Tiger & Dragon - Der Beginn einer Legende Video

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Testberichte Tiger & Dragon

 (DVD) Fantasyfilm
5.0 von 5
Platz 21 in der Kategorie "Fantasyfilme".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
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Tiger & Dragon Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • wunderschöner, bildgewaltiger Film
  • Grandioser Film; sehr gute DVD-Edition
Nachteile/Kritik
  • nicht alles ist für uns "Westler" verständlich
  • Bild: Farben vielleicht zu blass
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Chinesisches Märchen

ein Testbericht von 2006-07-11 20:05:21 vom 11.07.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: wunderschöner, bildgewaltiger Film...
Nachteile/Kritik: nicht alles ist für uns "Westler" verständlich
Die Story:
Li Mu Bai, ein legendärer Kämpfer, will nicht mehr kämpfen und übergibt deshalb sein ebenso legendäres Schwert seiner heimlichen Liebe, der Kämpferin Yu Shu Lien. Als sie das Schwert nach Beijing zu einem Freund bringt, lernt sie Jen Yu, die Tochter des Gouverneurs kennen, die in wenigen Tagen einen hohen Beamten des Kaisers heiraten soll.
Jen Yu führt jedoch gleich ein zweifaches Doppelleben: Ihre alte Dienerin ist in Wahrheit eine Kämpferin, Jadefuchs. Sie hat vor Jahren den alten Meister von Li Mu Bai umgebracht und dabei einen Text über Kampfkunst gestohlen. Diese Kampfkunst hat sie Jen Yu beigebracht, doch schon vor langer Zeit hat Jen Yu ihre Lehrmeisterin überflügelt und verheimlicht ihr seither Details aus dem Text, den Jadefuchs selbst nicht lesen kann. Jadefuchs weiß daher auch nicht, wie gut ihre Schülerin inzwischen geworden ist.
Außerdem hat Jen Yu bei einem Überfall von Wegelagerern in der Wüste gegen diese gekämpft und sich dabei in deren Anführer Luo Xiao Hu verliebt, der ihre Hochzeit verhindern will.
Li Mu Bai und Yu Shu Lien erkennen, dass Jen Yu eine große Kämpferin ist. Li Mu Bai möchte sie gerne unterrichten, aber Jen Yu vertraut ihnen nicht und weigert sich. Am Tag ihrer Hochzeit kommt Luo Xiao Hu und bittet sie, mit ihm zu kommen, doch auch ihm verweigert Jen Yu sich. Stattdessen flüchtet sie alleine vor ihrem Ehemann und zieht fortan in Männerkleidung als Kämpfer durchs Land und legt sich mit allem und jedem an. Noch dazu fordert sie Li Mu Bai immer wieder heraus, so dass er sich schließlich einem Kampf mit ihr stellt. Doch obwohl er ihr noch einmal anbietet, sie zu unterrichten, weigert sie sich wieder.
Als Jadefuchs Jen Yu wieder in ihre Gewalt bringt, kommen Li Mu Bai und Yu Shu Lien ihr zu Hilfe. Es kommt zum großen Showdown, bei dem Jen Yu sich endlich entscheiden muss, in welche Richtung ihr Leben gehen soll ...

Der Film gewann im Jahr 2001 vier Oscars, darunter den als bester fremdsprachiger Film, und war für weitere sieben Oscars nominiert. Außerdem heimste er zahllose weitere internationale Preise ein. Zu recht, wie ich finde!

Der Film steht in der Tradition asiatischer Kampfkunstfilme, geht aber weiter darüber hinaus. Das merkt gleich zu Beginn, wo es immerhin fünfzehn Minuten dauert, bis es die erste Kampfszene gibt. Besonders im Mittelteil des Films folgen die Kampfszenen dann schneller aufeinander, aber für den ganzen Film gilt, dass sehr viel Wert auf die Figuren und auf den kulturellen und (semi-)historischen Hintergrund der Geschichte gelegt wird.
Wer Kung Fu- und andere Kampfkunstfilme liebt, der kommt hier durchaus auf seine Kosten, denn es gibt viele sensationellen Kampfszenen, die noch dazu sehr vielfältig inszeniert sind, so dass sie nie langweilig werden (selbst wenn man eigentlich gar nicht so auf Kampffilme steht, wie ich): es gibt Kampfszenen zwischen zwei, einigen wenigen oder vielen Gegnern, Kampfszenen in Häusern, in Straßen, in einem Bambuswald, in der Wüste, Kampfszenen mit den unterschiedlichsten Waffen ...
Aber auch wer eigentlich nicht so sehr auf Kampfkunst steht, sondern eher monumentale Historienfilme (wie etwa "Der letzte Kaiser", "Anna und der König" oder so etwas in der Art liebt) kommt auf seine Kosten. Der Film entführt uns in eine uns (im Westen) sehr fremden Welt, hat aber trotzdem weitgehend nachvollziehbare und auf jeden Fall hochinteressante Figuren.

Die Ausstattung des Films ist hervorragend, sowohl was die Kostüme als auch was die Schauplätze angeht. Man wird dadurch sofort in die Welt des alten China hineingezogen.

Auch die Schauspieler sind natürlich top, einige von ihnen waren schon vor diesem Film auch im Westen bekannt oder sind nach diesem Film noch durch weitere Rollen bekannt geworden:
Chow-Yun Fat spielt Li Mu Bai. Er stammt aus Hongkong und ist in zahlreichen Hongkong-Filmen bekannt geworden. Aber auch diejenigen, die normalerweise keine Martial Arts Filme schauen, können ihn kennen, nämlich als König Mongkut in "Anna und der König".
Michelle Yeoh spielt Yu Shu Lien. Sie stammt aus Malaysia und war im Westen bereits vor "Tiger & Dragon" bekannt, nämlich als Bondgirl in "Der Morgen stirbt nie". Allerdings gefällt sie mir in "Tiger & Dragon" um Klassen besser als in dem Bondstreifen! In letzter Zeit war sie in der "Geisha" zu sehen.
Und Zhang Ziyi spielt Jen Yu. Sie hat vor allem in chinesischen Filmen mitgespielt, die größtenteils im Westen nicht bekannt geworden sind. Die Ausnahme: Sie hat die Hauptrolle in der "Geisha" gespielt - ebenso großartig wie ihre Rolle in "Tiger & Dragon". Da sie meine Lieblingsdarstellerin in beiden Filmen ist, hoffe ich, dass sie noch oft in Filmen zu sehen sein wird, die auch bei uns laufen.
Die anderen Schauspieler waren mir vor "Tiger & Dragon" nicht bekannt und sind mir auch danach nirgends aufgefallen. Toll spielen tun sie allerdings trotzdem!

Auch der Regisseur Ang Lee gehört natürlich zu den Stars dieses Films. Er ist momentan gerade wieder im Gespräch mit einem echt amerikanischen Film: "Brokeback Mountain", außerdem hat er noch mehr Filme in Hollywood gemacht. Ich mag seinen Erzählstil sehr, "Tiger & Dragon" ist im meinen Augen sein vermutlich bester Film.

Was mich an dem Film noch am ehesten stört, ist eigentlich nichts, was man dem Film anlasten kann: Ich finde es einfach traurig, dass ich beim Zuschauen oft das Gefühl habe, nicht alles zu verstehen, was vermutlich für einen Chinesen eine Bedeutung hätte. Das gibt mir ein Gefühl von Unzulänglichkeit oder von Verstehen-Wollen, aber nicht Verstehen-Können.
Auch ein kleines Problem habe ich mit dem Ende des Films - ein deutscher Film oder ein Hollywoodfilm würde nie so enden! Trotzdem scheint mir, dass dieses Ende genau zum Film passt, ein "Hollywood-Ende" würde vermutlich die Wirkung des Films zerstören. Und trotzdem hat mich das Ende mit einem Gefühl von ... am besten trifft es wohl der Begriff: "Fremdheit" zurückgelassen. Es hat mir noch einmal vor Augen geführt, dass die chinesische Kultur mir fremd bleibt (was mich ein bisschen traurig macht), obwohl ich über weite Teile mich perfekt in die eine oder andere Figur einzufühlen glaube.

Der Film ist bei uns ab 12 Jahren freigegeben. Ich würde dies für wirklich die unterste Grenze halten, denn der Film ist nicht nur teilweise gewalttätig, sondern auch sehr traurig und erfordert zudem einiges Verständnis und Interesse für die chinesische Kultur.


DVD-Ausstattung (der Einzel-DVD-Ausgabe):
Sprachen: Die DVD bietet den Film wahlweise auf Deutsch oder auf Mandarin-Chinesisch. Ich hab zwar vor einigen Jahren mal angefangen, Mandarin-Chinesisch zu lernen, aber das war mir definitiv zu schwer ;-). Natürlich kann man auch deutsche Untertitel einblenden lassen, aber ich habe mich dann doch nach einer kurzen Hörprobe der chinesischen Originalfassung (die sich schon toll anhört, das muss ich zugeben!) für die deutsche Fassung entschieden, denn zu sehen gibt es in dem Film genug, auch wenn man nicht damit beschäftigt ist, Untertitel mitzulesen.
Außerdem ist auf der DVD ein Audiokommentar von Regisseur Ang Lee und Drehbuchautor James Schamus enthalten. Zunächst einmal ist der Audiokommentar sehr ungewohnt: Der Text des Films läuft im Hintergrund auf Chinesisch, die beiden Kommentatoren sprechen Englisch (Ang Lee mit deutlichem Akzent), und auf Wunsch kann man deutsche Untertitel einblenden lassen ... Aber man gewöhnt sich daran!
Ich finde, es ist ein ausgesprochen gut gelungener Audiokommentar. Er bietet einerseits viel Hintergrundinfos für Normalzuschauer, auch darüber, wie bestimmte Szenen in China verstanden werden (und im Westen nicht unbedingt verstanden werden) oder worauf sie basieren. Natürlich kommen auch Anekdoten vom Dreh nicht zu kurz, und man erfährt mehr über die Schauspieler. Andererseits gibt es aber auch einige fachliche Informationen, etwa darüber, wie man so eine auf den internationalen Markt ausgerichtete Produktion vorbereitet, wie gedreht wurde und welche Gedanken man sich über die Verständlichkeit im Westen machte. Natürlich bekommt man auch den einen oder anderen Trick mit, was den Dreh angeht, insbesondere natürlich in Sachen einiger Actionszenen (auch wenn da nicht allzu viele Details verraten werden).

Kleine Anmerkung:
Es gibt zur Zeit drei verschiedene Editionen dieser DVD in Deutschland zu kaufen: Die der SZ-Cinemathek, die ich nicht kenne, eine Edition mit Einzel-DVD, auf die sich mein Bericht stützt, und noch eine 2 DVD-Version, die eine wesentlich bessere DVD-Ausstattung besitzt, insbesondere ein recht gutes Making Of, aber auch noch einiges anderes. Echten Fans, die auch auf Zusatzmaterial wert legen, empfehle ich daher, nicht den Fehler zu machen, den ich gemacht habe, und lieber doch die paar Euro mehr für die 2 DVD-Version auszugeben! Ein Making Of, insbesondere in Bezug auf die Actionszenen, habe ich doch sehr vermisst. Insgesamt muss man sagen, dass die Einzel-DVD-Version doch magerer ausgestattet ist, als man das heutzutage von Top-Filmen erwartet. Sie taugt wirklich nur für Leute, denen es nur darum geht, den Film "pur" zu sehen.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Gemeinwesen
Gemeinwesen, 05.04.2006
Ich finde es einfach traurig, dass ich beim Zuschauen oft das Gefühl habe, nicht alles zu verstehen, was vermutlich für einen Chinesen eine Bedeutung hätte. Spätestens bei den Szenen mit denb menschlichen Flughörnchen geht mir das sehr änlich. In ch
Animagus17
Animagus17, 20.07.2006
Ich bin ein Drachenfan und da Drachen in China geschätzt sind, kenne ich mich auch da ein wenig aus. Würd mir die DVD sofort zulegen sofern ich sie sehen würd. Gruss Debby
jenny123
jenny123, 05.04.2006
lg, Jenny123
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wildheart

Verborgen lauern Tiger und Drachen ...

ein Testbericht von 2004-11-19 02:01:52 vom 19.11.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Grandioser Film; sehr gute DVD-Edition...
Nachteile/Kritik: Bild: Farben vielleicht zu blass
„All das, was wir anfassen können,
ist nicht von Dauer (...) Wie mein
Meister schon gesagt hat: Wenn man
die Hand fest schließt, besitzt man
überhaupt nichts, wenn man die
Hand weit öffnet, besitzt man die
ganze Welt (...) In unserer Welt
des Kampfes gibt es lauernde Tiger
und verborgene Drachen.“
(Li Mu Bai)


Was wären Filme ohne die immer wiederkehrenden Themen wie „Gut” und „Böse”, Anpassung und Rebellion, Treue und Verrat, Liebe und Hass, Stolz und Eitelkeit, Ehre und Intrige, Gesetzestreue und Gesetzlosigkeit, Alt und Jung, und die Konflikte, die aus dem Spannungsfeld dieser Gegensätze entstehen? Das Kino schreibt diese Themen immer wieder erneut in unser Gedächtnis, mal mehr schlecht, mal mehr recht und mal so exzellent und visuell überzeugend wie in diesem chinesischen Film des Meisterregisseurs Ang Lee. Auf Basis des Romans von Du Lu Wang inszenierte Ang Lee 2000 in einer Koproduktion das, was man gewöhnlich einen Martial-Art-Film nennt, einen Film, in dem ostasiatische Kampftechniken die Hauptrolle spielen. Doch Ang Lee wäre nicht Ang Lee, wenn diese Techniken im Vordergrund des Films stehen würden.

Ang Lee erzählt eine wunderbare, tragische und doch zugleich liebevolle Geschichte, in der die Kampftechniken nur eines sind: Ausdruck des Charakters der Handelnden im feudalen China, nicht Selbstzweck.


Inhalt
Der ehrenwerte Schwertkämpfer Li Mu Bai (Chow Yun-Fat), dessen Meister von der gesetzlosen Kämpferin Jade Fuchs (Cheng Pei-pei) vergiftet worden ist, ist des Kampfes müde. Er glaubt, sich künftig aus allen Konflikten heraushalten zu können, und übergibt in Beijing sein 400 Jahre altes Schwert „Grünes Schicksal” seiner Kampfgefährtin Yu Shu Lien (Michelle Yeoh), die es dem Gouverneur Yu (Li Fa Zeng) schenken soll. Doch der Hohe Rat Sir Te (Lung Sihung), den Yu Shu Lien zunächst kontaktiert, will das Schwert nur zur sicheren Aufbewahrung entgegennehmen. Er weiß um die Bedeutung des Schwerts und um die Bedeutung Li Mu Bais.

Insgeheim hofft Li Mu Bai, endlich in Frieden mit Yu Shu Lien leben zu können. Beide verbindet eine jahrelange, aber gegenseitig unausgesprochene tiefe Liebe.

Die Ereignisse der Vergangenheit jedoch holen beide rasch ein. Ein unbekannter Kämpfer stiehlt das berühmte Schwert. Wie sich bald herausstellt, handelt es sich um die Tochter des Gouverneurs, die junge Jen Yu (Ziyi Zhang), die keine große Lust verspürt, den von ihren Eltern ausgesuchten Mann aus gutem Hause zu ehelichen. Als der Polizeiinspektor Tsai (Wang De Ming) Li Mu Bai erzählt, er sei nach Beijing gekommen, um Jade Fuchs zu suchen und einzusperren, der seine Frau getötet habe, und er vermute die gesetzlose Kämpferin im Hause des Gouverneurs, können sich Li Mu Bai und Yu Shu Lien nicht mehr neutral verhalten. Jade Fuchs wurde von der Frau des Gouverneurs (Hai Yan) angestellt, um die Tochter Jen Yu auszubilden und zu erziehen. Jade Fuchs will verhindern, dass Jen Yu heiratet, und vor allem will sie, dass Jen Yu zu einer ebensolchen gesetzlosen Kämpferin wird wie sie selbst.

Nachdem Tsai bei einem Kampf mit Jade Fuchs in Anwesenheit seiner Tochter (Li Li-Li), der vermummten Jen Yu und von Li Mu Bai von der Gesetzlosen getötet wird, greift Lu Shu Lien zu einer List, um Jen Yu wissen zu lassen, dass sie sie und Jade Fuchs durchschaut hat. Und Li Mu Bai setzt alles daran, Jen Yu von Jade Fuchs zu trennen und letztere im Kampf zu besiegen ...

Inszenierung
Ang Lee erzählt eine Geschichte aus dem alten China, und doch ist diese Geschichte so modern, ja so weltoffen (und wird wohl in jedem Winkel dieser Erde verstanden), dass kulturelle Eigenheit und Universalität eins zu werden scheinen. „Tiger & Dragon” ist aber dennoch nicht etwa ein in Dialogen und Bildern aufdringlicher Lehrfilm. Kein Zeigefinger, nicht einmal leichte Fingerzeige müssen dafür herhalten, von etwas zu verkünden oder Moral zu predigen. Im Gegenteil.

Die erzählerische Geschlossenheit, die eher sparsamen Dialoge, die ebenso gezielt und nicht inflationär eingesetzten exzellenten Kampfszenen, die visuelle Vielfalt, der herausragende Einsatz der v.a. von Dun Tan komponierten Musik, die fein gezeichneten Charaktere – all das macht „Tiger & Dragon” zu einem homogenen Ganzen, zu einer epischen Komposition, die ihresgleichen sucht.

Dabei verbinden sich ganz unterschiedliche Erzählformen – wie Märchen, Legende, Mythos und moderne Großstadterzählung (Generationenkonflikt und Familiengeschichte) – zu einer Art visuellem Gesamtkunstwerk, das immer wieder begeistern kann. Die Unaufdringlichkeit, ja geradezu in jeder Hinsicht einleuchtende Schilderung der verschiedenen Konflikte und ungelösten Probleme bezieht ganz unterschiedliche „Subtexte” zu einem großen „Text”, in den die Personen alle verwoben sind. Schicksal wird so aus einem unnahbaren, abstrakten Unerklärlichen zu einem logisch verknüpften Ganzen, dessen Überzeugungskraft in jeder Szene des Films gegeben ist.

Li Mu Bai, Typus des ehrbaren Kämpfers, ist kampfesmüde geworden. Er, der den Frieden will und sich darüber Illusionen macht, alten Konflikten zu entkommen, kann seine Liebe Yu Shu Lien nicht gestehen. Yu Shu Lien andererseits ist ebenso gefangen in Tradition und Herkunft, die es ihr verbieten, sich Li Mu Bai zu nähern. Ihnen gegenüber steht eine junge Frau aus herrschaftlichem Haus, die eben nur aufgrund dieser Herkunft aus dem Umkreis der Macht einen rebellischen Geist entwickeln kann, der sich zunächst aus nichts anderem zu speisen scheint als wilder Lebenslust. Gerade diese Unüberlegtheit in Jen Yus rebellischer Natur treibt sie in die Arme der verbitterten, rachsüchtigen, gesetzlosen und bösartigen Jade Fuchs, die aus enttäuschter Liebe den Meister Li Mu Bais vergiftet hatte. Während die Eltern Jen Yus, der Gouverneur und seine Frau, nur Interesse an ihrer Tochter in bezug auf machtpolitische Überlegungen zeigen (sie wollen sie mit dem Sohn einer reichen Familie verheiraten), entwickelt sich in Li Mu Bai und Yu Shu Lien eine Art Ersatz-Elternpaar, das die junge Frau langsam, durch Überzeugungskraft, aber auch durch Entschlossenheit dem Einfluss von Jade Fuchs zu entziehen versucht.

Noch ein Gegensatzpaar zeigt der Film. Während Jade Fuchs den Typ der bösartigen Gesetzlosen verkörpert, die nur an ihr eigenes Fortkommen denkt, tritt in das Leben Jen Yus ein anderer Typ von Gesetzlosem, der Bandit Lo, genannt Schwarze Wolke (Chang Chen), der sich in die aufmüpfige junge Frau verliebt und bereit ist, für diese Liebe alles zu opfern.

Die innere Ruhe, mit der alle Schauspieler, selbst Ziyi Zhang als rebellische Jen Yu, ihre Rollen verkörpern, gibt dem Film eine Kraft, die kaum jemanden kalt lassen kann. Dies gilt besonders in bezug auf die Rollen von Michelle Yeoh und Chow Yun-Fat.

Die Kampfszenen, die eigentlich eher Manifestationen der Charaktere und einer wichtigen Form ihrer Konfliktbewältigung darstellen, überzeugen vor allem durch den körperlichen Einsatz der Schauspieler, die exzellente Effekttechnik (die computeranimiert vorbereitet wurde), und die Bewegungen der Mimen in der Schwerelosigkeit, die so echt wirken, dass einem schwindlig werden könnte. Einstudiert wurden diese Szenen durch Yuen Wo-Ping, der auch für die entsprechende Choreographie in „Matrix” verantwortlich zeichnete. Unterstützt werden diese Szenen beispielsweise durch Trommelwirbel, die Musik Dun Tans, die diesen Teilen des Films einen Ballett-ähnlichen Ausdruck verleihen. Besonders beeindruckend sind etwa Szenen, in denen die Schauspieler scheinbar schwerelos an Mauern und über Bäume hinweg schweben und kämpfen.

Der u.a. in Beijing, einem Bambuswald in Jiangsu, in der Provinz Anhui und in der Gobi-Wüste gedrehte Film überzeugt schließlich durch eine außergewöhnlich mitreissende Verbindung zwischen Handlung und Ort, dem Handeln der Charaktere und den Landschaften, in denen sie sich bewegen. Natur und Kultur erscheinen ebenfalls als Einheit von Gegensätzen. Auch hier setzte Ang Lee auf dramaturgische Homogenität – zum Besten des Films.

DVD
Studio: Kinowelt Home Entertainment/DVD
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1)
Bildformat: 2.35:1

Die von Arthaus / Kinowelt editierte DVD-Box enthält zwei DVDs, eine mit dem Hauptfilm, eine mit Bonusmaterial. Derzeit kostet die Box bei amazon € 8,97, während man bei anderen Online-Shops wesentlich tiefer in den Geldbeutel greifen muss.

Das BILD ist gestochen scharf, der Kontrast ist in Ordnung. Auch in Szenen, die in der Dunkelheit spielen, bleibt kein Geheimnis der Handlung verborgen. Verschmutzungen oder sonstige Beschädigungen sind mir nicht aufgefallen. Allerdings sind die Farben dieser Edition blass, und manchem DVD-Fan werden sie zu schwach und daher unnatürlich erscheinen. Im Vergleich etwa zu der DVD-Edition des Films „Hero” (einem auch inhaltlich vergleichbaren Film von Zhang Yimou u.a. mit Jet Li) wird dies besonders deutlich. Die „Hero”-Edition von Constantin-Film glänzt durch Farbenpracht, die jedoch nie übertrieben wirkt. Allerdings störten mich die blassen Farben der Kinowelt-Edition von „Tiger & Dragon” nicht. Im Gegenteil: Ich fand es eher angenehm, die Geschichte auch farblich in einem eher zurückhaltenden Ton zu genießen.

Zum TON ist zu sagen, dass die deutsche Synchronisation der in Mandarin-Chinesisch gesprochenen Originalfassung kaum gerecht werden kann, wenn man hier zum Maßstab die Emotionalität in der Sprache heranzieht. Zum Glück bietet die Edition auch die Möglichkeit, den Film in Originalsprache mit deutschen Untertiteln zu hören. Ansonsten hinterlässt der Ton einen exzellenten Eindruck. Hier gibt es eigentlich nichts zu bemängeln.

Hervorzuheben sind bei dieser Edition die EXTRAS auf der zweiten DVD. Neben einem deutsch untertitelten, höchst informativen Audiokommentar von Ang Lee und James Schamus, einer animierten Foto-Galerie (mit übrigens ausgezeichneten Bildern) und leider nur in Form von Texttafeln vorliegenden Interviews mit Regisseur und Drehbuchautor („Ein Traum von China”) bietet Arthaus / Kinowelt ein ca. 22 Minuten langes Making Of, das anfangs und am Schluss zwar etwas werbelastig daher kommt, aber dennoch überwiegend interessante Informationen zur Entstehung des Films, insbesondere zur Entstehung der Kampfszenen, und Interviews mit Ang Lee u.a. zu bieten hat. Besonders aufschlussreich ist zudem ein Interview mit Hauptdarstellerin Michelle Yeoh (ca. 14 Minuten), in dem sie über ihre Rolle, ihre Zusammenarbeit mit Ang Lee und ihren Werdegang als Schauspielerin spricht.

Insgesamt also eine durch und durch empfehlenswerte Edition.

Wertung Film: 10 von 10 Punkten.
Prädikat: Besonders wertvoll.
Wertung DVD: 9,5 von 10 Punkten.

Tiger & Dragon
(Wo hu cang long)
(englischer Titel: Crouching Tiger, Hidden Dragon)
Taiwan, Hongkong, USA, China 2000, 120 Minuten
Regie: Ang Lee

Drehbuch: James Schamus, Hui-Ling Wang, Kuo Jung Tsai, nach dem Roman von Du Lu Wang
Musik: Dun Tan, Yong King, Jorge Calandrelli
Director of Photography: Peter Pau
Montage: Tim Squyres
Produktionsdesign: Timmy Yip
Darsteller: Chow Yun-Fat (Li Mu Bai), Michelle Yeoh (Yu Shu Lien), Ziyi Zhang (Jen Yu), Chang Chen (Lo „Schwarze Wolke“), Lung Sihung (Sir Te), Cheng Pei-pei (Jade Fuchs), Li Fa Zeng (Gouverneur Yu), Gao Xian (Bo), Hai Yan (Frau Yu), Wang De Ming (Polizeiinspektor Tsai), Li Li-Li (May, Tsais Tochter)

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0190332


© Ulrich Behrens 2004
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
myra-belle
myra-belle, 27.01.2005
im chinesischen original bedeutet der titel quotversteckter drache, kriechender tigerquot und soll andeuten, dass vieles nicht so ist, wie es auf dem 1. blick erscheint. da ist also diese anscheinend behuumltete tochter aus gutem hause, die in wirkli
XXLALF
XXLALF, 14.10.2010
muss ja ein wahnsinns film sein, der mich schon beim durchlesen deines berichts neugierig gemacht hat. und dass du ihn für besonders wertvoll hälts, wundert mich eigentlich nicht. bw und ganz liebe grüße
Estha
Estha, 25.06.2006
978897889788 ... lg susi ... 978897889788
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