?
Wie kann Bergman ständig in Louisville aufkreuzen, das über 1000 km von NY entfernt ist?
Der schrägste Dialog des ganzen Films
„Wigand: Ich finde einfach nicht die richtigen Kriterien. Schwierig, so eine Entscheidung zu treffen, ohne sie im Kopf gelöst zu haben.
Bergman: Vielleicht hat sich die Lage geändert?
Wigand: Was hat sich geändert?
Bergman: Sie meinen, seit heute morgen?
Wigand: Nein, ich meine, seit wann auch immer. Scheiß drauf. Gehen wir ins Gericht.“
Versteht das jemand?
** Meine Meinung **
Für mich ist Insider unbestritten einer der besten, kritischsten und aufwühlendsten Filme des Jahres 2000. Brillant fotografiert mit überzeugenden Darstellern und einer brisanten Geschichte ist er ein Zeugnis über Recht und Gerechtigkeit, über Moral und den Preis, den man dafür zahlt. Und vor allem ist er ein Plädoyer für Zivilcourage.
** Daten **
USA 1999
Genre: Drama, Thriller
Regie: Michael Mann
...
ein Testbericht von eulenfan2002-05-10 12:31:36vom 10.05.2002Empfehlung: ja
Wie ich es so gerne tue, schicke ich auch hier kurz etwas vorweg, bevor ich richtig loslege: Wer sich für Russell Crowe interessiert und sich erhofft, hier ähnlich knackige Bilder von dem Australier zu sehen wie in „Gladiator", „L.A. Confidential" oder „Lebenszeichen", sei vorab schon mal gewarnt: Teilweise werdet Ihr ihn nicht wieder erkennen! Wer allerdings auf Crowes schauspielerisches Talent steht, wird nicht enttäuscht werden, denn davon zeigt er hier meiner Meinung nach noch mehr als in der mehr oder minder auf ihn zugeschnittenen Rolle des Gladiators.
Die Geschichte von
„The Insider" ist eine wahre Geschichte. Allerdings kann ich mit der Klassifizierung „Thriller", wie sie von Constantin Video gegeben wird, nicht mitgehen.
Lowell Bergman (phantastisch einfühlsam: Al Pacino), Produzent des CBS-Nachrichten-Magazins „60 Minutes" erhält eines Tages von einem anonymen Absender Brandanalysedokumentationen des Tabakkonzerns Phillip Morris. Auf der Suche nach einem Experten, der ihm das ganze verständlich erklären kann, trifft er auf den Chemiker Dr. Jeffrey Wigand (17 Jahre älter, 20 Kilo schwerer, grauhaarig und unglaublich emotional: Russell Crowe), bis vor kurzem beschäftigt bei Brown & Williamsen. Dr. Wigand wurde gefeuert, weil er Bedenken gegen Geschäftspraktiken bei der Herstellung von Zigaretten äußerte.
Nach einigem Zögern erklärt sich Dr. Wigand bereit, Bergman zumindest mal zu treffen, doch dann beginnt ein wahrer Albtraum für ihn und seine Familie: Sein alter Arbeitgeber bekommt Wind von dem Treffen und will Jeffrey eine noch schlimmere Vertraulichkeitsvereinbarung aufzwingen, als der alte Knebelvertrag ohnehin schon beinhaltet hat. Außerdem werden er und seine Familie von nun an terrorisiert: Als er sich spätabends beim Golf abreagieren will, wird er von einem Sicherheitsmann seines alten Arbeitgebers terrorisiert, nachts dringen Unbekannte in sein Grundstück ein und zertrampeln die frisch angelegten Beete, die Familie erhält Morddrohungen per E-Mail und schließlich findet Jeffrey eine Patrone in seinem Briefkasten.
Doch statt klein beizugeben, wächst in Wigand die Wut, und er entschließt sich, „60 Minutes" alles zu erzählen, ein Interview zu geben. Dabei erhält er Hilfe und auch moralische Unterstützung von Lowell: Dieser macht ihn mit dem Staatsanwalt von Mississippi bekannt, der gerade die Tabakindustrie verklagt. Wenn Jeffrey vor Gericht aussagt, kann er auch für das Fernsehmagazin interviewt werden.
Obgleich nun alles danach aussieht, dass alles gut ausgeht, ist das Gegenteil der Fall: Brown & Williamsen starten eine Schmutzkampagne gegen Wigand und setzen auch CBS unter Druck; der Sender gibt klein bei und weigert sich, das Interview zu senden, Jeffreys Frau reicht die Scheidung ein und Lowell wird wegen seiner Unterstützung für Wigand beurlaubt...
Wie es dann doch noch zur Ausstrahlung des Interviews kommt, werde ich jetzt aber nicht mehr verraten, denn sonst macht es einfach keinen Sinn mehr, sich den Film anzuschauen.
Michael Mann und seine Protagonisten Crowe und Pacino wagten sich hier an ein äußerst heikles Thema, da die Tabakindustrie neben der Waffenlobby in den USA wohl die mächtigste Industrie ist, auch wenn sie sich jetzt immer wieder Klagen erwehren muss, doch das ist zu einem nicht unerheblichen Teil dem echten Dr. Jeffrey Wigand zu verdanken, der mit seinem Interview eine wahre Lawine lostrat. Dennoch war es ein schweres Stück Arbeit, Unterstützung für den Film zu finden. Produzenten wollten keine sich an dem kritischen Film beteiligen, also zückte Michael Mann sein eigenes Portemonnaie und produzierte den Film fast vollständig alleine.
Hochachtung sei hier der Constantin Filmverleih und Touchstone Pictures gezollt, die den Vertrieb für „The Insider" übernahmen, und auch muss der Bewunderung für die Academy for Science and Arts Ausdruck verliehen werden, welche mit immerhin 7 Nominierungen für den Oscar das Werk ehrte (Film, Hauptdarsteller, Regie, Kamera, Schnitt, Ton, adaptiertes Drehbuch), auch wenn die Mitglieder der Academy dann wohl doch ein wenig zurückschreckten, so dass keine einzige Nominierung zum Erfolg führte. Ich selbst kann diesen Nichterfolg lediglich in der Kategorie „bester Ton" verstehen, obgleich ich auch das Zögern der Academy-Mitglieder nachvollziehen kann, angesichts des heiklen Themas des Filmes für ihn zu stimmen. Verwirrung bleibt dennoch bestehen, wieso die hervorragende Musik von Lisa Gerrard und Pieter Bourke schon bei der Nominierung komplett übergangen wurde - da hatten die Oscars 2000 nämlich nicht allzuviel Gutes zu bieten.
„The Insider" ist ein sehr düsterer, teilweise regelrecht schwermütiger Film, den man sich besser nicht ansehen sollte, wenn man ohnehin gerade in einem emotionalen Tief steckt. Noch einmal muss an dieser Stelle die hervorragende Darstellung der Protagonisten herausgestellt werden: Al Pacino ist als alternder Journalist, der durch das Wigand-Interview in einen moralischen Zwiespalt gerät einfach überzeugend und Russell Crowe, der wohl die letzten zwei Monate vor Drehbeginn nur noch in Fast-Food-Restaurants zu finden war, um sich die notwendigen 20 Kilo anzufuttern, hat mir schauspielerisch nie besser gefallen, als hier, so dass ich nach wie vor überzeugt davon bin, dass der Oscar für die Rolle des Jeffrey Wigand weitaus verdienter gewesen wäre als der für Gladiator (auch wenn er dieses Jahr gegen Tom Hanks angetreten ist und letztes Jahr „nur" z. B. gegen Kevin Spacey, was wohl für einige ein größerer Triumph ist).
Auch ansonsten ist „The Insider" kein typischer Hollywood-Streifen, auch wenn er zwei typische Klischees bedient: Hauptdarsteller Russell Crowe darf küssen (wenn es auch ein scheuer Kuss ist) und er darf kurz mit nacktem Oberkörper durchs Bild huschen. Weitaus schwieriger dürfte für den Australier wohl gewesen sein, den Akzent zu erlernen, schließlich kommt Jeffrey Wigand aus Kentucky. Wer die Möglichkeit hat, das Original zu sehen, sollte diese nicht ungenutzt verstreichen lassen, denn die Synchronisation ist leider ein wenig schwach geraten. Ansonsten ist das aber ein sicherer Tipp für ein gelungenes Filmereignis.
Diese Meinung habe ich als eulenfan auch bei dooyoo.de und ciao.de veröffentlicht
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Brisante Information - zu viel Wissen kann gefährlich sein.
ein Testbericht von Gülüm2002-04-30 10:07:51vom 30.04.2002Empfehlung: ja
„Der Insider“
USA 1999. Mit Al Pacino, Russell Crowe, Christopher Plummer.
Regie: Michael Mann
Brisante Information
Zu viel Wissen kann gefährlich sein.
Jahrelang arbeitete Dr. Jeffrey Wigander als Forschungsleiter für einen großen Zigarettenkonzern. Er weiß, dass die Tabakindustrie die Nikotinabhängigkeit ihrer Kunden durch chemische Tricks gezielt fördert. Sein Schweigen belohnt die Firma mit viel Geld.
Doch Jeffreys Gewissen meldet sich. In Lowell Bergmanns Fernsehshow
„60 Minutes“ will Jeffrey sein Wissen preisgeben. Seitdem gleicht sein Leben einem Höllentrip. Die Konzerne wollen den Auftritt natürlich verhindern. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht.
Der Film beruht auf dem 1996 im
US-Magazin „Vanity Fair“ veröffentlichten Artikel „Der Mann, der zuviel wusste“. Der Bericht schildert die Auseinandersetzung zwischen Produzent Lowell Bergmann und dem TV- Sender CBS Der Fernsehgigant scheute die Auseinandersetzung mit den Zigarettenkonzernen und verweigerte die Ausstrahlung des Jeffrey-Wigand-Interviews.
Regisseur Michael Mann inszenierte einen beklemmenden Thriller, der die Zuschauer zwei Stunden in seinen Bann zieht. Dabei verzichtet er gänzlich auf spektakuläre Verfolgungsjagden und wilde Schießorgien.
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